Sportschau erfindet Zeitmaschine

Seit 1935 schon gibt es in Deutschland regelmäßiges Fernsehen. Die Sportschau hat es dennoch mittels der bis heute geheim gehaltenen Entwicklung einer Zeitmaschine bewerkstelligt, Rollenbilder und Humor von noch vor dieser Zeit ausfindig zu machen und dann sogar in einer Werbekampagne zu verwursten.

Man muss ja nicht aus jedem misslungenen Gag einen Skandal schustern, der keiner ist. Was aber die zuständige Agentur — und man kann nur hoffen, dass es eine Agentur war, und nicht die Sportschau-Redaktion selbst — da wieder an billigster Platitüde und Sexismus in die Kampagne für ihre Sendung gegossen hat, unterbietet in jeder Hinsicht alles, was man zuvor schon aus dem Dunstkreis der stets mit besonders miefigem Mief durchzogenen Räume der Sportredaktionen dieser Welt ertragen musste.

Nein, hier schreibt kein Moralin. Sondern der Wunsch, nicht durch Reproduktion ständig Stereotype zu erhalten, die nun mal so in der Realität nicht existieren.

Worum geht’s? Um die Werbung für die Sportschau mit Comic-Neandertalern, in der das Frauchen den Mann nicht vom Fernseher wegbekommt, weil dieser lieber Fußball sehen möchte. Erst als sie ihr Kleid lüftet und darunter ein BH im Design von Fußbällen zum Vorschein kommt, glotzt der Mann ihr wieder auf die … nicht mehr auf den Fernseher.

Das Bild und das Video [Link leider tot] zum Bild.

Wahrscheinlich soll es prophylaktisch apologetisch wirken für all jene Männer, die mit ihrer Frau um Zeit fürs Fußballschauen ringen. Verständlich. „Männer waren schon immer so“, ist schließlich der Slogan der Kampagne, mit einem „Jedenfalls samstags“ hinten dran. Aber wie so etwas bei den zig Millionen Frauen ankommt, die sich für Fußball interessieren, da muss man nicht spekulieren: Gar nicht.

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Jeder so gut er kann

Was Rolf Töpperwien kann, kann Manni Breuckmann schon lange.



„I‘m your radio“ aus dem Jahr 2000.

Auszug aus dem Text: „I‘m your radio — you can turn me on.“

Kann man vielleicht besser nachvollziehen, wenn man 40 seiner Antworten liest, darunter gleich die erste:

1. Manni Breuckmann, in welcher Band wären Sie gern Mitglied?

Bei den Stones, ich würde gerne einmal vor tausenden Menschen »Satisfaction« singen.

Satisfaction oder Radio, ist schließlich fast das gleiche …

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Trainer Baades Lesung kommt nach Münster

… und er selbst kommt natürlich auch nach Münster.

Matthias in der Weide, dem Schalkefan, sei Dank gibt es jetzt endlich den nächsten Termin für eine Lesung von mir und meinen „Drama Queens in kurzen Hosen“. Am Donnerstag, den 6. September geht es wieder 2 Halbzeiten lang um Betrachtungen zum Fußball.

Austragungsort wird das „Spooky’s“ sein, das ebenerdig eine normale Bar ist und im Keller eine Lounge mit vielen Sofas und Sesseln besitzt. In diesem Keller geht es ab 20h los, der Eintritt beträgt 5 Euro und die Chancen stehen nicht schlecht, dass es wie beim letzten Mal nach den 2 Halbzeiten noch ein wenig in die Verlängerung geht.

Freue Dich O Christenheit und was sonst noch unter der Sonne kreucht und fleucht, denn nicht nur ist dieser Tag frei von jeglichem Profifußball und es spricht also nichts gegen einen Besuch von „Drama Queens in kurzen Hosen“ — es wird auch nicht der letzte Termin bleiben, mehr ist in Arbeit.

Zur Übersicht der Lesetermine.

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[Update] Gewinnspiel: Rote Karten für deutsche Nationalspieler

Jahr Spieler Partie Gegner Karte/Grund Min
1928 Hans
Kalb
Olympia-Viertelfinale Uruguay Meckern 37.
1928 Richard
Hofmann
Olympia-Viertelfinale Uruguay ? 87.
1938 Hans
Pesser
WM-Achtelfinale Schweiz Revanchefoul 96.
1958 Erich
Juskowiak
WM-Halbfinale Schweden Revanchefoul 59.
1968 Günter
Netzer
Freundschaft Chile Rot, ? ?
1968 Dieter
Erler
Freundschaft CSSR Rot, ? ?
1979 Konrad
Weise
EM-Qualifikation N‘lande Rot, ? ?
1986 Thomas
Berthold
WM-Viertelfinale Mexiko Rot, Tätlichkeit 65.
1986 Lothar
Matthäus
Freundschaft Österreich Rot, Meckern 64.
1989 Ronald
Kreer
WM-Qualifikation Österreich Rot, ? ?
1990 Rudi
Völler
WM-Achtelfinale N‘lande Rot, unsportliches Verhalten 22.
1991 Thomas
Berthold
EM-Qualifikation Wales Rot, Tätlichkeit 61.
1992 Ulf
Kirsten
Freundschaft Österreich Rot, grobes Foulspiel 73.
1996 Thomas
Strunz
EM-Vorrunde Italien Gelb-Rot, wiederholtes Foulspiel 60.
1998 Jürgen
Kohler
Freundschaft Brasilien Rot, grobes Foulspiel 35.
1998 Christian
Wörns
WM-Viertelfinale Kroatien Rot, grobes Foulspiel 40.
2001 Sebastian
Deisler
WM-Qualifikation Gr‘land Gelb-Rot, wiederholtes Foulspiel 60.
2001 Carsten
Ramelow
WM-Qualifikation Albanien Rot, Tätlichkeit 37.
2002 Carsten
Ramelow
WM-Vorrunde Kamerun Gelb-Rot, wiederholtes Foulspiel 40.
2002 Christian
Wörns
Freundschaft Bosnien – H. Rot, Unsportlichkeit 49.
2005 Robert
Huth
Freundschaft Nordirland Rot, absichtliches Handspiel 15.
2005 Mike
Hanke
Confed-Cup um Platz 3 Mexiko Rot, grobes Foulspiel 53.
2006 Lukas
Podolski
Freundschaft Georgien Rot, Tätlichkeit 48.
2008 Bastian
Schw’st‘ger
EM-Vorrunde Kroatien Rot, Tätlichkeit 90.
2009 Jérôme
Boateng
WM-Qualifikation Russland Gelb-Rot, wiederholtes Foulspiel 68.
2010 Miroslav
Klose
WM-Vorrunde Serbien Gelb-Rot, Foulspiel 36.
2012 Ron-Robert Zieler Freundschaft Argentinien Rot, Notbremse 30.

So, nach langer Pause: Heute mal wieder etwas aus der allseits beliebten Rubrik: Gewinnspiele ohne Gewinn außer Rum und Ähre. Wichtiger ist bei dieser Angelegenheit neben dem Rum ohnehin, dass Gewinnspiele bei Trainer Baade ohne zu googlen ablaufen sollten, für die Neulinge unter uns. Bei Zuwiderhandlung drohen Strafen nicht unter 2 Jahren Konferenzschauen Premiere/Sky, Tee-Irgendwas oder sonstige Anbieter, ohne je ein einziges Spiel in seiner vollen Länge sehen zu dürfen oder zur Not auch eine Zwangseinweisung in einen dieser Kanäle als Moderator der Halbzeitpausenkonferenz, wobei natürlich sofort lebensgefährliches Austrocknen des gesamten Körpers respektive Hirns droht, wenn man mit den immer selben Floskeln von Stefan Effenberg, Ottmar Hitzfeld oder Peter Alexander Kahn konfrontiert wird. Eine Zuwiderhandlung ist offensichtlich nicht besonders empfehlenswert, und, um es mit Louis van Gaal zu sagen: Die modernen Kommunikationsmittel werden mir schon dabei helfen, eventuelle Zuwiderhandlungen lückenlos zu entdecken.

Nun aber zum eigentlichen Spiel, nur zufällig gerade zum Wochenende beginnend: Dem populären „Gewinnspiel ohne Gewinn“.

Ich muss gar nicht viel Worte machen, die Überschrift erklärt eigentlich schon alles:

Welche deutschen Nationalspieler bekamen je in einem Länderspiel eine Rote Karte (oder einen Platzverweis!), in welchem Spiel, wann, wo, und warum?

Damit das nicht so einfach zu gewinnen ist, müssen natürlich alle gefunden werden, die es je gab.

Ich werfe den obligatorischen Christian Wörns in die Runde, im WM-Viertelfinale 1998 gegen Kroatien, in Lyon, wegen einer vermeintlich vom Schiedsrichter so interpretierten Notbremse. Obwohl es ja eigentlich des unsäglichen, damals schon viel zu alten Loddars Schuld war, mit seinem viel zu kurzen, wurschtigen Pass. Aber der Loddar geht doch immer vom Platz/aus der Verantwortung, wenn es drauf ankommt, das müsste man inzwischen gelernt haben.

Welche Roten Karten/Platzverweise gab es sonst noch für deutsche Nationalspieler?

Schwarmgedächtnis: go!

Damit man es auch sieht, steht die Zwischenbilanz jetzt oben.

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Reminder für Länderspiel-Reporter

Es gibt neuerdings Tretesel. Und Dampfrösser. Sogar Automobile zu erschwinglichen Preisen. Das hat zur Folge, dass Menschen auf den Rängen eines Stadions in einer bestimmten Stadt womöglich eine ganz andere Stadt ihre Heimat nennen.

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Erste schwarze Spieler in Fußballnationalmannschaften

Anlass war ein Link von Lizas Welt zu einem Blog-Beitrag des Independent, der sich mit einer italienischen (!) Karikatur von Mario Balotelli als King Kong (welcher ein Affe ist) beschäftigt. In diesem Beitrag fällt auch der Name Viv Anderson, welcher der erste schwarze Spieler in der englischen Nationalmannschaft war.

Landläufig wurde dem Zuhörer Mario Balotelli während der EM als erster schwarzer Spieler in der Nationalmannschaft verkauft. Als geübter Korinthenkacker glaubt man das natürlich nicht, ohne es selbst geprüft zu haben. Der erste schwarze Spieler der Squadra Azzurra war im Jahr 2001 Fabio Liverani. Angesichts der Entwicklung der Menschenströme in und durch Europa ist auch 2001 immer noch sehr spät, aber eben nicht erst 2012.

Davon inspiriert begann der Blick auf die Jahreszahlen, in denen andere Fußballnationen zum ersten Mal einen Spieler mit dunkler Hautfarbe in ihre Nationalmannschaft beriefen und auch aufstellten. Die Zahlen sprechen erst einmal für gar nix, außer für sich selbst. Chronologisch sortiert bietet sich folgende Liste:

1881 Schottland: Andrew Watson
1914 Brasilien: Artur Friedenreich
1931 Frankreich: Raoul Diagne
1931 Wales: Eddie Perris
1937 Portugal: Guilhermo Esperito Santo
1950 USA: Joe Gatjens
1951 Schweiz: Raymond Bardel
1960 Niederlande: Humphrey Mijnals
1965 Österreich: Helmut Köglberger
1970 Australien: Harry Williams
1974 BR Deutschland: Erwin Kostedde
1978 England: Viv Anderson
1979 Irland: Chris Hughton
1987 Belgien: Dimitri M‘Buyu
1990 Schweden: Jean-Paul Vondenburg
1994 Dänemark: Carsten Dethlefsen
1994 Griechenland: Daniel Batista
1998 Spanien: Vicente Engonga
1998 Norwegen: John Carew
2000 Polen: Emmanuel Olisadebe
2001 Italien: Fabio Liverani
2002 Japan: Alex
2004 Kroatien: Eduardo
2006 Türkei: Mehmet Aurelio
2011 Tschechien: Theodor Gebre Selassie
Russland, Ukraine: Fehlanzeige.
Argentinien, Uruguay: keine Antwort gefunden.

Alle Daten ohne Gewähr. Falls also jemand bessere Informationen hat, gerne her damit.

Dann allerdings sprechen die Zahlen doch dafür, dass ehemalige Kolonialmächte qua Möglichkeit deutlich früher begannen, Schwarze in ihren Nationalteams aufzustellen, während ehemalige Ostblockstaaten die Nachzügler bilden, wohl da Immigration lange Zeit nicht möglich war.

(Etwaige Diskussionen, dass Hautfarbe ein Kontinuum ist, und es genauso wenig Klassen bei Hautfarben geben kann wie es Rassen unter den Menschen gibt, dazugedacht.)

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Adeus à Brasil

Die Galerie von Bostons „Big Picture“-Sektion zur EM 2012 ist so, wie auch die EM vielerorts wahrgenommen wurde: durchwachsen, jedenfalls, was Teil 1, die Fans angeht. Teil 2, die Action lässt da schon einen Aufwärtstrend erkennen.

Am besten ist allerdings jene vom WM-Austragungsland 2014.

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Einen neuen Tiefpunkt erwühlt

Es ist ja nichts Neues. Also, der Inhalt schon, die Vorgehensweise nicht. Der Inhalt ist (hier) neu, weil derlei Publikationen heutzutage gottseidank weiträumig gemieden werden können. Bewirkt dann aber doch eine leichte Spur von Ekel, wo man doch eigentlich nur noch mit den Schultern zucken sollte: Jeder eben so tief wie er kann.

Verärgert und tief enttäuscht sei Löw aber über andere Dinge, und diese Verärgerung könne durchaus nachhaltig sein. Die Verunglimpfung seiner Spieler als „Memmen“ in manchen Boulevard-Medien empfindet Löw als glatte Unverschämtheit, genauso wie die Tatsache, dass ihm nach dem Ausscheiden in seinem Hotelzimmer hinterhergeschnüffelt wurde und „Sport-Bild“ seinen blauen Pullover aus dem Papierkorb fingerte und als Symbol des Scheiterns und der Missachtung veröffentlichte. Tatsächlich soll das ehemals gute Stück in der Wäsche eingelaufen sein.

Wenn seine Verärgerung nachhaltig wäre, mit den richtigen Adressaten dieser Verärgerung, hätte dieses absurde Hinterherschnüffeln in der intimsten Privatsphäre des Bundestrainers wenigstens noch eine gute Seite. Schade, dass ausgerechnet jetzt Stenger abgesägt wurde, der für Gleichbehandlung der Medien sorgte, man denke zudem an das Stichwort Maulwurf vor dem Griechenlandspiel.

Man muss zwangsläufig so tief unten im Papierkorb wühlen, wenn man selbst nichts an Inhalten bezüglich des Sportlichen beizutragen hat. Das wiederum, siehe Eingang, ist nun mal nichts Neues.

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Rekordmeister: der 1. FC Nürnberg

[Update] Die SpVgg Greuther Fürth ist ein Neuzugang bei den Zweitligameistern. Eintracht Frankfurt hat seine Chance vertan, hier ein Treppchen höher zu rücken.

Wer war am häufigsten Meister der 2. Bundesliga (bis 1980/81 zweigeteilt)?

Rekordmeister ist — tada! — ein Ex-Rekordmeister, nämlich der 1. FC Nürnberg, der damit nicht nur bei der Zahl der Aufstiege, sondern auch der Meisterschaften in der 2. Liga unterstreicht, dass er zur absoluten Fahrstuhlmannschaft geworden ist. Für die dreimaligen Gewinner gilt dies wohl genauso: Der VfL Bochum, SC Freiburg, Karlsruher SC und Hannover 96. Dass Hannover 96 sich wirklich fest in der 1. Liga etabliert hätte, muss man meiner bescheidenen Meinung nach noch weiter abwarten. Alle, die hier häufiger als 1x auftauchen, sollten ohnehin in ständiger Alarmbereitschaft leben und im Falle einer Platzierung auf einem Nichtabstiegsplatz in der 1. Liga den Teppich Richtung Otto-Fleck-Schneise zum Dankesgebet ausrollen, oder wo auch immer darüber entschieden wurde, die 1. Liga mittels Relegation weniger durchlässig zu machen. Man möge mir verzeihen, dass die einmaligen Zweitligameister nicht alphabetisch sortiert sind, die Daten sind wohl noch überschaubar.

Meistertitel in der 2. Bundesliga

Anzahl Verein
4x 1. FC Nürnberg
3x SC Freiburg
3x VfL Bochum
3x Karlsruher SC
3x Hannover 96
3x Arminia Bielefeld
2x 1. FC Saarbrücken
2x SV Darmstadt 98
2x FC Schalke 04
2x Hertha BSC
2x 1. FC Kaiserslautern
2x 1. FC Köln
1x TeBe Berlin
1x VfB Stuttgart
1x FC St. Pauli
1x TSV 1860 München
1x Bayer Leverkusen
1x Werder Bremen
1x SV Waldhof Mannheim
1x FC Homburg 08
1x Stuttgarter Kickers
1x Fortuna Düsseldorf
1x Bayer Uerdingen
1x Hansa Rostock
1x Eintracht Frankfurt
1x Borussia Mönchengladbach
1x SpVgg Greuther Fürth

Gut möglich, dass Eintracht Frankfurt oder Fortuna Düsseldorf in dieser Saison einen Schritt auf das nächsthöhere Treppchen machen.

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Pernikeluistisch

Vor vielen Jahren erlebte ich einmal unvorhergesehene Probleme an meinem Raumschiff und musste notlanden — eigentlich war nur die schnelle Durchreise vorgesehen — auf einem wildfremden, fernen Planeten.

Ich überstand die rumpelnde Landung zwar bis auf den Schreck unbeschadet, aber mein Gefährt war hinüber und die Reparatur würde selbst bei einer Werkstatt auf meinem Heimatplaneten mit genauer Kenntnis meines Modells von Raumfähre sicher eine ganze Woche dauern. Wie lange das hier, am Arsch der Galaxis, dauern könnte, das konnte ich nur ahnen, richtete mich aber auf einen längeren, erzwungenen Aufenthalt auf diesem Planeten ein.

Ein Umstand, der mir recht schnell ein wenig Erleichterung verschaffte, war die Tatsache, dass man hier auch Fußball spielte. Kein Wunder also, dass ich gleich an jenem Ort, an dem ich unfreiwillig gelandet war, die Einheimischen fragte, wie es hier so zuginge. Rasch stellte sich heraus, der lokale Klub war doch recht erfolgreich in der planetaren Liga. Wo denn eine Werkstatt sei, die mir helfen könne, fragte ich, scheinbar warm geworden mit den dortigen Wesen durch die Fachsimpelei über Fußball.

Nein, nein, nein, beschied man mir mit panisch aufgerissenen Augen, dorthin, wo sich eine solche Werkstatt befinde, könne man mich unmöglich schicken, denn dort sei es gar fürchterlich, die Einwohner alle hässlich und dumm, noch dazu verroht in ihren Sitten und am Ende es nicht mal wert, dass man sich auch nur mit ihnen unterhalte.

Zunächst dachte ich an einen Scherz, schließlich war meine Notlage zu offensichtlich, aber wen ich auch fragte, ich erhielt nur entsetzte Antworten, dass es in dieser Nachbarstadt fürchterlich zuginge. Ungebildet, gewalttätig, niederträchtig und verachtenswert, lautete das einhellige Urteil. Mein Einwand, dass sie so schlechte Wesen nicht sein könnten, schließlich spielten sie auch Fußball, wurde gar nicht erst zur Kenntnis genommen, die Litanei, wie grausam und abstoßend und vor allem grausam abstoßend alle dortigen Bewohner seien, wurde mir von Kindern und Alten, von Weibchen wie Männchen vorgebracht.

Als ich mich dann alleine auf den Weg machte — mein Schiff musste schließlich repariert werden — wunderte ich mich bei Eingang in die Stadt, die mich keinen Unterschied zur ersten Stadt erkennen ließ. Genauso gepflegt oder ungepflegt, genauso modern oder unmodern, genauso einladend oder ausladend wie jene Stadt, aus der ich gerade kam, schien mir diese zweite Stadt zu sein.

Als sich die ersten Türen der Bewohner öffneten, sprachen die Wesen zu meinem Erstaunen in der gleichen Sprache, mit dem gleichen Akzent zu mir, und höflich waren sie wie jene in der ersten Stadt. Es gab nichts, worin sie sich nicht glichen, und der Weg zur Werkstatt wurde mir sogar schon in ubernetter Weise erklärt, als ich noch gar nichts von meiner Fußballleidenschaft erwähnt hatte. Als dann das Thema doch auf diese unsere gemeinsame Leidenschaft kam, hielten plötzlich alle inne, nur in einem Nebensatz hatte ich erwähnt, dass ich auch direkt nach meiner Notlandung schon über Fußball gesprochen hatte. Ja, mit den Bewohnern der von mir zuerst gesehenen Stadt, entgegnete ich einer zögerlichen Nachfrage.

Von da an machte man mir aufgebrachte Vorhaltungen, wie entsetzlich die Wesen in jener ersten Stadt seien, hässlich, von Zorn und Niedertracht durchdrungen, ganz und gar verachtenswürdig, auf keinen Fall dürfe man je mit ihnen in Kontakt treten, denn allein ihre Existenz verseuche schon die Atmosphäre auf diesem Planeten und überhaupt sei jede Notlandung in der Galaxie besser als in ausgerechnet dieser Stadt zu landen.

Meinen Einwand, dass ich nicht den geringsten Unterschied zwischen dieser und der ersten Stadt feststellen könne, dass man mir auch dort freundlich begegnet sei, ließ niemand gelten, es müsse sich um einen Irrtum halten, ich sei vielleicht zu kurz dort gewesen, um ihre Niedertracht am eigenen Leib zu erleben, und als ich noch erwähnte, dass man mir nicht den Weg in diese zweite Stadt hatte zeigen wollen, riefen die Umstehenden triumphierend, dass sie es ja gesagt hätten, so etwas würde nur dort geschehen und ob das nicht Beweis ihrer Niedertracht genug sei.

Dem Mechaniker gegenüber sprach ich vorsichtshalber kein Wort über meinen Besuch in der ersten Stadt, wohl aber von meiner Fußballliebhaberschaft, woraufhin wir, gesellig plaudernd, einige Tage zusammen verbrachten, bis er mein Gefährt wieder soweit hinbekommen hatte, dass es einigermaßen raumtüchtig war. Die Termine in der Heimat waren nun eh schon hinfällig, da kam es auf eine etwas langsamere Reisegeschwindigkeit auch nicht mehr an.

Als ich den Motor der Maschine zündete und durchs Fenster noch dem Mechaniker zuwinkte, sah ich kurz in meinem Raumkarten nach, bei was für einem merkwürdigen Völkchen ich dort gelandet war, und weil sie sich so merkwürdig, ihrer sonstigen an den Tag gelegten Intelligenz überhaupt nicht würdig, gerierten, ist es mir bis heute im Gedächtnis geblieben, welcher Name eines Planeten auf der Anzeige aufleuchtete. In dicken Lettern stand dort geschrieben:

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Anleitung zum Abhaken — Folge II

Wir haben gelernt, dass Lukas Podolski einen Tag brauchte, um den Abstieg seines Clubs zu verdauen. Auch wohl nur deshalb, weil es mit ihm und dem 1. FC Köln eine Sache ist, die von Häätze kommt. Bei einem anderen Club wäre er ähnlich wie Otto Rehhagel bei Hertha BSC im Moment des Schlusspfiffs des letzten Spiels mit der Angelegenheit schon durch gewesen. Ah, dieses saftige Steak heute Abend und morgen der Flug nach Mauritius.

Heute lernen wir, wie lange Thomas Müller brauchte, um seine Enttäuschung über das Aus bei der EM zu verarbeiten: „Zwei, drei Tage“. Und das wiederum auch nur, weil er zu Hause nicht im Haushalt hilft, wie er freimütig zugibt. Da wolle er sich „nicht aufdrängen“, wenn er denn schon mal zu Hause ist, was ja eher selten der Fall sei. Hätte er noch bei der Spülmaschine geholfen, es wäre dann wohl doch nur ein Podolski’scher Tag gewesen, um mit der Sache abzuschließen. Zwei, drei Tage bedeuten auch, dass er beim Finale am Sonntag mit der Angelegenheit schon fertig war, nachdem er am Donnerstag ausgeschieden war. Schon ernüchternd, dieses Herzblut, fehlende.

Unsereins fährt tagelang ziellos quer durch die Republik Stadt, um das Aus zu verarbeiten. Andere, die sogar selbst am Aus Schuld tragen, brauchen schlappe zwei, drei Tage. Was wohl auch erklärt, wieso die einen Profis sind und die anderen nicht. Ein professioneller Umgang mit Enttäuschungen gehört insbesondere beim Fußball eben dazu. Anders als Hürdenläufer oder Ringer, die jahrzehntelang ohne Niederlage durch ihre Karriere kommen können, verlieren Fußballer alle paar Tage mal, selbst mit den besten Teams der Welt. Und doch würde man sich einen Tick mehr emotionale Beteiligung bei den Protagonisten selbst wünschen. Es muss ja nicht gleich wie bei Bastian „Sebastian“ Schweinsteiger sein, der seit seinem verschossenen Elfmeter gegen Chelsea monatelang in ein Tief abtaucht. Aber so zwei, drei Monate statt der Müllerschen zwei, drei Tage fänden wir dann schon angemessen nach einer Halbfinalniederlage bei einer EM.

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Blog-Krokant: Heute aus Münster

Wenn dem Peters zu langweilig ist, geht er aufs Eis. Natürlich nicht ohne sein Laptop. Auf dem Eis fallen ihm dann die dollsten Dinger ein, und so hat er von dort auf dem Eis mal eben ein neues Projekt ins Leben gerufen. Fokus Fussball ist eine Presseschau rund um den Fußball und damit ein erster (?) ernsthafter Konkurrent von indirekter freistoss, welcher in dieser Disziplin einst prämierte Maßstäbe setzte. Wie es bei einem Produkt aus dem Hause Peters nicht anders zu erwarten war: Optisch schön anzusehen, die Metapher mit dem „Grün, wegen Fußball, zwinker, zwinker“ nicht überdehnt und die ersten drei Ausgaben lesen sich schon so, dass man zum Wiederkommen neigt: Fokus Fussball.

Wie das Produkt „Fokus Fussball“ stammt auch die nächste Geschichte aus Münster. Matthias in der Weide, der „Schalkefan“, hat nach seinem Analogbloggen während der EM dem Fass voller Ideen mal wieder die Krone aufgesetzt. „Die kleine Geschichte vom Bundesliga-Rasen in Tüten“ erzählt davon, wie er jene Graskrumen rettet, welche die einzigen Überlenden des ersten Bundesligaspieltags vor 50 Jahren darstellen. Denn in keinem anderen als dem Stadion von Preußen Münster dürfte man 50 Jahre lang nie den Rasen ausgewechselt haben. Weshalb die von in der Weide (sic!) geernteten Rasenelemente zumindest die x-te Generation an Nachfahren des Rasens aus dem Jahr 1963 sein dürften.

Sie sind somit auch ein echtes Stück deutscher Fußballgeschichte, welches er bewahrt hat und von dem er einen Teil ganz sicher mit dem größten Vergnügen an das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund weiterreichen wird. Bei Preußen Münster selbst hält man hingegen nicht so viel davon, auf Anfragen zu antworten oder das Pfund, welches man als Teilnehmer der ersten Bundesligasaison besitzt, zu etwas anderem einzusetzen als zum Dösen. Nicht dass man damit noch wucherte. (Achtung: Delling.) Wuchern wird hingegen bald auch auf meinem Balkon der Urururururenkel vom Rasen aus der ersten Bundesligasaison, denn ich bin dank des heldenhaften Rettungseinsatzes, aber auch des Großmuts von in der Weide Besitzer eines solchen Büschels geworden. Tolle Geschichte, diese „Kleine Geschichte vom Bundesliga-Rasen in Tüten“.

Das dritte Thema unserer schönen Krokantansammlung stammt nicht aus Blogs, aber ebenfalls aus Münster. Ein höchst kurzweiliges Interview mit einem ehemaligen Spieler von Preußen. Wer auf unfreiwilligen Humor à la Helge Schneider steht, wenn der Interviewer bei jeder zweiten Frage die falschen Informationen mitgebracht hat und der Interviewte ihn korrigieren muss, oder der Befragte den Interviewer anweist, was er später auch noch alles so fragen könnte, der ist beim Interview von Preußen Münster mit Uwe Tschiskale genau richtig.

Uwe Tschiskale? Ja, er war tatsächlich mal beim großen FC Bayern, von Coesfeld aus, über Preußen Münster und die SG Wattenscheid 09. Tschiskale bestreitet selbst nicht, dass es bei Bayern nicht allzu gut lief. Obwohl seine Erfahrungen mit Lothar Matthäus, Klaus Augenthaler und so weiter alle positiv waren. Auch auf Uli Hoeneß lässt er nichts kommen. Einleuchtende Begründung dafür, warum Uli Hoeneß der tollste Mensch der Welt sei: Er gibt sein Wort und hält sich dran. Schon damals waren die Verhältnisse in unserer Gesellschaft also derart zerrüttet, dass das für viele andere Menschen nicht galt.

Im normalen Leben ist Tschiskale allerdings gut angekommen. Sein persönliches Dschungelcamp heißt „Hotel am Münstertor“ und scheint in Coesfeld ordentlich zu laufen. Zumindest existiert es jetzt schon längere Zeit, ohne pleite zu gehen, was in Ex-Fußballerhänden ja keine Selbstverständlichkeit ist. Ja, gut äh, die Webseite seines Hotels ist jetzt seit 2005 nicht mehr aktualisiert worden — das macht aber nix, denn was soll sich an der Dienstleistung schlafengehen-duschen-frühstücken auch schon groß ändern in so einem Hotel?

Anekdote um Anekdote in diesem Interview, ganz frei Schnauze.



Kann man nicht erfinden …

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Fußball à la Kennzeichen D

Die Anzeichen verdichten sich, dass Markus Babbel schlicht keinen Plan davon hat, was seine Spieler auf dem Platz überhaupt tun sollen. Denn befragt, was er vom neuen Kennzeichen des Hoffenheimer Mannschaftsbus halte, das die Buchstaben „EL“ enthält, welche eventuell für das Mannschaftsziel „Europa League“ stehen könnten, antwortet er:

Mir ist so ein Kennzeichen relativ egal. Hauptsache, die Spieler setzen es um.

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Filmreifes Training in Hamburg

Wie gut, dass man beim Liga-Total-Cup nur 2×30 Minuten spielte und diese Partien somit irgendeine Form von Trainingsvariation zwischen den vier Teilnehmern darstellte, nicht aber ernsthaften Fußball.

Denn erstens hat die FIFA es nicht gerne, wenn man eigenmächtig an den Regeln rumschraubt. So entgingen auch die USA einer Ausrichtung der WM 1986, für die sie zunächst angedacht waren. Da sie aber das Spielfeld wegen der Abseitsregelung in Drittel unterteilen wollten, wandte die FIFA sich strafenderweise lieber Kolumbien zu (welches später verzichtete). Würde man diesen Cup als ernsthaften Wettbewerb bezeichnen, drohte man Gefahr zu laufen, nie wieder eine WM ausrichten zu dürfen. Und das würde doch niemand wollen, da man gerade erst die schicken neuen Stadien gebaut bzw. renoviert hat.

Zweitens käme hinzu, dass man sich womöglich en detail mit den sportlichen Ereignissen auf dem Platz beschäftigen müsste. War aber kein ernsthaftes Fußballspiel, sondern nur Training, also kann man es sein lassen.

Was SAT1 die Gelegenheit gab, offensichtliche Trainingseinheiten der Fußballer dazu zu nutzen, selbst etwas zu trainieren. Nämlich an den Knöpfen an der Bildregie. Da gab es wahnwitzige Kamerafahrten mit der Spidercam, ähnlich dieses Pistolenkugelschusses aus „Matrix“, wenn Spieler Freistöße ausführen, dass man als Zuschauer völlig die Orientierung verlor.

Schnelle Schnitte wie im Musikvideo, während des laufenden Spiels, nah, von oben, wieder nah, von hinten, von unten und dann durch die Unterhose. Ein zugegebenermaßen guter Zeitpunkt, um so etwas zu trainieren, denn wie jeder weiß, darf man solche Mittel bei richtigen Fußballübertragungen nur äußerst spärlich einsetzen. Und dann müssen sie natürlich sitzen, um den schönen Gesamteindruck nicht zu zerstören. Wie dieser Gesamteindruck in Hamburg war, kann nun niemand beurteilen, macht aber nix.

Immer dran denken: Es diente alles einem guten Zweck. Dass die Übertragenden ihre Sperenzken dann, wenn es erlaubt ist, wie im Schlaf einsetzen können. Und erlaubt ist es bekanntlich einzig dann, wenn das Spiel unterbrochen ist.

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Fantastischer Flugkopfball von — einem Fan

Streaker, also zu deutsch Flitzer, gibt es ja in rauen Mengen, irgendwas wollen sie immer. Werbung machen meistens, entweder für eine Firma oder für ihr neues Buch oder sich sonstwie einen Namen machen, um dann später Werbung machen zu können.

Früher ™ war das anders, da rannte man aufs Spielfeld, weil man wollte, dass die eigene Mannschaft unbedingt gewinnt. Und half zur Not mit, indem man einen formidablen Flugkopfball ansetzte. Und auch wenn dieser Fan hier selbst gar nicht den Ball trifft — zu einem Tor hat es dann trotzdem gereicht.



So geschehen bei einer Partie zwischen Sheffield Wednesday und Norwich City in den tiefen 1980ern, 1982 um genau zu sein. Gerne die Wiederholung abwarten, da wird es deutlicher.

Und aus den Kommentaren bei youtube: „And, look how young the fans are. The days when they could afford to go to games.“ Tja.

(Danke, Dominik.)

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Des Kapitänchens Marionettenspieler

Durchaus lesenswert, was das SZ-Magazin über den Mann hinter dem Kapitänchen schreibt. Immerhin wurde der Mann hinter dem Kapitänchen schon vom leibhaftigen — respektive vom Leibhaftigen — Uli Hoeneß beschimpft:

Am lautesten von Uli Hoeneß, dem Präsidenten des FC Bayern, der nannte ihn: Selbstdarsteller, Profilneurotiker, Manipulator.

Dass mit dieser Verfluchung Philipp Lahms Berater gemeint sein muss, dürfte klar sein. Philipp Lahm kann schließlich per definitionem an keiner Profilneurose leiden, da er über keinerlei Profil verfügt.

Was „gebremstes Bairisch“ sein soll, müsste man mir zwar noch erklären, ich verstehe schon halbwegs gut gemeintes Hessisch nicht, aber darum geht’s ja nicht, und da es online ist, sind es ohnehin nur Buchstaben ohne Akzent. Roland Grill also betreibt die Figur, die der arme Haupt- und Realschüler Philipp Lahm dann gegenüber so Zeitungen wie der, hoppla, Süddeutschen mimen muss. Interessant, ist es nicht?

Eine weitere Folge übrigens aus jener Rubrik, welche man sich als an der Bundesliga Interessierter unbedingt anhören sollte, selbst wenn man kein Anhänger von Verschwörungstheorien ist: Matthias Sammer ist gar nicht Matthias Sammer, Jürgen Klopp ist nicht dieser Jürgen Klopp und das Kapitänchen ist auch nicht das Kapitänchen, jedenfalls nicht ganz allein. Und wie klein dieses dann wird, obwohl es das ohnehin schon ist, wenn man mehr erfährt, liest man nach im SZ-Magazin.

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Die Seiten der Weltauswahl

Die Seite WorldXI.com listet alle Spiele der „FIFA IX“ oder zu deutsch „Weltauswahl“, die diese, in den allermeisten Fällen zu Benefizzwecken, absolviert hat. Wer da wann gegen wen antrat und nominiert wurde, findet man dort schön zusammengefasst. Unter Anderem das Abschiedsspiel von Paul Breitner in München war eine der Partien der „Weltelf“ oder auch eine Paarung in New York, bei der Cruyff, Beckenbauer und Pelé zusammen mit Harald Schumacher auf dem Platz standen. Ein ganz klarer Fall eines Risses im Raum-Zeit-Kontinuum, aber so war es nun mal (gewesen, würde ein Berliner jetzt noch anfügen).

Ihr erstes Spiel bestritt sie 1937 in Amsterdam, ihr letztes bislang dort gelistetes fand 2000 in Sarajewo statt, „Football for Peace“ natürlich, wofür auch sonst.

Eine weniger schön anzusehende, aber in Bezug auf die Daten umso verlässlichere Seite ist eine Unterseite der bekannten rsssf.com, und zwar hier die Seite der RSSSF zur Weltauswahl.

Viel Spaß beim Stöbern in den Zusammenstellungen dieser Weltelf(en).

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Tönnies trifft gegen die Bayern

Der Mann, der heute noch den Rekord für den schnellsten Hattrick der Bundesliga hält, hatte vor seiner Zeit beim MSV Duisburg bei einem Amateurclub gespielt, beim 1. FC Bocholt. In dessen Trikot traf Michael Tönnies gegen die Bayern. Und zwar immerhin im Viertelfinale des DFB-Pokals 1983/1984.

Wie’s ausgeht, wird nicht verraten, jedenfalls nicht 0:0.



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Lovestruck

In einem kürzlich vom Playboy wieder herausgekramten Interview von 1980 spricht der mehr oder weniger gute John darüber, welche Auswirkungen es für ihn hatte, als er sich dann mal so richtig und nicht nur halbherzig verliebte. Er ließ alles stehen und liegen. Und seine alten Kumpels waren gänzlich uninteressant geworden.

Als ich Yoko begegnete, war es so, als träfe ich die erste Frau meines Lebens. Man lässt die Kumpels in der Kneipe zurück. Man geht nicht mehr zum Fußballspielen oder zum Billard. Manche treffen sich vielleicht noch am Freitagabend mit ihren Freunden. Aber als ich Yoko traf, waren sie zu alten Schulfreunden geworden. Ich hatte kein Interesse mehr an ihnen.

Wobei das mit dem Fußballspielen wohl eher eine Metapher war, sicher hat John Lennon selten bis nie selbst Fußball gespielt, denn dann wäre wie bei Bob Marley, Jimi Hendrix und anderen Musikergrößen längst ein Foto davon in irgendeinem tumblr dieser Welt aufgetaucht.

Man kann das sympathisch finden, große Liebe und so. Man sollte auch die Beatles dabei rauslassen, denn erstens wäre das Ende sowieso, dann nur anders passiert, und zweitens muss man sich deshalb zum Glück keinen schlechten Scheiß von ihnen aus den 1970ern anhören, Stichwort Wings. Man kann es aber doch auch einmal aus der Warte der Kumpels sehen.

Er verliebt sich, und ab da ist alles, was vorher wichtig war, auch die Menschen, irrelevant. Normalerweise würde man seinen „Kumpels“ eine solche Phase von gut anderthalb Jahren zugestehen, aber wenn einer überhaupt nicht mehr zurückkehrt?

Wie findet man das, als Zurückgelassener? Ist er nur der erste, der nicht mehr zum Fußballspielen ging, und früher oder später gingen auch all die anderen nicht mehr hin? Oder ist er total verblendet, über ein Jahrzehnt lang und eigentlich ein Verräter all der anderen Kumpels, die sich auch verlieben, und dennoch irgendwann wiederkommen, wenn der Pub öffnet oder der Schiedsrichter anpfeift. Ist das eine Frage von Erwachsenwerden oder von Ignoranz?

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Ganz großer Sport: Das Olympiafinale 1984

Heute beginnt — wie üblich bereits vor der Eröffnungsfeier — das Fußballturnier der Olympischen Sommerspiele 2012 in London, mit dem ersten Spiel des Wettbewerbs der Frauen. Großbritannien tritt als Ausrichter zufällig gegen ein Land an, in dem die Queen weiterhin Staatsoberhaupt ist: Neuseeland. Wäre die Queen nicht Staatsoberhaupt von beiden Nationen, sondern Sponsor, wäre diese Paarung also in der Champions League so nicht möglich. Morgen folgen die Männer mit der Partie Honduras — Marokko, welche bereits um 12h angestoßen wird.

Doch eigentlich, wenn man ehrlich ist, ist Fußball bei Olympia bei den Männern ein ganz merkwürdiges Surrogat, schmeckt nicht so richtig und die Zusammenstellung der Teams ist auch fragwürdig. Nur Spieler unter 23, damit die FIFA-WM nicht entwertet wird, gleichzeitig dürfen aber 3 Spieler über 23 im Kader stehen, damit dann wohl doch der eine oder andere namhafte Spieler teilnehmen kann.

Doch Surrogatgeschmack und Farblosigkeit, das muss nicht immer für Fußball bei Olympia gelten. 1984, jene großen* Olympischen Sommerspiele in Los Angeles, bei denen der komplette Ostblock außer Rumänien** nicht teilnahm, sahen ein ebenso großes Fußballturnier mit einem Finale, das ausgerechnet in den USA über 100.000 Menschen in der Rose Bowl, Endspielort der WM 1994, verfolgten. Welche einen Vorgeschmack auf eines der besten Spiele der WM 1986 bekommen sollten, denn es trafen sich zum Spiel um die Goldmedaille(n):

Frankreich und Brasilien.

Hier ein viel zu kurzes Video, das die Atmosphäre von dieser Finalpartie dennoch ganz gut transportiert. Erstaunlich übrigens, dass der Vater von Ben Redelings mal in Brasilien als TV-Moderator arbeitete.



Hier die selben Tore mit jubelndem französischem statt brasilianischem Kommentar.

Wesentlich mehr interessante Details zum Olympia-Finale im Fußball 1984 bei Pitch Invasion.

** Welches prompt Platz 2 des Medaillenspiegels hinter den USA und vor der Bundesrepublik Deutschland erreichte.

* Groß natürlich aus zwei Gründen.

PS: Was ich immer schon mal angemerkt haben wollte: Auch wenn das bei Videos aus den 1980er Jahren oft so wirkt, als hätte damals noch jemand auf dem Fahrrad neben dem Fernseher für Strom sorgen müssen: Die Bildqualität war nicht so schlecht, wie es derartige Videos vermuten lassen. Man konnte auch damals schon ganz normal Fernsehn gucken, ohne Schnee, ohne Rauschen. Sogar aus LA.

(Fang ich jetzt an wie Opa ausm Krieg zu klingen? Dann bitte das PS einfach streichen.)

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Was dem modernen Fußball fehlt

Dem unmodernen Fußball hätte es zwar auch gefehlt, aber damals musste man sich noch nicht auf 140 Zeichen beschränken.

Zwei unterschiedliche Wörter dafür, je nachdem ob es zum Gleichstand während des laufenden Spiels gekommen ist, indem man einen Rückstand ausgeglichen oder bei eigener Führung den Ausgleichstreffer erhalten hat. Würde Dialoge stark verkürzen, auch jene ohne 140 Zeichen Beschränkung.

a) ist aktuell ausgeglichener Spielstand nach Rückstand
b) ist aktuell ausgeglichener Spielstand nach Führung

Wie soll das heißen, wie es dann jeweils steht?

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Das Toni-Schumacher-Lied von „Knochenfabrik“

Wahrscheinlich existieren „da draußen“ eine Menge Lieder über Fußballer, die nie jemand gehört hat und auch nie jemand jemals hören wird, weil die Bands, die sie singen, lokal zu begrenzt bekannt sind. Das selbe Schicksal wäre wohl auch diesem famos getexteten Toni-Schumacher-Lied widerfahren, hätten es nicht die Jungs von der bekannten Deutschpunkband „Knochenfabrik“ geschrieben. Nein, ich hab auch noch nie von der Band gehört.

Interessanterweise beschäftigt sich das Lied aber weder mit Schumachers Buch „Anpfiff“ noch mit seinem Foul an, gähn, Patrick Battiston, sondern mit seiner Zeit beim FC Bayern München, als Schumacher ausgerechnet in der Katastrophensaison 1991/1992 für den verletzten (?) Raimond Aumann ins Tor gestellt wurde.

Durchaus ein besonderer Vorgang der Bundesliga-Historie, denn Toni Schumacher war als Kölner Urgestein damals noch etwas erzfeindiger für den FC Bayern als heute. Der FC Bayern war in Tonis Hochzeit Ende der 1970er und Anfang der 1980er schließlich keineswegs so auf die Meisterschaft abonniert wie noch Anfang bis Mitte der 1970er — und einer der größten Rivalen des FC Bayern damals war nun mal der Double-Gewinner von 1978, der 1. FC Köln. Zudem war es, wie im Lied ja auch besungen, die bis heute größte sportliche Krise des FC Bayern in der Bundesliga.

Deshalb ein Hoch auf die Band Knochenfabrik, die diesem besonderen Moment der Bundesligahistorie das folgende schöne Liedchen widmet. Und, total cleverer Marketingtrick, übrigens jedes Jahr behauptet, dass sie dieses Jahr nun wirklich ihre letzten Konzerte überhaupt geben werden.



Achso, „Knochenfabrik“ stammen natürlich aus Köln. Und „Anpfiff“ kommt doch drin vor.

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