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Monat: April 2012

Beliebbare Projektionsfläche zum Selbermachen

Heute:

Die problemlos beliebbare Projektionsfläche.

Wir brauchen: Einen geeigneten Kandidaten für die Rolle. Er sollte möglichst mit einiger Erfahrung und einem gewissen Hauch von Metropolität ausgestattet sein. Es ist nicht unbedingt nötig, dass der Kandidat vor seinem Engagement beim Zielensemble ein absoluter Topstar seines Metiers war, allerdings ist es sehr hilfreich.

Sehr wichtig ist hingegen, dass er kein Deutsch spricht oder dies zumindest nicht vor Kameras und Mikrofonen versucht. Ansonsten ist auch ein gutes Aussehen sehr willkommen, aber ebenso wenig ein Muss, denn das Rezept funktioniert problemlos auch ohne dieses nette Goodie.

Natürlich ist es ebenso förderlich, wenn die von allen geliebte Projektionsfläche pro Forma ein paar Kinder gezeugt hat, gerne mit einer hübschen Frau, noch gerner mit immer derselben Frau, aber am Ende des Tages ist auch das nicht wichtig.

Denn wichtig ist, dass er ansonsten hauptsächlich die Klappe hält.

Mit allem, was er zum Ensemble, zu den glühenden Liebhabern der Theatergruppe, oder zu seinen Kollegen äußern würde, das über übliche Floskeln hinausginge, könnte er womöglich sein bei Ankunft porentief reines Image beschmutzen. Und genau das wollen wir ja vermeiden, denn die Projektionsfläche soll schließlich wie von Geisterhand von allen geliebt werden.

Er möge also auf der neuen Bühne ein paar Erfolge feiern, auch schwächere Phasen wird man ihm verzeihen. Wenn er nur immer bei Ankunft in der Nähe der Bühne rechtzeitig die Scheibe der Fahrertür halb herunterfahren lässt und ein leicht verschwörerisches, leicht bübisches Grinsen — mit ausreichend Raum zur Interpretation auf Rezipientenseite — aufsetzt.

Es ist also völlig egal, wie der Darsteller sich fern der wenigen Minuten rund um den Auftritt im Spotlight benimmt, denn so lange die Projektionsfläche spiegelblank ist, sind alle Beteiligten der Auffassung, einen, nein den perfekten Vertreter für all ihre Hoffnungen auf ein Fünkchen vom Glamour, auf künstlerischen Erfolg gepaart mit echter Identifikation mit dem Ensemble gefunden zu haben.

Was für ein Kompliment es doch ist, dass sich solch ein Weltstar dort zu Hause fühlt, wo man selbst ebenfalls wohnt und auch dann noch treu seine Obolusse entrichtet, wenn die Projektionsfläche längst über alle Berge sein wird.

Derweil wird im Keller der Anlage die rund um die Uhr betriebsfähige Druckmaschine angeworfen, mit der die zu verkaufenden Arbeitskleidungen der Projektionsfläche beflockt werden, die danach Tag und Nacht unter die Leute gebracht werden. Deren Betreiber schauen immer mal wieder sich die Hände reibend vorbei.

Ist der Vertrag zu Ende, treffen sich alle zu einer letzten großen Abschiedsvorstellung auf der Bühne und verdrücken ein oder zwei Tränchen — gibt es ebenso wie Theaterblut aus der Tube — und sobald der Vorhang gefallen ist, zücken alle ihre Geldbörsen und zählen die Dollars.

Ein kurzer, professioneller Handshake noch, alle haben ihren Schnitt gemacht und die Projektionsfläche zieht weiter, um an anderer Stelle beliebt zu werden.

Die nun leer im Raum schwebende von der Projektionsfläche zurückgelassene Lücke wird schnell zurechtgeschnitten und dem kollektiven Gedächtnis einverleibt, wo schon die anderen Inhalte rumstehen, die sich alle Glaubenden selig gegenseitig wiederkäuen.

Im ersten Moment füllt man noch Poesiealben mit dem Schmerz übers Weiterziehen der Projektionsfläche, bald richten sich die Gedanken aber auf eine neu angekündigte Projektionsfläche, deren Eintreffen man kaum erwarten kann.

Denn weißt Du noch, was war das doch damals schön mit der alten.

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Evolution im Fußball am Beispiel von Königen

Hinterher ist man immer schlauer, besonders, wenn man über irgendwas bloggt.

Wenn man aber als Michael Preetz partout nicht gemerkt hat, wo sich der Fußball — auch seit seinem eigenen Abschied von der aktiven Karriere — mittlerweile hinbewegt hat, dann kommt eben dabei raus, dass man sich von einem Reiner Calmund, lange aus dem Geschäft, zu einem Otto Rehhagel, noch länger aus dem Geschäft, raten lässt. Zwar kann Letzterer trotz deftigster Niederlagen immer noch den Klassenerhalt schaffen, der Tagesspiegel schrieb aber trotzdem heute Vormittag schon vom „Abschied des Märchenerzählers“.

Preetz‘ sonstige Trainerauswahl mag ja auch immer ein Kompromiss aus den verfügbaren Mitteln, den auf dem Markt verfügbaren Personen und dem sein, was man tatsächlich gerne umsetzen würde. Und dass Favre „aus Gründen“ die Mannschaft nicht mehr folgte, mag auch nicht Preetz‘ Schuld sein. Und absteigen müssen eben immer zweieinhalb, egal, wie viel alle 18 Klubs versuchen.

Die sonstige Trainerauswahl in Preetz‘ Amtszeit spricht aber nun mal nicht dafür, dass er in einer Weise im — aktuellen — Fußball zu Hause wäre, mit der man Erstklassiges liefern kann. Babbel, der bislang auch kaum durch taktische Finessen überzeugt hätte, Funkel, Skibbe (sic!) und eben Rehhagel. Auch wenn vielleicht nur als Mann für die Medien geholt.

Allerdings: Hinterher ist man immer schlauer, besonders, wenn man über irgendetwas bloggt.

Und das Ende vom Märchenonkel, da denken viele Leser ja immer, man würde sich stets über das Scheitern von im Fußball handelnden Personen freuen, das Ende vom Märchenonkel ist nur ein letztes Indiz, dass Rangnick mit seiner „Viererkettenerklärung“ damals eben richtig lag und weit, weit der Zeit voraus war. Die aber nun auch noch den Märchenerzähler eingeholt hat.

Was sich am Ende aber nur bestätigt, auch wenn man das von hier aus am Ende der Verwertungskette nicht wirklich beurteilen kann: Damals, auch Völler bei der Nationalmannschaft mit Co Skibbe, damals bestand das Trainersein wirklich mehr oder weniger nur aus Handauflegen, sprich: Die Leute bei Laune halten und dann, wenn es drauf ankam, heiß machen.

Insofern sind all ihre Geschichten von früher nicht gelogen — nur war das ein anderes Spiel und ein anderer Job als jetzt. Udo Latteks Glück bei seiner Zeit in Dortmund war, dass er mit Matthias Sammer als eigentlich Verantwortlichem mehr Fortune hatte als Otto Rehhagel mit seinen Fädenziehern in Berlin.

Wie dem auch sei: Es ist gut*, dass diese Zeit jetzt endlich vorbei ist. Ihm selbst zuliebe hätte Otto Rehhagel das allerdings nicht unbedingt an seiner eigenen Person demonstrieren müssen.

* Wenn es anders wäre, wäre es allerdings auch nicht besonders tragisch, nur anders.

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In Momento bisschen guck

(In der rechten Seitenleiste existierte hier bis vor Kurzem eine besondere Würdigung schöner Menschen. Wobei genauer gesagt nicht die schönen Menschen gewürdigt wurden, sondern die Fotografen. Nun gut, die wissen halt auch nicht vorher, was sie da fotografieren werden, wenn es sich ständig bewegt, vor allem also jene Bildredakteure, die es im Fußball entweder nicht gibt oder die über einen sehr eigenwilligen Humor verfügen, wurden gewürdigt. Heute ein neues Highlight, das aber ohne Namen auskommen muss, weil es aus dem Amateurfußball stammt.)

Wüsste man nicht ganz, ganz genau und verbrieft, dass Bildredakteure im Fußball sich niemals ansehen, was sie auswählen, man würde sie schon gerne fragen, was sie sich so dann und wann bei ihrer Auswahl denken.

„Guck, Oma, ich bin in der Zeitung!“

„Wo denn?“

Hier, der in rot-weiß.“

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Echte Prachtorganismen wie wir es sind

Ein biologischer Organismus ist ja sehr anpassungsfähig. Sehr anpassungsfähig. Von der Sahara bis nach Grönland vermag der Mensch sich überall genug Nahrungsmittel zu verschaffen, dass er dort überleben kann. Und Kulturfolger gibt es außer der Ratte und dem Skorpion nur wenige. Wobei der Skorpion gar kein Kulturfolger ist, aber der einzige, der (laut Quellen) einen Atomkrieg überleben würde. Also die Ratte. Und die Möwen, die natürlich noch kilometerweit hinter einer Fähre herfliegen, die von Hamburg bis in die Antarktis fährt.

Einen solchen sehr anpassungsfähigen Organismus nenne ich nun zufällig — ich habe nichts dafür getan, dass ich einen solchen besitze — mein eigen und ich muss zugeben: Ja, er ist tatsächlich äußerst anpassungsfähig.

Er hat zum Beispiel eine Marcel-Reif-Immunität entwickelt, die ich selbst als Besitzer ihm nicht zugetraut hätte. In letzter Zeit häufen sich die Ereignisse, in denen ich gezwungen bin, Fußball mit Marcel-Reif-Hintergrundrauschen zu hören/zu sehen. Und siehe da: Mein Organismus hat eine Marcel-Reif-Immunität entwickelt, von der ich nie dachte, dass es diese geben könne.

Das Erstaunliche daran: Ich habe gar nix dafür getan, dass mein Organismus das bewerkstelligt hat. Aber wenn ich jetzt Spiele schaue, bemerkt mein Organismus, dass Marcel Reif kommentiert, und schaltet sofort auf Durchzug. Weil Marcel Reif genau das zum Spiel zu sagen hat, was ich zum Spiel zu sagen hätte: gar nix.

Er labert halt ein bisschen rum. Und hat ansonsten kaum Ahnung vom Spiel. Einen tollen Prachtorganismus habe ich mir da zufällig eingefangen: Er schafft es, nur wenige Minuten nach Anpfiff auf Durchzug zu schalten und sich einzig aufs Spiel zu konzentrieren; die mal so mal so, je nach Spielstand Elogen oder Tiraden des Marcel Reif vollkommen rauszufiltern. Und mir somit ein reines, echtes Spielvergnügen zu bescheren.

Wäre ich nicht selbst der Besitzer/Ausüber von diesem Organismus, ich würde ihm glatt auf die Schulter klopfen.

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Anstalten ohne Anstand

Einem würdigen Umgang mit dem Tod eines Menschen, eines einzelnen, ganz konkreten Menschen, im Gegensatz zu unkonkreten in einer Konfliktsituation oder Krisensituation gestorbenen Menschen, kommt man nicht näher, indem man für ein Millionenpublikum die Bilder sendet, wie es genau aussah, als dieser verstarb. Es gibt durch die Bilder eines solch gesundheitlich bedingten Todes auch keinerlei Erkenntnisgewinn. Und insofern auch keine Pflicht zur Berichterstattung, nur weil man zufällig die Bilder zur Verfügung hat. [/moralin off]

(Ehrlich jetzt mal gefragt: Arbeiten in TV-Anstalten keine Menschen?)

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Europa ist ein fernes Land

Ehrlich gesagt interessiert mich „el clasico“ nicht die Bohne. Das ist ein Ligaspiel in einer ganz weit entfernten Welt. Hab ich mich je für die spanische Liga interessiert? Nein. Für die italienische? Nein. Für die englische? Ein bisschen. (Durchaus für Everton, aber dazu später mehr.)

Ich verstehe nicht ganz, wo es herkommt, dass man plötzlich ausländische Ligen interessant findet. Versteht mich nicht falsch, ich hab nix dagegen, ich zum Beispiel schaue immer wieder gerne nach Holland. Aber wenn ich es vergesse, fällt es mir gar nicht auf. I grew up with 1. Bundesliga und 2. Bundesliga und Kreisliga direkt bei mir vor der Tür. Aber Italien? Spanien? Hat mich nie über reine Ergebnisse hinaus interessiert, vor allem, weil es darüber gar keine Berichte gab.

Ich möchte gerne von Euch wissen, wann es anfing, dass Ihr Euch für andere Ligen außerhalb der deutschen interessiertet. Und falls nicht, dann auch.

Also mir ist es wurschtegal, wer in welchem Ausland Meister wird. Nicht aber, ob Bayer Uerdingen vielleicht doch noch den Aufstieg schafft.

Ernst gemeinte Frage: Wann bogt Ihr falsch ab bzw. wann fing das an, dass Ihr Euch für ausländische Ligen ernsthaft interessiertet?

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Endlich! Grund für Bayern-Misere gefunden

In den letzten Jahren diskutieren die Leute sich die Finger wund, woran es denn wohl bei den Bayern liegt, dass diese seit etlichen Saisons immer nur alle zwei Jahre — und heute aller Voraussicht nach nicht mal mehr das — Meister werden, woran es zum ganz großen, dazu noch möglichst eleganten Wurf mangelt.

Fehlendes System, zu viele Alpha-Männchen, zu große Erwartungshaltung, vorne zu ausrechenbar, hinten zu anfällig, Stadion zu leise, Fans zu rot, zu selten Kaiserwetter in Fröttmaning, was da eben so alles an Theorien in den Raum geworfen wird.

Jetzt ist es ausgerechnet der große Schweiger Miroslav Klose, durch seinen Wechsel nach Rom mit dem Blick von außen versehen, der endlich auflöst, woran es eigentlich liegt. Auf die Frage, wie er es fände, dass man bei Lazio Rom stets ohne Publikum trainiere, entgegnet er der FAZ:

Man kann so konzentrierter arbeiten und hört sogar den Trainer, wenn er was während des Trainingsspiels sagt! Beim FC Bayern an der Säbener Straße habe ich oft mein eigenes Wort nicht verstanden, weil die Fans so laut waren.

Da kann natürlich kein Trainer der Welt irgendein System etablieren, wenn die Spieler ihn ohnehin nicht hören. Selbst die, die zuhören wollen, welche es sogar bei der Ansammlung von Stars mit gewissen Eigenarten beim FC Bayern geben soll, entwickeln sich dann durchs Training nicht weiter. (Dieser Umstand erklärt allerdings auch, warum Jupp Heynckes einigermaßen in München funktioniert.)

Die Lösung scheint simpel: Entweder ohne Publikum trainieren, dann klappt’s auch mit dem System — oder jeden Spieler mit Kopfhörer versehen, via dem die Anweisungen übermittelt werden. Schon 2013 kann man also wieder Meister werden, wenn man Wege findet, den Schall erfolgreich zu übertragen.

Fußball kann so einfach sein.

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Alle Halbfinals im UEFA-Pokal/Europa League/Messe-Pokal mit mehr als einem Teilnehmer aus dem selben Land

Inzwischen ist die Genese eines Blogeintrags häufiger so, dass angesichts irgendwelcher äußeren Ereignisse ein Gedanke durch das huscht, was man gerne als sein Bewusstsein empfindet, welcher oft aus einer Fragestellung besteht. Diese wird schnell bei Twitter wahlweise hineingetutet oder herausposaunt, woraufhin sich die Bewusstseine anderer Menschen ebenfalls mit dieser Frage beschäftigen, und ihre Erkenntnisse oder Vermutungen in ihren eigenen Twitterkanal schreiben.

Früher liefen all diese Schritte nur im Kopf respektive Haus des Autors ab, möglicherweise noch gewürzt durch Kommunikation mit anderen Mit-Fußball-im-TV-Schauern, heute eben auf diese Weise. Weshalb sich die Fälle häufen, dass aus einem Tweet ein Blogbeitrag wird.

Der gestrige Anlass war das Halbfinale des UEFA-, ärghs, der Europa League. Es führte zur Frage, ob es neben dem bekannten rein deutschen Halbfinale aus der Saison 1979/1980 je ein anderes mit Teams allein aus einer Nation besetztes Halbfinale im UEFA-Pokal oder der Europa League gegeben habe. Wobei es neben England, Spanien, Deutschland und Italien schon schwierig wäre, ernsthafte Kandidaten für diesen Umstand zu finden. Allerdings fand sich ein solch weiterer ernsthafter Kandidat dann doch, da muss man nicht lang zurückblicken, das war im letzten Jahr Portugal mit drei Teilnehmern.

In der Phantasie hätte ein rein schwedisches oder rein ungarisches Halbfinale natürlich extremen Charme, in der Realität konnten seit Einführung dieses Wettbewerbs wie erwähnt nur deutsche Teams 1979/1980 dieses Kunststück vollbringen, alle vier Teilnehmer des Halbfinales zu stellen.

Mit Hilfe der Herren breitnigge, bunkinho, KBauer11, Tasmane1985, Mahqz sowie der Dame KatarinaWerderf machte ich mich also hinab in die gar nicht mal so tiefen Tiefen der Fußballhistorie des UEFA-Pokals. Dieser Wettbewerb existiert schließlich erst seit 1955, mit regelmäßiger Durchführung sogar erst seit 1960. Der englische Pokal zum Beispiel wird seit 1871 ausgespielt.

Langer Rede, kurzer Sinn:

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Momente der Sterblichkeit

Alles kulminierte in dieser Szene: Der von vielen als gefährlichster Stürmer der Welt gesehene Mann, den Marketingmenschen nicht mit Namen, sondern mit Produktbezeichnung anreden, tauchte alleine vor dem von vielen als weltbesten Torwart angesehenen Wächter eben jenes auf. Es war angerichtet für eine Demonstration der Künste des Ersteren, die so hoch angesiedelt werden, dass es auf diesem Planeten keinen passenden Vergleich mehr dafür gibt. Millionen FIFA-xx-Anhänger hielten den Atem an, endlich einmal würden sie in der Realität erleben, wie die unfehlbare Tormaschine eines ihrer Wundertore fabrizieren und hernach zelebrieren würde, vereiteln könnte dies nur ein ebenso außerirdischer Reflex des Adonis zwischen den Pfosten.

Doch es kam anders.

Nur ein Kullerbällchen war die anscheinend allein so apostrophierte Tormaschine zu fabrizieren in der Lage. Und auch wenn dessen weitere Verarbeitung kurze Zeit später dann doch noch zu einem Torerfolg führen würde: Mit dieser harmlosen Rückgabe zum Torwart zerstoben die Worte, die rund um diesen Wundermann gekleistert werden, zu einem Haufen fußballferner Lobpreisungen. Welche dann doch, wenn man sie in die richtige Reihenfolge brachte, plötzlich so Wörter wie „zo“, „is“ und „voesbal“ ergaben, und man konnte, wenn man diese vor sich hinlas, die Stimme eines Niederländers vernehmen, der jene Worte mit Emphase aussprach. Das Wort „Tormaschine“ war im Staub der Trümmer der Gelegenheit nicht mehr zu erkennen, nur noch wild umherfliegende Buchstabenfragmente, welche man mit viel Wohlwollen zum Ausdruck „gefährlicher Gewaltroller“ zusammenbauen konnte.

Die Millionen FIFA-xx-Anhänger atmeten aus und setzten sich um eine Illusion ärmer wieder hin.

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Keine credits

Wir wussten ja, dass die Menschen auf den Britischen Inseln auf der left-hand-side fahren und damit alles irgendwie anders sehen. Nun ist aber endlich auch geklärt, warum sie seit 1966 auf einen Titel warten.

“genauererkennen“




 

Oder ist der Fehler absichtlich drin, um es „viral“ werden zu lassen und ich bin jetzt in die Falle getappt?

(Video aus Gründen entfernt. Screenshot reicht ohnehin.)

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Löw und sein fußballhistorischer Lieblingsort

Von wegen „kein Fußballort“. Da will sich Jogi Löw bei der Frage nach seinem Lieblingsort elegant aus der Afffäre ziehen, indem er kein Fußballstadion als seinen Lieblingsort in Baden-Württemberg benennt. Und könnte mit seiner Antwort dann doch kaum näher am allgemeinen und die Welt bewegenden Fußballgeschehen sein.

Bei der StZ verrät Jogi Löw, dass er gerne dort rastet, wo zuvor schon ganz andere Mitglieder der Nationalmannschaft rosteten. Von Kindesbeinen an auf Nationalmannschaft geprägt, der Bundesjogi.

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And the winner is …

Dieter, der am 15. April korrekt und als Erster mit „Bernard Dietz“ antwortete, hier nachzulesen. Er ist schon informiert und übermittelt gerade seinen Co-Reisenden.

Allen anderen ein dickes Sorry und einen ebenso dicken Dank fürs Mitspielen, vielleicht sieht man sich trotzdem während der EM in Polen oder der Ukraine — oder beim Public Viewing zu anderen Spielen. Allerbesten Dank natürlich an Coke, die diesen Gewinn mit ihrem Fanfieber für Dieter und auch für mein Blog hier möglich gemacht haben.

Keine Sorge, ich wünsche mir trotzdem nicht, dass Deutschland nicht schon nach zwei Spielen fürs Viertelfinale qualifiziert sein wird. Erstens kommt es eh anders und zweitens …

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Schee war’s

Aber jetzt ist es vorbei.

Hätte nicht gedacht, dass ich das noch bzw. so bald erlebe, aber wer jetzt noch ernsthaft den Franz als Überhaupt-Irgendwas beim Fußball einsetzt, der spielt mit seinem Ruf. Sage nicht ich, sondern die vielen weiteren Stimmen im weltweiten Netz in Deutschland. Der glanzvollen Nichtleistung vom Spiel Dortmund gegen Bayern kann selbst der Franz unmöglich noch weniger Expertise folgen lassen.

Ich hätte schwören können, dass seine Absetzung noch nicht in diesem Jahrzehnt passiert, sondern erst dann, wenn’s quasi biologisch nicht mehr geht.

Jetzt, wo es vorbei ist, wird man schon ein bisschen sentimental. Aber nur ein bisschen. Und freut sich darauf, wer wohl danach folgen wird. Vielleicht einer mit Fußballverstand, das wäre ja schon mal was. Also einen solchen von heute, nicht von vor 15 Jahren, bittschö.

Bliebe die Frage nach der Anschlussverwendung für den Franz.

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