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Monat: Oktober 2009

Das ist das Ende

Wir probten in dem Keller der Realschule.

Eines Tages kam der Hausmeister herunter, der bekanntlich bei der Stadt interveniert hatte, dass Bands in seinem Keller proben würden und noch dazu einen Schlüssel für die Kellerräume seines Hauses hätten. Die Entscheidung fiel gegen ihn aus. Jugendkultur. Müsse man fördern. Zumindest in geregelte Bahnen lenken und was gäbe es Geregelteres als einen Realschulkeller, über den auch noch ein Hausmeister wachte. Zuhören wolle er, bei unserer Probe. Abgesehen davon, dass Proben nicht zum Zuhören gedacht sind, war gegen diesen Wunsch eigentlich nichts einzuwenden. Abgesehen davon, dass der Hausmeister eben Lord Vader war, der uns jederzeit mit einer leichten Halsbewegung hätte herauskicken können. Eigentlich wollten wir dieses dings-getränkte Dingen spielen oder zumindest versuchen, zu proben, bei dem niemand wusste, wie es ausgehen würde, das nur einen Anfang hatte, einen sehr strukturierten, aber kein Ende. Es hatte nie ein Ende. Eigentlich war es auch langweilig, wenn man nicht in der Stimmung war. Aber bei den Proben machte es immer viel Spaß. Wir spielten es nie live, es wäre zu langweilig gewesen. Natürlich konnten wir jetzt, vor den Ohren der Obrigkeit in Person des Hausmeisters nicht so einen Scheiß spielen. Also spielten wir „The End“, ohne uns des Subtextes des Titels in Bezug auf die Situation bewusst zu werden. „The End“ in unserer Version war – Herrgott, wie kreativ wir waren – natürlich kein 1:1-Abklatsch, sondern gespickt mit Zitaten anderer Songs. Niemand nahm an, dass der Hausmeister, er war ja gar nicht so tumb, wie er aufgrund seiner Aushänge im Proberaumkeller immer wirkte, diese Anspielungen bemerken würde. War auch egal. „This is the end“, mein Hausmeister, er hörte zu, wir spielten und irgendwann zwischendrin kam mir das Bild von Paul McCartney in den Sinn. Wie er als junger Junge noch da sitzt und nicht ahnt, was aus ihm werden würde. Ich spielte weiter. Wir spielten weiter. Der Hausmeister hörte zu. Wippdiwipp, sein Kopf bewegte sich. Wie kann man zu „The End“ mitwippen? Offensichtlich verstand er kein Englisch. Dann, natürlich, hätte man sich auch all die anderen Anspielungen in unserer ur-eigenen Version sparen können, wenn er sowieso kein Englisch sprach. Vielleicht war er aber nur ein Motherfucker, der den einen oder anderen Song doch erkennen würde, selbst wenn er kein Englisch sprach. Er wippte mit. Das Ende, sofern es nicht schon da war, rückte näher. Er wippte weiter mit, so als wäre nichts geschehen, so als stünde das Ende nicht vor der Tür unseres Proberaums. Irgendwann neigte sich der Song dem tatsächlichen Ende zu, und der Hausmeister hörte auf, mitzuwippen. „Schön“, sagte er, als er ging. Aber jeder wusste, dass er dasselbe auch bei demselben Scheiß in blau gesagt hätte. Dass er sich überhaupt die fünf Minuten genommen hatte, um zuzuhören, war schon sehr erstaunlich. So viel Geduld hätte man heutzutage nicht mehr. Später gingen wir auf den Schulhof und bolzten mit einem Tennisball herum. Den hatte nicht mal einer mitgebracht, er lag so da herum und war noch nicht platt. In einer Band von vier ist es schwierig, keine internen Rivalitäten oder Vorlieben zu entwickeln, und so war die Teamaufteilung natürlich klar: Hier Rhythmus- und Leadgitarre – dort Bass und Schlagzeug. Die Rhythmusfraktion hatte natürlich keine Chance gegen uns. Nicht, weil sie so schlecht waren, sondern weil sie keinen, ähem, ähem, Rhythmus fanden. Sie fanden einfach nicht in die Partie. Mit dem Tor zum 10:4 war es dann vorbei. Solche Schulhof-Partien hatten schon immer bei 10 geendet und jeder, der schon mal Fußball mit einem Tennisball gespielt hat, weiß, wie viele Tore dort fallen. Meistens musste man mit dem Gong fertig werden, war man aber nie. Statt einem Elfmeterschießen galt dann die „Regel“: „Das letzte Tor entscheidet.“ So beknackt war man damals, dass man erst einen 40:0-Vorsprung herausspielte, um dann ganz am Ende das letzte Tor entscheiden zu lassen, wer die Partie gewinnt. Das war hier zum Glück nicht nötig. Lead- und Rhythmusgitarre gewannen 10:4. Ich will nicht verschweigen, dass der Bassist ein absoluter Fußballlegastheniker war. Aber, und das ist ja die Krux (oder auch das Glück): Man muss eben nicht Fußball spielen können, um Fußball zu spielen. Es reicht, wenn man weiß, wohin man laufen muss, dafür muss man noch nie Effet auf einen Schuss gesetzt haben oder wissen, was der Winkel ist oder gar, wie man darein schießt. Einfach nur laufen und richtig stehen und schon ist man, sofern man richtig steht, ein besserer Fußballer als ca. 2/3 der Menschheit. Sollte doch mal ein Ball auf einen herniederkommen, kann man immer noch mit der Picke, mit dem Schienbein oder mit dem Arsch klären, Hauptsache, man weiß, wo man stehen muss. Als das Spiel aus war, schwitzten wir. Der Hausmeister rief von oben: Aber nicht, dass Ihr das jetzt bei jeder Probe macht! Wir riefen zurück: Halt die Fresse, Du Arsch. Tatsächlich sagten wir: Aber nicht, dass Sie jetzt bei jeder Probe vorbeikommen. Er grinste ein wenig. Man weiß bis heute nicht, was er damit gemeint haben könnte. 10:4, danach gingen wir wieder runter in den Schacht und schrieben „A Day in the Life“, welches so noch nie von einer Band vorher geschrieben worden war. Es war ein wenig still und kalt, aber wir Gitarristen wussten nun, dass die Rhythmussektion keine Chance hatte gegen uns.

Der Hausmeister lief laut hörbar den Flur hinunter.

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ZDF-Torwandschießen selber schießen

Erst Günter Netzer bei seinen rekordigen 5 Treffern zuschauen, welche er als erster überhaupt erreichte.


Dann selber machen und sogar andere per Email herausfordern:

Zum ZDF-Torwandschießen für die eigene Maus, sogar mit der Originalmusik „Up to date“ des Sportstudios im Hintergrund sowie dem unvermeidlichen Wolf-Dieter Poschmann, der wie damals bei FIFA 97 schon seine klugen Anweisungen zum Besten gibt. Ein echter Spaß für die ganze Familie.

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„Ich brauche keinen Ferrari …“

„… wenn Sie das meinen“, antwortet unser aller Träger der Schweinsteiger’schen Zahl (aktueller Stand: 80) Bastian im Interview mit dem Öko-Magazin „GQ“.

- Ich brauche keinen Ferrari, wenn Sie das meinen.

- Aber das ein oder andere Auto besitzen Sie schon?

- Ja, einen Audi R8.

Nun, das hier soll keinesfalls so etwas werden wie jener ärgerliche Teil, der dem kicker immer hinten anhängt, für den man auch noch mitbezahlen muss. Dennoch bringt ein kurzer Blick in die Wikpedia zu Tage, was ein R8 so zu leisten vermag:

420 PS, 4,6 Sekunden auf 100m, äh, von Null auf Hundert.

Endgeschwindigkeit (sagt man das so? Oder heißt es „Höchstgeschwindigkeit“?) laut Hersteller: 301km/h.

Man kann natürlich leicht sagen, dass man keinen Airbus brauche, wenn man schon eine Boeing in der Garage hat. Und das ist dann eben die Form des Unterstatements, die nur einem Dandy zusteht, der bereits über den Dingen steht.

Uns interessieren dennoch mehr die Äußerungen zum Thema Fußball. Ein Großer wolle er endlich werden, seiner Karriere die i-Tüpfelchen aufsetzen, die bislang fehlen. Er habe verstanden. Jetzt greife er ganz groß an. Was ihn sportlich am meisten störe, sei die Finalniederlage bei der EM 2008, dieses Spiel würde er gerne noch einmal spielen und natürlich mit anderem Ausgang absolvieren. Er habe verstanden. Jetzt greife er ganz groß an. Ein Großer wolle er endlich werden, seiner Karriere die i-Tüpfelchen aufsetzen, die bislang … oh, sagten wir das schon? Ja, okay, auch Bastian Schweinsteiger sagte dies schließlich schon, allzu viel ist davon bislang aber nicht zu bemerken. Ein sportlich äußerst seltsamer Geselle ist er geblieben, bei dem man nicht weiß, warum man ihn in der Nationalmannschaft zum Stammspieler gemacht hat, er gleichzeitig aber immer mal wieder für einen (dieser eine zumindest) Geistesblitz gut ist, den man mFuR* als Weltklasse einsortieren darf.

Und wo wir gerade schon dabei waren, uns mit der Frage zu beschäftigen, wie viele Millionen gescheiterter Talente es eigentlich braucht, um einen einzigen Bundesliga-Profi hervorzubringen, und dabei ganz besonders auf die Frage geachtet haben, wieso man von diesen Geistern, die jede Unterschrift unter einem solchen Bundesliga-Profi-Vertrag umwehen, nie etwas liest, lesen wir umso lieber, wie es um des Schweinsteiger’schen Kontakt zu diesen Leuten steht, die er ja in der frühen Phase seiner Karriere massenweise gekannt haben muss:

- Und was machen inzwischen die, die es nicht geschafft haben?

- Das weiß ich nicht.

In einem letzten Punkt ist er uns schließlich dann doch ähnlicher als man angenommen hätte, sagt er zumindest:

- Lesen Sie, was die Zeitungen über Sie schreiben?

- Nur, wenn ich beim Arzt warten muss. Es stehen zu viele Unwahrheiten drin.

- Auch im Sportteil?

- Besonders im Sportteil.

Wir lesen nur Blogs. Da steht zwar auch viel Unwahres drin, aber sie liegen nicht beim Arzt aus.

*mFuR ist das neue WsTB und steht für „mit Fug und Recht“

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Alle WM-Bälle auf einen Kauf

Wenn das alles etwas einfacher wäre, gäbe es hier das später Verlinkte auch zu sehen, so muss es bei überflüssigen Worten und einem schnellen Klick bleiben: Alle WM-Bälle von 1970 bis 2006 in einer Serie gibt es neuerdings zu erwerben. Wobei gleich auffällt, dass man ein paar sehr gut kennt und ein paar andere weniger gut.

Aus der ersten Kategorie:

WM 1970 Telstar
WM 1974 Telstar durlast
WM 1978 Tango River Plate
WM 1982 Tango España
WM 1986 Azteca
WM 1998 Tricolore
WM 2006 Teamgeist

Aus der zweiten Kategorie:

WM 1990 Etrusco Unico
WM 1994 Questra (ehrlich gesagt noch nie gehört und noch seltener gesehen)
WM 2002 Fevernova

Bliebe die Frage, wie eigentlich der WM-Ball 2010 für Südafrika aussehen und heißen wird. Wie immer haben wir unsere Spione schon lange ausgesandt und wissen seit Jahren um das noch geheime Design des WM-Balls 2010.

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Der nicht zu schließende Reißverschluss

Natürlich nehmen wir unseren Sport nicht ernst. Denn wenn man ihn ernst nähme, dann müsste man sich auch dafür interessieren. Also, haha, lassen wir es lieber sein, sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Umso besser, wir wissen ja, die meisten Millionen, die zuschauen, verstehen nicht mal, dass es ernst ist. Es ist nur eine reine Unterhaltung, aber nichts, worüber wir etwas erfahren wollen würden. Und deshalb lachen wir auch an jedem Samstag Abend. Lachen uns ein wenig kaputt über uns selbst, wie dumm wir waren, unseren Sport ernst zu nehmen. Haha.

Darf einem doch keiner übel nehmen, dass man es nicht ernst nimmt, oder?

„Herr Welke, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien denn am meisten geärgert?

Über die Länderspiel-Übertragungen der letzten Tage. In der ARD gab es einen durch vorzeitige Qualifikation völlig sinnlos gewordenen und entsprechend lustlosen Kick gegen Finnland. Verschwendete Lebenszeit für alle Beteiligten. Weit ärgerlicher aber, was beim wichtigen Russland-Spiel im ZDF passiert war: Deutschland löst das WM-Ticket, und nach dem Spiel gibt es kein einziges Interview! Fußballer zu fragen, wie sie sich nach einem Spiel „fühlen“, gehört aber natürlich zum Grundversorgungsauftrag. Stattdessen wurden Nachrichten gezeigt. Eine gefühllose Entscheidung.

Yeah, und genau deshalb haben wir auch keinen Bock mehr, zuzuschauen, wenn wir uns in unserem eigenen Tauberzüchterverein noch von einem verhohnepiepeln lassen müssen, der Taubenzüchtervereine an sich schon grundbanal und dann auch noch verachtenswert findet. C‘mon, warum sollte ich euch ernst nehmen, ihr versteht doch selbst nicht, worum es geht.

Aber natürlich sitzt derjenige dann in derselben Ordnung wie diejenigen, die den Sport, den sie, hoffen wir zumindest, selbst wenigstens ernst nehmen. Und verarscht uns auch noch, während wir zugucken und hoffen, etwas übers Spiel zu erfahren.

Dieser vermaledeite nicht zu schließende Reißverschluss in deutschen Fußball-Medien-Landen zwischen dem, was Leute, die sich für witzig halten, aus dem Fußball machen, während sie das tun, was sie selbst für witzig halten, was wiederum nichts mit Fußball zu tun hat: Er ist unerträglich, dieser nicht geschlossene Reißverschluss und bis heute hat uns noch keiner die Frage beantwortet, Herr Comedian, was zum Teufel ihn dazu getrieben hat, unbedingt einen auf Sportjournalist zu machen, wenn er doch viel lieber „Comedian-Darsteller-Versucher“ wäre. Diese Vermischung zweier eigentlich nicht miteinander zu verquickender Elemente des Lebens geht nicht auf uns zurück.

Wenn es denn wenigstens lustig wäre.

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Dreiste Fälschung

Lange hatte man sich gefragt, wieso diese komischen Tor-Entstehungen nachstellende Videos nicht einfach Pinnöpels, wie man stilisierte Spieler auch gerne nennt, verwenden, um die Tore in ihrer Entstehung nachzuzeichnen, wie hier das 1:0 des SC Heerenveen gegen Hertha BSC Berlin.

[photopress:hertha_heerenveen_fans_olympiastadion.jpg,full,centered]

Jetzt ist die Antwort klar: Wenn man nur stilisierte Pinnöpels nähme und womöglich nur eine Draufsicht — wie sollte man da die anwesenden Zuschauermassen optisch ein bisschen aufhübschen und ein ausverkauftes Stadion (ohne Laufbahn) simulieren, wo doch in der Realität an einem regnerischen Donnerstag weniger Zuschauer als zu jedem Drittliga-Spitzenspiel ins immer gerade dann besonders ausladende, mit einer Laufbahn versehene Olympiastadion kommen?

Nicht genug, dass wir schon mit künstlichen Fangesängen beschallt werden: Jetzt werden uns in der Nachbetrachtung auch noch Zuschauer vorgegaukelt, wo gar keine waren!

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Produziert Hasseröder auch Ale?

Ah, da kommen sie aus den Ambushen, die ersten nationalen Bruder Tucks:

Mit einer nationalen, kanalübergreifenden FIFA WM-Kampagne rückt Hasseröder ab Dezember sein Sortiment bei Handel und Verbrauchern in den Mittelpunkt.

Nicht doch, wer würde denn ernsthaft deutsches Bier auf der Insel an den Mann bringen wollen? Aber was will man schon von einer Biersorte erwarten, die auch noch damit wirbt, dass Ihr Bier aus „besonders weichem Harzwasser“ gebraut wird? Da kann es ja nur Bier für die englischen Softies sein.

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Kaizer Chiefs vs Kaiser Chiefs

Der Name der Band Kaiser Chiefs aus Leeds lehnt sich an den südafrikanischen Fußballprofi Lucas Radebe an, der lange Zeit bei Leeds United spielte, bzw. an dessen Heimatverein — die Kaizer Chiefs aus Johannesburg. Die Kaizer Chiefs wiederum sind nach dem südafrikanischen Fußballer Kaizer Motaung benannt sowie dessen Team in der damaligen nordamerikanischen Soccer-Liga, den Atlanta Chiefs.

Somit ist weder dieser Beitrag noch die Band ein Fall für die Rubrik „Der Dummschwätzer“, denn mit unserem Kaiser hat das nichts zu tun.


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Zahl der Woche XXIX

Die aktuelle Zahl der Woche lautet nicht etwa 4500, auch nicht 190 und erst recht nicht XXIX, wie man annehmen könnte, denn das ist nur die fortlaufende Nummer der Folgen dieser Serie. Die gerne als „heutige“ titulierte Zahl der Woche lautet heute:

1,6.

So häufig berührt Simon Rolfes den Ball nämlich beim Hochhalten desselben pro Sekunde — und das schon in ganz jungen Jahren und sogar gewerbsmäßig:

Jonglieren:
An Pfingsten 1998 setzte mein Bruder Markus einen besonderen Preis aus. Für 3000 Mal Ball hochhalten sollte ich den neuen WM-Ball Tricolore spendiert bekommen. Genau 45 Minuten und 4500 Kontakte später hatte ich meinen Bruder um 190 DM erleichtert und ich hatte den WM-Ball. Mein erster Verdienst durch Fußballspielen: Der nagelneue WM-Ball für 190 DM. Mein Bruder hatte mich unterschätzt.

Man kann von Glück sprechen, dass der junge Simon damals schon im Fußballverein war, sonst hätte er mit dieser Nummer in von einzelnen Familien geführten Zirkussen durch die Kleinstädte dieser Republik ziehen oder noch schlimmer als Sensation im Rahmen des Pausenprogramms von Hütchenspielern gleich welcher Nationalität auftreten müssen. Womöglich noch direkt neben den besagten Querflöten-Indianern, den Ureinwohnern deutscher Fußgängerzonen.

(Bei seinen Ergüssen zum Thema U merkt man übrigens ganz deutlich des Bierhoffschen guten Einfluss auf die Jugend.)

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Bullshit Bingo Bundesliga

Den wenigstens bekannt bislang, dürfen sich Leser dieser Seite glücklich schätzen, denn hier wird das geheime Geheimnis des Fußball-Gottes gelüftet: Der Fußball-Gott ist eine Kuh. Und seine Äußerungen tut er/sie mittels Kuhfladen kund.

Oben im Fußball-Himmel läuft diese Kuh vor jeder Saison aufs neue einen Parcours ab, auf dem die Klubs der Bundesliga aufgemalt sind, und wirft mal hierhin und mal dorthin und bestimmt so das Endtableau der jeweiligen Saison, je nach Reihenfolge und Trefferfeld eben. Zufällig dahingeschissen, sozusagen.

Ein Geheimnis, welches die armen Leute da unten nicht ahnen: All ihr Wirken und ihr Gebaren hat leider überhaupt keinen Einfluss auf das, was der Fußballgott da oben hinscheißt. So ackern sie und rackern sie und reden von Strategien und Neueinkäufen, denen beim Einleben man helfen werde, die sich nahtlos ins System oder die durch den teuren Wegverkauf entstandene Lücke einfügen werden. Davon, dass man aus der Vorsaison gelernt habe, dass man die selben Fehler nicht noch einmal machen werde, dass man dieses Mal wirklich keine Südamerikaner nur nach youtube-Studium einkaufe, dass man sich defensiv stabilisiert habe oder dass man seine Torchancen mittels des Wirkens eines Mentaltrainers nun besser nutzen wolle.

Und wenn es dann gar nicht so läuft, wie selbst geplant, weil der Fußballgott oben was Anderes hingeschissen hat, dann laufen sie wieder rat- und beinahe planlos wild gackernd durcheinander, der Mob fordert Skalps, die Verantwortlichen drehen wie von Sinnen an allen Schaltern, die sie noch im Vorjahr als vermeintlich wirksam ausgemacht haben, allein: Es ändert am Ergebnis nichts.

Hatte die Kuh im letzten Jahr noch einen Tabellenplatz im oberen Drittel erzeugt, hat sie dies Mal Platz 14, nach vielerlei Zittern und diversen Entlassungen, vorgesehen. Wer gerade noch an der Champions League schnupperte, sieht sich von der Macht des Fladens nach unten gespült, muss plötzlich Stunden ohne eigenen Torerfolg erklären, wo er nichts zu erklären weiß. Der zuletzt zweistellige Stürmer trifft nicht mehr und dem ehemaligen Stabilisator der Defensive unterlaufen Eigentore galore.

Mit der selben Wirksamkeit werden Aufsteiger in den UEFA-Cup und deren Trainer als Helden auf die Titelseiten emporgespült, gefeiert wird das Wirken jener, nach der geheimen Mixtur des Wundertrainers oder -Einkaufs wird gefragt, viel wird andernorts kopiert, die Lehrbücher werden umgeschrieben, die neue Frische, das frische Neue möchte man auch gerne selbst haben, die Sektkorken knallen und die Fans bauen Denkmäler.

Bis, ja, bis es auch im nächsten Jahr wieder heißt: Kuhstall auf fürs neue Tabellenplatz-Bingo und alles ziellose Raten und weder er- noch überhaupt klären Können geht wieder von vorne los.

Flatsch.

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Meister als Trainer und als Spieler

Gerade les ich in einer dieser „Info-Boxen“, dass xy einer von nur sechs Menschen sei, die in der Bundesliga Meister als Trainer und als Spieler geworden sind. Kurz inne gehalten, komme ich ad hoc auf fünf, womit mir einer fehlt. Damit es nicht ganz so langweilig ist, bitte die übrigen auch suchen.

Kein „Gewinnspiel ohne Gewinne“ heute, dafür wird’s allzu schnell zu Ende sein.

Komplette Antwort nach dem Klick:

“MeisteralsTrainerundSpieler-Spoiler“

Trainer
Felix Magath
Jupp Heynckes
Thomas Schaaf
Matthias Sammer
Franz Beckenbauer
Helmut Benthaus

Torwarttrainer
Sepp Maier
Toni Schumacher
Wolfgang de Beer
Gerry Ehrmann
Dieter Burdenski
Eberhard Trautner
Walter Junghans

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Crying little girls

… playing soccer.

Das ist das, wofür die Veltins-Arena laut eines amerikanischen Blogs normalerweise genutzt wird:

Crying little girls playing soccer.

Und wenn man sich anschaut, wer da so alles im Heimteam tätig ist, allen voran ein gewisser, kann man nicht ganz von der Hand weisen, dass der amerikanische Blogger womöglich Recht hat.

Gesagt hat er das im Rahmen des Weltrekord-Versuchs, der im Zuge der Eishockey-WM in Deutschland 2010 in der Veltins-Arena stattfinden soll: Die Zahl von 74.554 Zuschauern ist zu schlagen, die im Oktober 2001 die College-Begegnung im Spartan-Stadium von East Lansing verfolgten, die Veltins-Arena bietet 75.976 Fans Platz. Der Rekord gelingt also nur, wenn die Schaubude für die weinenden Mädchen auch an dem Tag restlos ausverkauft ist, an dem echte Männer (und weder Biathleten noch Monster Trucks noch europäisch-amerikanische Footballer) ihre Kunst in diesem Stadion präsentieren.

Abgesehen von diesem Weltrekord-Versuch sollte man auf Schalke angesichts der Ebbe in den Kassen darüber nachdenken, die Zuschauerkapazität des Stadions durch Umwandlung größerer Bereiche in Stehplätze zu erhöhen, um auf diese Weise ein wenig schneller als in der geplanten Zeit von den Belastungen herunterzukommen. Knappe 61.000 waren ohnehin etwas knapp kalkuliert bei einem Klub, der doch bei fast jedem Heimspiel deutlich mehr als diese 61.000 Tickets unters Volk bringen könnte.

Warum nur hat man damals in dieser Hinsicht so devot kalkuliert, in anderen Aspekten hingegen ganz und gar nicht?

Gelesen beim Check von hinten.

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