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Monat: November 2007

Begehrenswerte Bayern

Obwohl er Verlierercup geschimpft wird, freut man sich auch bei den Zuschauern der teilnehmenden Mannschaften im Verlierercup doch eher auf Gewinner. Bekanntlich haben die Bayern in der letzten Saison nicht so viel gewonnen und gelten somit tendenziell eher als Verliererteam. Da sich aktuelle Bundesligatabellenzwischenstände nicht so schnell bis nach Purtugale herumsprechen, muss der kommende Gegner der Bayern — der SC Braga — auf seiner Webseite schon mit Folgendem Werbung machen:

[photopress:sc_braga_gegen_bayern_muenchen.jpg,full,centered]

Da ich nicht Béla Réthy heiße und demgemäß auch nicht lange Zeit in Brasilien gelebt habe, kann ich nun mal kein Portugiesisch. Ich ahne aber, dass der SC Braga allen Zuschauern bis/unter 15 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt gewähren wird.

Wir fragen uns erstens: ist das die moderne Version von „Franco Foda“?

Und zweitens: Sollten da nicht die 7-Euro-schweren Bayernkurvenzuschauer überlegen, ob sie nicht doch lieber den Verein wechseln? Für nöppes ins Stadion und das Tolle am Stadion in Braga (jenes mit den Felsblöcken hinter den Toren) ist, dass es dort gar keine Kurven gibt. Das bedeutet wiederum erstens:

Alle Fans sitzen auf den Tribünen, auch die stimmungsvollen, bzw. -immissierenden.

Zweitens: Die Felsblöcke lassen den Schall viel besser widerhallen als eine eventuelle Blaskapelle es je könnte, zudem kann man mit sich selbst diese Echo-Anfeuerungsrufe durchführen, ohne dass jemandem auffallen wird, dass man Selbstgespräche führt.

Drittens: Auf der Haupttribüne ist man dem Champagnerschlürfer, der La-Ola nicht mitmachen will, schon so nahe, dass man ihm an Ort und Stelle persönlich dafür auf die Fresse hauen kann, dass er bei der tollen La-Ola nicht mitmacht.

Braga liegt aber wie gesagt in Portugal und was nun „La Ola“ auf portugiesisch heißt, das weiß auch wieder kein Mensch, der nicht mindestens 10 Jahre in Brasilien gelebt hat. Und so schließt sich der Kreis. Womit dieser Beitrag dem obskuren Stadion in Braga etwas voraushat.

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Medienboykott beim MSV

Hellmich macht seine Drohung wahr: der MSV wird zur dritten Macht im Ruhrgebiet. Allerdings nur im Bereich Medienboykott, den der MSV wie zuvor Schalke und Dortmund nun betreibt.

Angesichts der Aktualität der Webseite des MSV fragen wir: Muss man extra ankündigen, was sowieso schon die ganze Zeit läuft?

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Rekordhalter Luxemburg

Nein, nicht das, was einem sofort in den Kopf schießt: meiste Niederlagen in Folge, meiste Spiele ohne eigenes Tor in Folge, höchste Niederlagen, längste Niederlagen, peinlichste Niederlagen, schmerzhafteste Niederlagen oder einfach nur Niederlagen.

Es ist wirklich ein positiver Rekord, den Luxemburg im Weltfußball hält: Luxemburg ist — zusammen mit Portugal und Irland — im Besitz des Rekordes für Teilnahmen an der WM-Qualifikation: 18 Mal nahm Luxemburg seit 1934 (1930 gab es keine Qualifikation) an der WM-Qualifikation teil, inklusive der noch kommenden für 2010.

Gleich inbegriffen ist natürlich der Rekord der häufigsten Versuche, sich zu qualifizieren, ohne es zu schaffen, aber davon spricht die FIFA-Seite mit den Zahlen zur WM-Quali nicht. Eher schon von den lediglich zwei Niederlagen, die Deutschland in seinen 64 WM-Qualispielen erlitt. Eine davon war das 0:1 zu Hause gegen Portugal noch unter dem Dummschwätzer.

Welche aber war die zweite? Auf Anhieb fällt sie mir nicht ein, weiß es jemand, ohne zu googlen? Wenn ja, dann wäre ich beeindruckt und würde diesem weisen, großen Meister meine Ehrerbietung zukommen lassen (natürlich nur virtuell).

Nolookpass wusste die Antwort schon, bevor ich gefragt hatte.

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Lehmanie

Inzwischen schaut man schon Videos von für die eigenen Fußballvorlieben vollkommen irrelevanten Champions-League-Spielen, um in der Hoffnung auf einen Fehler Almunias bestätigt zu werden. Auch gestern wieder — leider vergebens.

Strafstöße hält man allerdings nicht, indem man nach abgegebenem Schuss in der Mitte seines Tores zusammensinkt, wie ein Kind am Strand, dessen Hände suchend über den Boden gleiten in der Hoffnung, die von der Flut hinfortgespülten Spielzeuge wiederzufinden.

Dann schon eher mit einem Zettel unterm Schienbeinschoner.

Aktuelle Videos vie immer vie 101 greatgoals.com.

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Home of US Soccer

Weiß eigentlich jemand, wie die Zentrale des DFB aussieht? Kanzleramtig im Kleinen.

Was erwarten wir dementsprechend in den USA? Hybris und Prunk und Protz, Moderne und Dynamik. Und: wir werden vom Gebäude des amerikanischen Verbandes nicht enttäuscht.

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Schnäuzer Schaafs Schnäuzer

Geht es Euch auch so, dass Ihr immer vergesst, dass Thomas Schaaf einen Schnäuzer hat, wenn Ihr über die Gestalten der Bundesliga und ihre stilistischen Fehltritte nachdenkt?

Alle vermissen und verweisen immer wieder auf Peter Neururer, dabei hat Thomas Schaaf doch einen Schnäuzer und da man in Bremen als Trainer unkündbar ist, wird es auf lange Sicht noch so bleiben, dass die Bundesliga keine schnäuzerfreie Zone ist.

Es sei denn, Schaaf erwachte spontan aus seiner modebezogenen Fixierung auf seine Jugend.

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Qualifikationsgruppengegnerrevuepassierenlasserei

Sagte ich schon, dass ich obige Eigenschaft des Deutschen sehr mag? Sicher schon, wenn nicht hier, dann an anderer Stelle. Zum Beispiel damals in Wales, als wir in diesem auseinanderfallenden Gebäude, das so etwas wie ein Jugendzentrum darstellen sollte, ein Konzert gaben, womit wir schon beim ersten Gegner wären:

Wales

Wales ist immer für eine Überraschung gut.

Finnland

Es gibt keine Kleinen mehr.

Aserbaidschan

Auch in Aserbaidschan dauert ein Spiel mittlerweile 90 Minuten.

Russland

Kurz vor Moskau, mein Opa, und so weiter.

Liechtenstein

Für Liechtenstein gilt: die Schweden sind keine Holländer.

So, damit wisst Ihr jetzt, was uns erwartet; denn schließlich beginnt die Qualifikation schon in einem knappen Jahr und wie es im Fußball gang und gäbe ist, passiert in dieser Zeit überhaupt nichts. Wales bleibt immer Wales, egal wer spielt. Es werden sich auch keine Mannschaften entwickeln, neue Talente entdeckt und eingebaut oder Trainer gefeuert und geheuert werden, weshalb es so außerordentlich sinnvoll ist, jetzt darüber zu sprechen, wie einfach oder schwierig ein Gegner zu besiegen sein wird, gegen den man eventuell erst im Herbst 2009 spielt, wobei man natürlich auch berücksichtigen muss, dass die Spielstärke der eigenen (hier: deutschen) Mannschaft bis dahin unverändert, wie in Stein gemeißelt, zur Salzsäure erstarrt, tiefgefroren, paralysiert und völlig frei von Verwerfungen bleiben wird.

Für präzisere Kaffeesatzleserei und Tipps aus dem Bierbauch heraus befrage man das Orakel von Stralsund.

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Nach der Quali ist vor der Quali

Die eine gerade geschafft, steht die nächste schon vor der Tür. Zumindest in Form ihrer Auslosung. Heute werden die Gruppen für die WM-Qualifikation ausgelost. Wahrscheinlich wird Deutschland dabei in Lostrommel 1 sein und so Italien, den Niederlanden, Frankreich, Spanien, Portugal, England (ja, England), Kroatien und Tschechien aus dem Weg gehen können, die ebenfalls Gruppenkopf einer der neun Gruppen sind. Die weiteren Lostrommeln:

Lostrommel 2: Rumänien, Schottland, Griechenland, Polen, Ukraine, Schweden, Türkei, Serbien und Russland.

Lostrommel 3: Dänemark, Norwegen, Irland, Israel, Bulgarien, Nordirland, Bosnien-Herzegowina, Schweiz und Finnland.

Lostrommel 4: Slowakei, Wales, Ungarn, Belgien, Mazedonien, Zypern, Weißrussland, Slowenien und Albanien.

Lostrommel 5: Österreich, Island, Moldawien, Litauen, Armenien, Lettland, Georgien, Aserbaidschan und Kasachstan.

Lostrommel 6: Malta, Estland, Liechtenstein, Andorra, Luxemburg, Montenegro, Färöer und San Marino.

Diese Informationen habe ich von der ARD-Webseite geklaut und der Kenner sieht sofort: Armenien und Aserbaidschan diesmal in einer Lostrommel, damit nicht wieder Spiele abgesagt werden müssen, weil man sich in die Haare bekommt bzw. schon länger hat.

Nachdem wir selbst San Marino und auch Färöer schon hinter uns haben, soll es diesmal gerne Liechtenstein in der deutschen Gruppe sein. Mit der Konstellation Deutschland, Polen, Schweiz, Belgien, Österreich und Liechtenstein könnte man ohnehin eine schöne Gruppe zusammen bekommen, die hauptsächlich deutschsprachig wäre.

Wer von der WM-Auslosung live bloggt, sagt Euch sicher meine Blogroll(e).

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Harry Valerien Ismael

Kümmert eigentlich irgendjemanden in den Untiefen der Fußballinteressierten, was Valerien Ismael über Ottmar Hitzfeld palavert? Muss man diesem verständlicherweise Frustrierten, aber nie in München Angekommenen glatt eine Schlagzeile widmen, weil er Hitzfeld angeblich „attackiert“ (man stelle sich vor, wie er mit Mühe nur von Oliver Kahn und Daniel van Buyten daran gehindert werden kann, good ol‘ Ottmar (lange wird er nicht mehr da sein — so oder so) direkt eine auf die Zwölf zu hauen) oder ist es einfach so, dass allen offensichtlich ist, dass Ismael nie in München ankam, nie ernsthaft eine Alternative darstellte und deshalb auch nie eine Chance bekam und nun nachkartet wie ein kurz vor dem Urlaub doch noch in seine unfreiwillige Freiheit entlassener vormaliger Non-Straßenköter?

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Michael Tarnat ims Tor

Die Torwartdiskussion schwelt weiter.

Michael Tarnat im Tor, als Bayern gar in Unterzahl gegen elf Frankfurter noch ein Tor erzielte, das dann zum Sieg reichte. Hervorragend pariert er den abgefälschten Schuss mit einer Becker-Hechtrolle. Vielleicht sollte man statt mit Enke den Generationswechsel im Tor lieber mit Tarnat versuchen.

Huch, Tarnat ist ja auch schon 38.

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Hol mir mal ne Flasche Bier, sonst streik ich hier

Nach all den hitzigen Hoeneß- und Völler-Debatten, den in Wembley ein Feuerwerk abfackelnden Kroaten sowie dem anschließenden Feuern McClarens brauchen wir alle nun etwas zum Abkühlen. Wenn das Ganze dann auch noch von einer adretten Dame serviert wird, umso besser: Wohl bekomm’s.

Ein Toast auf Klischees — womit sollte man sonst spielen?

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Ohne Vogts führen wir nicht zur EM

Berti Vogts hat schließlich Jürgen Klinsmann als Bundestrainer vorgeschlagen und so Lothar Matthäus in derselben Position verhindert. Der große Visionär Lothar, nur noch unterboten von Stefan Effenberg in seiner Fachkenntnis (der wiederum nur von Mario Basler unterboten wird), hätte sicher noch die nächsten zehn Jahre mit Wörns rumgewurschtelt; er selbst konnte ja auch bis 40 auf allerhöchstem Niveau mithalten.

Dass Berti allerdings nicht müde wird, auf seinen Anteil an der Situation hinzuweisen, geht auch so langsam auf den Wecker.

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