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Monat: November 2009

Deutschlands neues Trickot

Wer ein neues Trikot verkaufen will, der muss dafür auch Werbung machen. Und das macht man natürlich am besten, indem man das ganze viral werden lässt, heutzutage. Deshalb, hat sich irgendjemand Schlaues gedacht, bauen wir einfach einen kleinen, leider nicht mal unterhaltsamen Fehler in eins unserer Spielchen zur Werbung für unser neues Trikot ein und hoffen, dass die doofen Blogger drauf anspringen und es veröffentlichen. Aus diesem Grund gibt es jetzt hier dieses Bild mit der Frage: Den Capitano kennt man ja — auch wenn das angeblich eine nur von Klinsmann erfundene und von anderen nicht verwendete Bezeichnung ist — und man hat auch insgesamt wenig Zweifel, dass man den bei der WM in Südafrika noch gebrauchen könnte – aber:

Was ist eigentlich dieses Printz?

[photopress:printz_poldi_adidas_flash_game.jpg,full,centered]

Wer jetzt gehofft hatte, die deutsche Nationalmannschaft hätte eine neue Geheimwaffe entdeckt, einen Wunderstürmer, dem so etwas wie Quarantäne nie passieren würde, einen teutonischen Rooney, den muss man enttäuschen. Es ist auch kein neues Spielsystem, das galant durch die gegnerischen Abwehrreihen zu schreiten ermöglicht, auf dass die Verteidiger nur noch dem Holden am Ball Spalier stehen können.

Es ist ganz schnöde ein in den letzten Jahren, was Zählbares angeht, wenig erfolgreicher Stürmer eines Bundesligaklubs, welcher meist gegen den Abstieg kämpft.

Keine Wunderwaffe, kein Geheimsystem, einfach nur Printz!

“Printz!“
[photopress:printz_poldi_2.jpg,full,centered]

Es ist ja nicht so, dass Fehler nicht passieren könnten, humanum est, aber es gibt eben zolche und sloche. Will sagen: Man kann einen Tippfehler schon ganz gut von einer orthographischen Schwäche unterscheiden. Naja, was soll’s. Hauptsache, der Rubel rohlt. Viral isses jetzt auch.

… und sowas im Land von Hinz und Kunz – ohne Teh-Zett. Tz!

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Perpetuum mobile

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Es ächzt und seufzt und rumpelt und pumpelt unaufhörlich vor sich her, vor sich hin, über uns hinweg und vor allem mitten durch unsere Leben durch. Und mit jedem Häppchen mehr nähern wir uns dem Schlussakkord aus „Das große Fressen“.

Ein echtes perputuum mobile wäre ein großer Gewinn für die Menschheit. So aber: Ein Monster, dem man irgendwann nur noch sehr widerwillig folgen kann. Es tut gut, wenn die meisten dieser Ergebnisse reine Zahlen im Kopf produzieren und keine Bilder mehr dazugehören. Und eine Länderspielpause ist plötzlich willkommen. Auch eine Winterpause zu haben, im Gegensatz zu unser aller Vorbild-Liga, wird sich noch als angenehm herausstellen.

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Unbedingt immer autorisieren lassen!

Wir hatten das Thema zwar gerade erst, aber:

Ja, ähm, jetzt nicht der klein-große Philipp, sondern Rene van Eck, der aktuelle Trainer von Carl Zeiss Jena. Der Mann redet sich öffentlich um Kopf und Kragen, sofern er seine Trainer-Laufbahn fortsetzen will, und niemand hindert ihn daran. Immer! erst! autorisieren! lassen! Selbst der so harmlose und wenn nicht zumindest seriöse, dann doch immer maßvoll formulierende „Kicker“ schreckt nicht davor zurück, den armen van Eck, der ja gar nicht weiß, was er da redet, einfach so in die Welt hinaus zu zitieren. Jena verlor jüngst ein Derby gegen einen der vielen anderen unterklassigen Vereine im Osten, und daraufhin streckt van Eck die Waffen:

Für den sportlichen Rückschlag suchte indes Trainer Rene van Eck verzweifelt nach Antworten. „Du machst einen Schritt nach vorn und dann passiert so etwas. Und das ausgerechnet im Derby“, erklärt der geknickte Jenaer Coach. „Leider weiß ich nicht, wie man trainiert, dass man im Derby nicht die Hosen voll hat.“

Nachdem gerade der Präsident Jenas zurückgetreten ist, sucht man nun also auch noch einen neuen Trainer, das Chaos ist perfekt. Van Eck hat sich noch dazu möglicherweise durch sein Eingeständnis der mangelnden fachlichen Qualifikation um eine Abfindung gebracht. Hätte man das erst mal autorisieren lassen, wäre das nicht passiert.

Oder man hätte eine Trainerausbildung mit für im Fußball häufig auftretende Situationen adäquaten Inhalten absolviert, das wäre natürlich auch eine Möglichkeit gewesen. So aber: autorisieren!

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Frauenfußball ist viel schöner

Ganz besonders schön wird er natürlich, wenn.

Nun.

Alles Weitere, was zur Anmutigkeit des Fußballspiels, ausgeübt von jungen Mädchen mit langen, blonden Pferdeschwänzen usw., zu sagen wäre, könnte eventuell missverstanden werden und zu Komplikationen führen, die hier überhaupt nicht beabsichtigt sind.

Dennoch muss das Grundsätzliche, was in diesem Video dokumentiert wird, einmal ausgesprochen werden: Nichts ist so schön und anmutig wie echter Fußballsport, gespielt von jungen Mädchen, die traumhafte Kombinationen und noch beeindruckendere Torschüsse aufs Tapet zaubern. Aber seht selbst.

Gesehen bei whoateallthepies.

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Mit Legenden aufräumen: Elfmeterschießen kann man nicht üben

Wir haben allerdings keine Elfmeter trainiert, da man die nervliche Belastung in so einer Situation nicht simulieren kann.

Die hier anzubringenden Einwände muss man ja nicht mal großartig ausführen. Strategien zur Stressbewältigung, zur Stressreduktion, bis zum Erbrechen automatisierte Handlungsabläufe, die nur noch so wenig bewusste kognitive Kontrolle benötigen, dass sie viel weniger von den Umständen beeinflusst werden können als vorher, Strategien zur Kontrolle, Abwehr oder nötigenfalls Verarbeitung negativer Kognitionen sowie zu guter Letzt Stärkung des Selbstvertrauens in die eigenen Fähigkeiten durch das Wissen um die tausendfach geübten Abläufe.

Wenn man schon überhaupt irgendetwas im Fußball so trainieren kann, dass die Ausführung im Spiel mit größerer Wahrscheinlichkeit gelingt als ohne intensives Training, dann doch wohl den Umgang mit Situationen bei ruhenden Bällen.

Der Fuzzi vom Zitat oben, der etliche Jahre lang selbst „Profi“ war und nun Trainer einer „Profi“-Mannschaft ist, heißt übrigens Karsten Baumann, trainiert den VfL Osnabrück und glaubt seine Thesen von 1912 wohl auch noch. Ach, streichen wir einfach „trainiert“ und fügen „steht daneben rum, wenn die Mannschaft spielt“ ein.

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fern Fernsehen sehen

Jedem, der ins Ausland wechselt, egal, aus welchen Gründen, kann man nur eins empfehlen. Um Gottes Willen kein Radio- oder Fernseh-Programm aus der Heimat anschaffen. Man wird nicht über die Bruchstücke, für die Luca Toni und Franck Ribéry bekannt („Ein Wasser, bitte! (Hahaha!)“) sind, hinauskommen. Was macht also der so extrem multikulturelle David („Dävid!“) Odonkor, nachdem er ins Ausland gewechselt ist?

Wir erfahren es bei seiner Antwort darauf, was man bei Betis Sevilla tue, um sich gegen die Ansteckung mit der Schweinegrippe zu schützen, welches, na klar, nichts Neues für Odonkor war:

Aber das kannte ich alles schon aus dem deutschen Fernsehen. Das schaue ich auch hier.

Womit auch klar wäre, wie er zu dieser zweiten Aussage — der Journalist glaubt noch, es sei wegen Schweinegrippe, Abstiegsgefahr oder Nicht-Stammplatz am Anfang problematisch gewesen — kam:

Überlegen Sie da nicht zurückzukehren?

Am Anfang hat man sich Gedanken gemacht, jetzt nicht mehr. Meine Familie und ich genießen jeden Tag in Sevilla.

Am Anfang, ganz am Anfang, da funktionierte nämlich das deutsche Fernsehen noch nicht, weil der Techniker auf sich warten ließ. Da war es ein bisschen schwieriger, mit dem Verstehen, mit dem Einleben. Seit das deutsche Fernsehen funktioniert, ist alles gut, warum sollte man da weggehen? Das bisschen Schweinegrippe bringt uns doch nicht um. Kerner, Sportschau, Marienhof, Lindenstraße, alles da.

Man könnte es selbst auf dem Mond ganz gut aushalten, Hauptsache, das deutsche Fernsehen funktioniert.

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EARUOPÖA LA HAGUE

Da ich mir nicht mehr die Finger brechen will und eine „Champions League“ schon genug ist, wird jener Bewerb, in dem die Bayern bald antreten werden, in dem tatsächlich zur Zeit noch Hertha BSC Berlin vertreten ist und der so ungeliebt der Cup der Niederlagisten getauft wurde, von jemandem, der diesen anderen Pokal wohl auf Jahre hinaus unschlagbar nur noch mit dem Fernglas sehen wird, dieser Bewerb wird hier in meiner Eigenschaft als Sprachpfleger meiner selbst von nun an nur noch als

Europa-Liga

bezeichnet.

Das hat nichts mit vermeintlichem Anti-Denglischtum zu tun, auch nicht mit einer etwaigen Überzeugung, dass ein zusammengesetzter Begriff sich nur einer einzigen Sprache bedienen darf, um seine Elemente zu finden, oder gar damit, dass ich zu blöd wäre, die Buchstabenkombinationen ae und ue ständig hintereinanderzutippen (okay, ein bisschen vielleicht, siehe Titel).

Nein, es hat schlicht und ergreifend damit zu tun, dass ich dem englischen Begriff einer „League“ in Kombination mit einem im Deutschen gebräuchlichen Wort wie „Europa“ einfach nichts abgewinnen kann, wenn das deutsche Wort für die „Liga“ schon seit Ewigkeiten etabliert ist und viel schneller von der Zunge geht — obwohl es in der Aussprache länger ist.

Jeder so wie er will, ich hier nur noch mit Europa-Liga.

Und dass die UEFA sich jetzt ein kleines Eigentor damit geschossen hat, dass niemand mehr „UEFA-Cup“ oder eben „UEFA-Europa-League“ sagt oder schreibt und die Zahl ihrer Nennungen somit signifikant sinken wird, kratzt hoffentlich nur eben jene.

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Neulich, in der Kantine

Da war aber mal ein Witzbold am Werke. Mein beiliegender Glückskeks von heute — offensichtlich in Berlin produziert — enthielt Folgendes:

[photopress:fortune_cookie_haste_scheisse_am_fuss_1.jpg,full,centered]

Erstellt mit diesem Irgendwas. Für Photoshop bin ich ja zu faul, meistens.

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Gar nicht so neu: Besondere Lebens-Ereignisse im Stadion begehen

Christoph Daum hat es vorgemacht, viele namenlose Fans sind gefolgt: Daum ließ sich am Mittelkreis des Stadions „seines“ Vereins“ (zu dieser heißen Luft siehe auch beim effzeh.) mit seiner Frau trauen, auf Schalke gibt es extra eine Kapelle (die jetzt zu 15% der Stadt gehört), in der man Selbiges wohl auch tun kann. Beim HSV gibt es den Fan-Friedhof, nun gut, das ist nicht ganz das, was man unter „Lebens-Ereignisse“ versteht, aber was tut man nicht alles, um in der Champions League mitspielen zu können. Man will sich ja nicht vorwerfen lassen, nicht alles für den Erfolg getan zu haben.

Andere wiederum verkaufen Anteile ihres Vereins an Firmen und verbrämen das dann in typischem Neudeutsch als „strategische Partnerschaft“, wobei die Strategie auf der einen Seite darin besteht, Geld zu überweisen, und auf der anderen Seite, das überwiesene Geld auszugeben, eine äußerst nachhaltige Strategie also.

Wer keine „strategischen Partner“, sondern einfach nur Partner hat, gibt das Geld, das noch gar nicht überwiesen wurde, aus, und muss danach Mark und Bein verkaufen oder auf neue, innovative Wege kommen, den vorletzten Cent aus seinem Fan zu pressen. Sei es über versch(r)obene Anstoßzeiten, die den Ball unaufhörlich rollen lassen, oder durch in den Kabinen buchbare Kindergeburtstage, verkauft Babys schon zahlungspflichtige Mitgliedschaften, versteigert einen Platz auf der Trainerbank oder man zwingt Menschen auf Sitzplätze, die lieber stehen würden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und es wird gepresst, wo gepresst werden kann.

Nun denkt man gerne, dass das alles modernes Kröpp-Zeugs sei und dass diese Wünsche, Hochzeit, Geburt, Tod, das alles im Verein zu erleben, sozusagen künstlich erzeugt werden. Doch weit gefehlt: Die Idee, besondere Lebens-Ereignisse im Stadion zu begehen, ist schon viel, viel älter als man denkt.

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