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Monat: Juni 2006

Hornby-eskes

Nick Hornby ist eigentlich nicht als Fußballexperte im eigentlichen Sinne bekannt. Er ist eher ein Experte dafür, was es bedeutet, als Fan mit einem Verein zu leiden. Dass er besonders fähig wäre, die Stärken und Schwächen von Teams einzuschätzen, hat er bis jetzt nicht bewiesen. Stattdessen ist er ein Meister des Wortes und so sagt er über die deutsche Mannschaft, dass sie:

„…trotz mieser Leistungen meist gewinnt, weil sie so langweilig spielen, dass der Gegner nach 50 Minuten das Interesse verliert.“

Ich würde jetzt auch gerne noch etwas zum Spiel gegen Kolumbien sagen, aber nach ungefähr 50 Minuten habe ich nicht mehr hingeschaut.

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WM schon lange vorbei

Wie uns eine bekannte Zeitung mitteilt, haben die Spiele der WM 2006 schon längst stattgefunden, und zwar irgendwann im Sommer 1980. Kein Wunder, dass ich keine Karten bekommen habe. Zu der Zeit lernte ich gerade lesen und schreiben, da war es etwas schwierig mit dem Anmelden auf der Ticketseite der FIFA. Davon, dass es noch kein Internet gab, ganz zu schweigen.

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Und auch wenn ich hier selbst klugscheiße, will ich jetzt keinen Klugscheißer hören, der mir erzählt, dass es sehr wohl 1980 schon so etwas wie Internet gab.

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Vorsicht ist die Mutter des Finaleinzugs

Aus „Sicherheitsgründen“ wird die am Hotel der Italiener liegende U-Bahn-Haltestelle für die Dauer des Aufenthaltes der Italiener gesperrt. Aus Sicherheitsgründen. Das heißt also für alle Terroristen, dass sie jetzt an der Haltestelle „St.-Anna-Krankenhaus“ aussteigen und dann Richtung Süden laufen müssen. Wahlweise kann man auch an der hochfrequentierten Haltestelle „Froschenteich“ aussteigen und dann nach Norden laufen. Nach geglücktem Attentat wünsche ich mir als kleines Dankeschön für diesen Tipp 72 Jungfrauen. Aber bitte im Diesseits, nicht im Jenseits.

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Nachtrag: Jetzt wissen wir auch, warum U-Bahnfahrer keine Nachrichtensprecher sind. Gerade hörte ich folgende Durchsage in der betreffenden U-Bahn: „…hat die iranische Mannschaft in diesem Hotel Quartier betrogen.“ Ablesen von einem Zettel ist halt nicht jedermanns Ding.

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Wie die Fans es wollen

Wolfgang Schäuble, der Erfüllungsgehilfe der FIFA und Erzengel aus Schdurgert, bringt es auf den Punkt, wie wir Zuschauer das mit den Sponsoren zu sehen haben:

„Mal ehrlich: Ohne Sponsoren sind solche Ereignisse nicht mehr so zu machen, wie die Fans es wollen.“

Was ist daran ehrlich? In meinem Wörterbuch findet sich unter dem Gedanken, den Schäuble beschreiben möchte, das Wort „verlogen“. Natürlich würde er noch ein paar Argumentchen finden, warum das Ganze so ist. Ist es aber nicht. Das Gros der Kosten für die WM bringen ohnehin der Staat, die Länder und die jeweiligen Städte auf.

Und dass die Fans es anders wollen als es jetzt durchgeführt wird, ist zweifelsohne der Fall. 31,5 Prozent, ich muss das noch einmal wiederholen: Einunddreißigkommafünf Prozent aller Karten gingen in den freien Verkauf. Fragt man mich: ja, das ist richtig so. Ich finde es gut, dass die meisten Leute keine Karten bekommen, nur damit innerhalb der Bannmeile ein paar VIP-Kartenbesitzer ihre Geschäfte abwickeln können, ungestört von störender Werbung von Fremdfirmen.

Da das Thema allzu ausgelutscht ist, will ich den Rest gar nicht zitieren, möchte aber behaupten: Herr Schäuble ist ein echter Fußballfan-Experte.

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Bruce Arena

Eine gewisse Frau Tufts, amerikanische Entertainerin mit Wohnsitz Berlin, antwortet im Interview mit der Welt auf die Frage:

Welt: Sagt Ihnen der Name Bruce Arena etwas?
Tufts: Das ist bestimmt ein schwuler Pornodarsteller, oder?

Nein, ist es nicht. Für die nicht ganz so großen Experten: so heißt der Trainer der amerikanischen Nationalmannschaft.

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Karikaturen

Karikaturen aller möglichen WM-Mannschaften, nicht nur der aktuellen. So ist die deutsche Mannschaft von 1974 dabei oder die brasilianische von 1970. Diverse Künstler haben ihrer Zeichenlust freien Lauf gelassen, und das ist dann dabei rausgekommen [Link leider tot].

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Warum nicht mal vor einem Muttermund sitzen?

Immer öfter bekomme ich Hinweise, was ich denn so alles bloggen könnte, Vieles davon nehme ich auf, manches auch nur am Rande. Das hier aber muss ich Euch ungekürzt präsentieren. Eine Mail von einer Blog-Leserin aus Freiburg:

Hast Du noch die Sparte, was man während der WM machen kann, wenn man sich nicht für Fußball interessiert?

Ich hab einen Tipp für Frauen. Ich hab an einem Freiburger Frauenseminar teilgenommen, das hieß „Zyklusreise“. Es wurde ein Lebensfluß aus Seidentüchern ausgelegt, eine riesige Gebärmutter (auch auf Seidentuch gemalt) bildete die Mitte. Das ganze Ding wurde mit Fotos und symbolischen Hormonen und so Zeug gespickt, ich saß also den halben Abend vor einem weit geöffneten Muttermund. Frag bitte nicht, wieso ich das gemacht hab. Sagen wir mal, ich wollte mich integrieren. Aber hier ist nun mein Tipp aus dem Seminar:

Erstellung einer Emotion-Lotion (bitte englisch aussprechen), falls man gefrustet ist durch zuwenig Beachtung seitens des Mannes:

Man fängt an, ganz oben am Kopf und dann ganz langsam den Körper runter sich seine negativen Gefühle auszuziehen und auch das letzte bisschen abzustreifen. Diese schmeisst man alle zusammen auf einen Haufen vor seinen Füßen. Dann nimmt man die Füße und trampelt sie platt, man kann sie also richtig zusammentreten. Wenn sie dann ganz mickrig sind, nimmt man sie in die Hand und knetet sie durch, bis sie warm und weich und ganz geschmeidig werden. So lange, bis sie so durch sind, dass sie eine cremige Konsistenz annehmen. Damit kann man sich dann von oben bis unten einschmieren, und das fühlt sich ja immmer gut an.

Noch Fragen?

Nein, keine Fragen mehr.

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Warum sich Serbien und Montenegro nicht trennen dürfen

Kein Jugoslawien, kein Titel.

So knapp kann man das zusammenfassen. Denn bei jedem WM-Gewinn spielten und gewannen die Deutschen gegen Jugoslawien.

1954 Viertelfinale BRD-Jugoslawien 2:0
1974 Zwischenrunde BRD-Jugoslawien 2:0
1990 Vorrunde BRD-Jugoslawien 4:1

Konnte man „Serbien und Montenegro“, das bis vor Kurzem Jugoslawien geheißen hatte, noch als solches bezeichnen, ist nach der Trennung der beiden Teilrepubliken einfach kein Jugoslawien mehr da. Und somit werden wir auch nicht mehr Weltmeister. Schade.

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Die Farce geht weiter

In Deutschland kennt man das vom SC Freiburg, der jahrelang keinen vernünftigen Elfmeterschützen als Nachfolger vom legendären (legendär, weil ich ihn so betitele) Harry Decheiver fand und daraufhin etliche Punkte verschenkte, weil er ständig seine Elfmeter verschoss.

In England kennt man das vor allem von der Nationalelf. Elfmeter, das ist so etwas wie das nationale Trauma der englischen Fußballnation, noch schlimmer als in den Niederlanden.

Lange Zeit war David Beckham der Standard-Elfmeterschütze, verschoss aber so regelmäßig wie ich Knöllchen sammele. Nach dem x-ten verschossenen Elfmeter von Beckham wurde dann doch mal ein anderer Schütze ausprobiert.

Gegen Ungarn vor ein paar Tagen verschoss Lampard einen Elfmeter, heute gegen Jamaika gelang dieses Kunststück Peter Crouch.

Ich kann nur hoffen, dass wir, sollten wir England im Verlauf des Turniers begegnen, ins Elfmeterschießen kommen.

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Heute mach ich mal früher Feierabend

Heute mache ich als kleiner, wurstiger Reviersport-Redakteur einfach mal früher Feierabend. Dann kommt das dabei raus:

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Ist ein 2:2 gegen Japan etwa eine Niederlage, wie es mir Reviersport hier weismachen will?

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