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Monat: August 2010

Zwei Schwerverletzte in der Frauen-Bundesliga

Die Zeiten ändern sich, auch im Frauenfußball wird nun hart zugeschlagen und gefährlich gerempelt, so dass Mütter inzwischen überlegen, ihre sofern vorhandenen Mädchen doch lieber zum Boxen anzumelden, denn da gibt es wenigstens gegen allzu brachiale Gewalt schützende Helme.

Die ganz üble Werfer- und Schubserei beim DFB im Videobild ab -4.25.

„Skandal!“

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Dietmar Mögenburg trainierte am Fußballtor

„Da bin ich also letzte Woche mal so richtig vor den Pfosten gelaufen.“

Kein Zweifel daran.

Kennen die Jüngeren unter uns gar nicht mehr: Dietmar Mögenburg war mal Co-Weltrekordhalter in so etwas, was man Hochsprung nennt. Also, beides kennen die Jüngeren nicht mehr: Weder Dietmar Mögenburg noch Hochsprung. Welches Stadion, in das mehr als die üblichen Wattenscheider-Festspiel-3.000-Zuschauer passen, hat heutzutage noch eine Laufbahn oder eine Hochsprung-, Hammerwurf- oder Kugelstoßanlage? Außer dem Olympiastadion in Berlin keins mehr, und „das ist auch gut so“.

Denn Leichtathletik ist abgesehen von Sprintdisziplinen ein ähnlich bescheuerter Anachronismus wie Turnen.

Direkt aus den 1980ern nun, als man junge Schülerinnen und Schüler noch zu jenen eben erwähnten Anachronismen wie Turnen und Leichtathletik zwang, hier das Interview mit Dietmar Mögenburg, der davon berichtet, welche Funktion zu seinen Zeiten ein Fußballtor für einen Hochspringer hatte.



Dass der Hochsprung-Weltrekord allerdings seit 1993 nicht übertroffen sein soll, ist kaum zu glauben. Anachronismus hin oder her.

Wem die 2,56m, die ein Fußballtor hoch sein soll, etwas spanisch vorkommen: Maximal erlaubter Durchmesser von Latte oder Pfosten betragen 12cm and there you go. Oder auch nicht.

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Mein Dagepuch – lesen?

Wohl den wenigsten ist die Lust am Schaudern fremd. Nicht umsonst gibt es eine nicht gerade kleine Gruppe an Menschen, die sich freiwillig und gerne Horrorfilme, oder konkreter vielleicht Filme des Genres „Suspense“ anschauen. Im Folgenden geht es hier dann allerdings eher um Horrorfilme.

Das Buch „Anpfiff“ von Toni Schumacher las man an dieser Stelle noch tatsächlich freiwillig, weil auch ohne Schaudern. Dass dort von Prostituierten und Doping die Rede sein würde, war man noch nicht so wirklich zu erfassen in der Lage, und so lockte viel mehr die Aussicht auf einen Einblick ins Innenleben einer Bundesliga- oder sogar der Nationalmannschaft. Bücher schreibende Profis mag es schon mehr als einen gegeben haben, pro Saison oder Zeitraum des Heranwachsens waren es aber derart wenige, dass ein solches Buch von Toni Schumacher einer Sensation gleichkam, für jemanden, der nur allzu gerne genauer in ein Bundesliga-Team geblickt hätte. Möglicherweise schlechte Sprache wurde damals kaum als Kriterium angesehen, und so empfand man es als absoluten Glücksfall, dass nur wenige Monate nach Erscheinen auch die örtliche Bücherei das Buch in ihrem Bestand führte und man es ausleihen und, natürlich nur als Metapher, verschlingen konnte, ohne dafür zu bezahlen.

Wenn man heute auf jene Bücher zurückblickt, die man eigentlich damals hätte lesen sollen, aber kein Geld, keine Kenntnis davon oder auch einfach keine große Lust hatte, weil der Tag ja nur soundsoviel Stunden und es tatsächlich auch im Leben eines Jungtrainers noch andere Dinge gibt als Fußball, so kommt man an einem nicht vorbei, bei dem sich schon immer kein kleiner Impuls zur Lust am Schaudern und am Gruseln einstellt. Die Rede ist von Loddars legendärem Tagebuch mit dem so legendären wie kreativen Titel:

„Mein Tagebuch“.

Nun stellt sich zu Zeiten von eBay gar nicht mehr die Frage, ob man ein Exemplar davon je auf einem Trödelmarkt oder in einer Antiquariats-Buchhandlung würde finden können: Nur zwei, drei Mausklicks entfernt wäre schon das eigene Exemplar dieses „Buches“. Doch genauso nah sind natürlich die Rezensionen auf z. B. amazon.de zu diesem Buch. Und was man da zu diesem vermuteten Meisterwerk der Fußball-Literatur zu lesen bekommt, lässt die Vorfreude aufs Schaudern ins schier Unermessliche steigen:

„Eine Lektüre dieses Buches (…) lohnt sich nicht, da das Buch über keinerlei Gehalt verfügt.“

„Die Art und Weise, wie Lothar seine müden Geschichten zum besten gibt, ist dünn, langatmig und schlichtweg schlecht.“

„Eine so gute unfreiwillige Satire hat es wohl bis jetzt noch nicht gegeben. Der Gipfel der Naivität.“

„Manchmal sind allerdings auch überflüssige Berichte zu lesen, wie zum Beispiel, daß Matthäus kalte Pizza ißt, oder sein Haus überschwemmt ist.“

Dem Impuls zum Schaudern entgegen steht dabei der ebensolche Wunsch, nicht noch mehr Trödelkram aka Staubfänger in die Wohnung zu holen, welcher schon nach einmaligen Lesen seine Existenzberechtigung in diesen Wänden verwirkt hat, weil es eventuell tatsächlich so schlecht ist, dass man aus dem Schaudern nicht mehr rauskommt, es aber auch nie wieder in die Finger nehmen wird. Die Preise, die man dafür erlöst („Für dieses Werk wäre eigentlich noch ein Stern zuviel (die 3 Euro waren es in jedem Fall)“, „Auch für 5 Euro ist das Buch noch zu teuer.“), lohnen den Aufwand, es weiterzuverkaufen kaum. Und so dreist, Schrott, den man selbst nicht mehr benötigt, hier im Blog zu verlosen, ist man noch nicht.

Da wäre Entscheidungshilfe vielleicht ganz angemessen: Hat jemand der geneigten Leserschaft dieses Werk schon konsumiert und kann sich dazu äußern? Man führe ungern im eigenen Leben fort, mit dem Wissen, diese denkbare Wissenslücke in seinem Fußball-Erfahrungsschatz nie getilgt zu haben. Aber vielleicht ist es ja gar keine Lücke.

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Michael Tönnies‘ schnellster Hattrick der Bundesliga-Geschichte

Dazu ein ordentlich bedienter Oliver Kahn.

Eine Sendung von RTL, mit Uli Potofski (den Namen muss Helge Schneider erfunden haben).

Ein Field-Interview mit Michael Tönnies, bei dem man nicht weiß, ob er gerade frisch vom Brettergymnasium kommt.

Und als Sahnehäubchen Winnie Schäfer, der demonstriert, was für ein kluger Trainer er ist.

Herrlich, diese youtube-Zeitreisen.



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Der Zauberer von Oss (Timo am Fernsehturm)

Blicken wir zurück auf das Geschehen in der Bundesliga an diesem Wochenende, dann bleibt zuvorderst eins zu vermerken.

*Trainer Obi-Wan spricht mit einer Handbewegung zu Euch*

Niemand von Euch wird von nun an jemals wieder ein Kicker- oder ein Sport-FOTO-Sonderheft kaufen (müssen). Die Teamfotos gibt es meist in angemessen aktuellem Zustand auf der Webseite der jeweiligen Vereine, die Stecktabelle ist eh schon lange fürn/vorn Arsch. Und was die Inhalte angeht, so ist ein Sonderheft (zwei Sonderhefte, drei Sonderhefte, vier Döner, fünf Döner), dessen Veröffentlichungszeitpunkt noch knappe 5 Wochen vom Schließzeitpunkt des legendären Transferfensters, das noch nie ein Mensch mit eigenen Augen gesehen hat, entfernt ist, vollkommen sinnlos. Wer Sonderheftinhalte lesen möchte, surfe von nun an hier entlang oder auch dort entlang.

Ungefähr genauso sinnlos, wie es ist, Ruud van Nistelrooy zu heißen und den Wunsch zu äußern, noch einmal eine richtige Herausforderung zu erleben. Dann darf man als solcher nicht in die Bundesliga wechseln, denn einem fitten RvN sind die meisten Bundesliga-Verteidiger einfach unterlegen. Gar nicht bezogen auf die Sprintgeschwindigkeit, auch nicht allzu sehr aufs Verständnis dieser neumodischen 4-2-3-1’s, oder auf die 4-2-2-2’s und so weiter und so fort. Sondern einfach gedanklich. Der Zauberer von Oss mag altern, gedanklich ist er aber immer noch allzu oft einen Schritt schneller als die anderen. Ein Wechsel zurück in die Premier League würde sich für Ruuds Selbstbewusstsein anbieten. Immer nur gegen Anfänger Tore schießen macht ja auf Dauer auch keinen Spaß.

Apropos Anfänger: Felix Magath hat damals beim FC Bremerhaven als Trainer angefangen. Hat sich dann von Bremen (Werder) über Nürnberg und Frankfurt irgendwie bis zur Säbener Straße hinauf geschlafen gewürgt. Seitdem glaubt er, genauer gesagt, seit er dann auch in Wolfsburg Meister wurde, dass er die Nr. 1 der Trainer in Deutschland sei und ohnehin sein Stil der einzig Wahre sei. Das mag in Bezug auf die Fitness seiner Spieler zutreffen. Nicht aber in Bezug darauf, wie man einen Verein, der — anders als der VfL Doofsburg — auch Fans hat, führt.

Die Zeitbombe Magath tickt schon lauter als jene in Hannover, von der man eigentlich annahm, dass sie längst explodiert sei. Explodiert sind in Hannover aber nur die Frankfurter Großmannsträume von einem „internationalen Platz“, am Saisonende. Während man in Stuttgart mit Vuvuzelas und mit Schweigemärschen gegen den Umbau des Bahnhofs demonstriert, findet in Frankfurt eine Demonstration ohne Füße statt. Bzw. ohne Fäuste. Denn die hatte Nikolov beim 1:2 in der Kabine vergessen.

Timo Hildebrand trainiert übrigens momentan bei den Stuttgarter Kickers mit. Ein gutes Zeichen, vielleicht, schließlich verlor der andere Ex-Stuttgarter-Kicker gerade mit 0:2 in Mainz. Möglicherweise braucht der Fredi bald einen neuen Torwart. Da wären die Wege kurz.

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Je später der Abend, desto flüchtiger die Fehler

Eigentlich wollte ich mich ja davon verabschieden, irgendwelchen Medien irgendwelche Fehlerchen unter die Nase zu reiben, die Rubrik „Klug geschissen ist noch lange nicht die halbe Miete“ gänzlich schließen.

Aber dann.

War es wohl offensichtlich schon ein bisschen spät in der Redaktion von kicker.de.

Furchtbar spät.

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Gewinnspiel: One Club Stars

Drei Tage war’s Gewinnspiel krank,
nun raucht es wieder, Gottseidank!

Alteingesessene Leserinnen und Leser kennen das: ab und an wird hier ein Gewinnspiel veranstaltet, bei dem es nichts zu gewinnen gibt. Außer Spaß und so einiges an nutzlosem Wissen. Heute geht es um — Tusch:

One Club Stars!

Die höchst ehrenwerte Sun listet englische One-Club-Stars auf. Das sind „große“ Spieler, die Zeit ihrer Karriere nur bei einem einzigen Profiklub unter Vertrag waren.

Dabei gingen die sammelnden Redakteure aber mal wieder derart faul vor, dass sie öfter ein Auge zudrückten, wenn es darum ging, ob ein Spieler jetzt tatsächlich nur für einen einzigen Verein gespielt hatte.

Wir sind da strenger — haben aber vielleicht auch mehr Zeit.

Nur für einen einzigen Verein zu spielen war früher hierzulande Gang und Gäbe; heutzutage stellt es eine Ausnahme dar, welche man mit der Stecknadel am Meer suchen muss. Deshalb führen die hiesige One-Club-Star-Starliste auch hauptsächlich gewesene Profis an. In Dekaden gewesene Profis, die länger hinter uns zu liegen scheinen als je ein Mann gesehen hat.

Auf Platz 1 liegt natürlich „Charly“ Körbel, der alle seine 602 Rekordeinsätze für Eintracht Frankfurt mit stoischem Gleichmut ertrug. Er musste schließlich auch 602x vor einem Spiel irgendeinen Trainer eine Ansprache halten hören.

Auf Platz 2 liegt des Dummschwätzers Dummschwätzer. Das ist der Mann, den sich Franz Beckenbauer ins Büro bestellen lässt, wenn er mal wieder einen abwärts gerichteten Vergleich bezüglich des Dummschwätzens benötigt, um die Erkenntnis aufzufrischen: „So dumm schwätz ich gar nicht, da gibt’s noch Dümmere.“

Sepp Maier, auch er von Anfang bis zum unfallbedingten Ende nur beim FC Bayern im Einsatz, immerhin 498 Mal.

Manfred Kaltz, die fleischgewordene Banane — auf türkisch heißt Banane übrigens „muz“, wobei das z hier wie s gesprochen wird, weshalb Banane auf türkisch „mus“ ausgesprochen wird, das deutsche „Mus“ hingegen heißt „püre“ — spielte in seiner gesamten Bundesliga-Karriere nur für den Hamburger SV, und das 581 Mal. Weil er gegen Ende seiner sportlichen Laufbahn aber für kurze Zeit beleidigt nach Frankreich zu Racing Straßburg Girondins Bordeaux und dem FC Mulhouse entfleuchte, darf Manni Kaltz in diese Liste der One Club Stars nicht aufgenommen werden.

Damit es nicht ganz so nackt losgeht, werfe ich noch den treuen Berti Vogts, auf den wärt Ihr auch gekommen, und den woanders nie so wirklich gefragten Lars Ricken, auf den wärt Ihr auch gekommen, in den Ring.

Welche One Club Stars gibt und gab es in der Bundesliga?

  • sagen wir ab 200 Einsätze (VB) und
  • nie bei einem anderen Erst- oder Zweitligaverein im In- oder Ausland gespielt sowie
  • nur nicht mehr aktive Spieler, von den noch aktiven Spielern erfüllt ohnehin fast niemand die Bedingungen

Ich pflege gerne Eure Antworten in die Auflistung ein, natürlich erwarte ich nicht ernsthaft, dass man bei allen die Zahl der Einsätze weiß, die wird dann von mir ergänzt.

Und wie immer gilt: wer googlet, ist selbst Schuld.

Spieler Verein Spiele
1. Karl-Heinz Körbel Eintracht Frankfurt 602
2. Sepp Maier FC Bayern München 498
3. Michael Zorc Borussia Dortmund 463
4. Jürgen Grabowski Eintracht Frankfurt 441
5. Berti Vogts Borussia Mönchengladbach 419
5. Franz Merkhoffer Eintracht Braunschweig 419
7. Georg Schwarzenbeck FC Bayern München 416
8. Wolfgang Overath 1. FC Köln 409
9. Michael Bella MSV Duisburg 405
10. Klaus Augenthaler FC Bayern München 404
11. Rüdiger Vollborn Bayer Leverkusen 401
12. Dieter Eilts Werder Bremen 390
12. Uwe Kamps Borussia Mönchengladbach 390
14. Hannes Löhr 1. FC Köln 381
15. Marco Bode Werder Bremen 379
16. Bernd Dürnberger FC Bayern München 375
17. Werner Melzer 1. FC Kaiserslautern 374
18. Herbert Wimmer Borussia Mönchengladbach 366
19. Wolfgang Weber 1. FC Köln 356
20. Bernd Cullmann 1. FC Köln 341
21. Christian Hochstätter Borussia Mönchengladbach 339
22. Thomas Brunner 1. FC Nürnberg 328
23. Hermann Ohlicher VfB Stuttgart 318
24. Frank Neubarth Werder Bremen 317
25. Ernst Diehl 1. FC Kaiserslautern 314
26. Thomas Wolter Werder Bremen 312
27. Axel Roos 1. FC Kaiserslautern 303
28. Lars Ricken Borussia Dortmund 301
29. Helmut Roleder VfB Stuttgart 280
30. Hans Pflügler FC Bayern München 277
31. Uwe Bracht Werder Bremen 272
32. Uwe Bindewald Eintracht Frankfurt 263
33. Thomas Schaaf Werder Bremen 262
34. Herbert Büssers MSV Duisburg 256
35. Arnold Schütz Werder Bremen 253
36. Dieter Prestin 1. FC Köln 246
37. Uwe Seeler Hamburger SV 239
38. Willi Entenmann VfB Stuttgart 237
39. Yves Eigenrauch FC Schalke 04 229
40. Peter Reichel Eintracht Frankfurt 225
41. Michael Opitz FC Schalke 04 224
42. Karl-Heinz Thielen 1. FC Köln 221
43. Peter Hidien Hamburger SV 214
44. Michael Dusek 1. FC Kaiserslautern 210
45. Roland Dickgießer SV Waldhof Mannheim 208
46. Hermann Gerland VfL Bochum 204
47. Sepp Piontek Werder Bremen 203
48. Thomas Kruse FC Schalke 04 199
49. Andreas Schmidt Hertha BSC Berlin 193
50. Dieter Lindner Eintracht Frankfurt 189
51. Heinz Strehl 1. FC Nürnberg 174
52. Ferdinand Wenauer 1. FC Nürnberg 168
53. Wolfgang Pohl Arminia Bielefeld 167
54. Franz Raschid Bayer Uerdingen 166
55. Hilmar Weilandt Hansa Rostock 160
56. Fritz Pott 1. FC Köln 151
57. Ralf Kohl SC Freiburg 147
58. Roland Wabra 1. FC Nürnberg 146
59. Michael Wittwer Karlsruher SC 145
60. Christian Fiedler Hertha BSC Berlin 137
61. Günter Sebert SV Waldhof Mannheim 128
62. Uli Sude Borussia Mönchengladbach 126
63. Karsten Bäron Hamburger SV 124
64. Jürgen Gronau FC St. Pauli 117
65. Klaus Thomforde FC St. Pauli 100
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Zwei zum Preis von einem

Germania Windeck wollte beim DFB-Pokal-Heimspiel gegen die Bayern einen Rekord aufstellen. Und zwar in Bezug auf Zuschauerzahlen, Amateure und DFB-Pokal. Was man da jetzt explizit erreichen wollte und vor allem, wie das gehen sollte, war wohl keinem der Beteiligten klar. Und wie das so ist, wenn man von allem keine Ahnung hat, haben sie nun gleich Zwillinge bekommen.

Gleich zwei Rekorde auf einmal!

Denn die FAZ schreibt zur gestrigen Partie im SADOADFDMSS*:

„Mit 41.100 Besuchern gab es einen Zuschauerrekord: Noch nie waren so viele Fans bei einem Erstrundenspiel im DFB-Pokal.“

Während unter vielen Anderen der Kölner Stadt-Anzeiger Folgendes berichtet [Quelle nicht mehr vorhanden]:

„Mit 41.100 Zuschauern im Rhein-Energie-Stadion war die Partie das bestbesuchte Pokalspiel einer deutschen Amateurmannschaft. Den alten Rekord hielt TeBe Berlin mit 39.500 Zuschauern im Pokal 1996 – natürlich ebenfalls gegen Bayern München.“

Herzlichen Glückwunsch an die wahrscheinlich noch gar nichts von ihrem doppelten Glück ahnenden Amateure aus Windeck, die sich nun gleich zweifach als Rekordhalter fühlen dürfen.

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Sofern man der FAZ hier … schenken …

Stichprobenartige Recherchen haben tatsächlich kein einziges Erstrundenpokalspiel mit mehr als 41.100 Zuschauern ans Tageslicht befördert. Vielmehr begegnen einem dabei deprimierend niedrige Zuschauerzahlen aus früheren Jahren zu solchen Pokalknüllern wie Werder Bremen — 1. FC Kaiserslautern, FC Schalke 04 — Borussia Mönchengladbach oder FC Bayern — VfB Stuttgart. Allerdings ist die Quellenlage mal wieder dünn, denn mehr als fussballdaten.de steht hier in Bezug auf die Zuschauerzahlen nicht zur Verfügung. Und im Zweifel würde man ohnehin lieber noch mal auf einem Luftbild selbst nachzählen, als auf fussballdaten oder FAZ als letzte Instanz zu vertrauen.

Nun denn. Zwei Rekorde, falls nicht irgendjemand irrt. Dann auch zwei Mal gratuliert, herzlich.

* Stadion an dem Ort, an dem früher das Müngersdorfer Stadion stand

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Minus mal Minus ergibt Plus (EA-Cover-Fluch)?

Möglicherweise wird Felix Magath doch als erster Trainer der Bundesliga mit drei verschiedenen Vereinen Deutscher Meister, denn wenn die Gleichung aus der Überschrift stimmt, ist sein EA-Cover-Fluch jetzt wieder aufgehoben. Er ist zum zweiten Mal auf dem Cover des EA-Fußball-Managers zu sehen, diesmal in der Version 11.

Wohin Mesut Özil wechselt, ist allerdings ab seit ein paar Tagen vollkommen gleichgültig, die medizinische Abteilung ist bei Real sicher genauso gut oder schlecht wie beim FC Barcelona. Bei Werder Bremen oder bei Manchester United. (Bei Real oder Barcelona ist sie zwar sogar eher noch ein bisschen besser, das spielt aber nach dieser Entscheidung keine Rolle mehr).

Denn Mesut Özil ist auf dem neuen Cover von EA FIFA 11. Womit eine verheißungsvolle Karriere dunkle Wege nehmen und einen derben Knick erleiden wird. Später wird Özil noch ehrfurchtsvoll zu den immensen 23 Ligaspielen aufblicken, die Christoph Metzelder während drei Saisons für Real Madrid absolvierte.

Wenn Özils Antrag auf Anerkennung der Sportinvalidität durch sein wird.

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