31. Januar 2009
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Ein Näschen für Erfolg haben

Es ist eine Sache, ob man das „Experiment“ Hoffenheim aus diversen Gründen ablehnt oder auch begrüßt und da kann man auch in vielerlei Hinsicht diskutieren und Auffassungen haben.

Eine ganz andere Sache jedoch, zu der man keine zwei Meinungen haben kann, ist es, wenn 30.000 „Fans“ im ausverkauften neuen Hoffenheimer Stadion Energie Cottbus mit Hohn- und Spottgesängen bedenken, in denen sie Cottbus in die zweite Liga wünschen und sich über den mangelnden sportlichen Erfolg dieser lustig machen.

Wo waren denn diese Sangesbrüder, eingefleischte Hoffenheimer Fans, noch in der letzten Saison, in der Hoffenheim in der zweiten Liga 5.978 Zuschauer im Schnitt hatte?

Wohl noch zu Hause vor dem Fernseher mit einem Bayern-München-Schal.

31. Januar 2009
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Tagesspiegel zurück in der Realität

FC Bayern zurück in der Realität

titelt der Tagesspiegel nach der Niederlage der Bayern beim Hamburger SV und dem vorangegangenen Kantersieg mit 5:1 beim VfB Stuttgart.

Ich glaube nicht, dass ich außer dem Titel des Beitrags noch etwas hinzufügen muss.

30. Januar 2009
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Live aus der Bayern-Kabine

In anderen Sportarten ist es Usus, im Fußball verpöhnt: der Zugang zur Kabine für die Inhalteschaffenden. Das soll auch so bleiben. Wir haben uns in bewährter Hape-Kerkeling-Manier dennoch Zugang zur Kabine des FC Bayern verschafft, kurz vor Anpfiff der Partie in Hamburg. Wir müssen sagen: Viel ist hier nicht los. Die ganze Mannschaft starrt gebannt auf dieses runde Etwas, das gleich entscheiden wird, welche Farbe Franck Ribérys Schuhe heute haben sollen.

[Link leider tot]

Jürgen Klinsmann faselt was von „und schon gar nicht von Polen in schwarz“, während Lukas Podolski, der schelme Jeck, das Rad manipuliert hat, so dass es auf jeden Fall bei „bankrott“ stehen bleiben wird. Woraufhin sich die Blicke vom Rad abwenden werden und die Entscheidungsgewalt über die Farbe der Schuhe von diesem Rad zu Uli Hoeneß‘ Gesichtsfarbe übergehen wird. Womit die Farbe klar wäre.

29. Januar 2009
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So wird das nix mit den 10 Millionen

Wir hatten letztens gesehen, dass der 1. FC Köln schon mit dem Poldi-Fan-T-Shirt-Verkauf begann, als die Tinte unter Podolskis neuem Vertrag noch gar nicht trocken war. Da muss jeder Euro aus dem Fan gequetscht werden, der sich nur quetschen lässt. Dass die zum Verkauf feilgebotenen T-Shirts eigentlich gegen die Genfer Designkonvention verstoßen, wurde dabei auch festgestellt. Das hält Spendenwillige aber nicht davon ab, tatsächlich auch T-Shirts zu bestellen. Nur leider ist man beim 1. FC Köln mit dem Lesen der Bestellung und dem richtigen Einpacken ein wenig überfordert, wie dieser wahnwitzige Käufer Zurücksender von Poldi-T-Shirts zu berichten weiß.

29. Januar 2009
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Now that’s what I call a marketing flop

I‘m an alien … I‘m a legal alien … I‘m Bayer Leverkusen in Düsseldorf.

Hat wohl alles nix genutzt, die ganze Plakatiererei in Düsseldorf (Bild vom Düsseldorfer Hauptbahnhof) in dessen LTU-Arena Bayer Leverkusen in der Rückrunde spielen wird und auch heute schon im DFB-Pokal antrat.

[photopress:werkself_bayer_leverkusen_in_der_ltu_arena_1.jpg,full,centered]

Schlappe 18.000 Zuschauer wollten das Spiel gegen Energie Cottbus sehen, somit trotz Kapazität von über 50.000 weniger als im Heimstadion von Bayer mit seinen 22.500. Diese 18.000 sahen einen ungefährdeten 3:1-Sieg der … nun ja, wie wollen wir sie nennen? Es ist ja nicht die Heimmannschaft, es ist aber auch kein Gast. Also die Gastheimmannschaft wohl. Diese zog ins DFB-Pokal-Viertelfinale ein und niemand war dabei. Halten wir den Bayer-Sympathisanten und den Düsseldorfer Einwohnern zugute, dass es ein Spiel unter der Woche war, und dass Bayer Energie wahrlich nicht der attraktivste Club ist. Gleichzeitig bleibt zu konstatieren, dass man gegen Energie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Sieg des eigenen Teams sieht und mit dem Viertelfinale nur noch 3 Siege vom Einzug in den Europapokal entfernt ist. Zudem bleibt der Pokalsieg 1993 der einzige nationale Titel, den Bayer Leverkusen je gewann. Und die Chancen auf die Meisterschaft waren für Leverkusen auch schon mal besser als zur Zeit. Dennoch nur 18.000.

Alien in Düsseldorf.

28. Januar 2009
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Am Ende lässt er die Katze aus dem Sack

Nicht nur am Ende des Interviews bei SPON, sondern auch am Ende seiner Karriere als Manager des FC Bayern lässt Uli Hoeneß endlich auch öffentlich die Katze aus dem Sack. Er und niemand sonst ist Bayern München:

Keine Firma schenkt mir mehr einen Euro, nur weil ich Bayern München bin […]

Es besteht also die berechtigte Hoffnung, dass mit dem Ableben des Hoeneß’schen Uli auch die Karten in der Bundesliga völlig neu gemischt werden. Alles wäre dann wieder denkbar: Ein Serienmeister Borussia Mönchengladbach, ein häufigerer Vize-Meister 1. FC Köln oder auch ein Europapokalhalbfinalist namens HSV. Und München wäre dann erstmal nur noch Zweitligastadt.

28. Januar 2009
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Huub Stevens‘ Frau geht es gut

Und das bedeutet, dass wir ihn nach seinem „Rücktritt“ wegen Erfolglosigkeit bei PSV Eindhoven bald wieder in der Bundesliga sehen und hören werden. So sehr es erfreut, dass es Huub Stevens‘ Frau endlich wieder gut geht: dass der Knurrer von Kerkrade wieder in hiesige Mikrofone knurren wird, ist keine gute Nachricht. Gibt es eigentlich in Belgien oder Dänemark keinen Bedarf an „harten Hunden“?

28. Januar 2009
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„und alles wieder offen“

Ich weiß, ich darf nicht so kleinlich sein, ich alter Rübenbauer und -zähler. Ich darf auch keine Ticker lesen. Oder Radio hören. Oder Konferenzen schauen.

Ich weiß aber, dass ich ein Gehirn habe, das Sprache versteht, menschliche, und das noch dazu in der Lage ist, Falsches von Richtigem zu unterscheiden.

Okay, soweit nichts Besonderes, ich gehe schwer davon aus, dass es allen meinen Lesern ebenso geht.

Jene, denen es eventuell nicht so geht, heiße ich trotzdem hier willkommen, und man kann dann und wann auch immer wieder etwas lernen.

Zum Beispiel, wann die Benutzung bestimmter Wendungen falsch ist. Bestes Beispiel ist der Beitrag unter diesem: „Auf der Linie kleben“. Das ist natürlich im falschen Kontext verwendet, denn was soll ein Torhüter bei einem Strafstoß anderes machen als auf der Linie zu bleiben. Natürlich „klebt“ er dort nicht, das ist ohnehin allen klar, aber von dieser Linie wegbewegen kann er sich kaum.

Eigentlich verwendet man die Formulierung „auf der Linie kleben“ für einen Torhüter wie Oliver Kahn es war, der bei jeder noch so nah an den Fünfmeterraum geschlagenen Flanke auf der Linie klebte, dann das Kopfballtor aus 3-5m Entfernung kassierte und dafür dann vom jeweiligen Kommentatoren gelobt wurde, indem dieser behauptete, dieser Kopfstoß aus so kurzer Entfernung sei „natürlich“ unhaltbar gewesen.

Während man auf den Flankenfänger (nicht Fliegenfänger) Jens Lehmann gerne eindrosch, wenn er ein Mal bei 280 Versuchen pro Saison an einer Flanke vorbeiflog und somit ein Tor verschuldete. Inwieweit das jetzt vergleichbar ist, 3-5 Tore pro Saison aus nächster Nähe zu kassieren, weil man nicht die Eier hatte, zu versuchen, die Flanke abzufangen, oder ob man 1 Tor kassiert, weil man jedes Mal rausgeht und dabei keine 3-5 Tore aus nächster Nähe kassiert, aber 279 Flanken abgefangen hat, wage ich nicht zu beurteilen.

Was ich aber beurteilen kann, ist die Formulierung „und jetzt ist alles wieder offen“, wenn ein Team gerade mal den Anschlusstreffer erzielt hat. Da frage ich mich: wie offen wäre das Spiel erst, wenn es jetzt plötzlich nach dem Anschluss- auch noch den Ausgleichstreffer gäbe? 2:2 statt 1:2. 3:3 statt 2:3. Wäre das dann so offen, dass man gar keine Worte mehr dafür fände?

Oder verstehe ich das falsch, dass eine Partie, in der eine Mannschaft mit einem Tor führt, nur insoweit offen ist, dass gerade mal ein lächerliches weiteres Tor der zurückliegenden Mannschaft dazu führen würde, dass das Spiel jetzt völlig, total und überbordend offen wäre? Während es aktuell, nach dem Anschlusstreffer, so offen ist, dass z. B. der Schiedsrichter, wenn er bei diesem Spielstand abpfiffe, tatsächlich eine Mannschaft zum Sieger erklären würde und die Mannschaft, die gerade durch Erzielen des Anschlusstreffers die Partie wieder „völlig offen“ gestaltet hat, plötzlich und unerwartet doch der Verlierer dieser Partie wäre, obwohl sie diese doch wieder „völlig offen“ gestaltet hat?

Vermaledeite Sprachmurkserei. Eine Partie ist nie „völlig offen“, wenn ein Team den Anschluss erzielt hat, sie ist erst dann wieder völlig offen, wenn der Spielstand ausgeglichen ist.

Aber wem erzähle ich das, haben meine Leser doch alleweil ein Hirn, das das in aller Regel selbst merkt. Diejenigen, die das schreiben oder in den DFB-Pokal-Nachthimmel hinausposaunen, hingegen wahrscheinlich eher nicht.

27. Januar 2009
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Auf der Linie kleben

Das hat nur in seltenen Situationen Vorteile.

Wir haben lange darauf gewartet, dass mal einer der Schlaumeier, die den Ball bei einem Strafstoß einfach nur lässig in die Mitte schieben oder lupfen wollen, dabei grandios scheitert. Heute hat es endlich einer geschafft. Franck Ribery, der normalerweise den Unterschied (© by RealityCheck) macht, hat in Jens Lehmann seinen Meister gefunden. Und wie herrlich blöd er dabei aussieht …

Ärgerlich nur, dass es beim Stand von bereits 2:0 für die Bayern wahrscheinlich nicht mal dazu führt, dass Ribéry nun der Depp ist, der dem Klinsmannschen bei seiner Debütsaison den Pokalsieg vermasselt.

26. Januar 2009
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Clean sheet — neuer Rekord?

In der englischen Premier League steht ein besonderer Rekord vor der Tür: Sollte Manchester United im nächsten Spiel am 27. Januar kein Tor kassieren, wäre das ein neuer Rekord an Spielen ohne Gegentor in Folge. Derzeit verharrt der Zähler dieses Statistik bei 10 Partien, die der große, dünne, alte Mann des Torhütens — Edwin van der Sar — bestritt, ohne einmal den Ball aus dem Netz holen zu müssen. Rekordverdächtig auch die dazugehörigen weiteren Zahlen: in 21 Partien in der Premier League erhielt Manchester United überhaupt erst 10 Gegentore, 14 dieser 21 Partien wurden ohne Gegentor beendet.

Diese Arme von van der Sar, die eigentlich Tentakel werden sollten … leisten gute Arbeit.

26. Januar 2009
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Landon Donovan — Durchbruch oder Hattrick des Scheiterns?

Ein Spieler aus den USA wechselt nach Deutschland.

Das ist heutzutage nicht mehr ganz so selten wie noch zur WM 1950, als die USA England mit 1:0 schlugen und britische Zeitungen das Ergebnis für einen Übermittlungsfehler hielten und deshalb mit dem Ergebnis 10:1 für England aufmachten. Dass aber ein amerikanischer Fußballer als würdig erachtet wird, beim hiesigen Meisterschalenmagneten anzuheuern, ist dann doch noch mal etwas Besonderes: Landon Donovan, zuvor schon zwei Mal bei Bayer Leverkusen gescheitert, wechselt zu Bayern München, wobei die Vokabel gescheitert hier noch untertrieben klingt. Bei seinem zweiten Versuch in der Saison 2004/2005 absolvierte er gerade mal 7 Spiele für Bayer Leverkusen mit dem Resultat einer Torvorlage. Noch ernüchternder wurder er 6x dabei nur eingewechselt und 1x ausgewechselt; somit stand er nur ein einziges Mal überhaupt von Beginn an auf dem Platz. Nicht besser erging es ihm bei seinen zwei Einsätzen in der Champions League im Achtelfinale gegen den FC Liverpool: Beide Male wurde er nur eingewechselt und schied mit Bayer durch zwei 1:3-Niederlagen aus.

Endergebnis dieser kurzen Eskapade war die Flucht zurück in die MLS, wo er — zuvor von San Jose Earthquakes kommend — bei LA Galaxy anheuerte, dort allerdings immer mehr zu einem der prägenden Gesichter der MLS wurde.

Wie sind Donovans Chancen bei seinem dritten Versuch in der Bundesliga, und auf welcher Position wird er überhaupt spielen?

Dass Donovans Chancen auf einen Durchbruch in der Bundesliga in seiner Heimat nicht allzu rosig gesehen werden, zeigt das Interview in Jürgen Kalwas Beitrag vom November zu diesem Thema. Gleichzeitig sehen wir dort nicht nur einen absolut vom Gegenteil überzeugten Jürgen Klinsmann, sondern lesen auch ein Interview mit Joshua Meyers von The Beautiful Game, der Donovans Chancen wesentlich besser einschätzt als die vermeintlichen Experten vom TV.

So haben auch wir heute ein paar Fragen an einen hiesigen Experten für Landon Donovan, auch wenn dieser angesichts der Kürze von Donovans Aufenthalten in Deutschland nur ein kleiner Experte sein kann. Jens Peters von Catenaccio beantwortet uns einige Fragen zu diesem trotz seines geringen Alters (Jahrgang 1982) schon mit recht hoher Stirn geplagten potenziellen neuen Liebling Jürgen Klinsmanns:

Jens, wie sind Deine Erinnerungen an die beiden Versuche Donovans, sich bei Bayer Leverkusen durchzusetzen und hast Du überhaupt noch eine Erinnerung an dessen ersten Versuch?

Tatsächlich ist es schwierig, sich an die erste Zeit von Landon Donovan zu erinnern. Es hieß, man habe ein Jahrhunderttalent verpflichtet, aber gesehen hat ihn keiner. „Zu weit vom Kader weg,“ waren Berti Vogts‘ Worte damals. Dass dies wohl in doppelter Hinsicht gemeint war, ahnten die wenigsten. Der junge Mann kam wohl überhaupt nicht mit Europa klar, worunter dann auch das spielerische Leistungsvermögen litt und dann war er auch schon wieder weg.

Für den Fan an sich war das nicht so wild, denn einem 18-jährigen Talent kann man ruhig etwas Entwicklungszeit gönnen und schließlich war Donovan ja auch nur in die Staaten ausgeliehen. Kritischer wurde das Ganze, als er dann drüben für die US-Nationalmannschaft und in der Liga immer besser wurde und wirklich gute Leistungen abrief. 2002, nach einer tollen WM mit den USA, sollte er dann wieder in die Bundesliga, aber so richtig wollte er nicht. Das stieß übel auf. 2005 kam er dann ins Rheinland zurück, rutschte aber in ein Team, das zwar Potenzial hatte, aber irgendwie nicht zusammenpasste. Donovan kam erneut nicht zurecht und verabschiedete sich mit einem erbärmlichen Spiel gegen Liverpool, in dem ihm die komplette Verunsicherung anzusehen war.

Wurde damals in irgendeiner Form publik, dass Donovan so gut deutsch spricht, wie Jürgen Kalwa es in seinem Beitrag erwähnt? Gab es Bayer-interne Interviews oder mal sonst einen Kontakt mit den Fans?

Ehrlich gesagt kann ich mich da an nichts erinnern, aber das soll auch nicht unbedingt etwas heißen. Es wundert mich im Nachhinein allerdings schon, denn Sprache begünstigt ja bekanntlich Integration und die hat ja sonst gar nicht bei ihm geklappt. Weder auf dem Platz, noch daneben.

Woran, glaubst Du, ist er damals gescheitert und wer waren seine Hauptkonkurrenten im Team? Würdest Du diese aus heutiger Sicht auch noch als stärker als Donovan damals einschätzen?

Schwer zu sagen. Zum einen gab es da den Fußballer, der ein unglaubliches Talent hatte und in seinem Land sehr gefördert wurde. Auf der anderen Seite gab es den Menschen, der wiederum ein intaktes und heimeliges Umfeld benötigte, um gut spielen zu können. Ich glaube beim Umfeld hat es dann gehapert, obwohl man in Leverkusen ja alles probiert, um ausländische Spieler zu integrieren. Vielleicht hätte man dafür aber seine Frau bzw. seine Familie mit nach Deutschland holen müssen. Hinzu kamen dann die Erwartungen der Amerikaner, die ihn als Botschafter des US-Fußballs gesehen haben, sowie die Ansprüche der Trainer und Fans in Leverkusen, denen Donovan nie gerecht werden konnte. Ebenfalls ungünstig war, dass das Leverkusener Team 2004/2005 zwar ungeheures Potenzial hatte, aber nicht wirklich ein Team war. Schwer für einen Spieler, dann mitten in der Saison dazu zu stoßen. Ponte, Freier, Schneider, Krzynowek, Babic, Bierofka, Ramelow spielten damals um die Plätze im Mittelfeld. Von denen spielt im Moment eigentlich kaum mehr einer auf Bundesliga-Niveau, von daher hat sich Donovan vielleicht zum Positiven verbessert.

Und wie schätzt Du die aktuellen Chancen für Donovan ein, gerade unter der Prämisse, dass Podolski nun ohnehin ein Dead Man Walking ist?

Gut. Wie schon aller Orten beschrieben wurde, scheint er wesentlich gefestigter zu sein als vor ein paar Jahren. Niemand erwartet den ganz großen Wurf von ihm. Als die Bayern ihn zum Probetraining bestellten, haben erstmal alle gelacht, aber Klinsmann ist ja US-Kenner und ein großer Fürsprecher von ihm, so dass ich glaube, dass er mehr Spiele machen wird als bei Bayer damals. Die Testspiele waren ja schon sehr vielversprechend.

Wo waren damals die Stärken und wo, vermutest Du, wird er diese heute bei Bayern einsetzen können?

Donovan spielt Fußball. Das ist seine größte Stärke. Er kann dribbeln, den Ball behaupten, er ist schnell und schussstark, wenn er nicht groß darüber nachdenkt, was er da macht. Leider hat er das damals nicht wirklich zeigen können. Vielleicht ja dieses Mal bei den Bayern.

Mich würde noch interessieren, ob Du tatsächlich Parallelen zwischen Podolski und Donovan siehst, wie es in Deiner Frage vielleicht anklingt.

Nein. Ich denke, unterschiedlicher können Typen kaum sein, was aber auch daran liegt, dass Podolski nun mal ein ausgemachter Stiesel ist. Könnte man sich vorstellen, dass er nach Spanien oder Italien geht und dann nach ein paar Monaten die Sprache spricht? Spielerisch mögen die beiden sich näher sein als sie das mit Klose oder Toni sind, auch Podolski steht nicht gerne mit dem Rücken zum Tor, sondern kommt von etwas tiefer und hat auch durchaus seine Stärken im Dribbling. An ein Kopfballtor kann ich mich von Podolski aber nicht erinnern, während Donovan schon in der Vorbereitung häufiger per Kopf traf. Und dass Podolski trotz aller Instinktfußballerei mancher Begriff von Taktik abgeht, sah man immer wieder, etwas, was ich mir beim gereiften Donovan nicht mehr vorstellen kann. Aber da die Bundesliga deutlich schneller ist als die MLS, bin ich wirklich gespannt.

Vielen Dank für Deine Einschätzung, Jens.

Soweit die Antworten von Jens Peters. Die tatsächliche Antwort auf alle Fragen liegt natürlich — 5 Euro ins Finanzfond-Schwein — auf dem Platz. Bislang hat Donovan sich bei Bayern München aber offensichtlich schon ordentlich eingefügt, wie diese 1, 2, 3, insgesamt somit 4 Tore aus Vorbereitungsspielen der Bayern zeigen.

Und auch auf seiner Webseite (die selbstredend immer offene und ehrliche Texte fernab jedes reingewaschenen Marketinggedöhns veröffentlicht, so wie eigentlich alle Spielerseiten) klingt es so, als gefiele es ihm in München. Ausgerechnet Natürlich in Miroskloff Klose fand Donovan einen redegewandten, weltoffenen und stets am Schicksal anderer interessierten Mitspieler, der noch dazu Etliches über die Stadt München zu berichten weiß, weil er so gesellig ist und Jan und Mann dort kennt:

Question: Welcome to Bayern! We hope you enjoy your time here and stick on for years! Is there anyone on the team that is helping you adjust to Germany?

Answer: Miro is the main one of the three or four players on the team who has welcomed me with open arms. He helps me constantly, when we are really competitors for places in the line-up. He’s always asking me how I‘m doing in Munich, which is really nice to hear. Miro is an absolute top professional.

Warten wir ab, wie Donovan schließlich einschlagen wird, vielleicht wechselt er ja demnächst für 10 Millionen Euro zum 1. FC Köln.

(Den Text gibt es auch mit rosa Schleifen auf Catenaccio.)

25. Januar 2009
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Labidis der neue Lehmann?

Jens Lehmann ging einst in die Annalen des deutschen Fußballs ein: Er ließ seinen Bruder als Double an seiner statt — nur unzulänglich mit Sonnenbrille getarnt — vor Gericht erscheinen und scheiterte damit kläglich. Ähnliches wird nun auch Stavros Labidis (ca. 400 Monate) widerfahren. Dieser ehemalige Jugendspieler von Arminia Bielefeld klagt gegen irgendwen, weil ihm angeblich durch einen Kunstfehler eine Karriere als Profifußballer entgangen sei. Leider wird er diesen Prozess verlieren, denn wie SPON weiter ausführt, habe Labidis „später als Chauffeur von Arminia-Trainer Ernst Middendorp“ gearbeitet. Wer so offensichtlich lügt, bringt sich ins Zwielicht. Jeder weiß, dass Ernst Middendorp nie einen Chaffeur gehabt haben kann.

25. Januar 2009
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Auch Beckham vom DFB gesperrt

Nachdem dem DFB von interessierter Seite zugetragen wurde, dass David Beckham vor zwei Jahren im Training in Los Angeles einmal Teile des Inhalts einer [Sponsor-]Trinkflasche auf den Boden spuckte, wurde David Beckham vom DFB nun für zwei UEFA-Cup-Spiele und drei Autogrammstunden gesperrt. Wie Journalisten berichten, hatte der nicht anwesende Schiedsrichter die Szene damals nicht gesehen, weshalb nicht von einer Tatsachenentscheidung ausgegangen werden kann und eine nachträgliche Sperre möglich wird. Die Sperre ist sofort rechtsgültig, spätestens bis zum nächsten Vorbeifliegen des Halleyschen Kometen muss sie dann auch angetreten werden.

Medienberichten zufolge geriet Victoria Beckham über diese Sperre arg in Rage und warf David Beckham einen ihrer High Heels ins Gesicht und zerkratzte ihm anschließend mehrere seiner Tattoos. Da ein Schiedsrichter diese Szene aber sah, jedoch nicht in seinem Bericht vermerkte, geht Victoria straffrei aus.

24. Januar 2009
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Haifischschnauze

Aus einer Kritik bei amazon.de zu Reiner Calmunds Buch „fußballbekloppt“, in dem er gemäß der übrigen Kritiken offensichtlich das tut, was er am besten kann: Ohne jegliche Chronologie Anekdoten aneinanderreihen. Darin jedoch ist er unbestritten ein Ausnahmetalent.

An einer Stelle allerdings hätte ein guter Lektor eingreifen müssen, denn daß der Autor seine Tochter mit seiner ersten Frau im Opel Rekord 1200 zeugte und daß seine Tochter daher eine „Haifischschnauze“ wie der Opel habe, sprengt die Grenzen der gebotenen Familien-Diskretion.

Wie man sieht, waren die Autos und speziell deren Stoßdämpfer früher noch nach altem Schrot und Korn. Was man von der Pietätlosigkeit heutiger amazon-Kritiker nicht behaupten kann.

23. Januar 2009
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Sagenumwobenes Säben

Wo liegt es eigentlich, dieses allseits bekannte, und doch so unbekannte Säben?

Jenes Säben, nach der die Säbener Straße in München benannt ist. Die Anlage an der Säbener Straße ist mittlerweile so gut abgeschottet (und wo Schottland ist, wissen wir ja: niemals in der nächsten Runde), dass kein Normalsterblicher mehr reinkommt. Bis vor Kurzem war das noch anders, weshalb die Anlage allen Fußballfans nicht nur vom Namen her, sondern auch optisch ein Begriff ist. Südöstlich von Münchens Zentrum gelegen, nicht allzu weit vom Stadion an der Grünwalder Straße, bieten beheizte Trainingsplätze und das umgebaute Leistungszentrum den Klinsmannschen alle nur erdenklichen Möglichkeiten, ihren Geist und ihren Körper zu trainieren, welche dann naturgemäß von den Spielern auch fleißig nicht genutzt werden.

Wo aber liegt das namensgebende Säben, das nur aufgrund der Ansässigkeit der „Roten“ an dieser Straße zu deutschlandweiter Bekanntheit gelangte, ohne selbst bekannt zu sein, und vor allem: Was ist eigentlich Säben?

Säben ist kein Ort, sondern ein Kloster.

Ein Benediktinerinnenkloster in Südtirol. Lateinisch Sabiona, liegt es oberhalb der Ortschaft Chiusa, die zu deutsch den Namen Klausen trägt. Aktuell leben dort noch — wie passend — 11 Nonnen, früher waren es mal bis zu 3.000. Das Kloster ist als Verteidigungsanlage ausgelegt, was auch in letzter Konsequenz Ottmar Hitzfeld und Giovanni Trappatoni erklärt.

Die kontemplativen Benediktinerinnen leben in strenger Klausur, widmen sich dem Chorgebet und der häuslichen Arbeit, kümmern sich aber auch um Pilger und nehmen im Sommer Gäste im Gästehaus auf.

Nichts anderes also als das, was auch beim FC Bayern passiert. Dort lebt man in strenger Klausur — andere Leute mit Flüssigkeiten übergießen oder eigenmächtiges Busse-Kaputt-Fahren gibt es hier einfach nicht — widmet sich an Spieltagen dem Stoßgebet und ansonsten der täglichen Arbeit („Jeden Tag jeden ein Stückchen besser machen“), kümmert sich aber auch um VIPs („…denen wir die Gelder aus der Tasche ziehen“) und nimmt im Winter Gäste wie Landon Donovan auf.


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Zudem verstehen wir jetzt, warum Karl-Heinz Rummenigge ständig damit droht, dass die Bayern nach Italien abwandern könnten: Für sie wäre es einfach nur die Straße runter.

22. Januar 2009
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Spieler soll gehen

„Spieler xy soll gehen“ lesen wir allerorten. Man fragt sich unweigerlich, ob das in einem Fußballspiel eine adäquate Verhaltensweise sein kann. Zwischen den beiden Halbzeiten vielleicht, aber ansonsten wäre es ratsam, wenn Mannschaften, die nicht gerade mit Erfolg gesegnet sind, ihren Spielern nicht empföhlen, zu gehen, sondern endlich mal zu rennen.