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Monat: Januar 2008

Wir singen „Heulsuse Armin“

Der bislang eher als allürenfrei bekannte Meistertrainer des VfB Stuttgart beginnt, sich sein Image zu ruinieren, indem er in die Kiste mit den Kindereien greift, um auf etwas zu reagieren, was ihm nicht gefallen hat. Er hätte lieber die Luft anhalten sollen, bis er rot wird und platzt.

Trainer Armin Veh (VfB Stuttgart): Der VfB-Coach erschien nicht zur Pressekonferenz, weil sich seine Spieler in nicht adäquaten Räumen hätten umkleiden müssen.

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WM 2010: Endlich gegen Italien ausgleichen

Ist eigentlich irgendjemandem klar, dass Italien uns mit seinem Weltmeistertitel bei der WM 2006 in der ewigen WM-Wertung überholt hat? Dass die ersten beiden Titel Italiens, 1934 und 1938, angesichts des damaligen Austragungsprozederes und der Zahl der beteiligten Nationen eigentlich kaum zählen dürften, spielt leider keine Rolle.

Italien vier.

Deutschland drei.

2010 können wir höchstens ausgleichen, bleiben immer noch die Brasilianer mit fünf, was ja bekanntlich ein gewisser Titan mit einem in die nun mal wirklich vollkommen falsche Richtung abgewehrten Ball verschuldet hat (obwohl der ursprüngliche Fehler bei Didi Hamann lag).

2010. Vier zu vier.

Immer noch fast drei Jahre und Mertesacker und Podolski machen Sorgen. Sicher ist nur, dass nichts sicher ist.

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Redundanz in Klagenfurt

Gleichzeitig betonte das Schwergewicht, „nicht der neue Vorturner“ des Vereins zu sein.

Calmund und sein Gewicht — lange wird er es ohnehin nicht mehr machen, das drückt ordentlich auf die Pumpe.

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Unprätentiös: Tom Bartels. Untragbar: Thomas Doll.

Wer tatsächlich dauerhaft Fußball-Live-Übertragungen im Fernsehen schaut, der hat entweder kein Geld für eine Eintrittskarte, wohnt zu weit weg von einem relevanten Stadion oder ist einfach zu foul und somit eine Couch-Potatoe.

Wer tatsächlich dauerhaft Fußball-Live-Übertragungen schaut, der wird besser wissen als ich, wie die Landschaft der Kommentatoren derweil aussieht: Wer in dieser Rolle wirklich nervt, wer ganz okay ist und wer eigentlich ein Guter ist. Einschlägige Blogs und Webseiten berichten ausführlich über diese Themen, hier wird in Ermangelung an dauerhafter Fußball-Live-Spiel-Schauen-Motivation nur über einzelne Höhepunkte bzw. Tiefpunkte und noch ein Tiefpunkt und noch ein weiterer Tiefpunkt berichtet.

Gestern brodelte das Westfalenstadion endlich mal wieder so richtig, wenn mich meine alten, müden Augen nicht getäuscht haben, und es brodelte zurecht. Wer dem Zuschau-Vergnügen hinter dem Beamer keinen Abbruch tat, war überraschenderweise, selten genug, der Kommentator. Tom Bartels hat als angenehmen Nebeneffekt eine wohlklingende Stimme, verfügt aber in erster Linie über das Talent, 90 Minuten lang ein Fußballspiel zu kommentieren, indem er 90 Minuten lang ein Fußballspiel kommentiert.

Das ist selten, man darf durchaus anmerken: das ist selten geworden.

Bei ihm ist es aber so und deshalb möchte ich die Nacht heute mal nicht mit Genörgel und negativem Gewitzel beschließen, sondern mit etwas, was man viel zu selten von sich gibt: Mit einem Lob. (Nein, nicht diese hohen Bälle, die nur dazu dienen, einen zu weit vor dem Tor stehenden Torwart zu überwinden: ein echtes Lob.)

Mit Tom Bartels am Mikrofon macht das Fußballschauen Spaß in jeder Hinsicht, natürlich könnte auch er ein wenig mehr Schwafelpausen einlegen, alles in allem aber gibt es nichts zu bemängeln, was uns das Vergnügen verleidet hätte: keine Spielerfrauenfrisuren, keine voreiligen Urteile bei strittigen Szenen und auch kein obszönes Herfallen über den Schiedsrichter bei einer klitzekleinen Fehlentscheidung.

And now for something completely different.

Wer allerdings gar nicht geht und noch mal ins Regelbuch schauen sollte, bevor er sich einer an diesem Abend großen, mehrheitlich wissenden Fußballgemeinde mit seinem lächerlichen Sermon präsentiert, ist Thomas Doll. Natürlich spielt der Dortmunder in jener Szene, die zum ersten Strafstoß führte, zuerst den Ball. Danach senst er aber den dahinterstehenden Bremer voll um und nimmt sogar dessen, hätte er voll getroffen, drastische Verletzung in Kauf. Wie ich hier schon an diversen anderen Stellen bemerkte, ist der Hinweis, dass ein Spieler „den Ball spielt“ für die Entscheidung, ob eine Aktion „Foul“ ist oder nicht, irrelevant. Wichtig ist, ob er „Foul“ spielt, was hier unabweislich der Fall war.

Wenn Doll mit seinen eigenen Fehlern innerhalb des Teams ähnlich umginge, wäre klar, warum er so schnell an Respekt verliert.

Gerettet hat die Doll’sche peinliche Uneinsichtigkeit Thomas Schaaf mit seiner hanseatischen Lässigkeit (obwohl sein Team das Spiel verloren hatte), die zum Hinweis darauf führte, dass man schließlich in der Sendung vorwärts kommen wolle. Es hätte keinen Sinn gehabt, mit einem derart verblendeten Thomas Doll über ein derart eindeutiges hartes Foul zu diskutieren, insofern traf Schaaf die einzig mögliche Entscheidung, das Ganze zu beenden.

Wie auch immer man zu Delling stehen mag, die Verbrüderung zwischen Schaaf und Delling hatte am gestrigen Abend nichts Anbiederndes, vermittelte stattdessen den Eindruck zweier Menschen, die noch nicht den gesunden Menschenverstand verloren haben, die sich aus diesem Grunde zwangsläufig gegen einen wirr daher redenden zu Interviewenden zusammenschließen müssen.

PS: Endlich geht’s weiter.

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Ernst-Kuzorra-seine-Frau-ihr-Stadion

Heute Abend spielt der Lieblingsverein von Johannes Rau selig, der Wuppertaler SV, nicht in seinem eigenen Stadion am Zoo gegen Bayern München, sondern in der Veltins-Arena, die mal Arena auf Schalke hieß, für die Johannes Rau selbst einen Namensvorschlag hatte, dessen Charme sich wohl nur demjenigen erschließt, der des Idioms der Region mächtig ist.

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BVB schlägt Celtic: der junge Thomas Helmer, der immer gleichalte Rolf Töpperwien



Man kommt nicht umhin, zu glauben, man sei in einem der frühen Helge-Schneider-Filme. Der keuchende, später stammelnde Norbert Dickel, der „Akademiker“ Dr. Gerd Niebaum und der Trainer, der „eigentlich immer an ein Tor geglaubt hat“. Das muss inszeniert sein.

„Das d’s größte, was ich je erlebt habe.“ — „Das ist von uns allen das Lieblingstor.“ hören wir Norbert Dickel hervorpressen.

Thomas Helmer wurde von „Töppi“ nicht befragt, schlüpfte aber immer wieder halbnackt durchs Bild und man sah damals schon die Tendenz zur Jahre währenden gleich beschissenen Frisur. Einzig Frank Mill wurde nicht als Schauspieler engagiert, dementsprechend spielte er bei der Inszenierung auch nicht mit, sondern war er selbst. Nackte Männerärsche gibt’s übrigens auch zu sehen. Den „vorzüglich geführten Club“, den Rolf Töpperwien erwähnt und damit tatsächlich genau jenen BVB meint, der unter dem selben Gerd Niebaum in die existenzbedrohende Pleite geführt wurde, gibt es allerdings nicht mehr. Und begeisterungsfähig ist das Dortmunder Publikum auch nicht mehr, sondern nörgelig-kritisch, wie es im Ruhrgebiet anscheinend zum guten Ton gehört, anders als das Klischee von den dauerunterstützenden Arbeitslosen, die auch noch ihr letztes Hemd für den Klub geben, es uns weismachen will.

So billig der Spruch auch ist, hier ist er angebracht: Das ist ganz großer Sport.

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Ich bin ein Trikot — kauf mich hier raus

Merchandising. Ganz großes Thema, nicht erst seit Manchester United als erstes auf die Idee gekommen ist, die Trikots des Clubs „profässionäll“ zu vermarkten, sondern schon seit Jägermeister Braunschweig.

Wie wir alle wissen, betreiben die diversen Clubs diverse Anstrengungen, um in diesem Bereich große Erlöse zu erzielen. So ist auch die Idee, jedes Jahr und eigentlich auch für jeden Anlass, ein neues Trikot herauszubringen, seien es DFB-Pokal-, Auswärts- oder Champions-League-Spiele, ebenfalls in erster Linie dem Gedanken geschuldet, dem idiotischen Hardcorefan noch ein paar Piepen extra aus der Tasche zu ziehen.

Wie viel erlöst man denn nun aber mit dieser Sparte der Erlössparte überhaupt? Lange Zeit blieb das im Dunkeln, und ich meine: zurecht.

Wie uns der Print-Spiegel (ja, so etwas gibt es noch) in seiner letzten Ausgabe aufklärt, liegt nämlich der FC St. Pauli mit seinen (angestrebten) Trikotverkäufen auf Platz 9 bundesweit. Platz 9 bundesweit, somit noch vor Eintracht Frankfurt oder dem „Glubb“ aus Nürnberg. Wie viele Trikots muss man denn nun verkaufen, um solche gestandenen und langjährigen Bundesligisten wie die Diva vom Rhein-Main oder den ehemaligen Rekordmeister hinter sich zu lassen?

Die Antwort ist ernüchternd: 25.000 Trikots will/wird/hat der FC St. Pauli verkauft.

25.000!

Das ist wesentlich weniger als die Zahl der Menschen, die regelmäßig ins Waldstadion oder ins Frankenstadion geht, und dachten wir nicht alle, dass es mindestens noch ein paar Tausend weit verstreut und entfernt lebender Fans dieser Vereine gäbe, die durchaus unbedingt im Trikot ihres Lieblingsclubs schlafen wollen? 25.000, das ist dermaßen wenig, dass man kaum glauben kann, dass die Einkünfte aus diesen Aktionen überhaupt eine Rolle spielen im Etat eines mittelgroßen Clubs.

Anders sieht das hingegen bei den Bayern aus, die laut Spiegel in diesem Jahr den Verkauf von 900.000 Trikots anstreben. In dieser Größenordnung hätte ich eigentlich auch Schalke (120.000) oder Dortmund (80.000) verortet. Offensichtlich ist die Klientel doch zu klein oder zu klamm.

Mit nur 25.000 verkauften Trikots auf Platz 9 bundesweit: Ich bin entsetzt, aber auch erleuchtet.

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Trainingskiebitze: The best fans in all of Europe

Benny Feilhaber, Ex-HSVler, der auch bei American Arena Thema ist, weil er wohl zu Derby County zurückkehrt, das gerade von Amerikanern übernommen wird, erwähnt im Interview mit Evenison Bemerkenswertes aus amerikanischer Sicht über die europäische Fankultur:

What do you like and dislike the most about living in Germany?

I really like the involvement of the fans with soccer. I would have to say that Germany has the best fans in all of Europe. Our stadium is sold out every single game. We‘ll get 500-1,000 people at practice sometimes. Obviously there are days when there are less than that, but there are people who come to every single practice. They live through the players and it is pretty amazing. We are obviously struggling this year, and our last game away, which was like a six hour train ride we probably had 5,000 fans travel to the game. It was against Bochum who is fighting relegation as well. We lost 2-1. After the game there were about 100 fans yelling at us, asking why we lost, how come we don’t play better, and some things much worse than this. There was a fence separating the fans and us. Our coach goes and talks to them, and the fans talk to them as though he has to take orders from them. It’s unbelievable the relationship between the fans and everyone on the team. After the coach left, all the players went and talked to the fans for like 15 minutes. It was a really crazy thing. As we were leaving on the team bus I saw about five fans standing there crying. I think the fans sometimes suffer more than the players. It’s obvious how much they really care for the team.

I think the fans sometimes suffer more than the players.

I think the word „sometimes“ is superfluous here.

Und auf Wunsch das Ganze auch auf deutsch:

Was magst du und was magst du nicht am Leben in Deutschland?

Was ich wirklich mag, ist die Beteiligung der Fans am Fußball. Ich würde sagen, dass Deutschland die besten Fans in ganz Europa hat. Unser Stadion ist bei jedem einzelnen Spiel ausverkauft. Manchmal kommen zwischen 500 und 1.000 Leute zum Training. Natürlich gibt es auch Tage, an denen es weniger sind, aber es gibt Leute, die zu jedem einzelnen Training kommen. Sie leben durch die Spieler und das ist schon ziemlich faszinierend. Wie man weiß, haben wir ein paar Probleme in diesem Jahr, und bei unserem letzten Auswärtsspiel, das ungefähr sechs Stunden Zugfahrt entfernt stattfand, hatten wir ungefähr 5.000 Fans, die zu diesem Spiel gefahren sind. Es war gegen Bochum, das ebenfalls gegen den Abstieg spielt. Wir haben 2:1 verloren. Nach dem Spiel schrieen uns ungefähr 100 Fans an, fragten uns, warum wir verloren haben und warum wir nicht besser spielen und noch ein paar wesentlich schlimmere Sachen. Ein Zaun trennte uns von den Fans. Unser Trainer ging hin und redete mit ihnen, und die Fans redeten mit ihm, als wenn er irgendwelche Anweisungen von ihnen entgegennehmen müsste. Die Beziehung zwischen Fans und jedem aus dem Team ist unglaublich. Nachdem der Trainer gegangen war, gingen alle Spieler hin und redeten ungefähr 15 Minuten lang mit den Fans. Das war wirklich verrückt. Als wir im Teambus abfuhren, sah ich fünf Fans, die weinten. Ich glaube, die Fans leiden manchmal mehr als die Spieler. Es ist nicht zu übersehen, wie viel ihnen am Team liegt.

Ich glaube, die Fans leiden manchmal mehr als die Spieler.

Ich glaube, das Wort „manchmal“ ist hier überflüssig.

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Eisenstollen oder Haifischflossen

Einer der Hauptgründe für die weltweite Popularität des Fußballs ist, wie einfach er auszuüben ist: Neben einem Ball, der in vielen Fällen auch einfach nur ein Tennisball oder eine leere Coladose sein darf, braucht man gerade noch ein paar Sportschuhe. Das war’s. T-Shirt, Sporthose und Taschen, um Tore zu bauen, hat wohl jeder ohnehin (zumindest in den Industrienationen) im Schrank.

[photopress:eisenstollen.jpg,full,alignright] Heute war es dann auch für mich mal wieder so weit, mir neues Arbeitsgerät zuzulegen. Beim Kauf neuer Fußballschuhe habe ich gerade festgestellt, dass es inzwischen problematisch geworden ist, überhaupt Schuhe mit Eisenstollen im Regal zu finden. Fast alle haben jetzt diese komischen „Haifischzähne“, wie der Verkäufer sie nannte, aus Plastik bzw. Gummi. Die hatte ich zuletzt ebenfalls, war damit äußerst unzufrieden, und wollte unbedingt zurück zu Eisenstollen. Man könnte durchaus einwenden, dass ich bei meinem Antritt eigentlich auch in holländischen Holzklotschen spielen könnte, es würde keinen Unterschied machen.

Holzklotschen machen sich aber auf dem Teamfoto schlecht und man bekommt noch mehr Blasen als sonst bei neuen Schuhen.

Deshalb also richtige neue Schuhe, aber mit Eisenstollen. Eisenstollen haben folgende Vorteile: Egal, wie fett man ist, sie bieten guten Halt auf dem aufgeweichten Boden. Egal, wie langsam man ist, sie bieten guten Halt auf jeglicher, noch so durchgeweichter Senfsoße, auf der man spielen muss. Egal, wie wenig zweikampferprobt man ist, sie bieten die Gewähr, dass man sich beim Gegner Respekt erarbeitet. Egal, wie langweilig man ist, haben mehr als die Hälfte der anderen Spieler Haifischflossen, ist man irgendwie etwas Besonderes mit seinen Eisenstollen. Und last not least: Der Stand ist einfach besser mit Eisenstollen, Haifischflossen hin oder her. Stand bedeutet auch: gib mir einen Freistoß in Nähe des gegnerischen Tores, und ich mach ihn rein, mit Haifischflossen jedenfalls nicht.

Weiß jemand, ob irgendeiner der Profis mit diesem Gummi-Haifisch-Zähnen spielt? Kann ich mir nicht vorstellen. Diese sind viel zu weich und zu nachgiebig, als dass man damit bei hoher Geschwindigkeit oder auch bei tiefem Boden ausreichend Rückhalt hätte. Warum aber versucht man dann, dem gemeinen 08/15-Spieler unbedingt diese Haifischdinger anzudrehen. Sehen m. E. noch nicht mal cooler aus.

Und noch eins weiß ich jetzt: Dass heutzutage so viele noch so schlechte Spieler in total aufgemotzten, bunt-grell-glitzerenden Fußballschuhen auflaufen, die man nur mit Mühe noch von einem Kirmes-Autoscooter unterschieden kann, liegt daran, dass es kaum Alternativen zu diesen aufgemotzten Dingern gibt. Die schlicht-schwarzen Schuhe muss man schon mit der Lupe im Geschäft auf dem Boden robbend suchen.

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Taxifahrer und Lehrer: Wird Waterloo Liverpools Waterloo?

Zu hoffen wäre es ja.

Morgen spielt der große Liverpool FC gegen den wirklich verdammt kleinen Sechstligisten Havant & Waterlooville FC. In Deutschland bedeutete sechste Liga Landesliga, also so etwas wie der TSV Heimaterde Mülheim, der SV Thalexweiler oder der VfL Grün-Gold Güstrow.

Die schönen Geschichten, welche der Fußball mit seiner im Vergleich zu anderen Sportarten immensen Zufälligkeitsanfälligkeit immer wieder schreibt, wären um ein Kapitel färingischer Qualität erweitert, sollte Liverpool zu Hause verlieren. Leider spielen bei Liverpool kaum noch Engländer, so dass das In-die-Hose-Scheißen vor dem möglicherweise stattfindenden Elfmeterschießen wohl entfällt, sollten die „Taxifahrer und Lehrer“, wie SPON schreibt, ein 0:0 oder nach einem frühen, überraschenden Tor ein 1:1 über 120 Minuten halten können. Demgegenüber steht ohnehin noch, dass es in England kein Elfmeterschießen im ersten Spiel einer Pokalrunde, sondern ein Wiederholungsspiel auf des Gegners Platz gibt. (Dazu könnte man in Deutschland auch wieder übergehen, somit hätte man wesentlich mehr Gelegenheiten, Geld zu verdienen, als an zwei läppischen Relegationsspielen. Außerdem gäbe es wieder mehr Anstoßzeit-bedingte Flutlichtspiele.)

Wikipedia weiß über die Namentsentstehung des Örtchens „Waterlooville“ Folgendes zu berichten:

„Einer lokalen Überlieferungstradition zufolge ist der Name des Ortes auf ein örtliches Pub mit Namen Heroes of Waterloo zurückzuführen; dieses Pub befand sich an einem Waitland End genannten Ort und wurde 1815 von Soldaten besucht, die soeben vom letzten Feldzug gegen Napoleon zurückgekehrt waren, der mit dem Sieg bei Waterloo endete. Diese Soldaten wollten den Sieg nun nach ihrer Landung im nahen Portsmouth gebührend feiern, kehrten im genannten Pub ein und sollen sich anschließend rund um dieses Pub angesiedelt haben, dass dem Anlass entsprechend in Heroes of Waterloo umbenannt wurde.“

Waterloo liegt demgemäß in der Nähe von Portsmouth und auch in der relativen Nähe von Southampton, wie man bei Google Maps erkennen kann.

„Heroes of Waterloo“, das klingt schon mal viel versprechend und lässt hoffen, dass die Taxifahrer den schwerreichen und schwertrainierten Herren Profis ein Bein stellen. Meistens geht so etwas schief oder gar derbe in die Hose, aber alle Jubeljahre mal klappt es ja. Drücken wir also die Daumen, auch wenn wir den Liverpool FC noch so in unser Herz geschlossen haben sollten (The Kop, Ian Rush und jenem ausgelutschten Fangesang sei es geschuldet), dass es morgen eine echte Fußballsensation zu bestaunen gibt, although chances are little.

Hier noch ein bisschen Musik zum Thema, viel Spaß damit und dann möchten wir als echte Liebhaber der Underdogs sagen:

Auf geht’s, Ihr lieben, tapferen, kampfgeistigen und herzblutigen Taxifahrer und Lehrer, alle beiden thumbs are crossed. Was Färöer gegen Schottland schafft, was Liechtenstein gegen Portugal schafft, was der FV Weinheim oder die SpVgg Vestenbergsgreuth gegen Bayern schaffen, was die USA damals gegen England schafften, das sollte Euch doch morgen auch gelingen:

Ein Waterloo an der Anfield Road.

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Ein Elefant macht „Tröt“, 90 Minuten lang

Ein Elefant macht „Tröt“, viele Elefanten machen „Tröter“ und ein ganzes Stadion voller Elefanten macht „Am Trötesten“. Und weil Ghana in Afrika liegt („So ist der Afrikaner.“), ist das Stadion beim Afrika-Cup randvoll mit Elefanten, die 90 Minuten lang tröten.

Dass das nichts mit dem Spielverlauf oder -stand zu tun hat, haben wir an anderer Stelle schon bedauert (zu faul zum Suchen), das Nervtötende an 90 Minuten Dauerbetrötung wird aber dann erst richtig bewusst, wenn man sich herbeiwünscht, der arg farblose Kommentator der Partie Marokko — Guinea möge endlich weiter und lauter sprechen, auf dass man dieses Getröte nicht mehr ertragen müsse.

Zu hoffen, dass bei einer guten Chance mal ein Raunen durchs Stadion geht und so ein bisschen Fußball-Mitfieber-Atmosphäre entstünde, muss vergeblich bleiben, schließlich sind Elefanten keine Affen und verstehen demgemäß die Fußballregeln auch nicht. Und wenn ein Elefant so eine Tröte zur Verfügung hat, dann trötet er auch.

90 Minuten Dauerbrei.

Törö.

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Spin-Kicker (online)

Nach Jahren der Abstinenz mal wieder ein Online-Fußballspiel. Allerdings stelle ich Euch Spin-Kicker nicht vor, weil es so viel Spielspaß bringt, der liegt nämlich nahe Null. Ich stelle es vor, weil es mich an ein — physisches — Spiel erinnert, das ich mal besaß. Möglicherweise besitze ich es auch noch, es wird aber in den Untiefen meines Kellers verschwunden sein und mehrere Hundert Stunden kosten, es wieder ans Tageslicht zu holen.

Jedenfalls weiß ich noch, wie begeisternd dieses Spiel auf mich und meine Peergroup wirkte, was man leider, leider von der Online-Version nicht behaupten kann. Wer aber dieses Spiel in echter Version kennt, möge bitte in den Kommentaren von seinen Erinnerungen (und wahrscheinlich stundenlangen Turnieren) berichten. Danke.

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