„Legenden“

Listen. Die Kieselsteine unter den Blog- oder auch Medieninhalten. Gleichwohl auch da manches Mal die eine oder andere Perle darunter zu finden ist. Wer also suchet, der findet hier sicher den einen oder anderen Namen, den er noch nicht kannte, den er vielleicht vergessen hatte oder den er nie vergessen wird.

Im ganz bescheiden International Legendary Museum getauften Museum.

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World-Cup-Quiz in 8bit

WM-Zeit heißt wieder, dass allerlei Schrott in schwarz-rot-gold auf den Markt geworfen wird, dass es etliche Werbespots mit manchmal sehr bemühtem Fußballbezug gibt, aber auch, dass das eine oder andere Spielchen aufpoppt, mit dem man etwas mehr Freude hat als mit der Grillzange mit schwarz-rot-goldenem Griff.

Zum Beispiel beim World-Cup-Quiz von 8bit-football, wo in altbekannter 8bit-Grafik 32 WM-Spieler dargestellt und zu erraten sind, jeweils plus dazugehörigem Land.

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Zahl der Woche: 33

Der alte Haudegen Miroslav Klose verrät im Interview mit der Welt, wie niedrig sein Ruhepuls liegt, wenn er komplett austrainiert ist:

Bei 33 Schlägen pro Minute.

Sind das nicht schon Armstrong-eske Dimensionen, in denen man sich Gedanken machen muss? Medizinisch unbeleckt wie man hier ist, ist man da erstmal vor Schreck fast vom Stuhl gefallen.

Ansonsten erzählt der gute Miro mal wieder nicht allzu viel, zumindest eine nicht ganz unwichtige Antwort gibt er dann aber doch:

Frage: Nach der EM 2012 gab es Spekulationen, wonach die Stimmung zwischen den Spielern des FC Bayern und Dortmund nicht so gut gewesen sei.

Klose: Quatsch.

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Die Pest (ist zu Ende)

Wir waren eingeschlossen in einen Raum mit der Bundesliga, die Höchststrafe, ob kafkaesk oder eher camusois, sei dahingestellt, die ihr Wesen verloren hatte. Das perfekte Jahr hatte es nun doch nicht gegeben, bis dahin aber sahen wir Woche für Woche die selbe Aufführung. Ein Entrinnen war allerdings nicht möglich, kein Entkommen aus dieser von außen abgeriegelten Stadt, die einst so lebendig gewesen war. Mit bunten Wendungen, vielerlei Theatern und immer auch wieder Durststrecken, das sei nicht bestritten, aber Durststrecken, deren Ende absehbar war, selbst wenn diese mal wieder Halbserien lang dauerten.

Irgendwann wich jeder Lebensmut aus allen Zuschauern, irgendwann war die Qual kaum noch auszuhalten, und dennoch konnten die Tore der Stadt nicht geöffnet werden. Hier war man geboren, zufällig hereingeraten zu einem ungünstigen Zeitpunkt und nun war man eben mitgefangen. Gehangen noch nicht, aber das erledigte die Pest dann schon selbst.

Als sie sich endlich verzog, hätte man eigentlich jubilieren können, dass das Leben weiterginge. Doch die Pest hatte alle erledigt. Nicht mal mit dem eigentlichen Töten all der fröhlichen Momente, dem rauschhaften Auf und Ab, das sonst hier tobte. Sondern mit der unerträglichen Gleichförmigkeit allen Treibens und dem Ausbleiben von Abwechslung zermürbt. Als die Pest ging, wohl weil nur noch die wirklich Immunen übrig geblieben waren, waren auch diese nur noch wie der Tod selbst, abgestorben alles Lebensbejahende und dann waren die Tore der Stadt wieder geöffnet, aber niemand verspürte mehr die Kraft, noch hinauszugehen.

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Transferbombe! Köln verpflichtet Angela Merkel

Okay, die Schlagzeile stimmt zwar nicht. In einem anderen Land ist Vergleichbares aber gerade Realität geworden.

Die „Sport Boys“ — die Experten wissen natürlich, dass es sich um einen Profi-Club aus Warnes, Santa Cruz in Bolivien handelt — verpflichteten gerade den Präsidenten ihres Landes, den 54-jährigen Evo Morales, für den Kader der kommenden Saison.

Eingesetzt werden soll er jeweils 20 Minuten pro Partie, sofern es ihm sein Terminplan erlaubt, zugegen zu sein. Klingt wie ein Karnevalsscherz, der so nur in Köln umsetzbar wäre. Wenn nicht alles täuscht, handelt es sich aber hierbei nicht um einen Scherz. Und bei den „Sport Boys“ tatsächlich um einen Proficlub der ersten Liga.

Sowie bei Evo Morales um einen echten Fußballer:

The president is said to be fit and very excited with the prospect of playing.

Angst, dass er im Zweifel zurückzieht, müssen die „Sport Boys“ auch nicht haben:

In 2006 he suffered a broken nose in a clash with a goalkeeper.

Der FIFA zeigte er übrigens auch schon mal, was eine Harke ist, als er aus Protest gegen die Entscheidung, keine Spiele mehr in großer Höhe austragen zu dürfen, an einer Partie teilnahm, die in 6.000 Metern Höhe vonstatten ging. Wie man sich erinnert, wurde der Bann der FIFA später aufgeweicht. Die „Sport Boys“ spekulieren auf Morales‘ Durchsetzungskraft auf dem Platz, ist anzunehmen.

Sein Spitzname auf dem Fußballplatz war leider nicht in Erfahrung zu bringen. „Acker“ lautet er wohl nicht, wahrscheinlich „el loco“.

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And the beat goes on …

Schon mal Szenen eines Horrorfilms ohne dazugehörige musikalische Untermalung gesehen? Ist irgendwie meist nicht so richtig in Horror versetzend. Suspense benötigt die Musik oder zumindest den Wechsel von Musik mit plötzlicher Stille. Ähnlich ist es auch beim Fußballschauen. Hier allerdings auch in die umgekehrte Richtung. Nein, keine Sorge, das ist jetzt nicht schon wieder die letztens angeleierte, äh, Leier vom Mitsingen.

Gestern wurde das Pokalfinale im FZW in Dortmund geschaut, einer eigentlichen Disco, mit dementsprechend guter Soundanlage. Obwohl Hunderte Menschen anwesend waren, war auch der Stadionsound stets gut zu hören und man würde sogar behaupten, mit größerer Intensität als das in der Realität der Fall ist, bezogen auf die Bässe nämlich. Die breiten sich zwar auch im Stadion gut aus, von den Trommlern und was da sonst noch Rhythmen schwingt, doch beim gestrigen Schauen waren sie deutlich intensiver zu vernehmen.

Man würde jetzt gerne diese so klischeebeladene Metapher von den Buschtrommeln vermeiden, die ganz anders gefangen nehmen als ein nur dreiminütiger Popsong. Dieses Trommeln mit deutlich lauteren Bässen als im Original führte zu einer offensichtlich reichlich verzerrten Wahrnehmung des Spiels. Es mag auch an den Hunderten Schwarz-Gelben gelegen haben, die vor der Leinwand immer wieder Fangesänge anstimmten. Am Mitsingen aber lag es definitiv nicht, denn das erfolgte ja wie erwähnt nicht.

Doch die echten Experten in Funk und Fernsehen sahen in dieser Partie eine schwache erste Halbzeit des BVB, in der die Roten überlegen waren, während die zweite Halbzeit wohl an den BVB ging und die Verlängerung wiederum an die Bayern, ist hernach zu vernehmen. Insgesamt sei es aber keine Partie auf dem Niveau des Champions-League-Finales gewesen und das nicht einmal annähernd. Eine gewisse Enttäuschung ob der kürzlich erfolgten Entzauberung des Pepschen mag bei dieser Bewertung noch mit reinspielen. Experten sind aber Experten und werden das Spiel so wahrgenommen haben, wie es tatsächlich stattfand.

Nur hatten sie bei dieser Wahrnehmung keine noch viel stärkeren Buschtrommeln als im Stadion im Ohr. Dann nämlich wäre die Partie ein erneut rauschendes Fest gewesen, bei dem es ständig hin- und herging, der BVB zu vielen gefährlichen Szenen kam und natürlich auch die Bayern, durchaus aber auch schon die erste Hälfte eher an Dortmund gegangen war. Sie hätten auch mitbekommen, wie sich der Todesstoß, nach 120 Minuten intensiven durchgebuschtrommelt werden, immer dramatischer ankündigte und wie er schließlich gesetzt wurde. Danach war das Trommeln schlagartig vorbei. Im wahren Afrikaklischee stirbt das so betrommelte Opfer daraufhin irgendeiner Legende nach, weil sein Herzrhythmus sich mit dem Trommeln synchronisiert hatte. Gerade so wie jener der Zuschauer über die 120 Minuten in dieser eigentlichen Arena, in der sonst ohnehin getanzt wird.

Hier hörte das Herz zum Glück nicht auf zu schlagen, die Partie aber, die war zu Ende getrommelt und hatte sich schon erledigt, als Thomas Müller noch den dann finalen Gnadenstoß gab. Der Schlussakkord war Stille, kein Beat mehr in den Körpern der Verlierer, schlicht aus ihm herausgetrommelt.

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DFB — Die Faschisten-Beschützer

Einen Slogan gegen Faschisten mit der Begründung zu verhüllen, dass keine politischen Statements abgegeben werden dürfen, bedeutet, dass der DFB den Faschismus für eine Option in der Politik hält.

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Der Podolski trifft kein Scheunentor

Das folgende Video ist wahrscheinlich eh schon längst viral und jeder kennt es, wie das so ist mit diesen Videos. Aber dieses hier besitzt ja durchaus noch eine Komponente mehr als nur der nächste tolle Freistoß-Trick (welche hier übrigens jedes Mal außerordentlich goutiert werden) oder ein famoses Jubelvideo (welche hier übrigens gar nicht goutiert werden) zu sein.

Hier geht es um das, was Kathrin Müller-Hohenstein letztens ansprach, als sie angesichts ihrer Degradierung aus dem normalen WM-Studio ins Lager der Deutschen hinein für die WM 2014 erwähnte, dass es zur Zeit „allgemein zu viel Häme“ gebe.

Es gibt nicht mehr oder weniger Häme als in allen anderen Zeiten des modernen Menschen. Es gibt nur mehrere Gründe dafür, warum diese plötzlich so sichtbar wird. Einer davon ist übrigens, als klassischer Sender ständig Witzchen und Tweets von irgendwelchen Fuzzis (wie mir) zu zitieren. Andere dieser Gründe werden später diskutiert.

Nun ist der Umgang, den Arsenal London (haha), Per Mertesacker und Lukas Podolski im folgenden Video mit negativen Tweets zeigen, nicht unbedingt auf dem Mist der Beteiligten gewachsen. Die Vorgehensweise bietet aber eine Blaupause, wie sich dies in Zukunft entwickeln könnte und wie sich auch Mimosen im deutschen Fußball übertrieben kritischen Anwürfen gegenüber stellen könnten. Wobei sich hier so viele Meta-Ebenen entwickeln, dass man die nicht mehr alle in diesen Text hineinbekommt. Zumindest nicht, bevor der Leser nicht das Video gesehen hat.



Ich sag mal so: Gefällt mir.

Via OlympiqueMarcel.

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Waren wirklich immer alle vor den WM-Titeln fit?

Wo sind Udo Muras und Uli Hesse, wenn man sie braucht? Oder auch gerne Ihr, die man Euch jetzt braucht.

Jogi Löw, in seiner Rolle als Erwartungenherunterschrauber vor der WM 2014, wird heute in diversen Medien wie folgt zitiert:

Bei den WM-Triumphen 1954, 1974 und 1990 seien stets alle Leistungsträger im Zenit ihres Könnens und ihrer Kraft gewesen, gab Löw zu bedenken – doch diesmal sei das anders.

Quelle: u.a. RPO.

Aber entspricht das überhaupt der Wahrheit? Was für 1954 wohl nicht nur angesichts der beinahe unüberschaubaren möglichen Auswahl an Spielern schwieriger zu beantworten ist, dürfte für die anderen beiden WM-Titel doch aufzulösen sein. Allerdings leider nicht von mir, da war ich selbst 1990 noch zu wenig im Bilde, dass ich später mal ein Fußball-Blog betreiben würde, als dass ich es mir gemerkt hätte.

Waren vor den drei WM-Titeln wirklich alle relevanten Könner, Granden, Spieler fit und im Zenit ihres Könnens?

Auf Anhieb fällt mir Günter Netzer ein, der zumindest nach meiner Erinnerung durchs gesamte Turnier einen ordentlichen Fitness-Rückstand mitschleppte, weshalb er auch kaum zum Einsatz kam.

Gibt es weitere Fälle aus dem Vorfeld der Kadernominierungen dieser drei Turniere, als man auf Spieler verzichtete oder aber unfitte oder formlose durchs Turnier schleppte, wo sie kaum helfen konnten?

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„Das klappt gar nicht“, sagt Jorginho

Wahrscheinlich hat jeder schon überall gelesen, wie es in den letzten Tagen in Brasilien wieder zugeht und wo der Zorn der Massen herkommt. Davon erzählt auch der erste Teil dieses Textes im Tagesspiegel.

Recht unbekannt dürfte aber jener zweite Teil des Textes sein, wie der ehemalige Bundesliga-Star Jorginho mit seiner Fußballschule in Rio de Janeiro und einer nach kurzer Zeit komplett veränderten Vorgehensweise den Mythos vom Fußball/Sport als Heilsbringer für mehr als nur einen aus einer Million entlarvt. Wobei das keine neue Erkenntnis ist, im Falle von Jorginho wird diese aber besonders intensiv illustriert.

Das, was Jorginho mit seiner Fußballschule in Rio da erlebte, sollte man allen hiesigen Sportlern, die Stiftungen gründen, welche dann Kindern in z. B. Südafrika einen neuen Sportplatz bauen und ein paar Trikots hinschicken, ausgiebigst einbleuen.

Wer nicht ganz auf dem Laufenden ist, kann aber den ersten Teil ebenfalls konsumieren.

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Terrorist statt Tottenham

Zugegeben, ein klein wenig ist die Überschrift zurechtgedeichselt, denn die Rede ist im Folgenden nicht von echten Terroristen. Sondern von der „Generation Terrorists“. Das ist keine neue Generation Mensch, so heißt das erste Album der Manic Street Preachers. Was diese Band mit Fußball zu tun hat, erfährt man sogleich.

Immer wieder schauen wir hier bekanntlich auf die konkreten Verbindungen von Musikern zu Fußball, wobei „konkret“ meint, mehr als nur einen WM-Song geschrieben oder als Promi mal einen WM-Tipp abgegeben zu haben. So ähnlich wie bei — ähm — Campino eben, der da wirklich ganz ausgeprägter Liverpool-Fan und auch ein bisschen Fortune ist. Und dies auch lebt, indem er schon mal eine Mark pro verkaufter Platte der Fortuna überlässt, auf dass diese damit einen neuen Spieler kaufe. Was trotz aller Verschlagerung seiner Songs in den letzten Jahren durchaus bemerkenswert ist, in Bezug auf den Fußball.

Aber doch sind hier eher jene Verbindungen gesucht, wie sie bislang gefunden wurden:

Gleichzeitig kann man dabei auch mal illustrieren, wie so eine Internet-Safari abläuft, neudeutsch heißt das wohl „Wilfing“. Es begann mit diesem Tweet von RealTimeWWII, der von deutschen Bombenangriffen auf britische kulturelle und touristische Ziele im Jahr 1942 berichtet. Dabei stieß ich auf das mir bislang unbekannte „Baedeker Blitz“ getaufte Vorgehen der deutschen Luftwaffe, für einen kurzen Zeitraum auch kleinere Städte in England ohne besondere Industrieeinrichtugen zu bombardieren. Die Liste der Städte umfasst Exeter, Bath, Norwich, York und Canterbury. Die einzige Stadt von diesen fünfen, die ich selbst schon mal besuchte, ist Canterbury. Also schaute ich auf deren Wikipedia-Beitrag, ob dort vielleicht zu erfahren war, welche und wie viele Gebäude zerstört worden waren. Mir kam Canterbury bei meinem Besuch nicht gerade wie eine erst kürzlich wieder aufgebaute Stadt vor, im Gegenteil wie ein Ausflug ins architektonisch intakte Mittelalter, nicht umsonst ist die Stadt auch Teil des UNESCO-Welterbes.

Auf der Wiki-Seite zu Canterbury befand sich die Liste berühmter Persönlichkeiten dieser Stadt, welche man dann auch mal so durchstöbert. Ian Fleming stammt aus Canterbury, aha, aber keine Fußballer. Orlando Bloom, soso, und auch ein Mann mit Namen Alexander Minto Hughes mit dem Alias „Judge Dread“. Diesen verwechselte ich mit Judge Dredd, was ich wiederum nur als Filmtitel kannte. Kurz nachgeschaut, nein, Judge Dredd ist einer der erfolgreichsten Comic-Helden in Großbritannien. Dieser wurde zwar 1995 mit Sylvester Stallone verfilmt, da hatte der Film jedoch nur wenig mit der Vorlage zu tun. Großer Fan dieser Comicreihe war aber, erfährt man, Richey Edwards, Gitarrist und Texter der Manic Street Preachers.

In einem seiner Songs nahm Richey Edwards Bezug auf den Comic, genauer bei Judge Yr‘Self, der auch auf dem Soundtrack des Judge-Dredd-Films erscheinen sollte. Daraufhin bedankten sich die Macher von Judge Dredd damit, dass sie in einer Folge einen Charakter sich „4 RALE“ auf die Stirn lasern ließen. Eine unmissverständliche Anspielung auf eine absurde Aktion Richey Edwards‘. Dieser hatte auf einen Reporter, der den Manic Street Preachers vorwarf, gar keine richtigen(TM) Punks zu sein, mit der Aktion reagiert, sich vor dessen Augen in großen Lettern „4 REAL“ mit einer Rasierklinge in den Arm zu ritzen. Selbstverletztendes Verhalten in dieser Intensität ist allerdings alles andere als heroisch oder gar cool, sondern krank. Bevor man jetzt die Frage diskutiert, warum so viele Künstler krank sind, also die Henne-Ei-Frage aufwirft, ob sie nicht vielleicht künstlerischen Ausdruck rauslassen, weil sie krank sind, geht es dann doch weiter mit der Geschichte in Bezug auf Musiker und Fußball.

Jene Band nämlich, die Manic Street Preachers, verfügt über zweierlei Bezug zum Fußball: Ihr späterer Bassist Nicky Wire war nicht nur Spieler der walisischen Schülernationalmannschaft im Fußball, er war sogar ihr Kapitän. Im Alter von 16 Jahren hatte er Angebote von Arsenal und Tottenham zu einem Probetraining zu kommen. Aber ach, das Knie, das Knie, das heilt ja nie, zog er sich vorher eine Verletzung zu und aus war’s mit dem Fußball. Stattdessen wurde er Teilen der Welt eben als Songwriter und Musiker der Manic Street Preachers bekannt.

Zweiter Bezug zum Fußball ist jener, dass die Manic Street Preachers bei manchen Konzerten tatsächlich Mitglieder der Chelsea Headhunters, einer Firm, einer Gruppe von Hooligans des FC Chelsea (oder fußballhipstergemäß Chelsea F.C.) also, die Aufgabe als Ordner bei manchen ihrer Konzerte übertrugen. Von größeren Problemen deswegen ist nichts zu lesen, das kann aber im Detail durchaus anders gewesen sein. Wie dieser Kontakt zustande kam, ist auch nicht bekannt.

Spannend, wie eine Knieverletzung die Weichen im Leben verändern kann. Glücklich, wer sich eine solche Alternative zusammenbastelt.

Traurige Schlussnotiz jedoch: Richey Edwards, der so charismatische Texter, der 1995 urplötzlich verschwand und nicht mehr aufzufinden war, wurde 2008 schließlich für tot erklärt. Was ich bislang nicht wusste: Er war nicht einfach aus einem Hotel verschwunden und wie vom Erdboden verschluckt, was ja ohne die noch folgende Information einfach ein sehr geheimnisvoller Vorgang zu sein schein, der zu seinem verschrobenen Wesen passte. Nein, man fand damals auch sein Auto neben der 47 Meter hohen Severn-Brücke über den Bristol-Kanal, einem neuralgischen Punkt für Suizidwillige. Eine Leiche wurde allerdings nie entdeckt, weshalb er bzw. sein Konto bis er im Jahr 2008 schließlich offiziell für „vermutlich tot“ (presumed dead) erklärt wurde, weiterhin 25% der Tantiemen der Manic Street Preachers erhielt.

Die Manic Street Preachers aber machten auch nach seinem Ableben weiter, wie man weiß, und statt Tottenham oder Arsenal wurde es dann eben eine andere Karriere als Profi. Als Profi-Musiker.

Kleiner Schlenker zurück zur Verbindung zum Fußball: Aufgrund dieser Vorgeschichte erstaunt es nicht, dass man die Manic Street Preachers letztens in die englische TV-Sendung „Soccer AM“ einlud, bei der jeden Samstag Vormittag ein bisschen Fußball-Comedy und Fußball-Talk getrieben werden. Nicht alles auf der Insel ist gut oder gar besser, definitiv aber der Humor.

Hier der Auftritt der Manic Street Preachers bei Soccer AM, mit dem Ex-Kapitän der Schülernationalmannschaft von Wales, Nicky Wire mit seinen Bandkollegen. Das ist dann doch einfach eine andere Kategorie als jene im vorigen Beitrag …

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Kostenlos mehr Ekstase

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, aber die Saison in der Liga jenes Vereins, für den ich zum ersten Mal eine Dauerkarte erworben habe, ist so gut wie gegessen. Es soll auch kein sportliches Fazit werden, sondern eines, das das Resultat meines kleinen Experimentes zusammenfasst. Eingeleitet wurde dieses mit dem Text „Sanfte Bande Sangesstunde Stadion“, in dem ich ankündigte, für die kommende Saison alles mitzusingen, was das Reservoir an Anfeuerungen, auch Schmähungen bereithält und natürlich sowieso alle Einlauf- und sonstigen Musikstücke, z. B. nach Torerfolgen oder in der Halbzeitpause.

Das Fazit ist so kurz wie positiv: ich habe den Fußball völlig neu für mich entdeckt.

Das gesamte Stadionerlebnis ist deutlich intensiver in allen Bereichen, die man sich für ein soziales Wesen wie es der Mensch eines ist, denken kann: Mehr Anteilnahme, größere Ausschläge der Empfindungen, intensivere Freude wie auch Trauer, sogar zur einen oder anderen Schiedsrichterbeschimpfung lässt man sich, einmal beim Mitsingen dabei, hinreißen und auch wenn Anteilnahme eigentlich das Selbe bedeutet: das Mitfiebern ist schlicht viel intensiver, ebenso wie die Verbundenheit mit dem Rest des Publikums, den Akteuren und der Idee des Vereins.

Wie das funktioniert, ist in dem oben verlinkten Text erläutert. Dass es eine solch starke Auswirkung aufs Stadionerlebnis haben würde, hätte ich allerdings nicht vermutet. Von jetzt an bin ich auch immer pünktlich 30 Minuten vor Anpfiff im Stadion, um alle einleitenden Songs mitzuträllern und muss keinen Pfennig mehr bezahlen, erlebe die Spiele aber doch viel intensiver.

Da ist man 30 Jahre lang der akademische Snob aus weißer Mittelklasse mit Stock im Arsch und singt fast nie mit, außer bei Aufstiegen oder Pokalsiegen. Weiß aber nicht, um welche Intensitäten man sich mit dieser Verweigerung bringt. Kann man jedem nur empfehlen, der lediglich als schweigender Zuschauer seinen Genuss pflegt, auch wenn das Erlebnis dann etwas roher, ungeschliffener und vielleicht auch etwas überwältigender wird, was ja nicht allen Menschen immer so zusagt.

Ein stumm bleibende Ansammlung von Fußballzuschauern, wird sich jedenfalls subjektiv nie so beteiligt empfinden wie eine singende Masse, gleichwohl die Zahl der Untersuchungseinheiten hier mit 1 (einer) ein wenig klein war, um allgemein gültige Aussagen zu treffen.

Dass Singen verbindet und auch die Chemie im Körper verändert, daran dürften Menschen, die in Kirchen, Chören, auf Konzerten oder zu Geburtstagen mit anderen Menschen zusammen singen, aber ohnehin keine Zweifel hegen.

Angenehm auch, dass im Stadion, anders als in einem Chor, niemanden interessiert, ob man überhaupt singen kann. Es reicht, wenn man für sich so ein bisschen mitsingt, vielleicht auch eher -gröhlt, ohne die Stehnachbarn mit allzu schiefen Lauten zu belästigen.

Ein tolles Fazit eines gelungenen Experimentes, das man im eigenen Interesse schon mal einige Jahrzehnte eher hätte durchführen sollen. Dessen Resultat dennoch komplett positiv zu bewerten ist.

So, wann ist die nächste Messe, äh, das nächste Spiel?

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Burrda ist kein Paradiesvogel

Burrda — das ist kein Tippfehler beim Versuch, ein deutsches Verlagshaus in die Tastatur zu „hacken“, wie man im Mittelhochdeutschen sagte. Burrda ist ein Sportartikelhersteller oder zumindest ein Verkäufer von solchen. Eine Weltmeisterschaft im Fußball ist ja trotz der Vorherrschaft der „Big Zweieinhalb“ auch immer ein Tummelplatz für einige, oft spannende Exoten. Mehr jedenfalls als eine Europameisterschaft. Man erinnert sich gerne an das Rätselraten vor der letzten WM 2010 in Südafrika, wer denn nun überhaupt die Trikots, Hosen und Stutzen, nicht zu vergessen „Trainingsanzüge“, wie man im Frühmitteldeutschen sagte, für die Volksrepublik Nordkorea stellen würde. Am Ende ging zumindest das Gerücht umher, dass niemand der Ausrüster von Nordkorea sei und die dortigen Verantwortlichen die Trikots, Hosen und so weiter einfach bei einem kleinen Anbieter im Internet bestellt hätten. Ob das ein „Hoax“ (spätes Nordtiefenglisch) war oder der Wahrheit entsprach, ist dem Gedächtnis nicht mehr zu entnehmen, soll aber ohnehin hier nicht das Thema sein.

Sondern: Burrda.

Besser: Burrdasports, wie sie sich wohl komplett nennen. Wer es nicht kennt: das Logo findet sich hier. Dieser Ausrüster ist tatsächlich Ausrüster eines der WM-Teilnehmer, allerdings keines Exoten, oder nur dann, wenn man das Etikett eines „Geheimfavoriten“ als exotisch empfindet. Burrda ist der Ausrüster der Nationalmannschaft von Belgien. Und das bereits seit dem Jahr 2010.

Toll!, denkt sich da der Liebhaber, endlich mal etwas Anderes als einer der „Big Zweieinhalb“ und dann auch noch bei einem Land mitten in Europa. Weitere Exoten bei der kommenden WM 2014 umfassen übrigens die Hersteller Lotto (Costa Rica), Marathon (Ecuador) oder das hier zwar bekannte, aber sehr selten bei einer WM vertretene Uhlsport (Iran). Doch Burrda, das kennt man selbst als Freund der Exotik bei Ausrüstern nicht.

Bei genauem Hinsehen verfliegt die Freude über so viel Exotik in Belgien aber recht schnell. Exotik, über die man sich ja nicht um der reinen Exotik willen freut, sondern aus Gründen der Abwechslung und der Vielfalt heraus, die das Duopol (plus ein halbes) der Ausrüster im großen Fußball durchbricht.

Die Freude verfliegt, denn Burrda ist nur ein weiteres Kapitel des Eindringens katarischer Akteure in den Weltfußball. Der Hauptsitz von Burrda befindet sich zwar in der Schweiz in Genf. Gründer und Betreiber sind aber laut einem auch ansonsten sehr lesenswerten Text über die FIFA-Machenschaften in der NZZ Kataris:

Katar bezahlt auch Laurent Platini, den Sohn, den früheren PSG-Anwalt, der heute CEO der katarischen Sportartikel-Kette Burrda ist.

Belgien also in Klamotten aus Katar, wohl eher nicht von den Scheichs selbst zusammengestrickt.

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Most unsung hero

Heute eine ganz einfache Frage, Aufgabe. Wer ist Euer most unsung hero der Bundesliga, in Eurem Team, vielleicht in einem anderen Team? Welcher Spieler fällt Euch ein, wenn es um die geht, die oft sehr gute Leistungen brachten, aber mehrheitlich im Schatten standen? Kurz: Wer ist Euer most unsung hero?

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Feuchter Traum Panini-Album vom eigenen Team

Der feuchte Traum eines jeden Hobbyfußballers geht gerade in Bremen in Erfüllung. Dort bastelte sich die Mannschaft „Interruptus Connection“, Teilnehmer der Bremer Wilden Liga, ein Panini-Album von der eigenen Mannschaft selbst. Famose Idee und offenbar auch in der Umsetzung gelungen.

Jetzt müsste man das nur noch als Geschäftsidee allen Millionen anderen Hobbyteams der Welt ermöglichen, und schon müsste man nie wieder arbeiten, könnte stattdessen faul im Sessel seine Panini-Sammelbildchen durchgehen und noch mal durchgehen und noch mal. Wenn man mit dem Zählen der Geldscheine fertig ist, versteht sich.

Denn solch ein Panini-Album vom eigenen Team, da sabbern doch alle Hobbyfußballer schon allein beim Hören der Idee.

Zur Umsetzung geht’s hier.

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Wer nicht meint, der — schlief wohl schon

Die Fraktionen sind mal wieder unterschiedlicher Auffassungen, wie das so ihr Naturell ist.

Lieber einen authentischen, auch mal polemischen Klopp als immer nur die weich gespülten leeren Antworten im Profifußball, auf der einen Seite. Dass er die Frage mit anderem Naturell, einem Tick mehr Souveränität beispielsweise, auch problemlos liegen lassen, im Sinne von dran vorbeigehen und normal antworten könnte, auf der anderen Seite.

Beides mag zutreffen, es stammt aber Beides aus des Fußballfans in dieser Epoche zweitliebsten Kind, nach dem Aufzählen der Prozentzahl der versuchten, aber angekommenen Fehlpässe: der Küchenpsychologie. Wichtiger war an der Angelegenheit, dass man, so wie mittlerweile schon fast im Rhythmus englischer Wochen, mal wieder so richtig eine Meinung haben durfte.

Denn Rummeinen erhöht schließlich den Rummeinenden, mindestens in den Abend, und ist der eigentliche Zweck allen Drumherums des Fußballschauens. Beste Unterhaltung. Und man meint dazu fast, ein nassforscher Fragensteller habe etwas zu deutlich gegrinst, um diesen Unterhaltungsfaktor noch verneinen zu können. Die Rummeinenden hat das aber nicht gestört, es wurde ausgiebig rumgemeint. Ein schöner, runder Fußballabend also.

Aufmerksame Beobachter hatten ohnehin schon dunkel geahnt, dass es nur ums Meinen gehen würde, und nicht ums Spiel. Oliver Kahn war schließlich auch eingeladen. Was aber auch nur eine Meinung ist.

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In memoriam Schalkefan.de

Ein Jahr ist es her, dass Matthias in der Weide plötzlich aus dem Leben schied. In Vergessenheit ist er natürlich nicht geraten. Sein Blog aber, all die über 1000 Texte, welche er seit 2005 verfasst hatte, muss seitdem ohne ihn auskommen. Und man sieht wieder einmal, wie wenig ersetzlich jeder Einzelne dann doch ist. Nämlich gar nicht.

Ich habe mir erlaubt, einige der aus meiner Sicht besten oder typischsten Texte aus seinem Blogtreiben zu kuratieren, denn das Blog kannte und mochte ich. Den Menschen Matthias in der Weide zu würdigen, das kann ich mir nicht anmaßen, es bei jenem Teil des Menschen, mit dem wir zu tun hatten, aber versuchen: den Blogger Schalkefan.de.

Das Folgende ist ein nur kleiner Ausschnitt aus seinem Wirken, das ja thematisch über die Grenzen des FC Schalke 04 hinausging, anderenfalls wäre er wohl kaum so Fußball-Blogosquariums-weit bekannt geworden.

Doch wie der URL unschwer verrät, war das Blog von www.schalkefan.de in erster Linie eines über jenen Club, in dessen Fanclub „Monesteria“ — nach dem lateinischen Namen seines Wohnorts Münster benannt — er Mitglied und Webmaster war.

Die Auswahl ist natürlich völlig subjektiv und jeder andere, der unterschiedliche Schwerpunkte mit Matthias‘ Blog verband, würde sicher zu einem anderen Ergebnis kommen.

Am meisten Aufmerksamkeit erhielt sein Schalker-Krisen Bullshit-Bingo, mit dem es die Ideen aus Matthias‘ Hirn bis in eine Sendung von einem Bezahlsender brachten, wo diverse Schalker Protagonisten mit diesem Bullshit-Bingo konfrontiert wurden und ein wahrer Massen-Ansturm auf sein Blog losbrach. Dieses Bingo, welches ihm von anderen Medien als Verspottung seines eigenen Clubs ausgelegt wurde. Was nicht in seinem Sinne war, wie er sich hier zu diesem „Hype“ erklärte.

Der Bezahlsender war nicht der einzige, der seine Inhalte nutzte. Zeit online lud ihn ein Mal, zwei Mal, drei Mal als Twitter-Reporter auf Schalke ein, Antenne Münster sprach mit ihm über seinen Fanclub, die ARD-Sportschau erkundigte sich nach seiner Meinung.

Auch als Fan muss schließlich das Objekt der Liebe nicht ständig beweihräuchert werden: So fand er einrahmungswürdige Worte zum Revierderby im Allgemeinen oder Kritik am Schalker Ticketverkauf im Besonderen.

Zu Anfang bloggte er so wie viele Blogger jener Zeit, mal einen Gag einstreuend, den man später bei Twitter gebracht hätte, ganz Kind der Generation C-64 eben und ins Bloggen einfach so reingeschwommen und -gewachsen. Damals waren auch noch selbst entdeckte Deppenapostrophen en vogue.

Als solcher Pixelheld der ersten Stunden wurde er auch in seinem Blog oft als Gestalter aktiv, wie mit diesem Schaubild aller Erstrundenspiele des FC Schalke im DFB-Pokal oder mit jenem Bild, das auch völlig ohne Worte auskäme.

2005 gegründet, war das noch rechzeitig für den Schalkefan, um auch bei der WM 2006 im Stadion anwesend zu sein und davon im Blog berichten zu können. Mit der Partie Trinidad & Tobago gegen Schweden zufälligerweise bei der selben Partie wie ich, was wir nicht voneinander ahnten. Anders, als sich später beim Pokalfinale 2011 dieser Umstand noch einmal wiederholen sollte. Zu diesem Anlass — des Finales, nicht der gemeinsamen Anwesenheit — hatte er die Aktion @finales04 ins Leben gerufen: Schalke-Fans berichteten über einen gemeinsamen Twitteraccount von ihren Vorbereitungen rund um jenes Pokalfinale.

Natürlich verfolgte er in erster Linie seinen Club intensiv — und häufig auch auswärts. So ist der Bericht vom Spiel in und vor allem der Reise nach Bilbao besonders in Erinnerung geblieben. Oder jener Moment, als er die Schalker Spieler auf dem Rückweg von einem Spiel beim Hamburger SV bei einem Burgerbrater erwischte.

Stationen wie Assauers Rücktritt oder Slomkas Vertragsverlängerung kommen selbstredend ebenso vor, die Personalien Özil, Neuer, Kuranyi, Rafinha oder Rangnick werden stets mit angemessener Tiefe und Fairness diskutiert. Als Mitglied des Fanclubs Monasteria erhielt er auch immer wieder die Gelegenheit, dortige Besuche von Schalke-Profis zu Exklusiv-Interviews, hier mit Joel Matip zu nutzen.

Es waren aber auch die typischen Geschichten rund ums Fanleben, die man sich in Fußballblogs erzählt, die Matthias in seinem Blog kredenzte. Eine davon firmiert unter dem Titel „Bist Du Schalke, Junge?“, eine andere ist jene, als er mal einen Hals auf Kevin-Prince Boateng hatte.

Dazu kamen die vielen Ausflüge in die nur für Außenstehende grauen Hallen der Statistiken, gar nicht mal immer zum Thema Schalke. Hier ein virtuelles Teilnehmerfeld des Europapokals der Pokalsieger, die deutsche Nationalmannschaft nach Geburtsorten oder dann doch mit Blick auf seinen Verein: alle deutschen Schalker Nationalspieler.

Und ganz besonders typisch für sein Blog — bei seiner ausgeprägten Fähigkeit zum Socializen und Dinge auf die Beine zu stellen — die vielen Aktionen voller Charme für Liebhaber des Fußballs und des Bloggens, von denen nur zwei genannt sein wollen.

Das herrliche Analogbloggen von der EM 2012, zu der die halbe Fußballbloggerschaft ihre Bierdeckel und Zettelchen einreichte. Und seine „Retter-Aktion“ für den Bundesliga-Rasen in Münster, der noch original aus dem Jahr 1963 stammte, aus der so viel Herzblut für den Fußball spricht, dass sie es bis zu einem eigenen Beitrag in der 11Freunde brachte.

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