Alles hat eine Wurst, nur das Ende zwei

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Ich bin untröstlich. Ich bin untröstlich.

Seit 1994 habe ich kein Spiel der deutschen Nationalmannschaft verpasst. (Das letzte verpasste war das 3:2 gegen Belgien im Achtelfinale der WM 1994, Rudi Völler, you know. Verpasst wegen Liebe, Herzschmerz und Klimbim, jedenfalls saß ich in einem Bus nach Paris (dazu später in einem anderen Beitrag mehr)).

Gestern habe ich nach langem Ausgehen das Spiel verpennt. Eine Katastrophe! Da nützt auch die beste Videoaufzeichnung nix.

Meine Serie ist kaputt. Ich gehe auf den Balkon, zum Weinen. Ich fühle mich wie Toni Schumacher nach der Veröffentlichung von „Anpfiff“ oder wie Sepp Maier nach seinem Autounfall, beides zwei Ereignisse, die solcherlei Serien abrupt und ungewollt beendeten.

Untröstlich.

Es fühlt sich an, als sei meine Identität ausgelöscht. Was sie nicht ist, ich weiß. Aber es fühlt sich so an. Und mit ausgelöschter Identität ist schlecht leben.

Vegetative Funktionen funktionieren wie eh und je, doch das soziale und auch integriert gedingste Ich ist kaputt.

Wenn man aufwacht und alles ist plötzlich anders, dann wäre man vielleicht lieber nicht aufgewacht.

2:1 für Deutschland, 0:1 für mich.

Abpfiff.

7 Kommentare

  1. Nicht verzweifelt + traurig sein, Trainer: Ausgehen geht vor!

    http://www.youtube.com/watch?v=BBsq1tE–1Q&feature=related

  2. Nicht verzweifelt und traurig sein. Das sagt man so.

    Das sagt man so.

    Es ist das schlimmste, was ich mir vorstellen kann. Im Moment.

  3. Ich dachte schon der Trainer muss sich jetzt seelisch auf ein eventuelles Verpassen eines Turnierspiels der deutschen Elf vorbereiten. Gründe irrelevant.

    Aber ein simples Quali, ja gar Freundschaftsspiel.

    Kein Mitleid!

    1. Halbzeit 0:0, alle Mann in die Kabine…

  4. Es geht nicht um die Relevanz des Spiels, es geht um die Serie. Herrgottnochemal. Sowas schenkt man nicht einfach weg.

    Serien im Sport werden total unterschätzt, besonders diese hier.

  5. Das ist natürlich bitter, kein Frage. Was nun?

    Karriereende? Jetzt, wo du weißt, wie es ist, ohne Deutschlandspiele, kannst du doch auch gleich ganz drauf verzichten.

    Oder Neubeginn im Ausland? Schaffst du noch einmal den Sprung an die Weltspitze? Aber nur in Italien oder England. Hier hast du keine Reputation mehr.

    Zweite Liga? In Nürnberg suchen sie noch Verstärkungen, habe ich mir sagen lassen. Die stellen sogar Aussätzige wieder ein.

    Ich möchte nicht mit dir tauschen…

  6. Lieber Trainer,

    ich werde alles verpassen. Die ganze EM. Obwohl ich -ganz ehrlich- schon die Rückflüge für den 19. Juni checken lasse. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob die paar Kokosnüsse, der weisser Sandstrand und das ganze subtropische Klima dass wert ist. Hier ist schliesslich auch noch Winter. Und home is, where your heart is. Ja, ich denke wirklich darüber nach, die EM nicht komplett verpassen zu wollen. Ich hoffe, ich kann die Entscheidung nach der ersten Runde treffen. Es könnte natürlich auch sein, dass ich noch einen Fernseher finde, der funktioniert. Dann ist nur noch die eine Gefahr, dass der Strom ausfällt. Und der fällt jeden Tag aus.
    Also, es kann schlimmer kommen. Kopf hoch, Du hast immerhin die Chance für einen Neuanfag. Liebe Grüße aus Madagaskar



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