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Monat: Juni 2009

Der König ist tot

Ein Mensch, der Fußball spielt, weil es seine Leidenschaft ist, und es damit bis in ein Finale einer Weltmeisterschaft bringt. Ein Mensch, der Fußball spielt, weil es seine Leidenschaft ist, und der, so die Legende, das auch im Urlaub nicht lassen kann. Ein Mensch, der dem deutschen Fußball, dem wir anhängen, immer einen gewissen spielerischen Glanz verlieh, der gerne mal eine schmockte, der gerne Playstation spielte und der sich sonst aus allem raushielt: ein Anti-Star im Star-Business Fußball.

Liebenswert war er, sympathisch, und das nicht nur als Floskel, denn wahrscheinlich war wenig von dem, was uns über die Medien erreichte, inszeniert, sieht man von der Hobbyfußball-Klamotte mit den englischen Urlaubern ab. Ein Fußballer, kein Star.

Wann hat man sowas zuletzt gesehen? Natürlich, bei seiner Einwechslung in Düsseldorf hat man das zuletzt gesehen, aber woanders und an welchen anderen Orten sieht man so etwas noch? Ein Fußballer, der Fußball spielt, weil er das Spiel liebt, während viele andere den Zweikampf, die Parade oder die Grätsche lieben. Er liebte das Spiel und wir liebten ihn, obwohl es so sehr schwer fällt, jemanden zu lieben, der außer dem Spielen keinen Anlass dazu bietet. Außer dem Spielen keinen Anlass, und das ist, was es so einfach machte, den Mann mit der Non-Frisur und ohne Titel zu lieben.

Von nun an müssen wir quasi passiv lieben, er spielt nicht mehr, nicht mehr dort jedenfalls, wo ihn die Kameras einfangen und in unsere Sportschau oder zu 101greatgoals.com transportieren. Er spielt nur noch im Privaten, ab jetzt.

Die Lücke ist so wenig spürbar, weil er so wenig Star war, aber sie wird spürbarer werden, wenn die nächste Saison beginnt und die Tore Erzielenden wieder wie von der Tarantel gestochen auf die nächste Kamera zustürmen werden.

Wir lieben Fußball, und ich kenne niemanden, der Bernd Schneider nicht mag. Ein großer Spieler, im Wortsinne, geht von uns. Ein ins Reich der Privatheit. „Schade“ wäre zu wenig, es ist ein Trauerspiel und wir sind ganz verzweifelt, ob es so etwas, ob es so jemanden jemals wieder geben wird.

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Irrtümer der Weltgeschichte oder Dr. Bizarro läuft an

Es mutet immer wieder aufs Neue äußerst bizarr an, wie Laien, wenn sie denn mal bei einem Volks- oder Gartenfest genötigt sind, einen Elfmeter zu schießen oder überhaupt nur einen ruhenden Ball aufs Tor zu schießen, in völliger Unkenntnis des tatsächlich gebotenen Bewegungsablaufs bei dieser Handlung so schnell wie möglich anlaufen, um dann bei der Ausübung der eigentlichen Schusshandlung dieses schnelle Anlaufen abzubrechen, weil sie nicht wissen, wie sie die Durchführung des Schusses an den schnellen Anlauf anfügen sollen.

Aber bizarre Schauspiele sind ja ohnehin interessanter als reibungslose Abläufe.

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Leicht bekleidete Einbrecher

Die „Einbrecher“, die letztens die ägyptischen Nationalspieler nach ihrem gefeierten Sieg über Italien bestohlen hatten, waren in Wirklichkeit von den Ägyptern selbst eingeladene Gewerbliche, mit denen sie ihrer Freude über ihren Sieg gegen den Weltmeister beim Confed-Cup Ausdruck verleihen wollten. Die so Eingeladenen freuten sich ebenfalls sehr, nicht über den Sieg, sondern über die Einladung. In diesem Falle über die Einladung zur Selbstbedienung, und nahmen sich gewisser Bargeldbestände liebevoll an.

Einen „unglücklichen Einzelfall“ nannte der stellvertretende Sicherheitsminister Südafrikas im Anschluss dieses Geschehen. Das wollen wir doch nicht hoffen: Nur eine Frau und eine ganze Fußballmannschaft?

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Neues aus der Legendenküche

Marko Marin spielt bei der U21-EM in Schweden nicht so überzeugend, wie sich mancher Beobachter (vielleicht gar Leute vom Fach?) das gerne gewünscht hätte. Und nach kurzer Beobachtung liegt auf der Hand, warum Marko Marin so schlecht spielt, da braucht man angesichts der Verhandlungen zwischen Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach um die Ablösesumme für seinen Wechsel gar keine Nebenkriegsschauplätze aufzumachen: Er spielt deshalb so schlecht, weil er zur Zeit einfach nicht besser ist.

Das ist zwar ein wenig trivial, aber ganz sicher richtig, im Gegensatz zu allen übrigen Kaffeesatzlesereien.

Und wer jetzt — bitteschön — genau wissen will, dass es natürlich die laufenden Verhandlungen sind, die den kleinen Marin nervös werden oder schlechter spielen lassen, denen sei gesagt, dass er nicht mal wirklich auf dem Laufenden über die Verhandlungen gehalten wird. „Von Freunden und aus Berichten aus dem Internet“ erfahre er, was sich bei den Verhandlungen tut. Ganz nah dran also, der Kleine, der derzeit so schlecht oder gut spielt, wie er derzeit ist.

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Bela-Rethy-Facts-Sheet N° 1 — Nordkorea

Das nach außen völlig abgeschottete Nordkorea — kein Staat der Erde hat eine geringere Ausländerquote als Nordkorea — nimmt in Südafrika 2010 erst zum zweiten Mal an einer Fußball-Weltmeisterschaft teil.

Nordkoreas erste Teilnahme fand 1966 bei der WM in England statt.

Bei diesem ersten Auftritt auf der Weltbühne des Fußballs gelang Nordkorea ein sensationeller 1:0-Erfolg über Italien. Obwohl doch alle nach dem 0:3 in der Auftaktpartie gegen die UdSSR mit einem Gesänge- und tonlosen Ausscheiden dieses Exoten gerechnet hatten. Gegen Chile glückte im zweiten Spiel der Ausgleich in der 88. Minute, ehe es im letzten Vorrundenspiel zu einer der größten Sensationen bei Weltmeisterschaften überhaupt kam.

Gruppe D
Dienstag, 12.07.1966 UdSSR – Nordkorea 3:0 Middlesbrough, 22.568
Freitag, 15.07.1966 Nordkorea – Chile 1:1 Middlesbrough, 15.887
Dienstag, 19.07.1966 Nordkorea – Italien 1:0 Middlesbrough, 18.727
Viertelfinale
Samstag, 23.07.1966 Portugal – Nordkorea 5:3 Liverpool, 51.780

Nach dem von niemandem erwarteten, von den Zuschauern in Middlesbrough aber vernehmlich gefeierten 1:0-Sieg gegen Italien stand Nordkorea unter den besten acht Teams der Welt. Gegen Viertelfinalgegner Portugal führte Nordkorea dann sogar schon mit 3:0, ehe vier Tore von Eusebio plus ein weiteres von Eusebio aufgelegtes Tor doch noch die Niederlage und das Ausscheiden Nordkoreas erwirkten. Nichtsdestotrotz bleibt von diesem ersten Auftritt bei einer WM vor allem der Sieg gegen Italien im Gedächtnis und eher weniger das dramatische Ausscheiden.

Allerhöchste Rethy-Alarmstufe gilt deshalb für die folgende Information: „Der Torschütze des 1:0-Siegtores gegen Italien heißt Pak Doo Ik.“ – „Die Legende sagt, vor dem entscheidenden Schuss hatte er in den Boden getreten, so dass sein Gegner getäuscht war und ausrutschte, woraufhin Pak Doo Ik gegen Enrico Albertosi einschießen konnte und die Italiener vorzeitig nach Hause fuhren.“


(In der etwas längeren Zusammenfassung des Spiels sieht man, dass Nordkorea durchaus noch weitere gute Chancen hatte und nicht — wie so häufig bei „sensationellen“ Siegen — nur einen einzigen Sonntagsschuss ins Tor versenkte.)

Das der übrigen Welt unbekannte Land hat etwa 22 Millionen Einwohner, von denen knapp 8 Millionen zur Zeit beim Militär sind, aktiv oder als Reservist. Der Wehrdienst in Nordkorea dauert je nach Waffengattung zwischen drei und sieben Jahre. Nordkorea verfügt nach China über die zweitgrößte Armee Asiens, weitere Quellen sprechen von der drittgrößten der Welt, mit einer Million Mann ständig an der Waffe. Aber das nur am Rande. Wichtig ist Pak Doo Ik. Pak Doo Ik. Damals, an einem Dienstag in England.

Die Italiener mussten vorzeitig von der WM 1966 nach Hause reisen und wurden mit Schimpf und Schande, des Weiteren mit faulem Obst und tumultartigen Szenen empfangen.

Pak Doo Ik und seine Teamkollegen wurden daheim mit Orden empfangen.

Es war damals gar nicht so einfach, dass Nordkorea überhaupt an der WM teilnahm, denn Großbritannien pflegte keine diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea. Man einigte sich darauf, vor Spielen Nordkoreas statt deren Hymne nur einen Marsch zu spielen. Alle vier Versionen dieses Marsches hörte ein gewisser Pak Doo Ik vom Spielfeld aus, weil er alle vier WM-Spiele Nordkoreas von Beginn an bestritt.

Angeblich war das nordkoreanische Team vor der WM 1966 ein Jahr lang zusammen einkaserniert. Darunter auch ein gewisser Pak Doo Ik.

In Nordkorea wurden manche Spiele der WM 2006 übertragen, allerdings nicht live, sondern zeitverzögert. Hatte ein als feindlich eingestufter Staat das Spiel gewonnen, wurde gar nichts von dieser Partie gesendet. Doch das ist alles nicht so wichtig wie der Name des Siegtorschützen Nordkoreas gegen Italien: Pak Doo Ik.

Das größte Stadion der Welt steht in Nordkorea, das MayDay-Stadion in Pjöngjang, benannt nach dem 1. Mai und 150.000 Zuschauer fassend. Sicher war auch Pak Doo Ik schon einmal dort.

Die Menschenrechtslage in Nordkorea piep krächz pfeif … [Ein Radio-Standbildfoto von Bela Rethy (wenn man genau hinschaut, kann man schemenhaft allerdings Joseph S. Blatter erkennen, der zum Klang einer Vuvuzela sein Mantra betet, dass es im Fußball nur um Sport ginge und dieser sich aus Politik herauszuhalten habe, bis sich das Bild wieder normalisiert und die Vuvuzela verklingt) wird eingeblendet, die üblichen Vuvuzelas setzen wieder ein.] … krächz pfeif zuletzt noch 2008.

Die Kindersterblichkeitsrate in Nordkorea liegt mit 51 auf 1000 ungeheuer hoch, und damit dennoch nur auf dem 49.-schlechtesten Rang aller Nationen der Erde. Nach der Zerstörung eines für atomare Vorhaben benötigten Kühlturmes durch das nordkoreanische Militär entfernte George W. Bush Nordkorea von seiner Liste der zu ächtenden Staaten und ermöglichte neuerliche Hilfslieferungen an die seit Jahrzehnten unter Nahrungsmittelmangel leidende Bevölkerung. Seit ebenso vielen Jahrzehnten gibt es jedoch mehr als nur Gerüchte, dass sich an diesen Hilfslieferungen hauptsächlich die regierenden Clans bereichern, weshalb derartige Lieferungen bereits in den 1980er Jahren immer wieder von Seiten der Hilfsorganisationen eingestellt wurden.

Das System der Schriftzeichen der Koreaner wird von Gelehrten (von welchen, ist unbekannt) abfällig als „Morgenschrift“ bezeichnet, weil man es — anders als das Chinesische — an einem einzigen Morgen erlernen könne. Es gibt nur rund 40 Schriftzeichen, deren Anordnung allerdings deutlich von der europäischer Schriftzeichen abweicht. Internetzugang ist der breiten Bevölkerung in Nordkorea nicht möglich, immerhin gibt es ein staatsinternes Intranet… huch, hier ist irgendetwas verrutscht: Was hat das auf einem Bela-Rethy-Fact-Sheet zu suchen?

Wichtig bleibt wie erwähnt der Dienstag in England: Pak Doo Ik. Der Mann ist verheirateter Arzt und war im Jahr 2002 mit den noch lebenden insgesamt sieben Spielern der Siegermannschaft ein zweites Mal in England, was zwei Briten zur Dokumentation „The Game of Their Lives“ nutzten. Ob zu Anlass der Rückkehr der Nordkoreaner die Hymne ihres Staates gespielt wurde, ist unbekannt. Jemand anderes aber wird nicht vergessen, die Hymne auf Pak Doo Ik zu singen: Den kennt man ja dann.

(PS: Interessant ist auch, was Google Maps bei genauerem Hinsehen über Nordkorea preisgibt. Das kann aber niemals auf einem Bela-Rethy-Fact-Sheet erscheinen, weil Bela Rethy niemals annimmt, dass sich seine Zuschauer in gewissen Fragen vielleicht auch vorher schon selbst informiert haben könnten, bzw. dass sie das, während sie das übertragene Spiel schauen, noch tun könnten.)

(PPS: Die Frage sei erlaubt, ob das Wort „Vuvuzela“ — wenn man richtig hinhört — gar nicht wie „Uwe Seeler“ klingt, sondern wie Bela Rethy. Oder anders gesagt: Ob wir nicht wissen müssten, dass man sich an das 90-minütige Getröte sehr gut gewöhnt: Man hört schon nach ein paar Minuten nicht mehr so richtig hin.)

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Ein netter Fake Das neue Trikot der deutschen Nationalmannschaft für die WM 2010

Vorher ward es noch nicht gesehen, hier ist ein Entwurf, der durchs Netz geistert. Unklar ist, ob dies nur ein Fake ist. Offizielle Stellen schreiben, dass dafür allerlei Anleihen bei vormaligen Gewinner-Trikots der DFB-Auswahl gemacht worden seien. So z. B. bezüglich des schwarzen Kragens bei jenen Trikots von der WM 1954 und der WM 1974. Und weil man sonst nicht so viel gewonnen hat seitdem, abgesehen von ein paar Europameisterschaften, muss für das Emblem des DFB auch noch das alte Trikot der Europameisterschaftsgewinner von 1996 als Pate her.

Was aber tatsächlich überrascht, wenn dies denn eine richtige Version ist, sind die !11!!! Streifen, die sich quer übers Trikot ziehen und — natürlich — Teamgeist symbolisieren sollen. (Das mit dem Teamgeist gilt aber nur für Spieler mit nicht zu vielen Tattoos, bzw. Spieler mit Tattoos, welche beim Tragen desselbigen unter dem Trikot verschwinden.) Dies ist ein Bruch mit der bisherigen Tradition, der wie der Schritt vom klassischen zum V-Stil anmutet — beim Skispringen, nicht beim Kragen. Etwas völlig Neues stellen diese dünnen Streifen auf einem deutschen Nationalmannschaftstrikot dar; und wenn man hier in Fragen des Modedesigns auch ziemlich unbeleckt sein möge, so kommt man nicht umhin, in diesen feinen Querstreifen eine Anleihe bei den Trikots des in Südafrika beliebten Rugbys zu wähnen.

Dass der rote Kragen so etwas wie einen versteckten Reißverschluss darstellen könnte, der dann wiederum enorm an Radrennfahrer erinnerte, lässt uns noch einmal kräftig durchatmen. Kräftig durchatmen, dass unser Sport so wichtig und so groß ist, dass ein puddingähnliches Zusammenfallen diverser Kartenhäuser wie beim Radsport zunächst noch nicht droht.

So kann man erstmal weiter schön Reibach machen, unter anderem mit diesem neuen Trikot.

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Zä Statistik is only für nerds

Als ich mal in eine nicht-europäische Stadt reiste, die im Ruf stand, sehr „gefährlich“ zu sein, war mein Reisebegleiter ein eher ängstlicher Zeitgenosse, der vor der Reise etwas nervös wirkte, weil er nicht wusste, welche Ausmaße an Gewalt und Kriminalität ihn auf den Straßen dieser Stadt erwarten würden. Wie in 99,x% der Fälle aller Touristen in dieser Stadt wurden wir nicht überfallen. Nach der Reise erklärte er also freudestrahlend allen, die es wissen wollten: „Und wir sind überhaupt nicht überfallen worden!“

Woraufhin man sich zu fragen begann, ob das mit der Statistik und den Wahrscheinlichkeiten eine Sache sein könnte, die das durchschnittliche menschliche Gehirn nie so wirklich begreifen wird.

Unterstützung für diese Annahme liefert uns Gary Mabbutt, wenn er von seinem Aufenthalt in Südafrika berichtet:

„I‘ll also tell you a story which my wife likes to remind me of. When I first went to work in the townships I decided it would be best to leave my Rolex watch – a treasured possession – at home in England.

The first day I got back, I proudly put it back on and went out for a drive. I stopped at lights in Shepherd’s Bush, was mugged and the watch was taken.“

Ich benutze äußerst ungerne diese etwas rohere Sprache, die vielleicht bei einem Rant angemessen wäre. Das hier aber ist kein Rant, sondern ein Hände-vor-den-Kopf-Schlagen (siehe im unsexy Header, artverwandt). Man muss Mabbutt, aber auch dem Journalisten, der das schreibt, zuschreien:

So whacking fot?

Was will er mit dieser Äußerung sagen? Dass es in Europa auch die Möglichkeit gibt, überfallen zu werden, während das in Mexiko natürlich nie der Fall ist? Dass man in Mitteleuropa auch einen Autounfall wegen schlechter Straßenverhältnisse haben kann, was in der Ukraine nie vorkommt? Dass man sich auch in Mitteleuropa mit HIV infizieren kann, was hingegen in Südafrika nie passiert?

Was auch immer er sagen will, dieses anekdotenhafte Arbeiten des menschlichen Gehirns ist kaum zu ertragen, erklärt aber auch, waum Menschen immer wieder Anekdoten erzählen, um Dinge beweisen zu wollen (positiv formuliert, in den meisten Fällen ist die Bedeutung des Wortes „beweisen“ gar nicht abrufbar…). Hans Meyer ist ein Generalvertreter dieser Zunft, aber auch alle anderen Menschen tun dies gerne, an Universitäten, und natürlich ganz besonders im Fußballzirkus (nicht nur im Doppelpass), nicht zu vergessen die Schwester der Cousine von meinem adoptierten Hermaphroditen. Anekdoten galore.

Wieso eigentlich sammelt man diese ganzen Statistiken im Fußball, wenn man sie dann doch nicht versteht?

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Fahndung, Ermittlung, Vorbeugung *

Gudn Abend, meine Damen und Herren.

Heute beschäftigen wir uns mit einem ganz besonderen Fall der Nepperei, in der unschuldige und vor allem nichts ahnende Menschen hinters Licht geführt werden. Es geht um schlimme Marketingmaßnahmen, die den Betroffenen zwar angezeigt, in ihrer Deutlichkeit aber nicht klar gemacht werden.

Doch zunächst zum Hintergrund der Tat, die wir mit Ihrer Mithilfe aufklären zu hoffen:

Das dreiste Phänomen ist von Tagesspiegel, SPON, 11Freunde und der ZEIT, auch von der Süddeutschen und wahrscheinlich noch vielen weiteren, bei denen man es nur deshalb nicht mitbekommt, weil man nach der Lektüre von Tagesspiegel, SPON, 11Freunde und der ZEIT sowie der Süddeutschen nicht auch noch die Zeitung der holsteinischen Schweiz oder der Brandenburger Förde, des Sender Freies Saarland oder der Schülerzeitung vom Mädchengymnasium in Hof lesen kann, selbst wenn man es wollte, durchaus bereits bekannt. Ein Tag hat schließlich für rechtschaffene Bürger nur vierundzwanzig Stunden: gefährlicher doppelter Content.

Da wird ein Beitrag ein einziges Mal geschrieben und dann an zig Quellen verkauft, wovon nicht immer der Autor profitiert, sondern manchmal auch die Zeitungen, manchmal sogar der Leser, der jetzt zufällig heute keine Lust auf SPON hat, sich aber trotzdem noch den möglicherweise lesenswerten Beitrag an anderer Stelle zu Gemüte führen kann. Dies sind die harmloseren Fälle unter den Vermarktern, die nach der Devise „Viel‘ Quellen sind viel Ehr‘“ verfahren. Es gibt aber auch die schwerwiegenderen, die nicht davor Halt machen, einzelne Emails mit mehreren Empfängeradressen zu versehen und dann auf ihr Glück zu hoffen.

Für den gemeinen Internetkonsumenten ist dieser doppelte Content nur eine kleine Gefahr, er könnte ein paar Sekunden seiner wertvollen Zeit verlieren, wenn er an einen Text gerät, den er an anderer Stelle schon gelesen hat. Für den Betreiber der Seiten hingegen kann diese Sache schon etwas ungemütlicher enden. Manchmal wird ein und derselbe Text auch unter unterschiedlichen Überschriften dargeboten und so ist demjenigen, der ihn veröffentlicht, meist nicht klar, dass es einen identischen Text schon an anderer Stelle gibt.

Originärer Content ist jedenfalls gemeinhin das, wieso man die neue Erfindung von eigentlich harmlosen Internettagebüchern — im Fachjargon auch „das Blog“ genannt — aufsucht. Dort ist man normalerweise vor doppeltem oder getrippeltem Content sicher, kann sich darauf verlassen, dass man den Inhalt nicht schon so oder in anderer Form von dpa oder sid gelesen hat, und weiß sich eines originären Leseerlebnisses sicher.

Nun, eine so offene Herangehensweise ruft natürlich auch Nepper und Schlepper auf den Plan und so müssen wir uns heute fragen, was da bei Jogis Jungs passiert ist, was genauso beim Footage-Magazin passiert ist. Die Fahnder sind sich noch nicht sicher, ob der selbe Täter nicht auch für weitere dieser Anfragen verantwortlich sein könnte, von denen er eine beim effzeh. untergebracht haben könnte.

Mit Ihrer Hilfe können wir diesen Fall vielleicht aufklären und etwas Licht ins Dunkle dieser seltsamen Pseudonyme bringen, die in den letzten Tagen nicht nur den drei genannten Blogs eine Email mit Bitte um Veröffentlichung, immer mit der Verlinkung zu einem Wettanbieter verbunden, gesendet haben, sondern auch vielen anderen arglosen Teilnehmern des normalen, unduplizierten Lebens in einer Content-Gesellschaft ohne sich zu gleichen.

Unsere Telefone sind rund um die Uhr besetzt, die üblichen Telefonnummern entnehmen Sie unten stehender Einblendung.

* Dieser Beitrag ist nicht als Anprangerung der beteiligten Blogs zu verstehen, denen nicht klar sein konnte, dass diese Masche System hat. Und deshalb weisen wir noch mal auf eine Sendung hin, deren Verschwinden zu solchen Szenen im Blogosquarium führt, wie hier beschrieben.



(Nicht zu vergessen die gefährlichen fanatisierten Atombomben-Autobahnfeinde… ab Sek 45. Sowie die Grünen, denen man als „fortschrittsgeplagter Mensch ja durchaus Sympathien entgegen bringen kann“, aus der sich aber eine neue Szene der Gewalt und der Intoleranz bildet. Aber das ist ein anderes Thema.)

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Homophonie kann eine Plage sein

Keine Witze mit Namen. Seine Kindheit wird schwer genug gewesen sein. Der arme Shane aus Neuseeland. Ganz so schlimm war es dann aber wohl doch nicht, denn sonst hätte er es nicht bis zum, naja, sagen wir Leistungssport gebracht.

Hoffnung gibt es auch für andere Kinder wieder, die glaubten, ihre Fußballkarriere würden an ihren mangelnden Fähigkeiten scheitern. Vielleicht hat Ur-Oma ja mal mit einem Neuseeländer geschäkert. Schnell aus- bzw. einbürgern lassen, und schon kann man das eine oder andere Länderspiel abstauben. Auf die Fähigkeiten kommt es da nicht ganz so an. Hauptsache, man kennt die Regeln und ist ein bisschen fit. Das reicht dann meist.

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Island — Südafrika 1:1

Kein sonderlich überraschendes Ergebnis dieses Testspiels, auch wenn das hier schreibende Gehirn tendenziell dazu neigt, die Isländer stärker zu sehen als sie je waren oder gewesen sein werden. Man bedauert auch, dass, obwohl es keine Kleinen mehr gibt, sich trotzdem immer die Großen qualifizieren und nicht z. B. die Isländer oder der äußerst redliche Jari Litmanen mit seinen tapferen Finnen.

Auf der anderen Seite: Ein 1:1 nur im Testspiel für den WM-Gastgeber Südafrika, man müsste geradezu darum zittern, dass Südafrika überhaupt die Vorrunde übersteht. Doch hat das Ergebnis für den Verlauf der WM 2010 keine Aussagekraft, weil dieses 1:1 bereits am 6. 6. 1998 stattfand.

Es geht hier auch ohnehin nicht ums Ergebnis, sondern um die Stätte dieses Spiels: Aus der noch zu eröffnenden Rubrik „Orte, an denen man Fußballplätze erwartet, aber keine Länderspiele“ sehen wir heute die Spielstätte des Länderwettkampfs Island — Südafrika, damals, in niemand Geringerem als Baiersbronn.

Ein echtes Krokodil war übrigens auch da.

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Am Morgenkaffee verschluckt

Potzblitz.

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• die UEFA zwecks Erstellung des Links im voraus schriftlich um Erlaubnis zu bitten;

Für eine Verlinkung von hier weg nach dorthin schriftlich um Erlaubnis bitten?

I can’t believe it’s yoghurt.

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