20. April 2016
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So war die Lesung zum Buch: Der Tornado vertellt einen

Der Ort war wie gemalt für die Lesung von Michael Tönnies und dem Autor des Buches „Auf der Kippe“, Jan Mohnhaupt, über eben jenen „Dicken“ getauften Stürmer des MSV Duisburg, der heute nachsichtigerweise nur noch „Tornado“ genannt wird:

Ein barockes Clubheim im Duisburger Süden, wo tatsächlich noch reger Vereinsbetrieb herrscht und sich über 40 Zuhörer eng in einem kleinen Raum zusammenfanden, um den Worten des einstigen und inzwischen wieder MSV-Stars Tönnies zu lauschen. Die Gesprächsleitung hatte Stefan Leiwen, Stadionsprecher des MSV Duisburg. Das ist Michael Tönnies mittlerweile auch, Stadionsprecher, zumindest für die zwei Minuten, in denen die konkrete Aufstellung vorgelesen und von den Fans skandiert wird.

Der Grund, warum Tönnies zu solch einer Leistung überhaupt in der Lage ist, bildet die Basis dafür, warum dieses Buch — und damit auch die Lesung — überhaupt entstand bzw. stattfand. Der „Dicke“ hatte es schon während, aber vor allem nach seiner Karriere allzu sehr übertrieben mit allem, was der Gesundheit nicht zuträglich ist. Geraucht, gesoffen, viel gezockt auch und gehurt, aber eben vor allem geschmökt wie ein Weltmeister. Mehr als 80 Zigaretten am Tag rauchte er zu Hoch- oder doch eher Niedrigzeiten, in manchen durchzechten Nächten sogar noch mehr. Kein Wunder, dass er in seiner gemeinsamen Zeit beim MSV mit Gesundheitsfanatiker Ewald Lienen öfter aneinanderrauschte.

Am Ende stand ein Lungenkollaps, immerhin kein Krebs, der kürzlich Johan Cruyff dahingerafft hatte. Aber eine neue Lunge war damit zum längerfristigen Überleben nötig. Doch Lebensmut und auch finanzielle Sicherheit waren ihm ohne Aufgabe im Leben nach dem Fußball schon vorher verloren gegangen. Die Geschichte dürfte bei einschlägig Interessierten lange bekannt sein. Für alle anderen führte Stefan Leiwen durch Tönnies‘ Leben und damit auch durch Mohnhaupts Buch. Zum Einstieg ein Video an der Leinwand von einem der vielen torreichen Auftritte des „Tornados“ — immerhin bis vor Monaten noch Schütze des schnellsten Hattricks der Bundesliga-Geschichte. Danach ging es eher um jene Themen, die man als Fan nie mitbekommt. Wie geht es in der Kabine einer Profimannschaft zu und wie im Trainingslager?

Wie man hört, schon damals genauso, wie man sich das Bekämpfen von Langeweile bei jungen Menschen vorstellt, zumal ohne Playstation oder Handyspiele: Mit viel Bier und noch mehr Zockerei. Das kennt man übrigens aus der Biografie des aus etwas anderen Kreisen stammenden Heinz Höher, der trotzdem genauso abstürzte. Zocken und Alkohol — in Fußballerkreisen anscheinend eine weit verbreitete Kombination.

Was Tönnies beinahe dahinraffte, war aber nicht der Alkohol, sondern die Zigaretten. Als er selbst beinahe jeden Lebensmut verloren hatte, es aber genau darum ging: um sein Leben, entdeckten ihn MSV-Fans und gaben ihm so viel Zuspruch, dass Tönnies doch weitermachte.

Der Tornado ließ sich nach viel Überwindung auf die Liste der Transplantationswilligen setzen und wurde nicht weniger als 3x mit falschem Alarm von Essen in die Klinik nach Hannover gefahren, lag teils schon auf dem OP-Tisch, ehe dann doch noch das Stoppzeichen kam. Die Spenderlunge passte nicht zu ihm oder wurde beschädigt. Beim vierten Mal war es dann so weit. Er wachte während der 2. Halbzeit eines Bundesligaspieltags an einem Samstag auf und war insofern ein neuer Mensch, als er wieder voll atmen konnte, aber in sich den funktionierenden Lungenflügel eines Verstorbenen trug. Und nicht mehr rauchte.

Mit welcher Offenheit Tönnies sein Scheitern in quasi allen Lebenslagen nach der aktiven Karriere schilderte, wirkte ebenso eindrücklich wie jene von Heinz Höher. Dass er das nicht ganz so eloquent vortrug wie dieser, machte ihn nur noch authentischer. Autor Jan Mohnhaupt las einige Passagen aus dem Buch, das Tönnies‘ „Zwei Leben“ beschreibt. Und der Co-Stadionsprecher des MSV, der „Tornado“ Tönnies, gab zu, dass ihn 2 Minuten beim Vorlesen der Spielernamen nervöser werden lassen als jedes Spiel vor ähnlicher Kulisse früher.

Keine Lesung, vielmehr ein Gespräch mit einigen Videos und eher wenigen Lesepassagen. Ob er sich nicht geschämt habe, sich derart zu öffnen, wie er es für das Buch tat, wurde Tönnies hernach vom Publikum gefragt. Nein, das sei er den Leuten, die ihn derart unterstützt haben, dass er überhaupt noch lebe, schuldig gewesen, dass er in Bezug auf seinen Werdegang „mit offenen Karten spiele“. Letzteres tut er zum Glück nur noch in Bezug auf Mohnhaupts Buch und seine Biografie, nicht aber im richtigen Leben. Da hatte er sogar Begegnungen mit bewaffneten Geldeintreibern, zig Tausende Mark verzockt und war diese schuldig geblieben. Auch das, wie die Raucherei und sein fehlender Lebensmut, scheinen aber Vergangenheit zu sein. Eine Vergangenheit, die Jan Mohnhaupt nicht zuletzt aufschrieb, weil er selbst als Kind wegen Tönnies damals Fan des MSV geworden war.

Natürlich gratulierte Michael Tönnies Robert Lewandowski öffentlich, als jener ihm seinen Hattrick-Rekord der Bundesliga raubte, was zum äußerst bescheiden und demütig auftretenden Tönnies passt. Zu einem Mann, der, wie er selbst sagt, ein „in Essen lebender Duisburger“ ist. Ein Abend, der nicht im Kern mit Fußball zu tun hatte, sondern viel mit dem Leben daneben, danach und auch dem möglichen Sterben.

Dass Tönnies sich schämte, dass er als Transpantationsbedürftiger innerlich teils auf den Tod anderer Menschen hoffte, um selbst zu überleben, kann wohl nur nachvollziehen, wer in selber Lage gewesen ist. Dass er dies wie so vieles andere weniger Positive offen aussprach, ließ den Abend hingegen tatsächlich wertvoll werden. Da sprach keiner, der seine Karriere verklärte und Scheitern stets anderen in die Schuhe schob. Dass Mohnhaupt dessen Leben passend in seine Texte zu übertragen wusste, machte den Abend rund. Am Ende bot Tönnies — bezeichnend für seine Selbtzweifel — sogar an, dass man die Fans darüber abstimmen lassen solle, ob er überhaupt noch Co-Stadionsprecher sein solle. Man wusste nicht, ob das im Scherz gemeint war. Man darf aber sicher sein, dass er trotz eher wenig voller Stimme und spürbarem Lampenfieber ein Wahlergebnis nahe jenen der SED erreichte.

Im Video spricht Tönnies über die Frage der Identifikation eines Spielers mit einem Verein, früher vs heute. In der Mitte der Autor Jan Mohnhaupt, links Stefan Leiwen.

Hier geht’s zur Rezension des Buches durch Kees Jaratz.

9. April 2016
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Interview mit Clubfans United — Pfrudschln mit Närmberch

Clubfans United Der alte Fahrensmann Alexander Endl, ein Blogger der ersten Stunde bei Clubfans United, hat mich vor der morgigen Partie des MSV Duisburg beim 1. FC Nürnberg zum virtuellen Gespräch gebeten. Dabei geht’s natürlich um die anstehende Zweitligapartie zwischen dem aufstiegslechzenden Glubb auf Rang 3 und dem Letzten aus Meiderich, jedoch ebenso um die aktuelle Lage des Fußballs allgemein in Bezug auf Aspekte wie Investoren, sportliche Chancenlosigkeit oder Fankultur.

Zum Gespräch bei Clubfans United.

22. März 2016
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Freunde der (künstlichen) Sonne!

Heute ist zwar Dienstag und nicht Freitag, aber an Tagen wie diesen kann man ein bisschen Sonne gebrauchen.

Jeden Freitag veröffentlichen Menschen bei Twitter unter #floodlightfriday Bilder von Flutlichtern. Das heißt von Flutlichtmasten, von Spielfeldern mit Flutlicht, von Stadien mit aktiviertem Flutlicht oder auch einfach gesamte Landschaftsbilder mit einem beleuchteten Stadion darin.

Und welcher Fußballbegeisterte wäre nicht diesem ganz eigenen Zauber erlegen, den von Flutlicht bestrahlte Stadien stets ausströmen, ob nun das Ruhrstadion by night oder ein Dorfplatz im Moseltal? Noch dazu sieht man hier eine wunderbare Auswahl an Variationen von Flutlichtmasten, deren einzigartige Ästhetik auch mal einen eigenen Bildband samt ausführlicher kunsthistorischer Betrachtung verdient hätte (welchen es sicher schon gibt).

Als Appetitanreger hier zwei Beispiele mit Genehmigung des Urhebers.


Etliche weitere schöne, anmutige, obskure und betörende Beispiele finden sich unter diesem Link: #floodlightfriday, bei dem man diese hinreißenden Bilder auch betrachten kann, ohne bei Twitter angemeldet zu sein.

21. März 2016
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Rechenkönig Rudi

Überall sind jetzt Beiträge zum Jahrhundertspiel zu lesen, zum 7:3 von Bayer Uerdingen über Dynamo Dresden. Alles meist lesenswert und doch mit wenig Neuem, was aber in der Natur einer Angelegenheit liegt, die schon ihr etlichstes Jubliäum feiert. Nur einer wartet noch mit zuvor Unbekanntem auf. Rudi Bommer, damals im Uerdinger Dress auf dem Platz, leidet unter schwerer Dyskalkulie, zumindest in jüngeren Jahren noch. Das erklärt vielleicht auch seine mediokren Erfolge als Trainer, als der man zumindest bis Elf zählen können muss, um genügend Spieler für eine Partie aufzustellen. Zusammenrechnen aber fällt ihm schwer.

Rudi Bommer jedenfalls wusste während der laufenden Partie nicht, ob das 7:3 zum Weiterkommen reicht, sagte er dem Kicker. Kann sich eigentlich nur um einen Scherz handeln, wobei der Tonfall des Gesagten schriftlich immer so schwierig zu erkennen ist. Die Mitspieler jedenfalls hatten bestimmt viel Spaß an einem, der nicht wusste, wie viele Tore das Team zum Weiterkommen noch benötigt. Heute hätte man dafür sicher einen Extra-Assistenten eingestellt, der das den im Kopfrechnen weniger starken Spielern ständig an der Seitenlinie anzeigt. Als Rudi Bommer noch ganz alleine rechnen musste, gegen Dynamo Dresden, war er jedenfalls das: sehr alleine.

17. März 2016
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Gijon! Gijon! Wir haben ein Gijon! Und die anderen?

Über 30 Jahre ist es nun schon her. Ich kann dennoch heute immer noch nicht in völlig anderen Zusammenhängen etwas von dieser Stadt im Norden Spaniens lesen — ob Zahl der Hotelübernachtungen oder landwirtschaftliche Ertragsquoten des Einzugsgebiets — ohne sofort an die dazugehörige Schande (Breitner, Magath, Rummenigge und sogar Hrubesch) und somit an Fußball zu denken. Es gibt bekanntlich auch noch dieses Dings von Cordoba, wobei dieses Dings rein sportlich war und anders als Gijon nicht moralisch. Außerdem war die hiesige Nationalmannschaft am Mineiraço, dem ausgeprägten Desaster der brasilianischen Nationalmannschaft bei ihrer zweiten Heim-WM, beteiligt. Und dann gibt es da noch das Wembley-Tor, das einen Namen nach einem bestimmten Ort trägt. Das war es aber soweit dann auch schon an besonderen, mit einem Ort verknüpften Ereignissen.

Soweit mir bekannt ist, nennt man das Wembley-Tor in England allerdings nicht Wembley-Tor, wohl auch, weil man es ja gar nicht als besonders bemerkenswert wahrgenommen hat. Hat halt gezählt, war sicher drin, so wie sich auch das Bloemfontein-Nicht-Tor im deutschen Sprachgebrauch nicht eingebürgert hat.

Meine Frage wäre nun allerdings, ob es derartige besondere, mit einem Ort verknüpften, extrem haften bleibende Bezeichnungen von historisch herausragenden Partien auch in anderen Ländern in Bezug auf die eigene Nationalmannschaft gibt. Vielleicht ein „Skandal vom Skagerrak“, ein „Possenspiel von Porto“ oder ein „Gesichtsverlust von Genua“, wie auch immer das in der jeweiligen Landessprache genannt sein mag. Weiß jemand von derartigen Varianten? Bueller? Die Klasse?

11. März 2016
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New Kids on the Blog

Jaja, die Strafe für die Überschrift bezahl ich gerne. Bzw. lasse sie mir von den unten Erwähnten erstatten. Dafür müsstet Ihr aber mindestens einmal draufklicken. Und draufklicken ist ja in these days nicht mehr so sexy, hab ich gehört. Hier aber lohnt es sich, sofern man sich fürs jeweilige Thema erwärmen kann.

Ballreiter

Der Ballreiter Gar nicht so klar, ob er ein Newcomer ist oder schon immer über Fußball schrieb. Neu ist jedenfalls sein Blog, Hauptthemen sind zwar der KSC und Borussia Mönchengladbach, reist aber auch sonst viel in Sachen Fußball herum, vor allem durch Schottland und schreibt und fotoberichtet darüber. Macht sich auch Gedanken über den Videobeweis et al. Definitiv eines der neuen, alten klassischen Fußballblogs, die man lesen sollte, wenn man solche mag. Gibt ja da nicht mehr so viele Neuzugänge, er/es ist aber eines.

Ballreiter.

Eiserne Ketten

Eiserne Ketten Ein Tatktikblog über Eisern Union, die mit dem selbstgebauten Spielfeld von Köpenick. Zweitligist, schon etwas länger, aber zuletzt nach Meinung der dortigen zu erfolglos. Den vorigen Trainerwechsel — also den vor Lewandowskis Erkrankung — nahm aymard_charles zum Anlass, seine taktischen und auch allgemeineren Betrachtungen zu diesem Club erst auf seiner Festplatte zu versammeln und dann in die Öffentlichkeit zu gießen. Wer will, liest also bei den Eisernen Ketten mehr über den Verein mit diesem so völlig aus der Reihe tanzenden Wappen. Taktikgeblubber ist heutzutage ja noch hipper als Eisern Union an sich.

Tragisches Dreieck

Goldmann saxt Wie auch die Eisernen Ketten hat das einstige „Goldmann saxt“ seinen Namen gewechselt, heißt jetzt „Tragisches Dreieck“. Klar geht es darin um dem VfB Stuttgart, und – man mag es gar nicht meinen – aber der hat auch Fans von außerhalb. Wie eben jenes Tragische Dreieck, das regelmäßig über „seinen“ VfB schreibt. Früher lasen wir ja über den VfB nur bei angedacht (wo es bekanntlich viel mehr als nur den VfB gibt) und beim Vertikalpass, jetzt lesen wir eben auch beim Tragischen Dreieck regelmäßig, was so gerade Stand der Ding ist. Jedenfalls so lange der VfB noch nicht absteigt, was dann aber nächste Saison sicher wieder über dem Horizont dräuen wird.

Tragisches Dreieck

Halbfeldflanke

Noch ein explizites Taktikblog, Und das über den FC Schalke 04, wo Schalke doch bekanntlich vor allem eines ist: Emotion, Emotion und Emotion, bis zur Besinnungslosigkeit. Wo nach jeder Niederlage die Anhänger mit selbst gebastelten Galgen für den Trainer durch die Straßen ziehen, man nach jedem Sieg aber quasi schon Weltmeister ist, was man dann in realiter aber nie wird. Muss man schon sehr manisch-depressiv für veranlagt sein, für dieses Schalkesein. Nicht mein Ding. Aber offenbar gibt es doch taktische Einsprengsel in ihrem Spiel, das bekanntlich schon in den 1930er Jahren den „Schalker Kreisel“ begründete, als andere noch mit gut Langholz hantierten. Was der Name nun mit taktischem Fußball zu tun hat, muss man den Betreiber fragen. Sicher aber: Es gibt mehr im Schalker Spiel zu berichten und zu besprechen als nur die Halbfeldflanke. Und auch mehr als nur Emotion bis zur Besinnungslosigkeit.

Halbfeldflanke.

Glückauf-Pils

Torsten Wieland, der wunderbar große Mann aus Duisburg, mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass er kein MSV-, sondern – oweiowei – Schalke-Fan geworden ist, hier im Zusammenspiel mit dem lustigen Pepo. Seit einigen Monden schon betreiben die beiden den Glckfpls-Podcast, in dem es oft um Bier, fast immer um Schalke und allermeistens um Fußball geht. Könnte man mal reinhören. Neben dem gewohnt eloquenten Torsten Wieland entpuppt sich auch Der Pepo als angenehm zu hörender Kollege. Mir wäre ja ein Currywurst-Test statt eines Bier-Tests lieber, aber – um beides geht es nicht in diesem Podcast, sondern schon um Fußball. Mit oft sehr illustren Gästen und nicht zu verachten bei einem Podcast, auch sehr guter Klangqualität. Inhaltlich ohnehin.

Glückauf Pils.

Dann also viel Spaß mit den neuen Blogs und Podcasts.

9. März 2016
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Nur beinahe verrückter Fan von Manchester City hat Auftritt in Beatles-Song

Trauriger Anlass, mal wieder auf die Verbindung „Beatles und Fußball“ zu blicken: George Martin ist verstorben.

Der Text des Songs „Happiness Is a Warm Gun“ von den Beatles enthält eine Zeile, die von einer Meldung über einen Fan von Manchester City inspiriert ist. Sein Treiben wirkt heutzutage sehr befremdlich, aber remember what the internet is for und was es vor dem Internet kaum gab. Oder zumindest vor VHS. Ein Fan von Manchester City hatte sich jedenfalls etwas ausgedacht, womit er Mädchen unter den Rock schauen konnte. Womit er es schließlich in den Text dieses mehr als genialen Beatles-Songs, der eigentlich aus vier Songs besteht, schaffte.

„The man in the crowd with the multi colored mirrors on his hobnail boots“, meanwhile, was from a newspaper report about a Manchester City football fan who had been arrested after inserting mirrors into his footwear in order to see up the skirts of women during matches.

Man konnte früher für Spiegelchen auf seinen Schuhen verhaftet werden? Das ist ja noch verrückter als der Umstand, dass es dieser Fan von Manchester City in den Text von „Happiness Is a Warm Gun“ geschafft hat.

Siehe auch:

Were the fab four into football?
With a kop like that, you know you should be glad
Leeds spielt morgen gegen Chelsea

3. März 2016
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Gestern standen wir am Abgrund

… heute sind wir einen Schritt weiter. Das 0:2 des MSV Duisburg im Heimspiel gegen den FC St. Pauli war der endgültige Todesstoß für dessen Aufenthalt in der 2. Bundesliga. Ich habe dennoch mit Yannick vom Millernton auch nach der Partie noch mal mit ihm aufs Spiel geblickt (wie wir es auch vor der Partie taten), allerdings kurz vor dem gestrigen 3:3-Sieg des MSV in letzter Minute beim FSV Frankfurt, der komischerweise dennoch nur 1 Punkt in der Tabelle bringt, aber ohnehin nicht mehr als ein letzter Rülpser vor dem Untergang ist. Man kann es unter folgendem Link hören; da ich auch viel Positives erwähne, würde ich es nennen:

Wenn freundliche Menschen sich gegenseitig gut verstehen

28. Februar 2016
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Kaffee, Croissant, Lektüre

Ja, lebt denn der alte Sportblogger-Award noch? Ja, er lebt noch.

Und ganz in der Tradition eines angenehmen Morgens, wie ihn auch Bixente Lizarazu bei seiner Gratulation zum Geburtstag der „L‘Equipe“ (das heißt „die Mannschaft“) beschreibt


braucht man nur einen Kaffee, ein Croissant und etwas Sportlektüre für einen solchen angenehmen Morgen.

Das Sportbloggernetzwerk hat mal wieder gute Texte aus Blogs aus dem letzten Jahr zusammengestellt und sucht nun den nach Eurer Meinung besten davon, den Gewinner des Jahres 2015.

Deshalb, bittschön, die Damen und Herren, Kaffee und Croissant selbst besorgen, die Lektüre stellen wir. Viel Spaß beim Lesen und danach dann abstimmen; wir danken herzlich.

26. Februar 2016
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Hallo Hamburg, wir melden uns vom Abgrund

Der Millernton-Podcast betreibt eine Rubrik „Vor dem Spiel/Nach dem Spiel“, in der mit einem Menschen aus dem Umfeld des jeweils aktuellen Gegner des FC St. Pauli gesprochen wird — vor und nach dem Spiel. Den ersten Teil, vor dem Spiel am Sonntag des MSV Duisburg gegen eben jenen FC St. Pauli, habe ich gestern mit dem Millernton absolviert.

Hier geht’s zum Gespräch, mit etwas mehr als 20 Minuten voller vieler „Insights“ schafft man das wohl noch vor dem Anstoß am Sonntag um 13h zu hören.

18. Februar 2016
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#namethegame – Wie heißt dieses Dings-Spiel in welcher Region?

Mal wieder bei Twitter kam gerade die Frage danach auf, was denn eigentlich „Fünferle“ sei, nachdem ich twitterte, dass Schachtjar Donzek das gerade in Schalkes Fünfmeterraum spiele.

Fünferle heißt jenes Spiel, in dem alle Beteiligten auf ein Tor spielen, also ohne Verteidiger, Tore aber nur zählen, wenn sie volley erzielt werden. Jeder hat 10 Punkte, bei einem erhaltenen Tor als Torwart bekommt man einen Punkt abgezogen. Bei einem Fehlschuss neben das Tor (oder auch bei einem gehaltenen Ball) muss der Fehlschütze ins Tor, kann also nur dort Punkte verlieren, sich durch einen gehaltenen Ball aber auch wieder daraus entfernen. Plus wahrscheinlich viele weitere Variationen, nehm ich an, das ist so das Grundgerüst.

Dort, wo ich aufwuchs, am Niederrhein am westlichen Rande des Ruhrgebiets, nannte man das Spiel „Fünferle“. Womöglich, weil man nur innerhalb des Fünfmeterraums überhaupt köpfen/volley schießen durfte, das weiß ich nicht mehr exakt.

Die Frage ist nun: Wie hieß dieses Spiel dort, wo Du es gespielt hast – und wo war das?

PS: Wir hatten dieses Thema übrigens schon mal, wie aus diesem Beitrag zu regionalen Varianten der Bezeichnung für bolzen/pöhlen/tschutten hervorgeht. Leider ist der Link zur damaligen Auflistung zum Thema „Fünferle“ und seine regionalen Varianten beim Blog „Bolzplatz“ tot, weil dieses Blog tot ist.

8. Februar 2016
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Everyday is like Sunday

Trudging slowly over wet sand
Back to the bench where your clothes were stolen
This is the coastal town
That they forgot to close down
Armageddon – come Armageddon!
Come, Armageddon! Come!

Everyday is like Sunday
Everyday is silent and grey

Nun ist die Bundesliga endgültig zum Stillstand gekommen. Der Meister steht fest, der Vizemeister steht fest. Die Absteiger stehen fest. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, wir reden hier nicht vom vorletzten Spieltag, an dem der Zufall das mal so gewürfelt hat, dass eben per genau diesem alle wichtigen Entscheidungen schon gefallen sind. Wir reden vom 20. Spieltag, an dem sich die Spannung in der Liga nur noch darauf bezieht, wer Champions League spielt und falls das nicht, Europa League. Und wer sich um den einen relevanten Relegationsplatz prügelt, auch wenn selbst da die Verhältnisse klar zu sein scheinen.

Der 20. Spieltag ist gegangen, und der eigentliche Sinn dieser Liga, um die Meisterschaft zu kämpfen und gegen den Abstieg, hat sich mehr oder weniger erledigt. Sicher kann Hoffenheim noch locker mit 3 Siegen in Folge auferstehen, ebenso könnten tatsächlich noch Mainz 05 oder sogar der 1. FC Köln von 1948 in die Europapokalränge gespült werden.

Allein, was den Sinn einer Liga angeht, hat sich die Bundesliga von allem verabschiedet, was noch Interesse bedeuten könnte. Lassen wir jetzt mal alle Eifersüchteleien gegenüber den Bayern weg, ignorieren wir einfach, dass sie seit fast einem halben Jahrzehnt (denn so wäre es, wenn sie nächste Saison wieder Meister würden) die Bundesliga nach Belieben und vor allem mit einem Punkte- bis Torrekord nach dem nächsten beherrschen.

Jetzt ist auch noch die Frage nach dem Vizemeister obsolet geworden. Das wird ebenso dauerhaft, wie der FC Bayern Meister wird, ebenso immer der BVB werden. Alle anderen Teams können diese Lücke nicht schließen, die Abstiegsfrage wird wohl sicher noch irgendwann mal offener ablaufen als in dieser Saison. Nur – was nützt uns das, in dieser Saison?

Diese Saison ist vorbei und man spürt geradezu die Resignation bei allen Bundesliga-Interessierten, die nicht gerade Schalke- oder Gladbach-Fans sind (oder noch fürchten, Besuch vom Abstiegsgespenst zu bekommen). So früh war diese Liga, diese Saison noch nie entschieden, und so laufen wir jetzt schon, ab Anfang Februar langsam über den Strand und fragen uns, wer wohl auf welchem Mannschaftsbild im Kicker-Sonderheft der neuen Saison auftauchen wird. Nur Aufmerksamkeit für die aktuelle Bundesliga-Saison brauchen wir keine mehr. Da ist alles entschieden. Jaja, außer natürlich von Deinem Verein.

Aber ansonsten ist alles leider so, als wäre jeden Tag Sonntag.

1. Februar 2016
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Update! „Tor des Jahres“ — alle auf einen Klick-Blick

[Update Januar 2016] Das Tor des Jahres 2015 erzielte Carsten Kammlott. Das wird hier extra noch mal erwähnt, weil man sich den dazugehörigen Beitrag der Sportschau ruhig geben sollte, sofern man sehen möchte, wie ein Profi der 3. Liga so lebt. Jeden Sonntag bei den Eltern zum Essen (wobei das der eine oder andere Weltmeister ja ebenso pflegen soll) und derlei mehr. Nicht prickelnd, aber erhellend. Und das Tor an sich natürlich: hier der Beitrag (der obere), sicher nicht lange online. (Außerdem erfährt man so, dass Reinhold Beckmann immer noch die Sportschau macht. Dachte, der spielt jetzt Gitarre.) Und für die Jüngeren vielleicht interessant, dass dieses Tor einen weltbekannten Vorfahren hatte. Das Tor, nicht Kammlott.

[Update April 2013] Dass ein Schwede mit bosnischen Wurzeln in einem Freundschaftsspiel in Schweden gegen England das Tor des Jahres in Deutschland erzielen kann, bleibt eines dieser Geheimnisse des professionellen Sportjournalismus. Ein fantastisches Tor erzielte Ibrahimovic mit seinem Fallrückzieher natürlich unbestritten, aber die Frage, was das bei den deutschen Toren des Jahres zu suchen hat, bleibt offen — vielleicht mal bei der Sportschau nachfragen.

[Update 29. Januar 2012] Heute gibt es dann den Neuzugang für 2012 2011: Señor Raúl. Ein schön anzusehender Lupfer beim hohen Sieg gegen den 1. FC Köln. Was der FC Schalke übrigens auch ohne Raúl schafft, wie gestern gesehen.

[Update 24. Januar 2011]

Ein Schuss aus 60 Metern. Kreativ. Gab es erst seit 2007 nicht mehr.

[Update 7. April 2009]

Ich hab dann mal eine nur wenig Voraussicht benötigende Änderung vorgenommen, siehe Ende der Liste. Sollte ich mich getäuscht haben, werde ich mich damit bestrafen, selbst so ein Tor wie das von Grafite erzielen zu müssen und es so lange zu versuchen, bis es klappt — allerdings ohne Gegenspieler. Schwer genug.

Aber ich werde mich ohnehin nicht täuschen.

Und wie profan Ballacks Tor von 2008 plötzlich wirkt …

Aus aktuellem Anlass, da Diego mit seinem Tor aus 60m Entfernung gegen Alemannia Aachen gerade Tor des Monats wurde, ein Überblick über die bisherigen Schützen des „Tor des Jahres“ seit der Einführung dieser Wahl im Jahr 1971.

1971 Ulrik Le Fevre
1972 Günter Netzer und Gerd Müller
1973 Günter Netzer
1974 Erwin Kostedde
1975 Klaus Fischer
1976 Gerd Müller
1977 Klaus Fischer
1978 Rainer Bonhof
1979 Harald Nickel
1980 Karl-Heinz Rummenigge
1981 Karl-Heinz Rummenigge
1982 Klaus Fischer
1983 Jürgen Wilhelm
1984 Daniel Simmes
1985 Pierre Littbarski
1986 Stefan Kohn
1987 Jürgen Klinsmann
1988 Jürgen Wegmann
1989 Klaus Augenthaler
1990 Lothar Matthäus
1991 Andreas Müller
1992 Lothar Matthäus
1993 Augustine „Jay-Jay“ Okocha
1994 Bernd Schuster (ab 0:53)
1995 Jean-Pierre Papin
1996 Oliver Bierhoff
1997 Lars Ricken
1998 Olaf Marschall
1999 Giovane Elber (ab 1:08)
2000 Alex Alves
2001 Kurt Meyer
2002 Benjamin Lauth
2003 Nia Künzer (ab 1:23)
2004 Klemen Lavric
2005 Kasper Bögelund
2006 Oliver Neuville
2007 Diego
2008 Michael Ballack
2009 Grafite
2010 Michael Stahl
2011 Raúl
2012 Zlatan Ibrahimovic
2013 Raúl und Julian Draxler
2014 Mario Götze
2015 Carsten Kammlott

Mit Nia Künzer immerhin schon eine Frau als Gewinnerin dabei, sowie mit Jürgen Wilhelm und dem damals 80-jährigen Kurt Meyer auch zwei Amateure. Rekordsieger bleibt Klaus Fischer mit 3 Toren, vor Günter Netzer, Gerd Müller, Lothar Matthäus und Karl-Heinz Rummenigge mit je 2 Toren des Jahres.

In den meisten Fällen braucht man nur auf die Jahreszahl und den Namen zu schauen, schon ist klar, welches Tor es gewesen sein muss. Beispiele:

Lothar Matthäus 1990
Nia Künzer 2003
Lars Ricken 1997
Klaus Fischer 1982
Oliver Bierhoff 1996

Was an dem wurschtigen, glücklich abgefälschten, kraftlosen, unplatzierten Torschuss Bierhoffs von 1996, der dem armen tschechischen Torhüter durch die plötzlich nur noch mit der Konsistenz unaufgeblasener Luftballons funktionierenden Hände glitt, Tor-des-Jahres-würdig gewesen sein soll (außer eben seiner Wirkung), wird sich uns nie erschließen. Klaus Fischers Tor von 1982 begeistert da schon eher, so wie alle seine Tore des Jahres es vermögen.

Ich persönlich hätte auch diesmal eher auf Christoph Preuß‘ Fallrückzieher gesetzt als auf diese dann doch irgendwie gar nicht so schwierigen Tore der Marke Augenthaler 1989, Alves 2000 oder eben Diego 2007, aber ich bin ja auch nicht die Masse.