Noch’n Rekord für den FC Bayern

Der Stadtneurotiker war es, der zuletzt in einer Trambahn fahrend laut nachdachte, ob der damals noch wahrscheinliche, jetzt tatsächliche Deutsche Meister im Frauenfußball, der VfL Wolfsburg, damit der erste Verein wäre, der sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern den Titel gewönne. Man ist fast geneigt zu sagen: ausgerechnet der VfL Wolfsburg.

Doch ein Blick in die Liste der Deutschen Meister im Frauenfußball zeigt: Es ist des Stadtneurotikers eigener Herzensclub, welcher auch diese Leistung als erster vollbracht hatte. Zwar im Wortsinne kein Rekord, sondern eine Premiere, aber eben eine besondere Leistung. 1976 war der FC Bayern München Deutscher Meister im Frauenfußball. Und damit schon zwei Jahre nach Einführung von Deutschen Meisterschaften im Frauenfußball der erste Verein, welcher diesen Titel bei den Männern und bei den Frauen errang.

(Ansonsten bleibt zu konstatieren: Wachablösung oder nicht, zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 wird weder der 1. FFC Frankfurt noch Turbine Potsdam Deutscher Meister. Kann der Attraktivität ja eigentlich nur guttun. Wäre es nicht ausgerechnet undsoweiter.)

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Wir leben Abneigung

Guten Tag, mein Name ist VfL Bochum. Ich habe eine neue Freundin. Genauer gesagt habe ich meine Liebe zu einer alten, beinahe abgelegten Freundin erneuert. Ich finde, die Öffentlichkeit sollte das wissen. Deshalb habe ich Schals drucken lassen. Auf der einen Hälfte des Schals mein Gesicht, auf der anderen jenes meiner Freundin. Man kann diese Schals jetzt kaufen. Und jeder kann öffentlich sehen, dass ich ein „Nein“ nicht verstehen mag.

Denn wie es guter Brauch wäre, müsste meine neue, alte Freundin diese Freundschaftsschals eigentlich ebenfalls drucken, vor allem aber kaufen, anlegen und leben. Leider habe ich nicht ganz verstanden, dass die Liebe auf der anderen Seite längst erloschen ist, was die ganze Angelegenheit ein wenig peinlich aussehen lässt. Vielleicht merke ich es in den nächsten Tagen ja noch, denn allzu schwer ist eigentlich nicht zu verstehen, was die andere Seite verlautbaren lässt. Der VfL Bochum erklärte dem Pottblog:

Der FC Bayern München wird den Fanfreundschaftsschal nicht anbieten, weil das ganze Projekt ausschließlich auf unsere Initiative zurückzuführen ist.

Bis dahin blamiere ich mich aber weiterhin fröhlich mit einer nur einseitig gelebten Liebe. Was bei Abneigung noch gut funktioniert, die Einseitigkeit, hat bei Liebe den leicht schalen Beigeschmack dessen, dass ich ein begriffsstutziger, verlassener Mann bin — es aber nicht mal merke.

So blöd kann man eigentlich selbst in Bochum nicht sein. Und siehe da, wenn man genauer hinschaut, taucht ein ganz anderer Grund auf, welcher die Schals gut verkaufbar macht:

Da wir hier in Bochum auch in Konkurrenz zu den beiden großen Reviervereinen stehen, wollten auch viele VfL-Fans mit dem Freundschaftsschal zum Champions League-Finale gegen den BVB „Flagge zeigen“ und sich wieder offen zur Fanfreundschaft VfL Bochum 1848 & FC Bayern München bekennen.

Um Flagge zu zeigen gegen den BVB verkauft man in Bochum also Fanfreundschaftsschals mit dem Wappen des FC Bayern. Gibt es diese einfältig gestalteten Anti-Sticker jeglicher Couleur nicht mehr, früher gerne vor den Stadien und an Hauptbahnhöfen zu erwerben?

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Verlierern beim Verlieren zusehen

Well, gestern Abend hatte ich nichts zu tun.

Was natürlich eine Lüge ist. Tatsächlich suchte ich nach einem Anlass zu prokrastinieren, ich hätte eigentlich sehr viel zu tun gehabt, aber das wären alles Dinge gewesen, die mir nicht unbedingt als Abendbeschäftigung gefallen hätten.

Man kennt das vom Prokrastinieren, da ist jede Abwechslung willkommen, da ist man nicht besonders wählerisch. Also schaltete ich zum ersten Mal seit Jahren wahllos das TV ein und siehe da: Es gab da eine Show, die einigermaßen unterhaltsam zu sein versprach.

Nun gut, es ging nicht um ernsthaften Sport, somit eigentlich nicht das, was ich bevorzuge, aber immerhin: Eine Scripted-Reality-Scheiße darf es alle 10 Jahre dann auch mal sein, ohne dass man sich dafür entschuldigen muss, es gesehen zu haben.

Dennoch hatte ich eigentlich auf ernsthaften Sport gehofft, so wie ich ihn am liebsten sehe.

Es gab dann leider nur das Finale eines Wettbewerbs, der zwar eigene Starter kennt, aber dennoch in späteren Runden das Sammelbecken der Verlierer eines anderen (!) Wettbewerbs darstellt. Zwei (!) dieser Verlierer in einem anderen (!) Wettbewerb hatten es dann auch ins Finale geschafft. Total hanebüchen gestaltet vom Drehbuchschreiber dieser Sendung.

Das Spiel an sich war durchaus toll, schon in den ersten 15 Minuten gab es drei heiße Szenen, nicht im Strafraum, sondern im Fünfmeterrraum. Ein äußerst seltenes Phänomen in dieser Scripted-Reality-Scheiße, wie ich aus Erfahrung weiß, später kam einiges an Sehenswertem hinzu, der Autor hatte gar eine Reminiszenz ans EM-Finale 2008 eingebaut, dazu ein toller Lattentreffer, tolle Torwartparaden und so weiter.

Was soll ich sagen, der Autor dieser Sportshow hatte sich dann einfallen lassen, den Ausgang des letzten Finales zu wiederholen. Eckball in letzter Minute, Tor. Soweit so schön, so weit vorhersehbar, wenn man sich schon mal ans Drehbuchschreiben oder zumindest über dieses Gedanken gemacht hat.

Ziemlich unterhaltsam, gute Show.

Ich hätte allerdings viel dafür gegeben, wenn das alles ernsthafter Sport gewesen wäre, und keine zusammengekleisterte Showkacke, in der Teams in einem ganz anderen Wettbewerb starten und dann in einem wiederum völlig anderen Wettbewerb im Finale landen. Immer dieser übertriebene Showaspekt bei den Drehbuchschreibern dieser Scripted-Reality-Kacke. Deshalb schau ich ja so selten Stories im TV.

Beim nächsten Mal schaue ich ganz sicher wieder echtem Sport zu, bei dem man in einem Wettbewerb startet und wenn man ausgeschieden ist, ist man ausgeschieden.

Der Name der Veranstaltung gestern? Irgendein Franz faselte was von „Verlierer-Cup“. Und einer dieser Verlierer gewann dann tatsächlich am Ende das Finale gegen einen anderen Verlierer, aber beide aus einem anderen Pokalwettbewerb.

Total hanebüchen, wie gesagt.

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Bewertungen beurteilen

Wolfgang Holzhäuser ist hier gerne gesehener Gast. Auch zu seinem Abschied lässt er sich nicht lumpen und haut noch mal einen raus.

Die Bewertung einer Laufbahn wird von ihrem Ende her beurteilt.

Fragt sich nur, wo das Ende der Bewertung anfängt — und wo es aufhört.

Bayer Leverkusen kann es nur gut tun, wenn nun endlich Logik, zumindest aber Satzbau im Sinne des Sprechenden in die Führungsetage einzieht. Da sollte die Freude über seinen Abschied groß sein.

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Da schweigt des Welterklärers Beredtheit

Da ich (erst) gestern in den Genuss des ZEIT-Interviews mit Uli Hoeneß kam, habe ich für alle, welche es nicht lesen konnten, hier mal die Antwort auf die eigentlich im Raum stehende Frage mitgebracht.

„(schweigt lange). Das ist eine gute Frage. Ich weiß es nicht.“

Das ist alles, was man aus diesem Interview wissen muss, denn der Rest ist exkulpatorisches Blabla, warum er und dass er gerne gezockt hat, wie das im Detail ablief und so weiter. Aber das interessiert doch hier gar nicht, er kann ja zocken wie er will (auch wenn er sich früher gerne als Anti-Börsianer geriert hat, es ist aber nicht strafbar, so zu reden und dann gegenteilig zu handeln), die Frage ist, warum er Steuern hinterzogen hat. Die zitierte ist zwar nicht die alleinige Stelle, an der das Thema dann endlich besprochen wird, aber das Obige ist seine Antwort auf die Kernfrage:

Wie er seine Steuererziehung erklärt.

Dazu schweigt er. Natürlich muss er sich nicht selbst belasten, Verfahren schwebt und so weiter — warum dann aber dieses Interview?

Man kann nicht behaupten, dass die ZEIT Uli Hoeneß festnagelt. Stattdessen akzeptiert sie auch noch die Anwesenheit von Hoeneß‘ Sohn beim Interview, der dann auch noch ein paar Sätze sagen darf, die arme Familie, schlecht schlafen, viel schwitzen. Was ist das nur für ein Selbstverständnis eines Mediums, solch mit offensichtlicher Intention vorgebrachtes Gewäsch zu verbreiten? Und was Hoeneß zu seiner Straftat vorbringt, ist für einen, der sonst selten um Einschätzungen verlegen ist, ohne Experte in der Sache zu sein, doch arg wenig. Selbst wenn man die Möglichkeit in Betracht ziehen muss, dass er es tatsächlich nicht erklären kann, was menschlich und annehmbar wäre: Sein sonstiges Klugschwätzen zu allem und jedem wird dadurch, dass er sein eigenes strafbares Verhalten nicht erklären kann, noch mal schaler und hohler als es ohnehin schon war. Dass er auch jetzt, da die Bombe geplatzt ist, immer noch keine besondere Stringenz in seinem Verhalten zeigt, indem er nämlich nicht von seinen Funktionen im Verein zurücktritt, passt da gut ins Bild, das dieses Interview (hier) erzeugt. Nebelkerzen von der Spielsucht und den bedauernswerten Verwandten werfen und darauf hoffen, dass die Weißwaschung in der öffentlichen Meinung möglichst schnell voranschreitet. Er leidet ja so, die Familie erst. So durchsichtig wie billig und leider dennoch in vielen Hirnen erfolgreich. Ein Rücktritt wäre das nötige Zeichen gewesen, dass er die Verantwortung übernimmt und Einsicht beweist, nicht jedoch dieser Versuch, sich als leidendes Opfer der Umstände zu gerieren.

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Ab heute: Quiztour im Revier zu 50 Jahren Bundesliga

Keine Veranstaltung von Trainer Baade, sondern von der Zeitung Reviersport in Zusammenarbeit mit der RAG. Aus Anlass des anstehenden 50-jährigen Jubiläums unserer geliebten Bundesliga (man stelle sich ein Leben ohne vor!) tourt das extra dafür eingerichtete Kneipenquiz durchs Revier. Einfach als Team hier anmelden und schon kann man an einem der 10 Termine (siehe rechts in der Sidebar) in den diversen Städten des Ruhrgebiets teilnehmen, kostenlos. Und die Teilnahme lohnt sich, denn neben dem Spaß, den jeder einzelne Abend bereiten wird, ziehen die ersten zwei Teams ins große Finale ein, welches Ende August an einer besonderen Location mit besonderen Preisen durchgeführt werden wird. Die Sieger der Einzeltermine erhalten allerdings auch schon schöne Preise aus dem Fundus von Reviersport.

Wieso das hier erwähnt wird, obwohl es keine Veranstaltung von Trainer Baade ist? Nun, irgendjemand muss ja die Quizfragen zusammenstellen, vorlesen und die Antworten auswerten, das wird dann meine Wenigkeit übernehmen. Bei einigen Terminen begleitet von Ulli Potofski, welcher der netten Aufgabe nachgehen wird, durch die sonstigen Ereignisse des Abends zu führen. Denn es werden jeweils einige bekannte Fußballer an den Orten mitquizzen und in den Quizpausen für das eine oder andere Döneken ans Mikro gebeten werden — dazu gehören die üblichen Verdächtigen wie Willi Landgraf oder Ente Lippens, aber auch weniger häufig im Rampenlicht stehende Akteure der Bundesliga werden dabei sein, wie Dieter Bast, Fred Bockholt, Martin Max oder die Traditionsmannschaft von RWO. Welche man natürlich alle gerne übertrumpfen darf.

Im Mittelpunkt steht schließlich Euer Wissen über 50 Jahre Bundesliga.

Also: hier das eigene Team anmelden und Reviersieger im Fußballquiz werden.

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Erst wenn die letzte Dauerkarte verkauft sein wird

… wird man merken, dass das vielleicht keine so gute Idee war.

Wenn man klamm ist, kommt man auf allerlei Ideen, welche geeignet sein könnten, einen aus dieser Lage zu befreien. Leider steht da ein Konjunktiv, denn natürlich sind nur sehr wenige Ideen tatsächlich dazu geeignet, die Klammheit zu beenden. Anderenfalls gäbe es ja kaum noch Klamme — Personen oder Institutionen.

Fußballvereine versteigern im Zuge eines monetären Engpasses schon mal gerne die Namensrechte an ihrem Stadion, einen Platz im Kader oder haben sonstwie abstruse Ideen.

Ein neues Mitglied in dieser langen Liste abstruser Ideen ist die SG Wattenscheid 09 mit ihrem Angebot an ihre Fans, Dauerkarten auf Lebenszeit für einen einmaligen Obolus zu verkaufen.

Für unter 30-Jährige kostet diese Dauerkarte beispielsweise 600 Euro für einen Stehplatz, 1150 Euro für einen Sitzplatz. Dann gibt es zwei weitere Alterskategorien, eine für 30- bis 50-Jährige und eine für über 50-Jährige, welche für einen Stehplatz in der Lohrheide für den Rest ihres Lebens nur einmalig 400 Euro bezahlen müssen, für einen Sitzplatz auch nur 750 Euro.

Gut, die SG Wattenscheid 09 spielt zur Zeit unterklassig und von allzu großer Qualität ist der Fußballsport dort nicht, auch wenn das Stadion sehens- und erlebenswert ist. Aber es wäre ja durchaus denkbar, dass sich die Zeiten wieder ändern. Wenn dann hier Dritte Liga gespielt würde, und x Prozent der Karten aber schon weg sind, weil sie eben von einem Dauerkartenbesitzer auf Lebenszeit besessen werden, hätte 09 einen klassischen strukturellen Nachteil.

Dass die Einnahmen dieser Dauerkarten angelegt werden, ist in Zeiten von Minuszinssätzen auch eher nicht anzunehmen. Somit verpfändet man hier schon seine Zukunft, und wird sich, wenn sie eingetreten sein wird, ein wenig umsehen, dass die Eintrittseinnahmen entweder immer weniger werden oder aber entscheidend geringer sind als bei den Konkurrenten.

Betreiber von Fußballclubs und Weitsicht — das scheint zusammenzupassen wie der Teufel und das Weihwasser.

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Es ist schwierig, zwei Mal Berlin zu sagen, ohne an Fußball zu denken

Aber das ist ja heute auch völlig richtig und passend so, gleichzeitig an Berlin und an Fußball zu denken. Denn heute geht es nach Berlin ans Mikro und hinter die Leselampe, wo nette Menschen in der Schwalbe ab 20h auf mich warten und gemeinsam ein wenig den Schätzen dieses Blogs lauschen wollen. Und auf die Augen gibt’s auch was.

Also, seid dabei, ab 20h in der Schwalbe, wenn es wieder heißt:

Vorhang auf für die „Drama Queens in kurzen Hosen“.

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Zauberlehrling in Bayern-Bettwäsche

Auweh, noch ein Text zu Hoeneß, dem gefallenen Sünder? Nein, keine Sorge. Zu einer Zeit, in der beinahe minütlich neue Enthüllungen in seiner Causa bekannt werden, eine Einschätzung dieser Vorgänge zu formulieren, gleicht dem Versuch, auf einer Eisscholle treibend ein Lagerfeuer anzuzünden. Man wird in jedem Fall scheitern.

Fußballdeutschlands Arterie geplatzt

Der Takt der Explosionen ist momentan ohnehin so hoch, dass man in vielerlei Hinsicht lieber Deckung sucht — Hoeneß-Sympathisanten eher aus Entsetzen, andere Fußballinteressierte wegen der Gefahr überkochender Wut — als sich Gedanken zur abschließenden Bewertung zu machen. Doch dass die Fußballwelt mit dem Erscheinen der ersten Nachricht „Hoeneß: Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung“ aus den Angeln sprang, daran gibt es keinen Zweifel.

… weiterlesen bei bettingexpert.

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Gewinnspiel: Stadiontausch

[Update: Alles chronologisch sortiert, gar 3x gab es 3 Stadien in einer Saison.]

Heute ein doch etwas diffizileres Gewinnspiel als nur „Rote Karten für Nationalspieler“ oder dergleichen Anfänger-Kram mehr.

Heute die Frage:

Welche Bundesligisten bestritten im Laufe einer Saison ihre Heimspiele in zwei verschiedenen Stadien?

Ich bitte um Euer Wissen.

3 verschiedene Stadien in einer Saison

Verein Saison Stadion 1 Stadion 2 Stadion 3
TeBe Berlin 1974/1975 Mommsenst. Olympiastadion, Berlin Poststadion
VfL Bochum 1975/1976 Ruhrstadion Stadion am Schloss Strünkede Westfalenst., Dortmund
Borussia M‘gladbach 1977/1978 Stadion am Bökelberg Rheinstadion, D‘dorf Jahnstadion, Rheydt

2 verschiedene Stadien in einer Saison

Verein Saison Stadion 1 Stadion 2
Hamburger SV 1969/1970 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
Hamburger SV 1970/1971 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
Hamburger SV 1971/1972 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
FC Bayern München 1971/1972 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
FC Bayern München 1972/1973 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
Kickers Offenbach 1974/1975 Stadion am Bieberer Berg Waldstadion, Frankfurt
Rot-Weiss Essen 1974/1975 Georg-Melches-Stadion Parkstadion, Gelsenkirchen
Fortuna Düsseldorf 1975/1976 Stadion am Flinger Broich Rheinstadion
1. FC Köln 1975/1976 Müngersdorfer Stadion, Köln Radstadion, Köln
TeBe Berlin 1976/1977 Mommsenstadion Olympiastadion, Berlin
Borussia Dortmund 1976/1977 Westfalenstadion Parkstadion, Gelsenkirchen
FC St. Pauli 1977/1978 Millerntor Volksparkstadion
1. FC Kaiserslautern 1978/1979 Betzenberg, Kaiserslautern Südweststadion, Ludwigshafen
Karlsruher SC 1988/1989 Wildparkstadion Frankenstadion Heilbronn
FC St. Pauli 1988/1989 Millerntor Volksparkstadion
FC St. Pauli 1989/1990 Millerntor Volksparkstadion
SG Wattenscheid 09 1990/1991 Lohrheidestadion Ruhrstadion
TSV München 1860 1994/1995 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
Hansa Rostock 1995/1996 Ostseestadion, Rostock Olympiastadion, Berlin
VfL Wolfsburg 2002/2003 VfL-Stadion Volkswagen Arena
TSG Hoffenheim 2008/2009 Carl-Benz-Stadion, Mannheim Rhein-Neckar-Arena, Sinsheim
Bayer Leverkusen 2008/2009 Esprit-Arena, Düsseldorf Bay-Arena Leverkusen
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Reservierte Vorfreude

Am vergangenen Wochenende durch München zu streifen bedeutete auch, schon an jeder zweiten Kneipe die Aushänge zu sehen, dass man natürlich das Spiel FCB – FCB übertragen werde — aber dringend um Reservierung gebeten werde. Klar, diese Partie ist von der Dimension her vergleichbar mit einem WM- oder EM-Halbfinale, da ja der dortige, lokale Verein („eine regionale Sache“) in dieser Partie antritt. Vergleichbar mit einem WM-Halbfinale, welches aber nicht im Free-TV übertragen wird. Da sind Reservierungen schon mal angezeigt. Mein Gastgeber in jenen Tagen reservierte dann auch schon am Freitag Abend (!) einen Platz für die Übertragung am heutigen Dienstag. Es scheint so, als wenn der Autor dieser Zeilen nicht log, als er davon schrieb, dass man in München bei Spielen im Bezahlfernsehen nirgendwo mehr einen Platz in Kneipen bekomme.

Auch wenn es noch einige Tage hin war, spürte man insbesondere in den diversen Gastronomiebetrieben überall schon diese herrliche Mischung aus Vorfreude und Anspannung, wie auf ein großes Fest, zu dem sich alle schick machen. Noch oszillierte die Stadt nicht zwischen Wahnsinn und Hoffen auf sportlichen Erfolg, aber diese hektische Betriebsamkeit machte sich breit. Es wird sicher eine große sportliche Veranstaltung heute Abend. So wie auch EM-Halbfinals immer große Feste sind mit vorheriger großer Vorfreude. Welche jäh endet, wenn der Gegner nach 20 Minuten 2:0 führt. Das wäre natürlich keinem der Gastronomen zu wünschen, wie auch meinem Gastgeber vom Wochenende in München nicht. Aber das ist der Preis, den man für die Vorfreude zahlen muss: Dass man nicht weiß, wie’s ausgeht — und es kann immer sehr böse ausgehen.

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Frage an Radio Eriwan

Beeinflusst die Tiefe der Netze die Ästhetik eines erzielten Tores?

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Das Geheimnis der schrägen Gehirne

Berge. Sind scheußlich. Stehen im Weg rum, man kann weder dranvorbeilaufen noch dranvorbeischauen. Man kann nicht drumherum laufen, dafür sind sie zu groß. Man muss mühsam rauflaufen, auf der anderen Seite noch mühsamer wieder runter. Bergab laufen ist anstrengender als bergauf. Sehr fies von so einem Berg, dass er in der zweiten Hälfte seiner Überwindung auch noch den anstrengenderen Teil bereithält. Das einzige, was an Bergen gut ist, ist dass man runtergucken kann, wenn man obendrauf ist. Wie erwähnt muss man dafür aber rauflaufen.

Noch schlimmer an den Bergen ist, dass sie nicht eben sind, sondern schräg. Alle Menschen, die in bergigen Regionen aufgewachsen sind, müssen eine andere Hirnstruktur haben als die meinige, welche diese optische Schrägheit immer ausgleicht. Ich verspüre stets ein drängendes Bedürfnis, in bergigen Landschaften die Wasserwaage herauszuholen, und die Landschaft geradezurücken, bis der Horizont endlich horizontal liegt. Was mit Bergen aber in den seltensten Fällen gelingt, nicht einmal in einer Hügellandschaft will dieses Unterfangen von Erfolg gekrönt sein.

Einzige Ausnahme für Berg- und Hügelmenschen, jene mit eingebautem Schrägheits-Korrektor, an denen sie völlig ebene Fläche in ihrem Leben erfahren können, sind natürlich Fußballplätze. Was auf diese Gehirne sehr merkwürdig wirken muss. Schräge Gehirne und plötzlich ebene Flächen — ob da dann irgendetwas aussetzt? Ob dieser Korrektor willentlich abgeschaltet werden kann? Ansonsten überall Schrägheit, wo man hinblickt. Haustür geöffnet, Fuß vor die Tür gesetzt: alles schräg. Rauf auf die Berge: schräg. Runter: schräg.

Komischerweise scheint das keinen Einfluss darauf zu haben, wie gut oder schlecht diese Menschen sich auf einem ebenen Fußballplatz bewegen können. Zwar sind die Holländer besonders gut im Weltfußball zu nennen, und da ist alles eben. Aber es gibt genauso viele Nationalspieler aus Gelsenkirchen (eben) wie aus Bayern (oft, wenn auch nicht überall schräg) und der Bundesdräner högschtpersönlich stammt aus einer äußerst schrägen Gegend. Die Jugendarbeit des VfB Stuttgart soll gar einen besonders guten Ruf genießen. Es scheint also nicht der Fähigkeit abträglich zu sein, auf ebener Fläche möglichst schnell geradeauslaufen zu können, wenn man ansonsten nur Schräges in seinem Alltag um sich herum hat. Dennoch bleibt die Frage spannend: Wie machen diese Gehirne das nur, dass sie plötzlich, für 90 Minuten, alles Schräge aus den Umrechnungen der Wahrnehmung verbannen? Ein Geheimnis, dass nur Bergmenschen erklären können. Vielleicht habe ich heute Abend die Möglichkeit, das mal in Erfahrung zu bringen.

Denn ich fahre heute nach München, bzw. bin gerade schon unterwegs. Und lese dort etwas vor. Kommt doch vorbei, falls Ihr in der Nähe seid, im Stadion an der Schleißheimer Straße. Ich nehme doch schwer an, ich kann meinen Impuls überwinden, die Landschaft gerade ziehen zu wollen und mich auf das Wesentliche für diesen Abend konzentrieren. Dass der Baade rund ist, und der Abend hoffentlich auch.

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Der schöne Bruno trifft Philipp Maisel

Der schöne Bruno, er hat damals die F-Jugend seines Sohnes trainiert, woraus Thomas Stickroth hervorsprang, „Stickinho“, großer Fußballsportler, unter anderem beim VfL Bochum. Das ist ja auch schön, dass er so erfolgreich wurde. Weniger schön ist, dass sein Vater sich nun als Oberfriseur der Stuttgarter Fußballszene geriert. Mit eigener Sendung.

Nichtsdestotrotz gibt es mit Kick-S seit einiger Zeit ein Magazin, das sich dem lokalen Fußball widmet. Mit Erfolg, würde man sagen, denn es lebt immer noch und wächst und gedeiht.

Dessen Macher Philipp Maisel, der meine Lesung in Stuttgart hervorragend vorbereitet hat, mit allem Pi-Pa-Po, traf jenen unsäglichen schönen Bruno einst auf einem Bolzplatz, wie hier zu sehen und zu hören ist.



Philipp Maisel am Elfmeterpunkt. Und er scheitert. Vielleicht doch bezeichnend für den VfB.

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Peter Neururer verhaftet

Vor wenigen Minuten wurde Peter Neururer in Bochum von der Sittenpolizei verhaftet. Der Vorwurf lautet sittenwidriges Flohinsohrsetzen und ebenso sittenwidriges Mitdenträumenderfansspielen. So lange Neururer in seiner Biografie oder TV-Schwatzrunden nur über sich selbst inhaltlich widersprüchliche Selbstbeweihräucherungen verbreite, verstoße dies zwar gegen den guten Geschmack, nicht aber gegen die Sitten der Gesellschaft.

Mit der Äußerung, den VfL Bochum wieder zurück in die 1. Liga führen zu wollen und dort einen Platz zwischen dem FC Schalke und Borussia Dortmund einnehmen zu wollen, sei er aber einen Schritt zu weit gegangen. Die Sittenpolizei könne nicht zulassen, dass ohnehin schon arg gebeutelte VfL-Fans nun noch das Träumen beginnen würden von einer Zukunft, die es so nie geben wird. Die Vergangenheit sei vorbei, die Verhältnisse hätten sich geändert, das müsse auch Peter Neururer einsehen. Und bekommt nun Gelegenheit, darüber nachzudenken, ob es angemessen ist, fahrlässig Schabernack mit den Herzen der Fans zu spielen und völlig überzogene Erwartungen zu schüren.

Neururers Einwand, dass schon ganz andere vor ihm Ziele vor sich her gefaselt hätten, welche sie dann nie erreichten, und dennoch keine Probleme mit der Sitte bekommen hätten, ließen die Bochumer Beamten nicht gelten. Dass man anderswo noch realitätsfremder rede als Peter Neururer, sei zwar denkbar, aber nicht wahrscheinlich. Ebenso wenig half Neururers Verweis, dass er ja tatsächlich mit dem VfL Bochum schon einmal in den Europapokal eingezogen war. Neururers Pech: Die Beamten waren zu jung, um sich an diese längst vergangenen Zeiten zu erinnern. Und sein letzter Versuch, sich der Verhaftung mit dem Hinweis zu entziehen, dass selbst Walter Hellmich beim MSV Duisburg mal von der Champions League gesprochen habe, sorgte nur für schallendes Gelächter in den Reihen der Sittenwächter. „Eben!“, beschied man ihm, „eben!“.

Ob die Vorwürfe der mutwilligen Verhohnepiepelung ernsthaft liebender Fans tatsächlich schwer genug wiegen, Neururer dafür jetzt auch mit Konsequenzen zur Verantwortung zu ziehen, wird zunächst mal ein Haftrichter entscheiden müssen.

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Der Talk mit Kick-S in voller Länge plus Ausschnitt aus der Lesung

Die Sendung „Gleiche Höhe — Im Zweifel für den Fußball“, Folge 4 mit Gastgeber Philipp Maisel und mir gibt’s jetzt in voller Länge in der Mediathek von Pier111.tv.

Das komplette Gespräch mit dem Macher von Kick-S in Bewegtbild und Ton (samt Stuttgarter Strick-Fernsehturm) über den Fußball, das Ruhrgebiet, den manisch-depressiven VfB sowie meine Lesereise.

Dazu am Ende der auch bei 11Freunde zu findende Text aus dem Lesungsprogramm live gelesen.

A bissle isch emmer no besser wia gar nix, gä?

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Italien! Kamerun! Endlich neue Bestechungsvorwürfe!

Man nimmt gerne an, man habe schon alle Gerüchte rund um die diversen, immer noch in überschaubarer Zahl stattgefunden habenden WM-Turniere gehört. Dass das deutsche 1:0 bei der Schande von Gijon aus einem Nichtangriffspakt resultierte, bestritt ja nicht mal jemand.

Die Gerüchte über umfangreiche Getreide-Lieferungen aus Argentinien nach Peru, welche 1978 im Anschluss an den 6:0-Sieg der Argentinier über Peru stattgefunden haben sollen, sind wohlbekannt. Jenem 6:0, mit welchem Argentinien in seiner Gruppe weiterkam und Brasilien wegen der schlechteren Tordifferenz (+8 zu +5) ausschied.

Gerüchte um Doping bei den Deutschen bei der WM 1954 sind ein ebenso alter Hut wie jene von der WM 1966. Die unglaublichen Schiedsrichterleistungen bei der WM 1934 zugunsten des Gastgebers Italien Allgemeingut, sofern man sich für die Geschichte der Weltmeisterschaften interessiert. Auch das Vordringen Südkoreas ins Halbfinale 2002 umwehen nicht die angenehmsten Düfte. Als eifriger Leser von Harry Valériens WM-Büchern heutigen Medien sind diese Geschichten jedenfalls alle bekannt. Womit man annahm, umfassend über derlei Anwürfe informiert zu sein.

Weit gefehlt! — purzelt da doch plötzlich bei einer der vielen Internet-Safaris immer noch etwas Neues aus dem Monitor:

Italien soll bei der WM 1982 das 1:1 im letzten Spiel der Vorrundengruppe A gegen Kamerun gekauft haben. Das könnte insofern Sinn ergeben, als Italien damit sicher in der 2. Runde war, während ein solches Ergebnis Kamerun ein ehrenhaftes, da ungeschlagenes Ausscheiden von der WM ermöglichte — zu einer Zeit, da Kamerun noch ein echter Zwerg im Weltfußball war, klingt das wie ein nachvollziehbarer Gegenwert.

Neben dem eigentlichen Preis dafür, diese Partie seitens der Italiener zu kaufen, selbstredend.

200.000 Dollar sollen an die Spieler Kameruns geflossen sein, von denen einige zumindest einen Kontakt mit italienischen Spielern im Vorfeld der Partie in Vigo nicht einmal bestreiten. Kameruns Trainer soll trotz der Chance auf ein Weiterkommen — ein Tor mehr als Italien, das bis dahin 0:0 und 1:1 gespielt hatte, und Kamerun wäre in der 2. Runde gewesen — extrem defensiv spielen lassen haben. Als Underdog gegen Italien vielleicht nicht erstaunlich. Wohl aber, dass der Trainer nach Ende der Partie für Medien auf Jahres hinaus nicht mehr zu sprechen war.

Wenig überraschend hingegen, auf welche Weise die FIFA die Vorwürfe damals untersuchte: In Zusammenarbeit mit italienischen (!) und kameruner (!) Funktionären, welche natürlich ein höchstes Interesse daran gehabt haben werden, eine eventuelle Bestechung und Manipulation aufzuklären, wenn sie doch die Initiatoren dieser Vorgehensweise gewesen sein sollen.

Nun, bewiesen wurde nie etwas, auch weil ein Buch, dass die in dieser Richtung recherchierenden Reporter in Italien herausbringen wollten, nie veröffentlicht wurde. Wieso man heute dann trotzdem davon erfährt? Weil es das Archiv des Print-Spiegels gibt, und der Spiegel damals berichtete. Eingang in die herkömmliche Sportberichterstattung fand diese Vermutung offenbar nie, sonst hätte man nicht im Jahr 2013 zum ersten Mal davon gelesen.

Das ganze Stück über ein hierzulande weitgehend unbekanntes Kapitel dubioser Machenschaften bei großen Turnieren findet sich unter dem Titel „Alle zufrieden“.

Dass die Partie nicht wie vereinbart 0:0 ausging, soll übrigens daran gelegen haben, dass Kameruns Torwart Thomas N‘Kono beim Gegentreffer zum 0:1 versehentlich ausrutschte. Woraufhin die Italiener im direkten Gegenzug ohne viel Gegenwehr den Ausgleich zugelassen haben … ähm, sollen.

Da möge sich jeder selbst seine Meinung bilden:



(Längere, aussagekräftigere Highlights.)

Angesichts des Umstands, wie Paolo Rossi vor einem schon leeren Tor und einem sich niedergeworfen habenden Torwart den Ball aus 6 Metern neben das Tor kickt, des Umstands, wie oft an einem ebenfalls leeren Tor vorbeigeköpft wird, kommen schon Zweifel, ob dieses Versagen allein dem Fußballgott zuzuschreiben ist.

Manipulation lässt sich im „Fehlerspiel“ Fußball auf diesem Weg allerdings nie beweisen.

Und andere, am Ende stichhaltige Beweise gibt es keine, nicht zuletzt, weil weder Veranstalter noch (vermeintlich) Betroffene ihr Nest beschmutzen wollten. Und ob all das nun nur eine schlechte Verschwörungstheorie ist oder die Wahrheit, wird man wohl wie bei all den anderen eingangs erwähnten Vorfällen bedauerlicherweise nie erfahren.

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