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Monat: März 2008

† K-Town

Ob Stefan Kuntz gerade sein Adressbüchlein nach fähigen, ablösefreien Regionalligaspielern durchblättert? Oder doch eher nach ehemaligen Teilnehmern bei Borussia Banana? Die spielten doch Kreisliga, oder? Wie hoch war noch mal die Stadionmiete für den 1. FC Kaiserslautern pro Jahr?

Interessanter als diese Fragen wird aber die Antwort auf die Frage sein, ob es einen neuen Fall „Borussia Dortmund“ geben und der DFB erneut mit ixerlei Maß messen wird.

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Nichtabstiegsplatz adé

Wir haben letztens schon darüber nachgedacht, wie das Gegenteil von abseits heißt. Heute denken wir darüber nach, wie das Gegenteil eines Abstiegsplatzes heißt.

Normalerweise nutzt man für einen bestimmten Zustand ein bestimmtes Wort. Für die Anwesenheit des Gegenteils dieses Zustands verwendet man ein anderes Wort. Nur dann, wenn ein solches zweites Wort fehlt oder wenn man die Betonung auf die Absenz des einen Zustands und nicht auf die Anwesenheit des Gegenteils legen möchte, benutzt man einen kleinen Trick, der auf deutsch meist „un“, „nicht“ oder „a“, seltener auch „anti“ heißt.

Für häufige verwendete Zustände gibt es aber fast immer ein eigenes Wort: Niemand sagt, dass es in einem Zimmer undunkel sei, wenn er hell meint. Niemand spricht von unschlechten Konzerten, wenn er diese gut findet und es sagt auch niemand, dass Jan Koller unklein sei, weil er nun mal einfach groß ist.

Und nun möchten wir also den Nichtabstiegsplatz mit einem Wörtchen benennen, das ohne den Umweg des „nicht“ und Artverwandtem auskommt.

Wichtig ist schließlich nicht so sehr, dass man nicht absteigt, sondern dass man drinbleibt. Man könnte jetzt meinen, dass das ein- und dasselbe ist, das ist es aber nicht. Und weil man sich in erster Linie darüber freut, dass man im nächsten Jahr noch in der selben Klasse spielt, als dass man sich darüber freute, dass man nicht eine Klasse tiefer spielen muss, muss auch ein neues Wort dafür her. Genau genommen muss kein neues Wort her, denn es ist schon lange da und jeder kennt es auch. Es heißt „Klassenerhalt“ oder als Tätigkeit eben „die Klasse erhalten“.

Insofern fordere ich die Umbennenung eines Nicht-Abstiegs-Platzes in Klassenerhaltsplatz. Nichtabstiegsplatz ist jedenfalls ab heute passé.

Andere Vorschläge, die von der Jury aber abgelehnt wurden:

Drinbleibplatz
Rastplatz
Weiterhinsamstagsplatz (ist bekanntermaßen fraglich)
Zweitligistderherzenplatz
Bundesligaplatz (variierbar, je nach Ligazugehörigkeit)
Übersommerungsplatz
HSV-Platz
Morgenwieheuteplatz
Aufenthaltsplatz

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René Higuita hat 1990 das Spiel entschieden

Das weiß man. Was man nicht weiß, ist, wie es wirklich war. Er schoss nämlich sein Team Kolumbien zum 3:2-Sieg gegen Roger Milla und seine Kameruner Schäfer Löwen — und das mit einem Hattrick!

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Berliner Sportpalast

Das war wohl nix, Herr Gartenschläger:

Vor diesem deutschen Sturm muss Europa zittern

Nur einem von 16 Kommentierern fällt diese mögliche Assoziation übrigens auf, indem er an den von den Nazis hochgejubelten „Mythos von Langemarck“ aus dem ersten Weltkrieg erinnert. Zwei anderen Kommentierern missfällt die Überschrift ebenfalls, allerdings nur aus mangelnder sportlicher Berechtigung für diese Ansicht. Seltsam. Seltsam auch, was sonst noch in den Kommentaren abgesondert wird. Kommentardiskussionen sind ja gerade „in“. Bei der WELT jedenfalls braucht man die Kommentare — leider? — eigentlich nie zu lesen.

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kicker-Literaturpreis 2008

Als er an jenem Freitagabend zurück in die Stadt ging, hatte er kein gutes Gefühl. Er erkannte, dass die Probleme in der Stadt viel größer waren, als er es angenommen hatte. Er fühlte, dass auch er die Regentschaft in diesem Jahr nicht holen würde. Er war sich nicht mehr sicher, ob es wirklich die richtige Entscheidung war, zurückzukommen. In eine Stadt, die anstrengend ist. Die nicht immer Spaß macht. Die nerven kann. Auch ihn.

Den diesjährigen kicker-Literaturpreis gewinnt sicher jener Autor des hier oben nur leicht verfremdeten Appetizers. Eine kleine Kurzgeschichte könnte man daraus fast schon machen und man fragt sich, welcher Autor dort zufällig in den letzten Tagen doch einmal ein Buch las. Karl-Heinz Hiemann wird es nicht gewesen sein.

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Euro 2008: Tickets im Pub zu gewinnen

Angesichts nur 14.400 frei verloster Tickets könnte ich mir vorstellen, dass der eine oder andere doch tatsächlich noch gerne bei einem Gewinnspiel mitmachte. JVC verlost jedenfalls ein paar Tickets für die EM. Dazu muss man ein gewisses Fingerschnippspiel erfolgreich bestreiten, welches meines Erachtens wenig mit realem Fußball noch mit Kneipenspielen zu tun hat, gewinnen kann man aber trotzdem.

[photopress:schnippschnapp_deutschland_niederlande_cafe_in_oesterreich_komisches_spiel.jpg,full,centered]

Ich habe nach drei Versuchen aufgegeben. Gegen Holland habe ich zwar 1:0 gewonnen, es war dann aber doch irgendwie zu schwierig für des Trainers Mausfähigkeiten.

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Leichte Gegner

Nach den Erfahrungen bei der EM 2000, bei der Belgien es doch tatsächlich schaffte, als Gastgeber in der Vorrunde auszuscheiden und den Erfahrungen der beiden letzten deutschen Testspiele muss die bekannte Wendung „bei einer EM gibt es keine leichten Gegner“ um den Zusatz „außer den Gastgebern“ erweitert werden. Ich weiß, das ist umständlicher zu sprechen, aber so liegen die Dinge nun mal und wir als ausgemachte Klugscheißer — sonst würden wir unseren Sermon ja nicht für alle lesbar kostenlos und ohne Gegenwert ins Internet schreiben — wollen doch bei der Wahrheit bleiben.

„Bei einer EM gibt es keine leichten Gegner — außer den Gastgebern.“

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Danke

Ich vergaß, Danke zu simsen, zu sagen. Es tut mir leid, Mrs. englisches Wort für Geschoss unter dem Erdgeschoss, ein Nachname, den auch der Gladbacher Stammtorwart lange trug. Die Nachricht erreichte mich spät am Abend, eigentlich nicht zu spät, um darauf zu reagieren. Ich war aber zu jener Zeit nicht ansprechbar.

Die nette Dame sagte:

Die Deutschen haben wirklich sehr gut gespielt und sie haben es nicht verdient, im Halbfinale auszuscheiden, nach so einer guten Leistung.

Sie sagte das alles natürlich auf Englisch, ihr Deutsch war nicht so gut, Recht hatte sie aber trotzdem. Ich sicherte die Pistole und überlegte mir, dass es vielleicht doch Sinn machen würde, noch eine weitere WM zu erleben. Danach stieg ich vom Höckerchen, lockerte die Schleife um meinen Hals und betrachtete die vor mir ausgebreiteten Landminen nur noch als Scherz. Was so eine SMS doch alles bewirken kann.

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Stefan Kuntz has just left the building

Nachdem die Spatzen es schon tagelang von den Dächern Nizzas pfiffen, ist es nun amtlich: Stefan Kuntz beendet seine Tätigkeit beim VfL Bochum, wahrscheinlich schon innerhalb der nächsten zwei Wochen.

Selten hat mich in den letzten Jahren etwas (fußballerisch) mehr verwundert als dieser Rauswurf eines zumindest anscheinend erfolgreich arbeitenden Managers. Natürlich duldet kein König andere potenzielle Königsmörder neben sich. Hat Stefan Kuntz aber wirklich zu viel „Ruhm“ abgegraben, hat er eventuell die Tochter (oder gar Enkelin?) von Werner Altegoer auf der Weihnachtsfeier flachgelegt oder hat er vielleicht das eine oder andere Interview zu viel gegeben?

An dieser Stelle ist leider alles unbekannt, den Mund bekommen wir trotzdem erst morgen wieder zu, wie sich gerade so ein Mäuschen wie der VfL Bochum derart ins eigene Knie schießen kann.

Dennoch wohnt ja jedem Ende auch ein Anfang inne und vielleicht ist der nächste Manager noch treffsicherer als Stefan Kuntz. Peter Neururers „Datenbank“ (von der an dieser Stelle immer noch angenommen wird, dass sie lediglich ein Excel-Sheet mit ein paar Spalten bezüglich „Technik“, „Charakter“, „Püntklichkeit“, „Kopfballstärke“ und ähnlichem ist) ist ja legendär.

Gleichzeitig könnte dieser Sargnagel für die erfolgreiche Transfertätigkeit des VfL Bochum der Rettungsnagelanker für den angeschlagenen 1. FC Kaiserslautern sein, wo Kuntz aller Voraussicht nach bald einen Vertrag unterschreiben wird. Kaiserslautern hat allerdings bis jetzt noch jeden Ex-Aktiven verschlissen, hoffen wir, dass Stefan „cunt“ Kuntz dort nicht dasselbe Schicksal ereilt. Obwohl, dem 1. FC Kaiserslautern —

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Slaven Bilić, die coolste Sau von Mexico

Nicht nur, dass er gestern mit einer Pete-Doherty-liken viel zu kurz geknüpften Krawatte plus Skifahrer-Mützchen als Nationaltrainer Kroatiens an der Seitenlinie stand: Er lässt sich auch gerne mal mit herrlich entspannender Eckkneipen-feindlicher Zigarette im Mund ablichten oder bläst vor einem wichtigen EM-Qualifikationsspiel — wichtig für die Engländer damals, die Kroaten waren ja schon qualifiziert — auch mal Bill-Clinton-like die Gitarre.

Besonders cool war aber sein ständiges Hin-und-Hertippeln während des Spiels in Schottland, so als wollte er entweder „In Schottland ist es nicht nur zu kalt, um Berti Vogts‘ Englisch funktionieren zu lassen, es ist sogar zu kalt, um einfach nur rumzustehen“ oder „ADHS ist nicht nur ein Problem von Kindern, auch Erwachsene kann es treffen, trotzdem kann man es zu etwas bringen“ sagen. Student zum Beispiel, Blogger, Familienvater. Oder Nationaltrainer von Hrvatska.

Keine Frage, so einer passt einfach nicht zum HSV. So einer passte wohl zum FC St. Pauli, aber nicht zum Hamburger SV, wo man ernsthaft den Fips Asmussen der Liga — Huub Stevens — als tollen Griff feiert, nur weil der ein paar Pünktchen mehr holt als Thomas Doll, während Huubs Bühnenprogramm noch bei jeder Pressekonferenz krepiert ist. Meist sogar schon, bevor er den Mund öffnete.

Das Einzige, was nicht so wirklich cool an Slaven Bilić ist: Er spielte mal in Karlsruhe. Aber nun gut, den ersten Stein werfen wollen wir ja alle nicht.

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Gastfreundschaft fehlinterpretiert

Summierte EM-Gastgeber-Testspiele — Deutschland 0:7

Womöglich nimmt die Ukraine jetzt doch Abstand davon, kurz vor der EM 2012 gegen Deutschland zu testen. Polen hat wegen Odonkors Flanke und Neuvilles Tor ohnehin schon vorzeitig abgewunken. Verständlich. Wer will sich schon so die Laune verderben lassen, wie es die Österreich und der Schweiz in den letzten Wochen taten? Niemand. (Rhetorische Fragen bedürfen keiner Antwort, das weiß aber im Internet niemand, deshalb hab ich sie noch mal hingeschrieben. Ein letztes Mal.)

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Schweiz — Deutschland 0:4
Briefchen an die Protagonisten

Lieber Klugscheißer-Kloppo, so ein ähnliches Tor wie Gomez‘ 3:0 erzielte nicht Butrageno (ESP) mal bei der WM 1986 gegen Toni Schumacher, sondern Burruchaga (ARG).

Lieber Urs Meier, wenn Du die Witze Deiner Gesprächspartner erst nicht verstehst und dann auch noch mit einer Antwort antwortest, die noch mal unterstreicht, dass Du den Witz nicht verstanden hast, dann halte es doch besser mit Dieter Nuhr. Solltest Du es auch beim nächsten Mal nicht schaffen, diese Regel einzuhalten, dann bleib doch lieber ganz zu Hause.

Lieber Bastian Schweinsteiger, wenn Du keine Lust hast, dann gilt für Dich derselbe Rat wie für Urs Meier. Früher gab es wenigstens noch sinnlose Weitschüsse von Dir zu bestaunen, ganz besonders in Länderspielen und ganz besonders in Situationen, in denen ein Tor hermusste. Das war heute nicht der Fall, okay, da kann man auch schon mal auf Weitschüsse verzichten. Das Problem bei Dir ist nur: Wenn Du keine Weitschüsse machst, dann sieht man von Dir eigentlich gar nix im Spiel. Wobei die Weitschüsse ja auch meist misslangen (außer gegen Portugal), insofern geschenkt. Also bleib einfach zu Hause.

Lieber Jogi Löw, dass Du Piotr Trochowski immer noch nominierst, ist nicht Dein Ernst, oder? Der Schal war aber schön (schöner sogar noch als Hansis Schal) und dass Du uns heute mit Deinem Westchen an einen der Totengräber aus den Lucky-Luke-Comics erinnert hast, wird Dir auch verziehen, sofern Du weiterhin auswärts nicht verlierst. Das wäre ab dem 8. Juni ganz wichtig. Noch mal zum Ausschneiden und unters Kissen klemmen: „Auswärts nicht verlieren.“

Lieber Sebastian Prödl, Dein Platz im alljährlichen Video zu den Pleiten und Pannen im Fußball ist Dir sicher. Circa 2 Meter vor der eigenen Torlinie wie ein Anfänger über den Ball zu florettieren und so den Niederländern den Anschlusstreffer zu ermöglichen, wird Dir einen Ehrenplatz in den vielen Funvideos bei youtube sichern. Und viele Anfänger ermutigen, es doch auch mit dem Fußball zu versuchen. Vielleicht ruft ja morgen der Blatter Sepp an und dankt für die Verdienste um den Fußballsport.

Lieber Köbi Kuhn, heutzutage ist es eigentlich nicht mehr üblich, dass man in proffessionellen Interviews als Fußballproffitrainer seine verständlicherweise getrübte Stimmung so natürlich und unverfälscht raushängen lässt wie Du im Interview beim ZDF. Frag mal den Jürgen Klinsmann bezüglich eines Kommunikationstrainings, wie man auch nach dem schlimmsten 0:4 nicht mit so brüchiger Stimme spricht und vor allem noch mit einem Grinsen herauskommt. Sehr wirksam, so ein Progamm. Dann aber Obacht vor der lokalen Boulevardpresse und ihren fiesen Spitznamen.

Lieber Oliver Neuville, es sieht schlecht aus für Dich. Deine Schweizer Landsleute waren so schlecht aufgestellt, dass sie selbst dem Unaussprechlichen einen steilen Pass ermöglichten, den Podolski zum ENG verwertete. Das hat Deine Chancen nicht gerade erhöht, demnächst auf Kosten des DFB auf Heimaturlaub gehen zu können. Maastricht soll aber auch schön sein.

Herzlichst, Euer Trainer Baade

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