14. Juli 2016
3 Kommentare

Man sollte das Spiel jetzt nicht so schlecht machen wie es war

Wahrscheinlich gibt es mehr als nur die zwei folgenden Gründe. Doch zwei Gründe, warum die Spiele als immer anstrengender empfunden werden, obwohl sie es objektiv wahrscheinlich nicht sind, liegen auf der Hand.

Erstens ist der Spielplan sowohl in den Bundesligen als auch in den Europapokalen so weit entzerrt, dass mittlerweile fast jede Partie einzeln auf dem Seziertisch liegt. Natürlich ist das nicht erst seit gestern so, doch zuletzt kam dann sogar noch die Aufweitung auf zwei Sonntagstermine in der Bundesliga hinzu sowie die Streckung sowohl von Achtel- als auch Viertel- und Halbfinale der Champions League auf jeweils nur ganz wenige Partien pro einheitlichem Termin.

Zweitens ist moppern oder auch nörgeln ansteckend. Und mit unseren tollen Echokammern namens Twitter oder Facebook, keine Ahnung wie es bei Letzterem ist, wird es immer mindestens einen geben, der gerade an einer Partie etwas zu moppern hat. Je mehr es sind, desto wahrscheinlicher wird es – vorausgesetzt diese Äußerungen werden von anderen Teilnehmern auch wahrgenommen – dass andere in den anschwellenden Chor der Nörgler einstimmen. Heute benötigt man ja nicht mal einen eigenen Nörgeltweet dafür, man klickt einfach auf Retweet und schon ist man Teil der Nörgelgruppe.

Ich will jüngere Leser – noch fühle ich mich dafür nicht alt genug – nicht mit den Vergleichen zu früher nerven, als eben ohnehin nicht jedes Spiel live sichtbar war, schon gar nicht mit jener Zeit, als noch das Gros der Spiele der Bundesliga zum einheitlichen Anstoßzeitpunkt am Samstag stattfand. Da aber erhielt per se jede einzelne Partie viel weniger Aufmerksamkeit. Und fiel auch nicht so ins Gewicht, wenn sie ein grausames 0:0 zwischen Arminia Bielefeld und Fortuna Düsseldorf war. Denn die anderen Partien wurden zeitgleich wahrgenommen und gerade wenn eine Partie wenig bot, wurde sie nicht gerade exponiert dargestellt.

Heute wird jede Partie unerbittlich über 90 Minuten plus x plus Aufbereitung ausgewalzt, egal, wie wenig sie inhatlich bot. Diese frühere Aufmerksamkeitsdiffusion ist jetzt einem Brennglas gewichen, mit dem man viel deutlicher sieht, wie schlecht Fußballspiele sein können, was sie eben oft sind – denn sie sind nun mal in voller Länge zu sehen.

Gepaart mit dem ungleich größeren Resonanzkörper, die Zahlen sind ja teils schwindelerregend, denn wer hätte früher mehr als 10 oder 15 Leuten gleichzeitig gesagt, dass er eine Partie nicht mag?, folgen selbst dem durchschnittlichen Popelstwitterer heute vierstellige Zahlen an Accounts, wird diese Wirkung ebenso exponenziell verstärkt. Da kann ein einziger Nörgeltweet schon gleich eine eigentlich mediokre Partie in den Abgrund ziehen. Und wie gesagt gibt es immer irgendeinen, der etwas zu nörgeln hat (anwesende Hausherrn nicht (nicht immer, aber eben nicht nicht immer) ausgenommen.)

Keine schöne Zeiten für all jene Partien, welche man nur aus Liebhaberei schaut. Wer ist schon wirklich Anhänger von mehr als zwei Vereinen gleichzeitig? Früher galt die beinahe zum Sprichwort gewordene Regel, dass gerade Spitzenspiele selten halten, was sie versprechen und meist gähnend langweilig sind, weil kaum jemand etwas riskiert. Das ist heute (gefühlt) seltener der Fall. Weil aber jede weitere Partie auch noch übertragen (und konsumiert, es wird ja keiner gezwungen) wird, entsteht der Eindruck, dass man eigentlich nur noch von langweiligen und irgendwie unästhetischen Spielen umgeben ist.

Zum Auflösen dieses Irrglaubens geht die Empfehlung raus, tatsächlich mal 90 Minuten Arminia gegen Fortuna von 1993 zu schauen. Wenn man es denn überhaupt durchhält. Die Qualität ist im Fußball allgemein enorm gestiegen, egal, ob man jetzt auf Taktikklugscheißerei, Technikgenuss oder auch schlicht auf Spannung steht.

Denn der 1. FC Nürnberg von heute würde wohl 1985 immer noch locker Meister werden. Die Sache mit der fehlenden Ausgeglichenheit ist dann wieder eine andere. Sie ändert aber nichts daran, dass man ein Sonntagsspiel zwischen dem 12. und dem 8. in den Abgrund nörgelt.

Da ist guter Rat teuer, sofern man weiter twittern und auch interessierter Fußballfan bleiben will.

13. Juli 2016
7 Kommentare

So war die EM 2016, meint die Twitter-Prominenz

EM-Finale 2016 im Stade de France. Foto: Oliver Fritsch.
Das EM-Finale 2016 im Stade de France. Foto: Oliver Fritsch.

Wie der allgemeine Tenor zur EM 2016 lautet, mag man diversen Publikationen entnommen haben, wir von der Redaktion dachten aber, wir fragen lieber Leute, die sich wirklich auskennen. Nämlich die Leser oder Follower von Trainer Baade. Im Folgenden also ein Stimmungsbild all jener, denen man grundsätzlich fehlendes Interesse am Fußball und stattdessen nur am Event oder den Schlandspielen sicher nicht vorwerfen kann. Den Anfang macht Paddya91.

Patrick ist bei Twitter Paddya91.

„Diese Europameisterschaft war das erste größere Turnier seit einiger Zeit, bei dem ich tatsächlich ganze Spieltage verpasst habe. Das lag zum einen daran, dass ich manchmal einfach keine Zeit hatte, zum anderen war der Unterhaltungswert dieses Mal spürbar geringer als noch vor zwei Jahren. Es kann gut sein, dass der Titelgewinn meine Erinnerung da ein bisschen rosiger erscheinen lässt, als es tatsächlich war. Andererseits hätte ich dieses Mal wohl nicht für ein Spiel zwischen Japan und der Elfenbeinküste die Nacht durchgemacht.

Spielerisch war die gesamte Vorrunde zum Vergessen. Das lag wahrscheinlich daran, dass dank des neuen Modus „nicht verlieren“ vollkommen ausreichend war. Das Highlight aus meiner Sicht war definitiv das Viertelfinale gegen Italien. Beim Elfmeterschießen war ich so angespannt wie vielleicht noch bei Messis Freistoß im WM-Finale. Das Ausscheiden gegen Frankreich war aus meiner Sicht sehr unnötig. Ein dämlicher Fehler von Schweinsteiger brachte die Mannschaft in Rückstand und in eine Schockstarre, aus der sie sich nicht mehr befreien konnte. Leider hatte die Mannschaft auch genau die gleichen Probleme, wie schon in der Qualifikation. Sie dominierte das Spiel mit Ballbesitzfußball, entwickelte aber kaum Torgefahr. Portugal wäre schlagbar gewesen.“

Es folgt Stephan, der bei Twitter Uersfeld ist, als Dembowski ermittelt, ansonsten für ESPN schreibt, aber auch noch an diversen anderen Stellen des Netzes geheime Identitäten pflegt:

„Als sich DJ David Guetta während der Eröffnungsfeier aus dem Eiffelturm pellte, an einem Knöpfchen drehte und sich und seinen dicken Scheck feierte, hätte ich eigentlich schon gewarnt sein müssen. Natürlich war ich es nicht. Es war nur eine weitere Eröffnungsfeier in einer langen Liste erbärmlicher Eröffnungsfeiern. Wen interessiert das schon?

Der Zauberer hatte sich für die EM extra einen neuen Fernseher gekauft, den er weiterhin auf seine Bierkästen ausbalancierte, bis die digitalen Störsignale der DVBT-Antenne aushaltbar und die Spiele somit sichtbar wurden. Der Zauberer, der viel später mit einem Deutschland-Hut das Aus gegen Italien auf einem Stuhl auf dem Bürgersteig hinter der kleinen Außenfläche verfolgen würde, hätte sich das sparen können. Wir alle hätten uns das sparen können, wir alle hätten gewarnt sein müssen.

Nach Payet ansatzlosem Siegtreffer, der die Schwere des Spiels gegen Rumänien zerschnitt, war ich noch optimistisch. Doch nach 3 Tagen rauschten die Spiele nur noch so durch. Ich schlief ein beim Fernsehen. Alles war ausrechenbar. ‚Zerstören ist einfacher als Aufbauen‘, erkannte Mats Hummels früh.

Wenn große Mannschaften, oder die, die eigentlich große Mannschaften hätten sein sollen, scheiterten, so scheiterten sie an ihrem Unvermögen, an mangelnder Offensivkraft gegen die einhundertbeinigen Verteidigungsreihen der kleinen und allerkleinsten Mannschaften. Bielefeld ist Island, lernte ich. Und in jedem Land fand sich ein Bielefeld, und in jedem Land gab es Island und in jedem Stadion gab es das archaische Huh. Sonst waren die Stadien on fire.

In der ersten Woche prügelten sich Russen, Franzosen, Engländer vor den Stadien, und Oberbefehlshaber Grindel gab den Marschbefehl für die deutschen Fanmärsche. In den Städten sahen wir die Reichskriegsflaggen, wenn es uns die Berichterstatter vor Ort erlaubten. Erst sahen wir sie regelmäßig, dann lasen wir darüber und später waren sie nicht einmal mehr eine Randnotiz.

In der zweiten Woche fiel Europa auseinander. Eher zufällig. Eine Laune der Wähler. Die deutschen Rechtspopulisten nahmen sich eine kurze Auszeit von ihrer EM-Berichterstattung, und feierten mit Farage und riesigen Schampusflaschen.

Hin und wieder wachte ich aus meinem Schlaf auf. Scholl meckerte, die Nation diskutierte und feierte kurz darauf die niedlichen Iren, Nordiren, Isländer und schlussendlich auch die Waliser. In Istanbul, im Irak und auch in den USA fiel die Welt auseinander, und wir teilten fleißig die Bilder von sich tröstenden Fangruppen. Wir waren auf der Suche nach Menschlichkeit. Wir sogen sie auf, und spien sie unverdaut wieder aus.

Manchmal schlief ich ein. Und dann wachte ich wieder auf.

Eine Mannschaft war ausgeschieden und noch eine. Im Halbfinale dann auch die Mannschaft. Hatte Löw sich verzockt? Und wen störte das überhaupt noch?

Am Ende sahen wir DJ David Guetta. Er drehte an einem Knöpfchen. Diesmal stand er im Pokal. Niemand war mehr on fire, und with love erst recht nicht. Nur Mkhitaryan, aber das ist eine andere Geschichte.

Der Zauberer drückt mir noch ein Bier in die Hand. ‚Hauptsache Fußball!‘, sagt er. ‚Huh?‘“

Weiter geht es mit den Worten von Scherben81, Autor bei schwatzgelb.de.

„Bei allem Gemecker über das spielerische und taktische Niveau des Turniers: Dass sich der Weltfußball in den letzten 15 Jahren deutlich weiterentwickelt hat, sieht man spätestens dann, wenn ein alter Bekannter vor der Tür steht, den man lange nicht mehr gesehen hat und bei dem man bereits nach wenigen Augenblicken weiß, warum man ihn nicht vermisst hat: Willkommen zurück auf der großen Bühne, Kick-and-Rush!

Es hatte jedenfalls etwas von der Faszination des Grauens, als man der englischen Mannschaft im Achtelfinale dabei zusehen konnte, wie sie alles Gelernte der letzten Jahre abstriff und die Spieler wieder das taten, was man in England halt viele Jahre so gemacht hat, bevor Wenger, Pochettino oder zuletzt Klopp mit modernen taktischen Methoden die Insel bevölkerten: Wenn man hinten liegt, dann bolzt man den Ball lang Richtung Strafraum. Selbst wenn noch 65 Minuten zu spielen sind und regelmäßig fünf bis acht isländische Hünen nur darauf warten, das Leder zurück in die englische Hälfte zu schlagen.

Dabei war das Turnier der englischen Mannschaft bis dahin gar nicht so schlecht verlaufen: Zwar gab es in den Gruppenspielen zuvor nicht die tollsten Ergebnisse, jedoch durchaus ansehnliche Partien mit jeder Menge Torchancen. Natürlich weil man nicht mit Kick-and-Rush operiert hatte, sondern dank klugen Ballbesitzspiels und vielen flachen Pässen die schnellen Außenspieler bis zur Grundlinie brachte. Dieser taktische Plan, durchaus schon ein Weilchen eingespielt, schien von einer Minute auf die nächste kollektiv vergessen zu sein, und plötzlich, als ob jemand die letzten 15 Jahre von der Festplatte gelöscht hatte, wurde wieder ein uraltes Programm abgespielt. Das schon damals eher schlecht als recht funktionierte.

Gibt es im tiefsten Innern eines jeden Spielers also doch noch ein paar Urinstinkte, die seit frühester Jugend kultiviert wurden? Die dann herausgeholt werden, wenn ein Ausscheiden droht und im Kopf nur noch Platz für den Gedanken ist, dass ein Tor her muss, aber völlig vergessen ist, wie man das am besten anstellt? Sollte es so sein: Die englischen Träume von einem Turniersieg werden vermutlich auch in den nächsten 40 Jahre zerplatzen.“

Oliver Fritsch ist bei Twitter OliFritsch, schreibt für ZEIT online und für uns das Folgende:

„Mit der EM geht es mir ein bisschen wie mit dem EM-Song. Erst ging einem David Guetta auf den Geist. Später hatte ich mich schon gefreut, ihn im Stadion zu hören. So geht es mir auch mit der EM. Es hatte Längen und es raubte Kraft, als Reporter reist man ständig rum und hat fast immer Hunger. Aber natürlich ist eine Europameisterschaft, zumal im schönen Frankreich, ein Höhepunkt im Arbeitsleben. Zumal uns Reportern allen so gut wie klar ist: Die nächste Zeit wird es kein schönes Fußballturnier mehr geben. In zwei Jahren soll die Welt einem Autokraten zujubeln, der mit Sonnenbrille auf der Tribüne sitzt und vielleicht die nächste Invasion plant. Danach gibt’s die Easyjet-EM. Und die WM 2022 will ich nicht sehen. Ich will keinen Fußball in Katar sehen.

Für mich als Journalist mag es in Russland und Katar viel zu berichten geben. Den Fußballfreund in mir, der ich immer bleiben will, graut es. Das ist der Tiefpunkt einer Entwicklung. Die korrupten Schweinchen von der Uefa und der Fifa verkaufen unseren Fußball. Das hat Folgen und ich meine, Tendenzen dieser Dekadenz in Frankreich beobachtet zu haben. Zwar habe ich einige Franzosen nach dem Finale weinen sehen. Aber die meisten haben die EM eher beiläufig verfolgt. Mit Interesse, aber unernst.

Ich kann das verstehen. Der Fußball ist oberflächlicher geworden. Es sind viele Leute im Fußballgeschäft unterwegs, auch Spieler und Schiedsrichter, weil sie Geld verdienen können, viel Geld. Das Geschehen am Ort, also im Stadion, wird unwichtiger. Entscheidend hingegen sind die Bilder, die auf die TV-Monitore und die Smartphones gesendet werden. Auch das Spiel leidet. Das Niveau des Turniers war schwach. Der Fußball ist physischer, ein bisschen mehr zum Einzelsport geworden. Es gab wenige Mannschaften, die zusammen gespielt haben. Das ist bei EMs und WMs immer so, aber diesmal besonders.

Auch die Deutschen spielten zusammenhangsloser. Die Spiele gegen Italien und Frankreich waren sehenswert und spannend, aber streng genommen kein guter Fußball. Wann hat mal als Fußballer so viel Platz auf dem Feld? Halbfinale ist natürlich okay. Wir alle erinnern uns an schlechtere Zeiten und man darf nicht vermessen Titel fordern. Dem deutschen Fußball geht’s im Prinzip ja auch gut. Aber ich will dennoch meiner Rolle als Kritiker gerecht werden. Nach dem zweiten Spiel hab ich geschrieben, dass es ab dem Viertelfinale ganz eng würde. Die Schwächen waren in jedem Spiel zu sehen, auch schon vor der EM. Zwar hätte es am Ende sogar mehr als das Halbfinale werden können, aber nur weil die Konkurrenz nicht viel besser war.

Generell habe ich den Eindruck, dass sich nach dem WM-Titel vor zwei Jahren eine Spur Selbstgerechtigkeit breitgemacht hat. Man nehme die Reaktion der Spieler und der Trainer auf das Aus. Man hatte in Marseille den Eindruck, hier redeten Sieger. Oder man schaue, was deutsche Vereine, außer den Bayern, im Europapokal hinmurksen. Komme mir keiner mit finanziellen Argumenten. Arm ist der deutsche Fußball ja gar nicht. Kein anderes Land steckt so viel Zeit und Ressourcen in diesen Sport. Wenn es dem Fußball hier an etwas fehlt, dann nicht unbedingt Geld, sondern eher an Ideen. Den deutschen Fans übrigens auch, die mir, allgemein gesehen, oft zu laut, zu selbstbewusst, aber auch zu bieder auftraten.

Das EM-Finale wiederum fand ich im Gegensatz zu vielen anderen okay. Eine Mannschaft verteidigt hoch, Frankreich, die andere steht eher tiefer. Es gab zwei Mittelfeldreihen, die die Räume verdichteten. Auch waren Tempo und Technik im Spiel. Das sah am ehesten nach Fußball aus dem 21. Jahrhundert aus. Dass manche den Titelgewinn Portugals mit Griechenland 2004 gleichsetzten, kann ich nicht verstehen. Genau sowenig wie das maßlose Ronaldo-Bashing. Der Typ ist eitel, klar. Aber so sind Fußballer. Andere Höhepunkte waren für mich die irischen und nordirischen Fans. Dass Putin ein russisches Desaster zugeben musste. Hat’s das schon mal gegeben? Eine Invasion auf der Krim kann man mit Propaganda verklären. Ein 0:3 gegen Wales nicht. Und ich traf in Bordeaux Karl-Philipp Stender, einen Fan-Blogger von Yahoo. Vor fünfzehn Jahren trainierte ich ihn in der B-Jugend des FC Großen-Buseck. Er erzählte mir, dass wir damals Freistöße wie Beckham geübt hatten und er später auf diese Art mehrfach Tore schoss.

Vor allem: Was hatten wir nicht alles befürchtet? Terroranschläge, Hochsicherheitstrakte, ängstliche Stimmung. Und was haben wir bekommen? Die Rückkehr der Hooligans und ein bisschen Rumpelfußball. Damit kann ich leben.“

Weiter geht’s mit heinzkamke, welcher bei Twitter heinzkamke ist und bei angedacht und der Doppelfünf (hier explizit über die großen Turniere) bloggt und dichtet. Heute gibt’s allerdings Prosa von ihm:

„Tja, die EM 2016, oder der Versuch, etwas Positives zu schreiben, ohne damit den bloßen Willen zur Distinktion zu vermitteln. Denn tatsächlich hat sie mir eine Menge Freude bereitet. Was natürlich daran liegen mag, dass ich mir zu wenig Gedanken darüber mache, ob dieses Turnier den Fußball per se weitergebracht habe, was ja dem Vernehmen nach sowohl von Taktikexperten als auch von Mehmet Scholl eher nicht so gesehen wird, und über die Frage der Schnittmenge sollen sich andere Gedanken machen.

Gewiss, es gab eher wenige Fußballfeste, gab kaum Spiele, an die wir uns, die mehr oder weniger direkt Betroffenen vielleicht ausgenommen, noch in 30 Jahren erinnern werden, vermutlich nicht einmal dann, wenn das diesjährige Viertelfinale auch dann noch jener eine, einzige Ausrutscher der Italiener gegen eine Mannschaft des DFB gewesen sein sollte, und es gab wohl auch keine Spieler, die uns alle mit ihrem Spiel derart für sich eingenommen haben, wie es beispielsweise Michel Platini 1984, Matthias Sammer 1996 oder Traianos Dellas 2004 gelang. Meinetwegen auch Pirlo 2012, schon gut, vielleicht gar anstelle von Dellas.

Wobei: Iniesta in den ersten beiden Spielen, meine Herrn!, dazu das Tempo von Ivan Perišić, solange Kroatien eben dabei war, die Selbstverständlichkeit im Spiel von Mesut Özil, und natürlich waren da auch noch einige mehr, denen zuzuschauen vielleicht kein Privileg, zu viel des Pathos, aber dann doch eine große Freude war. Ja, ich schaue Sie an, Pepe.

Wir feierten keine Feste, erlebten keine Spektakel im engeren Sinne, und doch war manches spektakulär. Außenseiter, die den Favoriten ein Schnippchen schlugen, auch weil sie klüger vorbereitet und intelligenter aufgestellt waren, die Schwachstellen der Gegner erkannt und die eigenen minimiert hatten. War es nicht spektakulär, wie sich der Status einzelner Teams von Spiel zu Spiel änderte? Die Kroaten, die sich vom Geheim- zum Mitfavoriten entwickelten, spätestens als sie Spanien schlugen (wie gesagt: Perišić) und die dann von Portugal vielleicht nicht schön im klassischen Sinne, wohl aber überaus effektiv entzaubert wurden, oder die Eliminationskaskade in der unteren Hälfte des Turnierbaums, wo die Sieger stets auf einen Gegner stießen, der noch ein bisschen besser war, besser vorbereitet, besser ein- und aufgestellt, kurz; besser, von Spanien über Italien über Deutschland über Frankreich zum Sieger Portugal.

Klar kann man das anders sehen. Sowohl den Teil mit „besser“, da mag es viele Ansätze für B-Noten geben, als auch die grundsätzliche Einschätzung zum Turnier. Und vielleicht, ganz vielleicht, habe ich in meiner Eloge auch ein kleines bisschen übertrieben, mit einem Hauch von Trotz ob der anhaltenden Unzufriedenheit, wie sie zum Teil zwischen den Zeilen, zum Teil schreiend geäußert wurde, angefangen bei der Teilnehmerzahl über den Turniermodus über die Spielweise über das Niveau über die Sieger über … ach, was weiß ich. Irgendwann kommt noch jemand und beschwert sich, dass Deutschland gegen Frankreich von einem Italiener gepfiffen wurde. Ein Italiener! Muss man sich mal vorstellen!“

Last but not least lässt uns Arne an seiner Einschätzung teilhaben, bei Twitter ist er unter Arne1904 zu finden:

„Ja, der Modus, der Modus, der Modus. 16 von 24 Mannschaften sind nach Vorrunden-Gegurke weiterhin dabei, spannend ist das nicht. Erstaunlich dabei, dass einem das wohl erst als Erwachsener auffällt. Schließlich hatten die beiden ersten Weltmeisterschaften, die ich bewusst mitverfolgt habe, 1990 und 1994, genau den gleichen Modus.

Wobei man zu Beginn der Europameisterschaft ja schon die schlimmste Modusveränderung hinter sich gebracht hat, die EM-Qualifikation. Jede halbwegs ambitionierte Fußballnation schafft es hier mit verbundenen Augen und 40 Grad Fieber zum Endturnier. Dass dies nun aber doch nicht der Fall war und sogar eine sehr prominente Mannschaft schon in der Quali scheiterte, sollte nicht als Argument verwendet werden, das dieser Quali-Modus ja soo überflüssig nicht sei. Eher ist die damit verbundene Ohrfeige der Nichtqualifikation noch bedeutend größer.

Und somit war es ein über weite Strecken doch sehr fades Turnier. Einzelne Highlights, wie England vs. Island oder das Elfmeterschießen zwischen Deutschland und Italien brachten ein wenig Glanz, aber über weite Strecken war es doch eine Veranstaltung, die mich sehr kalt ließ. Zugegeben, Europameisterschaften haben bei mir eh einen schweren Stand, da sich Weltmeisterschaften für mich immer als faszinierender darstellten. Aber bis eben auf wenige Ausnahmen war diese EM besonders emotionslos für mich. Die vielen Debatten um Terror-Bedrohungen und Ausschreitungen von Hooligans haben sicher auch dazu beigetragen, dass eine Freude am Fußball per se nicht ungetrübt aufkommen wollte, auch unabhängig von den sportlichen Leistungen.

Eine Ausnahme ist dabei durchaus das Finale und das Drama um Cristiano Ronaldo. Dass diesem Spieler, der wie kaum ein Zweiter professionell für den Fußball lebt, gerade hier eine Verletzung aus dem Spiel nahm, konnte einen nicht kalt lassen. Umso mehr habe ich mich sehr für ihn und den portugiesischen Titelgewinn gefreut, mehr noch, als es wohl nach einem normalen Spielverlauf der Fall gewesen wäre. Da mag man einwenden, dass Fußball doch keine Soap Opera sein soll, aber wer sich mit der Geschichten von solchen Turnieren auseinandersetzt, weiß, dass sie voll ist mit eben solchen Geschichten. Und dass es diese Geschichten sind, die den Mythos der Sportart über so viele Jahrzehnte hin gemehrt hat.

Nun liest man aber gerne in Leitartikeln, der Fußball-Hype sei vorbei, die Leute überdrüssig. Ich weiß nicht genau, wo man das herleitet außer des eigenen Umfelds oder meinetwegen der Rückentwicklung der Fanmeilen (was ja nun nichts Schlechtes sein muss…). Wenn wir mal die größte Datenbasis heranziehen, die Einschaltquoten im TV, dann kann davon keine Rede sein. Selbst im diesem Vorrundenmodus kann man werktags um 15h mit 5-6 Millionen Zuschauern rechnen. Deutschland-Italien hatte knapp 30 Millionen, das Finale Frankreich-Portugal immerhin 18 Millionen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Turniere in Russland und Katar mit der dazwischen liegenden „EM überall“ ebenso für einen solchen Schaden sorgen mögen, wie UEFA Nations League und weitere Reförmchen an Champions League und Europa League (Setzlisten!). All dies, ebenso wie eine Verkrustung der nationalen Ligen, mag dafür sorgen, früher oder später. Aber bei dieser Europameisterschaft, nein, da war es nicht so weit. Reden wir aber gerne mal nach Katar 2022 darüber …“

6. Juli 2016
4 Kommentare

Kroos auf dem Weg, ein ganz Großer zu werden

Toni Kroos, immer ein bisschen zu farblos und zu pur in seiner Erscheinung, ist nun endlich auf dem Weg, einer der ganz Großen des deutschen Fußballs zu werden. Auf dem Platz war er das schon länger, jetzt legt er endlich auch neben dem Platz nach und bewirbt sich, in die Reihe der ganz großen Urheber von Bonmots im Fußball aufgenommen zu werden.

Gut, er übt noch, heute fabrizierte er aber schon mal dieses Prachtexemplar, angesprochen auf einen Wechsel zurück zum FC Bayern München:

„Ich hatte ja bereits vor einiger Zeit ausgeschlossen, dass ich noch mal in Deutschland vereinsmäßig Fußball spielen würde.“

Danach zu einem denkbaren Wechsel zu Manchester City befragt, lief Toni Kroos dann zu großer Form auf:

„Man weiß ja, dass man im Fußball nie etwas ausschließen sollte.“

Immer weiter, immer weiter so, bald nennt man ihn in einer Reihe mit Andy Möller oder gar dem Meister aller Klassen der Bonmots, Andy Brehme.

6. Juli 2016
28 Kommentare

Du hast die Haare schön usw. etc. pp.

Ah, Fußballkultur.

Wie es zuletzt eben immer so ist, habe ich gerade bei Twitter eine Aussage in diesem Text aufs Korn genommen, die da verkürzt lautet:

In der Bundesliga gibt es immer wieder selbstironische Gesänge.

Mir sind kaum welche bekannt, sieht man von der dann und wann auftretenden vermeintlichen Selbstabwertung als „Karnevalsverein“ oder „Penner, die unter Brücken schlafen“ ab, wobei da in beiden Fällen nicht sicher ist, ob überhaupt Ironie im Spiel ist.

Wie sich bei diversen Antworten bei Twitter zeigte, gibt es da aber doch so einiges, was vielleicht weniger bekannt ist, weil es sehr isoliert (nur beim FC St. Pauli) oder nur in unteren Klassen (beim FC St. Pauli oder Union Berlin) auftritt. Ist aber bekanntlich auch Bundesliga.

Damit nicht wieder alles im Twitter-Orkus verschwindet, erlaube ich mir, die Tweets hier als Kommentare einzufügen, sieht nicht schön aus, aber liest sich schön, denn da sind dann doch einige Perlen dabei. Wer sonst noch gelungene Ironie rund um die Bundesliga kennt, möge es gerne ebenfalls eintragen.

26. Juni 2016
4 Kommentare

Scheiße!


Götz George ist verstorben, der in ebenso vielen anderen Rollen wie in Ausgaben seines Horst Schimanskis glänzte. Warum diese eine Rolle so getauft wurde, was das mit Fußball zu tun hat, erfährt man hier.

Dass er in der Folge „Zweierlei Blut“ in der Hooligan-Szene des MSV Duisburg ermittelt, in die er sich einschleicht, nach seinem Auffliegen zur Belohnung dann verprügelt wird und nackt am Mittelkreis des (alten) Wedaustadions erwacht (wie im Video zu sehen, lohnt sich, mit Flutlicht-Szene), das hat viel weniger mit dem MSV Duisburg zu tun, als es für seine gesamte Rolle als dieser Schimanski gilt. Eine Rolle, welche heute noch in einem der drei relevanten Vereinslieder des MSV Duisburg besungen wird.

Klar war er auch in „echt“ — also Schimanski — Fan des MSV Duisburg, gab aber vor allem der Stadt Duisburg der 1980er Jahre und damit wohl auch dem gesamten Ruhrgebiet ein authentisches Gesicht. Eines, das derart authentisch war, dass sich die Stadtoberen Duisburgs beim WDR über diese Darstellung beschwerten, während er in der Zwischenzeit zur vielleicht wichtigsten Marke dieser Stadt wurde.

Irgendwer zählte auch einmal, wie häufig Schimanski in allen seinen Folgen „Scheiße!“ rief, was neben Schnäuzer, der typischen beigen „Schimanski-Jacke“ (Feldjacke M65) und zumindest meist seinem Citroën CX zum Markenzeichen wurde.

Was seine Rolle TV-historisch im deutschen Fernsehen an anderem Revolutionärem enthielt, möge man eher TV- und cineastischen Blogs entnehmen. Unzweifelhaft ist mit Götz George aber der Darsteller des bekanntesten MSV-Fans der Republik verstorben. Wie kleingeistig der Konflikt um die Umbenennung eines schmalen Wegleins in — natürlich — Duisburg-Ruhrort in „Horst-Schimanski-Gasse“ nun wirkt, da dessen Darsteller tatsächlich verstorben ist (siehe auch Link oben).


Nicht nur alle Fans des MSV Duisburg und Einwohner Duisburgs oder wahrscheinlich des Ruhrgebiets werden heute Abend laut „Scheiße!“ gerufen haben, schließlich blieb er bis zur letzten Ausgabe von Horst Schimanski im Jahr 2013 der beliebteste Tatort-Darsteller überhaupt — und das mit großem Abstand.

Natürlich war so manches überzeichnet, strotze auch damals schon vor Klischees und ebenso natürlich zeigt sein übriges Werk, dass man Götz George selbstredend nicht mit Schimanski gleichsetzen darf. Wenn er diese Figur auch nicht allein erfunden hat, so hat er sie aber entscheidend geformt und damit einem Milieu einen Auftritt in der TV-Öffentlichkeit ermöglicht, das in diesem Umfang zuvor dort noch nicht existierte, existieren sollte. Seiner darauf fußenden enormen Beliebtheit, man weiß nicht genau, ob Georges oder nur Schimanskis, wird dessen Ableben keinen Abbruch tun; im Gegenteil wird der Currywurst-Absatz in den nächsten Tagen einen dramatischen Anstieg erleben.

Mag diese Ruhrgebietswelt der 1980er Jahre auch — und wer würde das in der Realität ernsthaft bedauern? — untergegangen sein, wird Schimanski doch immer ein nahezu definierendes Element dieser jetzt noch gelebten Identität bleiben. Durchaus im doppelten Sinne:

Mensch, Horst!

Achja, und grüß uns den Thanner.

15. Juni 2016
15 Kommentare

Onkel Bélas Gespür für Zahlen

Ach, ja, wir sind des Kommentatorenbashings alle müde. Und ehrlich gesagt mag ich Onkel Réthy auch sehr. Seine Stimme, seine Art, wie er ist, er ist ein alter Freund geworden. Was er bei der Partie Portugal gegen Island aber mal wieder an Karteikartengläubigkeit an den Tag legte, ging auf kein Schafsfell mehr.

Leg sie doch einfach mal weg.

Da erzählt er so fleißig wie überflüssig, von welchem Verein dieser und jener portugiesische Spieler stammt, wie oft dieser Meister war, dass aber dort – in jenem Verein – jetzt nicht mehr so viel laufe, während vor ihm ein munteres Spiel abläuft und wenige Sekunden später die Isländer zu ihrem Ausgleich kommen.

Keinen Menschen interessiert in diesen 90 Minuten, wie viele Titel Club xy von Spieler yz gewonnen hat.

Da erzählt er in der 89. Minute, als es nur noch darum geht, ob in der spannendsten Partie des gesamten ersten Spieltags der EM Favorit Portugal jetzt noch zu seinem Siegtor kommt oder nicht, dass C. Ronaldo ja in irgendeinem Vereinsspiel von annodunnemal mit Real Madrid gegen einen isländischen Club bei einem 8:0 mal vier Tore erzielt hat. In der 89. Minute, auf dem absoluten Höhepunkt der Spannung, nicht einmal da kann er von seinem in den meisten Fällen völlig überflüssigen Zahlengewisse lassen und sich auf das Spiel konzentrieren.

Niemand will wissen, warum Spieler A zu Verein Z gewechselt ist, so lange das Spiel läuft.

Da erzählt er zwischendurch hier und da, wer wo spielt und vergisst dabei völlig, sich einfach auf das Spiel einzulassen, das Spiel zu begleiten. Kein Mensch will das in diesem Moment wissen — es war kein Pokalspiel des FC Dudelhausen gegen den FC Schalke 04, sondern ein auf des Messers Schneide stehendes EM-Spiel — wo dieser und jener Spieler im Verein tätig ist oder was es da an dessen Fischbude zu essen gibt.

„Nanis erstes EM-Tor überhaupt!“ Wichtiger wäre: dass es ein Tor in diesem Spiel war.

Béla Réthy schafft es immer wieder, völlig am Spiel vorbeizureden, nur noch gerade mal die dicken Chancen wahrzunehmen, aber nicht im Entferntesten, am Spiel dranzubleiben, nicht einmal, wenn es derart viele Dinge zu erzählen gäbe – aus dem Spiel heraus, über das Spiel – wie in dieser Partie Island gegen Portugal.

Beziehungsweise: Er hat schon seine guten Phasen, wie auch Portugal sie in diesem Spiel hatte. Aber Réthy macht seine gerade in dieser Partie satt vorhandenen Chancen nicht rein, er erzählt keine Geschichte, er erzählt nicht, was auf dem Platz passiert, sondern weicht immer wieder aus, bleibt nicht dran, Béla, das kannst Du doch, erzähl doch mal die Geschichte vom Spiel, das sich da vor Dir ausbreitet. Stattdessen hören wir Zahlen und Vereinsnamen, als wäre ein Livekommentar eine Messe der Fußballnerds.

Der erste Punkt von Island bei einer EM — ach, echt?

Réthy verpasst es – zumindest in dieser Partie – völlig, das zu transportieren, was da vor seinen Augen geschieht: eine mittlere Fußballsensation. Und auch wenn man das nicht mehr so sehen darf, weil Island ja inzwischen tatsächlich kein Kleiner mehr ist: Weiter daneben liegen konnte man kaum, wenn man so ein Geschenk bekommt, eine Partie mit einem derartigen Verlauf zu kommentieren.

Alle anderen haben dieses Geschenk aber wahrgenommen, wie sich da ein Underdog, trotz allem, gegen Portugal einen Punkt erspielt. Nur Réthy musste noch mal schauen, was der isländische Torwart noch so nebenbei macht. Reporter, bleib bei Deinen Leisten, die in dem Fall das Spiel sind. Wenn man so eine faszinierende Partie kommentieren darf, sind die Karteikarten einfach fürn Arsch.

9. Juni 2016
8 Kommentare

Zur EM europäische Biere gewinnen — EM-Tippspiel 2016

Europäische Bierreise beim EM-Tippspiel gewinnenLeichte Probleme mit dem alten Plugin haben es etwas spät werden lassen, bis hier das Tippspiel online geht. Aber nun ist es endlich soweit. Tada!

Anmelden müsst Ihr Euch auf dieser Seite (einige sind auch noch vom WM-2014-Tippspiel registriert).

Das eigentliche Tippspiel findet sich dann auf dieser Unterseite.

In der Sidebar werden Eure aktuelle Punktzahl, die gesamte Liste aller Tippenden und Eure getätigten Tipps angezeigt. Hoffe, es ist übersichtlich genug.

Könnte sein, dass es da noch Probleme mit der Anzeige der Gesamtstände gibt, das wird aber alles behoben, sobald es losgegangen sein wird. Also, dann tippt mal schön.

Und natürlich gibt es tatsächlich etwas Physisches zu gewinnen: Der Sieger kann sich eine aus diesen vier EM-Geschenkboxen aussuchen und bekommt sie zugesandt. Also zum Beispiel die European BBQ-Box, falls der Pizzaofen noch nicht fertig ist, die europäische Bierreise oder auch die deutsche Bierreise, wobei man natürlich nur die Produkte erhält, keine Reise.

Somit sollte aber auch für Nichtbiertrinker im Erfolgsfalle etwas dabei sein. Viel Spaß oder doch lieber Erfolg!

Bereit gestellt von Cosmopol-Shop, vielen Dank und guten Durst.

7. Juni 2016
22 Kommentare

Goodbye Deutschland

Tja, so war es dann. Seit ich geboren wurde, war ich Fan der Nationalmannschaft. Na, okay, seit ich das erste Spiel sah, 1:2 gegen Brasilien im Test in Stuttgart 1981. Ich war Fan dieser Einrichtung, ob nun Klaus Fischer spielte oder Marko Rehmer, ob Gerd Strack oder Oliver Neuville. Ich saß bei jedem Länderspiel vor dem Fernseher. Es hatte mich halt gefangen.

Ich hab mich sogar gefreut, dass in Kneipen sonst keiner bei den Quali-Spielen gegen Georgien zuschaute, dass ich der einzige echte Fan in meiner Umgebung war, der auch das letzte Spiel gegen Albanien noch schaute, Aserbaidschan, Kasachstan, Lettland.

Ich hab mir die Augen zugehalten, als Italien den Elfmeter im WM-Finale 1982 schoss, ich ging extra raus in den Garten meines Elternhauses, ich habe mit den Skatbrüdern meines Vaters um für mich als Kind horrende 5DM gewettet, dass wir das Halbfinale gegen Frankreich gewinnen, ich sah den viel zu späten Kameraschnitt, der verdeckte, dass auch der Franzose verschoss.

Ich sah Toni, der gehalten hat wie ein Arsch, ich sah Briegel zu spät kommen gegen Burruchaga. Ich sah Vogts gegen Dänemark scheitern.

Ich hab mich über den WM-Sieg von 1990 gefreut, noch mehr über das wahnwitzige Achtelfinale gegen Holland, ich freute mich über ein 7:1 in der Quali gegen Finnland im Ruhrstadion, ich mochte sogar Jogi Löw und ich habe – nicht geweint – aber getrauert, als „wir“ 2000 ausschieden, so unglaublich unfähig, überhaupt einen Ball ins Tor zu bugsieren.

Ich bin 1986 um 1h in der Nacht aufgestanden, um eine quälend langweilige Partie gegen Marokko zu sehen, in der ausgerechnet Matthäus das 1:0 schießt, ich habe mir diverse 3:3 gegen Finnland angeguckt, 1:5 gegen England, ich hab eigentlich immer zugeschaut, ob als Schüler, Student oder Diplomierter. Ich konnte nie weggucken, für mich war das immer der Kern des Fußballs.

Van Basten gegen Kohler oder auch Rummenigges Kopfball, Völlers Tore, Ballacks Freistöße, es war einfach immer alles, was ich sehen wollte. Für mich war das sehr viel mehr Fußball als alles andere. Herausgewachsen aus dieser Situation als Kind, hatte das für mich nichts mit Nationalismus zu tun. Es war einfach meine Mannschaft.

Die, in der Mirosklov Klose kurz vor Schluss noch seinen Salto schlägt, in der Marco Bode seine Kunst zeigt, in der Pierre Littbarski in seinem ersten Spiel direkt zwei Tore schießt, für die man aufsteht, auch wenn sie bei der Mini-WM in Südamerika plötzlich mitten in der Nacht spielt. Die Mannschaft, die noch nicht „diemannschaft“ war, sondern bei der sich noch Schumacher und Stein stritten, später Kahn und Lehmann.

Ich war nicht „Fan“, das war einfach meine Mannschaft.

Die zwei 0:1 gegen Nordirland, der Stinkefinger, der so extrem dröge Berti Vogts, der jähzornige Beckenbauer, die Titel, Klinsmann, wie er erst Europameister wird und dann Bundestrainer. Das 4:4 gegen Schweden und natürlich auch das 6:1 gegen Ghana im Testspiel in Bochum.

Wie Hergeth für Thon auflegt, wie man gegen Tschechien scheitert. Macenda, das Getanze um den nächsten Bundestrainer, und gleichzeitig all die Spiele auf den Färöer, in Schottland, in Kasachstan, wo keiner zuschaut, wie man alleine in der Kneipe sitzt und immer noch hofft, na, das wird doch wohl was?

Ich hab geschwitzt beim 1:1 gegen England, 1990 und 1996, gejubelt, weil es beide Male klappte, ich hab gegreint und – nein, geweint hab ich nur einmal: nach dem 1:2 gegen Algerien.

Mich interessierte nicht, ob Engelhardt spielt oder Hannes, ob Butt oder Jancker. Hauptsache „wir“ gewinnen. Ob Breitner noch kickt oder Ribbeck sich vergibt. Ob Häßler gegen Wales noch köpft oder Strack noch Albanien hinrafft. Wichtig war immer nur, dass wir gewinnen.

Aber jetzt, nach dem WM-Sieg 2014, bin ich angekommen. Jetzt brauche ich nichts mehr. Dieser WM-Titel hat mich satt gemacht. Ich habe seit 1990 darauf gewartet, das noch einmal zu erleben, dann ist es passiert und jetzt brauche ich nichts mehr.

Und das ist das beste, was passieren konnte, um diese EM jetzt wieder zu genießen. Ich habe all dem Bierhoff’schen Sermon abgeschworen, ich brauche keine Hashtags, keine Pur-hörenden Querpass-Tonis, keine Dr. Zahnarzt-Beats, keine Jungspunde, die so langweilig wirken wie früher das Testbild und ja, natürlich bin ich vor allem selbst mit „der Mannschaft“ alt geworden. Der WM-Titel war aber das Ende einer langen Reise. Nun kann von mir aus Belgien gewinnen oder hoffentlich Island. Ich bin kein Fan mehr, ich brauche nicht den dröflsten Mercedes-Spot, Jogi kann popeln, es ist mir egal, ich hab alle Bilanzen durchdekliniert. Jetzt ist einfach nur EM, für mich ohne – in erster Linie – Deutschland, aber hoffentlich mit ganz viel Fußball.

13. Mai 2016
1 Kommentar

Nächste Lesung: Hamburg

Vom 29. bis 31. Juli findet in Hamburg der #tkschland statt. Ein Treffen von Twitterern mit Interesse an Fußball. Ein Programm gibt es auch, Genaueres ist hier einzusehen. Ein Teil des Programms besteht aus meiner Lesung „Drama Queens in kurzen Hosen“, nicht bekannt aus Funk und Fernsehen, aber beliebt bei Jung und Alt.

Wer in Norddeutschland lebt und die Lesung bisher immer verpasst hat, hat also am Samstag, den 30. Juli 2016, um 13h in Hamburg die Gelegenheit dazu, das nachzuholen. Aber Achtung: aktuell gibt es nur noch 20 Karten, die man im Vorhinein bestellen muss. Das Ticket zur Lesung selbst kostet 0 Euro, aber man müsste sich für den Samstag beim #tkschland anmelden, was 10 Euro bedeutet. Dafür gibt es noch zwei weitere Lesungen, ein Fußballturnier und ein ausgiebiges Get together am Abend (und auch ein Quiz).

Wer also Trainer Baade in Hamburg hören will, sollte sich sputen und sich hier anmelden. Eventuell wird das Kartenkontingent auch noch mal aufgestockt, aber das ist noch unsicher.

7. Mai 2016
7 Kommentare

Gewinnspiel (und Film-Empfehlung!) — Fimpen, der Knirps

Fimpen, der Knirps Wenn etwas, gleich welchen Sujets, zum „Besten aller Zeiten“ ausgerufen wird, muss man zwar einerseits bei derart wuchtigem Urteil skeptisch sein, zumindest sprachlich aber ist ein solches unbedenklich, denn natürlich impliziert es nur die Beurteilung alles in Frage Kommenden der gesamten Vergangenheit bis in die Gegenwart — und keineswegs darüber hinaus, wie der gesunde Menschenverstand aber ohnehin es zu interpretieren empfiehlt.

Dieser Fußballfilm, den es hier nun 2x zu gewinnen gibt, wurde jedenfalls zum „Besten Fußballfilm aller Zeiten“ erkoren und zwar nicht von dessen Vertrieb, sondern vom absoluten Spezialisten für Fußballfilme, einer berufenen Jury auf dem 11mm-Fußballfilmfestival.

Man braucht nur wenige Sekunden aus dem Trailer zu sehen, um sich sofort in die Story zu verlieben. Mir ging es jedenfalls so, der ich weder den Film kannte noch von dessen Existenz wusste. „Fimpen, der Knirps“ heißt er, stammt ursprünglich von 1974 und wurde jetzt restauriert und ist als DVD- und BlueRay-Version neu erschienen. Man schaue bitte selbst in den Trailer und wird es nicht bereuen.



(Hier eine Trailer-Version mit noch schöneren Szenen aus der Kabine, allerdings auf Schwedisch.)

„Fimpen, der Knirps“, kann sich jenen Traum erfüllen, den alle fußballspielenden Kinder haben: Er wird in die Nationalmannschaft seines Landes, in dem Falle Schweden, berufen, weil er so gut Fußball spielt und schießt sein Team tatsächlich zur WM 1974 in der Bundesrepublik Deutschland.

Viel mehr wird nicht verraten, der Trailer sollte da schon genug Appetit machen. Was das besondere Schmankerl am Rahmen ist: Der Film wurde mit den tatsächlichen Nationalspielern Schwedens der Entstehungszeit gedreht, sodass man hier auf Ronnie Hellström oder andere Stars jener Epoche trifft.

Zwei Exemplare des Films kann man hier also gewinnen. Wie immer geht die Teilnahme nicht einfach so, ist aber auch nicht allzu schwierig. Ein, zwei, drei Absätze sollten es in den Kommentaren schon sein zum Thema:

Wie sah Dein Traum als Kind aus, in welchem Team mit welchen bekannten Mitspielern wolltest Du spielen, welchen Pokal wolltest Du in welchem Stadion gewinnen?

(Und falls ein solcher Traum nie existierte, kann man sich den auch jetzt noch zusammenträumen.)

Das Gewinnspiel läuft bis zum Donnerstag, 12.5.2016, 22h, danach wird ausgelost. Wer den Preis dann auch kurze Zeit darauf in Händen halten möchte, sollte also mit gültiger Emailadresse hier teilnehmen, welche natürlich nicht weiter gegeben wird.

So: Wir suchen also 2 Gewinner je eines Exemplars des herzerwärmenden Films „Fimpen, der Knirps“. Dann schreibt mal schön.

PS: Sollten wieder Ein-Satz-Antworten von Besuchern irgendwelcher Gewinnspiel-Foren hier aufschlagen, werden diese — die Antworten — kommentarlos gelöscht und nehmen nicht am Gewinnspiel teil.

Wer später kein Glück hat und kein Exemplar gewinnt, kann es hier bestellen. (Kein Affiliate-Link!)

20. April 2016
1 Kommentar

So war die Lesung zum Buch: Der Tornado vertellt einen

Der Ort war wie gemalt für die Lesung von Michael Tönnies und dem Autor des Buches „Auf der Kippe“, Jan Mohnhaupt, über eben jenen „Dicken“ getauften Stürmer des MSV Duisburg, der heute nachsichtigerweise nur noch „Tornado“ genannt wird:

Ein barockes Clubheim im Duisburger Süden, wo tatsächlich noch reger Vereinsbetrieb herrscht und sich über 40 Zuhörer eng in einem kleinen Raum zusammenfanden, um den Worten des einstigen und inzwischen wieder MSV-Stars Tönnies zu lauschen. Die Gesprächsleitung hatte Stefan Leiwen, Stadionsprecher des MSV Duisburg. Das ist Michael Tönnies mittlerweile auch, Stadionsprecher, zumindest für die zwei Minuten, in denen die konkrete Aufstellung vorgelesen und von den Fans skandiert wird.

Der Grund, warum Tönnies zu solch einer Leistung überhaupt in der Lage ist, bildet die Basis dafür, warum dieses Buch — und damit auch die Lesung — überhaupt entstand bzw. stattfand. Der „Dicke“ hatte es schon während, aber vor allem nach seiner Karriere allzu sehr übertrieben mit allem, was der Gesundheit nicht zuträglich ist. Geraucht, gesoffen, viel gezockt auch und gehurt, aber eben vor allem geschmökt wie ein Weltmeister. Mehr als 80 Zigaretten am Tag rauchte er zu Hoch- oder doch eher Niedrigzeiten, in manchen durchzechten Nächten sogar noch mehr. Kein Wunder, dass er in seiner gemeinsamen Zeit beim MSV mit Gesundheitsfanatiker Ewald Lienen öfter aneinanderrauschte.

Am Ende stand ein Lungenkollaps, immerhin kein Krebs, der kürzlich Johan Cruyff dahingerafft hatte. Aber eine neue Lunge war damit zum längerfristigen Überleben nötig. Doch Lebensmut und auch finanzielle Sicherheit waren ihm ohne Aufgabe im Leben nach dem Fußball schon vorher verloren gegangen. Die Geschichte dürfte bei einschlägig Interessierten lange bekannt sein. Für alle anderen führte Stefan Leiwen durch Tönnies‘ Leben und damit auch durch Mohnhaupts Buch. Zum Einstieg ein Video an der Leinwand von einem der vielen torreichen Auftritte des „Tornados“ — immerhin bis vor Monaten noch Schütze des schnellsten Hattricks der Bundesliga-Geschichte. Danach ging es eher um jene Themen, die man als Fan nie mitbekommt. Wie geht es in der Kabine einer Profimannschaft zu und wie im Trainingslager?

Wie man hört, schon damals genauso, wie man sich das Bekämpfen von Langeweile bei jungen Menschen vorstellt, zumal ohne Playstation oder Handyspiele: Mit viel Bier und noch mehr Zockerei. Das kennt man übrigens aus der Biografie des aus etwas anderen Kreisen stammenden Heinz Höher, der trotzdem genauso abstürzte. Zocken und Alkohol — in Fußballerkreisen anscheinend eine weit verbreitete Kombination.

Was Tönnies beinahe dahinraffte, war aber nicht der Alkohol, sondern die Zigaretten. Als er selbst beinahe jeden Lebensmut verloren hatte, es aber genau darum ging: um sein Leben, entdeckten ihn MSV-Fans und gaben ihm so viel Zuspruch, dass Tönnies doch weitermachte.

Der Tornado ließ sich nach viel Überwindung auf die Liste der Transplantationswilligen setzen und wurde nicht weniger als 3x mit falschem Alarm von Essen in die Klinik nach Hannover gefahren, lag teils schon auf dem OP-Tisch, ehe dann doch noch das Stoppzeichen kam. Die Spenderlunge passte nicht zu ihm oder wurde beschädigt. Beim vierten Mal war es dann so weit. Er wachte während der 2. Halbzeit eines Bundesligaspieltags an einem Samstag auf und war insofern ein neuer Mensch, als er wieder voll atmen konnte, aber in sich den funktionierenden Lungenflügel eines Verstorbenen trug. Und nicht mehr rauchte.

Mit welcher Offenheit Tönnies sein Scheitern in quasi allen Lebenslagen nach der aktiven Karriere schilderte, wirkte ebenso eindrücklich wie jene von Heinz Höher. Dass er das nicht ganz so eloquent vortrug wie dieser, machte ihn nur noch authentischer. Autor Jan Mohnhaupt las einige Passagen aus dem Buch, das Tönnies‘ „Zwei Leben“ beschreibt. Und der Co-Stadionsprecher des MSV, der „Tornado“ Tönnies, gab zu, dass ihn 2 Minuten beim Vorlesen der Spielernamen nervöser werden lassen als jedes Spiel vor ähnlicher Kulisse früher.

Keine Lesung, vielmehr ein Gespräch mit einigen Videos und eher wenigen Lesepassagen. Ob er sich nicht geschämt habe, sich derart zu öffnen, wie er es für das Buch tat, wurde Tönnies hernach vom Publikum gefragt. Nein, das sei er den Leuten, die ihn derart unterstützt haben, dass er überhaupt noch lebe, schuldig gewesen, dass er in Bezug auf seinen Werdegang „mit offenen Karten spiele“. Letzteres tut er zum Glück nur noch in Bezug auf Mohnhaupts Buch und seine Biografie, nicht aber im richtigen Leben. Da hatte er sogar Begegnungen mit bewaffneten Geldeintreibern, zig Tausende Mark verzockt und war diese schuldig geblieben. Auch das, wie die Raucherei und sein fehlender Lebensmut, scheinen aber Vergangenheit zu sein. Eine Vergangenheit, die Jan Mohnhaupt nicht zuletzt aufschrieb, weil er selbst als Kind wegen Tönnies damals Fan des MSV geworden war.

Natürlich gratulierte Michael Tönnies Robert Lewandowski öffentlich, als jener ihm seinen Hattrick-Rekord der Bundesliga raubte, was zum äußerst bescheiden und demütig auftretenden Tönnies passt. Zu einem Mann, der, wie er selbst sagt, ein „in Essen lebender Duisburger“ ist. Ein Abend, der nicht im Kern mit Fußball zu tun hatte, sondern viel mit dem Leben daneben, danach und auch dem möglichen Sterben.

Dass Tönnies sich schämte, dass er als Transpantationsbedürftiger innerlich teils auf den Tod anderer Menschen hoffte, um selbst zu überleben, kann wohl nur nachvollziehen, wer in selber Lage gewesen ist. Dass er dies wie so vieles andere weniger Positive offen aussprach, ließ den Abend hingegen tatsächlich wertvoll werden. Da sprach keiner, der seine Karriere verklärte und Scheitern stets anderen in die Schuhe schob. Dass Mohnhaupt dessen Leben passend in seine Texte zu übertragen wusste, machte den Abend rund. Am Ende bot Tönnies — bezeichnend für seine Selbtzweifel — sogar an, dass man die Fans darüber abstimmen lassen solle, ob er überhaupt noch Co-Stadionsprecher sein solle. Man wusste nicht, ob das im Scherz gemeint war. Man darf aber sicher sein, dass er trotz eher wenig voller Stimme und spürbarem Lampenfieber ein Wahlergebnis nahe jenen der SED erreichte.

Im Video spricht Tönnies über die Frage der Identifikation eines Spielers mit einem Verein, früher vs heute. In der Mitte der Autor Jan Mohnhaupt, links Stefan Leiwen.

Hier geht’s zur Rezension des Buches durch Kees Jaratz.

9. April 2016
Keine Kommentare

Interview mit Clubfans United — Pfrudschln mit Närmberch

Clubfans United Der alte Fahrensmann Alexander Endl, ein Blogger der ersten Stunde bei Clubfans United, hat mich vor der morgigen Partie des MSV Duisburg beim 1. FC Nürnberg zum virtuellen Gespräch gebeten. Dabei geht’s natürlich um die anstehende Zweitligapartie zwischen dem aufstiegslechzenden Glubb auf Rang 3 und dem Letzten aus Meiderich, jedoch ebenso um die aktuelle Lage des Fußballs allgemein in Bezug auf Aspekte wie Investoren, sportliche Chancenlosigkeit oder Fankultur.

Zum Gespräch bei Clubfans United.

22. März 2016
3 Kommentare

Freunde der (künstlichen) Sonne!

Heute ist zwar Dienstag und nicht Freitag, aber an Tagen wie diesen kann man ein bisschen Sonne gebrauchen.

Jeden Freitag veröffentlichen Menschen bei Twitter unter #floodlightfriday Bilder von Flutlichtern. Das heißt von Flutlichtmasten, von Spielfeldern mit Flutlicht, von Stadien mit aktiviertem Flutlicht oder auch einfach gesamte Landschaftsbilder mit einem beleuchteten Stadion darin.

Und welcher Fußballbegeisterte wäre nicht diesem ganz eigenen Zauber erlegen, den von Flutlicht bestrahlte Stadien stets ausströmen, ob nun das Ruhrstadion by night oder ein Dorfplatz im Moseltal? Noch dazu sieht man hier eine wunderbare Auswahl an Variationen von Flutlichtmasten, deren einzigartige Ästhetik auch mal einen eigenen Bildband samt ausführlicher kunsthistorischer Betrachtung verdient hätte (welchen es sicher schon gibt).

Als Appetitanreger hier zwei Beispiele mit Genehmigung des Urhebers.


Etliche weitere schöne, anmutige, obskure und betörende Beispiele finden sich unter diesem Link: #floodlightfriday, bei dem man diese hinreißenden Bilder auch betrachten kann, ohne bei Twitter angemeldet zu sein.