Mehr Drama

Dank netter Leser gibt es jetzt am 5. Dezember auch einen Termin in Aachen für die „Drama Queens in kurzen Hosen“, ab 20h im „Common Sense“. Freue mich, in der Stadt mit Tivoli Gast zu sein.

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„Sondersendung“

Blog-G, der Gewinner des „Sportblogbeitrag des Jahres“ aus dem Jahr 2011, wir erinnern uns allzu gerne, hat mal wieder eines jener Videos produziert, die ihn weit über die Grenzen des Taunus hinaus so berühmt gemacht haben.

Deshalb und weil in unserem Blogosquarium zwar viel gepodcastet, aber wenig gevideot wird, hier dieses sehr besondere Filmchen, in dem sogar ein Mensch Talkgast ist, mit dem Sie hier als Leser auch schon zu tun hatten, in Form seiner Kommentare nämlich.

Der Anlass ist weniger schön, der Inhalt dagegen sehr.

Eine „Sondersendung“ von Blog-G.



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Unfreiheit in grün

Es war klar, dass es so kommen musste. Jeder Trend aus den USA, zumal im Sport, erreicht auch Kontinentaleuropa früher oder später. Nun hat es auch die Fußballfans getroffen. Insbesondere aus amerikanischen Eishockey-Arenen ist bekannt, dass man auf der Anzeigetafel einblendet, welche Gesänge wann zu singen seien, wann man wie schnell zu klatschen habe.

Künstliche Stimmung auf Anweisung — bislang ein Tabu in der deutschen Fußball-Szene. Hier wabert die Fanmasse noch organisch und Gesänge sind authentisch. Glaubte man, bis vor Kurzem. Doch vorbei sind diese Zeiten.

Die schleichende Entwicklung begann zunächst unbemerkt schon vor einigen Jahren. Inzwischen hat sie sich fast überall durchgesetzt, zumindest in den oberen Etagen des Profifußballs. Ganz wie im Eishockey üblich wird auch hier nur noch das gesungen, was von oben vorgegeben wird. Selbst der Klatschrhythmus wird oktroyiert, kein Raum mehr für Kreativität und Lebendigkeit.

Wie das passieren konnte, wo man hierzulande doch so erpicht darauf ist, nichts mit dem Plastik-Fantum Marke USA zu tun zu haben? Die Lösung war ganz einfach für all jene, welche diese künstliche Stimmung einführen wollten:

Man steckte die Anzeigetafel mit den Anweisungen einfach in ein Menschenkostüm.

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Goodbye Ausland

Einer der Gründe, warum man sich ein Auswandern als Fußballfan reiflich überlegen sollte, ist jener, dass man einen riesigen Batzen an potenziellen Themen für Small Talk verliert, wenn man ins Ausland geht.

Mit wem soll man sich in Norwegen über den 1. FC Nürnberg unterhalten, in Ghana über Frank Mill oder in Peru über das Drama der letzten Relegation, wenn dort niemand weiß, dass es in Deutschland Fußball abseits der zwei, drei großen Clubs überhaupt gibt?

Eine schöne Demonstration, wie gefesselt man mit diesem nerdigen Faktenhuber-Wissen über Fußball an den jeweils eigenen Sprachraum ist, sollte die folgende Liste sein, die die Nicknames von 50 englischen Proficlubs umfasst.

Klar, in der hiesigen Leserschaft gibt es sicher den einen oder anderen Nerd, der alle 50 schafft. Und ein paar davon sind für die meisten bestimmt kein Problem. Aber wird andersherum irgendjemand auf diesem Planeten wissen, wer die Lilien, die Zebras oder die Fohlen sind? Wohl kaum. Insofern: lieber zwei Mal überlegen, ob man wirklich auswandern will. Von da an kann man nur noch übers Wetter smalltalken. Politik und Religion sind bekanntlich tabu, und der Fußball fällt ja dann als Thema weg.

Also, auf zur Demonstration, dass man sich bei den Nicknames englischer Clubs kaum auskennt und schnell die Tickets nach Timbuktu in den Ofen geworfen, um der sozialen Isolation noch von der Schüppe zu springen.

(Achso, falls jemand alle 50 weiß, kann er sie gerne nennen. Hier kommt man auf knapp 20.)

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Serie ist nicht gleich Serie

HSV: 36 Spiele ohne Niederlage, 20 Siege, 16 Remis.
FCB: 36 Spiele ohne Niederlage, 30 Siege, 6 Remis.

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Rivalität plus Rituale gleich Gruppenidentität

Hier ein Fundstück als Longread für den Feiertag. Ich hab’s noch nicht durch, deshalb weiß ich noch nicht, ob es lesenswert ist, aber es greift genau jenes Thema auf, welches mir trotz größtem Interesse so wenig in den Kopf will. Die vermaledeite Rivalität im Fußball und zwar jene der Fans, nicht die der Aktiven auf dem Platz .

Eine Masterarbeit mit dem Titel „Rituale und Rivalität zur Stärkung der Gruppenidentität“, Details anhand der Rivalität zwischen Rapid Wien und Austria Wien erörtert, bereitgestellt von der Akademie für Fußballkultur.

Klingt, als sollte man da unbedingt mal eintauchen. Bis später!

[Update] Für einen ersten Überblick reichen die drei Seiten des Fazits. Und dieses ist niederschmetternd, falls es so zutrifft. Es geht in der Rivalität tatsächlich darum, die eigenen Reihen zusammenzuschweißen und sich seiner „Identität“ noch stärker bewusst zu werden, was besonders gut in Abgrenzung zum Rivalen funktioniert. Uneinigkeit in den eigenen Reihen wird marginalisiert und die Stilisierung des Gegners zum Bösen macht vermeintlich ebenso klar, dass man selbst auf der guten Seite steht.

Nie-der-schmet-ternd! Bin noch nie zum Fußball gegangen, um mir irgendeine Identität überzustülpen und schon gar nicht, um eine solche Identität mit irgendwelchen dahergelaufenen Fuzzis, deren einzige Gemeinsamkeit mit mir das Anhängertum zu einem Fußballclub ist, teilen zu wollen.

Es bleibt nicht nur dabei, die Befürchtung wird sogar noch extrem verstärkt: Wer diesen ganzen Rivalitätsquatsch mitmacht, dem geht es nicht um den Fußballsport auf dem Platz, sondern um seine eigene Identität. Was in Teilen die Vehemenz erklärt, mit der diese Rivalität betrieben werden muss. Weil ein Wegfall dieser das Ich in seiner erdachten Konstruktion gefährdet. Angst vor dem (sozialen) Tod also.

Okay, ich verstehe ein bisschen mehr, aber kann noch weniger nachvollziehen. Offensichtlich dem Menschen immanent, ein solches Bedürfnis, sonst würde es ja nicht (auch in außersportlichen Kontexten) ständig überall aufploppen, und dennoch eines denkenden Menschen nicht würdig. Dagegen anzuschreiben bedeutete aber wohl etwas zu sehr gegen Windmühlen zu schreiben.

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Wolfgang Overath ist ein

… das sagte der Mann, der letztens in der Kneipe neben mir stand. Wir schauten ein Champions-League-Spiel, und er drängte mir seine Geschichte auf. „Wolfgang Overath, dat issen“.

Und zwar hatte er, der Kneipennachbar, mit seinem Verein angeblich irgendwo in der Nähe der Mosel ein Benefiz-Spiel organisiert, Anfang der 1980er, zugunsten eines Behindertenheims. Man lud Stars ein, über eine Agentur. Uwe Seeler kam, Wolfgang Weber kam, und auch Wolfgang Overath kam. Die ersten beiden verzichteten aber auf ihre Gage für das Benefiz-Spiel, ließen sich lediglich die Spesen ersetzen. Wolfgang Overath hingegen bestand auf seiner Gage von einigen DM. Und äußerte sich, behauptete der Kneipennachbar, auf Anfrage der Organisatoren, ob er nicht wie Seeler und Weber auf seine Gage verzichten möge, folgendermaßen: „Dann kann ich ja jetzt nur noch umsonst spielen.“

Der Mann in der Kneipe neben mir sagte dann aber auch, dass er trotzdem nach dem Spiel zusammen mit Wolfgang Overath geduscht habe, denn angetreten sei er immerhin, immerhin für seine einige DM. Ein, da war sich der Mann in der Kneipe neben mir sicher, sei Wolfgang Overath aber auf jeden Fall.


*

Es gibt dann auch noch andere Zeitzeugen, die sicher nicht verneinen würden, dass. Der SPIEGEL zum Beispiel enthält sich zwar einer Wertung, berichtet aber wortwörtlich, wie sich Wolfgang Overath zu folgendem Thema verhielt:

Wolfgang Overath, […] wurde in seiner 14jährigen Profi-Laufbahn zum Rasen-Rassisten: Der Fußballer spielte nicht gern gegen Farbige und fürchtete sich vor zornigen schwarzen Gegnern, weil sie „beim Spiel keine Miene verziehen, wenn sie etwas vorhaben“. „Hinter einem undurchsichtigen Gesicht verbergen sie ihre Gedanken und Stimmungen“, zitierte die „Kölnische Rundschau“ den Star in einer Sonderbeilage zum Abschiedsspiel, „urplötzlich bricht es aus ihnen heraus: Sie spielen verrückt oder kämpfen, als ginge es um ihr Leben … Dabei sind sie beweglich wie Gummi und können einen Gegenspieler schnell lächerlich machen.“


*

Wer Wolfgang Overath in genau jener Zeit, nämlich kurz nach seinem Abschied als Aktiver, mal in Aktion sehen möchte, in Aktion mit dem Mund meint das hier, der höre zu, wie der 1. FC Köln ein Jahr nach Overaths Abschied Meister wird, während Wolfgang Overath (zusammen mit seiner Ehefrau!) Dieter Kürten im Aktuellen Sportstudio Rede und Antwort steht. Durchaus hörenswert, wie er sich in jener Zeit verkauft. Natürlich hatte er schon längst mit allem abgeschlossen und hätte zum Beispiel auf keinen Fall mit den noch aktiven Spielern tauschen mögen.



Vielleicht auch, weil man da ja noch auf den einen oder anderen Farbigen hätte stoßen können, der einen lächerlich macht.

Aber natürlich ist es unfair, solche Zitate aus einer anderen Zeit in die Gegenwart zu transportieren, als derartige Ansichten noch Teil des Mainstreams waren und Overath mit seinen Äußerungen beileibe nicht alleine war, was sie natürlich kein Stück besser, aber eben auch nicht vom Rande der Gesellschaft kommend macht.

Ob Overath inzwischen kein Rasen-Rassist mehr ist, wie ihn der SPIEGEL nannte, könnte man ihn ja eigentlich mal fragen, er hatte doch jetzt gerade ganz oft mit Reportern zu tun, welche ihm zum Geburtstag gratulierten. Hat aber wohl keiner dran gedacht. Naja, dann eben zum 75. Geburtstag noch mal bei Wolfgang Overath nachhorchen.

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Zaunpfahl Marke „Gespräch“

Endlich ist es soweit. Jogi Löw hat angekündigt, einen Pferdekopf ins Bett von sich mit Stefan Kießling zum Gespräch zu verabreden. Das hatte ja beim letzten Mal, als sich Jogi Löw zu so etwas aufraffen konnte, vor ungefähr fünf Jahren, auch schon sehr gut funktioniert. Danach wurde Torsten Frings nicht nur nie wieder nominiert, die Diskussionen um eine solche Option waren im Anschluss auch deutlich leiser geworden. Nichts ist schließlich nerviger und stört die Vorbereitung auf ein großes Turnier unnötiger, als ständig zu diesem elendigen Martin Max Stefan Kießling befragt zu werden, obwohl er doch ohnehin schon lange keine Chance mehr besitzt, es nur noch nicht alle Schreiberlinge verstanden haben. Nun also die nächste Stufe des Winkens mit dem Zaunpfahl, ein „Gespräch“ mit Stefan Kießling, wobei das Wort „Gespräch“ im Löwschen Kosmos eine etwas andere Bedeutung besitzt als im allgemeinen Sprachgebrauch.

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Drei Fußball-Frühstückseier

Der Stadtneurotiker pflegte vor einiger Zeit den Brauch, sonntagsmorgens einige Links aus der Woche zu posten. Er wendet sich aber gerade eher dem Handball zu. Deshalb nun hier, außer der Reihe, drei Dinge aus den letzten 48h, die man am Sonntagmorgen konsumieren könnte, wenn nicht gar noch später, aber auch dann immer noch.

Der Spielbeobachter (endlich wieder!) nimmt sich des alten Running Gags des Fußball-Blogosquariums an. Fast ein bisschen zu ernst, aber Recht hat der Mann natürlich.

Die Sportschau klärt auf, wer „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ über die Melodie von Yellow Submarine von den Beatles legte [Link leider tot] (hier zusätzliche Infos) und damit den Klassiker an Stadiengesängen in deutschen Gefilden schuf. (Dazu auch wissenswert: Wer den Ruf „Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!“ erfand. Bleibt eigentlich nur noch der Urheber von der Angelegenheit mit dem Schiri und dessen brennendem Auto zu klären.)

DerSamstag!, der neue Stern am Himmel der Mittelmäßigkeit, berichtet von einem Skandal in München sowie der neuerlichen Gala der Hausherrn im Westfalenstadion, in einer so poetischen Form, wie man sie sich viel häufiger für Medien wünschen würde (und damit sind nicht die wunderbaren, aber selten tagesaktuellen „Fünf Zeilen für den Fußball“ gemeint.) Kommt in der mobilen Version übrigens noch eindringlicher, ist dann aber erst ab 6 Jahre. Folgen Sie DerSamstag! auch auf Twitter.

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Die Top-3-Spiele der Leserschaft von Trainer Baade: It’s a tie

Die Leser von Trainer Baade haben gewählt. Gefragt war nach jenen drei Partien, deren Videos man auf eine einsame Insel (natürlich ohne Netz) mitnehmen würde, wenn man sich eben für drei Partien entscheiden müsste. Das Ergebnis ist: ein Unentschieden. Bzw. zwei Unentscheiden. Also eigentlich drei Unentschieden, denn die Auswertung ergab ein Unentschieden zwischen zwei Unentschieden, zumindest nach offizieller Lesart, denn beide Partien wurden im Elfmeterschießen dann doch noch entschieden. Was sich ablesen lässt: ein Teil der Leser ist wohl etwas älter, ein Teil favorisiert ein Spiel der relativ jüngeren Vergangenheit. Quelle surprise!

Auf Platz 3 dann ein ganz junges und äußerst dramatisches Spiel. Da hat sicher auch der Recency-Effekt zugeschlagen. Erstaunlich oder auch nicht die hohe Anzahl an Nennungen von WM-Spielen. Da scheint der Länderfußball doch ein wenig mehr Spuren zu hinterlassen als der UEFA-Pokal oder DFB-Pokal.

Aber schauen wir auf die beiden absoluten Lieblingsspiele der Leser* hier.

Die Top3-Partien aller Mitmachenden anhand der Nennungen sind: Get the whole story »

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Wer kein Ziel hat, für den ist jeder Wind ungünstig

Es bleibt eines der Geheimnisse im Fußball, warum die wichtigste Position immer noch in blinder Ahnungslosigkeit besetzt wird und an jener Stelle auch zuerst die Entlassungen vorgenommen werden.

Es bleibt eines seiner weiteren Geheimnisse, und damit auch der Herangehensweise von Menschen an derartige Aufgaben der Personalauswahl wie hier jene der Trainerfigur, warum weiterhin der Halo-Effekt so groß zu sein scheint und es kaum handfeste Kriterien gibt, nach denen man sich richten kann.

Offensichtlich werden immer noch Trainerschulungen durchgeführt, die man bestehen kann, wenn man in einem der Fächer nicht so wirklich viel gelernt und verinnerlicht hat. Zum Bespiel Alexander Schmidt, so kolportiert es die Badische Zeitung, der fußballerisch auf der Höhe, aber psychologisch unter der Höhe gewesen sein soll.

… der vorherige Trainer Alexander Schmidt zwar ein vorzügliches Training machte und taktisch sehr clevere Einfälle hatte, aber dabei irgendwie vergaß, dass er es mit Menschen zu tun hatte. Selbst in den Urlaub gab er seinen Spielern Trainingspläne mit, als stehe ein Finale kurz bevor. Die Spieler versuchten dann, die Pulsmesser zu manipulieren, um dort Urlaubsläufe zu registrieren, die sie nie gemacht hatten.

Dass das Letztere sogar für einige der besten Fußballer der Welt, und das sind Menschen, welche in der 2. deutschen Liga angestellt sind, gilt, dass sie ihren Trainer und am Ende der 90 Minuten auch sich selbst bescheißen, darf nicht überraschen. Wohl aber, dass auf dem selben Sessel, den zuvor jener akribische Alexander Schmidt besetzte, nun Friedhelm Funkel die richtige Wahl sein soll.

Das Beispiel 1860 ist dabei aber nur als ein solches zu begreifen. Ähnliche Trainer-Auswahlverfahren beziehungsweise gerade die Abwesenheit davon, ist ja auch an vielen anderen Orten im Profifußball Gang und Gäbe. Und nein, das ist kein Jammern darüber, nur Unverständnis ob so viel Amateurtum im Jahre 2013 — und ein bisschen die Angst davor, dass auch dieses Phänomen in x Jahren ausgemerzt sein wird. Dann gäbe es gar keine Anekdoten wie diese Schöne hier von den manipulierten Pulsmessern mehr. Geheimnisvoll bleibt es trotzdem, dass sich niemand klarzumachen scheint, wo er überhaupt hinmöchte.

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Durchschnittsspieler, ausländischer Art

Was haben Nigel de Jong, Hugo Almeida, Gheorghe Popescu, Andreas Johansson, Paolo Rossi, Kyriakos Papadopoulos und Ivica Horváth gemeinsam?

Nun, in ihrer Heimat heißen sie alle quasi Müller.

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Getrennte Zwillinge: Klopp & Vic Dorn

(Wer Vic Dorn ist, fragen Sie? Na, der hier.)

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Gewinnspiel: Seit‘ an Seit‘ — Stadien in direkter Nachbarschaft

Die Idee zur heutigen Sammlung beim traditionellen Gewinnspiel ohne Gewinne stammt von Gunnar vom Stehblog, der mir erzählte, dass eine Diskussion im SVWW-Forum (ja, sowas gibt’s tatsächlich) stattgefunden habe, welche anderen Städte denn wohl damit aufwarten könnten, dass sich zwei Stadien von beträchtlicher Größe direkt nebeneinander befinden.

In Wiesbaden ist dies mit der BRITA-Arena und dem Stadion an der Berliner Straße, seit September 2009 der „Helmut-Schön-Sportpark“, der Fall.

Beide verfügen über eine Kapazität von über 10.000 Menschen, welche sich gleichzeitig auf die Ränge des Stadions begeben können, und befinden sich direkt nebeneinander.

Einzige vergleichbare Situation, die den Foristen in den Sinn kam, war das Westfalenstadion neben dem Stadion Rote Erde (welche übrigens, wie Leser des Buches „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“ wissen, während des Baus des Westfalenstadions als „Zwillingsstadion“ tituliert wurden).

Deshalb die Frage, hier beim Gewinnspiel ohne Gewinne:

Wo gibt es zwei nennenswert große Stadien in direkter Nachbarschaft?

Ihr schwarmgedächtnist, ich fülle die Liste auf. Zur Einschränkung: ein einfacher Sportplatz tut es nicht, es sollten schon beides richtige Stadien sein. Was ein Stadion definiert, das wiederum entscheidet jeder selbst. 10.000 Zuschauer Fassungsvermögen müssen es nicht sein, sind aber eine Art Anhaltspunkt.

Stadt Stadien
Bangkok Supachalasai Thephasadin
21.000 6.378
Barcelona Camp Nou Mini Estadi
99.354 15.276
Berlin Olympiastadion Olympiapark-Amateurstadion
74.244 5.500
Budapest Hidegkuti Nándor Stadion Sport Utcai Stadion
12.700 2.500
Buenos Aires Estadio Libertadores de América Estadio Presidente Perón
50.566 51.389
Bratislava Stadion Pasienky Stadion Tehelné Pole
13.000 30.000
Brüssel Stade Roi Badouin Kleines Heyselstadion
50.000 10.000
Cardiff Milennium Stadium Cardiff Arms Park
74.500 12.500
Dortmund Westfalenstadion Stadion Rote Erde
80.645 25.000
Dundee Tannadice Park Dens Park
14.000 12.000
Durban Moses-Mabhida-Stadium Kings Park Stadium
70.000 55.000
Göteborg Ullevi Gamla Ullevi
43.000 18.000
Helsinki Olympiastadion Sonera Stadium
40.682 10.766
Johannesburg Ellis Park Johannesburg Stadium
62.500 37.500
Kopenhagen Parken Österbro Stadion
38.065 7.000
Lusaka Lusaka Stadium Independence Stadium
70.000 30.000
Malmö Malmö Stadion Swedbank Stadion
26.500 24.000
Mannheim Carl-Benz-Stadion Rhein-Neckar-Stadion
27.000 8.000
Montreal Olympiastadion Saputo Stadium
66.308 20.341
Nottingham City Ground Meadow Lane
30.056 20.229
Odense Tre-For-Park Odense Atletikstadion
15.761 8.000
Paris Parc des Princes Jean-Bouin
49.000 20.000
Prag Strahóv Stadion Stadion Evžena Rošického
220.000 18.775
Rheydt Jahnstadion Grenzlandstadion
30.000 12.000
Saarbrücken Ludwigsparkstadion FC-Sportfeld
35.303 12.000
Stuttgart Mercedes-Benz-Arena Stadion Festwiese
60.449 5.000
Tórshavn Tórsvøllur Gundadalur
6.000 5.000
Wiesbaden BRITA-Arena Helmut-Schön-Sportpark
12.566 11.000
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Jeden Tag einen guten Tweet

(Im Kleingedruckten dieses Kalenderspruchs liest man den Urheber „Fußball-Blogger Frank ‚Trainer‘ Baade“, es ist ein Foto eines Fußballkalenders, der sich diesen meinen Tweet von 2009 für den 18. September, also heute, zu eigen gemacht hat. Herausgegeben wird der Fußballkalender von Arnd Zeigler, da hat sich endlich die Suche nach dem Ort dieses Zitats erledigt. Denn erzählt hatte Arnd Zeigler mir im Jahr 2011, dass er diesen Tweet benutzt hat, nur nicht, wo. Dank LizasWelt ist dies jetzt aufgeklärt.

Und da der Tweet von 2009 stammt, wird wohl kein Bayern- oder Nationalmannschaftsfan widersprechen, dass die Eckbälle in jener Zeit besonders harmlos waren. Was sich zuletzt ein wenig geändert haben mag, wobei man sich hier auch die Frage stellt, ob Schweinsteiger aktuell überhaupt noch der etatmäßige Eckball-Schütze ist. Wie auch immer, wie man feindliche Aliens begrüßen sollte, daran hat sich jedenfalls nichts geändert.)

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Dunkles aus dunkler Zeit

Es ist eine der großen Betriebsmotivationen hier in diesem Blog, doch eines Tages noch zu erfahren, was bei der EM 2000 in den Reihen der Nationalmannschaft wirklich vorgefallen ist, als die eine oder andere Revolution drohte, die Mannschaft auseinanderfiel und der deutsche Fußball das jämmerlichste Bild seit dem Krieg abgab. Mehmet Scholl allerdings hat zum Beispiel geschworen, die genauen Umstände nie zu verraten, vielleicht bricht ja einer wie Markus Babbel oder der Loddarmaddäus himself mal das Schweigen.

Bis dahin müssen wir uns weiterhin mit dem begnügen, was damals anwesende Zeitzeugen so aufgeschrieben haben, z. B. der Spiegel über die EM 2000 und Ribbecks Anteil. „Populist“ mit „überschaubarem taktischen Interesse“ sind da noch die harmloseren Wendungen, mit denen Erich Ribbeck bedacht wird. Aber auch Matthäus kommt extrem schlecht weg und ein bisschen Licht ins Dunkel gelangt durchaus mit diesen Worten des Spiegels. Schöner „Read“ für dunkler werdende Tage, denn es ist fast ein bisschen gruselig, wie dunkel es damals, keine 15 Jahre her, in der Nationalmannschaft zuging.

„Der Kaffeehaus-Trainer“.

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Mit Legenden aufräumen: dem Fritz sei Wetter

Der Sommer geht, die ersten Herbstlüfte ziehen auf, der Regen wird häufiger. Apropos Regen. Da gibt es doch etwas im deutschen Fußball mit Regen Verknüpftes, obwohl man Regen eher mit der britischen Insel in Verbindung bringen würde. Regen also …

Mit Legenden aufzuräumen kann weh tun. „11 Freunde müsst ihr sein“ stammt nicht von Sepp Herberger. Das weltberühmte Foto von Maradona gegen 6 Belgier erzählt nicht die Geschichte, die man zu kennen glaubte. Jens Lehmann fuhr nicht mit der Straßenbahn von Leverkusen nach Schalke. Und jetzt bitte festhalten, meine Damen und Herren:

Regen ist nicht dem Fritz sei Wetter.

Denn an jedem Tag ist dem Fritz sei Wetter!

Das zumindest berichtet Paul Lavan, damaliger Radiomensch, im Jahre 1968 in der Publikation „fair play – neue Folge“. Hier glaubte man bislang an die Legende, dass Fritz Walter sich im Kriege Tuberkulose eingefangen habe, deshalb Probleme mit den Atemwegen hatte und ihm Regen oder feuchte Luft nicht in erster Linie wegen der dann nötigen besseren fußballerischen Technik zugute kam, sondern weil er dann besser atmen konnte.

Tatsächlich war dieser Spruch von Sepp Herberger wohl eine Art früher „Running Gag“ in den Reihen des deutschen WM-Kaders für 1954. Denn Paul Lavan beschreibt die Anwendung des Spruches folgendermaßen:

… unser Sepp hatte in seiner verhaltenen Art dieses zitierte Wort immer bei der Hand. Als Selbstberuhigung? Gehört es zu seinem „Führungsprogramm“, das ja auch eine behutsame Stimmungsmache umschließt?

Regnete es in Strömen auf dem Platz in Thun, auf dem trainiert wurde, fragte man: „Na, Sepp?“ – Pause. Dann: „Ha no, s‘isch dem Fritz sei Wetter.“ Ein anderes Mal brach die Sonne hintern den Wolken hervor. Es war heiß und drückend beim ersten Sieg über die Türken. Herberger stand still und beobachtete alles vor dem Spiel. Wir stellten ihn: „Na, Sepp, heiß heute!“ – Pause. Nach einiger Zeit, etwas gedämpft: „Ha no, s‘isch dem Fritz sei Wetter.“ Wie war das doch in Genf windig, Wolkenhimmel und drohender Regen. Die Jugoslawen marschierten, kampf- und siegesentschlossen in die Bahn. „Sepp, der Wind pfeift stark, der Regen droht. Die Jungens sind doch auch bei dem Wetter gewappnet?“ – Pause. Nach längerer Zeit ruhig und still: „Ha no, s‘isch dem Fritz sei Wetter, des hat er gern.“

Da sind wir alle geplättet, die Bundesrepublik in ihren Grundfesten erschüttert und Herberger ein Mann, der — obwohl er auf die Urheberschaft von „11 Freunde müsst ihr sein“ verzichten muss — dann auf andere Art die Geschichte prägt: mit einem ganz frühen Running Gag. Unweigerlich fühlt man sich hier erinnert an jenen einstigen Mitspieler, der stets vor Anpfiff beider Halbzeiten verkündete, dass man nun „auf unserer starken Seite“ spielen werde, ganz egal, ob man nun in Richtung Mekka oder in Richtung Grönland rennen musste.

Ein kleines Mantra, vielleicht auch nur ein Spielchen, nicht zuletzt mit den Journalisten, aber sicher keine Spätfolge von TBC und noch nicht mal besonderes Geschick von Fritz Walter sind also Grundlage dieses doch so ungemein bekannten Ausspruchs im Fußball.

Die Grundfeste der Bundesrepublik wackeln noch ein bisschen, dann fangen sie sich wieder ein.

Alles nur ein Gag.

Besser als andersherum.

(Großer Dank an blavont.)

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