23. Juli 2013
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Patente Lösung gefunden

Meistens fragt man sich, wie man auf so ein Mannschaftsfoto drauf kommt, zuletzt Gunnar beim SV Wehen Wiesbaden.

Eine andere Frage ist es, wie man von so einem Mannschaftsfoto wieder runterkommt. Es gäbe da Geschichten aus dem Amateurfußball von nicht bezahlten Mannschaftsbeiträgen zu erzählen.

Im Profifußball werden aber meist die Profis vom Verein bezahlt und nicht umgekehrt. In dem Fall muss man einfach nur Glück haben, dass ein anderer Profi eingekauft wird, der beim Termin fürs Mannschaftsfoto noch nicht anwesend war. Dieser muss aber auch noch irgendwie aufs Bild, was macht man da? Nun, der Express zumindest überklebt einfach einen anderen Spieler, der dann schwupps, nicht mehr auf dem Mannschaftsfoto ist.

Ziel erreicht, so leicht geht das.

(Dank an Dominik.)

22. Juli 2013
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Mit Legenden aufräumen: Maradona gut, aber so gut dann auch wieder nicht

Wer schon länger dabei ist, weiß, dass man hier auch gerne mit Legenden aufräumt. Matthäus entschied nicht das Pokalfinale mit seinem Fehlschuss, Jens Lehmann fuhr nicht mit der Straßenbahn von Leverkusen nach Gelsenkirchen und Horst Hrubesch sagte nicht: „Ich sage nur ein Wort: Vielen Dank.“

Schön, wenn andere sich auch diesem Entzaubern von Legenden widmen. In diesem Fall ist es der Macher von „Flipflopflyin“, der sich mehrheitlich dem Baseball verschrieben hat, aber immer wieder auch Interesse am Fußball zeigt.

Seine zerhackselte Legende ist jenes ikonographische Foto von Diego Maradona, wie er es während der WM alleine mit sechs Belgiern aufnimmt. Man ahnt es schon: ganz so war es nicht. Wer sich also den treuen Glauben an die Entstehung dieses Fotos bewahren möchte, der klicke nicht auf den folgenden Link.

Alle anderen bitte hier entlang zur Entzauberung eines der bekanntesten Fotos der Fußballhistorie.

22. Juli 2013
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Flasche leer, Wagen voll

M. ist Flaschensammler und Trainer Baade traf ihn in Duisburg am Hauptbahnhof, wo M. in Richtung Mönchengladbach umstieg. Das Gespräch fand während der Saison 2012/2013 statt.

Hallo M., Du bist quasi professioneller Flaschensammler, wie kam es dazu?

Ich kriege seit Jahren Hartz IV und habe eigentlich lange im Osten gelebt. Aber irgendwann hat sich rausgestellt, dass man mit dem Sammeln von Pfandflaschen, wenn man es richtig anstellt, ordentlich was dazu verdienen kann. Dann hab ich das halt erstmal nur so gemacht und irgendwann so weit ausgeweitet, dass ich schon Monate im Voraus weiß, wann ich welche Touren fahre.

Wie lange machst Du das jetzt?

Fast so lange wie es Pfand auf Einwegflaschen gibt, also schon einige Jährchen.

Du sammelst nicht nur in den Zügen, sondern auch vor und nach Profi-Fußballspielen.

Ja, und bei Konzerten und Festivals natürlich, aber bei Fußballspielen hat man meistens den Vorteil, dass man nicht erst mitten in der Nacht Feierabend hat. Außerdem ist der Umsatz an Flaschen bei den Fußballspielen auch verlässlich groß.

Jetzt gerade bist Du auf dem Weg nach Mönchengladbach, wo ein Heimspiel ansteht. Ist das Dein Lieblingsstadion fürs Sammeln?

Nein, lieber sind mir eigentlich die Stadien, die näher an einem Hauptbahnhof dran sind, dann ist man auch schneller wieder weg. Ich gehe ja nicht hin, weil mich das Spiel interessiert oder ich die Atmosphäre so mag, sondern weil ich da meinen Lebensunterhalt verdienen möchte. Aber in Gladbach ist es eben auch immer voll und man weiß, dass man nicht umsonst hingefahren sein wird.

Wie viel erlöst Du an so einem Abend oder Nachmittag und wie läuft das logistisch ab?

Wenn es ein sehr guter Tag ist, können es schon mal 200 Euro sein, aber das ist die Ausnahme, meistens pendelt es sich weit darunter ein. Logistisch ist es oft so, dass wir, also auch die Konkurrenz, schon immer wissen, wo ein Supermarkt ist, der die ganzen Flaschen auch klaglos annimmt. Ein Einkaufswagen gehört natürlich fast immer dazu, wird dann aber vor Ort organisiert. Mit dem kann ich ja auch schlecht stundenlang im RE sitzen, wenn ich anfahre.

Bist Du schon mal blöd angemacht worden oder hattest sonst irgendwelche negativen Erlebnisse?

Nein, noch nie. Weder von Schaffnern noch Ordnern noch Fans. Untereinander gibt es zwar schon mal Kämpfe ums Revier, das geht zwar auch meist etwas härter zur Sache, aber auch nie außerhalb des Rahmens. Aber ansonsten ist es eher so, dass die Leute freundlich sind und mir sogar noch danken, dass ich ihre Pfandflaschen annehme. Na gut, nicht alle, aber es kommt doch vor.

Könntest Du Dir vorstellen, noch mal in einen bürgerlichen Beruf zu wechseln?

Nein, eigentlich nicht. Ich liebe zwar nicht gerade, was ich mache, aber ich könnte nicht sagen, dass mich irgendetwas wirklich stört. Ich komme viel rum, bin fast immer draußen und ich mache damit Geld. Und nicht zu vergessen habe weder Chef noch feste Arbeitszeiten. Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, mit 60 immer noch zu Rockfestivals zu fahren. Mal sehen, was noch passiert im Leben. Im Moment bin ich jedenfalls zufrieden damit, dass mein Leben so möglich ist. Ich wohne in einer normalen Wohnung mit Fernsehen, Balkon, Anlage. Und ich gönne mir auch ganz bewusst ab und zu Urlaub vom Flaschensammeln.

Ich wünsche gutes Gelingen heute in Gladbach und Danke für die Auskunftsbereitschaft.

Kein Problem, ebenfalls Danke, tschüß.

18. Juli 2013
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Gestatten, CHAN

Gestatten, CHAN. Nein nicht Jackie, aber CHAN. Aus Afrika. Nie gehört? Das ändert sich in diesem Moment gerade.

Ein großes Turnier — aber Mesut Özil, Sami Khedira, Mario Gomez und Miroslav Klose, auch Per Mertesacker und Lukas Podolski dürften nicht mitspielen? Ja, so etwas gibt es. Denn CHAN ist die Abkürzung für die „Afrikanische Nationenmeisterschaft“. Diese wiederum ist nicht der bekannte „Afrika-Cup“, sondern eben die Nationenmeisterschaft.

Gespielt wird alle zwei Jahre, immer in gerade Jahren, um dem Afrika-Cup nicht im Wege zu stehen. Besonderheit beim CHAN: Spielberechtigt sind allein Spieler, die in ihrer eigenen, nationalen Liga beschäftigt sind. Wer im Ausland spielt, darf nicht mittun für sein Land, selbst wenn er in einem anderen afrikanischen Land unter Vertrag steht.

Ein Anachronismus, ein Überbleibsel aus der Zeit, als man das Verlassen des eigenen Landes bei einem Fußballprofi noch als Vaterlandsverrat etikettierte und ihn naserümpfend nicht mehr fürs Nationalteam nominierte? Weit gefehlt, denn eingeführt wurde diese Afrikanische Nationenmeisterschaft erst im Jahr 2009 und steht nach 2011 im Jahr 2014 erst vor ihrer dritten Durchführung.

Da könnte man jetzt lange rätseln, welche Motivation der afrikanische Kontinentalverband hat, ein solches, doch durchaus völlig seriös betriebene Turnier zu etablieren. 16 Teams qualifizieren sich, jeweils ein Land ist Ausrichter, ganz wie es bei einem vollwertigen Turnier eben Usus ist.

Spielen denn fast alle Spieler beim Afrika-Cup im Ausland — so dass man hier all jenen eine Verkaufsbühne bieten möchte, welche noch keinen lukrativen Job in den alten Kolonialmächten in der Tasche haben? Oder ist es wirklich so ein großer Gewinn, die Spielstärken der nationalen Ligen ohne alle Söldner zu ermitteln? Dann wiederum darf aber auch kein in der Liga aktiver Ausländer mit von der Partie sein. Fragen über Fragen zu einem im doppelten Sinne neuen Wettbewerb. Neu eingeführt und gerade frisch entdeckt, die Afrikanische Nationenmeisterschaft namens CHAN.

15. Juli 2013
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Weg mit dem Onkel(haften)

Ah, haben Sie das gesehen? Sabine Lisicki hat den Schläger richtig herum gehalten.

Dort, Wahnsinn, Andrea Henkel weiß tatsächlich, wie sie ihr Gewehr bedienen muss.

Und Britta Steffen, toll, wie sie nach dem Start ins richtige Becken sprang.

Kann man sich vorstellen, dass derartige Nichtigkeiten von einem Kommentator einer Sportart abgesondert werden, der den zu kommentierenden Sport ernst nimmt?

Im Frauenfußball, dieses Zwitters der Aufmerksamkeit unter den Randsportarten, ist so etwas Usus, zumindest bei Claudia Neumann und Norbert Galeske.

Es wäre leicht, diesen Text jetzt mit der Aussage zu beginnen, dass „die wahren Sexisten hinter dem Mikrofon sitzen“. Doch das wäre populistisch. Sexistisch ist es nicht, sondern herablassend dem Zuschauer gegenüber, dem ständig eingebleut werde soll, was er vom Gesehenen zu denken habe. In jedem Satz ein anbiederndes Flehen um Akzeptanz des Frauenfußballs, alles wird schön-bewertet, statt einfach das Spiel zu begleiten.

Da wird „gute Technik“ bei einer simplen Ballannahme gelobt. Wenn eine Spielerin einen Pass des Gegners abfängt, bei dem sie schlicht angeschossen wurde, wird ihre „Antizipation“ gelobt und bei einer Grätsche doch tatsächlich, man fasst es nicht, die „Körperbeherrschung“ der Grätschenden.

So gut gemeint ihre Anti-Thoelke-Attitüde auch sein mag, dass eigentlich alles, was die Spielerinnen auf dem Rasen abliefern, ein Lob wert sei, weil sie nun mal vom Männerfußball des höchsten Niveaus so meilenweit entfernt sind, so bumerangartig schlägt sich das auf die Wahrnehmung des Gesehenen und der Übertragenden nieder.

Wenn sich die Besten der Besten in einer Sportart messen, wie es bei einer Europameisterschaft der Fall ist, kann das Loben vom Beherrschen der Grundtechniken dieser Sportart doch nur wie Hohn wirken. Als stünden die Frauen zum ersten Mal auf dem Platz, als seien sie Kinder, denen man Vieles nachsehen müsse, weil sie ja noch üben.

Der geneigte Zuseher wird geradewegs dazu gezwungen, innerlich ständig zu widersprechen und aufzustöhnen, dass dieser und jener Pass nun mal grottig war und diese und jene Parade, ein jeder hat es doch gesehen, voll daneben gingen. Dass Spielzüge nicht gedeihen und Bälle mangels Technik unnötig verloren gehen.

Dass das, was die Kommentatoren von sich geben, nichts mit dem zu tun hat, was auf dem Rasen passiert. Galeske und Neumann gerieren sich, als seien sie Onkel und Tante dieser Spielerinnen, freuen sich über jeden angekommenen Pass beinah ins Koma, weil die Agenda, dass Frauenfußball gefördert werden soll, keine Kritik erlaubt.

Den größten Gefallen täten sie dem Sport damit, ihn ernstzunehmen und zu kommentieren, was sie sehen. Und nicht, was Onkel und Tante wohlwollend tätscheln würden — und den Zuschauer zu brainwashen.

11. Juli 2013
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Krisen, Knete, Krach und dreiste Kerle

Noch mehr Lesefutter zu 50 Jahren Bundesliga, diesmal mit fast immer neuen Schwerpunkten und Erkenntnissen aus den jeweiligen Saisons, kredenzt die NOZ.

Nicht von den Überschriften, welche Altbekanntes aufgreifen, täuschen lassen. In den Texten selbst sind wahre Schätzchen zu finden.

Wer weiß schon …

… was den 1. FC Kaiserslautern 1991 wirklich zur Meisterschaft trieb?
… was die Bundesliga 1989 gegen die Zuschauerkrise einführen wollte?
… welcher Meistertrainer eigentlich Jupp Derwalls Nachfolger werden sollte?

Spannende Antworten und vor allem ein Trip in eine andere Welt. „Zu viel Fußball im Fernsehen“, beklagten sich Fans damals und die Karten seien auch „zu teuer“. Das Lesen dieser Texte macht sehr überzeugend den Wahnsinn und das Surreale am Fußball der Gegenwart sichtbar.

Hier zum gesamten Special der NOZ, mal wieder Prädikat lesenswert, wenn auch noch nicht vollständig über alle Saisons. Da lohnt ein späteres Wiederkommen.

10. Juli 2013
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Wunderknaben, diese Österreicher

Für die WM 1998 nahm Udo Jürgens keinen Song mit der deutschen Nationalmannschaft auf wie noch 1978 („Buenas Dias, Argentina“) und 1990 („Wir sind schon auf dem Brenner“), sondern mit der ebenfalls qualifizierten Nationalmannschaft Österreichs, wo alle Trends eben immer mit ein bisschen Verzögerung eintreffen: „Wunderknaben“.

Da Österreich seit dieser WM 1998 in der deutschen medialen Wahrnehmung aus dem Fußball verschwunden ist, youtube aber erst deutlich später gegründet wurde, ist dieser Song wohl kaum bekannt. Zwar hier nur eine Kurzversion, doch auch diese macht schon deutlich: Im Fußball nicht, und auch bei den Songs zur WM kann Österreich den Deutschen nicht das Mikro reichen.



Bei der WM 1998 war dann aber nach der Vorrunde Schluss für die nur im Song so benannten „Wunderknaben“.

Der Titel ist übrigens eine Referenz an das deutlich erfolgreichere, dann aber nach Anschluss aufgelöste Nationalteam der Österreicher in den 1930er Jahren.

10. Juli 2013
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Keane close, Klose closer

Immer noch wird auf jenes Tor von Miroslav Klose gewartet, mit welchem er Gerd Müller ein- und bei einem möglichen Nachlegen an Toren in der Nationalmannschaft überholen wird. Eigentlich wäre die Sommerpause der richtige Zeitpunkt für Diskussionen, ob Klose dann besser wäre als Müller oder nicht, zumal es bei solchen Fragen ja kein richtig oder falsch geben kann, sie also sehr gut die Funktion eines Sommerlochfüllers übernehmen können.

Doch sind solche Diskussionen immer auch ein wenig ermüdend, schließlich haben beide Standpunkte ihre Berechtigung.

Deshalb zu diesem Thema ein anderer Einwurf, welcher bislang wohl wenig bekannt sein dürfte.

Im Länderfußball liegen die beiden mit ihrer Trefferzahl auf Platz drei und vier aller Zeiten — bei europäischen Fußballern. Es gibt also zwei Männer, die noch mehr Tore erzielt haben als Gerd Müller und Miroslav Klose und es sind die Herren Sandor Kocsis mit 75 Treffern und Ferenc Puskas mit 84 Treffern auf meilenweit entfernter Position 1. Beides Ungarn also, was wieder einmal deutlich macht, wie überlegen diese Nationalmannschaft zu ihrer Zeit war. Und auch ein wenig näher bringend, warum die Wahl zum Tor des Jahres der FIFA neuerdings als „Ferenc-Puskas-Award“ bezeichnet wird, war er doch ein echter támadójátékos.

Auf Platz fünf schließlich niemand aus dieser Zeit, sondern jemand aus einer kleineren Nation, was ebenfalls überraschen dürfte: Robbie Keane mit inzwischen 59 Toren in 126 Partien, womit er Rekord-Nationalspieler und Rekord-Torschütze Irlands ist. Diesen Double-Double oder wie man so etwas nennt, gibt es wohl sonst auch selten. Denn wer lange spielt, ist irgendwann meistens auch alt und fällt auf dem Platz immer weiter nach hinten zurück. Nicht so Robbie Keane. Und auch nicht Miroslav Klose.

9. Juli 2013
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Gewinnspiel: Endlich nicht mehr aufstehen, wenn man niemals alleine walkt

Die heutigen Stadien (und ihre Besucher) haben leider tatsächlich immer mehr von einer gleichgeschalteten Fußgängerzone in der Stadt ihrer Wahl. Überall die Filialen der selben Marken, überall der selbe Kaffee und überall dann auch die selben Meme in den Hirnen der Menschen.

Neben dem Umstand, dass man die Stadien selbst zumindest innen kaum noch unterschieden kann, tut die Einheitsgröße der Spielfelder ihr Übriges wie auch der Abschied von eckigen Pfosten aus Holz etc. pp.

Schlimm, dass auch das Sangesgut und jegliche sonstige kulturelle Äußerung immer ähnlicher wird. Man singt davon, dass Menschen, die sich einer bestimmten regionalen Identität zugehörig fühlen sollen, aufstehen mögen, dass die Spieler des Vereins niemals alleine gehen werden und die Klatschrhythmen sind auch alle ähnlich, wie sogar die Form, in der sich Spieler ihrerseits beim Publikum bedanken.

Deshalb heute ein schönes Gewinnspiel ohne Gewinne, bei dem ich ausnahmsweise auch keine Liste anlegen werde, sondern Eure Nennungen in den Kommentaren verbleiben werden. Also:

Welche Besonderheit bei Gesang, Riten, Kleidung, Kommunikation oder Identität gibt es nur bei jeweils einem Klub und falls ja, welche bei welchem Verein ist das?

Ich sage mal, Maskottchen und Vereinshymne nehmen wir raus, da hat ja tatsächlich jeder noch seine eigenen, wenn auch diese immer ähnlicher werden. Eher sind Bräuche oder zusätzliche Lieder gesucht. Aber was auch immer Euch einfällt, Schweineohren, Toffifees, Lieder, Klatschryhthmen, Kleidung — immer her damit.

6. Juli 2013
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Einmal ein Star sein: Mannschaftsfoto statt Dschungelcamp

Eine schöne Geschichte ereignete sich jüngst in der still vor sich hersurrenden Sommerpause, als einer der Insassen des Blogosquariums für kurze Zeit zum Star aufstieg.

Der Star ist in diesem Fall eindeutig der Blogger und nicht die Mannschaft. Den Blogger gibt dabei Gunnar vom Stehblog, von dessen Aktivitäten wir hier schon lasen. Sein Erst- oder Zweitverein ist der Verein seines Wohnorts Wiesbaden, der SV Wehen Wiesbaden.

Dieser aktuelle Drittligist versteigerte kürzlich — in schöner Tradition anderer, klammer Klubs — einen Platz auf dem Mannschaftsfoto.

Da ist man als Fußballfan natürlich Feuer und Flamme, dass man einfach so gegen ein paar Kröten plötzlich im Kicker-Sonderheft 2013/2014 erscheinen wird — ohne es durch die eigenen Fußballfähigkeiten je auch nur in die Nähe des Profifußballs gebracht zu haben.

Wie das so war, als Gunnar in Wiesbaden an der Entstehung des Mannschaftsfotos seines Klubs beteiligt war, liest man hier, und wie es dann ausgesehen hat, ist hier zu prüfen.

Lesen sollte man den erläuternden Text aber unbedingt, denn ein nicht ganz unwichtiger Aspekt des eigentlich großartigen Plans verlief dann doch etwas abweichend vom Wunschtraum des Stars, des Bloggers, des zentralen Elements auf dem schließlich dort veröffentlichten Mannschaftsfoto.

Welcher von den vielen Menschen mit SV-Wehen-Wiesbaden-Trikot auf dem Bild denn Gunnar selbst ist, nun, da stellen wir uns die Frage, ob es je irgendeinen Fußballer abgesehen von Edgar Davids gab, der mit Brille auf einem Mannschaftsfoto posierte.

(Ja, gab es zwar, aber dann funktioniert der Hinweis nicht mehr.)

4. Juli 2013
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Schrecklicher Verdacht: Führt Sportjournalismus zum Talkmasterdasein?

Schockierenhausen. Die Wissenschaft schlägt Alarm! Sie hat einen möglicherweise signifikanten Anstieg der Wahrscheinlichkeit beobachtet, im Laufe einer TV-Karriere zu einem inhaltslosen Talkmaster für alle Themen quer durch den Garten zu flambieren, wenn eine Person zuvor im Sportjournalismus tätig war. Bislang nur ein Anfangsverdacht, doch die Indizien lassen sich kaum von der Hand weisen.

Welche geheime Macht ist da wirksam, die aus einst lauteren Sportjournalisten nur noch hohle Phrasendrescher ohne Bezug zum Thema und ohne den Hauch von Expertise werden lässt? Zwar mitten im Scheinwerferlicht der gesamten Nation tätig, doch ohne noch das Ziel zu verfolgen, tatsächliche Erkenntnisse zu vermitteln — Hopfen und Malz scheinen in vielen Fällen gänzlich verloren gegangen zu sein.

Vom seriösen Sportjournalismus zur eitlen Gastgebermarionette für Talkrunden, dieses Schicksal erleiden immer mehr Menschen, die zuvor von Leibesertüchtigungen berichteten. Wie viele werden noch folgen? Wann wird ein Gegenmittel entdeckt?

Einige erschütternde Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart, früher alles honorige Sportreporter, heute nur noch Stichwortautomaten, denen Nachfragen zum Verständnis fremd geworden sind:

Günther Jauch

Zum ersten Mal führte er 1988 durch das aktuelle sportstudio […] hohen Bekanntheitsgrad erreichte Jauch durch die Moderation vom „Torfall von Madrid“ im Champions-League-Spiel Real Madrid gegen Borussia Dortmund am 1. April 1998.

Maybrit Illner

Nach dem Studium arbeitete Illner bis 1989 in der Sportredaktion des Fernsehens der DDR. …

Reinhold Beckmann

Beckmann wechselte noch 1990 von der ARD zu Premiere, wo er Leiter der Sportredaktion wurde. Ab 1992 war er bei Sat.1 ebenfalls als Sportchef angestellt und wurde durch die von ihm konzipierten und moderierten Sportsendungen ran und ranissimo bekannt. …

Johannes B. Kerner

Von August 1992 bis Ende 1997 moderierte Kerner das Sat.1-Fußball-Magazin ran. […] 1996 wechselte Johannes B. Kerner zum ZDF, wo er bis 2006 einer der Moderatoren der Sendung das aktuelle sportstudio war und Fußball-Länderspiele kommentierte.

Anne Will

Ab November 1999 präsentierte sie als erste Frau die bis dahin von Männern dominierte Sportschau, was sie schlagartig einem großen Publikum bekannt machte. Im Jahr 2000 moderierte sie für die ARD Sportsendungen der Olympischen Spiele aus Sydney. …

Allesamt heute mit der Rolle des Gastgebers in so genannten „Talkshows“ ausgestattet, die, wie der Name schon sagt, nichts als belanglosen „Talk“ im Sinne von „Geschwätz“ an der Oberfläche bieten.

Für einstmals inhaltlich fähige, sachlich von ernstem Sport berichtende Journalisten ein trauriger Werdegang. Es ist Zeit für Forschungsstudien, die auf die Suche nach den Gründen für diese dramatische Entwicklung gehen und hoffentlich möglichst bald Erfolg vermelden können.

Nicht nur heutige, auch alle kommenden Generationen von seriösen Sportjournalisten leben so lange in Angst, wie ein derartiges Schicksal für sie in Zukunft nicht ausgeschlossen werden kann.

Allerdings existiert noch kein Ansatzpunkt für die Wissenschaft. Nach außen erwecken alle unter diesem Phänomen Leidenden den Eindruck, sie hätten bewusst und sogar willentlich den Rückzug von jeglichem Anspruch an ihre Arbeit angetreten, welchen sie zumindest als Sportreporter noch an den Tag legten.

Dass das alles nicht mit rechten Dingen zugehen kann, ist selbst dem Laien einsichtig. Wo sitzt die dunkle Macht, auf welchem Wege wirkt sie und wie ist sie zu bekämpfen?

Eine Nation verharrt in Angst um ihre jungen Burschen und Mädchen, die sie bei diesen Zuständen nicht sehenden Auges in ihr Unglück, das vielleicht zwangsläufig auf den Sportjournalismus folgt, schicken kann.

4. Juli 2013
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Grätschen sind aut

Der 4. Juli ist nicht nur der amerikanische Unabhängigkeitstag, sondern laut diverser Quellen auch der Tag der Wiedergeburt der Deutschen, bezogen auf die Anerkennung in der Welt. Von diesem Datum herrührend die Erkenntnis, dass es früher andere Wörter als heute gab. Zum Beispiel:

Spagatschritt.

Ein solcher war es, mit dem Max „Maxl“ Morlock vor 59 Jahren — lebt Horst Eckel noch? — den Ball zum 1:2 gegen Ungarn in die Maschen des ungarischen Tores fabrizierte. Sagte Herbert Zimmermann, „mit einem Spagatschritt“, und der muss es wissen, er war schließlich leibhaftig dabei.

(Siehe dazu auch, sehr wissenswert, im „Blonden Engel“.)

30. Juni 2013
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„Als die Liga laufen lernte“ — die 1960er in Bild und Ton

Falls es jemand nicht mitbekommen hat: Die Bundesliga wird in diesen Tagen 50 Jahre alt. Anlass zu diversen Specials in diversen Medien.

Eine besondere Perle zum Thema hat die Deutsche Welle gerade veröffentlicht. Leider viel zu kurze 26 Minuten, die sich mit den 1960er Jahren der Bundesliga beschäftigen und dabei nicht allein auf den Platz, sondern auch daneben blicken.

Prädikat wertvoll.



Erstgebloggt von allesaussersport.de.

Schöner Nebeneffekt beim Schauen dieses Filmchens: Wer sich Uwe Seeler sympathisch machen möchte, dem sich sonst doch allzu oft allzu kurzsätzig Äußernden, findet hier gute Gelegenheit dazu. Ansonsten viele Spielszenen und O-Töne aus einer Zeit, in der noch nicht jede Partie aus allen Perspektiven aufgezeichnet wurde. Für den Liebhaber ein Muss, für alle anderen ein schönes Bonbon. Und das Beste ist: Die späteren Jahrzehnte sollen auch noch folgen.

29. Juni 2013
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Anforderungen an Profis immer höher

Clemens Tönnies vom FC Schalke 04 erwartet ein Quäntchen mehr von seinen Angestellten aka Fußballspielern. Sie sollen nicht nur gut Fußball spielen, sondern auch noch hellsehen können.

Jeder darf mal einen schwächeren Tag haben, aber dann muss er vorher zum Trainer und das sagen.“

So wird er von der Mitgliederversammlung seines FC Schalke zitiert und man würde gerne ergänzen: Sollten die Spieler nicht auch gleich vorher Bescheid sagen, wenn sie hellsehen, dass sie das nächste Spiel verlieren werden? Sparte Reisekosten.

29. Juni 2013
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Alle Italiener in der Bundesliga

Italien tritt im Rahmen des Confed-Cups gegen Spanien an, eine Partie mit minderer Qualität und minderem Spannungswert. 0:0 nach 120 Minuten. Nur etwas für die ganz hart Gesottenen unter den Taktikliebhabern, wie Stadioncheck richtig feststellt.

Da kann man sich (und seinen Twitter-Followern) schon mal die Frage stellen, welche originären Italiener überhaupt schon mal in der Bundesliga spielten, denn dem Autor fielen gerade mal Rizzitelli und Luca Toni ein.

Eine große Zahl an Antworten und auch eine durchaus deutlich größere Zahl an Italienern, die je in der 1. Bundesliga spielten, stellt sich dann heraus.

Hier die chronologische Liste im Überblick. Wer in Deutschland geboren wurde, aber (auch) einen italienischen Pass besitzt, zählt für diese Liste nicht.

Name Vereine Zeit S T
Ruggiero Rizzitelli FC Bayern München 1996-1998 45 12
Luca Toni FC Bayern München 2007-2010 60 38
Massimo Oddo FC Bayern München 2008-2009 18 0
Cristian Zaccardo VfL Wolfsburg 2008-2009 14 1
Andrea Barzagli VfL Wolfsburg 2008-2011 75 1
Cristian Molinaro VfB Stuttgart 2010- 71 0
Jacopo Sala Hamburger SV 2010- 21 1

Stand 29.6.2013.

Der erste Spieler mit italienischem Pass in der Bundesliga war zwar nicht Ruggiero Rizzitelli, sondern Raffael Tonelli, dieser wurde aber in Mülheim an der Ruhr geboren und wuchs hier auf, zählt also in diesem Sinne als „Fußballdeutscher“ und nicht als Italiener. Mauro Camoranesi ist gebürtiger Argentinier, entdeckte dann später wie so viele Südamerikaner im Fußball noch seine europäischen Wurzeln.

Aber ansonsten gilt natürlich: alles ohne Gewähr und weitere Namen sind immer willkommmen.

28. Juni 2013
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Old school 3D-Videoanalyse

Man sucht ja immer nach Gründen, warum der Fußball früher so viel schlechter war als heute. Ob man’s glaubt oder nicht, es könnte neben der soziokulturell unterschiedlichen Herangehensweisen auch mit dem Handwerkszeug zu tun haben, das zur Verfügung stand.

Hier zum Beispiel eine 3D-Videoanalyse anno 1980.

Falls jemand fragt, wo denn da jetzt die 3D-Videoanalyse ist. Nunja, … das ist sie dann wohl.

Oder hier oder, besonders schön und übersichtlich, hier oder gar eine aus dem Jahr 1934.

Falls also überhaupt Analyse, dann wohl nur aus dem Gedächtnis der eifrigen Zeitungszeichner.