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Monat: November 2008

Idole aus der Jugend treffen sich selbst bzw. – II

Letztens schrob ich während des Wechselimprovisationstheater von Jens Limän und Preußen Dortmund vorschnell in diesem Beitrag:

Wenn mich nicht alles und Jens uns alle nicht täuscht, wird Manuel Neuer am 10. Februar 2008 gegen sein altes Idol in Personalunion mit dem Torhüter der Nationalmannschaft spielen. Schöne Geschichten, die der Fußball schreibt, so es denn stimmt, dass Manuel Neuer damals immer früher ins Stadion ging, um Jens Lehmann beim Aufwärmen zuschauen zu können.

Da ist das ja nun doch wieder aktuell geworden. Heute steht die Partie zwischen dem Vater und dem Sohne an, für den Vater nur eben nicht in Farben des BVB 09, sondern in jenen des VfB Stuttgarts. Früher konnte man nicht verstehen, was an so einem Treffen („Hatte mein Zimmer voll mit Postern von xy“) so besonders sein soll. Heute, mit fortgeschrittenem Alter, versteht man es dann doch. Auch wenn es wahrscheinlich nicht mal Dino Lehmanns letzte Saison ist, das hat schon was, dass der kleine Manuel Neuer heute zum ersten Mal als Profi gegen sein Idol spielt.

One steamy night in November.

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Fehlersuchbild

Der altehrwürdige Manni Breuckmann sagt gerade mit seiner noch altehrwürdigeren Stimme zum Spiel des FC Bayern bei Bayer Leverkusen:

„Die zwei-, dreitausend Fans des FC Bayern, die mitgekommen sind […]“

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Larry Bird vs Luca Toni

Oder andersrum:

Fr“o“nck Ribéry vs Michael Jordan.

Natürlich kennt man das irgendwie schlapp daherschluppernde Video von vor der EM, als Luca Toni zusammen mit Fr“o“nck Ribéry irgendwo in der Allianz-Arena rumspielte und Faxen machte:

Was man gemeinhin nicht wusste, ist, dass die ganze Klamotte angelehnt war an einen anderen Werbespot, der zuvor mit Larry Bird und Michael Jordan gedreht wurde, weshalb man die Toni-Ribéry-Geschichte eigentlich auch nur noch halb so originell findet wie zuvor. Was dann auf ungefähr gar nicht originell hinausläuft:

Jetzt, da man es weiß, findet man das ohnehin schon eher platte Video von Ribéry und Toni noch ein bisschen platter, womit man sich doch nahezu dem Nullpunkt an Originalität annähert. Aber Hauptsache, die Protagonisten sind Stars.

(Was ebenfalls niemand wusste, ist, dass Michael Jordan später dann alte Torwarttrikots von Andreas Köpke auftrug. Jetzt aber. Luftpost?)

Hattip an American Arena.

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Das Ende zweier keiner Ären

SPON schreibt über Werder Bremen: Das Ende einer Ära. Das mag sein, ganz so sicher kann man sich bei lediglich einer versauten Champions-League-Saison nicht sein. Wer 8x in 4,5 Jahren in der Champions League vertreten ist, muss sich doch nicht schämen, wenn er einmal in der ersten Runde ausscheidet, oder? Alleine die dauerhafte Qualifikation für die Champions League kann kein Indiz für eine schlechte Situation sein. Man könnte, so man den HSV der frühen 1980er annimmt, auch davon ausgehen, dass eine zweite Mannschaft der deutschen Bundesliga sich per se ins Halbfinale vorkämpft. Man muss es aber heutzutage nicht. Die regelmäßige Qualifikation und Befähigung, die Gruppenphase zu überstehen, ist sicher mehr als man erwarten darf. Wegen der geringen TV-Einnahmen. Wegen des gering ausgeprägten Zustands des deutschen Fußballs. Der wiederum nur am Geld liegt und nicht-niemals an den beteiligten Personen. Die Kohle, sofern vorhanden, brennt natürlich in unseren Händen. Aua.

Beim FC Schalke 04 hingegen muss man sagen: Welche Ära? Die Ära Assauer vielleicht? Die ist allerdings schon länger zu Ende. Es kann eigentlich nur Charly Neumann gemeint sein, das immerhin, war eine Ära, wenn auch nicht auf, sondern neben dem Platz.

Fußballerisch hingegen wird vom FC Schalke 04 der 00er-Jahr nur eins hängen bleiben: die vielen verpassten Gelegenheiten, Meister zu werden, welche man entweder Patrik Andersson sowie Stig Töftings Beiseite-Springen oder der eigenen, fehlenden Courage verdankt, indem man Spiele wie in Bochum oder in Stuttgart verlor, mit zitternden Knien und wahrlich wachsweichen Beinen auf den Platz lief, im Hinterkopf schon das mögliche Scheitern. Wenn man so will, ist das natürlich auch eine Ära, eine Ära des Scheiterns. Dann hatte Bayer Leverkusen wohl unter Daum und Toppmöller ebenfalls eine ganz besondere Ära. Nur war man da immerhin im Finale der Champions League, etwas, wovon man auf Schalke nur träumen kann.

Sollte diese Ära des Scheiterns nun endlich (aus Schalker Sicht) zu Ende sein, dann gäbe es genug Anlass für alle Schalker, sich entspannt zurückzulehnen und dem Pflänzchen positive Erwartungshaltung ab und zu ein wenig Wasser geben, auf dass es wachsen und gedeihen kann, denn schlimmeren Fußball als Schalke zur Zeit zeigt, kann es mit einem solchen Etat eigentlich nicht mehr geben.

Und wenn man dann noch bedenkt, dass es für Schalke immer auch wichtig ist, vor dem BVB zu stehen und diesen in den Derbies zu schlagen, dann muss man die Saison bereits abhaken, während genau das in Bremen noch nicht der Fall ist. Man darf durchaus einmal, zweimal gegen Mannschaften scheitern, deren Namen der gemeine Fan noch nie gelesen noch gehört hat. Was aber an der mangelnden Bildung des Fans liegt, und nicht an der Klasse oder Güte des Gegners.

Sich auspfeifen und sich selbst dem Sarlak überantworten darf man erst dann, wenn man wirklich keinen Ausweg mehr weiß: „Müller raus!“.

Ich halte das für eine richtige Maßnahme, jedoch erst nach dem Feuern der übrigen Beteiligten. Schalke ist im aktuellen Zustand ein Moloch, eine horrible Zukunftsvision, bei der man bei genauem Hingucken schon Angst bekommt. Man muss nicht mal hingucken, man muss nur hinhören: Bordon, Kuranyi, Rakitic, Altıntop, Jermaine Jones usw.

Man mag nicht mehr hingucken. Als Nicht-Schalker wird einem ohnehin schlecht dabei, wenn man sieht, wer sich da als Schalker ausverkauft.

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Auf dem Papier

Mark Hughes, Trainer von Manchester City, streut nach dem Sieg auf Schalke Salz in die Wunden.

„Es war eine tolle Woche. Wir haben Arsenal überzeugend geschlagen und hier ein auf dem Papier sehr schweres Spiel immer unter Kontrolle gehabt.“

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Wiggerl, das Tormonster

Ludwig „Wiggerl“ Kögl, der mir immer als Dribbel- und Flankengott, als guter Fußballer in Erinnerung war, hat in seinen 149 Spielen für den FC Bayern München gerade mal 8 Tore erzielt. Das ist schlechter als die Quote von „spielender Stürmer“ Uwe Spies. Womöglich liegt aber im achten und zehnten Wort dieses Beitrags auch schon die Erklärung für diese geringe Quote.

Acht Tore. In einhundertneunundvierzig Spielen.

In Stuttgart beim dortigen VfB wurde es übrigens nicht signifikant besser: 14 Tore in 139 Spielen.

Zum Abschluss seiner Karriere spielte er sogar noch mal für die SpVgg Unterhaching in der ersten Bundesliga: 21 Einsätze, man ahnt es schon so ungefähr: 1 Tor.

Warum nur verschwende ich immer wieder Hirnspeicherplatz für Namen und Daten von Spielern, die nicht wenigstens einmal etwas Erinnerungswürdiges während ihrer Karriere geleistet haben?

(Das 1:0 zur Führung im Finale des Europapokals der Landesmeister im Jahr 1987 war nach Rabah Madjers Tor zum 2:1 für den FC Porto dann noch ähnlich meilensteinig wie Mario Baslers Führungstor im Endspiel desselben Wettbewerbs 1999.)

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Peter Shilton’s Handball Maradona

Stefan von der Südtribüne hat seinen alten Atari ST reaktiviert, der C64 wurde hier nie deaktiviert, und eigentlich sind diese superrealisistischen Fußballsimulationen auch nicht mehr realistisch. Wenn ich Fußball spielen will, gehe ich Fußball spielen, da ist es mir auch egal, ob es windet, regnet, schneit oder hagelt, ich weiß dann wenigstens immer, dass es ein reales Spiel ist. Mit Platzfehlern, mit schwitzend-stinkenden Gegenspielern (so ungerne die Frauen unter meinen Lesern das lesen werden: auch der Furz an sich ist eine Waffe im direkten Zweikampf beim Freiluftsport Fußball, und ich hege keinerlei Zweifel daran, dass diese Waffe mit voller Absicht eingesetzt wird), mit dem satten Klacken des Pfostens, wenn ein Ball dagegen prallt und vor allem mit den beiden wichtigsten Komponenten: ich spiele selbst, ich spüre physisch wie der Ball gegen meinen Fuß klatscht und umgekehrt und zweitens riecht und schmeckt alles nach Fußball, wie in echt, was daran liegen könnte, dass es in echt ist.

Wenn ich eine Simulation, besser gesagt, ein Computerspiel spielen will, das Fußball sein soll, dann will ich eigentlich keine perfekte Ballkontrolle, eine KI, die immer das richtige tut, nur um dann nach 2 Wochen festzustellen, dass man eben doch immer den selben Trick anwenden muss, um zum Torerfolg zu kommen. Computerspiele, die Fußball sein sollen, dürfen ruhig monoton, unrealistisch, viel zu bunt und viel zu langsam sein, nur eins müssen sie haben: Charme.

Und Charme kann man der heutigen Reminiszenz ganz sicher nicht absprechen, was nicht nur am herrlichen Titel liegt, den man so wahrscheinlich auch nur bei Briten findet. Denn auch das „Gameplay“ war hervorragend und ich habe es bis heute nicht geschafft, das Spiel zu Ende zu spielen. Vielleicht sollte ich mal wieder den echten oder den C64-Simulator anwerfen, um mich dem hinzugeben, was seine Macher mit „Peter Shilton’s Handball Maradona“ betitelten:

Klick.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Gladbach — Purple Scheiße 5:1

Ähm, man könnte sich darüber freuen, dass youtube jetzt so ein bisschen mehr macht als nötig wäre, ehrlich gesagt muss man aber sagen: Warum erst jetzt? Schon ein bisschen peinlich. Die Qualität ist much besser, aber sonst? Nicht viel mehr als das.

Nun gut, wie auch immer. So mag es dann auch sein.

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Günter Bittengel, eine Art Albert Streit

Beim stets unzufriedenen Albert Streit fiel es erst auf, als man ihn zum ersten Mal vor der Kamera sprechen sah: Ein Rumäniendeutscher, erkannt am Akzent. Allein durch den Namen hätte man kaum bemerkt, dass Streit nicht in Deutschland aufgewachsen ist.

Günter Bittengel, allen Nerds der Fußballstatistiken natürlich kein Unbekannter, reiht sich jetzt ein. Wer — außer den ganz harten Hardcorefans von Bayer Uerdingen — hätte gewusst, dass Günter Bittengel ebenfalls kein (gebürtiger) Deutscher ist? Günter Bittengel ist Tscheche, offensichtlich mit deutschen Vorfahren, aber dabei wohl mit so viel zeitlichem Abstand, dass er nicht richtig deutsch sprach, als er aus Tschechien nach Uerdingen wechselte, wie der aktuelle Trainer von Dukla Prag von sich selbst berichtet.

Außerdem erzählt er noch etwas davon, dass mit dem Weggang bzw. der Entlassung Friedhelm Funkels eine Mannschaft auseinanderfiel, die zuvor trotz Abstieg mehrheitlich zusammengeblieben war und somit den Grundstein für den Wiederaufstieg legte. Je nach Lage der Dinge sollte man es sich mehrfach überlegen, einen bei der Mannschaft beliebten Trainer wegen kurzfristiger Erfolglosigkeit zu feuern. Allerdings waren das andere Zeiten, denn das war kurz vor dem „Bosman-Urteil, dem Grund für die Malaise des bundesdeutschen Vereinsfußballs“.

Günter Bittengel, ein Name wie Reinhold Hintermaier.

Und dann gibt’s da speziell für Thor Waterschei noch ein weiteres lesenswertes Interview in gleichnamiger Rubrik des KFC Uerdingen, man hüstelt den Namen Larus Gudmondsson.

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Juristen sind gefragt

Jürgen Kalwa meldete sich in den Kommentaren zum Fall Zwanziger/Weinreich und hat das folgende Anliegen:

„Wie bekommen wir hier eine sachgerechte und erhellende Diskussion zwischen dem Juristen Jakob und dem Juristen sternburg auf die Beine? Der eine sagt: Klagen bringt’s. Der andere glaubt nicht, dass der DFB drangekriegt werden kann.

Ich würde gerne etwas lernen und habe schon versucht, an anderer Stelle mit sternburg zu debattieren. Da hatte ich aber von niemandem nicht eine Schützenhilfe. Und alleine macht’s keinen Spaß. Ich bin kein Rechtsgelehrter, sondern nur Rechtstheoretiker mit einem gewissen Vertrauen in die Intelligenz von Richtern und einer Vorstellung davon, dass Taktik und Winkelzüge zum Geschäft gehören, wenn man gewinnen will. Ich weiß auch, dass man manchmal nicht gewinnen kann und dann auch darauf verzichten sollte, sich unnötig abzumühen. Es handelt sich hier (Rufschädigung, Verleumdung) um einen Bereich des Rechtswesens, der uns als Blogger und Kommentatoren sehr stark interessieren sollte. Man denke nur an den Aspekt, dass auch Oliver Fritsch beim Direkten Freistoß eine Einstweilige Verfügung hätte bekommen können, weil er den Weinreich-Kommentar publiziert hat. Und seine „Causa“ hätte ganz anders ausgehen können.“

Da meine Recht-Vorlesungen immer um 8h begannen, bin ich oft dabei eingeschlafen und ergo in dieser Frage bewandert wie ein Tretroller. Doch tatsächlich ist das für alle von Relevanz, die selbst schreiben oder kommentieren. Deshalb ist mal wieder das Schwarm-Wissen gefragt: Wie ist die Lage in dieser Frage?

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Prokrastination auch in der Bundesliga

Markus Babbel, der den geschassten Armin Veh als Verantwortlichen an der Seitenlinie beim Verein für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e. V. ablöst, ist nur „Teamchef“, aber kein Trainer, wie Veh es war.

Warum sind Sie Teamchef und Rainer Widmayer der Trainer?

Ich müsste für meinen Fußball-Lehrerschein noch ein paar Formulare ausfüllen und diese wegschicken. Das muss irgendwann in Angriff genommen werden, […]

Offensichtlich gibt es auch unter den in der Bundesliga Handelnden das Phänomen der Prokrastination, anders wäre nicht zu erklären, warum Babbel das nicht schon in der letzten Woche oder in der Woche davor oder in der Woche davor erledigte.

Diese To-Do-Listen, die nie kürzer werden, sie sind aber auch eine Plage. Mit so wenig Einsatz bei seinem eigentlichen Ziel, nämlich Trainer zu werden, hat er keine guten Karten, eine dauerhafte Lösung beim Verein für Bewegungs und so weiter zu werden. Denkbare Antwort auf dieses Problem: outsourcen. Z. B. könnte seine Frau, so er eine hat, die Formulare für ihn ausfüllen und abschicken. Oder Armin Veh, der hat ja jetzt Zeit unter der Woche.

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