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Monat: Juli 2009

(Geschmacklich) Verbotene Stimulanzien

Und wenn wir gerade schon ein wenig zotig sind: Wie würde man eine Band nennen, bei der man ganz plakativ das, was man mit seinen Zuhörern machen will, als Bandnamen wählt?

The Schockers?
The Razors?
The Sendtohells?
The Cutmythroatandburymedeeps?
The Ultimatenightmareillusions?

Falsch. Das würde man vielleicht tun, wenn man jenseits der Weißwurst spielen würde. Nicht aber, wenn man die Haus- und Hof-Band des glorreichen TSV 1860 München werden will. Dann nennt man sich natürlich:

The Stimulators. (Blitze und Schrifttyp, der stimuliert, bitte dazu vorstellen.)

Und wem der Name alleine noch nicht stimulierend genug ist, der schaue sich die total rockenden und mitreißenden, fast schon unmenschlich sexuell anmutenden Stimulators an. Aber Vorsicht, erst festschnallen!

Man will ja nicht unken, aber man hat so seine Zweifel, ob man mit dieser Form von Stimulanz wirklich in die 1. Liga aufsteigen wird.

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Laiberltausch auf Österreichisch

Ah, der Nutella-Fluch.

In Österreich ist er natürlich unwirksam, weil es dort überhaupt nur 11 Fußballspieler gibt. Deshalb kann man auch nicht aus der Nationalmannschaft fliegen, selbst wenn man an der Fluch belasteten Nutella-Werbung teilnimmt. Möglicherweise ist das auch der Grund dafür, dass zumindest dieser eine Spot dann auch ein wenig anzüglich daherkommt, obwohl’s doch um ein Familienprodukt geht. Aber nun gut, wer eine Familie gründen will, der muss auch erstmal… aber seht selbst:



Und dass der Österreicher an sich ja schon immer etwas freizügiger ist, auch im Fußball, sieht man nicht nur an der Werbung auf dem Arsch der Spieler (man wird also geradezu genötigt, dort hinzuschauen, wie man es ja auch von Aufschriften auf Frauen-T-Shirts kennt), sondern auch an dieser alten Geschichte um eine FKK-Sauna als Werbepartner für den FC Tirol Supergau-Pfund Sportwetten Rally-Reifen Brausegetränk Oberhuber’s Inn Innsbruck.

Ein bisserl weniger mainstream-reingespült dürfte es gerne auch in Deutschland mal daherkommen.

Unerklärlich bleibt aber der betretene Blick des Ertappten. Ist so etwas nicht eine Art Trophäe im testosteron-getränkten Fußball? Was gibt’s da beschämt zu sein? Dass er so doof war, sein Laiberl zu vergessen? Na gut.

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Ungarn — El Salvador 10:1

Ohne jeglichen gegebenen Anlass schauen wir heute auf ein besonderes Spiel der Fußballgeschichte. Bis heute ist es der Rekordsieg bei einer WM, Ungarns 10:1 gegen die bedauernswerten Kicker aus El Salvador. Bedauernswert aber auch die Ungarn, die sich trotz dieses Kantersieges in der Vorrunde der WM 1982 nicht für die zweite Runde qualifizieren konnten.


Wie immer bei Fußballdaten die Daten zum Spiel.

Mit anderen Worten: Wäre Borussia Dortmund eine Nation, man hätte sich wenigstens weltweit blamiert und nicht nur innerhalb der Bundesliga.

Der Torjubel des el-salvadorianischen Spielers ob seines Treffers zum 1:5 ist allerdings herrlich.

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Jemandem ein X für ein ¤ vormachen

Zeter! Mordio! Sitten! Gemälde!

x (für x gleich beliebige Zahl) Millionen x (für x gleich beliebige Währungseinheit) für Spieler x (für x gleich x-beliebiger Spieler) sind zu viel!, tönt es vielstimmig ins Ohr, wenn man nur mit halbem zuhört. Da kann man nicht widersprechen.

Jetzt nicht und zu keiner anderen Zeit.

Es sei denn, der Markt gibt es her.

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Rant auf „die Jugend“

Ehrlich gesagt muss man mal wirklich und vernehmlich auf die Jugend scheißen. Genauso wie auf irgendwelche Neueinkäufe, millionenschwer. Man muss eigentlich auf alles scheißen, was da Neues kommen könnte.

So lange jedenfalls, wie man eine Mannschaft beisammen hat, die gut ist.

So lange braucht man keine gute Jugendarbeit, man braucht auch keine Talente um ihrer selbst oder um des die Talente hoch nach oben bringens willen.

Man lässt einfach die Mannschaft weiterspielen, die vorher schon spielte. Der altbekannte Erfolgreis.

Klar, man braucht einen guten zweiten Torwart, der dem ersten Feuer gibt, auf dass dieser nicht einschläft. Allselbiges muss auch für die Nr. 4 oder die Nr. 6 oder die Nr. 11 gelten. Allein: So lange die Mannschaft funktioniert, kann man sich sein schönes Jugendinternat (und all die üblen Schicksale, die darin verwelken) in den Arsch stecken.

Die ständigen Fragen, wie viele Spieler denn den Sprung aus „der eigenen Jugend“ in den Profikader geschafft hätten, gerade in den letzten Jahren, in denen der aktuelle Trainer regierend war, sind doch total fürn hohlen Zahn, so lange das Team funktioniert. Wer braucht einen 20- oder 18-jährigen Marko Marin, ein halb dahingeschawuppertes Talent, wenn er an dessen Stelle einen voll in seinem Saft stehenden 27-jährigen hat, der weiß, was er tut und warum er das tut?

Wer braucht ständigen ROI, nur weil das Jugendinternat ja nun mal im Unterhalt so teuer sei, wenn er währenddessen mit seiner aktuellen Mannschaft den besten, erfolgreichsten und attraktivsten Fußball der jüngeren Vereinsgeschichte spielt?

Die Antwort ist klar: niemand.

Niemand braucht neue Spieler, neue Impulse, neue Irgendwas aus der eigenen Jugend, so lange die eigene Mannschaft funktioniert.

Der Zeitraum, wie lange so etwas funktionieren kann, mag in den letzten Jahrzehnten arg geschrumpft sein. Nur weil andere Teams aber ständig ver- und kaufen und noch einen besseren Jugendtrainer verpflichten, das neue Supertalent (13) aus Afrika einkaufen und so weiter, muss man das noch lange nicht selbst kopieren. Man muss einen ordentlichen, gestandenen Profi, einen, der begriffen hat, dass seine Karriere endlich ist (so wie alles auf diesem Planeten, Universum, Galaxie, ad lib), nicht mehr zwangsläufig dazu antreiben, dass er seine beste Leistung bringt, wenn er die Aussicht hat, nur noch x (und x wird immer kleiner, bei jedem Menschen) Jahre spielen zu können und deshalb nur bei eigener bester Leistung und der der Kollegen einen Titel zu gewinnen. Und deshalb von sich aus die beste Leistung bringt.

Und wenn einer dann fragt: Warum gibt es denn keine neuen, immer noch nicht neue Impulse setzende, neue Knete in die Kasse bringenden, herrlich herangezogenen, fußballerisch und charakterlich bestens ausgebildeten Eigengewächse in der Stammelf, dann kann man einfach antworten:

Wozu?

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Die Ritter von der scharfen Lanze

Aus der nicht existenten Rubrik: Orte, an denen man keine Weltmeister erwartet:

(Der Ascheplatz leicht nordwestlich vom A.)

Und was war eigentlich mit den Herzbeschwerden, wegen derer Jürgen Kohler sein Amt in Aalen aufgab? Waren es doch eher Hirnbeschwerden bei den ganzen Zetteln und Dingens und so, die man ausfüllen muss, wenn man Spieler kauft oder verkauft? Nur dreieinhalb Monate beim MSV Duisburg lassen nicht unbedingt beste Eignung für die damalige Tätigkeit erahnen.

Aber wenigstens hat er einen Club mit CMS gefunden: SV Alemannia Adendorf.

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Das Schweigen der Lämmer

„Er ist in den sieben Jahren nicht einmal zu mir gekommen und hat mir persönlich gesagt, was ihm nicht passt.“

So der Irgendwaschef des HSV, Bernd Hoffmann, über den gegangenen Dietmar Beiersdorfer.

Es scheint eine gewisse Tradition unter Bernd Hoffmann gegeben zu haben, dass man nicht das an- oder aussprach, was einen störte. All das, was der liebe Thomas Doll vorher beim HSV nicht sagen durfte oder konnte, musste er schließlich in einer späteren Arsch-ablach-Rede in Dortmund loswerden. Kann man aber dafür Bernd Hoffmann verantwortlich machen? Das kann man legitimerweise dann tun, wenn man in der selben Zeitung stets Dieter Hoeneß beschuldigt, „beratungsresistent“, „selbstherrlich“ und so weiter gewesen zu sein. Dennoch gehen in solch einem Verhältnis 50% der Schuld an einer Zerrüttung an Beiersdorfer. Jahrelang schweigen bis dem Fass der Hut (in Form eines Deckels) hochgeht, das kennt man aus ganz anderen Beziehungen und es sollte eigentlich eine Binsenweisheit sein, dass man so nicht zusammenarbeiten kann. Beiersdorfers besondere Beliebtheit allerorten muss — siehe Doll — kein Zeichen der Qualität seiner Arbeit sein. Vielleicht wirkt er nur deshalb so sympathisch, so herzerweichend, weil er ein erfolgreicher Konfliktvermeider ist. Dass man mit einer solchen Haltung aber eher die Lizenz zum Scheitern hat, sieht man auch an anderer Stelle.

„Es stimmt ja einfach nicht, dass der Jürgen uns Spieler vorgeschlagen hätte, die er haben wollte.“

Sagt Uli Hoeneß nun über Jürgen Klinsmann. Dieser habe vielmehr behauptet, er würde Podolski und Schweinsteiger schon hinkriegen und könne deshalb auf neue Spieler verzichten.

Gerade von jemandem, der stets den mündigen Profi forderte, welcher nur dann auf dem Platz Verantwortung übernehmen könne, wenn er auch auf Chinesisch einem Taxifahrer den Weg erklären könne (weshalb man naturgemäß Sprachkurse (!) für Fußballer (!) anbieten musste), hätte man erwartet, selbst so mündig zu sein, die Dinge beim Namen zu benennen. Wobei „die Dinge“ hier eben die nötigen weiteren Spieler gewesen wären. All das Nachgekarte, wie es jetzt immer wieder stattfindet (auch hier, gerade) ist von beiden Seiten ziemlich billig, ermüdend und überflüssig. Überflüssig, weil ohnehin zu spät, und überflüssig auch damals schon — wie einfach wäre es gewesen, mal ein paar Namen in den Ring zu werfen?

So kann’s gehen, wenn man den Mund nicht aufmacht und sagt, was man eigentlich gerne hätte bzw. gerne nicht hätte: Jetzt sind sie beide im Niemandsland der Fußballmenschen.

Zeit genug haben sie nun, „eine Menge daraus zu lernen“, die Lämmer.

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football resistance — stop racism from invading football

Leider verschollen, diese footballresistance [Link leider tot]. Das Ensemble aber gefällt schon fast zu sehr – äußerst geschickt eingebaut. Auch wenn man, wie hier suggeriert, Rassismus tatsächlich nicht allein im Nationalsozialismus antrifft.

Doch auch das Resultat bei der wayback-machine macht Lust auf mehr von dieser Seite, welche leider nicht mehr zu erfüllen ist.

Beim Claim hingegen hab ich so meine Zweifel, ob ein Stopp der Invasion ausreicht. Der Rassismus ist doch schon mitten drin im Fußball. Man sollte ihn dort also, wie selbstredend überall, entfernen. Aber okay, mehr sollte er auch auf keinen Fall werden. Kannte die Seite jemand früher?

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Interviews Galore

Längere Interviews mit oder ohne Gehalt sind selten, hier gibt es gleich über 800 davon. Ich fasse zusammen, wer alles mit Fußball-Bezug dabei ist, entscheiden kann man dann selbst, welche man sich zu Gemüte führt: Rudi Assauer, Pierluigi Collina, Frank Goosen, Günter Hermann, Ottmar Hitzfeld, Uli Hoeneß, Rudi Kargus, Katja Kraus, Diego Maradona Jr., Johan Micoud, Lars Ricken, Thomas Schaaf, Mehmet Scholl, Michael Steinbrecher.

Und dann gibt es da seit gestern an anderer Stelle auch noch ein Interview mit Trainer Baade [Nachtrag vom 18.3.2013: Mylaola hat leider die Pforten geschlossen, deshalb gibt es das Interview nur noch im Internet-Archiv.]

Nachtrag vom 3.9.2010: Leider ist Galore kaputt, wie sie selbst schreiben, weshalb alle obigen Links entfernt wurden, außer jenem zum Interview mit Trainer Baade. Aber das war ja auch nicht bei Galore.

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Was zu beweisen wäre

Man stelle sich die üblichen Auflistungen vor, was man alles für 93-94 Millionen Euro (immerhin 181,89219 – 183,84802 Millionen D-Mark (diese Umrechnung muss immer mal wieder sein, man verliert ja nach einer Währungsreform so ein wenig das Gefühl für die eigentlichen Summen)) kaufen könne: diverse Kampfflugzeuge oder Supertanker, ungefähr ähnlich viele Millionen Tüten Gummibären wie Millionen Millionen es sind, die berühmten x Kilometer Autobahn, vielleicht den Kosovo, vielleicht sogar El Salvador oder eine Papstwahl und so weiter — und frage sich dann, wie viele Punkte man Cristiano Ronaldo auf der nach oben offenen q.e.d.-Skala verpassen sollte oder dereinst wird, wenn er sich dergestalt äußert, dass er dieses Geld auf jeden Fall wert sei.

Was er in Zukunft beweisen wolle.

Wir sind gespannt. (Und tatsächlich ein wenig gespannter als in einer Mathe-Vorlesung. Allerdings ungläubiger.)

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Totale Dominanz

So geht Trikotsponsor heute: „Hoffnungsträger“.

Der TSV 1860 München hat noch keinen neuen Sponsoren, aber einen neuen Marketingmann. Klappern, Handwerk und so weiter. Wenn einer neu ist, muss er sich auch irgendetwas einfallen lassen, um auf sich aufmerksam zu machen. Ein „Hoffnungsträger“ kam dabei aber nur heraus und man ist schon fast geneigt, noch ein „-lein“ anzufügen. Hoffnungsträger klingt wenig überzeugt von sich für jemanden, der sich ansonsten mit dem im Fußball völlig unüblichen Beinamen „Löwe“ anreden lässt.

Und welch dramatische Auswirkung ein falsch gewähltes Motto, Leitspruch oder sonstige Wort- und Sinnspruch-Akrobatik auf den Saisonverlauf haben können, weiß man ja spästens seit der Überschrift.

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