Die Stimme von Jean-Luc Picard ist tot

Die Stimme von Jean-Luc Picard ist tot, das heißt, sein deutschsprachiger Synchronsprecher. Rolf Schult verstarb vor wenigen Tagen in München. Die Stimme von Bitburger ist damit auch Geschichte. Dachte ich zunächst. Doch wie sich herausstellt, ist die Stimme von Jean-Luc Picard aller Wahrscheinlichkeit nach nicht die Stimme des Bitburger-Spots, der häufig vor Fußballspielen im ÖR präsentiert wird. Weite Felder, saubere Seen und so, man erinnert sich.

Dass man die Stimmen dieser beiden unterschiedlichen Sprecher zum Verwechseln ähnlich findet, man sie quasi überhaupt nicht unterscheiden kann, hat allerdings einen naheliegenden Grund. Rolf Schults Sohn Christian Schult ist ebenfalls von Beruf Sprecher und sprach unter Anderem den Bitburger-Spot. Die Verwechslungsgefahr demonstriert dieses Video übrigens aufs Vorzüglichste.



Christian Schult sprach damit ebenso wahrscheinlich jenen Spot, den man eine zeitlang, heute wohl nicht mehr, rund um die Spiele der Nationalmannschaft sah. „Más integración“, wünscht die Stimme da aus dem Off, nachdem sie zuvor erklärt, was all diese Menschen, die sich da zum Grillen eingefunden haben, teilen: Dass ihre Kinder in der deutschen Nationalelf spielen. „Wahrscheinlich“ ist es Christian Schult, da mir Sönke Wortmanns Firma „Little Sharks“, die den DFB-Spot produzierte, nicht auf meine Email mit der Frage danach antwortete, wie denn der Sprecher dieses Spots heiße.

Dass übrigens die Eltern Bajramaj und die Eltern Okoyino da Mbabi beim Grillen im Garten dabei sind, wurde nie irgendwo erwähnt, es sich also auch um die Eltern von Spielerinnen der Frauen-Nationalmannschaft handelt, neben Familie Asamoah und derer Metzelders und Mertesackers. Schade eigentlich, hätte man doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können: integración und igualdad de género. Sei’s drum, oft wird einem genau das ja zum Vorwurf gemacht: Wenn man zu bemüht zu viel auf einmal will.

Wieso Rolf Schults Tod und der DFB-Spot zur Integration hier überhaupt ein Thema sind, nun, um das zu verstehen sollte man am besten die Halbzeitpause eines der kommenden Lesetermine erleben. Am Mittwoch in Stuttgart, am Sonntag in Wiesbaden.

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Sanfte Bande Sangesstunde Stadion

Ich glaube, das ist eher selten für Stadiongänger, deshalb sag ich es noch mal dazu. Ich fühle mich ziemlich unwohl, zu infantil und irgendwie auch zu uncool damit — im nüchternen Zustand — als erwachsener Mann in einem Stadion laut zu schreien oder auch nur zu singen. Die Buchstaben des Vereinsnamens zum Beispiel, die Vereinshymne kommen mir nur ganz schwer und allzu häufig gar nicht über die Lippen. Typischer, verklemmter Mitteleuropäer mit Stock und so weiter. Rumgröhlen geht gar nicht. Ein schlechtes Gewissen wegen mangelnder Anfeuerung verspüre ich dabei allerdings nicht, empfinde ich alleine meine Anwesenheit gegen Geld schon als mehr als ausreichende Motivationsspritze für die Spieler. Doch gesungen wird von mir für gewöhnlich nicht.

Womöglich habe ich mich selbst mit diesem Verhalten jahrzehntelang einer viel größeren Intensität des Stadionerlebnisses beraubt. Denn letztens lief mir die folgende Information zu.

When people sing together, a hormone called oxytocin makes people feel trust and intimacy.

Wenn Menschen zusammen singen, sorgt das Hormon Oxytocin dafür, dass sie Vertrauen und Intimität empfinden.

O, Halleluja!

Oxytocin ist tatsächlich ziemlich wichtig beim Wohlfühlen, wird unter Anderem auch beim Kuscheln mit anderen (Menschen?) ausgeschüttet und so weiter. Trust and intimacy werden verstärkt, also Vertrauen und Intimität. Vertrauen und Intimität sind nicht das Selbe wie Euphorie und Freude. Aber natürlich tut es gut, wenn man Vertrauen und Intimität spürt. Das ist ohnehin eine immer noch betörende Komponente eines Stadionbesuchs: die nicht nur eingebildete Intimität, allein durchs Zusammenstehen mit anderen Menschen. Das soll aber Thema eines anderen Beitrags sein.

Beim letzten Stadionbesuch hab ich dann alles mitgesungen, was geht: Alle drei verschiedenen Vereinshymnen, alle Variationen des Vereinsnamens und auch alle weiteren Gesänge wie „Steht auf, wenn Ihr xyz seid“ oder „Schießt ein Tor für uns“, einfach alles, was man so singt. Und da das Spiel lange auf des Messers Schneide stand, wurde viel gesungen. Es war ein Experiment und ich wollte eben alles mitsingen, in Oxytocin baden und sehen, ob ich mich anders fühle als an den anderen Tagen.

Und was soll ich sagen: Ich fühlte mich wirklich dem Ereignis näher als zu anderen Gelegenheiten als meist stummer Beobachter. Ich spürte ein intensiveres Gefühl, wirklich teilzuhaben als sonst und nicht zuletzt: Ich vertraute mehr darauf, dass in der wie erwähnt lange unentschiedenen Partie dem favorisierten Team der Siegtreffer noch gelingen würde.

Was schließlich auch geschah, ein knappes, ein glückliches 1:0 wurde es am Ende, was natürlich die bislang einmalige empirische Beobachtung ein wenig verfälscht, schließlich fühlt man sich im Anschluss an einen Sieg immer besser, oxytocinierter als ohne einen solchen. Und ob der Rückblick in Bezug auf meine Vertrauensseligkeit bevor das Tor fiel nicht trügt, kann ich auch nur schwer beurteilen.

Es gilt also weitere Proben aufs Exempel zu nehmen, und auch bei Remis und Niederlagen künftig alles mitzusingen und zu -schmettern und zu sehen, wie das dann wirkt in punkto trust and intimacy.

*

Das alles führt uns aber auch zur Frage, ob es nicht vielleicht doch nicht ganz so belächelnswert ist, wie man (auch hier) eigentlich immer annimmt, ob die Nationalspieler die Nationalhymne mitsingen sollten oder nicht. Mag sein, dass Oxytocin nur bei positiv besetzten Musikstücken ausgeschüttet wird, da müsste man jetzt mehr ins Detail gehen. Niemand wird aber daran zweifeln, dass es nur förderlich sein kann, wenn die Spieler Vertrauen spüren. Wessen Vertrauen, ob das der Zuschauer, Mitspieler oder das so häufig eingeforderte des Trainers, spielt dabei gar keine Rolle. Jaja, Spaniens Hymne hat gar keinen Text und trotzdem sind sie momentan Erster-Alles. Doch man sollte nichts unversucht lassen, um genau diesen status quo zu ändern. Also geht’s raus und singt’s gefälligst ab sofort, ihr Migrantenkinderlein. Könnt ja nen anderen Text nehmen.

Wie’s bei mir demnächst wirkt, auch bei Remis und Niederlagen, ich werde berichten.

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Klugscheißer hat niemand lieb

Boris Herrmann berichtet, wieder fürs SZ-Magazin unter „Die Nummer eins der Fußballkneipen: die Zockerbude“, wie es so ist, wenn man an einem Wochentag in einer Großstadt Champions League schauen möchte.

Seit es im Netz die schlauen Taktik-Seiten wie spielverlagerung.de gibt, sitzen in den Kneipen leider sehr viele Taktik-Schlaumeier, die 90 Minuten ungefragt referieren, weshalb die gewohnte Fluidität des FC Barcelona im Spiel gegen Milan aufgrund der leicht zu übergebenden situativen Manndeckungen des Gegners und dessen flexibler 4-5-1 Taktik gar keine Chance hatte, gewohnt fluide zu sein.

Und rauchen darf man auch nicht mehr.

Kann ich zum Glück nicht bestätigen. Weder wird man von Taktikexperten zugetextet noch ist es, wie er im weiteren Text erwähnt, schwierig, irgendwo einen Platz zum Fußballschauen in Kneipen zu bekommen. Problematischer sind da schon die Auswirkungen des aufmerksamen Studiums von Collinas Erben, denn plötzlich kann man nicht mehr einstimmen in den Chor all jener, die den Schiri für einen Depp halten und dies lautstark kundtun, nur weil er gegen die favorisierte Mannschaft entschieden hat. Wissen, einmal erworben, kann man schlecht bewusst löschen. Insofern ist vor dem Konsum von Collinas Erben ausdrücklich zu warnen — sofern man weiterhin dumpf ohne jegliche Regelkenntnis vor sich hinpalavern will. Tut ja auch mal ganz gut und soll für viele bekanntlich der Hauptzweck sein, wenn man zum Fußball(gucken) geht. Dennoch kann das niemand mit einigermaßen ausgeprägter Neugier auf Fußball wollen, ohne Regelkenntnis zu bleiben. Auf der anderen Seite läuft man mit dem gesammelten Wissen aus den Folgen von Collinas Erben ebenso bedauerlicherweise Gefahr, selbst einer dieser unerträglichen Klugscheißer zu werden; nur nicht im Taktikbereich, sondern in Bezug auf die Regeln. Aber diesem Risiko muss man sich als ernstmeinender, aufgeklärter, wohlwollender und interessierter Fan aussetzen, denn an Collinas Erben führt kein Weg dran vorbei.

Die ausführliche Würdigung dieser außergewöhnlichen Einrichtung folgt noch in den nächsten Tagen, ich nehme nicht an, dass es hier jemanden gibt, der diesen Schiedsrichter-Podcast noch nicht kennt, oder?

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Geniestreiche günstig im Angebot

Ich bin wieder drauf reingefallen, auf das Marktschreierische des Sportjournalismus, wo alles und überhaupt alles noch und nöcher und mindestens am nöchsten sein muss. Denn die Partie Bayer Leverkusen — FC Bayern München konnte ich nicht verfolgen. Kam nach Hause und freute mich angesichts der Worte, die der Kicker kredenzte: Mario Gomez sei bei seinem Tor ein „Geniestreich“ gelungen

Endlich! Das muss dem Jungen doch unglaublich gut tun, was wiederum gut für die Chancen der Nationalmannschaft bei der WM 2014 ist und das wiederum ist gut für meine Laune und auch sonst für Einiges.

Was konnte dieser „Geniestreich“ gewesen sein? Hatte er wie Maradona oder Messi ein atemberaubendes Solo von der Mittellinie hingelegt, dabei fünf bis acht Gegner ausgetanzt oder à la Ibrahimovic aus unmöglicher Entfernung per Fallrückzieher getroffen? Ein Geniestreich sollte es gewesen sein, sein 1:0 gegen Bayer Leverkusen.

Die Enttäuschung, als wüsste man nicht seit Jahren, dass die Übertreibivitis den jeweiligen Schreibern so sehr ins Blut übergegangen ist, dass sie ihr Pfuschwerk gar nicht mehr als solches erkennen können, folgte auf dem Fuße.

Wie sah er aus, Mario Gomez‘ Geniestreich? Nun, er wurde mit einem hohen Ball angespielt, den nahm er mit der Brust an, spitzelte ihn folgend an einem Leverkusener vorbei. Im Anschluss spielte er durch eine Körpertäuschung genau einen (!) Gegenspieler aus und schoss ungefähr an der Sechzehnmeterraumlinie befindlich den Ball durch einen zwar präzisen, aber unspektakulären Schuss ins Tor. So sah das aus.

Und selbst wenn es auch auf diese Weise gut für sein Selbstbewusstsein und somit für die WM 2014 ist: Der Autor verordnet sich selbst 20 Peitschenhiebe sowie keinen Kakao vorm Zubettgehen, weil er wieder und wieder reingefallen ist.

„Geniestreich“ — pft.

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66/67 — Fairplay war gestern

Der Film „66/67 — Fairplay war gestern“ in voller Länge.



Über 30-Jährige beschäftigen sich zu viel mit Fußball, woraufhin Einiges, wenn nicht alles im Leben schief geht. Wobei die dortige „Beschäftigung mit Fußball“ immer auch Beschäftigung mit den eigenen Händen in den Gesichtern anderer Leute bedeutet. Ich hab ihn leider noch nicht konsumiert, aber gerade als Komplettversion entdeckt. Wer mag, kann schon gerne berichten, ich folge dann sicher demnächst nach.

Die Kritiken sind sehr gut (z. B. von der FAZ); es ist ein preisgekrönter Film.

„66/67″ lautet die Tätowierung, welche sich die Protagonisten, allesamt Fans von Eintracht Braunschweig, stechen lassen. Allerdings erfüllt Eintracht Braunschweig hier wohl nur die Aufgabe, das Fußball-Setting zu liefern.

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Pixel für Pixel Qualitätstore

Aus noch nicht näher beleuchteten Gründen verspüre ich immer wieder eine ganz große Affinität zu dieser komischen Pixelart. Nicht, dass ich dafür ein Experte wäre oder jemals — von selbst designten, aber nie wirklich zu Leben erwachten C64-Sprites abgesehen — etwas eigenverantwortlich mit dieser Pixelart zu tun gehabt hätte. Doch diese erfreut hier immer wieder.

Schön, wenn es da etwas Neues in Sachen Fußball aus dieser Richtung gibt. Dann ist es auch zu verschmerzen, dass es von England aus betrieben wird und recht wenige Exemplare mit Relevanz für den deutschen Fußball vorhanden sind. Einige Bekannte sind dann aber auch zu finden, so Paul Gascoignes Tor 1996 für England gegen Schottland oder Marco van Bastens Tor 1988 gegen die UdSSR oder Michael Owens Solo 1998 gegen Argentinien.

Wenn ich es richtig gelesen habe, kann man sich dort auch bestimmte Tore wünschen, die in dieser Pixelart dargestellt werden. Wahrscheinlich war es nicht allzu clever, die Seite erst hier zu erwähnen, und dann einen Wunsch an die dortigen Macher zu richten, aber ich werde dann mal nach Klaus Fischers Fallrückzieher 1982 fragen — oder jenem Tor von Trainer Baade zum 3:3 gegen den OSC Rheinhausen aus ähnlicher Zeit. Wobei von Letzterem wohl kein Video mehr existiert.

Am Besten schaut man sich aber ohnehin die gesamte Seite an: Pixelreplay.

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Forever No. 51

Tasmania Berlin hat die SpVgg auch erst mit Hängen und Würgen hinter sich gelassen. Eigentlich hatte man angenommen, die Zeiten seien vorbei, in denen Aufsteiger eine Saison mit nur um die 20 oder noch weniger Punkten beenden. Doch die Spielvereinigung Greuther Fürth belehrt uns eines Besseren. Bis zum Ende der Saison müssen noch 7 Punkte her, um den VfB Leipzig zu überholen, 8 Punkte, um Blau-Weiß 90 Berlin zu überflügeln. Und bei derzeit 14 Punkten aus 25 Partien ergibt sich ein Schnitt von 0,56 Punkten pro Partie, wären am Ende 19 Punkte und damit der vorletzte Platz in der Ewigen Tabelle.

Jene Ewige Tabelle der Bundesliga, deren unterer Ausschnitt mit den aktuellen Werten für Fürth und allen weiteren dort platzierten Clubs im Folgenden dargestellt ist.

46. SSV Ulm 1846 1 34 9 8 17 36:62 -26 35
47. Fortuna Köln 1 34 8 9 17 46:79 -33 33
48. Preußen Münster 1 30 7 9 14 34:52 -18 30
49. Blau-Weiß 90 Berlin 1 34 3 12 19 36:76 -40 21
50. VfB Leipzig 1 34 3 11 20 36:69 -37 20
51. SpVgg Greuther Fürth 1 25 2 8 15 14:40 -26 14
52. Tasmania Berlin 1 34 2 4 28 15:108 -93 10

Kein Ruhmesblatt für Michael Büskens und seine Nachfolger, wenn die SpVgg Greuther Fürth dann auch ewig den vorletzten Platz innehat — und einzig der Inbegriff des Überfordertseins, Tasmania Berlin, eine noch schlechtere Bundesligasaison fabrizierte.

Also, 9 Spiele noch, die Totalblamage abzuwenden. Und ein Sieg sollte zu den bisherigen gerade mal 2 an der Zahl möglichst auch noch gelingen, sonst teilt man sich auch diesen Negativrekord mit Tasmania Berlin.

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„Ciao Capitano“ — aber was macht Ballack an dem Abend?

Merkwürdig, dass Michael Ballack sein Abschiedsspiel unter das Motto des Spitznamens von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus stellt. Und wieso „ciao“ — wohin geht Lothar Matthäus nach diesem Spiel? Ist es doch eher ein versteckter Aufruf Ballacks an den einstigen Inter-Profi, sich endlich von den Hoffnungen auf eine Anstellung als Bundesligatrainer zu verabschieden? Der „Capitano“ jedenfalls, das ist Lothar Matthäus, wie man schon seit Jahrzehnten weiß.

1990 schrieb der Spiegel:

… „ehrlicher“, wie Matthäus behauptet, ist ihr Spiel dadurch tatsächlich geworden. Mit Schaudern erinnert sich der „Capitano“ an die Publikumsveräppelung, die sich die deutsche Mannschaft in Spanien vor acht Jahren gegen Österreich leistete.

Und 1993 erneuerte er diese Bezeichnung.

Müde kam der Capitano den Gang herunter, der Tritt war schwer und bedächtig. Doch auf den letzten Metern drückte der Fußballprofi das Kreuz durch. […] Lothar Matthäus war bereit für seinen Auftritt.

Oder sollte die Titulierung als „Capitano“ doch nur das deutsche (!) Pendant zum in der spanischsprachigen Welt so höchst selten verwendeten Spitznamen „el loco“ sein? Jeder also ein Capitano, wenn er nur einfach irgendwann mal die ominöse Binde trug? Es würde doch nicht etwa bedeuten, dass man in deutschen Landen ermüdend einfallslos ist, was Spitz- und Rufnamen von Spielern angeht? Im Land der Dichter und Denker doch eigentlich nicht vorstellbar. Oder — Schweini, Litti, Grabi, was meint Ihr?

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Der wohl erzogene Chancentod

Ein Musslesen über die Neurobiologie des Gewinnenwollens, -müssens und darüber, wann es nicht gut ist, wenn man zu sehr gewinnen will, legt die FAZ in die hellere Ecke der Diskussionsrunden über Fußball. Man wünschte sich zwar noch mehr aus dieser Richtung, zumal der zweite angesprochene Aspekt, die Fairness im Wettbewerb, leider etwas zu kurz kommt. Doch auch so gehen die Erkenntnisse weit über den folgenden kurzen Ausschnitt hinaus.

Manche Sportler haben eine unbewusste Hemmung, zu siegen, das kommt gar nicht so selten vor. Klar, zu siegen ist einerseits schön. Andererseits sind wir Menschen Herdentiere. Wir wollen nicht zu sehr herausragen, weil wir den Neid oder die Aggression der anderen befürchten. Diese Hemmung, die in uns allen steckt, kann dazu führen, dass jemand bei einer hundertprozentigen Torchance – das Tor ist frei, der Ball liegt auf dem Fuß – ohne es zu wollen den Ball danebenknallt.

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Zahl der Woche — Heerscharen von Einlaufkindern

Lange Zeit lag sie brach, die Kategorie „Zahl der Woche“. Heute bin ich mal wieder in den Keller gegangen und hab das Licht angeknipst. Siehe da, eine neue Zahl der Woche hat sich dort eingefunden.

Sie lautet 7.956.

Auf diesen Wert beläuft sich die Zahl der Einlaufkinder, welche in einer einzigen Bundesligasaison an der Hand der jeweils 22 Spieler und 4 Schiedsrichter ins Stadion geführt werden und nach einer kurzen Begrüßung wieder zu ihren Betreuern zurücksprinten. Im Laufe von 50 Jahren erhalten also 397.800 kleine und mittelkleine Kinder diese besondere Form der Jugendweihe.

Zum Vergleich: Im Durchschnitt lernt ein Deutscher nur etwa 1.700 Menschen im Laufe seines Lebens kennen.

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Magier Mario G

Mario Götze ist solch ein Magier, dass er den Ball ins Tor schießen kann, ohne ihn auch nur zu berühren. Da verblassen selbst Diego Maradonas und Lionel Messis Künste am Ball. Der WM-Titel 2014 dürfte nur noch Formsache sein. Zumindest, wenn man dem Liveticker des Kickers Glauben schenken darf.

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Gewinnspiel: Das sind doch alles Amateure

Heute: Eines der beliebten Gewinnspiele ohne Gewinne bei Trainer Baade.

Gesucht: Alle Bundesliga-Trainer, welche selbst keine Profifußballer waren. Dürften nicht allzu viele sein, allerdings müsste man jetzt 52 Vereine überprüfen. Wenn Ihr so nett wärt und diese Suche für Euren eigenen Lieblingsverein übernehmen würdet und das Ergebnis in den Kommentaren hinterließet, würde ich daraus sukzessive eine schicke Liste basteln.

Regeln: Der Trainer muss einen Verein in der deutschen ersten oder zweiten Bundesliga trainiert haben, wobei er das nicht als so genannter Interimstrainer getan haben darf. Hierfür lege ich keine Höchstzahl an Spielen fest, meist ergibt sich dieser Umstand aus seiner raschen Ablösung. Dazu darf ein Kandidat für diese Liste selbst nie höher als drittklassig Fußball gespielt haben, egal in welchem Land.

Name Trainer bei aktiv bei/in
Andreas Bergmann FC St. Pauli, Hannover 96, VfL Bochum 1. FC Köln II, Wuppertaler SV, Bonner SC, VfB Remscheid
Gerd vom Bruch SpVg Olpe, SSV Dillenburg, Rot-Weiß Lüdenscheid, Eintracht Haiger, Sportfreunde Siegen, Borussia Mönchengladbach, Borussia Mönchengladbach, Wuppertaler SV, Alemannia Aachen, Rot-Weiß Oberhausen Sportfreunde Siegen, VfL Klafeld-Geisweid 08
Christoph Daum 1. FC Köln, VfB Stuttgart, Besiktas Istanbul, Bayer 04 Leverkusen, FK Austria Wien, Fenerbahçe Istanbul, Eintracht Frankfurt, FC Brügge Hamborn 07, Eintracht Duisburg, 1. FC Köln Amateure
Heribert Deutinger SpVgg Unterhaching TSV Neubiberg
Robin Dutt TSG Leonberg, TSF Ditzingen, Stuttgarter Kickers II, Stuttgarter Kickers, SC Freiburg, Bayer 04 Leverkusen SVGG Hirschlanden, TSV Korntal, TSV Münchingen, TSV Korntal, FV Zuffenhausen, SKV Rutesheim
Seppo Eichkorn FC St. Pauli, MSV Duisburg FV Gallmannsweil, Borussia Köln-Kalk, BC Efferen, SV Hürth-Kendenich
Michael Feichtenbeiner Stuttgarter Kickers, RW Erfurt, SF Siegen, VfB Stuttgart (Jugend), TSF Ditzingen, Bayer Uerdingen, Darmstadt 98 TV Gültstein, SV Vaihingen, FV Germania Degerloch
Volker Finke TSV Stelingen, TSV Havelse, 1. SC Norderstedt, SC Freiburg, Urawa Red Diamonds TSV Havelse, Hannoverscher SC, TSV Stelingen, TSV Berenbostel
Horst Franz Union Solingen, Karlsruher SC, Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund, fC Schalke 04, RW Essen, FSV Mainz 05, SV Babelsberg unbekannt
Markus Gisdol TSG Salach, FTSV Kuchen, SC Geislingen, VfB Stuttgart U-17, SG Sonnenhof Großaspach, SSV Ulm 1846, TSG 1899 Hoffenheim II, FC Schalke 04 (Co-Trainer), TSG 1899 Hoffenheim SC Geislingen, SSV Reutlingen 05, SC Geislingen, 1. FC Pforzheim
Lutz Hangartner SC Freiburg unbekannt
Bernd Hoss FV Ebingen, 1. FSV Mainz 05, FK Pirmasens, Wormatia Worms, Karlsruher SC, Wuppertaler SV, Freiburger FC, VfL Osnabrück, Tennis Borussia Berlin, Blau-Weiß 90 Berlin, SC Freiburg unbekannt
Peter Hyballa Borussia Bocholt, 1. FC Bocholt, Preußen Münster (Jugend), Arminia Bielefeld (Jugend), Ramblers Windhoek, VfL Wolfsburg (Jugend), Borussia Dortmund (Jugend), Alemannia Aachen, RB Salzburg (Jugend), SK Sturm Graz Borussia Bocholt
Frank Kramer SpVgg Greuther Fürth FC Memmingen, FC Bayern München II, TSV Vestenbergsgreuth, SC Weismain, 1. FC Nürnberg II, SpVgg Greuther Fürth II, 1. SC Feucht, SpVgg Greuther Fürth II, SpVgg Greuther Fürth (Jugend), TSG 1899 Hoffenheim II
Kurt Koch VfB Oldenburg, Altonaer SV, Hamburger SV, FC Schweinfurt 05 unbekannt
Sascha Lewandowski Eintracht Dortmund (Jugend), SG Wattenscheid 09 (Jugend), VfL Bochum (Jugend), VfL Bochum II, Bayer 04 Leverkusen (Jugend), Bayer 04 Leverkusen VfR Sölde
Michael Lorkowski Hannover 96, St Pauli, Holstein Kiel, Wuppertaler SV, VfB Lübeck, Eintracht Braunschweig, VfL Osnabrück, SSV Vorsfelde, MTV Wolfenbüttel, SC Norderstedt, SV Eichede Phönix Lübeck, BU Hamburg
Martin Luppen Bonner SC, Fortuna Köln, Hertha BSC SC Jülich 1910
Karl-Heinz Marotzke SF Hamborn 07, FC Schalke 04, Nationalmannschaften Ghana, Nigeria, Botswana unbekannt
Ernst Middendorp Eintracht Nordhorn, Arminia Bielefeld, VfB Rheine, FC Gütersloh, Arminia Bielefeld, KFC Uerdingen 05, VfL Bochum, Asante Kotoko, FC Augsburg, Hearts of Oak SC, Tractor Sazi Täbris, Kaizer Chiefs, Arminia Bielefeld, Changchun Yatai, Rot-Weiss Essen, Anorthosis Famagusta, Maritzburg United, Golden Arrows, Maritzburg United SG Freren, TuS Lingen, VfB Rheine, VfB Alstätte
Elmar Müller Hessen Kassel, Preußen Münster, FSV Salmrohr, SF Siegen, VfB Wissen, FV Bad Honnef, VSV Wenden, Bonner SC, SuS Niederschelden-Gosenbach SF Siegen, SV Setzen
Peter Neururer TuS Haltern, SV Westfalia Weitmar 09, Rot-Weiss Essen, Alemannia Aachen, FC Schalke 04, Hertha BSC, 1. FC Saarbrücken, Hannover 96, 1. FC Köln, Fortuna Düsseldorf, Kickers Offenbach, LR Ahlen, VfL Bochum MSV Duisburg SpVg Marl, DJK Gütersloh, VfB Remscheid, STV Horst-Emscher, ASC Schöppingen
Michael Oenning Verbandssportlehrer Württemberg, Deutschland U-18/U-20 (Co-Trainer), Borussia Mönchengladbach (Co-Trainer), VfL Wolfsburg (Co-Trainer), VfL Bochum (Jugend), 1. FC Nürnberg (Co-Trainer), 1. FC Nürnberg, Hamburger SV (Co-Trainer), Hamburger SV, Deutschland Studenten DJK Eintracht Coesfeld, SV Wilmsberg, Preußen Münster, Hammer SpVg, TSG Dülmen, SC Pfullendorf
Klaus-Dieter Ochs Hamburger SV, VfL Osnabrück SV Höntrop
Tomas Oral FSV Frankfurt, RB Leipzig, FC Ingolstadt SG Egelsbach, Viktoria Aschaffenburg, Germania Horbach, FSV Frankfurt
Marco Pezzaiuoli Karlsruher SC (Jugend und Co-Trainer), Suwon Samsung Bluewings (Co-Trainer), Eintracht Trier
Deutschland U-16, Deutschland U-15, Deutschland U-17, Deutschland U-18, TSG 1899 Hoffenheim (Co-Trainer), TSG 1899 Hoffenheim
SV 98 Schwetzingen, VfR Mannheim
Armin Reutershahn Bayer 05 Uerdingen (Co-Trainer), Hamburger SV (Co-Trainer), Eintracht Frankfurt (Co-Trainer), 1. FC Nürnberg (Co-Trainer), 1. FC Nürnberg Preußen Krefeld, SV Schwafheim, TuS Xanten, VfB Homberg
Ralf Rangnick FC Viktoria Backnang, VfB Stuttgart Amateure, TSV Lippoldsweiler, SC Korb, VfB Stuttgart (A-Jugend), SSV Reutlingen 05, SSV Ulm 1846, VfB Stuttgart, Hannover 96, FC Schalke 04, TSG 1899 Hoffenheim VfB Stuttgart Amateure, FC Southwick, VfR Heilbronn, SSV Ulm 1846, FC Viktoria Backnang, TSV Lippoldsweiler
Kosta Runjaic Landesverband, 1. FC Kaiserslautern II, SV Wehen Wiesbaden (Jugend), SV Wehen Wiesbaden II, VfR Aalen (Co-Trainer), SV Darmstadt 98, MSV Duisburg Türk Gücü Rüsselsheim, SV 07 Raunheim, FSV Frankfurt
Reinhard Saftig Borussia Dortmund, Hannover 96, VfL Bochum, Bayer 04 Leverkusen, Kocaelispor, Galatasaray Istanbul, 1. FSV Mainz 05 TuS Mayen, FV 04 Godesberg, Sportfreunde Eisbachtal, TuS Mayen
Stephan Schmidt Hertha BSC(Jugend-Co-Trainer), VfL Wolfsburg (Jugend), SC Paderborn 07 Füchse Berlin Reinickendorf, SV Babelsberg 03, Preußen Münster, SV Babelsberg 03, Hertha BSC Amateure, Tennis Borussia Berlin
Rico Schmitt Altchemnitzer BSC 97, VfB Fortuna Chemnitz, FC Erzgebirge Aue II, FC Erzgebirge Aue, Kickers Offenbach FC Karl-Marx-Stadt (Jugend), BSG KKW Greifswald, FSV Grüna 08/FSV Modul Chemnitz
Josef Schneider Hertha BSC, Hamburger SV unbekannt
André Schubert SC Paderborn 07, FC St. Pauli TSV Rothwesten, FSC Lohfelden, TSV Wolfsanger, OSC Vellmar, KSV Baunatal
Werner Schuhmacher RW Lüdenscheid, SV Ottfingen, SpVg Olpe, VfL Klafeld-Geisweid, SuS Niederschelden-Gosenbach, SF Siegen TuRa Altenhundem
Helmut Schulte FC St. Pauli, Dynamo Dresden, FC Schalke 04 SSV Kirchveischede, SSV Elspe, Fortuna Köln II
Mirko Slomka Hannover 96 (A-Jugend), Tennis Borussia Berlin (A-Jugend), Tennis Borussia Berlin, Hannover 96 (Co-Trainer), FC Schalke 04 (Co-Trainer), FC Schalke 04, Hannover 96 Hannover 96 II
Bernd Stange Hertha BSC, VfB Leipzig Vorwärts Bautzen, DHfK Leipzig
Hans-Dieter Tippenhauer Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld, Bayer Uerdingen, Borussia Dortmund unbekannt
Karsten Wettberg SpVgg Unterhaching, TSV 1860 München FC Mainburg, TSV Elsendorf
Wolf Werner Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen II, Fortuna Düsseldorf CfR Hardt-Mönchengladbach, TuRa Bremen
Prof. Dr. Elmar Wienecke 1. FC Schweinfurt 05 unbekannt
Martin Wilke Hamburger SV, SC Concordia Hamburg, Landesverband Hamburg unbekannt
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Mosaikstein Mayer-Vorfelder

„Er liebt den intellektuellen Austausch, schöpft aus seiner klassischen Bildung, kokettiert mit der Bibellektüre und verwendet Latinismen.“ Was zunächst nach Alex Feuerherdt in einer Folge von Collinas Erben klingt, ist tatsächlich auf jenen gemünzt, welcher — nach Selbstauskunft und daher wohl mit Vorsicht zu genießen — dafür verantwortlich ist, dass der deutsche Fußball sich so entwickelt hat, wie es insbesondere in der A-Nationalmannschaft seit Jahren zu begutachten ist. Sein Name lautet nicht etwa Matthias Sammer oder Theo Zwanziger und auch nicht Berti Vogts, sondern Gerhard Mayer-Vorfelder, von 2001 bis 2006 DFB-Präsident.

Oliver Fritsch beschrieb ihn schon im Jahr 2011 mit diesen Worten, aktuell feiert „MV“ seinen 80. Geburtstag. Hier hegt man keinerlei Sympathien für Mayer-Vorfeldersche Weltbilder oder sein Gedankengut. Und sein Agieren für die Progression des deutschen Fußballs heilt auch keineswegs diese Ansichten, Ressentiments und Verirrungen.

Aber gelesen haben sollte man, was Mayer-Vorfelder für den deutschen Fußball tat, weshalb ich dringend diesen Text empfehle, immer im Hinterkopf habend, dass der Mythos Sammer noch auf seine umfängliche Dekomposition wartet und der empfohlene Artikel eines von vielen Mosaiksteinchen sein kann, welche zusammen diese Dekomposition leisten.

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So war’s in Köln

Bilder von der gestrigen Lesung gibt es auf der Facebook-Seite von „Fokus Fussball“.

Einen kleinen Text über den Abend hat Dominik von „effzeh.com“ verfasst.

Und dann gab es da noch einige Tweets, von all jenen, welche da waren. Am schönsten ging dieser Tweet von LizasWelt runter wie Öl, aber auch die anderen erfreuten sehr.

Die nächsten Termine gibt’s hier. Nur echt mit dem original „Karl-Heinz-Rummenigge-Fußballquiz“ … Vielen Dank allen, welche gestern den Weg in die von LLCurly bestens organisierte Veranstaltung gemacht haben.

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Die Plakate der Gastgeberstädte der WM

Ohne besonderen Anlass wandert der Blick hier auf die WM-Plakate der Austragungsstädte der vergangenen Weltmeisterschaften. Warum es diese Einrichtung manchmal gab und manchmal nicht, ist bislang nicht eruiert. Eine Quelle spricht davon, dass es diese erst seit 1998 gibt, dem widerspricht aber die Existenz der Plakate der WM-Städte von 1982. Und Gründe sind auch keine bekannt.

Jene der WM 2010 — obwohl vorhanden — sind völlig an mir vorbei gegangen. Bei jenen von 1982 kannte ich nur das Plakat von Gijon (Gijon!) und Oviedo, in jenes von Bilbao hab ich mich spontan verliebt, bin aber zu sehr Banause, um möglicherweise enthaltene Assoziationen entdecken zu können.

WM 1950 in Brasilien
WM 1954 in der Schweiz
WM 1958 in Schweden
WM 1962 in Chile
WM 1966 in England
WM 1970 in Mexiko
WM 1974 in Deutschland
WM 1978 in Argentinien
WM 1982 in Spanien
WM 1986 in Mexiko
WM 1990 in Italien
WM 1994 in den USA
WM 1998 in Frankreich (leider nur 5 von allen)
WM 2002 in Japan und Südkorea
WM 2006 in Deutschland
WM 2010 in Südafrika

Falls jemand Links zu den Plakaten der Austragungsorte der fehlenden WM findet, würde ich mich sehr freuen, dies in den Kommentaren zu erfahren.

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Matthias Sammer ist Traditionalist

Das kommt wahrscheinlich wenig überraschend, aber Matthias Sammer ist Traditionalist. Nicht nur im Fußball, dort auch, aber eben auch in der Musik. Zumindest dann, wenn es stimmt, was er dem Playboy im Mai 2012 eröffnete. Das muss nicht der Fall sein, denn an anderer Stelle hat er auch schon mal behauptet, dass seine Liebe zu deutschem Schlager in Wahrheit erfunden war, um die Medien ein bisschen zu narren. Sich selber zum absoluten Vollhonk (musikalisch) zu machen, um die Medien zu narren — das wiederum kann auch nur jemand bringen, der sich für Schlager begeistert und es dann auch noch zugibt.

Eigentlich wäre es ja auch, weltoffen wie wir alle sind, einfach zu tolerieren, dass jemand auf Schlager steht. Ein wenig unangenehm fühlt sich dann aber die Begründung an, die Sammer dafür liefert:

Ich habe mich, was das betrifft, auch absichtlich ein bisschen antizyklisch verhalten. Einfach um zu sagen: Moment, wieso sollen wir denn immer irgendwo anders schauen, wenn es auch bei uns schöne Sachen gibt? Da bin ich auch ein bisschen Traditionalist.

Man darf davon ausgehen, dass sich Matthias Sammer bestens mit Toni Kroos versteht.

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Zum Einschlafen Pässchen zählen

Ghana In Fog from Paul Octavious on Vimeo.

(Besser im Vollbildmodus schauen, hier in der kleinen Version fürs Blog wirkt es nicht ganz so.)

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Ungeduld ist ein Hemd aus Brennesseln

Bei welcher Hotline erhält man die aggressivsten Anrufe?
Ganz klar: Bundesliga, kurz vor dem Anpfiff – und der Fernsehempfang geht nicht.

Gefunden im SZ Magazin. (Der Titel ist ein polnisches Sprichwort.)

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Mit Legenden aufräumen: „Elf Freunde müsst ihr sein“

Hatte jemand Zweifel, dass dieses Zitat von Sepp Herberger stammt? Ich nicht.

Doch seit man täglich in diesem Internetdingen rumgucken kann, fällt eigentlich vor allem eins auf: dass nichts stimmt, was man zu wissen glaubt. Egal, welche Nachricht man verfolgt, ist sie doch total verkürzt und vom Autoren mutwillig zurechtgebogen worden. Bei Dokus sammeln sich die handwerklichen Fehler und die Eitelkeit der Autoren steht der Wahrheitsfindung oder zumindest -darstellung im Wege. Statistiken sind zwar fachlich korrekt hergestellt, aber falsch interpretiert worden. Und Zitate, ja, Filmzitate sind gar nie so gefallen, wie man sie gerne tradiert, und alle anderen werden fälschlicherweise Urhebern zugeschrieben, welche sie entweder so nie gesagt haben oder nicht mal annähernd.

Insofern hätte man so langsam eigentlich mal ahnen können, dass natürlich auch die gesammelten Aussprüche zum Fußball in aller Regel nicht von jenen stammen, welchen sie zugesprochen werden.

„Elf Freunde müsst ihr sein“ war also laut Wikipedia, welche sich auf das Buch von den „Populären Fußballirrtümern“ beruft, kein Motto von Reichs- und Bundestrainer Sepp Herberger für seine Mannschaften, sondern stammt aus dem Buch „Fußball. Theorie, Technik, Taktik“, welches Richard Girulatis (interessanter Fußball-Lebenslauf) 1920 veröffentlichte.

Immerhin ein Deutscher, somit bleibt das Zitat in diesem Lande, aber eben nun mal nicht Weltmeistertrainer Sepp Herberger. Welcher an sich ja ohnehin schon ausreichend Wahlsprüche geäußert hatte. Wobei, wenn man sich an die Einleitung erinnert, auch das nicht sicher sein muss.

„Elf Freunde müsst ihr sein, wenn ihr Siege wollt erringen“

Leider widerspricht sich auch der Wiki-Beitrag hier: Genau jene Worte sollen bereits 1903 auf der Viktoria geprangt haben, welche, Kenner wissen das, die frühere Trophäe für die Deutsche Meisterschaft war.

Urheber des Textes war wahrscheinlich der Kunstprofessor, der seinerzeit die „Viktoria“ entworfen hatte.

Ja wat denn nu? Nicht Sepp Herberger, aber auch nicht Richard Girulatis? Wer entwarf denn die „Viktoria“ und ist somit der tatsächliche Urheber des Fußballmottos „Elf Freunde müsst Ihr sein“?

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Der etwas unbekanntere Europapokalsieg von Eintracht Frankfurt

1980 gewann Eintracht Frankfurt bekanntlich den renommierten UEFA-Pokal, bis heute der einzige internationale Titel der zu häufig so genannten Diva vom Main. Der einzige internationale Titel? Falsch.

1980 hatte die Eintracht schon längst höchste internationale Meriten errungen, auch wenn das heute(TM) keiner mehr weiß. Keiner außer dem leider ja seinen Betrieb eingestellt habenden Kid Klappergass, der aber seinen Betrieb eingestellt hat, weshalb er auch nicht davon berichten kann.

Zu Zeiten des Messe-Pokals war es für Clubmannschaften aus Städten ohne große Messe etwas schwierig, sich international zu, ähem, messen, wenn sie nicht gerade zufällig Landesmeister oder Pokalsieger wurden, was nun mal nur zwei Mannschaften je Land gelingen konnte.

Daher schuf ein gewisser Herr Karl Rappan aus Österreich Abhilfe, indem er den International Football Cup, auch bekannt als Rappan-Cup, aus der Taufe hob. Klingt wie ein spätes C64-Spiel, war aber ein ganz normaler Europapokal.

Erst als der Messe-Pokal sich als nun UEFA-Pokal heißender Wettbewerb auch für Nicht-Messestädte öffnete, war der International Football Cup quasi überflüssig geworden und er wurde eingestellt. Letzter Sieger der insgesamt nur sechs Ausgaben des International Football Cups war 1966/1967 eben jene Eintracht aus Frankfurt, die die Slowaken von Inter Bratislava mit 3:2 auswärts bezwang und mit einem 1:1 nach Verlängerung zu Hause den Titel sicherte.

Wirklich merkwürdig, dass man davon noch nie gehört hat. Schließlich ist der International Football Cup nicht zu verwechseln mit dem Mitropa-Cup, der wiederum ein ganz eigenes Kapitel des Europapokals darstellt. Aus dem International Football Cup erwuchs allerdings schließlich der Intertoto-Cup, der lange Jahre dafür sorgte, dass die jeweiligen Partizipanten aus der Bundesliga in der selben Saison stets in Abstiegsgefahr rieten. Woraufhin er immer unpopulärer wurde, bis man ihn schließlich abschaffte. Und Absteigen, davon kann die Eintracht ja inzwischen auch ein Lied singen, trotz des leider auf allen Wimpeln fehlenden Titels „International Fooball Cup-Sieger 1967“.

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Aus den Augen der Kurve

Fußballreiseberichte sind seit dem Ende von janus‘ Schreiberkarriere leider seltener geworden. Dabei stimmt das schöne Sprichwort „Wenn jemand eine Reise tut …“ doch. Sehr schön, wenn das Thema Fußballreiseberichte dann mal wieder jemand in Angriff nimmt. Mit dem Blick des Neulings in ein ganz bestimmtes Stadion anreist und auf diese Weise viele Details bemerkt, welche dem Dauergast gar nicht mehr auffallen.

So geschehen im Blog „Der Wochenendrebell“, wo der Beitrag „Dschohnsi, Sohni, Uschi und ich“ unterhält. Prädikat lesenswert, nicht zuletzt weil der Autor einen besonderen Begleiter bei seinem ersten Mal auf Schalke mitnimmt, wie er wiederum an anderer Stelle ausführt.

Hier hegt man die Hoffnung, dass der dortige Autor in Zukunft noch weitere Stadien der Bundesliga zum ersten Mal aufsuchen wird.

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Auch andere Leute gehen ihre eigenen erste Male zum Fußball, und auch dort spielt ein Kind eine Rolle, und auch dort schreibt man darüber. „St. Pauli gegen Deutschland. Oder so.“

Erinnert mich an eine Freundin von mir, die 2006 tippte, dass Werder Bremen sicher Weltmeister werden würde.

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Wann fing das an, Thomas Tuchel?

Wann fing das an, Thomas Tuchel? Was hat Dich bloß so ruiniert?

Unfassbar, was dieser doch einst so sympathische, weil junge, frische, unverbrauchte und zumindest auf den ersten Blick unverkrampfte Bundesliga-Trainer für einen verschwörungstheoretischen Sermon in Bezug auf die Schiedsrichter von sich gibt.

Völlig falsch liegt er zwar nicht mit der Einschätzung, dass sein Mainzer Club häufiger Probleme mit den Schiedsrichtern hat als andere. Nur scheint ihm ein wenig der Blick auf die wahre Ursache dafür verstellt zu sein. Dabei müsste er den Blick nur so weit senken, bis er sich selbst sehen könnte.

Immer schade, wenn einstige Sympathen alles tun, um ihr Ansehen zu zerstören. Rumpelstilzchentänze an der Seitenlinie gehören da eher noch zur Folklore. Mit ruhigem Puls und zeitlichem Abstand in einem Interview bei Kaffee und Kuchen auf seiner verzerrten Wahrnehmung zu beharren, macht dann aber allem Wohlwollen den Garaus.

Immerhin ist nach Felix Magaths Abgang aus der Bundesliga wieder ein echter Fiesling im Rennen. Die Rollen der Daily Soap „Bundesliga“ wollen schließlich besetzt werden und bleiben selten vakant. Trotzdem: Wann fing das an, Thomas Tuchel, dass das Hirn immer häufiger streikte und nur noch derlei Verschwörungstheorien produzierte?

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