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Monat: Januar 2008

Elton, Lizenzverweigerungsabwender 2003

Elton war wirklich da, zu sehen in diesem Spot auf „Grotenburg TV“, gehechelt und gekeucht wird er während seines Einsatzes aber nicht haben, wie es an dieser Stelle prognostiziert wurde. Da sollte man vielleicht vorher mal gucken, was Elton sonst noch so macht.

War Pete Doherty denn da?

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Tagesspiegel reif für die Klapse

Manchmal geht es hin und manchmal her. Manchmal lustig, manchmal noch mal draufhauen, manchmal aber geht der Zeigefinger hoch. Man weiß nie, was kommt.

Hildebrand schickt Kollegen in die Klapse“ titelt heute der Tagesspiegel und wir danken dem zuständigen Autoren für so viel Reaktionärentum.

Canizares sieht jetzt einmal die Woche einen Psychotherapeuten, in den Augen jenes Redakteurs ist das gleichbedeutend mit einer Zwangseinweisung in die Gummizelle mit Zwangsjacke und ruhigstellenden Medikamenten.

Hoffentlich wird die Karriere des Schreiberlings nie ähnlich abrupt wie jene des spanischen Nationaltorwarts beendet: Nach 30 Jahren kann er plötzlich nicht mehr das machen, was er Zeit seines erwachsenen Lebens getan hat, von einem Tag auf den anderen, ohne dass er sich darauf hätte einstellen können, ist sein Tagesinhalt und zwar ein nicht gerade kleiner einfach so verschwunden.

Aber klar, wenn man sich ein Bein bricht, lässt man das auch lieber zu Hause alleine ausheilen, nicht dass da noch einer dran rumpfuscht.

(Jaja, vielleicht war es auch „nur“ der sid, das machte es aber auch nicht besser.)

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Moderne Märchen

„Es geht jetzt nicht um das schnelle Geld, sondern um seine Entwicklung.“

Lukas Podolskis Berater Kon Schramm im Spiegel vom 17. Oktober 2005, als Podolski noch beim 1. FC Köln war.

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Heerwagen: Einfach hochmäßig!

Ja, lassen wir uns das ruhig mal auf der Zunge bzw. der Netzhaut zergehen: einfach hochmäßig! Klingt nach etwas Tollem, oder? Etwas, was hochmäßig ist, verleiht entweder Hochgefühle oder es ist von hoher Qualität. Würde man so meinen.

Es ist dann aber doch nur eine weitere Stilblüte der Marke „hochsterilisiert“ und „Der Jürgen und ich sind ein tolles Trio“: Philipp Heerwagen schreibt auf seiner Webseite anscheinend tatsächlich selbst, wo gibt’s das noch im weiten Rund der Agentur-betreuten Spielerseiten?

„So etwas zu sagen wäre respektlos gegenüber meinen Mitspielern und der Führung des Vfl-Bochum, sowie schlicht und einfach hochmäßig!“

Die Vermutung bestätigt sich, wenn man weiterliest und auf folgende, nennen wir sie unglückliche, Formulierung stößt:

„Leider gehen manche Zeitungen mit der derzeitigen Torwartdiskussion mehr oder weniger objektiv um […]“

Ja, das ist wirklich bedauerlich. Ribbeck’sche subjektive Objektivität wäre da schon willkommener.

Weiter unten klärt er uns noch darüber auf, dass er sich — seines Zeichens schließlich Torwart — letztens die Hand gar nicht beim Renovieren seines Partykellers verletzt habe, sondern beim Renovieren irgendeines Kellers eines Freundes. Dieser hatte ihm seinerseits beim Umzug geholfen, weshalb der gute Philipp sich selbstredend revanchierte. Hätte es uns aber mehr gestört, wenn es sein eigener Partykeller gewesen wäre? So hochmäßig wären wir doch nicht …

Gesehen bei dieser Seite, die man kennt.

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Leitbilder gegen Nokia

Bei der zur Stunde in Bochum stattfindenden Demonstration gegen die Schließung des Nokia-Werkes sind auch die Profi-Fußballer des VfL Bochum zugegen. Ob das mit dem neuen „Leitbild“ des VfL zu tun hat?

Wir bekennen uns zu unserer regionalen Identität und unserer Tradition!
Wir sind unbeugsam!
Wir sind nah!
Wir sind professionell!
Wir sind mitreißend!
Wir bekennen uns zu unserer sozialen Verantwortung!

Punkt zwei klingt irgendwie — anrüchig, zum Glück gibt’s hier kein Nazimeter oder wie das Ding bei Harald Schmidt hieß.

Zum vorletzten Punkt: „Kommt, lasst uns lustig sein, aber alle!“

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Zahl der Woche – Folge XXI

120.750 Euro ist der höchste Preis für die die Platzierung eines 30-sekündigen Werbespots in der ARD „an der EM“ (oder sagen das nur die Schweizer?).

Einmal auf einen solchen Werbespot verzichtet und stattdessen das Geld gespendet, schon hätte man fast den KFC Uerdingen gerettet.

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Fußball ist ein Spiel der Spieler (nicht der Trainer)

Na, da kann ich ja einpacken hier.

Während alle Welt nach Green Bay blickte, um die Packers dort unformidabel ausscheiden zu sehen, während allesaussersport dann später doch weg von Cover-It-Live (oder so) wieder auf Handbetrieb umstellte, klärt uns Jürgen Klinsmann im Interview bei der ZEIT darüber auf, warum Fußball in den USA noch nicht wirklich angekommen ist:

Bei Basketball, American Football und Baseball handelt es sich, wie die Amerikaner sagen, um coaches games, um Mannschaftsspiele, die wesentlich durch das Eingreifen des Trainers von außen bestimmt werden. Fußball hingegen ist ein klassisches players game, ein Spiel, das von den Spielern bestimmt wird. Die Amerikaner versuchen immer noch, Fußball zu spielen, als sei es ein coaches game. Dadurch entsteht eine irrsinnige Hektik, weil permanent alle Trainer von außen auf die Spieler einreden. Das ist einer der Gründe, warum der Fußball, so wie wir ihn kennen, in Amerika eigentlich noch gar nicht angekommen ist.

Soso, ein Spielers Spiel ist Fußball also. Und die Trainer haben — während des Spiels — nicht so viel zu melden. Das könnte man durchaus ändern, wenn man denn wollte, dafür müsste man aber a) mehr trainieren und b) intelligentere (im Sinne des Spiels) Spieler zur Verfügung haben. Das wird es in Deutschland so lange nicht geben, wie beim Einkauf eines Spielers immer noch auf die bei Arsenal und Manchester United längst gang und gäbe seienden Intelligenz- und sonstigen Persönlichkeitstests verzichtet wird.

Andererseits ist auch Walerij Lobanowksyi mit Dynamo Kiew und der sowjetischen Nationalmannschaft nicht gänzlich erfolglos gewesen, sich bewegt oder gar gesprochen hat er während eines Spiels aber nie, weshalb auch erst drei Wochen nach seinem Tod auffiel, dass er gar nicht mehr lebt.

Die meisten der Fußballliebhaber sind sich einer solchen Unterscheidung überhaupt nicht bewusst, im Zweifelsfalle, hätten sie die Wahl, votierten sie wohl ohnehin dafür, Fußball ein Spielers Spiel sein zu lassen. Ich als Trainer muss und möchte dem widersprechen: Würde nur endlich eine verdammte originelle Freistoß- oder Eckstoßvariante dauerhaft zu Erfolg führen, sofort wären alle der Meinung, dass ein Trainers Spiel irgendwie doch schöner ist, denn Erfolg, darum geht es ja letztlich allen, die zuschauen und sich identifizieren, macht sexy.

Sobald sie dann wieder selbst spielen, möchten sie natürlich gerne zurück zum Spielers Spiel, damit sie ihren Spieltrieb ausleben können und auf keinen Fall in so etwas wie vorgefertigte Spielzüge gepresst werden.

U. a. deshalb bin ich auch Trainer und viel weniger Spieler: Weil ich diese infantile Verspieltheit innerhalb eines Systems, in dem man durch festgelegte Muster mit viel größerer Wahrscheinlichkeit zu Erfolg käme, hasse. Hass ist übrigens das andere Ende der Dimension „Liebe“. Das Gegenteil zu Liebe schimpft sich Gleichgültigkeit.

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Skandal! Europas Stadien zu klein

Das größte Stadion Europas steht mit dem Camp Nou in Barcelona und hat laut Wikpedia 98.772 Sitzplätze, das nächstgrößte Stadion (bemessen nach der Zahl der Zuschauer) ist das neue Wembley-Stadion mit 90.000 Sitzplätzen.

In ganz Europa gibt es also kein Stadion mehr, welches die 100.000er-Marke knackt, womit wir beschämt und neidisch nach Nordkorea (150.000) und Indien (120.000) blicken, wo die zwei größten Stadien der Welt stehen.

Wuppertal sollte mal so langsam seine Pläne eines Neubaus verwirklichen, dort würde sich ein Stadion dieser Größenordnung doch recht schnell amortisiert haben.

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Wolfram Wuttke ist zurück

Klinsmann, Klinsmann, Klinsmann, wer interessiert sich schon für Klinsmann? Der Flipper, was konnte er schon, außer sich die Lunge aus dem Hals rennen und köpfen?

Echte Fußballliebhaber stehen da eher auf die Sorte verrückt und durchgeknallt, kann dafür aber alles am Ball, ganz konträr zu den Fähigkeiten im Leben:

Wolfram Wuttke hat endlich nach seiner aktiven Karriere den großen Sprung geschafft: er wird Sportdirektor beim TSV Crailsheim. Wir freuen uns darauf, ihn nach kurzer Lehrzeit vielleicht bald bei seinen alten Klubs Schalke 04 oder beim HSV in ähnlicher Position zu sehen. Dann ist endlich wieder Feuer unterm Dach und es wird ordentlich Geld verjubelt.

Nachtrag: So [Link leider tot] sieht Wolfram Wuttke übrigens jetzt aus und das hier macht er eventuell, unverbürgt.

Noch ein Nachtrag: Einer der Gründe für Wuttkes Ruf.

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Keine Ausreden mehr für Wildpinkler

Wildpinkeln, die Besitzer der Vorgärten rund um den alten Bökelberg können ein Lied davon singen, ist eine der größten Plagen im Zuge eines großen Fußballereignisses. Damit Wien nicht von den Wildpinklern von der Landkarte gespült wird, hat sich die Stadt etwas Besonderes einfallen lassen:

Wien wird WC-Stadt

Beim ersten Lesen der Überschrift fühlt man sich unweigerlich an die englische Abkürzung der Weltmeisterschaft erinnert und denkt: Halt, es ist doch Europameisterschaft in Wien, nicht Weltmeisterschaft, wie kann Wien da WC-Stadt werden? Und richtig gelesen, Wien wird wirklich WC-Stadt, indem es „an der EM“ (oder sagen das nur die Schweizer) 1200 zusätzliche WC-Anlagen aufstellen wird, mobile Dehydrierpaläste sozusagen.

«Niemand wird eine Ausrede haben, denn man kann alle 50 Meter pinkeln», erklärte Vizebürgermeisterin Grete Laska am Dienstag.

Was aber ist mit jenen Fans, die schon zu voll sind, um noch 25 Meter zu laufen?

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Taktik, Technik, Strategie und Konzepte: in die Tonne damit

Schließlich weiß Alain Sutter, worauf es wirklich im Fußball (und auch im Leben) ankommt: auf die Freude, schöner Götterfunken.

Während wir uns mit Fußballförderinternaten, hochbezahlten und qualifizierten Jugendtrainern, einem Gesamtkonzept, Gegnerbeobachtung und Ernährungsexperten mühsam an die Spitze des Weltfußballs zurückgekämpft haben, hätten wir das alles auch viel leichter haben können. Für Bernd Schneider immer Zugang zur Play Station, für Christoph Metzelder Burschenschaftsabende allenthalbe und für Jens Lehmann Kaugummis frei Haus, so dass alle immer höchst erfreut ihrem Beruf nachgehen.

Problematisch wird es erst dann, wenn sich der Gegner genauso auf das Spiel freut wie man selbst oder, o Gott, sogar noch mehr. Was dann zu tun ist, verrät Sutter leider nicht.

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PSG: Thema verfehlt

PSG, das ist Paris St. Germain, der wie in Berlin einzige Hauptstadtclub in der ersten Liga des Landes, erstaunlich, ist doch Frankreich wesentlich zentralistischer als Deutschland.

PSG ist aber auch die Gesellschaft, die den Bau des neuen Stadions in Paderborn vorantreibt, und dabei mal mehr und mal weniger vorwärtskommt. Fertig ist das Stadion noch nicht, weshalb es eine schicke Animation auf der Webseite [Link leider tot] zum Stadion zu sehen gibt.

Leider hat die Animation jemand erstellt, der keine Ahnung davon hat, wofür so ein Stadion eigentlich gebaut wird. Der Zweck ist nicht, außen drumherum zu laufen und sich die schöne Fassade anzugucken, sondern reinzugehen und dort möglichst komfortabel und mit guter Sicht anderen Menschen beim Sport Treiben zuzuschauen. Wie es drinnen aussehen wird, verrät uns die Animation aber nicht. Setzen, sechs, Thema verfehlt.

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