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Monat: September 2012

Alle FIFA-xx-Cover-Stars

Gerade erst ging ein Ruck durch Deutschland, als Millionen Menschen gleichzeitig ihre Postpakete öffneten, in welchen sie ihre aktuelle Ausgabe der FIFA-xx-Serie von EA Sports erhielten. Andere stiegen zeitgleich in den Keller und fanden die 97er-Version dieser Reihe, welche auch die erste war, die einen real existierenden Star auf dem Cover trug.

Einen kurzen Tweet später.

Merkwürdigerweise ist es die Seite bundesliga.de, die die kompletten Cover zum Durchklicken anbietet. Des Merkens würdig sind dabei vielleicht vor allem die Stars, die sich jeweils darauf befinden. Deshalb hier der Link, aber auch hier die Auflistung:

1997 David Ginola
1998 Andreas Möller
1999 Olaf Thon
2000 Mehmet Scholl
2001 Lothar Matthäus
2002 Gerald Asamoah
2003 Roberto Carlos, Ryan Giggs, Edgar Davids
2004 Alessandro del Piero, Thierry Henry, Ronaldinho
2005 Patrick Vieira, Fernando Morientes, Andrij Schewtschenko
2006 Wayne Rooney, Lukas Podolski, Ronaldinho
2007 Lukas Podolski, Ronaldinho
2008 Miroslav Klose, Ronaldinho
2009 Ronaldinho, Kevin Kuranyi
2010 Bastian Schweinsteiger, Wayne Rooney
2011 Mesut Özil, René Adler
2012 Lukas Podolski, Mats Hummels
2013 Lionel Messi

Offensichtlich gibt es deutsche, aber auch Versionen aus anderen Ländern, hier sind dann wohl nur die Coverstars der deutschen Version aufgelistet. Möglicherweise ist die Zusammenstellung aber auch falsch.

(Alle Angaben wie immer ohne Gewähr und Korrekturen sind willkommen — ich hoffe, das ist selbstverständlich.)

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Auges Abschiedsspiel

Erst genießen, wie Auge tatsächlich in einem Wagen des damaligen Bayernsponsors über die Ehrenrunde gefahren wird. Dabei nach Weißbier und Zigarette verlangt, Beides erhält, Uli Köhler hat ihm eine mitgebracht, und qualmend durchs Olympiastadion gefahren wird.



(Ja, Jörg Dahlmanns gekünsteltes Lachen ist schwer zu ertragen.)

Und dann lauschen, was Auge im Interview in der Kabine zu sagen hat.

(Vorsicht! Der Interviewer ist Reinhold Beckmann, der natürlich dem Anlass entsprechend, ein Großer des deutschen Fußballs beendet seine Karriere, mit belegter Stimme die Fragen stellt. (Allerdings am Ende auch mit einem Weißbier mit Auge anstößt.))

Das Interview ist zünftig. Und zünftig bedeutet in Bayern natürlich, dass man in der Kabine mit dem Weißbier weitermacht.



(Auges einzige Freunde aus dem Fußball sind interessanterweise Ditmar Jakobs, Norbert Nachtweih und Dieter Hoeneß.)

Sowie diesen Beitrag, der den privaten Klaus Augenthaler ins Licht rückt. Schön natürlich das Weißbierglas immer dabei, auch wenn er mit den Kindern am Tisch sitzt.



Der wackere Auge wird heute 55.

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Zum Glück nie dabei statt mittendrin

Was uns allen supercoolen, total reflektierten Fußballfans ja gemein ist, ist dass wir niemals auf eine Partymeile gehen würden, um dort ein Fußballspiel zu schauen. Da wir dort niemals hingehen würden, haben wir natürlich auch keine Ahnung, wie es dort so zugeht. Was uns nicht davon abhält, diese Einrichtung rundheraus komplett abzulehnen, denn auch wenn wir noch nie dort waren, wissen wir als supercoole, totale reflektierte, manche sagen sogar „wahre“ Fußballfans natürlich, dass man dort schon allein einfach so niemals hingehen würde. Wer die Frage nach den Gründen dafür stellt, disqualifiziert sich schon durchs Stellen dieser Frage. Einem supercoolen, total reflektierten Fußballfan müsste man eben nicht erklären, warum man nicht auf eine Fanmeile geht, um ein Spiel zu sehen. Fragt er danach, ist er eben kein solcher — womit er auch keine Antwort auf diese Frage verdient. Da sind wir uns hoffentlich einig.

(Hey, pscht, für die, die es doch ein klitzekleines Bisschen interessiert, wie es dort so zugeht, mittendrin in einer Fanmeile bei einem Spiel, in dem gerade ein Tor gefallen ist: hier entlang. Aber niemandem weiter erzählen. Danke.)

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Die reale Angst des Schützen beim Elfmeter

Bei Elfmetern bin ich total routiniert, das war noch nie ein Problem für mich. Ich schieße immer unten rechts rein, hart, gleich mach ich es genauso. Ich darf nur nicht anfangen, nachzudenken, ob der Torwart das weiß. Denn bislang hab ich den Ball ja immer noch rechts platziert. Vielleicht sollte ich es diesmal komplett anders machen? Ich schieß den Elfmeter nun mal nicht für mich allein. Für den ganzen Club, die Zuschauer, die Stadt. Ich darf nur nicht überlegen: links, rechts? Hart, verladen? Alle hab ich reingemacht. Bislang. Außer letztens. Jener eine. Wo? War das? Links? Wohin soll ich heute zielen? Was da alles dran hängt! Mein Image, unser Trainer. Der Sieg. Der Torwart. Held.

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Swingerclub Frankenstadion

An unserer Schule arbeitete damals Dieter Kronzucker. Immer, wenn ein Lehrer ausfiel und vertreten werden musste, wurde Dieter Kronzucker auf einem Wägelchen, oben das TV, unten der VHS-Videorekorder, in den Klassenraum geschoben und Dieter Kronzucker erzählte uns dann etwas von den irren Dingen, die in fernen Ländern geschehen sind.

Eine dieser meist bizarren Geschichten handelt von einer Hängebrücke in den USA, die vom Wind in Schwingungen versetzt wurde. Enorme Schwingungen. Darauf befindliche Menschen konnten sich nur noch torkelnd fortbewegen, sie flüchteten schließlich, die stehen gelassenen PKW wurden mit der wenig später einstürzenden Brücke in den Abgrund gerissen.

Heute habe ich zufällig genau dieses Video, welches wir damals hundertfach ansehen musste, wieder entdeckt. Welch nette Zufälle einem das Internet doch an einem lauen Samstagvormittag serviert.



(Aus den Kommentaren bei Blog-G im Beitrag am Tag nach der Partie 1. FC Nürnberg — Eintracht Frankfurt 2012.)

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Wenn Pfauen zur Feder greifen

Die „Kolumne Abseits“ in der „Welt“ ist von stark schwankender Qualität. Außerdem weiß sie oft nicht so wirklich, was sie eigentlich sein will. Glosse, Rückblick ins Historische oder Meinung. Macht aber nix. Manchen Autor kann man ruhigen Gewissens auslassen. Wenn Udo Muras sie schreibt, sind hingegen genau jene kleinen Häppchen an Hintergrundinformation oder auch Historischem dabei, die man hier gerne erfährt.

So informiert uns ihre aktuelle Ausgabe über zweierlei: Nicht nur war Rudi Völler einst — als Vorgänger von Mario Gomez in Bezug auf Mehmet Scholl — wütend über Paul Breitners Nörgelei an den Spielerleistungen zur EM 1988. Auch Felix Magath, der heute sich so hart Inszenierende, schrieb einen öffentlichen Jammer- und Heulsusen-Brief wegen Breitners Klugscheißertum über die Leistungen bei der WM 1986.

Noch größeres Highlight der aktuellen Ausgabe indes: Uli Hoeneß besaß schon als nicht mal Volljähriger, geschäftstüchtig von der Wiege an, eine eigene Kolumne in einer Ulmer Zeitung — „Das mein ich“ — welche er sich vor seinem Weggang aus Ulm zum FC Bayern sicherte. Das allein wäre kein Highlight, wohl aber die Begründung, mit der die Hoeneß’sche Kolumne nach kurzer Zeit eingestellt wurde:

„Zu viel Selbstdarstellung, zu wenig Interna.“

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Das Rezept für die Slogans der Fußballclubs

Als man irgendwann damit begann, den Bussen der verschiedenen Nationalmannschaften, wie sie im jeweiligen Austragungsland durch die Wälder, über die Felder und Straßen bis zu den Stadien rumpelten, mehr oder weniger sinnvolle Slogans auf die Außenhaut zu pappen, da haben viele noch herzlich gelacht.

Damals ahnten sie noch nicht, dass sich ihr Verein nur wenig später auch so einen Slogan zulegen würde, und das nicht nur für ein Turnier, sondern gleich für immer. Da bleibt vielen das Lachen schon im Halse stecken. Selbst wenn das mit dem „für immer“ nicht so ganz zutrifft, denn der eine oder andere Club ist mittlerweile schon beim dritten Slogan angekommen. Schauen wir auf jene Slogans, wie sie teilweise intensiv, teilweise nur an der Peripherie der Vereine propagiert wurden und werden:

1. Bundesliga

FC Bayern Forever a team. Mia san mia.
Borussia Dortmund Wieder hier, wieder im Revier (2004). Echte Liebe (2010).
Hamburger SV Die Raute im Herzen (2006). Leidenschaft verbindet (2009). Nur der HSV (2011).
Werder Bremen 100% Werder (2006). We win! (2006). Lebenslang Grün-Weiß (2012).
Hannover 96 Die Roten (2006). Die Roten. Seit 1896 (2006). Unsere Stadt. Unser Verein. Unsere Leidenschaft! (2011).
VfL Wolfsburg Das ist Fußball (2002). Weck den Wolf in Dir! (2008).
FC Schalke 04 Wir leben Dich (2012).
1. FC Nürnberg Wir sind der Club.
Fortuna Düsseldorf Einfach nur Fußball (200x). Wo ist Deine Heimat?
Bayer Leverkusen Wir 04 – für Leverkusen.
TSG Hoffenheim Ein Team. Ein Weg. Einmalig. (20xx)

Keinen Slogan gefunden: VfB Stuttgart, SC Freiburg, Borussia Mönchengladbach, Eintracht Frankfurt, Mainz 05, SpVg Fürth, FC Augsburg, Bayer Leverkusen.

2. Bundesliga

1860 München Einmal Löwe, immer Löwe (2010).
MSV Duisburg Die Zebras (2006). Leben.Liebe.Leidenschaft.MSV (2011).
Hertha BSC Play Berlin (2003). Aus Berlin. Für Berlin. (2010).
VfL Bochum Mein Revier ist hier (2003).
Energie Cottbus Im Osten geht die Sonne auf.
1. FC Kaiserslautern Das Herz der Pfalz (2006).
Eintracht Braunschweig Wir sind Eintracht (2012).
Dynamo Dresden Tradition verpflichtet (2011).
FC St. Pauli Kampf der Drittklassigkeit (2004). Non established since 1910 (2010).
1. FC Köln Meine Liebe. Meine Stadt. Mein Verein (2011).
Union Berlin Verliebt in Union (200x). Nicht ohne Liebe (2011).
Jahn Regensburg Eine Stadt! Ein Team! Ein Traum!

Keinen Slogan gefunden: Erzgebirge Aue, SV Sandhausen, FC Ingolstadt, VfR Aalen, SC Paderborn, FSV Frankfurt.

3. Liga

Alemannia Aachen Echt. Klasse. (2005).
Arminia Bielefeld Die Leidenschaft geht weiter (2006). Die Blauen (2007).
1. FC Saarbrücken Liebe kennt keine Liga (2007).
Offenbacher Kickers Die Kickers sind göttlich. Komm auf den heiligen Berg (2005).
Karlsruher SC Original KSC – Fußball seit 1894 (2010).
VfL Osnabrück Wir. Gemeinsam. Jetzt! (2009).
Hansa Rostock Unsinkbar seit 1965 (2010).
Chemnitzer FC Die Himmelblauen.
SV Wehen Wiesbaden Unsere Stadt, unser Verein, unser Ziel: 2. Bundesliga (2011).
SV Darmstadt 98 Die Lilien bleiben DA (2008). Wir Lilien. Aus Tradition anders. (2015)

Keinen Slogan gefunden: Preußen Münster, SpVgg Unterhaching, 1. FC Heidenheim, Hallescher FC, Stuttgarter Kickers, Wacker Burghausen, Rot-Weiß Erfurt, SV Darmstadt, SV Babelsberg.

(Für Ergänzungen in allen drei Ligen wäre man hier natürlich sehr dankbar.)

Es wird schnell deutlich, es existieren gemeinhin fünf Aspekte, die angesprochen werden wollen: Erstens, dass „wir“ alle zusammen irgendwas sind, meistens der Verein, manchmal die Stadt oder Region. Zweitens, dass man „echt“ sei, also keineswegs falsch oder kopiert oder Ähnliches. Drittens, dass man für immer treu sein werde. Da schwingt die große Angst mit, dass es im Misserfolgsfalle dann vielleicht doch nicht so sein würde. Viertens dass man selbst aus der Region sei, für die Region oder auch in der Region. Last not least die Emotion, ohne die heute ja gar nix mehr geht.

Die Slogans der Vereine bestehen also aus den folgenden fünf Zutaten:

1. Gemeinschaft

2. Authentizität

3. Treue

4. Lokalpatriotismus

5. Emotion

Wobei Punkt 5, die Emotion, gerne in der Farbe „Leidenschaft“, ansonsten in der Farbe „Liebe“ daherkommen darf — so einfach ist die Rezeptur für die Suppe der Fußballslogans zu entschlüsseln. Ungefähr die gleiche Rezeptur dürfte auch für die Texte der Vereinshymnen gelten.

Es fällt dann auch die Frage an, ob man als „Global Player“ seine regionale Verbundenheit heutzutage noch allzu sehr in den Vordergrund stellen sollte. Hat auch Borussia Dortmund erkannt und verließ sein regional anknüpfendes „Wieder hier im Revier“, hin zu einem generellen Blabla. Wichtiger ist mittlerweile nun mal, das Universale an einem Verein zu betonen. „Echte Liebe“ (z. B.) kennt man schließlich sowohl auf den Philippinen als auch in Chile. Und treu sein kann man von dort aus auch, während man weniger Herz der Pfalz oder sonstiger Regionen sein kann, und auch schlecht Berlin playen kann, wobei man gerade dort ja jüngst wieder vom Global- zum Zweitligaplayer hinabstieg. Hannover 96 und der 1. FC Köln tauschten quasi nur die Possessivpronomen aus, da waren die Slogans im Doppelpack wohl günstiger.

Die wenigen Ausnahmen bilden tatsächlich das Salz in der wenig gewürzten Suppe der Slogans der Vereine, wobei die Koketterie des FC St. Pauli, eben nicht etabliert zu sein („Non established since 1910″), ein schönes Paradoxon darstellt. Wäre man nicht seit 1910 oben dabei, würde dieser Slogan ja von niemandem zur Kenntnis genommen. Immerhin nimmt man bei Hansa Rostock etwas kreativeren Bezug auf sein Wappen („Unsinkbar seit 1965″) und damit am Ende auch wieder auf seine regionale Zuordnung. Interessant wäre im Falle Dynamo Dresdens („Tradition verpflichtet“) noch zu wissen, wozu Tradition jetzt genau verpflichtet, doch ungewollt ist es wohl nicht, die Beantwortung dieser Frage jedem Rezipienten selbst zu überlassen. In Wolfsburg musste man den Fans früher sogar noch erklären, was der VfL Wolfsburg überhaupt für eine Sportart betreibt („Das ist Fußball“). Angesichts seiner besonderen Geschichte im Niemandsland der Aufmerksamkeit sei ihm das wohl verziehen.

Ebenfalls sticht eine Komposition aus Punkt 5, der Emotion, und Punkt 3, der Treue heraus: „Liebe kennt keine Liga“ des 1. FC Saarbrücken, mittlerweile wohl auch an diversen anderen Orten des Fußballs gekapert, was wiederum belegt, dass nahezu jeder Slogan für jeden Club funktionieren würde.

Erstaunlich, dass diese Mode aus der Welt der Konzerne — da kann man bitte alle möglichen Claims selbst aufzählen — zu so austauschbaren Ergebnissen bei den Fußballvereinen geführt hat. Könnte daran liegen, dass die Hirne, die sich derartige Slogans ausdenken, die selben sind wie jene für die Claims der Firmen. Oder daran, dass die meisten Fußballvereine nun mal kaum einzigartige Eigenschaften besitzen, am Ende ist ein Fußballclub in erster Linie immer noch schlicht ein Fußballclub. Echt. Klasse.

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Endlich sagt’s mal einer

Endlich kann man die Floskel vom „Es hat sich nichts geändert“ beerdigen — für diesen Kontext. Das hätte man schon länger können, wenn Menschen sie nicht ständig gegen allen Sinn und Verstand wiedergekäut hätten. Immerhin ist das Folgende fast die erste Äußerung eines Fußballfunktionärs, welcher die gegenteilige Meinung ausdrückt.

Oliver Bierhoff „ist sicher, dass sich nach Enkes Tod im Bewusstsein der Menschen viel verändert hat. Auch im Profifußball seien ‚die Vorbehalte gegen die Krankheit Depression verschwunden‘, es werde ‚freier darüber gesprochen‘, die Beispiele des Trainers Ralf Rangnick und des Torwarts Markus Miller demonstrierten, dass es möglich ist, ‚zurückzukommen‘.“

Verschwunden sind die Vorbehalte sicher nicht, aber geringer werden sie wohl geworden sein. Vielleicht muss Bierhoff auch so sprechen wie oben, weil er Mitglied der Robert-Enke-Stiftung ist o. Ä. Sei’s drum. Recht hat er so oder so.

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WM-Ball 2014 heißt Brazuca

Merkwürdige Vorgehensweise: Für die WM 2014 wird der Name des Balles ausgewählt, bevor sein Design feststeht. „Merkwürdig“ bedeutet hier nicht, dass man so nicht vorgehen könnte. Warum sollte man nicht ein Thema wählen, und danach den Ball designen? Hat man nur bislang so nicht gehört.

Brazuca bedeutet so viel wie Lebensfreude auf brasilianische Art, brasilianisches Lebensgefühl.

Und dass es in Brasilien gerne mal um Lebensfreude geht, beweist schließlich schon die zuvor erfolgte Auswahl des Slogans der WM 2014.

Das „r“ im Namen des Balles für die WM 2014 ist übrigens sehr wichtig. Ohne das R landet man schnell bei weniger positiven Assoziationen.

(Alle früheren WM-Bälle hier.)

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Herrliche Bilder von Belgiens Amateurplätzen

Nur zwei Bilder, die kaum die Schönheit der Werke auf der unten verlinkten Seite vermitteln können. Schönheit, wenn man sich für die Ästhetik von unterklassigen Fußballplätzen und Stadien und allem, was irgendwo dazwischen rangiert, erwärmen kann.

Die deutschen Pendants hat man ja schon aufgesogen, da tut jemand, der solche Bilder in Belgien (und Luxemburg) er- und zusammengestellt hat, richtig gut.

Die Fotos hier mit freundlicher Genehmigung des Betreibers von Groundhopping.be, wo es Hunderte weiterer Kleinode zu genießen gibt, noch dazu in äußerst angenehmer Verpackung.

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Auch du, mein Sohn Tagesspiegel?

Stellvertretend für die reihum gehende Grütze von der „ansteigenden Fangewalt“ in deutschen Stadien sei hier aus einer TV-Kritik (eigentlich über die Nachfolgesendung von Waldis Club geschrieben) des Tagesspiegels zitiert, der sich nicht erblödet, von Folgendem zu spinnen:

Die ausufernde Fangewalt ist ein drängendes Thema.

Herrgottnochemal, wie oft müssen wir es noch wiederholen: Die Fangewalt nimmt beständig ab. Weiterhin und immer noch.

Wäre es wirklich zu viel verlangt, dass man von Menschen, die qua der Reichweite ihrer Texte Realitäten in den Köpfen der Rezipienten erschaffen können, erwartet, dass sie sich ein ganz kleines Stück an der Wahrheit orientieren?

Offensichtlich ja. Und da wundert man sich noch, dass kein Mensch mehr Geld für eine Zeitung ausgeben möchte. Sich verarschen lassen kann man schließlich auch ohne Geld dafür zu bezahlen. Alle weiteren Beispiele derartiger Idiotie zu sammeln würde hier leider den menschenmöglichen Rahmen sprengen, denn dieses Mem von der „ausufernden Fangewalt“ spukt in allen möglichen Journalistenhirnen rum. Man könnte, wenn man wollte, fast geneigt sein, diese Journalisten die „Taliban des Journalismus“ zu nennen. Aber man will sich ja nicht mit derartiger Überdenkammschererei gemein machen, also belässt man es lieber bei der Vokabel „Brandstifter“.

Es wäre an der Zeit, dass man solchen Journalisten endlich ihre Feuerzeuge aus der Hand reißt.

(Zur Vorgeschichte bei Bedarf gerne noch mal den Spielbeobachter lesen.)

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Kann eine Semmel so viel Geld wert sein?

Teile der Redaktion sind sich sicher: Niemals! Andere Teile behaupten, dass eine Semmel immer den Preis wert ist, der für sie gezahlt wird.

Man erinnert sich jedenfalls an Zeiten, als man samstags morgens mit dem Fahrrad zum Bäcker fuhr und eine komplette Semmel (in dieser Region Brötchen genannt) für 19 Pf erwerben konnte. Schon damals gab es Stimmen, dass eine Semmel so viel Geld niemals wert sein könne, doch: Nicht nur erwarb man sie selbst, es standen auch viele weitere Leute in der Schlange, um eine oder gar mehrere Semmeln zu diesem horrend anmutenden Preis zu erwerben.

Zeit verging und Rahmenbedingungen veränderten sich, zwei Groschen waren irgendwann nicht mehr genug, um sich eine einzelne Semmel einverleiben zu können.

Die weitreichendsten Erinnerungen erinnern sich an einen Preis von 27 Pf pro Semmel, was natürlich einerseits unverschämt war, auf der anderen Seite aber weiterhin willentlich von Menschen, welche im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte waren, bezahlt wurde, um diese Semmel zu erstehen.

Der Euro kam — bald geht er vielleicht wieder — der Semmel-Preis aber stieg und stieg, ungesehen der Dinge, die um eine solche Semmel herum geschahen.

Heute muss man den Europreis über den Daumen mal zwei nehmen, um den damaligen D-Mark-Preis zu berechnen. Eine Semmel kostet mittlerweile locker 27 Cent eines solchen Euros und damit mal eben doppelt so viel wie zu jener Zeit, als die Semmel schon als total überteuert wahrgenommen wurde.

Semmel-Experte Klaus N. äußerte sich dementsprechend letztens auch: „Natürlich kann eine einzelne Semmel niemals diesen Preis rechtfertigen.“ Und er liegt selbstredend richtig: Keine Semmel ist 27 Euro-Cent wert. Ein wenig dürr im Geschmack und am Ende dient die Semmel ohnehin doch nur dazu, mit etwas anderem, viel stärker schmeckendem belegt zu werden. Sinnlos also und auch völlig übertrieben, den Werten unserer Gesellschaft spottend, für solch ein Belegbrötchen 27 Cent verlangen zu wollen.

Und doch erdreisten sich mittlerweile Bäckereiaußenstellen an besonders frequentierten Orten wie dem Düsseldorfer Hauptbahnhof oder dem Münchner Flughafen, für eine einzige Semmel Mondpreise von bis zu 50 Cent zu verlangen. Unverschämt — aber auch diese Semmeln finden ihre Abnehmer.

Stimmen, die davon fabulieren, dass das Geld, mit dem man etwas erwirbt, nur den aktuellen Marktpreis widerspiegelt, Geld an sich aber niemals absurd sein kann, sofern man diese Erfindung der Menschheit akzeptiert, liegen natürlich falsch. Der Wert einer Semmel liegt schließlich in ihrer Belegbarkeit, mit Wurst, Käse, Marmelade oder Fisch, nicht in dem Etikett, das ihren Preis verrät. Ob nun 50 Cent oder 19 Pf — entscheidend ist einzig, ob es jemand bezahlt.

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