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Monat: Oktober 2008

Was macht eigentlich Carsten Jancker?

Viel ist nicht darüber bekannt. Er spielt noch Fußball, zur Zeit beim SV Mattersburg. In Österreich, einem komischen kleinen Land, in dem selbst Trainergrößen wie Karel Brückner damit überfordert sind, der Nationalelf einen Sieg auf den Färöer zu ercoachen.

Jancker spielt also noch, und er trifft sogar. Nicht ganz so schlappe 3x in dieser obskuren Partie, die trotzdem verloren ging. Wie das?, werden Leute fragen, die für gewöhnlich nicht in Bremen oder beim Revierderby oder bei einem Spiel der zweiten Liga ins Stadion gehen. Nun, ganz einfach: der Gegner schoss mehr Tore und das sogar ordentlich. Nun ist man von Wald- und Wiesenligen eigentlich ohnehin gewöhnt, dass dort die Tore wie am Fließband fallen, man hat es halt nicht so mit der Defensivarbeit. Dass hier aber gleich 11 Tore fallen und man trotzdem bis kurz vorm Abpfiff nicht weiß, wer der Sieger sein wird, das kennt man selbst in der deutschen zweiten Liga so nicht:

„Da zappeln die Pappeln.“

Trainer bei Sturm Graz ist übrigens besagter Franco Foda — und die Formulierung „der Sturmschlussmann“ weckte bei mir erst die Vorstellung eines Spielers hinter den Stürmern. Dabei war der Leder Schlussmann vom Club Sturm Graz gemeint. Verwirrend. Jancker jedenfalls trifft noch, wenn auch ohne zu punkten.

Ailton traf am selben Spieltag übrigens auch, aber das ist eine andere Geschichte.

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Was macht eigentlich TomᨠUjfalu¨i?

Viel ist nicht darüber bekannt. Er spielt noch Fußball, zur Zeit bei Atlético Madrid. Anscheinend spielt er aber auch andere Spiele, bei denen man sein letztes Hemd (und sogar Höschen) verlieren kann. Anders sind höchst verstörende Bilder von ihm wie jene bei The Spoiler nicht zu erklären.

Vielleicht wird man so, wenn man einen nicht ganz einflusslosen Rückpass zu Mathias Schober spielt, der schließlich eine halbe Generation zu Meistern-der-ewigen-Floskel macht, aber nicht zu echten Meistern.

Man weiß es nicht. Man steckt ja nicht drin. Im Gegensatz zu TomᨠUjfalu¨i.

(So mancher ist schon seekrank geworden von all diesen Akzenten und sonstigen Strichelchen auf seinem Namen.)

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London 0
Hull 4

Wer mit dem Titel nix anfangen kann: gleich weitersurfen. Alle anderen seien erinnert, dass die Momente, in denen man Titel guter Alben im Fußball verwenden kann, ohne platte Wortspiele oder schlechte Musik dabei zu gebrauchen, rar sind. Doch dies hier ist einer.

Der wunderbare Anlass für die wunderbare Verwendung des wunderbaren Albumtitels der wunderbaren Housemartins ist die wunderbare Bilanz, die der Club mit dem Namen Hull City aus — man ahnt es — Hull als Aufsteiger in die Premier League in seinen ersten 8 Spielen gegen Clubs aus London auf den Rasen zauberte: 4x gegen Clubs aus London angetreten, 4x gewonnen.

London 0 Hull 4

Nur Eingefleischte wissen (noch), dass auch die Housemartins aus Hull stammen — wieso auch sonst dieser Albumtitel — und da Hull City selten in der Premier League spielte, gab es bislang noch keine Gelegenheit, den Titel zu verwenden.

Nur Eingefleischte wissen auch, dass der volle Name der Stadt „Kingston upon Hull“ lautet, nur Engländer wissen wohl, dass die im übrigen England bekannte Wendung „Hull is dull“ die Lebensqualität dort treffend bezeichnet. Die Stadt wurde mehrfach Sieger bei der Wahl der Stadt mit der schlechtesten Lebensqualität in England.

Alle wissen allerdings, dass ein solcher Höhenflug eines Aufsteigers meist nur die ersten paar Spieltage anhält und nicht selten trotz der schon gesammelten Punkte noch im Abstieg endet. Frag nach bei Alemannia Aachen, in Ulm, in Saarbrücken oder auch in Nürnberg, damals, Fjørtoft und die Titanic. Hull Cities nächster Gegner aus London: Chelsea.

Hoffen wir auf London 0 Hull 5, damit die Housemartins nicht demnächst wieder das Einzige sind, wofür man das dulle Hull kennt.

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Die große FC-Bayern-Familie

Der sozialste Mensch, wo sich kennt, hat gerade mal wieder demonstriert, was er unter einer Familie versteht: Er entscheidet, wer aufgenommen wird, und wer wann gehen muss. Und wenn einer eine unbequeme Frage stellt, wird er eben gefeuert. So stellt man sich ein liebendes Familienoberhaupt vor. Besonders in Bayern. Es ist ja eine tolle Sache, schon lange vor der Zeit eine andere Einstellung zu Alkoholikern gehabt zu haben, als sie heute noch weitverbreitet ist. Sie wieder aufzunehmen. Auch Raimond Aumann, der zu kaum sonst etwas gut hätte sein können, wird eingegliedert in einen Job, der ihn allerdings inhaltlich überfordert. Macht alles nix, wichtig ist die Familie.

Und dann kommt einer daher und stellt eine nicht mal ganz so blöde Frage, wenn man sich aus objektiver Warte den Verlauf des Spiels des großen FC Bayerns beim Karlsruher SC anschaut — und schon wird er gefeuert, obwohl er eigentlich zum eigenen „Team“ gehört („fcbayern.tv“).

Wir fragen dann nicht weiter nach, wie sozial der sozialste Mensch, wo sich kennt, sein soll, und wir wollen auch nicht wissen, was dieser unter „sozial“ sein versteht. Wahrscheinlich meint er „christsozial“, was heutzutage nicht mal mehr die Menschen in Bayern mehrheitlich wünschen.

Aber wir hauen trotzdem wieder auf die Pauke.

„Für die Scheißstimmung seid ihr doch verantwortlich!“

Ja, Vater.

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Ein Service von:

Klar, unter einer solchen Glanzleistung würde ich meinen Namen auch nicht erwähnt wissen wollen. Irgendjemand, der bei SPON die tollen Flash-Tabellen für die ersten drei Ligen zimmert, deren Handhabbarkeit bei einem Vergleich mit ihren Vorgängern gar nicht erst antreten sollte, hat nicht nur seinen eigenen Namen unter dem Apparillo vergessen, sondern auch eine leichte Rechenschwäche.

Bei n Mannschaften in einer Liga hat jedes Team wie viele Spiele? Genau:

(n-1)*2

Ganz einfach, oder?

Nicht für SPON, wo man die 20 Mannschaften der 3. Liga beharrlich trotzdem nur 34 Spieltage statt der nötigen 38 austragen lässt.

[photopress:spiegel_online_tabelle_3_liga.jpg,full,centered]

Hauptsache Flash, Hauptsache schöne Farben, Hauptsache unpraktikabel, Hauptsache falsch.

Ein Service von:

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Outwachler

Das ist kein Tippfehler. Da sollte nicht Auswackler oder Ottwachler stehen.

Outwachler.

Letztens erst war die EM in Österreich, wo man so ganz komische Wörter im Fußball benutzt, und in der Schweiz auch und in der Schweiz auch.

Zig Wörterbücher „Deutsch-Österreichisch“ oder „Deutsch-Wienerisch“ wurden herausgegeben. Wir haben gelernt, dass man „an der EM“ sagt, was ein „Stangerlpass“ ist und noch einiges mehr, so dass wir inzwischen sogar in der Lage wären, ein Spiel mit österreichischem Kommentar zu verstehen und zu begreifen.

Ein Wort ging uns aber durch während der EM: Outwachler.

Bedeutet Linienrichter.

Die spinnen, die Ösis.

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Mimosenstadl: Es sind wieder Plätze frei!

Nachdem Kevin Kuranyi es schon nicht ertragen konnte, mit anzusehen, wie ohne ihn erfolgreicher Fußball der besseren Sorte gespielt wurde, hat sich jetzt auch Torsten Frings als Mimose mit Bank-Allergie geoutet. Der FOTO-Zeitung sagte er, dass er über einen Rücktritt nachdenke.

Lassen wir mal außen vor, dass die FOTO sich das Interview wahrscheinlich größtenteils selbst ausgedacht oder die Fragen so manipulativ gestellt hat, dass Frings nicht anders konnte, als die von ihr gewünschten Aussagen zu tätigen.

Das können wir natürlich nicht außen vor lassen.

Sollte es dennoch zufällig wahr sein, dann gibt es bald nur noch einen Elf-Mann-Kader in der Nationalelf (plus natürlich Jermaine Jones auf der Tribüne), weil sich keiner mehr auf die Bank setzen mag. Da fehlt dann wahlweise „Vertrauen“ oder „Rückendeckung“, der Tee war zu kalt und mittwochs bekommt man ohnehin so schlecht Babysitter — weil ja Länderspiel ist. Jogi Löw muss die Aufstellungen ab sofort drei Tage vor dem Spielbeginn bekannt geben und die jeweiligen Einladungsemails versenden. Sollte sich in der Zwischenzeit einer der elf Ausgewählten verletzen oder ihm plötzlich einfallen, dass er ebenfalls eine Mimose ist — draußen zu kalt, die Verletzungsgefahr, immer diese Eigentore und was sonst noch alles dem Marktwert schaden könnte — kann er leider nicht mehr ersetzt werden und die Nationalmannschaft beginnt das Spiel eben mit einem Mann weniger.

Oliver Bierhoff wird als gescheiter Marketingmann nicht lange zögern, die so frei gewordenen Plätze auf der Bank entweder meistbietend an Fans zu versteigern oder sie diversen Gönnern gönnen. Vielleicht sehen wir bald Dieter Zetsche oder Herbert Hainer neben Hansi Flick.

Gute Fußballer, die zum Beispiel dann eingewechselt werden könnten, wenn ihre besonderen Stärken vonnöten sind, um einen Rückstand umzudrehen oder eine Führung zu halten, gibt es dann auf der Bank aber nicht mehr. Entweder von Anfang an spielen oder gar nicht erst hinfahren, alles andere ist unter der Würde eines der Nationalelf Würdigen.

Aber nicht vergessen: Es stand in der FOTO (von der im Laufe des Tages wahrscheinlich noch diverse Zeitungen abschreiben werden), also wohl nur heiße Luft.

Und jetzt wieder Musik.

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Toni-Turek-Straße Platz

Kein Wunder, dass einen kein Routenplaner, kein Tom-Tom, kein „Navi“ (Neusprech) keine Straßenkarte und kein Mäpps der Welt und was es sonst noch so gibt zur viel beschworenen Toni-Turek-Straße in Düsseldorf bringen wollte: Weil es diese Straße gar nicht gibt.

Lange angekündigt, hatte der verstorbene Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin die nur geplante Straße schon mit diesem Namen eingeweiht, gebaut wurde sie schließlich nie.

Da sie nie gebaut wurde, man aber noch in jeder Stadt stolz auf seine bekannten Bürger und Ex- ist, hat man kurzerhand einen in der Nähe befindlichen Platz in „Toni-Turek-Platz“ umbenannt.

Damit befindet sich Toni Turek in guter Gesellschaft, denn seit kürzlich verfügt Düsseldorf auch über einen Johannes-Rau-Platz. Gute Gesellschaft, das kann man von der Nennung in diesem RPO-Beitrag nicht behaupten: Zwei dicke Fehler in einem so kurzen Beitrag plus die doch arg diskutable Aussage, dass Toni Turek „Düsseldorfs bekanntester Fußballer“ sei. Sicher auch eine Generationsfrage — man werfe z. B. den Namen „Klaus Allofs“ in den Ring — jedoch durchaus nicht so eindeutig, wie dort festgestellt. Aber wer liest schon RPO? Und wenn ja, warum?

„Toni, Du bist ein Fußballgott.“

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Klose beats Kalle, bald

Miroslav Klose (44 Tore) ist übrigens in der ewigen Torjägerliste der Nationalmannschaft nur noch einen Treffer von Karl-Heinz Rummenigge (45) und drei Treffer von Rudi Völler und Jürgen Klinsmann (je 47) entfernt. Sollte er sich nicht mit diversen Promille ans Steuer setzen und um sein Leben fahren, ist davon auszugehen, dass „der Miro“ diese drei Granden des deutschen Fußballs in Kürze eingeholt haben wird (Futur II ist schön) — schließlich steht u. a. noch das Rückspiel gegen Liechtenstein an. Und sollte es da nicht klappen, kann man sich auf „WM-Miro“ ja immer noch insofern verlassen, als dass er wenigstens dort, bei einer WM, gegen z. B. El Salvador, Kuweit oder Neuseeland wieder seine üblichen drei bis fünf Tore gegen Vorrunden-Krautmannschaften macht, um in den KO-Spielen dann in der Versenkung zu verschwinden.

Sollten ihm in Südafrika tatsächlich fünf gelingen, würde er übrigens mit Ronaldo als Führendem der ewigen WM-Torschützenliste gleichziehen. Man darf annehmen: Da geht noch einiges in Kloses Karriere bezüglich „Ewigkeit“. Not to mention Prinz Pussy.

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Johannesburg! Johannesburg! Wir fahren nach Johannesburg!

Oder auch nicht. So[1] oder so[2]. Und wer ist das „wir“ überhaupt?

Der aktuelle Stand in der WM-Qualifikation sieht jedenfalls folgendermaßen aus — eine reizende Idee, diesen Überblick zu geben, die ich von nolookpass geklaut habe, der im letzten Jahr die geneigten Leser regelmäßig mit der virtuellen Zusammensetzung der neuen 3. Liga versorgte.

Es ist wenig sinnvoll, sich Tabellenstände nach 3 von 8 oder von 10 Spielen anzuschauen, und dann Vorhersagen aus dem Urinstein zu leiern, wie das Tableau am Ende aussehen wird. Ganz besonders wenig sinnvoll, wenn in den meisten Fällen die Gruppenfavoriten noch nicht gegeneinander angetreten sind. Allerdings gibt es in Gruppen mit 5 Teilnehmern nun mal nur 8 Spiele pro Team, und 3 von 8 sind somit fast schon 50% der Partien. Außerdem ist das Seltsame an dem, was man gerne mit dem Wort „heute“ bezeichnet, dass es immer nur jetzt ist. Tomorrow never comes, sozusagen. Was nützt eine Auflistung, wer sich eventuell qualifizieren wird und wer nicht, wenn die Entscheidung schon gefallen ist. Also schauen wir lieber jetzt schon mal hin, bevor es zu spät ist.

Zur Stunde wären also direkt qualifiziert:

  • Dänemark
  • Griechenland
  • Polen
  • Deutschland
  • Spanien
  • England
  • Serbien
  • Italien
  • Niederlande

Für die Playoffs in Frage kommend, weil auf dem zweiten Platz liegend:

  • Schweden
  • Israel
  • Slowenien
  • Wales
  • Belgien
  • Ukraine
  • Litauen
  • Irland
  • Schottland

(In der WM-Qualifikation nehmen nur die 8 besten der 9 Gruppenzweiten an den Playoffs teil. Zur Ermittlung dieser 8 besten gehen aber die Partien gegen eventuelle — nicht alle Gruppen umfassen 6 Mannschaften — Tabellensechste nicht in die Wertung ein. Müßig, diesen Umstand nun schon berücksichtigen zu wollen, wenn selbst Kleinstkleine wie Luxemburg und Färöer fleißig punkten — und auch immer noch die Chance besteht, dass sich Aserbaidschan bereits vor dem Ende der Qualifikation von Berti Vogts trennt.)

Zur Zeit nicht qualifiziert, unter anderen:

  • Schweiz
  • Russland
  • Finnland
  • Tschechien
  • Portugal
  • Türkei
  • Kroatien
  • Frankreich
  • Rumänien
  • Bulgarien
  • Norwegen
  • Aserbaidschan auch nicht.

Otto Rehhagel ist offensichtlich nicht totzukriegen und die FIFA muss sich noch schnell eine Änderung des Modus einfallen lassen, wenn der Markt der knapp 180 Millionen französischsprachigen Menschen für die WM nicht verloren gehen soll. Auf „Chefarzt Dr. Ottmar“ darf man wohl kaum noch hoffen. Aber schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn all diese Aussagen schon Makulatur sein werden.

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Das Ende des Unaussprechlichen

[photopress:kuranyi_axe_2.jpg,full,alignleft] Ich weiß nicht, ob man das lustig finden soll. Als Mensch tut er mir ja leid. Was soll er da rumlaufen auf dem Fußballlplatz, wenn er doch offensichtlich nicht besser Fußball spielen kann als irgendein Oberligaspieler? Ich habe ohnehin nie verstanden, warum Kevin Kuranyi (dieses letzte Mal sei mir gegönnt) überhaupt jemals einen Profivertrag bekommen hat. Selbst im untersten nahezu-Amateurbereich sind mir diverse Spieler untergekommen, die eine Ballbehandlung wie von einem anderen Planeten hatten. Es mag da seine/ihre Gründe geben, warum diese begnadeten Spieler es nicht weitergebracht haben als in diverse Stadtmeisterschaften. Außerdem hat man dieserorts ohnehin nicht den Funken einer Ahnung davon, wie schnell Fußball heutzutage überhaupt geworden ist. Dass jemand dribbeln kann wie ein Fummelmeister bedeutet noch lange nicht, dass er späterhin dann ins Arsenal-Fußballcamp gedraftet würde. Er kann einfach (nur) gut Fußball spielen.

Well, gut Fußball spielen. Das kann Kevin Kuranyi definitiv nicht. Man mag mir auch vorwerfen, dass die ganze Kampagne, die ich hier gefahren habe, etwas mit Ausländerfeindlichkeit zu tun habe. Dem ist nicht so. Von mir aus kann Kevin-Future nicht so, wie es ist, aus Panama-Brasilien stammen, sondern aus Neuseeland-Vietnam. Das ist mir vollkommen egal und ich denke, das ist auch den Schalkern egal, die ihn jedes Mal auspfeifen. Hoffe ich jedenfalls.

Was nicht egal ist, ist, dass er kein Fußball spielen kann. Kevin Kuranyi ist eine Karikatur eines Fußballspielers, und deshalb versteht auch niemand, wieso er überhaupt jemals einen Profivertrag erhielt. Er kann eigentlich nur eins, außer Köpfen, wie ein Idiot bei gegnerischem Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte rumlaufen.

Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass genau das selbst die letzte Frimpe aus meinem eigenen Team auch kann: Beim Gegner so ein bisschen rumlaufen, bisschen Action machen, die aber eh keinen stört, so lange kein anderer mithilft. Dafür, dass sonst keiner mithilft, kann Kevin nix. Das ist klar. Aber hat man je Manni Burgsmüller, Rudi Völler oder Jupp Heynckes daran gemessen, wie viel sie „nach hinten arbeiten“, wie viel sie sich damit beschäftigen, „der Mannschaft zu helfen“? Das sind zugegebenermaßen andere Zeiten jetzt. Es hat ja auch niemand etwas dagegen, wenn ein Stürmer ein längeres, mittleres Loch hat, doch muss man ernsthaft fragen dürfen: Warum so?

Nein, bei Jupp Heynckes oder Gerd Müller hat nie jemand gefragt, wie viel diese „nach hinten arbeiten“ und dann muss man auch einfach froh sein, als Kevin, dass es neuerdings diese Kategorie gibt. „Arbeitet gut mit“. Nicht umsonst hat der Pöbel Uwe Spies aus dem Duisburger Stadion gejagt, weil er nun mal nie getroffen hat. Victor Agali, blabla, etc. pp. jeder Club hat solche Würstchen in seinen Reihen.

Kevin Kuranyi aber ist keine Wurst, er ist ein Nichts. Er kann überhaupt nichts.

Und deshalb ist es auch gut so, dass er endlich erkannt hat, dass er nicht in die Nationalmannschaft gehört.

Heute hat er von selbst gekündigt. Das hätte er schon Anfang 2006 tun sollen. Nun hat er es getan. Wir warten erwartungsfroh darauf, dass er auch endlich seinen Vertrag bei Schalke zurückgibt, mit den Worten „kann ich nicht erfüllen“, und dass Schalke womöglich dann endlich der Weg freigemacht wird zu einem neuen Klaus Fischer, zu einem neuen Mittelstürmer, der die Dinger dann auch macht. Ob Schalke so einen findet, ist mir herzlich egal, klar ist nur: Kuranyi hat höchstens Zweiliga-Niveau, und warum dieser Knilch überhaupt knapp 50 Länderspiele gemacht hat, ist allerorten unklar.

So jung war P“ä“trick Helmes damals doch gar nicht mehr. Und der kann, z. B., Fußball spielen.

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Das Licht bei der Hand

Nicht, dass man annehmen dürfte, dass man dieserorts etwas mit der SPD oder mit dem Kohlebergbau zu tun hätte. Je früher man diesen Anachronismus abschafft, desto eher können die dort beschäftigten Leute sich einen anderen, sinnvolleren, nicht-subventionierten Job suchen. Wenn man hier durch die Stadt geht, trifft man immer wieder auf Menschen, die einem Aufkleber (das ist 1980) oder Flyer für die Ruhrkohle AG aufs Auge drücken wollen. Ich sage: nein. Sie sagen: Warum nicht? Ich sage: Warum? Sie sagen: hm tja, grummel, grummel, mömmel, mömmel, Argumente haben wir eigentlich auch keine, aber die Region, blabla, der Bäcker, der Zulieferer. Mir geht das dermaßen auf die Eier, dass ich keinen Bock mehr habe, mit so Gestern-gewandten überhaupt noch länger als 2,3 Sekunden zu diskutieren. Subventionen adé.

Das hat aber nix damit zu tun, dass ich nicht von hier käme, „wech“, sozusagen. Und dass auch der kulturelle Teil dessen mir nicht gleichgültig ist. Nur darf und muss man das eben einfach als Folklore abtun/akzeptieren. Es hat ja auch noch niemand nach Subventionen für Spreewaldgurken gefragt. Oder für Lüneburger Heidengewächse.

[Aus Gründen der Entwicklung der Interpreten gelöscht.]

Der derzeitige Oberbürgermeister von Duisburg heißt Adolf Sauerland. Für seinen Vornamen kann er nix. Für den Rest schon.

(Inspiriert von Herrn Wieland.)

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