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Monat: Februar 2010

Was geschah mit blutgraetsche.de?

Die Mutter aller Fußballblogs ist tot.

Das ist nichts Neues, denn ziemlich genau am 19. Dezember 2005 stellte die Blutgrätsche ohne vorherige Ankündigung plötzlich den Betrieb ein. Noch lange konnte man ihren Leichnam im Netz betrachten.

Nicht nur Trainer Baade (mit anderem Pseudonym) schrieb dort, sondern auch Leute wie janus und Tissi, welcher mir letzte Woche zu diesem Thema mailte. Leider blieben alle meine Kontaktversuche an bzw. mit Dirk Storck, der immer noch die URL gemietet hat, erfolglos. Weshalb wir jetzt hier mit unserer berühmten Schwarm-Energie Licht ins Dunkle des Schicksals der Blutgrätsche bringen möchten.

Wer weiß etwas über den Verbleib, das Schicksal oder die Gründe fürs Ableben von blutgraetsche.de?

Wer hat ebenfalls damals dort geschrieben (das nur am Rande)?

Wer die blutgraetsche.de nicht kannte, bekommt über die Wayback Machine einen Eindruck, was dort abgelaufen ist: Eine große Anzahl diverser Fußballautoren veröffentlichte kostenlos ihre Beiträge zu allen möglichen Fußballclubs und -themen, von der Bundesliga über die Regionallliga bis zur Nationalmannschaft. Kommentare waren meines Wissens nicht möglich, gleichzeitig hatten einzelne Beiträge bis zu 2.000 Abrufe oder Leser.

Wahrlich die Mutter dessen, was uns heute als Fußball-Blogosquarium erfreut.

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Im Angesicht der Sekte

Özcan hieß er eigentlich. Nannte sich selbst aber Maradona. Womit er ja nicht so weit entfernt war von all jenen Kids, die sich auf Bolzplätzen treffen oder trafen und sich vor 40 Jahren vielleicht „Günter“, „Jupp“ oder „Gerd“ nannten, in den 1980ern dann eben „Maradona“, „Zico“ (insbesondere Zicos gab es viele, was nicht nur an dessen Spielweise, sondern auch an der besonderen Attraktivität dieses Namens gelegen haben mag) oder „Socrates“, weil man damals schon irgendwie mehr zu den Nachnamen tendierte, die wesentlich später erst dann auf den Trikots erscheinen sollten. Man darf an dieser Stelle, wenn man selbst immer „Wuttke“ sein wollte, nicht allzu viel über „Maradona“ lästern, wenn er doch auch dazu gehörte. Zur Sekte der Fußballinfizierten. Die Sekte, die kein Oberhaupt und keine Regeln hat, deren Angehörige aber ähnlich bedauernswert sind wie jene, wie man liest, immer selben 20.000 Menschen, die bei 9Live und Ähnlichem anrufen, obwohl sie natürlich qua Regeln des Spiels nicht gewinnen können. Immer die selben 20.000 Spielsüchtigen, die genau auf diese eine Machart hereinfallen, internetferne Omis wahrscheinlich, denn wer Internet hat, der hat seine tatsächliche Spielsucht schon längst ins Internet verlagert und verfügt über 35 Accounts in Gibraltar, Surinam, Monaco, der Schweiz oder anderen nicht-Eu-konformen-Regionen. Wer hingegen fußballsüchtig ist, und schon in jungen Jahren infiziert wird, der hat überhaupt keine Chance, seiner Sucht zu entkommen. Es gibt nicht mal ein Anti-Sucht-Programm der Krankenkassen, keine Betty-Ford-Klinik für Fußballsüchtige. Wer einmal infiziert ist, der muss sich am Ende seines Lebens noch grämen, dass er nicht nur stirbt, sondern auch das Ergebnis der nächsten WM oder EM (je nachdem, was gerade ansteht) nicht mehr erfahren wird. Hajo Friedrichs hat eines seiner Interviews, als er schon dem Tode geweiht war, damit gestaltet, zu antworten, auf die Frage, was er bedauern würde, wenn bzw. dass er jetzt bald sterben würde: Dass er nicht mehr die EM 1996 erleben werde. Und wenn man deutsch ist und Deutschland gewinnt dann zufällig (wobei ausgerechnet 1996 eben eher nicht zufällig war, aber kann ja immer so sein) und man erfährt das nicht mehr, dann ist das traurig. Also, für einen Toten ist es natürlich nicht mehr traurig, denn tot ist tot. Aber stellen wir uns mal vor, man wüsste, dass eine deutsche Mannschaft mit guten Chancen zu einer WM führe. Und dann läge man todkrank auf der Intensivstation, und dann — das natürlich nur für den Fall dass man berühmt wäre — kämen Reporter vorbei und fragten so unangenehme Fragen wie was man am meisten vermissen würde, wenn man dann bald tot sei.

Das Ergebnis des nächsten großen Fußballturniers.

Wie traurig und peinlich zugleich. Dass man einfach so auf dem Sterbebett noch mal zugeben muss, dass man unheilbar dieser Sekte angehört. Und dass man nichts Besseres zu antworten weiß, weil es eben Realität ist, wie schlimm es ist, dass man weder wissen will, wer die nächste Bundestagswahl gewinnt, noch ob die Menschheit den nächsten Meteoriten-Einschlag oder die nächste Pandemie (die ja ohnehin niemals kommt) überleben wird, sondern dass man wissen will, wer nächster Europameister wird. Wird man dann aber nicht mehr erfahren. Auf der Intensivstation. Irgendwann gehen die Lichter aus.

Maradona war jedenfalls in seiner Spielweise sehr wenig maradona-like, außer, dass er auch nur ca. 1,50m groß war. Ein bisschen peinlich, auf dem Platz nach einer Flanke oder einem Pass von ihm zu verlangen; die Gegner lachten immer, wenn man ihn „Maradona“, der eigentlich Özcan hieß, rief.

Aber infiziert ist infiziert.

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Better-looking sportsmen more likely to win

Man muss dem Fußballgott oder vielleicht auch dem Zufall dankbar sein. Der Fußballgott wusste nämlich nicht, dass besser aussehende Sportler eine größere Wahrscheinlichkeit haben, zu gewinnen. Oder es war ihm kurzzeitig entfallen. Anders ist der WM-Titel von 1990 für Spieler wie Andreas Brehme, Rudi Völler und Giego Buchwald nicht zu erklären. Wobei eine Wahrscheinlichkeit ja keine Zwangsläufigkeit bedeutet. Dann war das wohl ein einmaliger Ausrutscher des Fußballgotts.

Ich plädiere ab sofort für mehr Spieler wie Sami Khedira und weniger wie Marko Marin.

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Dem sky so SPAM oder: Post vom Totengräber

Möglicherweise weiß der eine oder andere, dass ich nicht nur diese Seite „Trainer Baade“ betreibe, sondern tatsächlich eine Hobbyliga leite. Eine Hobbyliga, die nicht mal auf ordnungsgemäßen Fußballplätzen ausgetragen wird, sondern auf allem, was der Großwesir des alternativen Fußballs aka ich, als regelgerecht auslegt. Rasen oder Asche muss es schon sein und zwei Tore haben, ansonsten ist aber doch einigem Wildwuchs Tür und Tor geöffnet, was unterschiedliche Maße und gar Anzahl der Spieler angeht. Wie dem auch sei, diese Liga existiert schon länger als diese Seite hier und irgendwo im Netz stehen auch die Kontaktdaten der Liga, welche dann zufällig mit meinen übereinstimmen. Das führt uns zu einem anderen Punkt:

Irgendjemand scheint gerade sehr dringend Umsatz und Werbung zu brauchen. Denn letztens flatterte mir unaufgefordert als Leiter dieser Liga an meine Privatadresse postalischer SPAM ins Haus.

Ein gewisser Carsten Schmidt unterschrieb das Anschreiben, dem auch noch eine tolle Broschüre beigelegt war, in welchem er mir/uns anbot, doch Trikots für nur 10* Euro das Stück zu erwerben, in denen man dann seinen Sport ausüben könne oder solle. Warum dieser für ein Fußball-Trikot doch recht günstige Preis? Das lässt sich leider nicht beantworten, da man ohne so ein Exemplar bestellt zu haben auch nur sehr wenig über die Qualität dessen sagen kann. Es gibt ein paar wirklich, wirklich professionell gemacht Fotos von ein paar wirklich, wirklich nicht professionellen Laienfußballern, die eben geschickt so ausgewählt wurden, dass sich jeder noch so klumpfüßige Fettwanst aus Finsterwalde mit diesen Menschen identifizieren kann und eventuell zu dem Gedanken verleitet wird, dass ihm so ein Trikot nicht nur passen könnte, trotz Fettwanstigkeit, sondern dass es ihm eventuell auch noch gut stünde.

Auf dem Cover der Broschüre posieren Ottmar Hitzfeld, allerdings in Anzug und Krawatte, und Lars Ricken in eben jenem Trikot sowie ein zu jeder guten Werbung gehörender kleiner Junge, der mit seinem unschuldigen und noch nicht geschlechtsreifen Lächeln auch an die Instinkte jenes Teils der Bevölkerung appellieren soll, welcher oft über die Haushalts- und Vereinskassen wacht.

„Trikots für Deutschland“

ist die Broschüre überschrieben – „Volkstrikot“ hat man sich das Ding wahrscheinlich nicht zu nennen getraut.

Innen drin findet man dann diverse unterschiedliche Farbversionen dieser Billigtrikots, denn sie kosten schließlich inklusive Hose nur 9,95 Euro, sowie zusätzliche Incentives wie Gewinnspiele für den dicksten Bauern oder auch den größten Haufen oder den schnellsten Anrufer, wenn gerade 2 Leitungen freigeschaltet sind und der Hotbutton blinkt und natürlich die Ansagedame halbnackt ist. Möglicherweise habe ich mich bezüglich der Halbnackten auch verlesen, jedenfalls gibt es ein Gewinnspiel, bei dem dann von allen Teilnehmern genau 3 etwas gewinnen, ein paar Ocken. Die Plätze 4-50 bekommen dann noch vier Sportbälle, also ungefähr das, was man auch nach 3x tanken bei Aral hinterher geworfen bekommt, auch wenn man gar nicht mehr weiß, wohin mit den vielen Bällen.

An dem Gewinnspiel kann man allerdings nur teilnehmen, wenn man, und das hat jetzt natürlich sehr viel mit den „Trikots für Deutschland“ und so weiter zu tun, eine neuen Abonnenten für sky wirbt.

Wie auch überhaupt diese Trikots nur so günstig sind, weil auf ihnen Werbung für sky prangt und man damit also Werbung für eine Institution machen soll, die selbst dafür verantwortlich ist, dass mir meine kleinen Hobbyspieler immer häufiger von der Fahne gehen und lieber ins Stadion oder vor den Fernseher pilgern und eben genau das nicht mehr tun, wozu sie diese Trikots, so sie sie kauften, kauften: selbst Fußball spielen.

Der Totengräber des Amateurfußballs besitzt doch tatsächlich die Dreistigkeit, mir unaufgeforderten Spam-Müll zuzuschicken, in welchem er dann auch noch mit dem Finger in der Wunde bohrt und die Eingeweide des Hobbyfußballs herausreißt, zusammenquetscht und mit diabolischem Lächeln auf den Boden wirft, um dann darauf herumzutrampeln und einem dann noch zuzuraunen: „Braucht Ihr ja jetzt nicht mehr.“

Es macht sich sicher total schick, in so einem sky-Trikot vor dem Fernseher zu sitzen, das sky-Programm zu konsumieren, es im Zuge der Aufregung um das Spiel des bevorzugten Profivereines vollzuschwitzen, um es dann unbenutzt wieder waschen zu müssen. Auch kann man mit diesem Trikot sicher gut Zigaretten oder Bier holen gehen, weil man darin so ungemein sportlich aussieht, obwohl man nur sein Gesäß auf dem Sofa drapiert, während andere Leute Fußball spielen, man selbst aber nicht.

Entweder, weil man unbedingt dieses eine Spiel verfolgen muss oder aber weil vom Gegner irgendjemand unbedingt dieses eine Spiel verfolgen muss, was bedeutet, dass man nun mal keinen Gegner mehr hat.

Sicher bin ich nur rein versehentlich in diesen Verteiler geraten, denn wenn man sich, was natürlich niemand tut, die Mühe gemacht hätte, sich den Spieltermin dieser meiner Liga anzuschauen, dann wüsste man, dass wir seit 7 Jahren sonntags um 14h spielen. Somit hat es in dieser Zeit noch jeder rechtzeitig zu den zwei oder drei Sonntagsspielen der Bundesliga nach Hause geschafft. Wie Ihr alle wisst, ist es damit seit dieser Saison Essig und das zu nicht geringen Teilen deshalb, weil sky mehr für sein Geld haben will und auch noch den wirklich allerletzten freien Termin an einem Wochenende besetzen musste. (Niemand kann schließlich von einem studentischen, jüngeren Publikum ernsthaft erwarten, sich sonntags vor 13h aus dem Bett zu schälen und zum Fußballplatz zu begeben, konnte man doch ohnehin erst, weil das Samstagabendspiel bis kurz nach 20h dauerte, viel später als gewollt in den Samstagabend starten.)

Vielen Dank für so viel Taktgefühl vom Totengräber des Amateurfußballs, ausgerechnet mir auch noch das Angebot zu unterbreiten, für dieses Bezahl“fernsehen“ zu werben.

Wo kann man sich über unverlangt zugesandte Werbung beschweren (ernst gemeinte Frage)?

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Janus: Nix Neues im Möbelhaus

Nach längerer Abstinenz und einem ausgelassenen Beitrag von janus hier mal wieder ein kleiner Ausschnitt aus janus‘ neuestem Machwerk sowie der Hinweis auf Selbiges. Und da gerade erst am vergangenen Freitag Abend Fortuna Düsseldorf seine imposante Heimserie gegen Rot-Weiß Ahlen ausbaute, passt der alte (tatsächlich im Wortsinne) Fortuna-janus doch ganz gut zum Einstieg in die nächste Rund-um-die-Uhr-versorgende Fußballwoche.

Dort berichtet janus von den ersten vier Partien der Rückrunde, welche dann da den 18.-21. Spieltag meinen (und nur Anfänger wie ich brauchen drei Versuche, um dabei auf vier Spieltage zu kommen und nicht auf drei …), wobei sich unter Anderem Folgendes zutrug:

Einen Nachbrenner gab es auch noch aus dem letzten Jahr. Der Trainer von Arminia Bielefeld, Thomas Gerstner, durfte 2.000 Euro aus der Portokasse für sein jetzt schon legendäres Interview nach dem Spiel seiner Truppe in Düsseldorf an den DFB latzen. Berufsverbot in deutschen Landen für das komplette Schiri-Gespann fordern, die entscheidende Szene des Spiels vor einem Millionenpublikum komplett falsch beurteilen („Das war kein Freistoß vor dem Elfmeter, und Elfmeter war es auch nicht“), dem Schiri mit einer Gegenklage drohen, die an Albernheit nicht mehr zu überbieten ist („Vielleicht verklagen wir ihn auf die entgangenen Punkt- und Siegprämien“), eine Woche später wieder vor einem Millionenpublikum eine dunkle Verschwörungstheorie stricken (Aussage nach dem 1:1 gegen Union Berlin, dass sich ihm mittlerweile ein Verdacht aufdränge, den er aber nicht öffentlich kundtun dürfe, sonst müsse er mit weiteren Strafen rechnen), all das bekommt man beim DFB also für schlappe zwei Riesen. Und anschließend darf er wahrscheinlich wieder das Vorbild für die Jugend geben. Sollte die Arminia am Ende der Saison den Aufstieg knapp verpassen, darf man gespannt sein, dazu wird ihm dann diesbezüglich sicherlich auch noch etwas einfallen.

Doch natürlich geht es auch um die Fortuna selbst, die eine beeindruckende Heimserie in ihre Esprit-Arena hinlegt. Offensichtlich, nun gut, hier Wortwitz einsetzen mit Esprit und dem Vorgänger LTU, Pilotenstreik, vielleicht noch ein bisschen Guerrero ad lib:

Und trotzdem: 48.250 Zuschauer. Manchmal muss man sich kneifen, um zu glauben, was derzeit abgeht.

Diese Zahl war übrigens gleichbedeutend mit einer ausverkauften Arena. Es passen zwar eigentlich 51.000 und ein paar Zerquetschte rein, um aber genau diese zu vermeiden, hatte die Polizei aus Sicherheitsgründen zwei Pufferblöcke rechts und links des Gästebereichs gefordert, für die keine Karten verkauft werden durften. Ähnliches gab es schon im Mai 2009 beim Aufstiegsspiel gegen Werder II. Damals waren aber nur 20 Bremer am Start, wenn überhaupt so viele, für die brauchte man nicht viel Puffer, deshalb konnten 50.095 Zuschauer rein. Diesmal brauchte man etwas mehr Leerraum, denn es kamen 7.200 Zuschauer von der Wedau. Ich glaube, in schlechten Zeiten haben die noch nicht mal so viele Zuschauer bei Heimspielen. Aber diesmal, siehe oben, passte eben alles. Volle Hütte und natürlich Zuschauerrekord für die laufende Zweitliga-Saison. Und es dürfte schwer werden, den zu toppen, über ein Stadion mit entsprechender Kapazität verfügt eigentlich nur der TSV 1860 München, und die spielen ja eigentlich nicht so, dass man ein ausverkauftes Haus erwarten würde, egal gegen wen. Also, ein schönes zusätzliches Gimmick für die Fortuna, und ein warmer Geldsegen für die Kasse.

Dazu noch der kleine, bescheidene Hinweis an den alten, mitunter sogar ehrwürdigen janus, dass der Slogan „Ich wünschte, ich würde mich für Tennis interessieren“ (der auch im Beitrag vorkommt) ein ganz profanes Tocotronic-Zitat ist. Muss man in dem Alter aber nicht mehr kennen.

So, und jetzt auf zum ganzen Beitrag, Essen ist fertig.

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Der Fußball, das Tier, der Fisch, der Atlantik

Wer sich schon mal gefragt hat, warum die meisten Fußballer so schleimig rüberkommen, sowohl optisch als auch in Interviews, der findet nun endlich eine Antwort. Denn zu guter Letzt stammen sie alle vom Affen Football Fish ab, der tief im Atlantik sein Unwesen treibt und zwar riesige Ausmaße erreicht, nicht aber kognitive Leistungen, die seiner Körperfülle entsprechen würden, wenn man jetzt mal den Menschen als Maßstab nimmt und nicht z. B. eine Kuh. Der Football Fish (Himantolophus) zählt natürlich zu den Tiefsee-Anglerfischen. Er kommt vornehmlich im Atlantik vor, wir dürfen allerdings annehmen, dass er sich dort meist eher westlich orientiert. Östlich des Atlantiks kann man, immer noch nicht, nicht allzu viel mit dem Football Fish anfangen (abgesehen davon ihn durch die Gegend zu werfen, deshalb, ein Gag, so alt wie Monty Python, ja auch football).

Welche Dimensionen der Football Fish annimmt, veranschaulicht das vorne über verlinkte Bild (auch wenn dort das Glas ordentlich bei einer gewissen Form der Täuschung mithilft). Zu groß zum Werfen, würde man fast annehmen, da muss man schon ordentlich dagegen treten, deshalb ja auch football … fish.

Nicht zu verwechseln ist der football fish übrigens für den Kenner mit diesen Vertretern von Borussia Dortmund (gelb) und FC Schalke 04 (blau) bei denen man deutlich sieht, wie die Dortmunder biergeschwängerte Luft die Spieler doch etwas größer werden lässt, bierbauchiger, als jene fast schon abgemagerten im von stetigen Ausdauerläufen geplagten Magathland.

Wer jetzt denkt: „Toll, so ein football fish, das wird mein blöder Goldfisch zu Hause nie lernen“, dem kann Abhilfe geschaffen werden. Nicht Trainer Baade muss dazu vorbeikommen und den heimeigenen Fisch trainieren. Das kann jeder selbst erledigen mit der wahrhaft zauberigen „R2 Fish School“. Dann ist sogar echtes Fußballtraining mit Umkurven von Slalomstangen und graziösen Dribblings möglich.

Hätte man das früher gewusst, es hätte vielleicht nie den Nationalspieler Odonkor geben müssen, der zur Zeit traurig in seiner Hafenstadt Sevilla sitzt und den Fischen beim Fußball Spielen zuschaut.

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Aus gegebenem Anlass* …

… weisen wir noch mal auf die eigentlich selbstverständlichen Regeln im Umgang miteinander hin.

[Bild leider nicht mehr verfügbar.]

* Selbstredend ist derjenige, dessen Schuld nicht bewiesen ist, so lange unschuldig, bis er nicht schuldig gesprochen wurde.

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Motzki, Witwer, Rumpelstilzchen, …

Der Bezeichnungen für Matthias Sammer gibt es viele, hier soll aber in guter Tradition des „Dummschwätzers“ eine Blog-eigene Titulierung für das kommende Bundesstilzchen gefunden werden, mit der er auf dieser Seite ausnahmslos benannt wird. Es graut vor den Tagen, an denen statt des smarten, wenn auch nicht unfehlbaren Löws der Witwer die Interviews nach Länderspielen geben wird. Aber wie soll er spätestens nach der WM 2010 hier heißen?

Die Kommentare sind nach unten offen.

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Was war was?

Immer schon gab es gewisse Institutionen, denen man weniger vertraute und andere, bei denen man keine Zweifel hegte, dass sie vertrauenswürdig seien. Bitter, wenn man erst Jahrzehnte zu spät erfährt, dass man mit seiner Einschätzung völlig daneben lag, denn ein nicht unbeträchtlicher Anteil des hiesigen Fundus an Wissen oder was man dafür hielt stammt aus den diversen Ausgaben der „Was ist was?“-Reihe, welche einen ählichen Stellenwert genoss wie z. B. die Tagesschau oder, ja, auch der Kicker.

[photopress:was_ist_was_teste_dein_wissen_1_2.jpg,full,centered]

Dieser Screenshot stammt von einer nicht mehr bekannten Seite, auf der diese Was-ist-was-Reihe einen Fußballquiz anbietet. Nun, Fußball ist wohl das einzige Gebiet, zu dem man nichts aus der Was-ist-was-Reihe gelernt hat, sondern alles aus dem Kicker. Zum Glück muss man heute sagen, zum Glück, denn liebe Was-ist-was-Redaktion, die Antwort ist leider falsch.

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Trainer Baade (Duisburg) oder Die Seuche vom Geographiewahn

Es gibt viele Fußballspieler in der Bundesliga, denn in der Bundesliga wird viel Fußball gespielt. Normalerweise wird dem geneigten Zuschauer aber nicht mitgeteilt, aus welcher Stadt einer der 22 plus Einwechselspieler Protagonisten stammt. Die Nationalität wird öfter mal erwähnt, aber auch nur dann, wenn sie nicht per Nachname ohnehin schon klar ist. (Abgesehen natürlich von der alten Sportjournalismus-Krankheit, Namen anscheinend niemals wiederholen zu dürfen, sondern immer durch geographische Pseudo-Bezeichnungen ersetzen zu müssen („der Kerpener“, „der Leimener“, „der Fröttmanninger“), auch wenn diese nämlichen Lokalitäten niemandem bekannt sind (und wenn, dann nur durch die ellenlangen Wiederholungen der Sündenfälle des Sportjournalismus)).

Die Heimatstadt an sich scheint irgendwie irrelevant zu sein, gerade im kicker (nicht-schützenswerte Marke übrigens) – Sonderheft wird noch mal auf so etwas wie den „Heimatverein“ eines Spielers eingegangen. Der Heimatverein muss aber nicht aus dem Heimatort eines Spielers stammen, das wiederum interessiert aber weder den kicker noch den Leser (komischerweise).

Es gibt sehr viele Spieler in der Bundesliga, bei all jenen erfährt man aber nie, ob er jetzt aus Rijeka, Charkov oder Plovdiv stammt. Dort wird immer nur auf die Nationalität eines solchen Spielers verwiesen. Bulgare, Pole, Portugiese.

Während man das einerseits ein wenig ignorant findet, dass Spieler immer nur dann, wenn sie aus Deutschland kommen, auf ihre konkrete Herkunft heruntergebrochen werden, während Ausländer immer nur Ausländer (aus einem Land) sind, gibt es eine Berufsgruppe, die sich immer der Nennung ihres Heimatdorfes sicher sein kann.

Die Schiedsrichter.

Niemand weiß, warum man z. B. Günter Perl (Pullach) als naturgegebenes Namens-Suffix empfindet, warum man weiß, dass Manuel Gräfe aus Hintertupfingen kommt oder dass Dr. Fleischer gar nicht aus einer Fleischerei kommt.

Bei den Schiedsrichtern wird dem geneigten Interessenten ständig eine Ortsangabe aufgedrückt, welche aber grundsätzlich keine Relevanz hätte und vor allem: welche auch niemand benötigt. So verschmelzen durch ständige (1984) Wiederholung irgendwann Realität und Dorf, aus dem der arme Mensch kommt (arm, weil er natürlich lieber gerne selber aktiver Fußballprofi geworden wäre), zu einer Einheit und diese Einheit hat es in sich.

Er wird sie zeit seines Lebens nicht mehr los.

Das Problem dabei ist: Wir auch nicht. Günter Perl wird immer aus Pullach kommen, auch wenn man dabei einen großen Pinkel-Reflex entwickelt. Horst Hanschneider wird immer aus Neudorf (an der Leine) kommen, weil er eben immer so genannt wird.

Es stellt sich die Frage: Wen interessiert, aus welchem Landkaff der Schiedsrichter kommt?

Es ist Zeit, mit dieser Tradition zu brechen, macht bitte Platz für mehr relevante, aber für weniger redundante Information.

Sagt

Trainer Baade (Duisburg Dellviertel)

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