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Monat: Dezember 2006

Ein alter Mann

Huch, offensichtlich ist Volker Finke nicht erst seit 17 Jahren Trainer in Freiburg, sondern seit 170.

[Nachtrag: Gibt es kein Gesetz dagegen, unvorteilhafte Bilder von Menschen aus dem riesigen Fundus an vorhandenen Bildern zur Veröffentlichung auszuwählen?]

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Coffee & TV

Beim BVB läuft es nicht mehr ganz so rund und nicht mehr ganz so wie von selbst. Der Zenit scheint überschritten. Nicht im sportlichen Bereich, da traue ich dem BVB durchaus zu, in mittelfristiger Zukunft mal wieder oben angreifen zu können. Doch bei den Zuschauern hat das eingesetzt, was ich auch von meinem Kontostand kenne: Schwund.

Es ist noch gar nicht allzu lange her, als die Tribünen des Westfalenstadions erweitert wurden, um die Kapazität auf stolze 83.000 Zuschauer zu erhöhen. Und die wurde auch fast immer ausgeschöpft, wenn die Graupeltruppe des BVB durch die Liga knickerte. Seit anderthalb Jahren setzt aber auch in Dortmund etwas ein, was man sich kaum vorstellen konnte: die Zuschauer bleiben weg. Letztes Jahr waren es nur noch 73.000 im Schnitt, in dieser Saison sind es sogar nur 70.500. So wie jeder Trend einmal zu Ende geht, scheint es in Dortmund und Umgebung nicht mehr ganz so hip zu sein, ins Stadion zu gehen, wie noch zu Matthias Sammers Zeiten.

Was macht man da als findiger Manager? Man schafft neue Angebote, einen Zusatznutzen, irgendetwas, wodurch man mehr bekommt als nur einen Stadionbesuch, also mehr als nur ein Fußballspiel zu betrachten: Die Tickets für den BVB werden jetzt bei Tchibo verkauft, als Paket mit Übernachtung und einem „Dortmunder Rosenkranz“. Das ist eine Bratwurst mit Bratkartoffeln, die man dann wohl mit nach Hause nehmen kann. Wenn das nicht attraktiv ist, weiß ich auch nicht.

Und der Erfolg ist dementsprechend umwerfend: 80 Karten sind auf diesem Wege schon verkauft worden. Da steigt der Schnitt mal eben von 70.500 auf 70.580, wenn diese 80 jetzt gehalten werden können. Und somit um 0,001 Prozent.

Aber gut, der Manager Eckhard wird mich schon aufklären, dass und warum das eine clevere Idee ist.

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Wenn der Dummschwätzer ein Stadion eröffnet (XVI)

Wenn der Dummschwätzer seines Amtes, nämlich dessen der „Höchstoffiziellen ersten Werbefratze“ dieser Republik, die seiner immer noch nicht überdrüssig ist, waltet, dann kommt es schon mal selbst bei Nachrichtenagenturen zu kleinen Blackouts. In Magdeburg hat der Dummschwätzer zuletzt ein Stadion eröffnet und siehe da, kaum eröffnet der Dummschwätzer ein Stadion, ist es auch schon länderspieltauglich, auch wenn es gar nicht die neuerdings für Länderspiele vorgeschriebenen 40.000 Plätze bietet:

„… länderspieltauglichen und für 25.000 Zuschauer ausgelegten „Arena Magdeburg“ rund 15.000 Anhänger …“

Macht ja nichts, liebe Agentur, Fehler machen schließlich alle mal. Und sogar ich. Denn die 40.000-Zuschauer-Regelung tritt erst ab nächstem Jahr in Kraft. Bis dahin wird aber wohl kein Länderspiel mehr nach Magdeburg vergeben werden, was daran liegen könnte, dass die Heimspieltermine für 2007 alle schon vergeben sind. Tja, Pech gehabt, lieber Dummschwätzer und vor allem lieber Agentur-Schreiber. Man kann ja nicht immer alle Zahlen und Austragungsorte im Blick haben.

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Leichtathletik Rasensport

Ich muss zugeben, LR/RW Ahlen ist mir eigentlich nur deshalb im Gedächtnis geblieben, weil einem unserer Mitfahrer damals beim Stadionbesuch in Ahlen das Handy gestohlen wurde. Der Ort selbst ist ungefähr in der Liga von Rheda-Wiedenbrück, Kamp-Lintfort oder noch schlimmer einzuordnen. Es gibt in dieser „Stadt“ nicht viel mehr als das Stadion und die Tankstelle auf dem Weg zur Autobahn. Und natürlich LR Dingsbums, oder wie auch immer diese Firma heißen mag, die in den letzten Jahren zugleich auch Namensgeber dieses kurzfristigen Zweitligavereins war.

Wie ich aber auch zugeben muss, ist mir gar nicht aufgefallen, dass LR Ahlen seit kurzer Zeit gar nicht mehr LR Ahlen heißt, sondern nur noch Rot-Weiß Ahlen. Als alter, von meinen Kommentatoren der Linksspießigkeit bezichtigten, Autor muss ich wohl mal deutlich aussprechen, dass mir egal ist, ob der Sponsor Bayer (Leverkusen/Uerdingen) oder LR (Ahlen) oder Telekom (Bundesliga/FC Bayern) heißt. Es ist lediglich eine Randnotiz, dass die LR nicht mehr mit der Bezeichnung „Leichtathletik Rasensport“ benannt wird, eine Bezeichnung, zu welcher man nur mit viel Phantasie kommt. Der Club heißt jetzt einfach nur noch „Rot-Weiß“, wie sich Vereine in der Provinz nun mal so nennen.

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Weltmeister 2050: Robotanien

Kramnik hat gerade gegen Deep Fritz verloren. Und viele sind der Auffassung, dass damit das Duell Mensch gegen Maschine an einem Wendepunkt, wenn nicht gar Endpunkt angelangt ist, weil selbst der beste Mensch in dieser Disziplin der Maschine nicht mehr Paroli bieten kann.

Und im Fußball?

Im Fußball — unmöglich. Denkt Ihr. Ist natürlich auch mein erster Reflex. Wie soll ein Roboter all die Dinge leisten, die ein Mensch auf dem Fußballplatz vollführt: komplexe Bewegungen, komplexe Berechnungen und komplexe Interaktionen. Nein, undenkbar so ein Fußballspiel Mensch gegen Roboter.

Berthold Vöcking von der RWTH Aachen ist da allerdings anderer Meinung. Auch wenn es noch etwas dauern wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch in diesem Bereich die Maschine dem Menschen überlegen sein wird. Etwa 2050, schätzt er, wird das erste Fußballspiel mit Robotern stattfinden können. Und da Entwicklungen meistens mit exponentiell zunehmender Geschwindigkeit verlaufen, wird es dann auch nicht mehr lange dauern, bis der Mensch keine Chance mehr gegen die Roboter hat.

Wie gut, dass a) ich das wahrscheinlich nicht mehr erlebe und b) Prognosen auch den Hang dazu haben, falsch zu sein.

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Queen’s Park Rangers — „It’s a family thing“

Wie viele Leute kennt jeder von uns, die auf total komische Vereine stehen? Und steht nicht jeder von uns eigentlich auf total komische Vereine und verachtet jene, die auf „große“ Vereine stehen? Okay, Ausnahmen wie Leute, die in Hamburg, München oder Stuttgart geboren sind, bestätigen die Regel. Wer aber in Vechta, Weinheim oder Lüneburg geboren ist und trotzdem nicht seinen kleinen, privaten, persönlichen Favoriten hat, sondern auf einen der großen Vereine steht — Ausnahme: Borussia Mönchengladbach für in den 70ern sozialisierte Menschen — der erscheint uns doch kaum diskussionsfähig in diesem, unserem Metier. Der sollte doch endlich einsehen, dass er irgendetwas Wichtiges in seiner Fußballsozialisation verpasst hat.

In England ist das nicht anders, und so erzählt uns Robert Smith von seinem family thing, welches da QPR heißt.

Lesenswert — nicht nur, wenn man „Cold“ und „A hundred years“ für einige der besten Songs hält, die man nie auf der Gitarre nachspielen konnte, so lange der Flanger nicht richtig eingestellt war.

Auch wenn mir dazu die Quelle fehlt, muss ich aus den hinteren Bereichen meines Gedächtnisses noch ergänzen, dass ich in der Mitte der 1980er ein BRAVO-Interview mit dem damals zu eigentlich allem höchst negativ eingestellten Robert Smith las, welches ungefähr Folgendes beinhaltete:

„Und gibt es gar nichts, woran Sie überhaupt nichts stört?“

„Doch: Fußball. Naja, okay, man muss seine Schuhe wechseln, um Fußball zu spielen, aber sonst stört mich nichts an Fußball.“

1990 ließ Robert Smith sogar während seines Konzerts auf der Loreley den Zwischenstand vom Spiel England — Kamerun durchsagen. Und man darf sich ziemlich sicher sein, dass Robert Smith für England mitfieberte, auch wenn er das nicht ganz so plakativ zum Ausdruck bringt, wie das versteinerte Faltengewebe namens Mick Jagger, das bei jedem Turnierauftritt der Engländer rumwabert.

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Odds

Tipp des Tages: All sein Geld auf einen UEFA-Cup-Sieg von Werder Bremen setzen.

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Christoph Daum war ja auch nie Profi

So ist das, wenn ein neuer Trainer kommt. Da erwartet man, dass er auch noch die Tore selber schießt. Ob die Tatsache, dass er lediglich den Pfosten traf, ein Fingerzeig für das weitere Abschneiden seiner Mannschaft in der zweiten Liga ist, sei dahingestellt.

[photopress:daum_aus_der_distanz.jpg,full,centered]

Jaja, der Beitrag gehört eigentlich in die Kategorie „sehr billige Lacher“. Genauso war es ja fast unvermeidlich, dass den Leuten am Live-Ticker irgendwann dieser Verschreiber passieren würde.

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Metropoliten, auch QPR

Nicht nur Spartak Moskau musste letztens mit der U-Bahn zum Spiel fahren, auch den Queen’s Park Rangers passierte das, als ihr Bus im Londoner Stadtverkehr stecken blieb. Bemerkenswert, dass ein Spieler schon zum kleinen Helden wird, nur weil er weiß, wo die Truppe auf dem Weg zum Stadion umsteigen muss. Immerhin, 23 Einzeltickets kauften sie für sich — hoffentlich die richtigen.

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Intime Stellen

Abgesehen davon, dass ich nicht mehr weiß, wo ich diese Information herhabe und abgesehen davon, dass der Autor dieses Zitats offensichtlich „kein Bock“ mehr auf den Akkusativ hat (wo andere Leute immerhin „keinen Bock“ mehr hätten) bzw. der Teil (im Sinne von „der vierte Teil der Trilogie“, „der Teil der Bevölkerung mit niedrigem Einkommen“) mit das Teil (im Sinne von „das Ersatzteil“, „das fünfte Teil in dieser Reihe“) verwechselt und ich mich gerade über die Verwahrlosung, namentlich die Verakkusativlosung der deutschen Sprache beim Gebrauch derselben durch Ignoranten in Rage schreiben könnte, ist die Information an sich eher irrelevant:

In dem Interview gab Materazzi auch ein Teil eines Geheimnisses preis. `Ich habe mir ein Abbild des WM-Pokals an einer intimen Stelle eintätowieren lassen´, sagte der Profi von Italiens Meister Inter Mailand.

Mitleid mit den armen Gespielinnen Materazzis überfällt mich. Nun werden sie selbst beim Sex nicht vom Thema Fußball verschont, dabei freuten sich viele Fans doch nach der WM darauf, endlich mehr Zeit für Sex zu haben — und nicht für Fußballgedöhns.

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Freunde der Weihnachtssocken

„Servus“ — „Zu Diensten“ — steht noch dazu vor dieser in der Überschrift zitierten dümmlich-teenageresken Anrede durch Jürgen Klopp in seiner täglich wöchentlich monatlich selten erscheinenden Kloppolumne auf seiner Webseite.

Von Webseiten, die selten aktualisiert werden, sprachen wir ja schon. Dass der viel beschäftigte Abstiegstrainer der Saison 2006/07 aber zur Zeit wenig von der selben hat, ist natürlich verständlich. Trotzdem sollte man so etwas nicht „Kolumne“ nennen, sondern „Jahresausblick“ oder — wenn man es noch öfter verschwitzt, eine Kolumne zu schreiben — „Fünfjahresplan“.

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Lahm, wirklich lame

Philipp Lahm antwortet auf die Frage nach seinem Musik“geschmack“ Folgendes:

„Ich mag österreichische Songs wie ,Irgendwann bleib i dann dort‘ von STS. Mir gefällt der Dialekt, die gute Laune, dieses Gefühl von Heimat. Natürlich gehören die Songs dazu, wenn ich mit Freunden Ski fahre oder feier. Mein Handy-Klingelton ist ,Schifoan‘ von Wolfgang Ambros.“

Offensichtlich besitzt er keinen. Warum fragt man ihn dann danach?

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