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Monat: August 2006

Eine große sportliche Veranstaltung

Der aufregend debile Text der Hymne der Champions League lautet folgerndermaßen:

„Ce sont les meilleures équipes, Es sind die allerbesten Mannschaften, The main event, Die Meister, Die Besten, Les grandes équipes, The champions

Une grande réunion, Eine große sportliche Veranstaltung, The main event, Ils sont les meilleures, Sie sind die Besten, These are the champions, Die Meister, Die Besten, Les grandes équipes, The champions

Die Meister, Die Besten, Les grandes équipes, The champions“

Wer wundert sich da noch, dass die Champions League weitestens als Show-Veranstaltung und weniger als sportlicher Wettkampf empfunden wird? Wäre es eine große sportliche Veranstaltung, müsste man das nicht extra noch erwähnen.

Hat jemand je einen Song über die WM gehört, der die WM zu einer „großen sportlichen Veranstaltung“ erklärt?

Die Aussage „These are the champions“ finde ich übrigens auch noch diskutabel. Alte Hüte, ich weiß, aber der Text der Hymne war mir neu.

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Were the fab four into football?

Ich muss es erwähnen, weil mich diese Frage wirklich schon jahrelang beschäftigt: Waren die Beatles Fußball-Fans? Diese Frage ist lange Zeit nicht geklärt gewesen. Es gab Überlieferungen, dass George Harrison in frühester Jugend ein Pokalfinale mit einem Freund im Fernsehen geschaut haben soll. Aber was heißt das schon, wenn man ca. im Jahre 1958 ohnehin kaum Alternativen für die Freizeitgestaltung hat?

Es gibt Überlieferungen, die davon erzählen, dass Paul McCartneys Onkel ein Toffee, ein Evertonian war, und Paul mit dieser Liebe angesteckt hat. Auch das war bislang nicht verbürgt.

Irgendwer von den Beatles hat 1968 auf einer Privatyacht irgendeines Freundes extra das Pokalfinale einschalten lassen, um Fußball sehen zu können. Aber auch das muss ja nicht zwangsläufig bedeuten, dass man „Fan“ einer Mannschaft ist. Wie viele nicht-Fußballinteressierte haben schließlich die Spiele der WM im Fernsehen betrachtet?

Endlich gibt es aber eine zumindest vermeintlich verlässliche Antwort. Der Guardian weiß mehr. Paul ist Everton, Ringo ist Arsenal. Die beiden anderen sind zumindest keine echten Fans. Wer sich ein wenig mit den Beatles auskennt, dem sagt auch der Name Neil Aspinall etwas: er ist leidenschaftlicher Liverpool-Fan.

PS: Den unvermeidlichen Mick Jagger im Stadion bei WM- oder EM-Spielen der englischen Nationalelf kennt man ja, da erübrigt sich die Frage nach dem Fußball-Interesse des Ober-Stones. Fan welcher Vereinsmannschaft er ist, weiß ich aber zur Stunde nicht.

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Mit der Nr. 8: Sean Connery

Sean Connery wird nun doch kein Fußballprofi. Er hatte ein Angebot von Manchester United, aber er hat zu lange überlegt. Jetzt ist er 75, damit fast so alt wie Lothar Matthäus bei seinem Ausstand aus der Ribbeck’schen-Horror-Nationalelf („Konzepte sind Kokolores“) und somit sogar zu alt für englischen Ligafußball. Außerdem hätte er sich beim Fußball Spielen ja ein Bein brechen können, dann wäre die Karriere beendet gewesen. Zu riskant. Also doch lieber James Bond sein und ein paar Miezen und ein paar Whiskeys Martinis („Shaken, not stirred“) vernaschen.

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„Spiel ihn aus!“

Was denkt das gemeine Hirn bei dieser Überschrift? Nun, das hängt natürlich von der Situation ab. Liegt ein Mitspieler schwer verletzt, mit dem Tode ringend am Boden, sollte man nach dieser Anweisung den Ball wohl ins Aus spielen[1].

Steht man gerade einem gegnerischen Spieler gegenüber, ist eher gemeint, dass man diesen Gegner ausspielen soll, in dem Sinne, dass man an ihm vorbeidribbelt, Haken schlägt und ihm den Ball durch die Beine spielt, sich im richtigen Moment dreht oder eine Drehung vortäuscht, auf dass man an diesem Spieler vorbeikommen und ihm die Hacken zeigen kann.

Natürlich ist es situationsabhängig, was damit gemeint ist. Gemeinhin ist das menschliche Hirn auch dazu in der Lage, richtige Entscheidungen bezüglich der Frage zu treffen, welche Situation denn nun gerade vorliegt und welche Reaktion demnach eine angemessene wäre.

Nicht so bei manchem geistig Behinderten und so ist dieses Zitat aus dem Beitrag der taz zur WM der geistige Behinderten fast schon tragisch zu nennen:

„‚Wir werden mit Sicherheit Probleme im taktischen Bereich haben, weil die Mannschaft einfach Defizite im kognitiven Bereich hat‘, sagt Bundestrainer Willi Breuer. Die technischen Fähigkeiten einiger Spieler seien hingegen durchaus beachtlich. Es gibt diese Anekdote, in der Breuer einem frei auf das gegnerische Tor zulaufenden Spieler zurief: ‚Spiel ihn aus!‘ Statt den Torhüter zu umdribbeln, schoss der Stürmer den Ball ins Aus. ‚Mein Fehler. Ich muss mir selber immer wieder sagen, dass meine Anweisungen präzise sein müssen‘, sagt Breuer.“

[1] Wenn der Schiedsrichter doch die Möglichkeit hat, das Spiel jederzeit im Falle der ernsthaften Verletzung oder Gefährdung eines Spielers zu unterbrechen und anschließend mit Schiedsrichterball fortzusetzen: Warum gibt es diesen seltsamen Brauch überhaupt, dass die in Ball befindliche Mannschaft den Ball ins Aus spielen muss, bevor die Sanitäter aufs Spielfeld kommen dürfen?

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Nur 300

Jogi Löw hat seine erste Debütanten-Kandidaten-Verlautbarung gemacht. Alexander Madlung könnte gegen Irland der erste Debütant unter Jogi Löw und seinem neuen Obelix „Hansi“ Flick werden.

Beim Rumsurfen zu diesem Mann, der alleine schon deshalb alle nötigen Qualitäten als Fußballer mitbringt, weil ich ihn vor zwei Jahren in meine kicker-Managerelf berief, fiel mir ein neuer Kandidat für die „Zahl der Woche“ auf. Leider gibt es diese Rubrik ohne WM-Special ja nicht mehr. 300 klingen trotzdem ordentlich.

300 Knöllchen soll Madlung in seiner Zeit als Rennfahrer für den Rennsportclub Hertha BSC in Berlin gesammelt haben. Das hieße, er schafft es häufiger als ein Mal pro Woche, irgendeine Regel zu übertreten oder geblitzt zu werden. Ich wüsste gar nicht, wie man das in meinen Breiten schaffen sollte, jede Woche geblitzt zu werden.

Oliver Kahn und Ailton haben es aber schon vorgemacht: Beide schafften es, zwei Mal bzw. drei Mal an einem Tag geblitzt zu werden.

Leider blitzt es auch ab und zu in des Madlungs Birne. So stellte er im letzten Jahr den ruhmreichen Rekord von drei Platzverweisen innerhalb von vier Wochen auf. Das waren drei mehr als Hertha BSC Tore schoss in dieser Phase. Wollen wir hoffen, dass er gegen die irischen Heißsporne — und in England buhen die Zuschauer übrigens immer, wenn jemand eine Schwalbe versucht — keine Dummheiten macht.

Mike Hanke hat es damals zwar nicht geschadet, an der Eckfahne für ein Frustfoul Rot zu bekommen. Zur WM wurde er trotzdem nominiert. Aber das war damals Confederations Cup, nicht so etwas Ernstes wie eine EM-Qualifikation.

[Nachtrag] Die Berliner Zeitung weiß Einiges über die Schlafgewohnheiten von Madlung zu berichten. Scheint weit verbreitet zu sein unter Fußballern, das lange Schlafen.

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Die legendäre SMS von Peter Neururer

Roy Makaay auf Frank Mills Spuren — das wird Frank Mill gerne hören. Aus zwei Metern vergibt Makaay vor dem leeren Tor. Das schaffte in der Bundesliga zuvor nur der Weltmeister 1990 ohne Einsatz, eben jener Frank Mill. Warum Frank Mill sich nun freut? Wenn einem ein mal so ein Malheur unterlaufen ist, wird man schließlich Zeit seines Lebens dran erinnert. Sei es durch irgendwelche Pleiten-, Pech- & Pannen-Videos, sei es durch Anrufe von Zeitungen und Magazinen, wenn etwas Ähnliches mal wieder passiert. „Herr Mill, wie war das damals bei Ihnen?…“. Je mehr andere Kandidaten es mit diesem Malheur gibt, desto seltener wird man durch solche Anrufe genervt. Ich nehme an, die Kiste Bier aus dem Hause Mill ist schon unterwegs in Richtung Makaay’scher Kühlschrank.

Carsten Ramelow fliegt mit Gelb-Rot vom Platz. Das kennt man von ihm, so hat er auch den Einzug der Deutschen ins Achtelfinale bei der WM 2002 ermöglicht. Im entscheidenden Gruppenspiel gegen Kamerun ging er beim Stand von 0:0 freiwillig vom Platz, um selbigen für Bode und Klose zu schaffen, die dann das 1:0 erzielten. Guter Schachzug damals, heute hat es nicht ganz so gut geklappt. 1:1 nur gegen Wolfsburg, somit kein Sieg und auch kein Achtelfinale. Okay, das mit dem Achtelfinale ist ohnehin schwer in der Bundesliga, aber das müsste Ramelow in seiner 12. Bundesligasaison eigentlich wissen. Die Mannschaftskasse wird sich freuen.

In Hannover sucht man (bald) einen Trainer, ich würde ja gerne sagen: „Hier bin ich.“ Allerdings möchte ich eigentlich gar nicht Hannover 96 trainieren. Hannover ist nämlich nicht ganz so spannend, wie man weiß. Als Stadt mein ich jetzt. Als Verein ist es schon spannender. Da muss man sich jede Saison aufs Neue fragen: Wer trainiert denn jetzt unseren Haufen? Der Nachfolger von Neururer wird der elfte Trainer in der elften Saison sein. Und Elfter bin ich nicht gerne. Ich bin lieber Erster.

Apropos Erster, das ist zur Zeit der 1. FC Nürnberg. Schade, dass der allseits geschätzte Hans Meyer dort Trainer ist und nicht der oben erwähnte Neururer. Meyer wird seine Spieler schon zu bremsen wissen und vor allem sich selbst nicht blenden lassen. Dabei wäre mir ein vor Euphorie taumelnder Neururer lieber, der jetzt schon mal von der Champions League und der dauerhaften Etablierung in der Bundesligaspitze des 1. FC Köln, VfL Bochum, Hertha BSC, Hannover 96 1. FC Nürnberg fabuliert, nur um eine halbe Saison später mit demselben Klub abzusteigen. Wie lautete noch Neururers Begründung im Herbst 2005, warum er den Club nicht übernehmen wolle? „Zu wenig Potenzial in dieser Mannschaft.“

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Seufz

Erst drei Spieltage gespielt und Bayern führt die Tabelle schon wieder mit zwei Punkten Vorsprung an schon mit der ersten Prognose falsch gelegen.

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Zum Thema Völkerverständigung

Viel zu spät, aber besser spät als nie, möchte ich ein paar Sätze zu diesem Eintrag loswerden, der während der WM via google für einen Haufen Besucher sorgte, der sich nicht für mein Blog, sondern nur für seine eigenen Polemiken interessierte. Damit aber klar ist, dass ich mich mit dieser Art von „Diskussion“ nicht identifiziere, musste der hier vorliegende Beitrag irgendwann folgen.

Das hier ist ein Blog mit dem Thema „Fußball“ und kein Nationalitäten-Beschimpfungswettbewerb. Ich habe vielleicht nicht deutlich genug gemacht, dass meine Überschrift „Ohne Holland fahrn wir nach Berlin“ nur ein Zitat war und nicht meine Meinung, in dem Sinne, dass die Häme, die hinter diesem Gesang steckt, nicht meiner Meinung, Einstellung oder Gefühlslage entspricht.

Den Preis für den humorigsten Beitrag gewinnt auf jeden Fall B.E.N. Mofkees. Alleine schon für sein Pseudonym „Mofkees“ hätte er den ersten Preis verdient. Wer das nicht versteht, möge ebenfalls googlen. Ich vergebe den Preis aber doch lieber für seine reflektierte und ironische Darstellung der deutsch-niederländischen Geschichte seit 1940.

Allen anderen Beitragschreibern möchte ich danken, ihnen aber nahelegen, sich mit Mofkees‘ Beitrag auseinanderzusetzen und dann mal langsam wieder runterzukommen.

Ich bin keine moralische Instanz außer meiner eigenen und ich gönne jedem seine stille oder auch laute Freude darüber, dass irgendeine Nationalmannschaft bei der WM ausgeschieden ist.

Es gibt immer noch Menschen, die persönlich von der Besatzungszeit betroffen sind — sei es als Geschädigter, sei es als Angehöriger von Geschädigten. Es ist außerordentlich begrüßenswert, dass diese Zeiten vorbei sind und noch besser, dass die Mehrheit der Bewohner der beiden Länder sich einer Annäherung und Aussöhnung schon lange nicht mehr verschließt, sondern diese aktiv betreibt, auch wenn das, wie man hier in den Beiträgen sieht, leider nicht für alle gilt.

Nichtsdestotrotz darf man darauf hinweisen, dass a) es alles nur Fußball und somit nur ein Spiel ist und b) solche Pauschalurteile, wie sie hier teilweise in den Kommentaren auftauchen, mehr über den sagen, der sie abgibt, als über jene, die sie vermeintlich betreffen.

Auf Details möchte ich nicht weiter eingehen, abgesehen davon, dass ich es peinlich finde, dass Mofkees sich überhaupt dazu genötigt fühlt, hier zu posten, dass er nette deutsche Freunde hat. Da man bei ihm aber im Gegensatz zu den meisten anderen Autoren der Kommentare in diesem Beitrag davon ausgehen kann, dass er die nötige Ironie in seinen Kommentar gelegt hat, bin ich guter Hoffnung, dass auch die anderen Kommentatoren hier meist in der Lage waren, ironisch mit den länderspezifischen Klischees zu spielen und diese für sich selbst als solche erkannten.

Denjenigen, die geistig dazu nicht in der Lage sind, denen stattdessen nur an der Pflege ihrer Klischees und ihres Hasses auf solche Konstrukte wie „die Bevölkerung eines Landes“ gelegen ist, kann ich gerne ein paar Seminare zur Gruppenpsychologie anbieten und ihnen erklären, wie sie ihren Fremdenhass abstellen können und unter welchen Umständen sie wie schnell die Gruppe verfluchten, der sie sich jetzt zugehörig fühlen.

Nichtsdestotrotz: viel Spaß noch mit dem Fußballsport an sich, ich gönne jedem, dass er Lieblinge und persönliche Favoriten hat und dass er einigen Mannschaften eher das Ausscheiden wünscht als anderen. Von einer gepflegten, niveauvollen und vor allem aufgeklärten Diskussion über die Leistungen Fußballnationalmannschaften bestimmter Länder sollte einen dies aber nicht abhalten.

Wen es davon abhält, der möge bitte, bitte nicht mehr in diesem Blog kommentieren. Dank im Voraus.

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Stromausfall in Leverkusen

Ich weiß nicht, ob Rudi Völler sich nass oder trocken rasiert, tippe aber auf trocken. Und offensichtlich gab es in den letzten Tagen in Leverkusen mal wieder keinen Strom. Deshalb blieb Rudis Rasierer auch im Alibert. So musste Rudi mit diesem Erscheinungsbild tatsächlich in die Öffentlichkeit gehen.

Jemand sollte ihm sagen, dass er einen Stilberater braucht.

Außerdem macht mir wirklich Angst, wie verbraucht Rudi seit seinem Rücktritt als Bundestrainer im Jahre 2004 geworden ist. Auf diesem Bild sieht er aus wie ein alter Mann, dabei ist er gerade mal 46. Ist das dieselbe Leverkusener Luft neben dem Bayer-Werk, die auch Calmund hat dick werden lassen?

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Endlich fängt die Fußball-WM an

Nicht mehr lange, um genau zu sein, noch sechs Tage, dann beginnt die Fußball-WM in Deutschland. Millionen von ausländischen Fans werden die deutschen Stadien besuchen, Millionen von deutschen Fans, die keine Karte bekommen haben, werden beim Öffentlichen Schauen die Spiele verfolgen, Autokorsi werden durch die Nacht gleiten und selbst Fußballfremde werden sich für diesen Sport begeistern. Bald ist es soweit, ich kann es kaum erwarten. Wie der Zufall es so will, ist das Eröffnungsspiel auch noch ausgerechnet in einem Stadion, das nur einen Steinwurf von meiner Kemenate entfernt liegt: in der MSV-Arena. Und wie man liest, gehört Deutschland zu den Favoriten des Turniers. Das verspricht ein tolles Turnier zu werden.

Ich würde ja gerne zum Eröffnungsspiel gehen, aber 12:15h ist ein bißchen früh.

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Ik ben ook en goede kerel

„Hallo Fans,

Met een 2:0 overwinning op Borussia Dortmund hebben we een goede start in het nieuwe seizoen gemaakt. Ik denk, dat we voor een eerste wedstrijd en erg goede prestatie hebben neergezet. Dit was een goed begin, een goed antwoord op de drie dagen daarvoor gespeelde derby (0:3) tegen München 1860.

Na deze wedstrijd was de kritiek op ons begrijperlijkerwijs erg groot. Natuurlijk verlies je niet graag een derby, maar de ontmoeting speelde in de voorbereiding op het seizoen nauwelijks een rol van betekenis. In eerste instantie is het spijtig geweest voor Giovane Elber, hij had wel beter verdiend dan zo’n afscheidswedstrijd. Het was leuk om hem na een lange tijd weer te zien, hij is een goede kerel….“

Das sagt Roy Makaay auf seiner Webseite über den Bundesliga-Auftakt und das Abschiedsspiel von Giovane Elber. Elber is een goede kerel. Das kann man nicht bestreiten. Anders als die meisten Brasilianer war er immer pünktlich zum Trainingsauftakt anwesend, hat mehr als nur ausreichend, sondern eher formidabel Deutsch gelernt und hat noch dazu diese gewisse brasilianische Divenhaftigkeit vermissen lassen.

Wirklich schade, dass Elber so ein verunglücktes Bundesliga-Comeback in Mönchengladbach hatte. Dabei war der Großteil der brasilianischen Gladbacher Fans schon mit Elber-Trikots eingedeckt, wie ich es mit eigenen Augen im Fanshop auf der „Hauptstraße“ in Mönchengladbach zu Beginn der Saison 2005/06 sehen durfte.

Giovane Elber war nicht nur grundsympathisch, er war in aller Regel ein fairer Spieler. Er nutzte selten Schwalben, er forderte selten Karten für Gegner und vor allem ist er auch heute noch ein angenehmer Interviewpartner, wobei er originäres Deutsch zu verwenden in der Lage ist. Zudem bleibt Elber (133 Tore) der erfolgreichste ausländische Torschütze der Bundesliga, da Ailton (105 Tore) beim HSV nicht zu Potte kam und Stéphane Chapuisat (106 Tore) rechtzeitig in die Schweiz gewechselt ist, wo er erst vor dieser Saison seine Schuhe an den Nagel gehängt hat.

Wem das Niederländische (oder das Plattdeutsche) nicht geläufig ist, für den gibt es hier die Trainer-Baade-Originalübersetzung von Makaays Beitrag:

„Hallo Fans,

mit einem 2:0-Sieg über Borussia Dortmund haben wir einen guten Start in die neue Saison geschafft. Ich glaube, dass wir für ein erstes Pflichtspiel eine sehr gute Leistung gezeigt haben. Das war ein guter Anfang und eine gute Antwort auf das drei Tage zuvor gespielte Derby (0:3) gegen München 1860.

Nach diesem Spiel war die Kritik an uns verständlicherweise groß. Natürlich verliert man ein Derby nicht gerne, aber das Spiel war in der Vorbereitung auf die Saison kaum von Bedeutung. In erster Linie war das ein Spiel für Giovane Elber, er hatte mehr verdient als so ein Abschiedsspiel. Es war sehr nett, ihn nach langer Zeit mal wieder zu sehen, er ist ein guter Typ…“

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