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Monat: August 2011

Ein Plasma-TV

Als ich doch letztens mit einem und für einen Freund ein solches Plasma-TV abholte, in mein recht schmales Auto verfrachtete (der schwierigste Teil der Zelebration, denn man darf ein solches Plasma-TV ja nicht hinlegen, es muss aufrecht transportiert und auch eingeladen werden, weiß der Teufel, warum) und schließlich in den vierten Stock hievte, wo es jetzt auf die Einweihung am Freitag mit der Partie Deutschland — Österreich wartet, da fiel mir wieder ein, für wie wenig sich manche doch kaufen lassen.

Gut, ein paar Tausend Euro waren ja noch zusätzlich im Körbchen, aber dass ein Plasma-TV — so die Legende überhaupt stimmt — an sich schon solche Faszination ausübte, dass man nicht darauf warten konnte, es von den ohnehin ermanipulierten Geldern selbst zu kaufen, das ist aus heutiger Sicht nur schwerlich noch nachzuvollziehen. Zumindest mir fällt es schwer, der das Bedürfnis, stets das Neueste vom Neuen zu besitzen, ohnehin eher so vom Hörensagen kennt.

Wie ich anderswo mal erwähnte, könnte man von mir aus Fußballspiele auch in diesem schicken ASCII-Style übertragen, wie es ein findiger Mensch während der WM 2006 tat. Ich glaube nicht, dass mir allzu viel fehlen würde. Geprimet von den Szenen beim Football Manager auf dem C64 ist mir am Ende wichtig, zu wissen, ob der Ball drin ist oder nicht. Was nicht bedeutet, dass ich nicht am Freitag Abend innerhalb von Sekunden meine Meinung ändern werde, schlappe 40 Zoll gilt es zu bestaunen.

Nach meinen Erfahrungen in diversen Elektrogeräte-Großmärkten und deren Präsentationseckchen nützt das aber auch nichts, wenn das Spiel oll ist. Ein Standpunkt, den der damals auf das Plasma-TV heiße Mensch sicher nicht teilte.

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Mr. Crack — the missing link

Der fehlende Link für die Evolution. Die Evolution von Fußbällen meint das. Und der „Mr. Crack“ ist diesmal kein Computerspielcharakter, sondern der Name des fehlenden Links. Viel Geschwurbel, kurzer Sinn:

Letzter und langjähriger Kenntnisstand war, alle WM-Bälle vor dem Telstar der WM 1970 in Mexiko hatten keinen eigenen Namen.

Jetzt sagt Wikipedia: Doch. (Und der Kicker auch):

WM-Ball 1950: „Super Duplo T

WM-Ball 1954: „Swiss World Cup Match-Ball“ (naja …)

WM-Ball 1958: „Top Star“ aus schwedischer Herstellung, in gelb.

WM-Ball 1962: „Mr. Crack“ aus chilenischer Herstellung, ebenfalls in gelbem Leder.

WM-Ball 1966: „Challenge 4-Star“ vom englischen Produzenten Slazenger.

Da ist man baff. Und froh, dass man nie beim „DSF-Superfan“ eingeladen war. Solch eine Blamage, verhinderte, zum Glück.

„Mr. Crack“ hat wirklich das Zeug dazu, Lieblings-Ball-Name von allen zu werden. Da kann der Tango mal schön abstinken, und der Teamgeist sowieso.

„Mr. Crack“ — und man hört den Mister beim Einschlag geradezu das Tornetz zerrreißen.

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Der Big Bombastic Frantic Freezer von Reus

Schau ihn Dir gut an, sagte ich zu meinem Nebenmann, seines Zeichens eingefleischter Fan der Gladbacher. Schau ihn Dir gut an, denn lange wirst Du ihn nicht mehr in Eurem Team sehen.

Man muss allerdings kein großer Prophet sein, um solch eine Prognose abzugeben. Da reicht es schon, vom Prophetsein so viel zu verstehen, wie Mohammed vom Fußball.

Denn wenn Marco Reus an den Ball kommt, hat er stets einen dieser Supertricks parat, die man nur dann beherrscht, wenn man die 38 Tasten-Kombinationsmöglichkeiten eines Joypads mit der Muttermilch aufgesogen hat. Wie man es eigentlich von allen in Reus‘ Altersklasse erwarten würde, die jetzt in der Bundesliga spielen. Dem ist aber nicht so.

Den einen, geheimen Trick kennt wohl nur Reus allein (und ein paar andere, deren Namen jetzt einzuwerfen nur Anlass dazu wäre, unzulässige Vergleiche anzustellen): Den Big Bombastic Frantic Freezer.

Dieser Trick bewirkt, dass der Gegner für entscheidende Sekundenbruchteile gelähmt („eingefroren“) wird. Jene Momente nutzt Reus dann, man sieht es nur, wenn man genau hinschaut, um ein bisschen Schabernack mit Zeit und Raum zu spielen, denn er schlüpft durch zwei Gegner hindurch und lässt dabei den Ball noch zum Tunnel durch die Beine des einen der beiden laufen. Welche ja gelähmt sind und sich für diesen kurzen Zeitraum nicht bewegen können.

Das alleine wäre nicht so wirksam wie die Tatsache, dass der Gegner direkt nach der Anwendung des Big Bombastic Frantic Freezers nichts mehr davon weiß, dass er gerade gefreezet wurde. Er schaut auf, und dort, wo gerade noch Marco Reus stand, ist nur noch dessen Schatten (der ebenfalls nicht so schnell hinterherkommt), während Reus selbst auf dem Weg in Richtung Strafraum von dannen eilt.

Umfangreiche Tests haben zudem ergeben, dass die als Abwehrwaffe gegen den Big Bombastic Frantic Freezer konzipierte „Überbordende Antizipation“ wirkungslos bleibt. Experten arbeiten an anderen Lösungen, können zur Zeit aber nur mit den Schultern zucken, wenn man sie fragt, was gegen den Big Bombastic Frantic Freezer einzusetzen wäre.

Manchmal allerdings hat Reus Pech, wenn der Trick noch nicht wieder vollständig aufgeladen ist und nicht zur Verfügung steht. So verliert er auch schon mal im simplen Eins gegen Eins den Ball. Der Laie wundert sich dann. Der Fachmann nicht.

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Was ist Dein Level?

Toll, dass die FA in diesem Spot dazu aufruft, unbedingt selbst Fußball zu spielen. Könnten fast meine Worte sein. Da übersieht man doch gerne mal den Markennamen auf dem Zapfhahn. Und dass es in seiner Ästhetik Anleihen bei einem Werbespot eines gewissen Turnschuhverkäufers nimmt.

Damit das aber nicht grantlerisch missverstanden wird: Ich mag dieses Video.



Ja, es ist schon älter. Aber nicht weniger sehenswert. Wo bleibt das Pendant von den deutschen … ach, kein Internet. Okay. Ich verstehe.

Spät hier entdeckt.

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Mehr Skandale müssen her

… sonst wird das nix mit dem tollen Projekt. Der letzte („Führungsspieler“) hat ja schon ein bisschen gewirkt. Wie viele der „User“ dann auch eine „Premium Mitgliedschaft“ abschließen, um die tollen Features und Angebote zu nutzen, weiß man dabei natürlich nicht. Aber das ZDF wird demnächst sicher gerne wieder behilflich sein, spätestens bei den Sendungen zur EM 2012 von Usedom.


[photopress:fanorakel_reach_bei_alexa.jpg,full,centered]

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Fußball gehört allen

Oliver Fritsch hat seinen Kampf aufgeschrieben. Dessen Ende ist bekannt, der Weg vielleicht nicht so.

Dann kam ich der Bitte des Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbands nach, ihn anzurufen. Er teilte mir dasselbe mit. Er deutete an, mir meine Trainerlizenz zu entziehen, falls wir weitermachen.

„Die Herrn Fritsch bereits vor langer Zeit angebotene ehrenamtliche Mitarbeit bei der Erstellung der Internet-Auftritte der Verbände lehnt er ab, wenig überraschend, denn ihm geht es ums Geld!“ Das schrieb der DFB damals über mich, es ist nur ein Beispiel. Es stimmt nicht mal, mir hatte niemand etwas angeboten.

Wir haben ein Stück Freiheit fürs Internet erkämpft. Hartplatzhelden ist eine Orchidee. Fußball gehört allen.

Bei brandeins weiterlesen.

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Michael Skibbe, gib mir meine Zeit zurück

Eigentlich bliebe einem nur eins zu tun, wenn man das hört, was Lahm häppchenweise verbreiten lässt: Die Zeit von Michael Skibbe zurückzufordern, die man vor dem Fernseher verbracht hat, in der Hoffnung, dass die deutsche Nationalmannschaft besser sein würde als ihre jeweiligen Gegner. Denn damit hat sich Michael Skibbe, obwohl es seine Aufgabe war, offenbar nicht befasst.

Was durchaus bedeuten könnte: Mit einem Bundestrainer, der den Namen wert wäre, wäre man vielleicht 2002 Weltmeister geworden. Vielleicht aber auch nicht.

Dass gleichzeitig anklingt, dass die anderen damals auch nicht mehr an Vorbereitung investiert haben, macht es nicht weniger schlimm: Umso größer wäre ja der Vorsprung gewesen, wenn man sich besser vorbereitet hätte.

Dass Völler nur der Mann für die Kameras war, war ja klar. Dass der daneben aber mal so gar nichts hatte, was er hätte einbringen könne, schockiert dann doch noch enorm, auch mit dem Abstand von 7 Jahren zum Ereignis.

Was die Neuigkeit zusätzlich so niederschmetternd macht: All die Ernst Happels, Branko Zebecs, Hennes Weisweilers — Haben die wirklich nichts Anderes gemacht als fünf gegen fünf und dann am Wochenende ausgewürfelt, wen sie aufstellen? Das lässt all die Mythen und auch Erfolge doch ziemlich verblassen.

Man will es ja immer wissen, was da hinter den (für uns) verschlossenen Türen passiert(e). Dass es einfach gar nichts ist, ist dann allerdings eine Wahrheit, auf die man auch gerne hätte verzichten können.

So schmucklos, so schlicht, so trivial und so leer ist es dann eben: Es war gar nichts.

Es war einfach nichts.

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„Habt Ihr nur Scheiße im Hirn?“

Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass die Methode Magath eine grundsympathische ist. Sonst vergisst man das so schnell. Möglicherweise der Wunschtraum aller verklemmt-autoritären Fußballanhänger.

Vielleicht aber auch einfach ein.



Wobei die zweite Frage im Video ja berechtigt ist. Das hat noch nie jemand verstanden, seit es diese Zwillinge in der Bundesliga gibt. Es weiß allerdings auch niemand, warum ausgerechnet die Ersatzspieler, die gar nicht auf dem Feld stehen, diese beantworten können sollten.

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Damn that Zaire Keeper

[photopress:glorious_failure.jpg,full,alignright] Wer sich ein bisschen mit der Historie des schottischen Fußballs auskennt, kommt im vorzüglichen Scottish Failure Calendar auf seine Kosten, denn dieser verwurstet alle möglichen Reporteraussprüche zu den (wenigen) Erfolgen und (geringfügig weniger wenigen) Momenten des Scheiterns der schottischen Nationalmannschaft in ansehnlicher Weise.

„All the way to Mexio for a goal then home again“, trifft wohl ganz gut den Tonfall, mit dem man schottische Auftritte bei internationalen Fußballturnieren kommentieren muss. Ob den Schotten eigentlich so ein exquisiter Humor zueigen ist wie man ihn den Engländern nachsagt, ist hier nicht bekannt. Ganz sicher aber haben schottische Fußballkommentatoren einen ausgeprägten Sinn für Humor. Falls sie ihn zu Beginn ihrer Karriere nicht hatten, wird kein Weg daran vorbeigeführt haben, sich diesen im Laufe der Arbeit anzueignen.

„Goal difference again the 3rd campaing in a row“, lautet das Lied, dass die Schotten einst anstimmen mussten. Heute wären sie froh, sich überhaupt mal für ein Turnier zu qualifizieren, um dann wie stets nach der Vorrunde heimfahren zu dürfen. Den Kalender macht das nur noch mit-leidens-werter:

Scottish Failure Calendar.

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Gefährliches Gravitationsloch im Olympiastadion entdeckt

Allerdings im Olympiastadion zu Rom. Gefunden, bzw. darüber gestolpert ist niemand Geringerer als Jürgen Klinsmann, der schon immer ein Händchen für die besonderen Fünde hatte.

Was passiert bei einem Gravitationsloch? Das ist ganz einfach. An diesem Ort ist ein Loch in der den Erdball umspannenden Gravitation, hier ist sie nicht wirksam. Weshalb man dort für einen kurzen Moment, so lange man sich in diesem Loch befindet oder sich hindurch bewegt, schwerelos fühlt. Natürlich äußert sich das oft in für Außenstehende nicht nachzuvollziehenden motorischen Entgleisungen: Die Bewegungen von Gliedmaßen erscheinen unwillkürlich, auch Frisuren können dadurch in schwere Mitleidenschaft gezogen werden.

Klinsmann hatte Glück bei seinem Fund. Er kam mit dem Leben davon und wurde nicht hinaus ins All gejagt. Wie schnell das aber hätte passieren können, macht die Videoaufzeichnung von seiner Durchschreitung des Gravitationsloch deutlich:

Bei 1:20:43 fällt er zunächst den Gesetzen der Gravitation folgend zu Boden — bis plötzlich! Seine Beine durchs Gravitationsloch gleiten und infolge fehlender Schwerkraft nach oben schnellen, beinahe den gesamten restlichen Körper hinaus ins All befördern. Noch einmal besonders gut zu erkennen bei 1:21:06.


Glück gehabt, Nationalmannschaft von 2004-2006, FC Bayern und amerikanischer Fußballverband!

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Terra incognita — Austragungsorte der WM 2014 in Brasilien

Für jedes größere Land gilt doch eigentlich, dass man — gerade als Fußballinteressierter — problemlos die 10-12 größten Städte dieses Landes aus dem Kopf zusammenbekommt. Wenn man das dann tatsächlich durchexerziert, wird es bei vielen Ländern zwar nach den ersten fünf schon eher schwierig, man kommt aber schließlich doch auf sein Dutzend, oder gar ein Baker’s Dozen.)

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Metropolitischer Problem-Humor, Teil II

Ach. (Neulich erst gelernt habend, dass Loriot es war, der das „Ach, … was!?“ in den deutschen Sprachgebrauch einführte.)

Humor, das können se doch nicht. Eigentlich wissen sie es ja auch. „Freunde der Südsee“ gilt schon als Meisterleistung. Die Sache mit Zeigler, die hatte was.

Das einfach zu kopieren, hier, Stani, noch nen Zwanni extra, mach doch mal was, dass man nicht mehr so viel über die Tröten redet, das bringt doch nix. Da sitzt er da, der arme Starke, eingeblendet als kleines Fenster, so klein wie sein Licht eben auch ist, und hört zu, wie Stani die Extrascheine von seinem Chef, jetzt mach doch mal was, wir brauchen PR, wir brauchen Ablenkung, verbal verdienend einsteckt.

Lustig ist das nicht, weil Fußballer nie lustig sind.

Aber es muss ja was getan werden. Dann also eine schlechte Zeigler-vs-Kloppo-Kopie, bei der nachherhin Jessica Kastrop nur schlappe drei Mal auf die Pointe in Stanis Statement hinweist und damit endgültig den letzten Rest an Witzischkeit hat keine Grenzen tötet.

So ist das im Fußball. Das Gute daran ist, dass niemand Fußball schaut, um Witze zu erwarten. Nicht mal Oliver Welke, der geht, immerhin, in eine andere Show inzwischen, um dann Witze zu machen.

Wer seine Pointen vier Minuten lang auswälzt, ohne welche zu haben, der zerstört, zum Glück, den Auftrag, wir brauchen PR, wir brauchen Ablenkung.

So gelungen wie alles bislang, was aus Hoffenheim abseits des Platzes kam.

„Er hat mir mit einer Pfanne eine Rippe gebrochen.“

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