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Monat: Oktober 2014

Die torreichsten Champions-League-Partien

Wer mag nicht gerne Salz in der Suppe? Das definieren heute zwar immer mehr Menschen im Fußball anders. Aber so eine richtige Torflut macht doch zum Zuschauen — als Neutraler — meist mehr Spaß, nicht zuletzt, weil sie im Fußball so selten ist, wie wir gleich (wieder mal) sehen werden.

Heute trifft der FC Bayern München in seinem Auswärtsspiel in der Champions League Vorrunde auf den AS Rom, oder auch „die Roma“. Und beide erscheinen in den unten stehenden Listen. Letztere zwar zu neuer Stärke erwacht, Erstere allerdings ebenso und da dürfte die Stärke der Ersteren möglicherweise größer sein als jene der Letzteren. Weshalb man mit ein bisschen Glück auf einen neuen Eintrag in die unten stehende Sammlung hoffen darf. Wobei das in den letzten paar Dutzend Monaten eigentlich für jedes Spiel der Bayern galt.

Die meisten Tore in einer Champions-League-Partie, allerdings nicht pro Spieler, sondern beim Gesamtergebnis finden sich unten. Wie das so ist mit wahrscheinlich normalverteilten Ergebnissen, thront eine Partie mit satten 11 Treffern an der Spitze, auf 10 kamen bislang keine zwei Teams, deren 9 gab es dann immerhin schon 3 Mal und 8 Tore fielen gleich 18x [Update:] 19x mit den unterschiedlichsten Ausprägungen, wobei Liverpools 8:0 gegen Besiktas den höchsten Sieg in der Geschichte der Champions League überhaupt darstellt, aber eben nicht das torreichste Spiel.

11 Tore (1x)

AS Monaco - Deportivo La Coruna 8:3 (Tore)

9 Tore (3x)

Olympique Lyon - Werder Bremen 7:2
Paris St. Germain - Rosenborg Trondheim 7:2 (Tore und Highlights)
FC Villarreal - Aalborg BK 6:3

8 Tore (19x)

FC Liverpool - Besiktas 8:0 (Tore)
Hamburger SV - Juventus 4:4 (Tore und Highlights)
Chelsea - FC Liverpool 4:4 (Tore und Highlights)
Juventus - Olympiakos 7:1
Dinamo Zagreb - Olympique Lon 1:7
FC Bayern München - Sporting Lissabon 7:1
Manchester United - AS Rom 7:1
Werder Bremen - RSC Anderlecht 5:3 (Tore und Highlights)
Borussia Dortmund - Steaua Bukarest 5:3
Bröndby Kopenhagen - Manchester United 2:6
Real Madrid - Bayer Leverkusen 5:3
FC Barcelona - Bayer Leverkusen 7:1 (Tore und Highlights)
FC Valencia - FC Basel 6:2
Olympiakos Piräus - Bayer Leverkusen 6:2
Manchester United - Fenerbahce 6:2
Steaua Bukarest - Olympique Lyon 3:5
Real Madrid - Dinamo Zagreb 6:2
AS Rom - FC Bayern München 1:7

Und wenn man gerade schon mal dabei ist, kann man sich auch noch jene Partien mit jeweils 7 Toren zu Gemüte führen und erkennt, dass deutsche Teams doch häufig beteiligt waren, leider sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite des Ergebnisses.

“7

7 Tore (32x)

FC Valencia KRC Genk 7:0
FC Arsenal Slavia Prag 7:0
Juventus Olympiakos Piräus 7:0
Manchester United Real Madrid 4:3
Olympique Marseille FC Zürich 6:1
FC Valencia KRC Genk 7:0
Real Madrid APOEL Nikosia 5:2
1. FC Kaiserslautern HJK Helsinki 5:2
Werder Bremen Dinamo Minsk 5:2
Ajax Amsterdam FC Bayern München 5:2 (Tore und Highlights)
Real Madrid Ferencvaros 6:1
Real Madrid Sturm Graz 6:1
Willem II Tilburg Sparta Prag 3:4
Sparta Prag Spartak Moskau 5:2
FC Valencia Lazio Rom 5:2
Rosenborg Trondheim - Helsingborgs IF 6:1
Deportivo La Coruna Paris St. Germain 4:3
Celtic Juventus 4:3
VSC Debrecen AC Florenz 3:4
AC Florenz VSC Debrecen 5:2
Inter Mailand Tottenham Hotspur 4:3
Benfica Olympique Lyon 4:3
FC Valencia Bursaspor 6:1
MSK Zilina Olympique Marseille 0:7
Inter FC Schalke 04 2:5 (Tore und Highlights)
FC Nordsjaelland Schachtjar Donezk 2:5
Chelsea FC Nordsjaelland 6:1
FC Bayern München OSC Lille 6:1 (Tore und Highlights)
Galatasaray Real Madrid 1:6
Manchester City ZSKA Moskau 5:2
FC Bayern München - FC Basel 7:0
FC Barcelona Celtic 6:1
FC Schalke 04 Real Madrid 1:6 (Tore und Highlights)
BATE Barissov Schachtjar Donezk 0:7
FC Schalke 04 Sporting Lissabon 4:3
Real Madrid FC Schalke 04 3:4
FC Bayern München Schachtjar Donezk 7:0

Der absolute Torrekord in diesem Wettbewerb, wenn man auch den Europapokal der Landesmeister mit einbezieht, liegt übrigens bei 14 Toren in der Partie vom September 1969 KR Reykjavik – Feyenoord Rotterdam, die 2:12 endete. Beide Ehrentreffer, wenn man so will, erzielte übrigens ein Mann mit dem schönen Namen Baldvin Baldvinsson. Und das auch noch per Doppelschlag zum 1:10 und 2:10. Das nennt man wohl Moral.

PS: Alles händisch zusammengesucht und deshalb ohne Gewähr. Ihr OptaBaade.

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About „Ronny“

About Ronny.

Manch einer mag wissen, dass ich eine kleine, bescheidene Hobbyliga betreibe, wobei mir dieser Ausdruck der „Hobbyliga“ überhaupt nicht gefällt. Dieser hat sich aber so eingebürgert. Mir gefällt er nicht, denn erstens ist Fußball kein „Hobby“, sondern eine Leidenschaft und zweitens betreiben die meisten Fußballer in den unteren Ligen ihren Fußballsport genauso als „Hobby“ und unbezahlt wie jene Spieler, die in dieser Hobbyliga mitmachen.

Einziger Unterschied: die ersteren spielen nach den Regeln des DFB und (meist) samt Schiedsrichter, die anderen kommen genauso auch ohne beide Angelegenheiten klar. Das wär’s eigentlich. Es ist ja sowieso eine schöne, von der Schiedsrichtergilde gepflegte Illusion, zu glauben, dass es ohne Schiedsrichter nicht funktioniere. In unserer Liga ohne Schiedsrichter gibt es maximal 2 Spiele von 90-110 pro Saison, in denen sich die Teams nicht einigen können. Die nun 11 Jahre Liga-Betrieb ohne Schiedsrichter beweisen eben das Gegenteil. Doch der Ausdruck „Hobbyliga“ hat sich für einen solchen außerhalb der Regelungen des DFB stattfindenden Ligabetrieb eben eingebürgert, und deshalb verwende ich ihn auch. Ich betreibe also eine „Hobbyliga“. Was sprachlich noch ganz okay sein mag.

Deutlich schlimmer ist der Ausdruck der „‚Freizeit‘liga“. Als würden 98% der Menschen in DFB-zugehörigen Wettbewerben ihre Spiele nicht in ihrer Freizeit, sondern während ihrer Arbeitszeit absolvieren. Dem ist natürlich nicht so. Einzig die paar Fußstrümpfe voll Menschen, die das Glück hatten, Fußball zu ihrem Beruf machen zu können, spielen während ihrer Arbeitszeit Fußball. Alle anderen in ihrer Freizeit.

Insofern ist der Ausdruck „Freizeitliga“ oder „-fußball“ völlig daneben und auch inhaltlich irreführend. Er entstand aber wohl vor meinen Lebzeiten, weshalb ich einerseits meine Hände in Unschuld wasche und andererseits ihn weiterhin meide wie der Teufel einen mit Weihwasser angerührten Cocktail, seien die sonstigen Zutaten auch noch so verlockend.

Ich betreibe also irgendwie so eine „Hobbyliga“, die man auch einfach „Fußball-Liga“ nennen könnte, wenn nicht der DFB (respektive die FIFA) vermeintlich das Monopol darauf gebucht hätte, „den“ Fußball zu repräsentieren bzw. zu organisieren und man also eine Unterschiedung zwischen offiziellem und nicht-offiziellem Fußball benötigte. Welche natürlich nur deshalb existiert, weil die Teilnehmer die lächerliche Rolle des DFB respektive der FIFA akzeptieren.

Natürlich ist meine Hobbyliga keine „Subversion“ oder eine Abwandlung des vom Rest der Welt betriebenen Sports namens Fußballs. Es ist Fußball. Dass sich irgendjemand anmaßt, diesen für sich gegen alle anderen Anwandlungen als Alleinvertreter zu repräsentieren, gehört hoffentlich schon bald der Vergangenheit an.

Nun, wie dem auch sei. Um alles zuvor Gesagte jetzt zu konterkarieren: Natürlich gehört zu einer ordentlichen Liga auch eine ordentliche Anmeldung der Spieler für eine Saison. Das hab ich mir zwar nicht selbst ausgedacht, finde es aber okay, dass ein „Hobby“-Team eben auch nicht jedes Wochenende mit einem neuen Kader auflaufen darf. Da muss schon über eine Saison hinweg eine gewisse Kontinuität bestehen, nicht zuletzt weil sonst die Gefahr besteht, dass sich ein Team für ein entscheidendes Meisterschaftsspiel plötzlich einen hochklassig spielenden Bekannten einlädt, der nur an diesem einen Sonntagvormittag mitspielt, sonst aber mit dem jeweiligen Team nichts zu tun hat.

Also musste auch eine Kader-Anmeldung her, 23 Leute pro Saison, egal, wie oft wer kommt, 23 Plätze hat man zu vergeben, man weiß, dass Nr. ungefähr 17-23 sowieso nie erscheinen werden, aber man darf sie für die Saison anmelden.

Was uns zu der Frage der Klarnamen bringt. Es ging auch darum, dass man keinen „Betrug“ durchführen könne, in dem Sinne, dass man einen höherklassigen Spieler unter falschem Namen anmeldete. Und also mussten sich alle Spieler unter Klarnamen bei dieser Liga anmelden. Nicht aus Datenraffgier, sondern eben um Betrug zu vermeiden.

Und hier kommen dann verschiedene Geburtsjahrgänge und die zwei Deutschlands in Spiel.

Gefordert war, sich mit seinem echten Namen anzumelden, Spitznamen nicht erlaubt, auch keine Wunsch- oder Künstlernamen.

Soweit gar nicht so schwer, dem kamen alle gerne nach, reichten immer zu Saisonbeginn ihre Kaderlisten ein und mehr oder weniger ging das ohne Probleme vonstatten.

Bis eines Tages …

eine Mannschaft einen Spieler mit dem Namen „Ronny Nachname“ meldete. Ich ärgerte mich ein bisschen, ich hatte doch klar gesagt: keine Spitznamen, keine Künstlernamen, bitte nur den wirklichen bürgerlichen Namen. Darüber kann man doch nicht einfach so hinweggehen, wenn man mitmachen möchte.

Ich mailte also zurück: „Danke für Eure Kaderliste der teilnehmenden Spieler samt weiterer Daten. Eine kleine Korrektur würde ich mir aber wünschen. Bitte schickt mir den richtigen Vornamen von ‚Ronny Nachname‘, wie schon mehrfach erwähnt, akzeptieren wir keine Spitznamen oder Verkürzungen.“

Zurück kam dann die Antwort: „Tut uns leid, der heißt wirklich Ronny.“

Ich wurde irgendwas zwischen wütend, frustriert und aggressiv und schrieb zurück, dass es ja in Ordnung sei, wenn man sich innerhalb von Hobbyteams nicht jeweils mit dem vollständigen Namen vorstelle, sondern mit seinem Spitznamen. Aber für die Anmeldung bräuchte ich seinen richtigen, bürgerlichen Namen, nicht die Kurzform. Eine Stefanie dürfe sich eben nicht als „Steffi“ anmelden, sondern als „Stefanie“, weil die Anmeldung eben auch der Kontrolle diene, ob nicht jemand unzulässigerweise einen abgehalfterten Bundesliga-Star einsetze oder vielleicht wenigstens Landesliga-.

Zurück kam die Antwort: „Er heißt Ronny, sagt er.“

Ich wurde noch wütender und schrieb, dass es okay sei, wenn man irgendwie pro forma oder aus welchen Gründen auch immer sich nur mit seinem Spitznamen identifiziern könne, aber bitte, wenn er mitspielen wolle, müsse er seinen bürgerlichen Namen einreichen, nicht seinen Spitznamen.

„Er sagt, er heißt wirklich ‚Ronny‘.“

Und so langsam fing ich an, an den mentalen Fähigkeiten des einen Teams da zu zweifeln. KEIN SPITZNAME verdammt noch mal, jetzt sendet mir endlich seinen richtigen Namen.

Er, bzw. das Team bestanden darauf, dass er „Ronny“ heiße. Ich überlegte länger, ob ich ihn deshalb ausschließen müsse, kein Mensch heißt „Ronny“ mit bürgerlichem Namen, das kann nur ein Spitzname sein.

Ich habe mich dann dazu entschieden, ihn in der Liga mitspielen zu lassen, aber unter besondere Beobachtung stellen zu lassen, ob nicht irgendwo ein Ronald mit selbem Jahrgang in der Nähe bei höherklassigen Teams spielen könnte oder vielleicht sogar ein Ronaldinho oder was weiß ich, aber niemals gibt es einen deutschen Vornamen, der „Ronny“ heißt und nicht nur eine Verkürzung eines Spitznamens ist.

Ich witterte Betrug und auch allen anderen Formen der der Bösartigkeit öffnenden Pforten. Man müsste ihn überwachen, ein Mensch, der sich selbst als „Ronny“ bezeichnet, aber seine wahre Identität dahinter versteckt hält, spielt offensichtlich nicht mit offenen Karten.

Die Saison verstrich, er hatte sich offensichtlich nichts zu Schulden kommen lassen, aber er wollte weiterhin nicht seinen richtigen Vornamen rausrücken. Ich schrieb der betreffenden Mannschaft: „Es ist nett, dass ihr so gut abgeschnitten habt, ich freue mich auf Eure Kadermeldung für die nächste Saison – aber in der nächsten Saison akzeptiere ich definitiv keine Spitznamen mehr! Wer ist dieser Ronny?!“ Zum Teufel noch mal!

Sie antworteten: „Er heißt wirklich Ronny.“

Ich schrieb, es mag sein, dass er sich als Ronny bezeichnet, aber ich möchte endgültig seinen bürgerlichen Namen wissen und nicht seinen Spitznamen. Anderenfalls kann ich ihn nicht mehr weiter in der Liga mitspielen lassen.

Bis dann letztens die „Zeit“ ein Dossier über die Unterschiede zwischen West und Ost veröffentlichte und dabei die Verteilung des Vornamens „Ronny“ darstellte. Ungefähr so:

„Ronny“ ist ein Vorname, kein Spitzname? Nie gehört. Ja ist das denn ein anderes Land als meines? Das muss ein anderes Land sein.

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Den Bullen beißen

Angesichts der Häufung solcher Ereignisse bekommt man inzwischen ja fast eine größere Beißhemmung, wenn alte Männer von den Erfolgen ihrer Jugendzeit erzählen und diese nur leicht, ganz leicht verklären. Aber man kann sie dann doch nicht davonkommen lassen und muss hoffen, dass man später nicht der selben Versuchung erliegen wird. Wobei die Versuchung in Ermangelung von Erfolgen nicht ganz so groß sein wird.

Franz „Bulle“ Roth behauptet jedenfalls über die drei Siege seines Clubs im Europapokal der Landesmeister:

„Das war damals nicht so einfach wie heute. Damals gab es noch keine Gruppenphase und es spielten nur die Meister mit.“

Autsch, das tut gleich doppelt weh. Keine Gruppenphase, deshalb war es schwieriger? Und weil nur die Meister mitspielten, traf man dann eben auf den Meister aus Malta, aus Bulgarien oder aus Island, statt auf den Zweiten, Dritten, Vierten aus England, Spanien, Italien.

Schauen wir einfach noch mal genau hin, wie der detaillierte Weg zu den drei Titeln damals aussah: eigentlich genau wie heute, nur ohne Gruppenphase und nur mit Meistern.

Sehr schwierig also, das Ganze, zumal es damals noch die Sowjetunion und Jugoslawien (und die Tschechoslowakei) gab. Also stimmt man Bulle Roth zu, so einfach wie heute war das damals nicht. Und hoffen, dass man später nicht der selben Versuchung erliegen wird. Andererseits gehörten Fragen zu den Vergleichen zwischen heute und der aktiven Zeit eines Interviewten eigentlich ohnehin längst auf eine Schwarze Liste, womit der gebissene Bulle dann am Ende doch ein wenig entlastet wird.

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Die Faszination des Fußballs ist ungebrochen

Was man so mitnimmt, wenn man auf Reisen ist. Das folgende Video wurde mir von nur der Tim ans Herz gelegt. Ich weiß, dass normalerweise niemand diese Videos anklickt und anschaut. In diesem Falle sollte man aber eine Ausnahme machen und sich anhören, wie früher über Fußball berichtet wurde. Nicht zuletzt ja mit einem guten Ende für den HSV.

Der Reporter heißt Fritz Klein und sagt so Sachen wie „Tor.“ oder „Fehler“ oder „Ach, ist hier eine Dramatik.“ oder „Magath, der Kapitän“ oder „45. Minute, nach meiner Uhr bereits die 46.“

Es ist einfach fantastisch zu hören. Zu sehen natürlich auch. Und wem das alles noch nicht verlockend genug klingt, dem sei ein „Caspar Memering“ entgegengeworfen.

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Kult (West) vs Kult (Ost) 3:0

3:0. Wobei — eigentlich ging der Vergleich 1:1 aus, nur auf dem Platz eben nicht. Da schoss Kult (West) drei Tore, nachdem aber auch schon früh im Spiel einer der Kicker von Kult (Ost) vom Platz musste, weil er zuvor elfmeterwürdig gefoult hatte.

1:1 hingegen bei der Anfeuerung, der Lebendigkeit, der Unterstützung. Spielte man auf St. Pauli aber nicht des Gegners Song (wie banal und naheliegend diese Geste doch eigentlich ist), wie es eben Brauch ist, so hätten die Unioner nicht ganz so ausgiebig ihren Teil zu einem gelungenen Fußballkultur-Abend späten Vormittag beitragen können. Dass sie immer noch die Version der Astro-Spinnerin besingen, sei mal außen vorgelassen. Denn ansonsten war das eine Atmosphäre zum Zungeschnalzen für all jene, welchen diese überbordende Rivalität und alle Anwandlungen von Hass etc. pp. dermaßen auf den Senkel gehen, dass sie die Ohren jedes Mal auf Durchzug stellen müssen, um noch ein wenig vom Spiel genießen zu können.

So wie es beim Autor der Fall ist. Weshalb das Ganze nicht nur als Zuseher das gewisse je-ne-sais-pas hatte, sondern auch ganz tief drin ein wenig Erleichterung schaffte: dass Fußball frei von größerer Idiotie auf den Rängen möglich sein kann. Mit Applaus (!) gar für die Schiedsrichter (ob das bei anderen Spielverläufen auch so ist, ist unbekannt, und dennoch erstmal schon für sich bemerkenswert).

Welche Konflikte die einzelnen Parteien untereinander in jenem Hamburger Klub auch austragen mögen und wie sehr der ganze Trubel auch ritualisiert und beim nächsten Mal nicht mehr so mitreißend sein mag, wie sehr er auch durch den günstigen Spielverlauf bedingt gewesen sein mag:

Dass man ein Fußballfest feiert und sich vorher und mittendrin einfach wie normale Menschen benimmt — das ist leider selten, und war leider genau deshalb sehr schön.

(Die Daten zum Spiel.)

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Sieben feine Fußball-Podcasts (Folge I)

Das Folgende dient als Service für all jene, welche weiterhin sonntags den Doppelpass oder Ähnliches konsumieren, weil ihnen schlicht keine Alternativen bekannt sind. Dass jedermann weiß, was Podcasts sind, ist hier auch klar.

Als ich letztens zum ersten Mal beim #tkss in Köln weilte, trat ich doch glatt beim draußenstehenden Reden voll ins Fettnäpfchen, auch wenn meine geäußerte Meinung durchaus nichts Verwerfliches an sich hatte. Ich suchte mir allerdings ausgerechnet Klaas Reese von Reessessportkultur aus, um diesem zu entgegnen, dass heutzutage doch niemand mehr Radio höre (in leicht gelangweilt-despektierlichem Ton vorgetragen). Viel zu langsam, lesen sei doch viel schneller.

Einen Mann, der selbst beim Radio arbeitet und einen der besten Podcasts der Republik betreibt, hatte ich damit zu leichter Gegenrede bewogen: aber wenn es gut sei?, fragte er mit der ihm eigenen Höflichkeit.

Gab es noch gutes Radio, nicht nach jedem Wortbeitrag von 2:30min unterbrochen, nicht mit nervtötender Werbung und nicht mit wenig Tiefe? Keine Ahnung, ich war schließlich seit Jahren „im Internet“ und hörte überhaupt keine gesprochenen Wörter in Medien mehr außer jene von Fußballkommentatoren.

Doch wenn Klaas Reese dies als Job betreibt, kann es eigentlich nicht sein, dass das alles so wenig Tiefe besäße wie es bei 1Live zum Mantra erhoben wurde. Und schließlich war ich ja auch selbst zu einem einstündigen Gespräch bei DRadio Wissen gewesen, ebenfalls nicht unterbrochen von Musik.

Es müsste also irgendetwas geben, was sich tatsächlich zu hören lohnte. Allein, zu jener Zeit fehlte noch das im Wochenablauf freizuschaufelnde Zeitfenster, um sich so langsam in das Hinabzubegeben, was immmer mehr Leute mit Sportinteresse im deutschsprachigen Raum zu konsumieren scheinen: Podcasts, ein von der Sendezeit unabhängiges Radio.

Als das dann endlich gelungen war, eröffnete sich eine neue Welt. Nicht immer „von Fans für Fans“, wie sich manche in Betonung ihres Nonprofitums und auch der Parteilichkeit rühmen, oft auch von beeindruckendem Niveau, sowohl inhaltlich als auch in der Machart — und manchmal dann doch ganz herrlich subjektiv.

In den nächsten Tagen werden noch weitere Sparten der Podcasts zu Fußball folgen, heute sind die ersten sieben in nichtwertender Reihenfolge dran, welche alle jeweils über einen bestimmten Verein (oder welche Rechtsform diese Konstrukte auch immer haben mögen) berichten.

Vollraute

Vollraute Podcast Sascha, der jenseits der durch Moers verlaufenden Scheide von Gladbach- und Schalke-Fans lebt und dennoch Fan der Borussia vom Niederrhein wurde, ist hier federführend und hat zwischen einem und vier ständigen Mitstreitern. Überwältigender Detailreichtum bei Ausgaben wie dem Saisonrückblick oder ausführliche Stimmungsbilder von Partien wie jener in Zürich erwarten den Hörer hier.

Natürlich gilt wie bei allen folgenden Podcasts, dass ein Grundinteresse an den Vorgängen rund um den jeweiligen Club vorhanden sein muss. Diese Fülle an Informationen erhält man so kondensiert wohl in keiner normalen Zeitschrift, gleichwohl wird damit auch klar: bei der Vollraute geht’s um das Spiel und das ist ernst. Wer Unterhaltung möchte, kann ja den Doppelpass einschalten.

Vollraute.

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Grünweiß

Grün-Weiß-Stammtisch Ein Podcast über Werder Bremen, mit den selben Vorzügen wie bei der Vollraute. Menschen, die extrem genau verfolgen, was sich rund um den Verein ereignet und noch dazu in mehr als halben Sätzen formulieren können. Diese werden dann schon mal etwas länger, aber genau das will man mit derartigen Werken ja zur Verfügung stellen. Gedanken, die die Abhängigkeit vom jeweiligen Tagesergebnis hinter sich lassen.

Obwohl hier jetzt nicht jeder einzelne Teilnehmer bei den Podcasts genannt werden wird, kennen die meisten sicher auch die ebenso detailreichen Ausführungen von Tobias vom Blog „Meine Saison“. Hier gibt es diese Form der Gedanken dann aufs Ohr und noch dazu im Austausch mit seinen Mitstreitern.

Grünweiß.

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Textilvergehen

Textilvergehen Das Textilvergehen ist Vorreiter in so vielen Dingen gewesen: eine der ersten Frauen mit einem Blog über Fußball, in diesem Fall über Union Berlin, welches auch größere Aufmerksamkeit erlangte. Die darauf folgende Verwebung mit den Zuständigen im Verein, viele Fotos aus dem Innenraum und auch einer der ersten Podcasts, der dann auch langen Atem bewies. Inzwischen ist man bei über 200 Ausgaben angelangt. Natürlich wie bei fast allen Podcasts auch immer gerne mit Gästen vom Gegner oder wie zuletzt mal eine Podcast-Größe aus anderem Metier: Tim Pritlove. Berliner Schnauze macht das Ganze rund.

Textilvergehen.

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Eintracht-Podcast

Der wohl subjektivste der hier vorgestellten Podcasts ist der Eintracht-Podcast. Hier wird gerne mal ganz reinherzig geflucht über Ereignisse aus vergangenen Spielen.

Es ist aber nicht nur Jux und Dollerei, die Macher waren auch schon live auf einer Web-Tage-Bühne in Frankfurt mit ihrem Podcast zu hören. Außerdem gibt’s Verlosungen von Tickets und ähnliches Miteinbeziehen von Hörern und nicht zuletzt — natürlich der Hauptgrund zum Einschalten — eine sehr espritgeladene Runde inklusive ebenfalls — wie beim Textilvergehen — weiblicher Podcasterin.

Eintracht-Podcast.

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Bockcast

Welcher Klub einen Bock in seinem Wappen hat, verrät ja schon das Bild hier links. Immer mehr Leute wechseln vom Bloggen zum Podcasten, so hat auch dieser Betreiber eigentlich lange nur gebloggt, nun gibt es den „Bockcast“ als Ergänzung, Erweiterung, Bereicherung zum Blog.

Inzwischen hat der Macher vom Bockcast sehr häufig Gäste und manches Mal grenzt es dann schon an Comedy, wenn so richtig geschlagfertigt wird. Dennoch nicht zu verwechseln mit dem Doppelpass, der ja nie unterhaltsam war, sondern nur platt. Auch hier nicht zu überhören: da ist jemand leibhaftiger Fan.

Bockcast.

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Rautenradio

Es gab nicht viel zu lachen für die Macher vom Rautenradio in den letzten Jahren. Hier geht es schließlich nicht um jene Raute aus Mönchengladbach, sondern um jene aus Hamburg. Neben den sportlich schweren Zeiten kam dann noch die ungewünschte Ausgliederung hinzu.

Gepodcastet wird aber trotzdem, immerhin hat man dann auch etwas zu diskutieren. Und da der Autor schon in den heiligen Hallen des Aufnahmeortes anwesend war, darf er bezeugen, dass das Rautenradio technisch bestens ausgerüstet ist und zudem neben der gebotenen Ernsthaftigkeit seinen nordischen Humor noch nicht verloren hat, der immer wieder durch die Zwiegespräche blitzt.

Rautenradio.

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Neverkusen-Podcast

Man kann es kaum glauben, aber es existiert tatsächlich ein Podcast über Bayer Leverkusen auf englisch. Host ist hier ein Mann von der Westküste der USA, der neben dem ganzen Neverkusen-Team aus aller Welt und aus Deutschland auch immer mal wieder die eine oder andere Größe virtuell an Land ziehen kann.

Vor Kurzem war Frank Lußem vom kicker als Experte fürs Sportliche zu Gast, dann berichtet auch schon mal @friedaelaine vom Leverkusener Fankongress. Und wer sich nicht davon schrecken lässt, dass es um Bayer Leverkusen geht, der wird auch die Hürde des Englischen nehmen, denn das spricht der Host, ebenso wie übrigens Deutsch, sehr rein und klar. Man will schließlich nicht nur gehört, sondern auch verstanden werden.

Neverkusen-Podcast.

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Knapp vorbei ist nicht immer daneben

Eine interessante Frage, so man zu den Nerds gehört, kam letztens bei den Tweets von @artus69 nach Borussia Dortmunds Partie beim RSC Anderlecht auf:

Zählen Pfosten- und Lattentreffer zu den „shots on target“ in einer Statistik, die während und nach dem Spiel mal wieder Interpretations-Hinweise für die Spielblinden geben soll?

Die Antwort war meines Wissens: nein.

Ein Schuss an den Pfosten oder an die Latte zählt nicht als „shot on target“, also nicht als Schuss aufs Tor. Denn dieser Schuss würde ja unabhängig von der Reaktion des Keepers zu keinem Tor führen. Der Ball prallt ab, nicht immer zurück ins Spielfeld. Meistens ins Toraus und so gibt es dann Abstoß und das Stadionpublikum hat ebenso wie alle Kommentatoren und späteren Zeitungsreporter etwas zum Atem Anhalten und Berichten bekommen.

Dabei gelangt man aber wieder mal zu einer Frage, so als Fußball-Nerd und Zahlen-Skeptiker rund um den Fußball, der den Umgang mit diesen Werten in Frage stellt, oder ihn zumindest gerne diskutieren möchte:

Ist ein Schuss an den Pfosten, den der Torwart mit größter Wahrscheinlichkeit nicht mehr erreicht hätte, nicht als viel wertvoller einzuschätzen als ein Schuss, den der Torwart mühelos pariert, der aber als „on target“ zählt? Bei welchen von beiden Situationen ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Tor fallen könnte, größer?

Und müssten nicht deshalb ganz knapp vorbeistreichende Torschüsse ebenso als wertvoller und eben nicht als vermeintliches Scheitern („off target“) bewertet werden, als ein Schuss, der zwar „on target“ ist, aber eben genau deshalb kein Problem für den Torwart darstellt, weil er aus der jeweiligen Position heraus viel zu sehr „on target“ ist, in dem Fall dann „auf den Mann“ und deshalb zu keinerlei Gefahr führt?

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