Zum Inhalt springen

Monat: Oktober 2008

Wie man Kunden verliert

Kunde, etwas Anderes bin ich ja nicht in den Augen jener, die ihr „Premiumprodukt“ verkaufen wollen.

Einen Kunden hat die Bundesliga auf jeden Fall schon mal für ihr Samstagsabendsspiel und für ihr frühes Sonntagnachmittagsspiel verloren.

Tut mir leid, zu diesen Terminen habe ich keine Zeit. Entweder spiele ich selbst oder ich bereite mich darauf vor, mein tatsächlich, obwohl Fußballinteressierter, noch vorhandenes soziales Leben zu genießen.

Um es mit irgendeinem x-beliebigen Lauterer zu sagen:

„Wenn man mich nicht dabei haben will, soll man es mir einfach sagen.“

8 Kommentare

Leipzsch

Wie bereits angedeutet gesagt, findet die EM 2012 nun in Polen und der DDR statt. Nach „kicker-Recherchen“ bestehe „längst ein Notfallplan“ für diese Teilverlegung der EM 2012 in deutsche Stadien.

Typisch kicker zwar, dass er so etwas sagt, und dann keine Details und keine Quellen folgen lässt, aber immerhin. Immerhin erfahren wir damit auch, dass der kicker überhaupt recherchiert und mehr weiß als wir.

Und immerhin wird die Investitionsruine Zentralstadion etwas weniger ruinig, wenn den 5 WM-Spielen noch ähnliche viele EM-Spiele folgen.

Wann sind eigentlich die nächsten Präsidentschaftswahlen der UEFA? So lange werden wir noch warten müssen, bis wir „offiziell“ davon erfahren, dass die EM verlegt wird.

12 Kommentare

Höllisch nervende Hoffenheim-Hochjubelei

War da was?

Nicht gestern. Sondern in einem Jahr gestern vor einem Jahr.

Da hat ein Aufsteiger ein paar Spiele geglänzt und irgendwie ein paar Mal das Glück gehabt, einen Rückstand zu drehen. Es sei noch mal daran erinnert, dass schon mehr als nur einem forschen Aufsteiger zuvor der Atem in Form eines glücklichen Laufs ausgegangen ist, bevor die Saison zu Ende war. Und es ist dabei inzwischen irrelevant, ob die Millionen nun per Robin-Hood-Manier „gerecht“ zusammengeklaubt wurden oder öllegal. Es geht in keinster Weise um das Entstehen dieser Mannschaft. Und gerade deshalb: Können bitte all jene Schreiber, Radio- und TV-Menschen ihre ausladenden verbalen Erektionen wieder einpacken, mit denen sie jeglichen Torschuss, jegliche Kombination und jeden Sieg der Hoffenheimer feiern, als wäre der Leib Rangnicki auf uns niedergekommen?

Natürlich kann das gut und gerne auch auf Platz 3 enden, es kann aber immer noch genauso gerne auf Platz 13 enden, womit es dann auch nicht mehr als ein Anekdötchen zu Saisonbeginn bliebe. Offensichtlich hatte die TSG Hoffenheim größere Probleme, das Spiel gegen den VfL Bochum zu gewinnen. Die Gesetze des Zufalls wollen es so, dass es demnächst wieder Niederlagen geben wird.

Und vor allem: Nicht jedes per Hackentrick erzielte Tor ist gleich eine Offenbarung, die Rettung vor den immerbösen Bayern, nicht jeder Professor ist langfristig erfolgreich. Gerade an dieser Stelle heißt man etwas weniger Fußball-internen-Muff, stattdessen etwas mehr Arbeiten mit „modernen“ Methoden besonders gut. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass alles, was des Professoren Studenten tun, in den Himmel geschrieben und jegliche Maßlosigkeit bei der Bewertung und Einordnung zugunsten der Superlative aufgegeben werden sollte. Ran-Verhältnisse.

17 Kommentare

Das Jarolim’sche Paradoxon

1:0 Trochowski (17., Elfmeter, Jarolim)

Man muss die Szene nicht mal gesehen haben, um den unüberwindbaren Wunsch zu verspüren, sich abzuwenden.

11 Kommentare

Janus: Stand wohl nicht im Businessplan

Wenn man „janus“ sagt, gibt es keine Zweifel, welche Fortuna gemeint ist. Und über genau jene Fortuna, bei der alles wie immer ist, hat janus seinen mittlerweile 120. Bericht verfasst, der alles Bloggige an Länge um Längen und an Qualität sowieso schlägt. Heute geht es in einem kleinen Ausflug auch um ein Nicht-Fortuna-spezifisches Ereignis, aber auch der Rest ist alles wie immer eine Gemützuführung wert:

„Erwähnenswert auch noch eine Plakataktion gegen Dietmar Hopp, der in der Woche zuvor ein wenig gejammert hatte, dass es in einem Fußballstadion nicht nett genug zugehen würde, was den willfährigen DFB dazu veranlasste, einen Punktabzug für Mannschaften in Aussicht zu stellen, deren Fans sich nicht stilvoller Diplomatie verschrieben haben. Um das klar zu stellen, ich persönlich habe nichts gegen Hopp, die TSG Hoffenheim ist mir vollständig egal und ja, auch ich denke, dass dieser Dortmunder Honk, der ein Plakat mit dem Konterfei von Hopp in einem Fadenkreuz hoch hielt, nebst Unterschrift „Hasta la vista, Hopp!“, was zumindest von jedem Jugendlichen sofort als Zitat aus dem „Terminator“ erkannt werden dürfte (nebst der Aktion, die in den Filmen dann meist folgt, wenn der Gouverneur von Kalifornien diesen Satz spricht), also dass man diesem Typ, der angeblich 19 Jahre alt sein soll, mal ein bisschen Ärger ans Bein hängt, damit er versteht, wo nach allgemeinen Maßstäben die Grenzen des guten Geschmacks, der freien Meinungsäußerung und einer gewissen Wahrung der Menschenwürde liegen. Aber dass man diese eine Entgleisung zum Anlass nimmt, ernsthaft darüber nachzudenken, Vereinen dafür Punkte im Rahmen einer Fußballmeisterschaft abzuziehen, das ist schon stark. Relativ kurzfristig wurde daher deutschlandweit von den aktiven Fans eine Plakataktion organisiert, was übrigens zur Folge hatte, dass einige der Plakate in Hamburg und Bremen vor dem Spiel kurzerhand verboten wurden. Auch unsere Ultras hatten da mal etwas vorbereitet, das einzige Plakat, das ich von meinem Platz aus lesen konnte, fand ich gut: „Dass dich keiner leider kann, stand wohl nicht im Businessplan!“ Mir sind sowohl der Typ als auch sein Verein völlig egal, natürlich ist auch sehr viel Neid in der Diskussion, aber wenn sein Spezl Zwanziger jetzt schon Vereinen Punkte abziehen will, weil deren Fans nicht nett genug reagieren, dann geht es zu weit. Solch intelligente Häme ist in meinen Augen dagegen genau das Richtige.“

Janus. Von nun an hier in der Bar an der Ecke direkt anklickbar.

Wo er die seherischen Fähigkeiten herhat, einen so trefflichen Bericht mit allen korrekten Torschützen, Zuschauerzahlen und Zugausfällen schon 2003 verfassen zu können, wird er uns noch verraten. Ebenso die Ergebnisse des kommenden Spieltags, worauf wir nach einem kleinen Abstecher zu Oddset nie wieder werden arbeiten müssen.

1 Kommentar

Richtungswechsel mit zwei Toren

Von den Bewegungsabläufen her erinnert diese nicht gestellte Momentaufnahme der Partie Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen doch arg an jene Form der Grazilität und Zielgenauigkeit, wie man sie aus diesem Kontext kennt.

Offensichtlich ein Mentalitätsproblem der beiden Puppenspieler. Schaaf sind solche Showeinlagen zuwider, während Labbadia wegen seiner Zeit als „Pistolero“ durchaus als Rampensau bezeichnet werden darf. Das Ergebnis der Partie bestätigt das.

1 Kommentar

Neues vom Fön: Lost his marbles?

Ah, herrlich. Endlich spricht mal einer dem (hier: im Wortsinne) Fußvolk aus der kochenden Seele. Wer’s noch nicht gelesen hat, kann ja mal raten, auf wen Fergusons folgende Worte gemünzt sind, wobei die Auswahl da nicht allzu groß ist.

„Ich weiß nicht, ob er vielleicht zu alt ist. Aber er hat in der Vergangenheit so viele lächerliche Kommentare abgegeben, dass er ernsthaft Gefahr läuft, seine Glaubwürdigkeit und Seriösität zu verlieren.“

Ja, so schwer ist das ja nicht. Wer ist alt, redet wirres Zeug und könnte dem Sir im Besonderen Anlass gegeben haben, etwas zornig auf ihn zu werden?

Natürlich sind wir alle mit Ferguson einer Meinung, schließlich ist der Adressat nachweislich zu alt zum Autofahren. Und das mit dem Blödsinn, da wissen wir gar nicht so genau, ob das jemals besser war, auch in jüngeren Jahren.

Und dass Ferguson a) selbst nicht viel jünger ist und b) sehr spezielle eigene Interessen hat, die sich von denen des übrigen Fußvolks unterscheiden, hat ausnahmsweise mit den Beweggründen für seine Aussage nichts zu tun. Jedenfalls nicht in dem Moment, in dem wir tief drinnen dieses Touché genießen.

2 Kommentare

Handball aus dem Lehrbuch

Wer bei der Überschrift zunächst an ein Spiel denkt, in dem sich eine Mannschaft im und kurz vorm eigenen Strafraum einigelt, während die andere, wie man es in einem solchen Fall vom Handball kennen will, um den Strafraum herumspielt, und auf eine günstige Abschlussposition lauert, liegt falsch.

Christian Heidel, Manager beim FSV Mainz 05, beschwert sich stattdessen mit diesen Worten über ein vermeintliches Handspiel des Duisburgers Grlic in der Partie gegen seinen Club:

„Das ist ein klarer Strafstoß, der spielt Handball, wie im Lehrfilm, ich habe so was noch nicht gesehen.“

Da darf man fragen, was Heidel denn in den letzten Jahren so gemacht hat, wenn sein Club gerade spielfrei hatte. Und ganz besonders, was er am 22. Juni 1986 gemacht hat, wenn er so etwas noch nicht gesehen hat.

3 Kommentare

Roter Stern Marschmsk

Nachdem die hier zuvor geschrieben ausführliche musikalische Analyse des Mannschaftssongs von Roter Stern Mallorca (Boxen/Lautsprecher an!) einer üblen Klick-Umnachtung zum Opfer gefallen ist, müssen wir es mit den elementaren Anmerkungen zu diesem Song bewenden lassen. Der Rest wäre ohnehin nur für Menschen interessant gewesen, die Noten lesen können, was im Fußball bekanntlich niemand kann. Nicht der Capo, nicht die Trommler und auch nicht der — gegebenenfalls — Trompeter. Der ist der einzige, der überhaupt weiß, was Noten sein könnten, hat seine Fingerkirmes aber vorher schon auf dem Schützenfest auswendig gelernt.

Übrig blieben von der eigentlichen Liste:

2. Karnevalsmusik ist Marschmusik und umgekehrt.

3. Laien singen immer viel schneller als der Organist oder Trompetist spielt.

5. Auch 2008 (oder so) ist es vielen nicht peinlich, Fußball mit Krieg zu verwechseln. („Erzittern vor der Schlacht“)

Link zur Seite von Roter Stern Mallorca gesehen bei Direkter Freistoss.

PS: Wie lautet der Originaltitel dieses Stücks? Kennt das jemand? Die Klasse? Das „ham“ die doch nicht selbst geschrieben, oder?

6 Kommentare

Frankfurt ≠ Frankfurt

Ticker-Schreiber dieser Welt, reißt Euch zusammen!

Dabei geht es hier nicht mal um den erst seit 1990 (wieder) relevanten Konflikt bezüglich a. M. und (Oder). Es ist tatsächlich die selbe Stadt, allerdings sind es zwei verschiedene Vereine. Niemand kürzt doch Bayern und 1860 mit „München“ und „München“ ab, selbst wenn die beiden Clubs in unterschiedlichen Ligen spielen. Die Nähe der sportbezogenen mentalen Repräsentationen der in München existierenden Clubs ist immer noch so ausgeprägt, dass die Verwechslungsgefahr zu groß wäre. Vielleicht ist München nicht das beste Beispiel, weil man Bayern München ohnehin immer mit „Bayern“ abkürzt. Ein Schicksal, was weder Bremen noch Frankfurt noch Rostock teilen, obwohl ihre Vereinsnamen ähnlich eindeutig sind. (Bayern Hof, Werder Hannover — das kennt wirklich nur die Avantgarde unter den Zahlen- und Namenfetischisten und Eintracht Braunschweig ist auch nur noch den Älteren ein Begriff. Ältere sind bekanntlich die, die sowieso kein Internet haben, deshalb muss man sie beim Schreiben von Tickern auch nicht berücksichtigen.)

Um es klarer zu machen: Niemand kürzt den FC St. Pauli mit „Hamburg“ ab, niemand kürzt die Stuttgarter Kickers allein mit „Stuttgart“ ab und niemand kürzt Fortuna Köln mit „Köln“ ab.

Welche gedankenlosen angehenden Akademiker kommen dann also auf die Idee, den FSV Frankfurt mit „Frankfurt“ abzukürzen? Dieser Name ist nun mal bereits fest verknüpft mit dem langjährigen Bundesligisten „Eintracht“.

Jedes Mal, wenn ich den Zweitligaticker aufrufe, wähne ich Eintracht Frankfurt für einige Sekunden bereits wieder abgestiegen und frage mich entsetzt, wo ich die letzten 9 Monate gewesen bin, ob Gladbach auch schon wieder unten ist und wer von meinem Tellerchen gegessen hat. Es dauert diesen einen, langen Moment, bis mir wieder einfällt: Achja, FSV Frankfurt.

Ich fordere hiermit alle Ticker-Betreiber ultimativ dazu auf, die alleinige Abkürzung „Frankfurt“ für den FSV Frankfurt abzuschaffen und auch auf den ersten Blick eindeutig kenntlich zu machen, dass nur der kleine Bruder gemeint ist.

Bei Nichtbefolgen drohen Ausrufezeichen in unbekannter Zahl oder Fettdruck.

24 Kommentare

Einmal Hauptsponsor sein

Was ist nicht alles schon aus Liquiditätsmangel an Fans verkauft worden: Ein Steinchen mit Namen drauf beim Stadionneubau war da noch das Einfallsloseste. Weiter ging’s mit einem Sitzplatz auf der Reservebank, mit einem Platz im Kader, mit dem Trainerposten für ein Spiel, mit einem Einsatz in einem Freundschaftsspiel ad lib. Was noch gefehlt hat:

Einmal Hauptsponsor sein.

Das ist nun nicht gerade der Wunsch der allermeisten Fußballfans, auch wenn mit dem damit einhergehenden Einfluss auf den Lieblingsverein der eine oder andere sicher gerne mal ein bisschen experimentieren würde. Ein Verein versucht dennoch sein Glück mit diesem Angebot. Hauptsponsor werden kann man jetzt, Einfluss wird man wohl keinen bekommen, bei der allzeit klammen SG Wattenscheid 09, die es in die Niederungen der Fünftklassigkeit verschlagen hat:

[photopress:sg_wattenscheid_09_hauptsponsor_werden.jpg,full,centered]

Für supermarkteske 19,90 Euro an das Gründungsjahr angelehnte 19,09 Euro findet die jeweilige Buchstabenansammlung des eigenen Namens den Weg auf das Trikot der Wattenscheider Spieler und soll so bei 1000 zu verkaufenden Plätzen knapp 20.000 Euro auf die Konten des Clubs tröpfeln lassen. Nur 20.000 Euro, damit sind selbst in der fünften Liga keine großen Bäume auszureißen. Positiv wird sich da wohl eher der Rummel um diese Aktion auswirken, wozu dieser Beitrag schließlich schon ein Scherflein beiträgt.

Möglichen Trojanern haben die cleveren Wattenscheider vorgebaut: Namen anderer Vereine sind auf dem Trikot nicht erlaubt.

10 Kommentare

Kognitive Dissonanz

Wem das Phänomen der kognitiven Dissonanz nicht bekannt ist, der bemühe Wikipedia zu diesem Thema:

„Als ‚Kognitive Dissonanz‘ versteht man in der Sozialpsychologie einen als negativ empfundenen Gefühlszustand, der durch nicht miteinander vereinbare Kognitionen – Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten – entsteht. Dieser Zustand motiviert Personen, die entsprechenden Kognitionen miteinander vereinbar zu machen, wobei unterschiedliche Strategien benutzt werden, wie beispielsweise Verhaltensveränderungen oder Einstellungsveränderungen (Rechtfertigungen).“

Und dann schauen wir auf schwatzgelb.de und finden ein herrliches Beispiel angewandter kognitiver Dissonanz. Ein gewisser DvB schreibt dort davon, dass zwar heute UEFA-Cup ohne seinen heiß geliebten besten Club der Welt stattfindet. Doch störe ihn das keineswegs, wer wolle schon ständig Spiele gegen Klubs aus dem Osten oder aus Holland sehen und noch dazu sei man ohnehin übersättigt von den vielen englischen Wochen der letzten Zeit. Und zu guter Letzt war „Udine ein Highlight“, an das man sich gerne erinnern könne.

Natürlich. Der Mann hat vollkommen Recht: Niemand möchte seinen Verein im UEFA-Cup spielen sehen. Niemand möchte englische Wochen bei seinem Verein erleben, viel zu anstrengend, wenn man immer ins Stadion muss und dann evtl. sogar noch Spiele gewinnt und sich freuen muss. Das kann niemand ernsthaft wollen. Und weil er so Recht hat, ist es auch gut, dass er so einen Beitrag schreibt, online stellt und offensichtlich glaubt, dass es wirklich seine ureigene Einstellung ist und nicht die Auswüchse der kognitiven Dissonanz, die ihn zu solch zauberhaftem Schwachsinn treiben, dass er den UEFA-Cup lieber ohne seinen Club stattfinden sieht.

11 Kommentare

Griechischer Ungarischer Wein

Im Interview mit dem Tagesspiegel lesen wir Pal Dardai folgendermaßen:

„Tagesspiegel: Dortmund und Schalke haben auch nicht die reichste Anhängerschaft.

Pal Dardai: Aber dort haben viele Menschen Arbeit. In Berlin kommt es mir manchmal so vor: Einer arbeitet, einer ist arbeitslos.“

Dazu müssen wir zwei Dinge anmerken:

Dardais Eindruck täuscht. Es sind nicht alle Berliner bei der Hertha. Der Kader umfasst ohnehin mehr als 22 Mann.

Dardais Eindruck täuscht: Nur weil sich 60.000 bzw. 80.000 Menschen ins Stadion begeben, bedeutet das nicht, dass sie Arbeit haben. Vor allem bedeutet es nicht, dass sie alle aus der Stadt kommen, in der das Stadion steht.

Das sei ihm nachgesehen, weil es im Umkreis von ca. 100km außerhalb Berlins nun mal keine anderen Menschen gibt außer Ossis, die in Dörfern wohnen. Dem ist in der Nähe von Gelsenkirchen und Dortmund anders. Aber dass in Gelsenkirchen jeder knapp 4. Einwohner zu einem Spiel ins Stadion geht, glaubt er doch wohl selbst nicht. Muss er auch nicht, weil er ja in Berlin wohnt.

Die alte Scheiße von wegen „früher“ wollen wir uns hier aber nicht anhören, weshalb wir darauf verzichten, weitere Passagen aus dem zwar lesenwerten, aber doch kaum Fußball beinhaltenden Interview mit Dardai zu zitieren. Naja, abgesehen von dem hier:

Tagesspiegel: Was raten Sie ihren jungen Mitspielern von heute?

Pal Dardai: Ich sage den Jungs immer: Rotwein trinken. Darin liegt die Kraft. Ich bin in Ungarn Weinritter.

Was Sie nicht sagen…

Ich muss über Wein gut reden. Bei Fitness- und Blutuntersuchungen im Klub sind bei mir noch nie irgendwelche schlechten Werte festgestellt worden. Das kann nur am ungarischen Rotwein liegen. Da bekommst du Kraft und bleibst gesund.

Aber nicht direkt vor dem Spiel?

Heute geht das nicht mehr, aber das ist auch schon passiert. Einmal war mein Vater zu Besuch, der hatte Rotwein aus Ungarn mitgebracht. Ein paar Spieler, van Burik, Goor und Fiedler, waren bei uns, es gab ungarische Fischsuppe und ungarischen Rotwein. Zwei Tage später haben wir Kaiserslautern 4:1 weggehauen. Da haben alle richtig gefightet. Ich sag’s euch: Ungarischer Rotwein!

17 Kommentare