16. April 2013
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Der schöne Bruno trifft Philipp Maisel

Der schöne Bruno, er hat damals die F-Jugend seines Sohnes trainiert, woraus Thomas Stickroth hervorsprang, „Stickinho“, großer Fußballsportler, unter anderem beim VfL Bochum. Das ist ja auch schön, dass er so erfolgreich wurde. Weniger schön ist, dass sein Vater sich nun als Oberfriseur der Stuttgarter Fußballszene geriert. Mit eigener Sendung.

Nichtsdestotrotz gibt es mit Kick-S seit einiger Zeit ein Magazin, das sich dem lokalen Fußball widmet. Mit Erfolg, würde man sagen, denn es lebt immer noch und wächst und gedeiht.

Dessen Macher Philipp Maisel, der meine Lesung in Stuttgart hervorragend vorbereitet hat, mit allem Pi-Pa-Po, traf jenen unsäglichen schönen Bruno einst auf einem Bolzplatz, wie hier zu sehen und zu hören ist.



Philipp Maisel am Elfmeterpunkt. Und er scheitert. Vielleicht doch bezeichnend für den VfB.

15. April 2013
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Peter Neururer verhaftet

Vor wenigen Minuten wurde Peter Neururer in Bochum von der Sittenpolizei verhaftet. Der Vorwurf lautet sittenwidriges Flohinsohrsetzen und ebenso sittenwidriges Mitdenträumenderfansspielen. So lange Neururer in seiner Biografie oder TV-Schwatzrunden nur über sich selbst inhaltlich widersprüchliche Selbstbeweihräucherungen verbreite, verstoße dies zwar gegen den guten Geschmack, nicht aber gegen die Sitten der Gesellschaft.

Mit der Äußerung, den VfL Bochum wieder zurück in die 1. Liga führen zu wollen und dort einen Platz zwischen dem FC Schalke und Borussia Dortmund einnehmen zu wollen, sei er aber einen Schritt zu weit gegangen. Die Sittenpolizei könne nicht zulassen, dass ohnehin schon arg gebeutelte VfL-Fans nun noch das Träumen beginnen würden von einer Zukunft, die es so nie geben wird. Die Vergangenheit sei vorbei, die Verhältnisse hätten sich geändert, das müsse auch Peter Neururer einsehen. Und bekommt nun Gelegenheit, darüber nachzudenken, ob es angemessen ist, fahrlässig Schabernack mit den Herzen der Fans zu spielen und völlig überzogene Erwartungen zu schüren.

Neururers Einwand, dass schon ganz andere vor ihm Ziele vor sich her gefaselt hätten, welche sie dann nie erreichten, und dennoch keine Probleme mit der Sitte bekommen hätten, ließen die Bochumer Beamten nicht gelten. Dass man anderswo noch realitätsfremder rede als Peter Neururer, sei zwar denkbar, aber nicht wahrscheinlich. Ebenso wenig half Neururers Verweis, dass er ja tatsächlich mit dem VfL Bochum schon einmal in den Europapokal eingezogen war. Neururers Pech: Die Beamten waren zu jung, um sich an diese längst vergangenen Zeiten zu erinnern. Und sein letzter Versuch, sich der Verhaftung mit dem Hinweis zu entziehen, dass selbst Walter Hellmich beim MSV Duisburg mal von der Champions League gesprochen habe, sorgte nur für schallendes Gelächter in den Reihen der Sittenwächter. „Eben!“, beschied man ihm, „eben!“.

Ob die Vorwürfe der mutwilligen Verhohnepiepelung ernsthaft liebender Fans tatsächlich schwer genug wiegen, Neururer dafür jetzt auch mit Konsequenzen zur Verantwortung zu ziehen, wird zunächst mal ein Haftrichter entscheiden müssen.

14. April 2013
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Der Talk mit Kick-S in voller Länge plus Ausschnitt aus der Lesung

Die Sendung „Gleiche Höhe — Im Zweifel für den Fußball“, Folge 4 mit Gastgeber Philipp Maisel und mir gibt’s jetzt in voller Länge in der Mediathek von Pier111.tv.

Das komplette Gespräch mit dem Macher von Kick-S in Bewegtbild und Ton (samt Stuttgarter Strick-Fernsehturm) über den Fußball, das Ruhrgebiet, den manisch-depressiven VfB sowie meine Lesereise.

Dazu am Ende der auch bei 11Freunde zu findende Text aus dem Lesungsprogramm live gelesen.

A bissle isch emmer no besser wia gar nix, gä?

13. April 2013
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Italien! Kamerun! Endlich neue Bestechungsvorwürfe!

Man nimmt gerne an, man habe schon alle Gerüchte rund um die diversen, immer noch in überschaubarer Zahl stattgefunden habenden WM-Turniere gehört. Dass das deutsche 1:0 bei der Schande von Gijon aus einem Nichtangriffspakt resultierte, bestritt ja nicht mal jemand.

Die Gerüchte über umfangreiche Getreide-Lieferungen aus Argentinien nach Peru, welche 1978 im Anschluss an den 6:0-Sieg der Argentinier über Peru stattgefunden haben sollen, sind wohlbekannt. Jenem 6:0, mit welchem Argentinien in seiner Gruppe weiterkam und Brasilien wegen der schlechteren Tordifferenz (+8 zu +5) ausschied.

Gerüchte um Doping bei den Deutschen bei der WM 1954 sind ein ebenso alter Hut wie jene von der WM 1966. Die unglaublichen Schiedsrichterleistungen bei der WM 1934 zugunsten des Gastgebers Italien Allgemeingut, sofern man sich für die Geschichte der Weltmeisterschaften interessiert. Auch das Vordringen Südkoreas ins Halbfinale 2002 umwehen nicht die angenehmsten Düfte. Als eifriger Leser von Harry Valériens WM-Büchern heutigen Medien sind diese Geschichten jedenfalls alle bekannt. Womit man annahm, umfassend über derlei Anwürfe informiert zu sein.

Weit gefehlt! — purzelt da doch plötzlich bei einer der vielen Internet-Safaris immer noch etwas Neues aus dem Monitor:

Italien soll bei der WM 1982 das 1:1 im letzten Spiel der Vorrundengruppe A gegen Kamerun gekauft haben. Das könnte insofern Sinn ergeben, als Italien damit sicher in der 2. Runde war, während ein solches Ergebnis Kamerun ein ehrenhaftes, da ungeschlagenes Ausscheiden von der WM ermöglichte — zu einer Zeit, da Kamerun noch ein echter Zwerg im Weltfußball war, klingt das wie ein nachvollziehbarer Gegenwert.

Neben dem eigentlichen Preis dafür, diese Partie seitens der Italiener zu kaufen, selbstredend.

200.000 Dollar sollen an die Spieler Kameruns geflossen sein, von denen einige zumindest einen Kontakt mit italienischen Spielern im Vorfeld der Partie in Vigo nicht einmal bestreiten. Kameruns Trainer soll trotz der Chance auf ein Weiterkommen — ein Tor mehr als Italien, das bis dahin 0:0 und 1:1 gespielt hatte, und Kamerun wäre in der 2. Runde gewesen — extrem defensiv spielen lassen haben. Als Underdog gegen Italien vielleicht nicht erstaunlich. Wohl aber, dass der Trainer nach Ende der Partie für Medien auf Jahres hinaus nicht mehr zu sprechen war.

Wenig überraschend hingegen, auf welche Weise die FIFA die Vorwürfe damals untersuchte: In Zusammenarbeit mit italienischen (!) und kameruner (!) Funktionären, welche natürlich ein höchstes Interesse daran gehabt haben werden, eine eventuelle Bestechung und Manipulation aufzuklären, wenn sie doch die Initiatoren dieser Vorgehensweise gewesen sein sollen.

Nun, bewiesen wurde nie etwas, auch weil ein Buch, dass die in dieser Richtung recherchierenden Reporter in Italien herausbringen wollten, nie veröffentlicht wurde. Wieso man heute dann trotzdem davon erfährt? Weil es das Archiv des Print-Spiegels gibt, und der Spiegel damals berichtete. Eingang in die herkömmliche Sportberichterstattung fand diese Vermutung offenbar nie, sonst hätte man nicht im Jahr 2013 zum ersten Mal davon gelesen.

Das ganze Stück über ein hierzulande weitgehend unbekanntes Kapitel dubioser Machenschaften bei großen Turnieren findet sich unter dem Titel „Alle zufrieden“.

Dass die Partie nicht wie vereinbart 0:0 ausging, soll übrigens daran gelegen haben, dass Kameruns Torwart Thomas N‘Kono beim Gegentreffer zum 0:1 versehentlich ausrutschte. Woraufhin die Italiener im direkten Gegenzug ohne viel Gegenwehr den Ausgleich zugelassen haben … ähm, sollen.

Da möge sich jeder selbst seine Meinung bilden:



(Längere, aussagekräftigere Highlights.)

Angesichts des Umstands, wie Paolo Rossi vor einem schon leeren Tor und einem sich niedergeworfen habenden Torwart den Ball aus 6 Metern neben das Tor kickt, des Umstands, wie oft an einem ebenfalls leeren Tor vorbeigeköpft wird, kommen schon Zweifel, ob dieses Versagen allein dem Fußballgott zuzuschreiben ist.

Manipulation lässt sich im „Fehlerspiel“ Fußball auf diesem Weg allerdings nie beweisen.

Und andere, am Ende stichhaltige Beweise gibt es keine, nicht zuletzt, weil weder Veranstalter noch (vermeintlich) Betroffene ihr Nest beschmutzen wollten. Und ob all das nun nur eine schlechte Verschwörungstheorie ist oder die Wahrheit, wird man wohl wie bei all den anderen eingangs erwähnten Vorfällen bedauerlicherweise nie erfahren.

12. April 2013
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Und noch’n Tipp: Samstägliche Signierstunde

Ja, es ist aktuell ein wenig viel an Gedöhns außerhalb des Blogs und somit an jenen Orten, zu denen man sich in Fleisch und Blut hinbegeben muss, aber das wird sich Ende Mai dann auch wieder gelegt haben.

Morgen ab 11h gibt’s nämlich eine Signierstunde mit Kees Jaratz und mir. Wer das Buch „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“ von uns, den Autoren signiert haben möchte, hat dazu ab 11h in der Duisburger Buchhandlung Scheuermann die Möglichkeit.

Beste Gelegenheit, sich überhaupt ein Exemplar zuzulegen, sofern man in der Nähe Duisburgs lebt und es schändmöglicherweise bislang noch nicht tat. Der Vormittag bietet natürlich einen guten Anlass, die eine oder andere Frage zu den Inhalten zu beantworten oder von den Erlebnissen bei der Recherche zu berichten.

Weitere Infos bei Kees Jaratz oder natürlich auf der Seite zum Buch.

8. April 2013
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Zwei gude Tipps für heut‘ Abend

Wer in oder in der Nähe von Stuttgart lebt, sollte heute Abend im Regionalfernsehen den Talk von el_pibe12 vom Stuttgarter Fußballmagazin „Kick-S“ verfolgen können, in dem wir uns wie im Bild zu sehen in der Sendung „Gleiche Höhe — Im Zweifel für den Fußball“ über mein generelles Treiben, über die an jenem Abend anstehende Lesung in Stuttgart, über den Ruhrgebietsfußball und im Vergleich dazu die Leistungen des VfB Stuttgart unterhalten.

Kurze Ausschnitte aus der Lesung werden auch drin sein, so dass man sich einen Ohrenabdruck davon machen kann, wie eine dieser Lesungen so läuft. Im Bild kaum zu erkennen, im Bewegtbild hoffentlich dann besser: der fantastische, selbstgestrickte Stuttgarter Fernsehturm, hier eher rechts im Bild hinter el_pibe12, ein absolut faszinierendes Kuriosum. Man munkelt übrigens, dass auch gewisse Prominenz zu Wort kommen könnte.

Wer in oder in der Nähe von Köln lebt, kann hingegen heute gerne zum ebenfalls von der Lesung bekannten Ort in Köln kommen, ins „Kalk für alle“, wo das aus Duisburg stammende famose Fußballquiz seine Kölner Premiere feiert.

Wieder lädt LLCurly ein und als Quizmaster fungiert meine Wenigkeit. Beginn ist um 20h, für die 2€ Teilnahmegebühr gibt’s einen runden Quizabend und eine Anmeldung ist natürlich nicht erforderlich. Dem Sieger gehört ein 5l-Fass Kölsch. Alle weiteren Infos dazu hier.

Ich hoffe, wir sehen uns bei einer von beiden Gelegenheiten. Für alle anderen gibt’s ja heute Abend die Paarung Hertha BSC — Eintracht Braunschweig, was zwar Trost spenden mag, aber kaum gleichwertige Entschädigung sein kann.

7. April 2013
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Markus Babbel wird diese Zeilen nie lesen

Zumindest wird er diese Zeilen dann nie lesen, wenn sie ihm niemand ausdruckt.

Das Bekenntnis der Woche gelang Markus Babbel: „Ich habe kein Internet.“

(Gehört und aufgeschrieben von Chris Kurbjuhn.)

Anders als Uli Hoeneß, der aus dem Jahr 1952 stammt, ist Markus Babbel Jahrgang 1972 und damit eigentlich Atari-, spätestens aber C64-Generation. Babbel entpuppt sich immer mehr als eine der größten Leertröten auf der Orgel, deren Tasten nach den im Geschäft befindlichen Trainern beschriftet sind.

Da ist es doch schade, dass er sein Werk in Hoffenheim nicht vollenden durfte.

Und nein, Internet zu nutzen oder nicht, sagt eigentlich gar nichts darüber aus, wie gut seine Fähigkeiten als Fußballtrainer sind. Eher über die allgemeine Offenheit für Neues und die Fähigkeit, zu erkennen, wo man Vorteile gegenüber seinem Gegner — und nur darum geht es schließlich im Fußball — erlangen könnte. Aber jenen Vorteil oder in dem Fall Nicht-Nachteil lässt Markus Babbel lieber ungenutzt.

7. April 2013
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Another year over

… und noch hat lange kein neues begonnen. Dieses Jahr, diese Saison ist dennoch gestern zu ihrem Ende gekommen, was selbstredend alle übrigen beteiligten Teams gänzlich anders sehen, wenigstens um die paar Euro Fernsehgelder je nach Platzierung geht es noch. Und natürlich darum, seine Fans zu versöhnen, begeistern oder erleichtern. Ohne all das keine Kohle im Säckel und dann auch keinen Spaß auf dem Platz, Ausnahmen davon bestätigen die Regel und sind jetzt nicht das Thema. An ihrem Ende ist die Saison allerdings angekommen, denn am Ende des Tages wollen alle eines: das Spiel und damit die Liga gewinnen.

Another year over, so wie immer, business as usual, der FC Bayern wird Meister, another year over, und wieder kaum einen Menschen glücklich gemacht, obwohl der Fußball das doch so toll könnte. Jubelverbote, weil die Champions League hersoll, außer für Matthias Sammer, der braucht kein Jubelverbot, geht auch so zum Lachen in die Kabine (falls überhaupt) und für das Gros der Bayernsympathisanten kehrt nach einem annus horribilis 2012 wieder Seelenfrieden ein, während alle übrigen Menschen ein Jahr älter geworden sind, und wieder eine Gelegenheit verstreichen lassen mussten, ihre favorisierte Alternative die Meisterschaft gewinnen zu sehen.

Es fühlt sich wirklich surreal an, bei draußen -5°C einen solchen Abschied von der Meisterschaftsentscheidung im Deutschen Fußball zu formulieren. Und dann fällt wieder auf, wie einzigartig dieser Fernglas-Titel in allen möglichen Ausprägungen ist, auch wenn der BVB selbst im Heimspiel noch die Möglichkeit besitzt, den Bayern einige avisierte Rekorde zunichte zu machen.

Wenigstens das bot diese Saison: Futter für die Fetischisten unter den Fußballfans, und da bleibt noch ein Fünkchen Restspannung, ob die Siegesserie auf 12 Spiele ausgebaut wird, ob die perfekte Rückrunde gelingt, der neue Gegentor-Minusrekord aufgestellt und so weiter. Deshalb soll man diese Partien noch spielen, wahrscheinlich gelingt auch das den Bayern der Saison 2013 perfekt.

Beschweren kann man sich also nicht, zumal es sich ja schon seit Monaten ankündigte. Anders als im Slapstick, wo man gerade deshalb lacht, weil man das Ereignis kommen sah, scheint das mit der Freude aber auf diese Weise nicht zu funktionieren. Meisterschaft wieder heimgeholt, Mund abgewischt und ein paar Grimassen bei Twitter eingestellt. Mehr war da nicht. So funktioniert die große Show eigentlich nicht.

Kein Bashing des vermeintlichen Nichtfreuenkönnens: Wenn man höhere Ziele hat, ist das zumindest im Sinne des Erfinders, jetzt nicht weißbiergedauerduscht den Spielbetrieb einzustellen. Eine neue Ära wollen wir aber nicht darin begründet sehen. Einmal in einer, in dieser perfekten Saison alles absahnen, schön und gut. Spätestens im September dieses Jahres, welches nun so fußball-spannungslos dahintreibt, sollte Guardiola allerdings erfahren haben, was es bedeutet, einen Vertrag beim FC Hollywood unterzeichnet zu haben.

Anderenfalls könnte man auf die Idee kommen, umzuschalten.

6. April 2013
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Borussia Mönchengladbach ist das Videoton Székesfehérvár Italiens

Zumindest für einen Italiener ist Borussia Mönchengladbach das jedenfalls, nämlich für den Weltmeistertorwart Gianluigi Buffon. Immerhin macht dieser allerdings Fortschritte:

In Ihrem Buch schreiben Sie, in der Jugend hätte Sie Borussia Mönchengladbach wegen des verteufelt unaussprechlichen Namens fasziniert. Klappt die Aussprache mittlerweile flüssiger?

Buffon: In der Bundesliga läuft es ja wieder besser, und sie sind zurück in Europa. Da hatte ich genug Gelegenheit, meine Aussprache zu verbessern.

2. April 2013
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Feldspielende Torhüter und torhütende Feldspieler

Im Zuge des gestrigen, sehr schönen (im Sinne des Ereignisses, nicht im Sinne der Ästhetik des Tores, wie man hier sieht) Kopfballtores des Torhüters des FC St. Pauli zum Ausgleich in letzter Sekunde sei noch einmal auf die Seite „Torhütende Feldspieler“ verwiesen, welche sich mit den zwei möglichen Skurrilitäten in Bezug auf die Sonderrolle des Torhüters im Fußball beschäftigt.

Torhüter, die im Feld spielen (und evtl. sogar Tore erzielen) und Feldspieler, die das Tor hüten.

Leider scheint dort nicht mehr aktualisiert zu werden. Eigentlich ja ein Fall für eine der hiesigen beliebten Listen, die dann auch aktuell gehalten werden, im Moment finde ich die dortige Seite aber noch zu schick in Bezug auf ihre Idee, um deren Inhalte hierhin zu stibitzen.

Torhütende Feldspieler. Claim: „Die Wahrheit liegt im Fünfmeterraum.“ Naja, die Wahrheit liegt zwar eher, wenn, dann im Netz, aber die Seite dort ist eine dieser Perlen, die es immer seltener gibt. Gefühlt natürlich nur.

30. März 2013
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Glückauf, Schalkefan Matthias

Matthias in der Weide, Betreiber von schalkefan.de, ist plötzlich nach kurzer Krankheit verstorben. Vor drei Tagen wünschte er uns via Twitter noch viel Spaß auf dem #tkruhr, auf dem wir ihn schon ein wenig vermisst hatten.

Das Bild unten zeigt ihn nicht in schwarz-weiß, sondern strahlend im bunten Keller des Spooky’s, wo er in Münster die erste meiner Lesungen außerhalb meiner Wohnregion veranstaltete. Ein gelungener Abend, erst recht schön, dass ich im Anschluss Gelegenheit hatte, länger mit ihm zu plaudern, den ich ihn ohnehin schon als Blogger, als Kommentierer hier im Blog, als Twitterer und auch als aktives Mitglied des Sportbloggernetzwerks kennenlernte.

Auch wenn einzelne Bilder eine Person natürlich nicht umfassend abbilden können, so finde ich das Bild doch sehr passend dafür, in welcher Art ich ihn kennenlernte, an diesem Abend, im Vorfeld und darüberhinaus. Aktiv, gestaltend, zuverlässig und Bleibendes schaffend, ohne dabei je um einen Gag verlegen zu sein. Und mit großer Lust bei dem, was er tat. Ein echter Macher.

Ein längerer Nachruf auf den verstorbenen „Schalkefan.de“ findet sich in seinem Blog.

Der FC Schalke 04, sein Verein in jeglicher Hinsicht, gedachte Matthias in der Weide bei der heutigen Partie gegen die TSG Hoffenheim mit einer Anzeige auf der Videoleinwand, welche Torsten Wieland fotografierte.

Sein plötzlicher Tod bleibt dennoch zunächst unfassbar.

Dass Matthias nun nicht mehr da ist, ist ein so harter wie herber Verlust, obwohl ich ihn nur ein Mal in realiter traf, aber eben oft auf diversen anderen Kanälen sprach. Außerdem war lose geplant, dass wir demnächst ein offenes Bloggertreffen im Revier veranstalten, bei dem es um mehr als nur schnacken gehen sollte.

Er hatte Ideen, Verve und Witz und selten habe ich bislang jemanden kennengelernt, auf den die Vokabel „umtriebig“ so gut passte wie Matthias in der Weide. Ich kam im Blogbereich erst sehr spät mit ihm in Kontakt, obwohl er genau wie ich seit November 2005 mit einem eigenen Blog dabei war, genau wie ich auch davor schon im Netz publizierte, aber als dieser Kontakt einmal existierte, mochte ich vor allem seine Neigung dazu, ganz viel Liebe in seine Aktivitäten zu stecken — ob es jetzt ein kleiner Kommentar in einem anderen Blog war, ob es die Keksnotes waren, die Bundesliga-Rasen-Story, die ausführlichsten Bildergalerien und seine sonstigen Reiseberichte sowie nicht zuletzt seine unterhaltsame Art zu twittern — nicht mehr missen.

Er wird an ganz vielen Ecken im Netz fehlen.

30. März 2013
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Pause meets Özil

Als „Kurzfilm über den jungen Mesut Özil“ wird es angepriesen, wer in den Social-Dingens unterwegs ist, wird dem Werk schon begegnet sein, aber hier lesen ja auch noch viele, die dort nicht vertreten sind.

Als Kurzfilm angepriesen, sind es zwar nur ein paar Spielschnipsel Özils bei einem Jugendturnier und Interviews mit Jogi Löw, Uli Stielike und Guido Buchwald sowie Mesut Özil himself. Das Ganze aufgezeichnet im Jahr 2006, als Löw schon Bundestrainer, aber Özil noch sehr jung war, hat dann aber doch wieder so viel Informationswert, dass man sich die kurzen 9 Minuten gerne geben kann.



Gut, als Schalke-Fan wird man nicht allzu glücklich über die Bilder sein, ansonsten aber auch deshalb sehenswert, weil der kurze Streifen vom Regisseur von „Tom meets Zizou“ stammt und Mesut Özil tatsächlich eine Nuance gelöster in seinen Worten ist als sonst. Eine Mini-Nuance natürlich nur, kaum wahrnehmbar, aber vorhanden.

29. März 2013
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Häufigkeit Auswärtstorregel in der Champions League

Seit der Saison 2003/2004 erst gibt es durchgehend ein Achtelfinale in der Champions League und keine Zwischenrunde mehr, weshalb es sich anbietet, nur die Daten von jenem Zeitpunkt an daraufhin zu untersuchen, ob sich die letztens mal wieder aufgeworfene Debatte über die Änderung der Auswärtstorregelung überhaupt lohnt. Natürlich nur deshalb aufgeworfen, weil mit Arsenal gegen Bayern eine deutsche Mannschaft daran beteiligt war und dem zugehörigen Redakteur allgemein eher langweilig war und er (oder sie) auch nicht die nicht mal 30 Minuten Recherche aufbringen wollte, wie häufig dieser Fall überhaupt eintritt.

Die Antwort ist einfach, bei (8+4+2=) 14 Entscheidungen pro Jahr, das Finale ist ja nur eine einmalige Begegnung, machen für diese 9 komplett gespielten Saisons also 126 Entscheidungen, von denen wie unten zu sehen ist, 14 auf eine andere Art (aber nicht zwingend mit einem anderen Ergebnis) entschieden worden wären. Dass der Wert somit knapp 11 Prozent der Entscheidungen erreicht, hätte ich nicht gedacht, auch wenn Saisons wie 2008 vorkommen, in denen die Auswärtsstorregel überhaupt nicht zum Tragen kommt.

Somit täuschte dieses mal das Bauchgefühl, dass man da irgendwie Inhalte erzeugen möchte, weil die Paarung selbst nichts hergibt. Über einen Entscheidungsfindungsweg, welcher in mehr als 10 Prozent der Fälle zum Tragen kommt, kann man durchaus mal nachdenken. Hier hätte man ohnehin nichts gegen Wiederholungsspiele einzuwenden, aber das ist nicht nur utopisch, sondern bietet ja auch wieder die Frage danach, ob das Ganze an einem neutralen Ort oder bei der Mannschaft ausgeführt wurde, welche zuletzt Heimrecht genosss.

2012
Achtelfinale
Olympique Marseille – Inter Mailand 1:0
Inter Mailand – Olympique Marseille 2:1

2011
Achtelfinale
Inter Mailand – FC Bayern 0:1
FC Bayern – Inter Mailand 2:3

2010
Achtelfinale
FC Bayern – AC Florenz 2:1
AC Florenz – FC Bayern 3:2

Viertelfinale
FC Bayern – ManchesterUtd 2:1
Manchester Utd – FC Bayern 3:2

2009
Achtelfinale
Atletico Madrid – FC Porto 2:2
FC Porto – Atletico Madrid 0:0

Halbfinale
FC Barcelona – FC Chelsea 0:0
FC Chelsea – FC Barcelona 1:1

2008
-

2007
Achtelfinale
FC Barcelona – FC Liverpool 1:2
FC Liverpool – FC Barcelona 0:1

Inter Mailand – FC Valencia 2:2
FC Valencia – Inter Mailand 0:0

Real Madrid – FC Bayern 3:2
FC Bayern – Real Madrid 2:1

2006
Achtelfinale
Werder Bremen – Juventus Turin 3:2
Juventus Turin – Werder Bremen 2:1

Glasgow Rangers – FC Villareal 2:2
FC Villareal – Glasgow Rangers 1:1

Viertelfinale
Inter – FC Villareal 2:1
FC Villareal – Inter 1:0

2005
Halbfinale
AC Mailand – PSV Eindhoven 2:0
PSV Eindhoven – AC Mailand 3:1

2004
Viertelfinale
Real Madrid – AS Monaco 4:2
AS Monaco – Real Madrid 3:1

Natürlich könnte man jetzt noch mehr mit den Daten anfangen: Ist die Anwendung dieser Regel in höheren Spielrunden häufiger und deshalb dann vielleicht gerade dort doch Änderungsbedarf, wo die allerletzten Entscheidungen fallen? Ist die Häufigkeit größer als in der Europa League, wo viele Klubs — nur als Hypothese — sportlich weiter auseinanderliegen? Und so weiter, aber das erfolgt hier und heute jetzt nicht und für einen kurzen, lohnenswerten Überblick sollte es so ausreichen.

29. März 2013
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Stallgeruch satt und genug

Wenn man nach Wiesbaden fährt, lernt man eine ganze Menge über einen seit 1945 schwelenden Konflikt um die politische und administrative Zugehörigkeit dreier rechtsrheinischer — eigentlich: — Mainzer Stadtteile zu Wiesbaden, welche auch heute noch das „Mainz-xyz“ in ihrer Bezeichnung tragen. Im Laufe der Jahre ergaben sich dabei unterschiedliche Vor- und Nachteile für die Bürger und die beiden Städte, so dass weiterhin der Status Quo erhalten bliebt, welchen ein amerikanischer Offizier im September 1945 aus dem profanen Grund festlegte, dass der Rhein die natürliche Grenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz bilden sollte: Alle rechtsrheinischen Gebiete gehören administrativ zu Wiesbaden, dürfen aber weiterhin das „Mainz-“ in ihrem Namen tragen. Alles was linksrheinisch ist, ist somit Mainz und gehört erschwerend damit zu Rheinland-Pfalz und nicht zur hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

Einen Namen trägt dieser Konflikt auch, er wird dort nach den Anfangsbuchstaben der drei betroffenen Stadtteile „AKK-Konflikt“ genannt. Eine ähnlich anachronistisch anmutende Auseinandersetzung wie jene um die Wiedereinführung lokal begrenzterer, früherer KFZ-Kennzeichen oder überhaupt diese Konflikte um von außen betrachtet als marginalst empfundene Mentalitätsunterschiede. Aber dennoch ist es ein interessantes Phänomen, insbesondere, wenn man von solchen Vorgängen sonst nur an der Grenze zur Schweiz oder nach Holland Kenntnis erlangte, nicht aber mitten im, naja, im Herzen von Europa und somit auch von Deutschland.

Einer dieser drei Stadtteile, die in Wiesbaden liegen, aber mental zu Mainz gehören, ist Mainz-Kastel. Die anderen beiden heißen Amöneburg und Kostheim. Jeweils auch mit dem Mainz- davor, so dass auf den Ortseingangsschildern die Mammutkonstruktion von der „Landeshauptstadt Wiesbaden Stadtteil Mainz-Kastel“ zu lesen ist. Der für unsere Zwecke berühmteste Sohn dieses so zerrissenen Stadtteils Mainz-Kastel ist ein Mann namens Bruno Hübner. Und dieser trat aufgrund seiner langjährigen Vereinszughörigkeit zum lange Zeit eher unterklassigen SV Wehen wohl für die meisten erst mit seinem Wechsel als Manager zu Eintracht Frankfurt in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Tatsächlich begann seine Karriere aber als aktiver Fußballer beim 1. FC Kaiserslautern, für den er in 76 Partien immerhin 19 Tore erzielte und sogar im UEFA-Cup (als man diesen noch ernstnahm) gegen Real Madrid zum Einsatz kam. Real Madrid — und wenig später beendete er im zarten Alter von 25 Jahren seine Profikarriere wegen einer Verletzung und schloss sich dem SV Wehen an. Welcher damals in der Kreisklasse spielte. Von 1986 bis 1995 war Bruno Hübner noch für den SV Wehen aktiv, mit ihm als treffsicherem Stürmer stieg der Verein bis in die Landesliga auf. Später arbeitete er als ehrenamtlicher (!) Präsident des Vereins und als Trainer des Teams. Es ist schwierig jemanden zu finden, der den Stallgeruch eines aus der Bundesliga kommenden Spielers überbietet, welcher noch 11 Jahre in den untersten Klassen rumgurkte, Trainer, Manager und Präsident seines Clubs ist bzw. war.

2007 führte Bruno Hübner den SV Wehen als Manager erstmals in die 2. Bundesliga. Es fallen einem wohl nur ganz wenige andere Menschen ein, die so sehr mit einem Verein verheiratet waren, wie Bruno Hübner mit dem SV Wehen. Gefeuert wurde er dann trotzdem aufgrund von „Differenzen“ mit dem Präsidium und sein Weg führte ihn über den MSV Duisburg, mit Pokalfinalteilnahme, zu Eintracht Frankfurt, wo er eventuell einen Champions-League-Qualifikanten oder Europa-League-Teilnehmer zusammengebaut hat. Alle Hüte ab vor Bruno Hübner, der sich nicht davon schocken ließ, dass er trotz einem überbordenden Stallgeruch in genau diesem Club, aktiv als Spieler, Trainer, Präsident und Manager seit 1986, gefeuert wurde.

Wer sich aktuell über das informieren will, was aus dem wird, was Bruno Hübner zu nicht geringen Anteilen in Wiesbaden aufgebaut hat, kann das übrigens stets beim Stehblog tun, welches sich dem SV Wehen Wiesbaden verschrieben hat. Um Bruno Hübner zu verfolgen, sollte man sich an Blog-G wenden, angesichts seines Karrierverlaufs reichen aber inzwischen auch die klassischen Sportteile ohne besonderen Vereinsfokus. Denn offensichtlich hat er in all den Jahren seines Wirkens sehr gut aufgepasst, was ihm nun außerordentlich zugute zu kommen scheint. Wie lange läuft eigentlich Hübners Vertrag noch in Frankfurt?

27. März 2013
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Für einen Coach ist das der Tod

Jörg Berger schrieb/ließ schreiben in seinem Buch „Meine zwei Halbzeiten“, mit dem Titel Bezug nehmend auf seine Republikflucht aus der Deutschen Demokratischen Republik und seinem weiteren Leben in der zunächst alten, später dann neuen Bundesrepublik Deutschland:

Es wurden Gerüchte gestreut, ich sei schwul — ausgerechnet ich! Für einen Spieler und erst recht einen Coach ist das der Tod.

22. März 2013
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Der unsichtbare Dritte

Brüderpaare gab es zwar schon einige in der Bundesliga, doch drei Brüder waren es nur zwei Mal einmal, welche allesamt den Sprung in den Profifußball schafften. Dieses Kunststück bewerkstelligten einerseits die drei Täuber-Brüder, andererseits die Sprößlinge eines ganz besonderen Fußballclans im deutschen Fußball, auch wenn der dritte, äußerst unbekannte der drei Brüder für nur wenige Spiele bei einem Zweitligaclub vor den Ball trat und sich ansonsten anders entschied.