22. Mai 2006
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Gerade im Schaufenster

Gerade im Schaufenster

„Fußball-Fiebär“ auf einem Frühstücksbrettchen mit Bären drauf. Ein Fenster weiter: Girokonto mit Fußball als Geschenk zur Einrichtung eines solchen. Noch ein Fenster weiter: Konditorei mit Törtchen mit Länderfahnen und Fußbällchen drauf. Dahinter: Plakat-Werbung von West, Zigaretten, jetzt neu mit Länderfahnen auf der Packung. Ein Fenster weiter: Schweißbänder im Ein-Euro-Laden mit Länderfahnen drauf, danach: „Das Wunder von Geislingen“, Plakat im Schaufenster eines Anbieters von Besteck und anderen Silberwaren. Im Anschluss: McDoof mit dem FIFA-WM-Fußball in klein für nur 4,99 Euro. Weiter: Werbung von Plus, Länder-T-shirts jetzt nur 9,99 Euro. Danach Kneipe mit Werbung für die Übertragungen der WM-Spiele. Wer angemalt kommt, kriegt ein Bier umsonst. Nächstes Fenster: Klamottenladen mit Länderfahren in der Auslage. An der Brötchenbude vorbei, überall Deutschlandfahnen innen drin. Am öffentlichen Mülleimer (!) vorbei, Werbung drauf mit WM-Bezug.

Zu Hause angekommen, Rechner angemacht, eigenes Blog geöffnet. Beitrag mit „Germany“ drauf gesehen.

Aaah.

22. Mai 2006
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Germanyland

Ich möchte mal wissen, wer so blöd ist, für Fanutensilien Geld auszugeben, auf denen der Schriftzug „Germany“ prangt.

22. Mai 2006
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Nicht ganz normal

In den 31 anderen Teilnehmerländern der WM werden nun natürlich fleißig Verhaltenstipps für den Aufenthalt in Deutschland angeboten. Die Welt erzählt zum Beispiel von den Tipps, die amerikanische Zeitungen ihren Lesern geben:

„Seien Sie zu Fremden nicht übermäßig freundlich. Die Deutschen werden glauben, daß Sie etwas von ihnen wollen oder nicht ganz normal sind.“

Dafür, dass wir von vielen anderen Nationen als unfreundlich angesehen werden, ist zwar auch ein Grund, dass das Deutsche in einer relativ tiefen Stimmlage gesprochen wird. Vornehmlich ist der Grund daür aber immer noch, dass wir tatsächlich unfreundlich sind. Es kann doch ein jeder ein Liedchen von der unfreundlichen Bedienung in der Kneipe, von dem muffeligen Bahnschaffner und von den schnell davon eilenden Omis singen, die man nur mal eben nach dem Weg fragen wollte. Und von Fremden in der Stadt, in der Warteschlange oder in der U-Bahn angesprochen zu werden, ist für viele immer noch ein Unding. Wir hoffen also, dass die amerikanischen Touristen sich uns anpassen und nicht übermäßig freundlich sein werden. So kann jeder seinen Teil zum Gelingen des großen Festes beitragen.

22. Mai 2006
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Lass die Finger von OWoMoyela

Patrick Owomoyela ist nicht im WM-Kader und im Spiegel sagt er dazu, dass er jetzt „nicht deswegen zum Alkoholiker wird“. Löblich, da kennt man andere Beispiele, Erwin Kostedde, Paul Gascoigne oder Andreas Sassen (†) zum Beispiel.

Vielleicht hätte er aber auch nicht in diesem Interview schon sagen sollen:

„Bei mir ist das Interesse an dem ganzen WM-Wahn, der abseits des Platzes veranstaltet wird, nicht so groß.“

Eine eigentlich sympathische Aussage, so darf man Owomoyela zur Manuel-Friedrich-Fraktion zählen, der sich ebenfalls in seiner Freizeit kaum für Fußball interessiert. Den Werbepartnern mag das aber nicht gefallen haben, dass Owomoyela sich nicht so sehr für das Drumherum interessiert, und er deshalb auf Werbefotos und bei Fußballauftritten häufig irgendwie lustlos aus der Wäsche schaut.

Das würde dem entschlossenen Barden Roberto Huth nie passieren.

21. Mai 2006
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Zur Frage der Nachwuchsförderung

Die deutsche U21-Nationalmannschaft spielte am Mittwoch 2:2 gegen die Niederlande, lag dabei aber bis zur 90. Minute in Front.

„Durch das Remis ist die deutsche U21 nun seit 14 Jahren ohne Niederlage gegen den Nachwuchs aus dem Nachbarland.“

Viel mehr muss man dazu eigentlich nicht mehr sagen. Seit 14 Jahren ungeschlagen gegen Holland — und was nützt es in der A-Nationalmannschaft? Nix.

Deshalb sollten wir auch weiter Abstand davon nehmen, so Nationen wie Ghana, Nigeria, Spanien oder sogar Irland, die im Nachwuchsbereich regelmäßig starke Leistungen und Resultate erzielen, hochzujubeln. Wenn am Ende dann doch nix dabei rauskommt, ist solch eine Serie auch für die Katz.

21. Mai 2006
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ARD-Sportnix

Ich bin kein Blogosphäriker und auch kein Web-Zwo-Nuller. Ich schreibe hier einfach ein bißchen über Fußball, die WM, den Krautsalat als solchen und weiter denke ich nicht darüber nach, in wessen Gesellschaft ich mich beim Bloggen befinde oder welche Ziele ich oder andere damit verfolgen. Natürlich habe ich einige Texte zu diesen Auseinandersetzungen schon gelesen, ich fühle mich da aber nicht angesprochen. Hier schreibe ich einfach über Fußball, weiter nichts. Ich finde es schön, so Seiten wie Finale, Wortwelt [Link leider tot] oder Bolzplatz gefunden zu haben, auf denen, so erscheint es mir, Menschen mit ein wenig Herzblut und ein wenig Schreiberlust über ähnliche Themen schreiben.

Was mir, fern aller Blogo-Dingsbums-Argumentation, nicht gefällt, ist, wenn ein „Profi“ ein Blog startet, und sich dann nicht darum kümmert.

Bei der ARD [Link leider tot] warte ich nun schon seit drei Monaten auf eine Antwort auf meine Frage. Na gut, dann halt nicht. Dann lösch ich die ARD auch wieder aus meiner Linkliste. Natürlich nehme ich nicht an, dass das irgendjemanden interessiert, ob die ARD jetzt in meiner Linkliste ist oder nicht. Mich selbst interessiert es aber schon. Und mich hätte auch immer noch die Antwort auf meine Frage im ARD-Sportblog interessiert.

Unhöflich, sowas.

Sollte einer meiner Leser noch auf eine Antwort auf einen Kommentar hier im Blog warten, bitte ich um Meldung. Sollte eine Antwort auf eine Frage fehlen, habe ich diese Frage lediglich übersehen. Es ist aber keine fehlende gute Kinderstube meinerseits. Ahoi.

20. Mai 2006
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Deutschland, einig Trinkerland

Ich darf mal eben darauf hinweisen, dass das Deutschlandlied, welches den Text zu unserer Nationalhymne darstellt, gar nicht so ernst und pathetisch gemeint war, wie es angesichts der Musik und der Gesichter der Menschen, die der Nationalhymne gerade lauschen, zu vermuten wäre. Wikipedia erzählt mir, dass „das Deutschlandlied von seinem Autor auch als Trinklied verstanden worden [ist], was den Toast auf deutschen Wein, deutsche Frauen und deutschen Sang in der zweiten Strophe erklärt.“

In einer alternativen Textfassung des Texters gibt es nämlich statt jener beider Zeilen:

Blüh‘ im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!

diese beiden Zeilen zu lesen:

Stoßet an und ruft einstimmig:
Hoch das deutsche Vaterland!

Sollte es noch Zweifel gegeben haben, dass auch die Deutschen nicht nur „schaffe“, sondern auch feiern können (und wollen), sind sie nun wohl ausgeräumt. Eine Aktion ähnlich der „Pro 18h“-Aktion lasse ich jetzt aber mal sein. Schlimm genug, dass der DFB gleichzeitig für „Keine Macht den Drogen“ und Brauereien Werbungsträger ist. Da muss ich nicht auch noch zum Singen von Trinkliedern animieren.

19. Mai 2006
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Bankkaufmann bei der örtlichen Sparkasse

Ich bin ja selbst noch nicht besonders weit gekommen. Von „zu Hause“ bis zur Ruhr-Uni in Bochum, dann nach Duisburg. Das sind Entfernungen, die man als guter Läufer auch noch locker an einem Tag zu Fuß zurücklegen könnte. Deshalb hab ich auch kein Recht über Kleinbürgerlichkeiten in anderer Leuts Leben zu lästern. Vor einiger Zeit schon las ich, dass es in Italien durchaus üblich ist, dass die Söhne der Familien bis zum Alter von 25, 26 noch zu Hause bei den Eltern leben und dass das auch niemanden stört. Damit ist ja auch klar, dass diese Jünglinge ebenfalls nicht viel von der Welt sehen, denn entweder arbeiten/studieren sie in der Nähe ihres Elternhauses oder sie sind arbeitslos.

Trotzdem finde ich es bemerkenswert richtig, was Robert Enke in diesem Interview bei den 11 Freunden zu seiner nicht immer glücklich verlaufenen Zeit in Portugal, Spanien und der Türkei sagt:

„Leuten, die noch nie aus ihrem Vorort in Deutschland raus gekommen sind, bin ich in dieser Hinsicht keine Rechenschaft schuldig.“

Natürlich ist es im 3. Jahrtausend nach Christi wesentlich einfacher als in den Zeiten vor Handy und Internet, ins Ausland zu gehen, weil der Kontakt in die Heimat wesentlich leichter (und zuverlässiger zustandekommend) geworden ist. Nichtsdestotrotz ist es nicht leicht, als Anfang 20-jähriger ins Ausland zu gehen und dort als Profi in einer Sportart tätig zu sein.

Denn alle, die auch zur Mannschaft gehören, sind gleichzeitig auch Konkurrenten (bei einem Torwart spitzt sich diese Situation noch zusätzlich zu).

Deshalb habe ich Respekt für Robert Enke, dass er in Istanbul gekündigt hat, obwohl er nicht wusste, wie es weitergehen würde.

19. Mai 2006
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O-Bein-Uwe

Uwe Kamps‘ Saison als Torwarttrainer bei Borussia Mönchengladbach war vorzeitig beendet. Er musste sich operieren lassen, um die O-Beinstellung seiner beiden Stampfer korrigieren zu lassen. Aber muss das wirklich sein? Wie konnte er denn 20 Jahre lang Bundesliga spielen, wenn die O-Beine so schlimm sind?

Schließlich wurde Pierre Littbarski mit solchen O-Beinen Weltmeister, nicht zu vergessen die zwei Vize-Weltmeisterschaften, die er damit errang.

Im aktuellen Kader von Clinsfornia gibt es leider keinen, der eine Beinfehlstellung hat. Schlechtes Omen oder doch eher die Garantie, dass die Pässe auch ankommen?

18. Mai 2006
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Schalke 04 – endlich Meister

Nur kurz nach dem Rausschmiss von Rudi Assauer ist Schalke 04 doch noch Meister geworden, wie auf diesem Bild gut zu sehen ist. Den armen Stumpen- (und Humpen-) Rudi, dessen Lebenstraum es war, mit Schalke einmal Meister zu sein, muss das hart treffen. Da ist er keine Woche geschasst, schon schaffen es die Schalker endlich.

Oh, Moment, ich habe mich im Archivordner vertan. Das war doch schon in den 1930ern.

18. Mai 2006
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Kalauer klauen

Ein bißchen spät gefunden von mir, aber hier gibt es noch einen netten Kalauer von Daily Ivy zu Clinsfornias WM-Kaderzusammenstellung. Ich könnte mir vorstellen, dass dieser Kalauer „DerWoKeineAhnungHat“ gefallen täte. Mir jedenfalls schon.

Außerdem: Fangesänge einer Gastmannschaft der Marke „Ihr könnt nach Hause fahren“ im Stadion der Heimmannschaft sind ein tolles Beispiel dafür, dass das menschliche Gehirn nicht unbedingt die Krone der Schöpfung darstellen muss.

18. Mai 2006
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Nach der "Welt" nun auch Soccamedia

Meine Beiträge scheinen bei immer mehr Leuten Gefallen zu finden. Hat gerade erst die Welt dieses Blog hier zitiert, so finden sich meine Beiträge nun auch bei soccamedia, einem Portal, das sich über die WM hinaus mit Fußball beschäftigt. Und nachdem es erst ein paar Problemchen mit den Anstandsregeln gab, haben wir mit den Jungs gesprochen und festgestellt, dass ihr Anliegen doch ein nachvollziehbares ist.

Content möchten sie haben, den können sie bekommen. In Retour bekomme ich mehr Leser, was ich natürlich eigentlich gar nicht nötig hätte, aber! Man kann ja nie wissen, wozu das gut sein kann.

Jetzt hat jeder die Möglichkeit, seinen Blog-Content bei Soccamedia einstellen zu lassen. Über die Funktion „Blogcast yourself“ kann man auswählen, ob man dort gelistet sein möchte oder nicht. Weil ich natürlich ein kleiner, aufmerksamkeitsgeiler Blogger bin, so wie jeder Blogger, habe ich das gemacht. Dem Zusatz, dass Soccamedia Fußball als etwas „aus dem Bauch raus“ definiert, kann ich mich zwar nicht anschließen, aber dort muss niemand geschwurbelte Non-Sätze des Dummschwätzers erwarten, sondern Beiträge von der Basis. Ganz basal eben.

Wer sich ebenfalls listen lassen möchte, surfe hierhin. Ein gewisser Dr. No ist auch schon dabei. Habe fast das Gefühl, als wenn mir der Name von den Zeiten bei der Blutgrätsche bekannt vorkommt, kann mich aber auch täuschen.

18. Mai 2006
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Es kann nicht jeder Deutscher Meister sein

Jens Nowotny bezeichnet die Nominierung für die WM als seinen „größten Sieg“. Dem ist angesichts seiner Bilanz nach 15 Jahren Bundesliga und so mancher Europapokalsaison nichts hinzuzufügen. Keine einzige Meisterschaft, kein einziger Pokalsieg, kein einziges gar nichts hat Jense je errungen. Traurig, dass für den armen, armen (nur 4,7 Mio Euro Abfindung bei Leverkusen) Jense also diese Nominierung für die WM der größte Sieg seiner Karriere ist. Das ist schon ein bißchen wenig.

Bleibt nur die Frage, warum jemand für solch einen echten Gewinnertyp so viel Geld zum Fenster rausschmeißt. Aber das wird Calli uns wohl nie verraten.

18. Mai 2006
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Könige sitzen nicht nur auf dem Thron…

…sondern auch auf dem von Kostenlos.de verlosten Sitzkissen. Hier gibt es das Ergebnis der drittletzten Ziehung der Gewinner unserer bunten Sitzkissen:

Janett Schnee, Paderborn

Tanja Schoepke, Willich

Marco Schneider, Wilgartswiesen

Ralf Adam, Laatzen

Michael Wergen, Stolberg

Ralf Günter, Hanau

Andrea Gschwendtner, Neumarkt

Birgit Schelzel, München

Maximilian Ahl, Reinheim

Alexander Skripkin, Paderborn

Gleich zwei Gewinner aus Paderborn, der Stadt, dessen Fußballklub einst von Robert Hoyzers Entscheidungen profitierte, und einen Gewinner aus der Geburtststadt Rudi Völlers gibt es zu vermelden: einen Gewinner aus Hanau. Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinnerinnen und Gewinnern, bitte dran denken, Fotos von den Sitzkissen im Einsatz samt Gewinnern sind immer willkommen.

Nach F&T hat uns nun auch Gewinnerin Paula aus Konstanz diese tollen Bilder geschickt. Die ganze (Sieges-)Serie gibt es auf Ihrer Webseite, wo es auch noch etwas freizügigere Bilder zu sehen gibt. Dank an Gewinnerkind Paula für die Bilder.

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Wer selbst so schick auf einem roten, grünen oder schwarzen Sitzkissen sitzen will, ob im Stadion, im Flugzeug oder auf der Kirmes, hat immer noch die Chance, hier an der Verlosung der Sitzkissen teilnehmen. Viel Erfolg.

17. Mai 2006
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Die „Welt“ zu Gast im Blog

Gäbe es das auch online zu sehen, würde ich jetzt an dieser Stelle einen Link parat haben. Offensichtlich war es aber nur in der Printausgabe vom 16. Mai zu sehen, das war gestern. Findige Kollegen haben es gefunden, wie die Bezeichnung schon sagt. Die „Welt“ zitiert dieses Blog, allerdings verstehe ich den Beitrag nicht so ganz. Egal, ein bißchen Viralität schatt‘ nix, deshalb hier für Euch der Scan des Blog-Zitats. Der erwähnte Freund existiert übrigens wirklich, das ist kein Hirngespinst von mir.

[photopress:screenshot_welt.jpg,full,centered]

Und hier noch der Link zum betreffenden Beitrag.