2. Mai 2013
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Zauberlehrling in Bayern-Bettwäsche

Auweh, noch ein Text zu Hoeneß, dem gefallenen Sünder? Nein, keine Sorge. Zu einer Zeit, in der beinahe minütlich neue Enthüllungen in seiner Causa bekannt werden, eine Einschätzung dieser Vorgänge zu formulieren, gleicht dem Versuch, auf einer Eisscholle treibend ein Lagerfeuer anzuzünden. Man wird in jedem Fall scheitern.

Fußballdeutschlands Arterie geplatzt

Der Takt der Explosionen ist momentan ohnehin so hoch, dass man in vielerlei Hinsicht lieber Deckung sucht — Hoeneß-Sympathisanten eher aus Entsetzen, andere Fußballinteressierte wegen der Gefahr überkochender Wut — als sich Gedanken zur abschließenden Bewertung zu machen. Doch dass die Fußballwelt mit dem Erscheinen der ersten Nachricht „Hoeneß: Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung“ aus den Angeln sprang, daran gibt es keinen Zweifel.

… weiterlesen bei bettingexpert.

24. April 2013
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Gewinnspiel: Stadiontausch

[Update: Alles chronologisch sortiert, gar 3x gab es 3 Stadien in einer Saison.]

Heute ein doch etwas diffizileres Gewinnspiel als nur „Rote Karten für Nationalspieler“ oder dergleichen Anfänger-Kram mehr.

Heute die Frage:

Welche Bundesligisten bestritten im Laufe einer Saison ihre Heimspiele in zwei verschiedenen Stadien?

Ich bitte um Euer Wissen.

3 verschiedene Stadien in einer Saison

Verein Saison Stadion 1 Stadion 2 Stadion 3
TeBe Berlin 1974/1975 Mommsenst. Olympiastadion, Berlin Poststadion
VfL Bochum 1975/1976 Ruhrstadion Stadion am Schloss Strünkede Westfalenst., Dortmund
Borussia M‘gladbach 1977/1978 Stadion am Bökelberg Rheinstadion, D‘dorf Jahnstadion, Rheydt

2 verschiedene Stadien in einer Saison

Verein Saison Stadion 1 Stadion 2
Hamburger SV 1969/1970 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
Hamburger SV 1970/1971 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
Hamburger SV 1971/1972 Volksparkstadion Stadion am Rothenbaum
FC Bayern München 1971/1972 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
FC Bayern München 1972/1973 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
Kickers Offenbach 1974/1975 Stadion am Bieberer Berg Waldstadion, Frankfurt
Rot-Weiss Essen 1974/1975 Georg-Melches-Stadion Parkstadion, Gelsenkirchen
Fortuna Düsseldorf 1975/1976 Stadion am Flinger Broich Rheinstadion
1. FC Köln 1975/1976 Müngersdorfer Stadion, Köln Radstadion, Köln
TeBe Berlin 1976/1977 Mommsenstadion Olympiastadion, Berlin
Borussia Dortmund 1976/1977 Westfalenstadion Parkstadion, Gelsenkirchen
FC St. Pauli 1977/1978 Millerntor Volksparkstadion
1. FC Kaiserslautern 1978/1979 Betzenberg, Kaiserslautern Südweststadion, Ludwigshafen
Karlsruher SC 1988/1989 Wildparkstadion Frankenstadion Heilbronn
FC St. Pauli 1988/1989 Millerntor Volksparkstadion
FC St. Pauli 1989/1990 Millerntor Volksparkstadion
SG Wattenscheid 09 1990/1991 Lohrheidestadion Ruhrstadion
TSV München 1860 1994/1995 Stadion an der Grünwalder Straße Olympiastadion
Hansa Rostock 1995/1996 Ostseestadion, Rostock Olympiastadion, Berlin
VfL Wolfsburg 2002/2003 VfL-Stadion Volkswagen Arena
TSG Hoffenheim 2008/2009 Carl-Benz-Stadion, Mannheim Rhein-Neckar-Arena, Sinsheim
Bayer Leverkusen 2008/2009 Esprit-Arena, Düsseldorf Bay-Arena Leverkusen

23. April 2013
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Reservierte Vorfreude

Am vergangenen Wochenende durch München zu streifen bedeutete auch, schon an jeder zweiten Kneipe die Aushänge zu sehen, dass man natürlich das Spiel FCB – FCB übertragen werde — aber dringend um Reservierung gebeten werde. Klar, diese Partie ist von der Dimension her vergleichbar mit einem WM- oder EM-Halbfinale, da ja der dortige, lokale Verein („eine regionale Sache“) in dieser Partie antritt. Vergleichbar mit einem WM-Halbfinale, welches aber nicht im Free-TV übertragen wird. Da sind Reservierungen schon mal angezeigt. Mein Gastgeber in jenen Tagen reservierte dann auch schon am Freitag Abend (!) einen Platz für die Übertragung am heutigen Dienstag. Es scheint so, als wenn der Autor dieser Zeilen nicht log, als er davon schrieb, dass man in München bei Spielen im Bezahlfernsehen nirgendwo mehr einen Platz in Kneipen bekomme.

Auch wenn es noch einige Tage hin war, spürte man insbesondere in den diversen Gastronomiebetrieben überall schon diese herrliche Mischung aus Vorfreude und Anspannung, wie auf ein großes Fest, zu dem sich alle schick machen. Noch oszillierte die Stadt nicht zwischen Wahnsinn und Hoffen auf sportlichen Erfolg, aber diese hektische Betriebsamkeit machte sich breit. Es wird sicher eine große sportliche Veranstaltung heute Abend. So wie auch EM-Halbfinals immer große Feste sind mit vorheriger großer Vorfreude. Welche jäh endet, wenn der Gegner nach 20 Minuten 2:0 führt. Das wäre natürlich keinem der Gastronomen zu wünschen, wie auch meinem Gastgeber vom Wochenende in München nicht. Aber das ist der Preis, den man für die Vorfreude zahlen muss: Dass man nicht weiß, wie’s ausgeht — und es kann immer sehr böse ausgehen.

18. April 2013
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Das Geheimnis der schrägen Gehirne

Berge. Sind scheußlich. Stehen im Weg rum, man kann weder dranvorbeilaufen noch dranvorbeischauen. Man kann nicht drumherum laufen, dafür sind sie zu groß. Man muss mühsam rauflaufen, auf der anderen Seite noch mühsamer wieder runter. Bergab laufen ist anstrengender als bergauf. Sehr fies von so einem Berg, dass er in der zweiten Hälfte seiner Überwindung auch noch den anstrengenderen Teil bereithält. Das einzige, was an Bergen gut ist, ist dass man runtergucken kann, wenn man obendrauf ist. Wie erwähnt muss man dafür aber rauflaufen.

Noch schlimmer an den Bergen ist, dass sie nicht eben sind, sondern schräg. Alle Menschen, die in bergigen Regionen aufgewachsen sind, müssen eine andere Hirnstruktur haben als die meinige, welche diese optische Schrägheit immer ausgleicht. Ich verspüre stets ein drängendes Bedürfnis, in bergigen Landschaften die Wasserwaage herauszuholen, und die Landschaft geradezurücken, bis der Horizont endlich horizontal liegt. Was mit Bergen aber in den seltensten Fällen gelingt, nicht einmal in einer Hügellandschaft will dieses Unterfangen von Erfolg gekrönt sein.

Einzige Ausnahme für Berg- und Hügelmenschen, jene mit eingebautem Schrägheits-Korrektor, an denen sie völlig ebene Fläche in ihrem Leben erfahren können, sind natürlich Fußballplätze. Was auf diese Gehirne sehr merkwürdig wirken muss. Schräge Gehirne und plötzlich ebene Flächen — ob da dann irgendetwas aussetzt? Ob dieser Korrektor willentlich abgeschaltet werden kann? Ansonsten überall Schrägheit, wo man hinblickt. Haustür geöffnet, Fuß vor die Tür gesetzt: alles schräg. Rauf auf die Berge: schräg. Runter: schräg.

Komischerweise scheint das keinen Einfluss darauf zu haben, wie gut oder schlecht diese Menschen sich auf einem ebenen Fußballplatz bewegen können. Zwar sind die Holländer besonders gut im Weltfußball zu nennen, und da ist alles eben. Aber es gibt genauso viele Nationalspieler aus Gelsenkirchen (eben) wie aus Bayern (oft, wenn auch nicht überall schräg) und der Bundesdräner högschtpersönlich stammt aus einer äußerst schrägen Gegend. Die Jugendarbeit des VfB Stuttgart soll gar einen besonders guten Ruf genießen. Es scheint also nicht der Fähigkeit abträglich zu sein, auf ebener Fläche möglichst schnell geradeauslaufen zu können, wenn man ansonsten nur Schräges in seinem Alltag um sich herum hat. Dennoch bleibt die Frage spannend: Wie machen diese Gehirne das nur, dass sie plötzlich, für 90 Minuten, alles Schräge aus den Umrechnungen der Wahrnehmung verbannen? Ein Geheimnis, dass nur Bergmenschen erklären können. Vielleicht habe ich heute Abend die Möglichkeit, das mal in Erfahrung zu bringen.

Denn ich fahre heute nach München, bzw. bin gerade schon unterwegs. Und lese dort etwas vor. Kommt doch vorbei, falls Ihr in der Nähe seid, im Stadion an der Schleißheimer Straße. Ich nehme doch schwer an, ich kann meinen Impuls überwinden, die Landschaft gerade ziehen zu wollen und mich auf das Wesentliche für diesen Abend konzentrieren. Dass der Baade rund ist, und der Abend hoffentlich auch.

16. April 2013
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Der schöne Bruno trifft Philipp Maisel

Der schöne Bruno, er hat damals die F-Jugend seines Sohnes trainiert, woraus Thomas Stickroth hervorsprang, „Stickinho“, großer Fußballsportler, unter anderem beim VfL Bochum. Das ist ja auch schön, dass er so erfolgreich wurde. Weniger schön ist, dass sein Vater sich nun als Oberfriseur der Stuttgarter Fußballszene geriert. Mit eigener Sendung.

Nichtsdestotrotz gibt es mit Kick-S seit einiger Zeit ein Magazin, das sich dem lokalen Fußball widmet. Mit Erfolg, würde man sagen, denn es lebt immer noch und wächst und gedeiht.

Dessen Macher Philipp Maisel, der meine Lesung in Stuttgart hervorragend vorbereitet hat, mit allem Pi-Pa-Po, traf jenen unsäglichen schönen Bruno einst auf einem Bolzplatz, wie hier zu sehen und zu hören ist.



Philipp Maisel am Elfmeterpunkt. Und er scheitert. Vielleicht doch bezeichnend für den VfB.

15. April 2013
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Peter Neururer verhaftet

Vor wenigen Minuten wurde Peter Neururer in Bochum von der Sittenpolizei verhaftet. Der Vorwurf lautet sittenwidriges Flohinsohrsetzen und ebenso sittenwidriges Mitdenträumenderfansspielen. So lange Neururer in seiner Biografie oder TV-Schwatzrunden nur über sich selbst inhaltlich widersprüchliche Selbstbeweihräucherungen verbreite, verstoße dies zwar gegen den guten Geschmack, nicht aber gegen die Sitten der Gesellschaft.

Mit der Äußerung, den VfL Bochum wieder zurück in die 1. Liga führen zu wollen und dort einen Platz zwischen dem FC Schalke und Borussia Dortmund einnehmen zu wollen, sei er aber einen Schritt zu weit gegangen. Die Sittenpolizei könne nicht zulassen, dass ohnehin schon arg gebeutelte VfL-Fans nun noch das Träumen beginnen würden von einer Zukunft, die es so nie geben wird. Die Vergangenheit sei vorbei, die Verhältnisse hätten sich geändert, das müsse auch Peter Neururer einsehen. Und bekommt nun Gelegenheit, darüber nachzudenken, ob es angemessen ist, fahrlässig Schabernack mit den Herzen der Fans zu spielen und völlig überzogene Erwartungen zu schüren.

Neururers Einwand, dass schon ganz andere vor ihm Ziele vor sich her gefaselt hätten, welche sie dann nie erreichten, und dennoch keine Probleme mit der Sitte bekommen hätten, ließen die Bochumer Beamten nicht gelten. Dass man anderswo noch realitätsfremder rede als Peter Neururer, sei zwar denkbar, aber nicht wahrscheinlich. Ebenso wenig half Neururers Verweis, dass er ja tatsächlich mit dem VfL Bochum schon einmal in den Europapokal eingezogen war. Neururers Pech: Die Beamten waren zu jung, um sich an diese längst vergangenen Zeiten zu erinnern. Und sein letzter Versuch, sich der Verhaftung mit dem Hinweis zu entziehen, dass selbst Walter Hellmich beim MSV Duisburg mal von der Champions League gesprochen habe, sorgte nur für schallendes Gelächter in den Reihen der Sittenwächter. „Eben!“, beschied man ihm, „eben!“.

Ob die Vorwürfe der mutwilligen Verhohnepiepelung ernsthaft liebender Fans tatsächlich schwer genug wiegen, Neururer dafür jetzt auch mit Konsequenzen zur Verantwortung zu ziehen, wird zunächst mal ein Haftrichter entscheiden müssen.

14. April 2013
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Der Talk mit Kick-S in voller Länge plus Ausschnitt aus der Lesung

Die Sendung „Gleiche Höhe — Im Zweifel für den Fußball“, Folge 4 mit Gastgeber Philipp Maisel und mir gibt’s jetzt in voller Länge in der Mediathek von Pier111.tv.

Das komplette Gespräch mit dem Macher von Kick-S in Bewegtbild und Ton (samt Stuttgarter Strick-Fernsehturm) über den Fußball, das Ruhrgebiet, den manisch-depressiven VfB sowie meine Lesereise.

Dazu am Ende der auch bei 11Freunde zu findende Text aus dem Lesungsprogramm live gelesen.

A bissle isch emmer no besser wia gar nix, gä?

13. April 2013
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Italien! Kamerun! Endlich neue Bestechungsvorwürfe!

Man nimmt gerne an, man habe schon alle Gerüchte rund um die diversen, immer noch in überschaubarer Zahl stattgefunden habenden WM-Turniere gehört. Dass das deutsche 1:0 bei der Schande von Gijon aus einem Nichtangriffspakt resultierte, bestritt ja nicht mal jemand.

Die Gerüchte über umfangreiche Getreide-Lieferungen aus Argentinien nach Peru, welche 1978 im Anschluss an den 6:0-Sieg der Argentinier über Peru stattgefunden haben sollen, sind wohlbekannt. Jenem 6:0, mit welchem Argentinien in seiner Gruppe weiterkam und Brasilien wegen der schlechteren Tordifferenz (+8 zu +5) ausschied.

Gerüchte um Doping bei den Deutschen bei der WM 1954 sind ein ebenso alter Hut wie jene von der WM 1966. Die unglaublichen Schiedsrichterleistungen bei der WM 1934 zugunsten des Gastgebers Italien Allgemeingut, sofern man sich für die Geschichte der Weltmeisterschaften interessiert. Auch das Vordringen Südkoreas ins Halbfinale 2002 umwehen nicht die angenehmsten Düfte. Als eifriger Leser von Harry Valériens WM-Büchern heutigen Medien sind diese Geschichten jedenfalls alle bekannt. Womit man annahm, umfassend über derlei Anwürfe informiert zu sein.

Weit gefehlt! — purzelt da doch plötzlich bei einer der vielen Internet-Safaris immer noch etwas Neues aus dem Monitor:

Italien soll bei der WM 1982 das 1:1 im letzten Spiel der Vorrundengruppe A gegen Kamerun gekauft haben. Das könnte insofern Sinn ergeben, als Italien damit sicher in der 2. Runde war, während ein solches Ergebnis Kamerun ein ehrenhaftes, da ungeschlagenes Ausscheiden von der WM ermöglichte — zu einer Zeit, da Kamerun noch ein echter Zwerg im Weltfußball war, klingt das wie ein nachvollziehbarer Gegenwert.

Neben dem eigentlichen Preis dafür, diese Partie seitens der Italiener zu kaufen, selbstredend.

200.000 Dollar sollen an die Spieler Kameruns geflossen sein, von denen einige zumindest einen Kontakt mit italienischen Spielern im Vorfeld der Partie in Vigo nicht einmal bestreiten. Kameruns Trainer soll trotz der Chance auf ein Weiterkommen — ein Tor mehr als Italien, das bis dahin 0:0 und 1:1 gespielt hatte, und Kamerun wäre in der 2. Runde gewesen — extrem defensiv spielen lassen haben. Als Underdog gegen Italien vielleicht nicht erstaunlich. Wohl aber, dass der Trainer nach Ende der Partie für Medien auf Jahres hinaus nicht mehr zu sprechen war.

Wenig überraschend hingegen, auf welche Weise die FIFA die Vorwürfe damals untersuchte: In Zusammenarbeit mit italienischen (!) und kameruner (!) Funktionären, welche natürlich ein höchstes Interesse daran gehabt haben werden, eine eventuelle Bestechung und Manipulation aufzuklären, wenn sie doch die Initiatoren dieser Vorgehensweise gewesen sein sollen.

Nun, bewiesen wurde nie etwas, auch weil ein Buch, dass die in dieser Richtung recherchierenden Reporter in Italien herausbringen wollten, nie veröffentlicht wurde. Wieso man heute dann trotzdem davon erfährt? Weil es das Archiv des Print-Spiegels gibt, und der Spiegel damals berichtete. Eingang in die herkömmliche Sportberichterstattung fand diese Vermutung offenbar nie, sonst hätte man nicht im Jahr 2013 zum ersten Mal davon gelesen.

Das ganze Stück über ein hierzulande weitgehend unbekanntes Kapitel dubioser Machenschaften bei großen Turnieren findet sich unter dem Titel „Alle zufrieden“.

Dass die Partie nicht wie vereinbart 0:0 ausging, soll übrigens daran gelegen haben, dass Kameruns Torwart Thomas N‘Kono beim Gegentreffer zum 0:1 versehentlich ausrutschte. Woraufhin die Italiener im direkten Gegenzug ohne viel Gegenwehr den Ausgleich zugelassen haben … ähm, sollen.

Da möge sich jeder selbst seine Meinung bilden:



(Längere, aussagekräftigere Highlights.)

Angesichts des Umstands, wie Paolo Rossi vor einem schon leeren Tor und einem sich niedergeworfen habenden Torwart den Ball aus 6 Metern neben das Tor kickt, des Umstands, wie oft an einem ebenfalls leeren Tor vorbeigeköpft wird, kommen schon Zweifel, ob dieses Versagen allein dem Fußballgott zuzuschreiben ist.

Manipulation lässt sich im „Fehlerspiel“ Fußball auf diesem Weg allerdings nie beweisen.

Und andere, am Ende stichhaltige Beweise gibt es keine, nicht zuletzt, weil weder Veranstalter noch (vermeintlich) Betroffene ihr Nest beschmutzen wollten. Und ob all das nun nur eine schlechte Verschwörungstheorie ist oder die Wahrheit, wird man wohl wie bei all den anderen eingangs erwähnten Vorfällen bedauerlicherweise nie erfahren.

12. April 2013
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Und noch’n Tipp: Samstägliche Signierstunde

Ja, es ist aktuell ein wenig viel an Gedöhns außerhalb des Blogs und somit an jenen Orten, zu denen man sich in Fleisch und Blut hinbegeben muss, aber das wird sich Ende Mai dann auch wieder gelegt haben.

Morgen ab 11h gibt’s nämlich eine Signierstunde mit Kees Jaratz und mir. Wer das Buch „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“ von uns, den Autoren signiert haben möchte, hat dazu ab 11h in der Duisburger Buchhandlung Scheuermann die Möglichkeit.

Beste Gelegenheit, sich überhaupt ein Exemplar zuzulegen, sofern man in der Nähe Duisburgs lebt und es schändmöglicherweise bislang noch nicht tat. Der Vormittag bietet natürlich einen guten Anlass, die eine oder andere Frage zu den Inhalten zu beantworten oder von den Erlebnissen bei der Recherche zu berichten.

Weitere Infos bei Kees Jaratz oder natürlich auf der Seite zum Buch.

8. April 2013
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Zwei gude Tipps für heut‘ Abend

Wer in oder in der Nähe von Stuttgart lebt, sollte heute Abend im Regionalfernsehen den Talk von el_pibe12 vom Stuttgarter Fußballmagazin „Kick-S“ verfolgen können, in dem wir uns wie im Bild zu sehen in der Sendung „Gleiche Höhe — Im Zweifel für den Fußball“ über mein generelles Treiben, über die an jenem Abend anstehende Lesung in Stuttgart, über den Ruhrgebietsfußball und im Vergleich dazu die Leistungen des VfB Stuttgart unterhalten.

Kurze Ausschnitte aus der Lesung werden auch drin sein, so dass man sich einen Ohrenabdruck davon machen kann, wie eine dieser Lesungen so läuft. Im Bild kaum zu erkennen, im Bewegtbild hoffentlich dann besser: der fantastische, selbstgestrickte Stuttgarter Fernsehturm, hier eher rechts im Bild hinter el_pibe12, ein absolut faszinierendes Kuriosum. Man munkelt übrigens, dass auch gewisse Prominenz zu Wort kommen könnte.

Wer in oder in der Nähe von Köln lebt, kann hingegen heute gerne zum ebenfalls von der Lesung bekannten Ort in Köln kommen, ins „Kalk für alle“, wo das aus Duisburg stammende famose Fußballquiz seine Kölner Premiere feiert.

Wieder lädt LLCurly ein und als Quizmaster fungiert meine Wenigkeit. Beginn ist um 20h, für die 2€ Teilnahmegebühr gibt’s einen runden Quizabend und eine Anmeldung ist natürlich nicht erforderlich. Dem Sieger gehört ein 5l-Fass Kölsch. Alle weiteren Infos dazu hier.

Ich hoffe, wir sehen uns bei einer von beiden Gelegenheiten. Für alle anderen gibt’s ja heute Abend die Paarung Hertha BSC — Eintracht Braunschweig, was zwar Trost spenden mag, aber kaum gleichwertige Entschädigung sein kann.

7. April 2013
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Markus Babbel wird diese Zeilen nie lesen

Zumindest wird er diese Zeilen dann nie lesen, wenn sie ihm niemand ausdruckt.

Das Bekenntnis der Woche gelang Markus Babbel: „Ich habe kein Internet.“

(Gehört und aufgeschrieben von Chris Kurbjuhn.)

Anders als Uli Hoeneß, der aus dem Jahr 1952 stammt, ist Markus Babbel Jahrgang 1972 und damit eigentlich Atari-, spätestens aber C64-Generation. Babbel entpuppt sich immer mehr als eine der größten Leertröten auf der Orgel, deren Tasten nach den im Geschäft befindlichen Trainern beschriftet sind.

Da ist es doch schade, dass er sein Werk in Hoffenheim nicht vollenden durfte.

Und nein, Internet zu nutzen oder nicht, sagt eigentlich gar nichts darüber aus, wie gut seine Fähigkeiten als Fußballtrainer sind. Eher über die allgemeine Offenheit für Neues und die Fähigkeit, zu erkennen, wo man Vorteile gegenüber seinem Gegner — und nur darum geht es schließlich im Fußball — erlangen könnte. Aber jenen Vorteil oder in dem Fall Nicht-Nachteil lässt Markus Babbel lieber ungenutzt.

7. April 2013
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Another year over

… und noch hat lange kein neues begonnen. Dieses Jahr, diese Saison ist dennoch gestern zu ihrem Ende gekommen, was selbstredend alle übrigen beteiligten Teams gänzlich anders sehen, wenigstens um die paar Euro Fernsehgelder je nach Platzierung geht es noch. Und natürlich darum, seine Fans zu versöhnen, begeistern oder erleichtern. Ohne all das keine Kohle im Säckel und dann auch keinen Spaß auf dem Platz, Ausnahmen davon bestätigen die Regel und sind jetzt nicht das Thema. An ihrem Ende ist die Saison allerdings angekommen, denn am Ende des Tages wollen alle eines: das Spiel und damit die Liga gewinnen.

Another year over, so wie immer, business as usual, der FC Bayern wird Meister, another year over, und wieder kaum einen Menschen glücklich gemacht, obwohl der Fußball das doch so toll könnte. Jubelverbote, weil die Champions League hersoll, außer für Matthias Sammer, der braucht kein Jubelverbot, geht auch so zum Lachen in die Kabine (falls überhaupt) und für das Gros der Bayernsympathisanten kehrt nach einem annus horribilis 2012 wieder Seelenfrieden ein, während alle übrigen Menschen ein Jahr älter geworden sind, und wieder eine Gelegenheit verstreichen lassen mussten, ihre favorisierte Alternative die Meisterschaft gewinnen zu sehen.

Es fühlt sich wirklich surreal an, bei draußen -5°C einen solchen Abschied von der Meisterschaftsentscheidung im Deutschen Fußball zu formulieren. Und dann fällt wieder auf, wie einzigartig dieser Fernglas-Titel in allen möglichen Ausprägungen ist, auch wenn der BVB selbst im Heimspiel noch die Möglichkeit besitzt, den Bayern einige avisierte Rekorde zunichte zu machen.

Wenigstens das bot diese Saison: Futter für die Fetischisten unter den Fußballfans, und da bleibt noch ein Fünkchen Restspannung, ob die Siegesserie auf 12 Spiele ausgebaut wird, ob die perfekte Rückrunde gelingt, der neue Gegentor-Minusrekord aufgestellt und so weiter. Deshalb soll man diese Partien noch spielen, wahrscheinlich gelingt auch das den Bayern der Saison 2013 perfekt.

Beschweren kann man sich also nicht, zumal es sich ja schon seit Monaten ankündigte. Anders als im Slapstick, wo man gerade deshalb lacht, weil man das Ereignis kommen sah, scheint das mit der Freude aber auf diese Weise nicht zu funktionieren. Meisterschaft wieder heimgeholt, Mund abgewischt und ein paar Grimassen bei Twitter eingestellt. Mehr war da nicht. So funktioniert die große Show eigentlich nicht.

Kein Bashing des vermeintlichen Nichtfreuenkönnens: Wenn man höhere Ziele hat, ist das zumindest im Sinne des Erfinders, jetzt nicht weißbiergedauerduscht den Spielbetrieb einzustellen. Eine neue Ära wollen wir aber nicht darin begründet sehen. Einmal in einer, in dieser perfekten Saison alles absahnen, schön und gut. Spätestens im September dieses Jahres, welches nun so fußball-spannungslos dahintreibt, sollte Guardiola allerdings erfahren haben, was es bedeutet, einen Vertrag beim FC Hollywood unterzeichnet zu haben.

Anderenfalls könnte man auf die Idee kommen, umzuschalten.

6. April 2013
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Borussia Mönchengladbach ist das Videoton Székesfehérvár Italiens

Zumindest für einen Italiener ist Borussia Mönchengladbach das jedenfalls, nämlich für den Weltmeistertorwart Gianluigi Buffon. Immerhin macht dieser allerdings Fortschritte:

In Ihrem Buch schreiben Sie, in der Jugend hätte Sie Borussia Mönchengladbach wegen des verteufelt unaussprechlichen Namens fasziniert. Klappt die Aussprache mittlerweile flüssiger?

Buffon: In der Bundesliga läuft es ja wieder besser, und sie sind zurück in Europa. Da hatte ich genug Gelegenheit, meine Aussprache zu verbessern.

2. April 2013
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Feldspielende Torhüter und torhütende Feldspieler

Im Zuge des gestrigen, sehr schönen (im Sinne des Ereignisses, nicht im Sinne der Ästhetik des Tores, wie man hier sieht) Kopfballtores des Torhüters des FC St. Pauli zum Ausgleich in letzter Sekunde sei noch einmal auf die Seite „Torhütende Feldspieler“ verwiesen, welche sich mit den zwei möglichen Skurrilitäten in Bezug auf die Sonderrolle des Torhüters im Fußball beschäftigt.

Torhüter, die im Feld spielen (und evtl. sogar Tore erzielen) und Feldspieler, die das Tor hüten.

Leider scheint dort nicht mehr aktualisiert zu werden. Eigentlich ja ein Fall für eine der hiesigen beliebten Listen, die dann auch aktuell gehalten werden, im Moment finde ich die dortige Seite aber noch zu schick in Bezug auf ihre Idee, um deren Inhalte hierhin zu stibitzen.

Torhütende Feldspieler. Claim: „Die Wahrheit liegt im Fünfmeterraum.“ Naja, die Wahrheit liegt zwar eher, wenn, dann im Netz, aber die Seite dort ist eine dieser Perlen, die es immer seltener gibt. Gefühlt natürlich nur.

30. März 2013
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Glückauf, Schalkefan Matthias

Matthias in der Weide, Betreiber von schalkefan.de, ist plötzlich nach kurzer Krankheit verstorben. Vor drei Tagen wünschte er uns via Twitter noch viel Spaß auf dem #tkruhr, auf dem wir ihn schon ein wenig vermisst hatten.

Das Bild unten zeigt ihn nicht in schwarz-weiß, sondern strahlend im bunten Keller des Spooky’s, wo er in Münster die erste meiner Lesungen außerhalb meiner Wohnregion veranstaltete. Ein gelungener Abend, erst recht schön, dass ich im Anschluss Gelegenheit hatte, länger mit ihm zu plaudern, den ich ihn ohnehin schon als Blogger, als Kommentierer hier im Blog, als Twitterer und auch als aktives Mitglied des Sportbloggernetzwerks kennenlernte.

Auch wenn einzelne Bilder eine Person natürlich nicht umfassend abbilden können, so finde ich das Bild doch sehr passend dafür, in welcher Art ich ihn kennenlernte, an diesem Abend, im Vorfeld und darüberhinaus. Aktiv, gestaltend, zuverlässig und Bleibendes schaffend, ohne dabei je um einen Gag verlegen zu sein. Und mit großer Lust bei dem, was er tat. Ein echter Macher.

Ein längerer Nachruf auf den verstorbenen „Schalkefan.de“ findet sich in seinem Blog.

Der FC Schalke 04, sein Verein in jeglicher Hinsicht, gedachte Matthias in der Weide bei der heutigen Partie gegen die TSG Hoffenheim mit einer Anzeige auf der Videoleinwand, welche Torsten Wieland fotografierte.

Sein plötzlicher Tod bleibt dennoch zunächst unfassbar.

Dass Matthias nun nicht mehr da ist, ist ein so harter wie herber Verlust, obwohl ich ihn nur ein Mal in realiter traf, aber eben oft auf diversen anderen Kanälen sprach. Außerdem war lose geplant, dass wir demnächst ein offenes Bloggertreffen im Revier veranstalten, bei dem es um mehr als nur schnacken gehen sollte.

Er hatte Ideen, Verve und Witz und selten habe ich bislang jemanden kennengelernt, auf den die Vokabel „umtriebig“ so gut passte wie Matthias in der Weide. Ich kam im Blogbereich erst sehr spät mit ihm in Kontakt, obwohl er genau wie ich seit November 2005 mit einem eigenen Blog dabei war, genau wie ich auch davor schon im Netz publizierte, aber als dieser Kontakt einmal existierte, mochte ich vor allem seine Neigung dazu, ganz viel Liebe in seine Aktivitäten zu stecken — ob es jetzt ein kleiner Kommentar in einem anderen Blog war, ob es die Keksnotes waren, die Bundesliga-Rasen-Story, die ausführlichsten Bildergalerien und seine sonstigen Reiseberichte sowie nicht zuletzt seine unterhaltsame Art zu twittern — nicht mehr missen.

Er wird an ganz vielen Ecken im Netz fehlen.

30. März 2013
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Pause meets Özil

Als „Kurzfilm über den jungen Mesut Özil“ wird es angepriesen, wer in den Social-Dingens unterwegs ist, wird dem Werk schon begegnet sein, aber hier lesen ja auch noch viele, die dort nicht vertreten sind.

Als Kurzfilm angepriesen, sind es zwar nur ein paar Spielschnipsel Özils bei einem Jugendturnier und Interviews mit Jogi Löw, Uli Stielike und Guido Buchwald sowie Mesut Özil himself. Das Ganze aufgezeichnet im Jahr 2006, als Löw schon Bundestrainer, aber Özil noch sehr jung war, hat dann aber doch wieder so viel Informationswert, dass man sich die kurzen 9 Minuten gerne geben kann.



Gut, als Schalke-Fan wird man nicht allzu glücklich über die Bilder sein, ansonsten aber auch deshalb sehenswert, weil der kurze Streifen vom Regisseur von „Tom meets Zizou“ stammt und Mesut Özil tatsächlich eine Nuance gelöster in seinen Worten ist als sonst. Eine Mini-Nuance natürlich nur, kaum wahrnehmbar, aber vorhanden.