Metze, Du *********

Hatte ich letztens noch eher scherzhaft darauf hingewiesen, dass man Metzelders Vereinswechsel nicht, jedenfalls nicht sofern man die Gepflogenheiten des Fußballs akzeptiert, verurteilen kann, so muss ich jetzt an Stelle des enttäuschten BVB-Fans sagen: Metze, Du *********.

Nein, dass er seinen Verein wechselt, ist mir vollkommen wurscht, ob nun von Borussia Dortmund zu Rot-Weiß Ahlen am Ende seiner Karriere oder von Borussia Dortmund zu Real Madrid, auf dem vermeintlichen Höhepunkt seiner „Karriere“, wie gerade geschehen.

Was mich zu diesem Ausruf bewegt, ist die Tatsache, dass ich a) feststellen musste, dass Metzelder Mitglied einer Burschenschaft ist (und sei sie noch so nicht-schlagend, als normal aufgewachsener (und normal denkender) Mensch wird man einfach nicht Mitglied einer traditionell konservativen Burschenschaft, jedenfalls nicht freiwillig (und sollte man es nur gezwungenermaßen geworden sein, ist die Verachtung eigentlich noch viel größer)) und b), dass Metzelder in diesem Interview nicht müde wird zu betonen, wie wichtig doch eigentlich alles Handeln für die Nation, für das Heimatland, für Deutschland sei. Er weicht den offensichtlich genau darauf abzielenden Fragen nicht aus, schmettert sie nicht ab, sondern gibt bereitwillig Auskunft darüber, was und warum die WM was denn wiederum für Deutschland bedeutet habe.

Metzelder, der ach-so-schlaue Profi (unter Einäugigen ist der Blinde schließlich König), der Philosoph unter den WM-Kadern, eigentlich ein erzkonservativer, nationalorientierter Fatzke. Man dachte immer, dass der Metzelder doch so ein Netter sei, aus der Mitte der Gesellschaft.

Nun stellt man fest: ein Burschenschaftler, der noch dazu gar keine Probleme mit der total pseudo-patriotischen Überfrachtung der Rolle der Nationalelf hat, gar froh ist, dass alles so kam, wie es kam, auf dass Deutschland an diesem gesunden WM-Sommer genese, all das ist nicht mehr als ein Trauerspiel. Es tut mir leid, Herr Metzélder: Was Sie da quaken, ist erbärmlicher ******, von dem man nicht annehmen kann, dass Sie ihn nur dahinquaken, weil es irgendeine Zeitung respektive der fußballinteressierte Rest von Deutschland gerne so hätte.

Hier offenbart sich ein Patriotismus, den man nicht in seinen kleinsten Zügen nachempfinden kann. Hier offenbart sich Christoph Metzelder als jemand, den man besser niemals zum Kapitän der Nationalmannschaft macht, egal, wie wenig Länderspiele der nächste Teamkollege hat. Metzelders Welt jedenfalls ist derart reaktionär, dass einem schon fast schaudert.

(Vor 60 Jahren, wie zwei Mal im Interview erwähnt, war übrigens 1947, ich glaube nicht, dass man sich jetzt besonders dafür schämen müsste, was 1947 passiert ist. Das ist natürlich nichts Anderes als Haarspalterei, aber warum redet man auch so unpräzise, wenn man eigentlich den Holocaust meint. „Das, was vor 60 Jahren passiert ist“, sagt Metzelder zwei Mal und redet somit eigentlich von 1947, obwohl er doch einen Angriffskrieg und einen Völkermord meint. Aber bloß nicht die Dinge beim Namen nennen, man könnte noch in Teufels Küche kommen.)

44 Kommentare

  1. Endlich mal wieder ein echter Trainer-Baade-Sermon aus der linksmiefigen Fußballkultur-Raucherecke. Großartig: „Es tut mir leid, Herr Metzélder: Was Sie da quaken, ist erbärmlicher Scheiß“. Post von Trainer Wagner.

  2. Also ich habe mir das verlinkte Interview genau durchgelesen und kann überhaupt nicht nachvollziehen,was einem daran den Anstoß gibt so eine Hasstirade loszutreten…
    Warum wird dieser Patriotismus hier in so scharfer Weise verurteilt?
    Wie lange soll man sich denn noch schämen?Wann darf man denn mal patriotisch sein?
    Deutschland ist heutzutage durch die (freien) Medien so aufgeklärt,dass so eine Volksverdummung nicht nochmal geschehen kann,zumindest sehe ich zurzeit keine besorgniseregenden Tendenzen in Deutschland,welche nicht auch in anderen Ländern hin und wieder mal vorkommen.

    Metzelder quasi in eine Nazi-Ecke zu stellen ist mehr als lächerlich.
    Ich hätte nicht gedacht,dass der Tainer so ein Ewiggestriger ist.

    Dieser Artikel erinnert mich an eine Situation,die ich mal in einer Kneipe bei einem AC Mailand-Spiel erlebt habe:
    AC Mailand schießt in der letzten Minute ein entscheidendes und völlig unverdientes Tor.
    Daraufhin sagt Einer der Anwesenden:“Diese Scheiß-Italiener bepissen sich auch wieder vor Glück…“
    Wobei klar wird,dass die italienischen Fußball-Mannschaften gemeint waren.
    Worauf ein Italiener plötzlich hochschnellt und anfängt rumzuschreien
    „Scheiß Nazi…“usw. .
    Daraufhin hat sich der Erstgenannte für seine Wortwahl entschuldigt und klar gestellt ,dass er das Glück der italienischen Mannschaften meine und selber italienische Freunde habe.
    Dies fand aber keine Beachtung und er wurde weiterhin doof angemacht,worauf sich noch der Besoffenste von Allen eingeschaltet hat und dem Italiener in sehr subtiler Weise beistand,obwohl er die ganze Situation nicht mitbekommen hatte.

    So sehe ich das in diesem Fall auch:Metzelder wird hier (zu Unrecht) fehlinterpretiert.
    Dies mag ja noch okay sein,jedoch auf unterstes Niveau zu fallen und ihn als Arschloch zu titulieren finde ich für den Verfasser dieses Artikels mehr als peinlich!

  3. Ich meinte natürlich die Meinung des Trainers, nicht die des BVBFans…

  4. @BVBfan: Du nennst einen Nicht-Nationalen ewiggestrig? Ist das Dein Ernst?

  5. Aber Trainer Baade hat mit dem Unfug angefangen!

  6. Dieser Entwurf wurde genauso gekapert wie der offensichtlich unfertige 7,50DM-Entwurf, den ich wieder zurückgezogen habe. Dieser Beitrag hier war in dieser Form nicht zur Veröffentlichung bestimmt, glücklicherweise enthält er trotzdem nichts, was ich so nicht auch meinen würde. Trotzdem muss ich mich jetzt erstmal, Danke Philipp, Easyfunk, Zangel und Co., um ein Update nicht kümmern, nicht dass Spammer jetzt noch mehr von meinen Entwürfen in die Öffentlichkeit schicken und Euch im Feedreader belästigen. Ich bitte um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten.

  7. @fred: Lesen. Jemanden seiner Ansicht nach ungerechtfertigt in die Nazi-Ecke stellen – das sei ewiggestrig.

    ———

    Ach, Trainer.

    Einerseits: Was für ein Text. Auf den Punkt. Jemanden hingeschmissen, die Wunde noch aufgerubbelt, Salz rein, Alk drüber, fertig. Fantastisch. So muss das sein. Deine xtausend Leser am Tag hast du dir erschrieben. Warum kauft dich eure Lokalzeitung nicht für ihr Onlineangebot ein?

    Andererseits: Was für eine Übertreibung. Die Nationalelf hat eine patriotische Funktion. Überall. Auch hier. Die Burschenschaft: Meine Meinung. Kann ich nicht verstehen. Ist aber auch kein Verbrechen, es gibt Schlimmeres.

    … der Philosoph unter den WM-Kadern, eigentlich ein erzkonservatives, nationalorientiertes Arschloch. Man dachte immer, dass der Metzelder doch so ein Netter sei, aus der Mitte der Gesellschaft.

    Metzelder mit seinem Fußball-Patriotismus ist aus der Mitte der Gesellschaft. Mach dir keine Illusionen. Erzkonservativ ist etwas anderes. Nationalorientiert bin ich auch, obwohl ich eher links wähle.

    Und jetzt frage ich dich: Hättest du ein Problem, wenn ich sage: Wenn bei der EM Deutschland spielt, feuere ich das Team kompromisslos an. Egal, ob der Innnenverteidiger exakt den Abstand zum Völkermord und dem Holocaust beziffern kann. Wenn er die Italiener abgrätscht, ist er ein Guter. Auch wenn ich weiß, dass er ein fragwürdiger Burschenschaftler ist.

    In MV haben wir die Nazis im Landesparlament. Und wie wir sagen: Das ist ein ganz anderer Schnack. Metzelder ist harmlos. Und ein nicht schlechter Verteidiger.

  8. Ich bin eh für Holland.

  9. Auch das noch! Dass deine unfertigen Beiträge auch noch veröffentlich werden, ist natürlich bitter.

    @nolookpass:
    Ja, die Mitte der Gesellschaft ist das Problem. Ich jedenfalls mach mir da keine Illusionen. Trotzdem gebe ich dem Trainer ohne Abstriche Recht. Denn nur, weil etwas in der Mitter der Gesellschaft zu verorten ist, muss es noch lange nicht ausgewogen, fair oder gar menschlich sein. Metze ist mit solchen Aussagen bei mir unten durch. Auch, wenn ich die Deutschen anfeuere bei der EM.
    Aber genauso kritisiere ich Marko Pantelic, wenn er sich nationalistischen Gesten beim Torjubel hingibt. Auch wenn er ein (wenn nicht der) wichtigste Spieler meines Teams ist. Das trenne ich ganz klar und bekenne mich da zu meiner Meinung.
    Führte man deine Argumentation in aller Konsequenz zum Schluss dürfte man im Sport beide Augen feste zudrücken. Und da sage ich ganz entschieden: Nein! Weder im Fußball, noch sonst wo in der Gesellschaft.
    Denn entweder man sagt, dass der Sport bitteschön unpolitisch sei und gefälligst auch bleiben sollte. Dann hat Metze die goldene Trennlinie aber sowas von deutlich überschritten. Oder man sagt, dass der Fußball, so wie alles andere auch, politisch ist, war und bleibt. Dann sage ich, dass Metze hier eine Meinung vertritt, die mir sowas von gegen den Strich geht, dass ich die Meinung des Trainers nur unterschreiben kann: Metze du Arschloch.

  10. @ BVB-Fan:

    „Wie lange soll man sich denn noch schämen? Wann darf man denn mal patriotisch sein?“

    Sehr interessante Reaktion. Fehlt nur noch das obligatorische, vor allem in Revanchistenkreisen höchst populäre „Irgendwann muss doch mal Schluss sein!“

    Aber mal ein paar Gegenfragen:

    1. Hat dir jemand deinen „Patriotismus“ verboten? Falls ja, wer? Fühlst du dich verfolgt, obwohl du doch garantiert Teil des „Teamgeists 82 Millionen“ warst?

    2. Warum überhaupt sollte man „patriotisch“, also nationalistisch sein? Welche Gründe gibt es dafür?

    @ Trainer: Danke für den Beitrag.

  11. @nolookpass

    Ich halte diese polemische Intervention des Trainers für sehr gelungen. Du schreibst u.a.:

    „Die Nationalelf hat eine patriotische Funktion. Überall. Auch hier. “

    Eben genau das ist ja zweifelhaft bzw. zu bezweifeln. Patriotismus ist eine Farce. Die nationale Einfärbung des Fußballs ist doch allein ein Relikt der untergegangenen Epoche der Nationalstaaten. Wir leben längst in einem post-nationalen Zeitalter – wo wäre das sichtbarer als im Fußball selbst. Patriotismus & Fußball ist das hoffnungslos unzeitgemäße ideologische Ticket in den sich in Auflösung befindlichen Nationalstaat, an dem schon niemand mehr glauben mag. Patriotismus & Fußball erfüllt eine zweifelhafte politische Funktion. Apropos: Patriotismus für was eigentlich? Für Adidas, den DFB und die Landsmannschaft Thüringen? Ich kann damit wenig anfangen. Links ist ja da, wo keine Heimat ist – demnach keine miefige Rauchecke. Wenn Metzelder von dem Kitt des Patriotismus spricht, dann kommt das allerdings tatsächlich aus der Mitte der Gesellschaft, unterscheidet sich kaum von der feuilletonistischen Ereiferung für die Nation, die endlich, endlich ganz NORMAL geworden ist und die Fähnchen schwingen darf – man denke nur an Matthias Matussek während der WM 2006. Wer also glaubt, ein national-patriotischer Diskurs und das damit verbundene Verlangen nach Normalisierung – darum geht es ja eigentlich – komme nur von den äußersten rechten Rändern der Gesellschaft, irrt. Aber irren ist ja menschlich ;-)

  12. Hallo Lizas Welt,

    du hast mich, der ich ja unter meinem Zweitnick „BVB-Fan“ hier eintrage, als Revanchist entlarvt, nicht schlecht, das hat wirklich Hand und Fuß, was du hier machst. Deine Gegenfragen sind ebenfalls so gut und präzise, dass ich darauf natürlich keine Antwort weiß, da ich (Theodor W. Adorno hatte das an anderer Stelle dieses Blogs schon vollkommen zu Recht angemerkt) ja zu den Usern gehöre, die nicht reflektieren und ohnehin ein bisschen dumm sind. Ich bin also perplex und vor allem mit deiner zweiten Frage hast du mich wirklich zum Nachdenken angeregt!

    Danke für den Beitrag.

  13. Hallo Ben, ich habe erst jetzt – also nach meinem Kommentar – dein WM 2006-Video auf youtube entdeckt und das hat bei mir wiederum viel verändert. Vor allem die Zwischentitel wissen zu begeistern. Danke dafür…

    http://www.youtube.com/watch?v=yNmQMBCzXw4

  14. @Lizas Welt: „Warum sollte man patriotisch sein?“
    Die Frage finde ich sehr gelungen.Du hast mir einen Denkanstoß gegeben.
    Ich werde ab jetzt neutral.Warum sollte man auch Fan einer Mannschaft sein?Warum bin ich Dortmund-Fan?Warum habe ich mich da überhaupt so festgelegt?Warum war ich nicht so frei und bin Fan von BSG Elektroprojekt und Anlage Bau 47 Lichtenberg?
    Das soll mir mal einer begründen.Warum hält die Mehrzahl der Deutschen zu Deutschland bei der EM?
    Zur ersten Frage:Verstehe die Frage in diesem Zusammenhang nicht.
    Es geht hier ja schließlich darum,dass Trainer Baade den Eindruck entstehen lässt,dass die Ansichten Metzelders in Sachen Patriotismus
    verwerflich sind und ich deswegen gesagt habe,dass man normalerweise,wenn jemand (und dann auch noch in angemessener Form)sich zu seinem Land bekennt, diesen nicht gleich als Arschloch titulieren muss!
    Wird nun deutlich was ich kritisiert habe?

  15. Achso,zur Erläuterung muss ich noch sagen,dass ich aus Dortmund komme…

  16. …und vor allem nach 0:5-Niederlagen Patriotismus brauche? ;)

  17. Ach,die 0:5 Niederlage war gar nicht so schlimm (zumindest für mich persönlich,da ich mich auch sehr an schönem Fußball erfreuen kann und mit einer Niederlage zu rechnen war;ist doch besser so als ein langweiliges 2:0).
    Es wäre schlimmer gewesen wir hätten gewonnen und Bayern wäre danach ins Straucheln geraten und hätte die CL-Quali noch verpasst
    ;)
    Samstag gilt´s!
    Und wenn wir verlieren ists auch egal.Hauptsache wir können in 2-3 Jahren mal wieder um die CL-Plätze mitspielen…

  18. Ach, was soll denn das Gesülze darüber, dass „so etwas“ hier nicht noch mal geschehen könne. Das ist doch illusorischer Bullshit. Es ist hier passiert, in genau derselben Gesellschaft, wie wir sie jetzt haben, okay, jetzt haben wir so etwas wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Danke, Amerika, aber haben wir wirklich eine andere Gesellschaft? Da kaufen immer noch 5 Millionen Menschen die Würg-Zeitung, da gehen knapp 30-35% der Menschen nicht zur Wahl, denen wäre höchstwahrscheinlich auch egal, wer regiert, wenn es ein Führer oder ein Kaiser ist, so what, aber Hauptsache, wir können weiterhin unser Fernsehen schauen, mit unseren Bullshit-Sendungen, mit den kleinen, huch-so-intelligenten-Quizshows. Wer behauptet, dass das alles ja so lange her ist und dass das alles ja eigentlich mit dem aktuellen Leben gar nix mehr zu tun hat, hat wohl noch nicht verstanden, wie der Holocaust eigentlich abgelaufen ist. Man ist ja gerne geneigt, das alles ein paar kleinen, unwichtigen SS-Monstern, die in irgendeinem KZ Aufseher waren, zuzuschreiben. Dabei ist die Realität eine ganz andere. Die eigentlichen Täter waren ein paar unscheinbare Männer aus Hamburg, Hannover oder Braunschweig, die noch nicht mal zwangsläufig überzeugte NS-Partei-Mitglieder oder sonstwas waren: Man nahm einfach ganz normale Männer aus der Mitte der Gesellschaft, um diesen Holocaust durchzuführen. Diese sog. Polizeibataillone haben dann Abertausende von Juden und anderen Opfern irgendwo zwischen Stettin und Moskau erschossen und, ja, es braucht niemand zu glauben, dass diesen Menschen besondere Strafen o. Ä. angedroht worden wären, hätten sie ihre Aufgaben nicht durchgeführt. Im Gegenteil, jeder von ihnen hätte von dieser Aufgabe zurücktreten können und nur die wenigsten haben das getan.

  19. Man sollte meinen, daß die Diskussion über Studentenverbindungen (und darum scheint sich die Tirade über Christoph Metzelder primär zu drehen) seit den 90′ern irgendwelche Fortschritte gemacht hätte. Christoph Metzelder ist beim katholischen CV, der was ganz anderes ist als die vaterländisch orientierten Burschenschaften (der CV versteht sich als Teil der römisch-katholischen Kirche), aber das wird hier genau so übergebügelt wie die schiere Schreibweise von „Burschenschafter“ (ohne l). Nationalismus und Patriotismus werden in einen Kessel geworfen und umgerührt, ohne Rücksicht auf sinnvolle Ergebnisse.

    Schade, Trainer Baade, das ist leider ein sehr schlechter Artikel.

  20. 1. Sport ist nicht unpolitisch. Völlig unmöglich, denn Probleme wie Migration, Komerzialisierung aller Lebensbereiche, Arbeitsrecht und so fort finden ihr Pendant auch und teilweise vor allem im Fußball.

    2. Soetwas wie ein „Nationalmannschaft“ hat immer patriotische Züge, und es gibt dafür keine Ausrede. Die Gleichsetzung von DFB-Auswahl und Deutschland ist bei jedem Länderspiel zu beobachten. Andererseits ist es doch irgendwie komisch, dann zu sagen: „Ich finde das ganze Deutschland- gebrabbel doof und ekelig, deshalb bin ich für England.“
    Das haut alles vorne und hinten nicht hin… Nationalmannschaften über Zugehörigkeiten zu irgenwas, was auf gemeinsamer Sprache beruht, zu unterstützen, das ist doch keine wirklich logische, sondern eine nationalkulturelle Relation. Das ist einfach eine Zwickmühle, in der es meiner Meinung nach keine wirklicheBegründungsstrategie geben kann.

    3. Immerhin: Als HSV-Sympathisant fällt es ganz leicht, Holland zu unterstützen, noch dazu, wenn man direkt von der Grenze kommt…

  21. Ich finde Metzelder überauß symphatisch. Der hat uns bei der WM mit ins Halbfinale gebracht und der wird uns auch bei der EM helfen. „Metze“ ist einfacher ein guter Fussballspieler.

  22. Erstmal: ACK Nolookpass zum Thema Burschenschaften.

    @ Gilad: Die Idee, dass man als Angehöriger einer Nation Patriot sein kann, als überholt anzusehen; die Idee, dass der Nationalstaat an sich auf dem absteigenden Ast ist und etwas, an das niemand mehr glaubt: Beides kann man den meisten Polen, den meisten Franzosen, den meisten Engländern und den meisten Resteuopäern überhaupt nicht verständlich machen. Genausowenig wie, dass ein Linker da sein müsste, wo keine Heimat ist.

    Alles sehr sehr deutsch.

    Warum so deutsch? Ich glaube deswegen, weil das einzige mir bekannte Land, was von der Mehrzahl seiner Intellektuellen jemals ernsthaft als postnationaler Staat verstanden wurde, die Bundesrepublik Deutschland war. Das war sie allerdings auch nur in einem klar abgrenzbaren Zeitraum, nämlich in den späten Siebziger und den Achtziger Jahren, als die nationale Solidarität mit den Deutschen in der DDR verblasste und man hoffte, auf dem Weg zu einem europäischen Superstaat den Ost/West-Konflikt irgendwie friedlich erledigen zu können. Die Idee fand außer den Deutschen schon damals keiner gut.

    (Übrigens waren die intellektuellen Linken in der Bundesrepublik lange Zeit gerne mal Superpatrioten à la Kurt Schumacher; seit Oskar Lafontaines grandiosem Scheitern 1990 dürfte den meisten politisch aktiven Linken klargeworden sein, dass sich das postnationale Konzept als Konzept überholt hat. Kein Wunder, dass der Oskar jetzt gerne mal von „Fremdarbeitern“ redet.)

    Also: Der Wunsch, die Welt möge doch bitteschön an einem von den Deutschen doch so trefflich vorgelebten Postnationalismus genesen, riecht etwas streng deutsch nach Idealismus, Weltabgeschiedenheit, Oberlehrerhaftigkeit, nach Weißbier, Lüge und Sand. Und außerdem nach den Achtziger Jahren, was natürlich das Schlimmste von allem ist.

    @ Trainer

    Mir ist auch ein wenig zu wenig Demokratieenthusiasmus bei uns. Aber: Die grundsätzliche Wachheit für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ist da. Das Misstrauen gegenüber der Obrigkeit ist seit 68 fester Bestandteil des Alltags. Bei uns verweigert ein Bundeswehrsoldat, der dienstlich an einer Software arbeitet, den Befehl, weil er befürchtet, die Früchte seiner Arbeit könnten in einem von ihm persönlich als völkerrechtswidrig erkannten Krieg eingesetzt werden; und das höchste Verwaltungsgericht gibt ihm recht.

    Umgekehrt: Die Anzahl der Deutschen, die sich mit rassisch-biologischen Volkskonzepten, Lebensraumideen und Blut-und-Boden-Ideologie hinter dem Ofen hervorlocken lässt, kann man prima an dem Stimmenergebnis der Parteien bei Bundestagswahlen ablesen, die so etwas in Ansätzen vertreten. Der aktive Teil von ihnen liegt, wenn der Verfassungsschutz nicht gar so danebenliegt, konstant bei etwa 0,05 Prozent der Bevölkerung.

    Patriotismus mag meinetwegen intellektuell schwer zu begründen sein, er mag als Kitt für die Gesellschaft missbraucht werden. Aber er ist, auch in der Masse, nicht der erste Schritt hin zu einem Vierten Reich oder gar (wie Du es ja in den Zusammenhang stellst) zu den Menschheitsverbrechen des Dritten.

    Ich kann jeden verstehen, der als Deutscher mit Patriotismus so seine Schwierigkeit hat; genauso wie ich jeden verstehen kann, den niedrige Wahlbeteiligungen und Castingshows ärgern. Aber als Phänomen und auch als Massenphänomen ist das locker drin in dem Bereich, für den man als Demokrat Toleranz aufbringen kann, ohne sich viel zu vergeben. Insofern sind wir dann auch wieder bei Metze und seinen Burschenschaftlern.

  23. @ nandor
    Aber Hallo! Was erzürnt dich denn nur so? Ich erkläre es noch einmal: Nun, die sog. postnationale Konstellation ist ja ein Allgemeinplatz geworden und zudem ein Standardtext der politischen Philosophie, geschrieben von Habermas in den späten 1990er Jahren. Ein Riesenoberlehrer! :-) Auch wenn ich kein Habermasianer bin, habe ich mich doch ein wenig darauf beziehen wollen. Das sich die Energie des Nationalismus trotzdem permanent aktualsiert, ist ja evident by the way. Es gibt ein Wissen um die Dinge in der Welt, das weiter ist als jedes noch so überholte „authentische“ Nationalgefühl…

    „Also: Der Wunsch, die Welt möge doch bitteschön an einem von den Deutschen doch so trefflich vorgelebten Postnationalismus genesen, riecht etwas streng deutsch nach Idealismus, Weltabgeschiedenheit, Oberlehrerhaftigkeit, nach Weißbier, Lüge und Sand. Und außerdem nach den Achtziger Jahren, was natürlich das Schlimmste von allem ist.“

    Na ja, das ist ja eine etwas perfide, kurzsichtige und äußerst konstruierte Umkehrung von dem, was ich beschrieben habe – etwas dummdreist gar für meine Begriffe. Postnationalismus bzw. Transnationalismus ist kein deutsches Projekt und entsteht auch nicht als deutsches Projekt. Es ist ein Versuch die eng miteinander verwobene Welt (manche nennen es Globalisierung) zu fassen. Darunter fallen Migrationsbewegungen, eng kooperierende Staatengemeinschaften wie die EU, die afrikanische Union, Wirtschaftsabkommen/ etc.pp. Der klassische Nationalstaat samt seiner Rituale (sic!) ist nunmal tot oder besser: hat seinen eigenen Tod überlebt und wandelt als Untoter durch unsere Zeit! Dieser wirklich nicht neue Befund wird dir jede(r) Erstsemester-Soziologiestudent(in) bestätigen können, der/die in den 1980er Jahren geboren ist. Ach so, was ist mit Deutschland? Die Sehnsucht nach dem „gesunden“ Patriotismus in Deuschland, der von dir toleriert, von Pop-Fashionvictims wie Ulf Poschardt über den verfassungspatriotischen Demokraten mit Marx-Lesekreiserfahrung aus anno 1968 bis zum bierseligen Deutschlandfahnenschwinger mit Scooterkonzerterfahrung im Hier und Jetzt geteilt wird, langweilt mich einfach entsetzlich. Er hat immer Normalisierung zu tun, es ist der neue Stolz der so aufgeklärten „Vergangenheitbewältigungsweltmeister.“ Patriotismus ist ein seltsamer Konsens geworden, wie auch diese Diskussion hier beweist. Ich habe keine Lust darauf und ich kritisiere das und ich halte den beleidigten Patrioten, der dann plötzlich vor lauter Beleidgung und Erniderigung, weil man ihm seinen gesunden Patriotismus nicht gönnt, wild um sich schlägt, für Idioten. ja, sorry. Patriotismus bleibt leider ziemlich arm, so pseudo-intellektuell es auch aufgeblasen werden mag. Apropos: Ich verstehe mich durchaus als Goldhagen-Anhänger, der Ende der 1990er Jahren in seinem Buch „Hitlers willige Vollstrecker“ hervorhob: „No Germans-No Holocaust.“ Da waren auch alle „patriotischen“ Historiker sehr beleidigt, dass ein amerikanischer Jude aus Harvard so etwas HIER behauptete und u.a. die vom Trainer zitierte Browning-Studie (Ganz normale Männer) mit neugefundenen Materialien erweiterte…
    Also, so weit zum Thema Weltabgeschiedenheit, was dich doch eine Spur mehr betrifft als mich, wenn ich mir so deine Argumente durchlese…

    Und damit zurück ins Studio.

  24. Na gut, Patriotismus langweilt Dich. Kann ich verstehen, ich find auch andere Dinge cooler, z.B. Fußball. Vorschlag: Lass uns diese von meiner Seite aus mit perfiden, kurzsichtigen und dummdreisten Argumenten geführte Debatte auch besser beenden. Ein paar Schlussbemerkungen, wenn es gestattet ist:

    1. Einen „seltsamen Konsens“ ausgerechnet in dieser Debatte kann ich nicht erkennen. Ich hätte sie jetzt eher nicht als konsensual bewertet.

    2. Wenn mir irgendwelche Soziologie-Erstsemester oder meinethalben auch der Herr Professor Habermas (der ja 1990 nicht weniger gerne als Lafontaine in einer postnationalen B.R.D. weitergemacht hätte) etwas von Trans- oder Postnationalismus und Untoten in der Staatenwelt erzählen wollen, beeindruckt mich das genau ab dem Punkt, wo es überzeugend ist. Migrationsbewegungen (gab es die etwa früher nicht?) und, allen Ernstes, die Afrikanische Union als Basis für eine solche These find ich, vorsichtig formuliert, bizarr. Lassen wir das lieber, da sind wir einfach viel zu weit auseinander.

    3. Genauso wie ich die Volte hin zu Goldhagen abseitig finde. Was hat das mit dem Thema Patriotismus zu tun? Wieso steht da so beziehungslos ein „A Propos“ im Weg herum? Da besteht übrigens ein (meiner Meinung nach: seltsamer) Konsens zwischen Dir und dem Trainer, der auch recht unvermittelt von der Vaterlandsliebe allgemein über den deutschen Patriotismus anno 2008 hin zu Erschießungskommandos wechselt. Ich stoße beim Versuch, diesen Zusammenhang mit dieser Begründung nachzuvollziehen, an meine intellektuellen Grenzen. Im übrigen hab ich meine Meinung zur deutschen Gesellschaft 2008 und zur vom Trainer aufgeworfnen Frage, ob sich überhaupt seit vor siebzig Jahren etwas geändert hat (weil die Leute doch Bild-Zeitung lesen), oben geschrieben. Hat sich seit vorhin nicht geändert, meine Meinung.

  25. Zum Glück hat Christoph Metzelder im Interview nichts von den Autobahnen erwähnt über die der Bus der deutschen Nationalmannschaft während der WM zu den Spielstätten gefahren ist. Das ganze erinnert mich an Kerner und die unsägliche Eva Sendung. Sorry.

  26. Hieß die nicht Eve Herman? Wie auch immer, ich hoffe, der Trainer schämt sich jetzt ein wenig für den ganzen Kram hier.

  27. Bestimmt…

  28. Was hat eigentlich WÖRNS früher so getrieben?

  29. Ich schäme mich ein wenig für den ganzen Kram hier.

    Noch viel mehr schäme ich mich aber dafür, dass ich nicht rechtzeitig geupdatet habe und so dieser Beitrag hier an die Öffentlichkeit gelangte, indem Menschen, die Böses im Schilde führen, Herr über meine Admin-Oberfläche wurden und diesen Beitrag online stellten, obwohl das nie von mir beabsichtigt war.

    Noch viel mehr sollten sich aber genau diese Menschen schämen und naiv wäre es natürlich, anzunehmen, dass das irgendjemand tut, der das tat, weil er es tun wollte. Wie auch immer, Patriotismus ist kein Verbrechen, die Frage nach den Gründen bleibt aber offen und die Diskussion darüber sollte nicht, nur weil das ein Kommentator meint, hier abgebrochen werden.

  30. Ich finde der Trainer sollte sich über ganz andere Dinge schämen als diesen inhaltlich vollkommen gerechtfertigten Beitrag. Seine körperliche Verfassung zum Beispiel. :-)

  31. Ich finde der Ecki sollte sich schämen, weil sein Blog so verwaist…

  32. @ Trainer: Da hast Du mich missverstanden. Ich wollte nicht die ganze Debatte beenden; mir war die Tonlage von Gilad zu schrill, außerdem hatte ich den Eindruck, wir beide liegen so weit auseinander, dass es hoffnungslos wäre, noch Energie reinzustecken.

    Nehme ich den Ball also nochmal auf.

    Mein Grundsatzproblem mit Deiner und Gilads Argumenten ist, dass ich nicht sehe, welcher Teil Eurer Wut sich eigentlich gegen den Patriotismus als solchen richtet und welcher gegen den deutschen Patriotismus.

    Man kann ja allgemein sagen, Patriotismus sei eine Farce, intelektuell armselig usw. Es ist jedem unbenommen, das so zu sehen. Es ist halt nur so, dass es evidentermaßen einen vitalen Patriotismus gibt, gerade in den (btw auch ihrerseits ziemlich vitalen) Nationalstaaten der EU. Die interessante Frage ist, ob man als Patriotismus-Ablehner konsequent ist und dem Franzos seinen französischen Patriotismus nicht gönnt (bzw sich selbst eine Stufe weiter dünkt).

    Wenn ja: Sind wir genau beim dem Wesen-genesen. Dieser postnationale Postpatriotismus i s t typisch deutsch (Westdeutsch, Achtziger) und impliziert das Motto: Wie schön könnte die Welt sein, wären alle so postnational wie wir. Was ich davon halte, siehe oben.

    Wenn nein (also wenn ich zwar den ungarischen, türkischen russischen, amerikanischen Patriotismus grundsätzlich akzeptiere) : Geht es ehrlicherweise nicht um den Patriotismus an sich, sondern nur um den deutschen Patriotismus. Dann aber müssen wir auch über die deutschen Eigenheiten des Patriotismus reden und nicht darüber, dass Patriotismus allgemein irgendwie miefig in der Raucherecke und irgendwie intellektuell arm sei (Letzteres kann man nämlich der englische Patriotismus nicht weniger vorwerfen als dem deutschen).

    Ich hab da neben eher ästethischen Problemen mit Bierdimpfligkeit bislang als Begründung nur die dunkle Verknüpfung zum Dritten Reich und den damals durch Deutsche und im Namen des Deutschen Reichs begangenen Verbrechen gelesen. Ich hab schon oben geschrieben, dass ich diese Verknüpfung gerne näher erklärt hätte. Ich würde mich freuen, wenn da eine Antwort käme.

  33. „Wenn ja: Sind wir genau beim dem Wesen-genesen. Dieser postnationale Postpatriotismus i s t typisch deutsch (Westdeutsch, Achtziger) und impliziert das Motto: Wie schön könnte die Welt sein, wären alle so postnational wie wir. Was ich davon halte, siehe oben.“

    Wie oft willst du den Unsinn eigentlich noch wiederholen und als DEINE Meinung deklarieren? Es wird einfach nicht richtiger. MEINER Meinung nach weißt du gar nicht, wovon du redest. Das ist für mich typisch deutsch.

  34. Hier ist es ja noch besser als an der Uni. Trainer Baade, lös das Dilemma mit der ganzen Meinerei doch mal auf, in dem du uns die Wahrheit hier hinbloggst.

  35. Auch FernUni Hagen?

  36. Es ist furchtbar, dass jeder heutzutage mitreden darf, ich mache gerade auch nichts anderes.
    Ich kann nicht nachvollziehen, wie man so etwas veröffentlicht. Ist der Autor wirklich dieser Ansicht, oder versucht er sich nur durch radikale Parolen (Stichwort: Metze zu Arschloch!) zu profilieren, eine Form der Selbststilisierung? Ich liebe Meinungen wie die von Herrn Wagner (BILD), die auch gerne kritisch, aber auch immer mit einer Selbstironie verbunden sind.
    Über Fußball zu philosophieren ist klasse; ich höre mir gerne diese übersteigerten Thesen und Vermutungen sonntags im DSF an. Doch dass mich eine Seite wie der indirekte Freistoß – ich bin leidenschaftlicher Leser – hierhin führt, finde ich seltsam, gehört die Kolumne von Herrn Baade nicht in das Programm einer so hervorragenden Internetpräsenz, sondern allenfalls in den Papierkorb.

  37. Chapeau, Chapeau! Trainer, du kannst jetzt hier naß durchwischen.

  38. Also Jungens,

    wo kommt eigentlich der Minderwertigkeitskomplex her, das Fußballblog-Kommentierer immer gleich den Habermas, den Adorno usw. rausholen müssen. Ich verstehe mich als links und dennoch bin ich was Fußball angeht Patriot. UUUUps das P-Wort… ich kann mein Gefühl einfach nicht davon überzeugen, Brasilien-Fan bei einer WM zu sein – ich weiß sie spielen (meist) tollen Fussball und das erkenn ich auch an und ich weiss die Deutschen waren lange Rumpelfüßler, dennoch musste ich sie auch da anfeuern… Ich bin halt Deutscher mit all der Geschichte, die wir verbrochen haben. Ehrlich gesagt habe ich nur die ersten 15 Kommentare gelesen, da wurde es mir dann irgendwann zu blöd… Ich habe wenn ich im Ausland war häufig Deutsche beobachtet, die sich nach dem Motto vorstellten: Entschuldigung, aber ich bin Deutscher… Das kann es auch nicht sein… Und wenn ich dann schon Brasilien-Fan wäre (und wahrscheinlich noch Bayern-Fan, weil die ja am häufigsten national die Buli klarmachen), dann kann ich ja noch Obama-Wähler werden… Hääää? eben… bin bremen-fan weil aus der Gegend, bin Deutschland Fan, weil aus der Gegend und ehrlich gesagt finde ich diesen Artikel wesentlich dürftiger als das gegebene Interview (das schon nicht gerade spitzenklasse war)…. Puuh.

  39. Oh, mein Gott! Man kann Metze nur raten, ganz schnell dieses problembeladene Land zu verlassen. Die 68er haben uns so richtig gut getan – „linksmiefige Fußballkultur-Raucherecke“ – sehr gut, Ben.

    Armes Deutschland!

    Ein Deutscher, der im Land des ersten Weltmeisters lebt und sich da pudelwohl fühlt – wo war das noch gleich, Herr Baade?

  40. Ich finds immer wieder interessant, wie gerade die angeblich so differenzierten und kopflastigen Linksintellektuellen in Pauschalverurteilungen verfallen, wenn einer seine Burschenschaftsmitgliedschaft am Rande erwähnt. Da wird dann eine Person wunderbar auf ein Klischee reduziert und links und rechts alles ausgeblendet.

    Wir sollten froh sein, dass es Profis wie Metzelder gibt, die über die eigene Frisur hinausdenken und sich gesellschaftlich engagieren – ob die Motivation nun aus dem Glauben, aus dem Patriotismus, aus gelebtem Humanismus oder sozialistischem Gutmenschentum heraus entsteht.

    Für mich bedeutet Demokratie vor allem, andere Meinungen zu respektieren und gelten zu lassen, auch wenn sie mir gerade nicht in mein Weltbild passen, ohne gleich in Beleidigungen zu verfallen (hier sei dem Trainer zugute gehalten, dass der Beitrag nicht zur Veröffentlichung gedacht war).

    Bis heute habe ich nicht verstanden, was an Konservatismus verurteilenswert ist, auch wenn ich selbst weit davon entfernt bin. Auch waren einige der cleversten, gebildetsten und offensten Menschen, die ich in meinem Leben getroffen habe, Mitglieder in Burschenschaften oder zumindest Sympathisanten. Während einige der schlimmsten Arschlöcher meinten, ihre linke Überheblichkeit würde ihnen per se die Eintrittskarte zum exklusiven Club der Weltverbesserer garantieren.

    Meine Erfahrung ist viel mehr: Während in verrauchten Zimmern über die Schlechtigkeit der Gesellschaft schwadroniert wird, lassen an anderer Stelle die unter Patriotismusverdacht gestellten Menschen Taten sprechen und versuchen in ihrer Freizeit wenigstens im Kleinen Dinge zu verändern und ein wenig besser zu machen. Aber dies kann tatsächlich nur ein sehr subjektiver Eindruck sein.

  41. Nur Unerwachsene, Schwächlinge und Feiglinge sind stolz darauf, einer Nation anzugehören. Wer selbst gehen kann, braucht kein Vaterland.

    (Wiglaf Droste)

  42. Ob gewollt oder ungewollt veröffentlicht. Der Beitrag ist einfach nur Schwachsinn und Mist. Sorry, dass ich das so sagen muss, aber er ist unter aller Sau.
    Wer lesen kann, ist schon mal klar im Vorteil, denn Christoph Metzelder ist in keiner Burschenschaft. Er ist Mitglied in einer katholischen Studentenverbindung.

    Und wenn es nur daran scheitern sollte und diese ganze Diskussion ausgelöst hat, so kann ich nur den Kopf schütteln.

  43. Metzte ist GEIL!

    Lasst den doch mal in Ruhe! Trainer, du bist behindert!

    Metzte BJ!