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Monat: Dezember 2005

Finalkarten satt und genug

Nach der Gruppenauslosung ist klar, dass Deutschland ins Finale kommt. Mindestens.

Das bedeutet, dass wir doch noch gerne Karten fürs Finale haben wollen würden. Eigentlich hatte ja keiner mit Deutschland im Finale gerechnet, nun kommt es nach der Vogts’schen Durststrecke von ‚94 und ‚98 und dem Wendepunkt im dritten Akt (2002) erneut zum Finale mit Deutschland.

Klar, wir haben alle Schiß keine Karten mehr zu kriegen.

Ihr könnt aber beruhigt sein, bei roadtrips.com gibt es noch massig Finalkarten.

Okay, 9685 US-Dollar sind kein Pappenstiel. Aber wir wollen doch nur echte Fußballfans ins Stadion lassen und keine unkundigen Neureichen, die das als eine Art Theater begreifen. Das ist mit diesem Preis gewährleistet.

Ich habe schon bestellt. Bezahlt ist es auch schon. Jetzt brauche ich nur noch ein Dach über dem Kopf bis Juli. Und was zu essen.

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Bist du Deutschland?

„Wer seid das ihr?“
„Bin ich Deutschland?“

Fragen, die sich jeder früher oder später stellt. Gerade bei einer WM fragt man sich doch, wer man eigentlich ist. Togo? Japan? Kroatien? Man ist so Einiges. Bei der WM in Korea wurde den Bürgern aus Angst vor fehlender Stimmung befohlen, z. B. Italien zu sein. Oder Paraguay. Und dann waren die Koreaner ganz brav plötzlich paraguayanische Fans. Nett anzusehen, hat aber mit europäischer Fußballkultur nicht mehr viel gemein.

„Heute bin ich mal Schalke. Morgen bin ich Dortmund.“ So geht das nicht. Aber was tut man, wenn das eigene Team gar nicht bei der WM dabei ist? Damit Fußball gucken spannend ist, das weiß jeder, muss man für oder gegen jemanden sein.

Wer unsicher ist, wer er sein soll, dem hilft dieser Test auf die Sprünge.

Ich bin übrigens die Türkei.

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Auslosung in Amsterdam

Ich hab mich kurz vor der WM-Auslosung mal auf Franz‘ Spuren begeben und bin in die Niederlande gefahren: nach Amsterdam. Natürlich ist auch ganz Holland fußballverrückt und so konnte ich die WM-Auslosung dort in einer Kneipe verfolgen. Der Unterschied zwischen den Deutschen — die nicht mehr ganz so rumpeln wie noch unter Rudi, sich aber trotzdem unsicher sind, was sie überhaupt erreichen können — und den Holländern, die wissen, dass sie es mit jedem Gegner aufnehmen können, ist folgender:

Während in Deutschland alle mit den Knien schlotterten, ob wir denn schon in der Vorrunde auf die Holländer treffen, kam es für diese selbst viel härter: Argentinien. Die Reaktion war:

„Eine schwere Gruppe zwar, aber eine schöne.“

Ich glaube, das nennt man Selbstvertrauen, gepaart mit ein bißchen Gelassenheit. Von Holland lernen heißt siegen Selbstbewußtsein lernen.

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Wer wird Millionär Gruppengegner?

Die Einteilung der WM-Töpfe ist vorgenommen.

Wie sehen Eure Tipps aus, wen Deutschland in seine Gruppe gelost bekommt? Damit Ihr wißt, wer zur Auswahl steht, hier noch mal eine Übersicht.

Mein Tipp für heute Abend:

    Deutschland
    Ekuador
    Polen
    Saudi-Arabien

Und was glaubt Ihr?

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Brehmes legitimer Erbe

Thomas Häßler hat den Trainerschein gemacht. Wirklich erstaunlich, dass der kleine Berliner die Prüfung bestanden hat. Da aber auch Andreas Brehme schon einen Trainerschein machen durfte, obwohl er keinen Satz geradeaus sprechen kann, kann man davon ausgehen, dass Häßler ihn aus Dankbarkeit für seine über 100 Länderspiele vom DFB geschenkt bekam.

Die größte Leuchte ist der vorletzte (nur Stefan Reuter war noch länger aktiv) Weltmeister von 1990, der seine Stiefel an den Nagel hängte, nämlich nicht.

Ts ts.

Wen soll der denn trainieren?

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Meier türkischer Nationaltrainer

Nach seinem Rauswurf beim MSV Duisburg ist Norbert Meier jetzt als türkischer Nationaltrainer im Gespräch. Die Türken hatten die Qualifikation zur WM 2006 erst in den Playoff-Spielen verpasst. 2008, bei der EM in der Schweiz und in Österreich soll die Qualifikation wieder gelingen, sieht man sich doch nach eigenem Selbstverständnis unter den großen Fußballnationen.

„Wir brauchen einen besonnenen Trainer an der Linie, damit sich die Vorfälle aus dem Spiel in Istanbul nicht wiederholen.“, so der türkische Verbandschef Levant Bicakci. „Meier hat bewiesen, dass er ein gewiefter Taktiker ist, der im Notfall sogar selbst Rote Karten für die Gegner herausholt. So ein Mann stünde uns gut zu Gesicht.“, so Bicakci weiter.

Meier zeigte sich interessiert: „Mir tut zwar noch ein bißchen der Kopf weh, aber ich denke durchaus darüber nach, in die Türkei zu wechseln. Ich werde erst mal abwarten, wie viele Monate ich gesperrt bin, bevor ich zusage. Vielleicht finden die Türken schon vorher jemanden.“

Im Gespräch außerdem: Georghe Hagi, Alpay Özalan und Roy Keane.

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Serbischer Spezialtopf

Die Töpfe stehen fest: Serbien-Montenegro erhält einen eigenen Spezialtopf. Okay, der Kalauer mit dem serbischen Bohneneintopf liegt so sehr auf dem Herd der Hand, dass man ihn nicht machen darf. Schade finde ich aber, dass die Töpfe erst 3 Tage vor der Auslosung feststehen. Man hätte doch sonst endlos rätseln, wetten, tippen und raten können, wie die Gruppen schließlich aussehen werden. Schade.

So bleiben uns nur knapp 3 Tage.

Wir werden sie nutzen. Bei mir sind die Niederlande schon in einer Gruppe mit Brasilien und fliegen nicht nur raus, sondern auch früh nach Hause. Aber warten wir ab, wie es wirklich sein wird.

Ich kann’s kaum erwarten.

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WM-Quiz für Depressive

Billiger Abklatsch von „Wer wird Millionär?“ mit dummen Fragen („Welcher Pass gehört zum Fußball? Engpass, Reisepass, Steilpass oder Bergpass?“) und sogar Tippfehlern in den Fragen. Welcher Hugenotte war denn da am Werk?

Ein Besuch des Lycos-WM-Quiz lohnt also nur für Depressive, die sich auf die Schnelle mal wieder etwas Selbstbestätigung holen wollen.

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Dachschaden repariert?

Dass ich nicht lache. Angeblich soll der Dachschaden in Kaiserslautern repariert worden sein.

In einem WM-Austragungsort:

    in dem der Ex-Vorstand des ansässigen Vereins wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden ist
    in dem man versucht mit Carsten Jancker die Klasse zu halten
    in dem das Hauptkriterium für die Trainerwahl ist, ob er aus „der Region“ kommt (schöne Grüße an Janus, der diese Formulierung zuvor schon als reichlich Pein verursachend gewürdigt hat)
    in dem man dem Stinkstiefel Dschirijako Sforza gleich 3x die Gelegenheit gibt, aus dem Team geworfen zu werden und
    für den der DFB immer wieder alle seine 84-jährigen Augen zudrückt, wenn es darum geht, dass Lautern die Bilanz gefälscht hat,

ist der Dachschaden erst repariert, wenn fähige Leute im Vorstand sitzen und eine bundesligataugliche Mannschaft gekauft wird.

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Strategie ist alles

Lothar Matthäus, gerne auch mal als Lothar Matthaus oder wenn’s ganz arg kommt als Lothar Mattahus bezeichnet, hat damals, als er noch jung nicht so weise alt war, ein Spiel rausgegeben. Zur WM 1998 gab’s das Spiel mit dem Untertitel „Strategie ist alles“ [Link leider tot].

Da hat Lothar natürlich recht. Es war schon eine tolle Strategie von ihm, im Viertelfinale einen Grottenpass auf Christian Wörns zu spielen, so dass dieser genötigt war, rotwördig zu foulen, vom Platz zu gehen und die gesamten Prügel der Nation einzustecken. Eigentlich war Lothar die Wurst, aber das hat dank Lothars ausgebuffter Strategie („ist alles“) kaum einer gemerkt.

Wie viel von dem Kaufpreis des Spiels an eines seiner zahlreichen Not leidenden Ex-Mädchen geht, ist unklar.

Ein Nationalmannschaftskollege von etwas früher, Guido Buchwald, überrascht hingegen durch ein erstaunliches Geständnis. „Mein ganz privater Spaß“ [Link leider tot] heißt bei ihm das Brettspiel, auf dessen Cover er sein hübsches Antlitz pinnen ließ.

Unter ganz privatem Spaß stelle ich mir aber was anderes vor als ein Brettspiel.

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WM-Finale jetzt doch auf Schalke

In Berlin ist die Liebe zum eigenen Klub so groß, dass niemand singt, wenn er ins Stadion geht. Die Münder stehen vor Begeisterung wegen der atemberaubenden fußballerischen Darbietungen und der umfassenden Pokalsammlung von Hertha BSC (Deutscher Meister vor 74 und vor 75 Jahren) 90 Minuten lang offen, so dass für Fangesänge und Anfeuerungen keine Zeit bleibt.

Seit kurzer Zeit stehen die Münder nicht mehr vor Begeisterung offen, sondern vor Erstaunen: 30 Millionen Euro Schulden – ja wo kommen die denn her? Wo sie hingekommen sind, ist klar, in die Taschen von den Beratern von Alex Alves und Krumpelinho und Bongbinginho und wie die Flops alle heißen, die Dieter „Turban“ Hoeneß gekauft hat. Aber wo sie herkommen?

Das fragen sich auch die zwei Handvoll Fans von Hertha, die in der Fankurve stehen.

Wie gesagt, zum Singen keine Zeit, deshalb werden Fangesänge jetzt von der Stadiontechnik über Lautsprecher eingespielt. Das ist das größte Armutszeugnis, das man einer Zuschauerschaft machen kann.

Falls sich doch mal zwei, drei Berliner Schnauzen zum Singen bemühen und ihr stetiges Nörgeln einstellen, werden diese Gesänge per Mikrofon vor dem Fanblock eingefangen und um ein Vielfaches verstärkt. So glauben die restlichen Zuschauer, dass sie in einem Hexenkessel sind.

Jeder Hertha-Fan geht seit Bekanntwerden dieser Nachricht mit noch mehr Stolz zu seinem Verein. Wahrscheinlich wird das Singen jetzt aus Trotz ganz eingestellt.

Die FIFA hat sofort reagiert und das Finale der WM von Berlin auf Schalke verlegt. Dort is‘ nämlich immer laut, ne? Is‘ ja auch ne Halle. Wie die FIFA weiß, wollen die Sponsoren Stimmung sehen, und die gibt es in Berlin leider nur vom Band. Auf Schalke ist sie echt.

Glückauf!

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