6. Mai 2010
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Mangel an Kreativität

Ein Mangel an Kreativität kann sich immer rächen. Auf dem Platz, aber auch daneben.

Da ich gegen Ende des letzten Jahrhunderts geboren bin, werde ich das nächste nicht mehr erleben. Was gleichzeitig auch bedeutet, dass ich bei jedem weiteren noch folgenden großen Fußballturnier Werbung für Selbiges werde ertragen müssen, bei der „findige“ Menschen die 0 nach der Anfangs-2 bei der Jahreszahl durch einen Fußball ersetzen werden.

So viel Originalität in der Werbung — nur nicht bei jener, welche mir begegnet.

6. Mai 2010
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Space Pitch Invaders

Ausnahmsweise sind weder die freundlichen, oft nackten Streaker gemeint noch die Hirnis aus der Berliner Ostkurve, wenn es um eine Pitch Invasion geht: das nette Game Pitch Invasion lädt dazu ein, die eigenen 4 Tore zu verteidigen und dabei keine Rücksicht auf Namen oder Nummern zu nehmen.

6. Mai 2010
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Wunder Waldhof

Falls irgendjemand vergessen haben sollte, wo der Fußball (in Deutschland) herkommt und warum es eigentlich immer noch bemerkenswert ist, dass es geförderten Frauenfußball, Familien im Stadion und – ou weh – sogar Psychologen im Team um ein Fußballteam herum gibt, dem sei die Lektüre des Spiegels (nicht online) von 1986 („Die Provinz an die Macht“) über ein Buch des ehemaligen NPD-Kandidaten Klaus Schlappner ans Herz gelegt.

Bei der Gelegenheit sei auch noch mal auf Enno Aljets‘ Beitrag im Hertha-Blog zum Thema der Rhetorik so manches Trainers verwiesen, der eigentlich alles zusammenfasst, wofür Klaus Schlappner wohl über 200 Seiten brauchte.

6. Mai 2010
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Wer weiß schon, was „buh“ bedeutet?

Gerne auch als „Buuuh“ geschrieben, aber das wäre dann auch zu viel des Guten. Ich erwähnte schon die chinesischen Menschen, mit denen ich arbeiten durfte. Davor, gar nicht so lange her, aber als noch die USA eines der führenden Länder dieser Erde waren, waren es auch oft amerikanische Menschen, mit denen ich arbeitete. Wie es der Zufall so will, hatten sie überhaupt keine Ahnung von Fußball, waren aber — so wie man ja auch gerne die einheimischen Speisen probiert und mindestens einmal auf einem Volksfest in der neuen Heimat gewesen sein muss — äußerst interessiert daran, mal ein Fußballspiel live im Stadion zu erleben. Als es zu dieser Zeit dann zu ihrem Unglück, was sie nicht ahnten, so war, dass die USA zu einem Testspiel gegen die Klinsmannsche Elf in Dortmund antraten, in welchem Klinsmann nach seiner 1:4-Klatsche in Florenz unbedingt auf einen deutlichen Sieg angewiesen war, um die FOTO und alle anderen Knackwurst-Experten des deutschen Fußballs zum Schweigen zu bringen, entschlossen sie sich dazu, ausgerechnet dieses Spiel, in dem eigentlich von vorneherein klar war, dass die USA nichts würden bestellen können, zu besuchen. In Dortmund, wenn mich nicht alles täuscht, damals, in der Prä-WM-2006-Euphorie tatsächlich ausverkauft.

4:1 für Deutschland endete diese Partie. Jürgen Göppingen rettete seinen Kopf vor dem Strick, wie es jene, denen Robin Hood noch den Henker per Pfeil und Bogen erschoss, nicht knapper gekonnt hätte.

Die Amerikaner indes kehrten verstört nach Hause. Eine Sportart, in der die ihrigen sogar gegen Deutschland (ein Land, in dem man nicht Baseball, nicht American Football, kaum Basketball und zwar schon lange, aber wenig erfolgreich Eishockey spielt) verloren, könnte wohl kaum, Hype hin oder her, ihre neue bevorzugte Sportart werden.

Was den Abend nach der amerikanischen Niederlage dann beschloss, war eine Frage der Hausherrin, von der ich bis heute kaum glauben kann — so unterschiedlich sind die Kulturen — dass sie sie ernst gemeint hatte, aber dem war wohl so:

If Germans „boo“, does it mean they are not satisfied with the game or with the action going on?

Ich sagte: ja.

Ich dachte, das sei weltumspannend klar, was „buh“ bedeutet, aber da hatte ich mich wieder mal getäuscht.

4. Mai 2010
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Berlin! Berlin! Wir fahren nach … Köln

Tja, was singt man eigentlich mittlerweile bei einem DFB-Pokalspiel der Frauen? „Kölle“ vielleicht, um die zwei Silben zu behalten, auch wenn man diese Stadt nicht auf der zweiten Silbe betont? „Köhöln!“ wahrscheinlich nicht. Das wäre selbst für die hölzernsten Musiker noch zu hölzern. Was aber dann? Und was hat es überhaupt mit dem „Slogan“

Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!

auf sich?

Ist er nur deshalb so eingängig und wirkt so natürlich, so schon-immer-dagewesen, weil man ihn eben seit 1985 ständig und überall bei Pokalwettbewerben gehört hat?

Oder hat er doch eine noch weitergehende Geschichte als nur der DFB-Endspieltaustragungsort zu sein?

Wir jedenfalls fahren nach Köln, bekanntlich, am 15. Mai. Und treffen uns dort, wobei dort bedeutet: Sogar erst im Stadion beim DFB-Pokalfinale der Frauen und später in der Hammond Bar, um in der Afterhour ab ca. 19h des kleinen Finals das große zu schauen.

Was schließlich der Zweck des Abends sein solll: Viele Menschen treffen sich und unterhalten sich.

Ein paar andere Leute kommen auch ganz sicher und noch mal wiederholt: Jeder ist willkommen (sofern er kein Schneider ist).

4. Mai 2010
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Du im WM-Endspiel (und der Dicke im Tor auch)

Trainer Baade goes viral. Wie schon öfter erwähnt, ist es eigentlich die Vorliebe des Frittenmeisters, die gelungensten Werbevideos aus aller Welt zu präsentieren. Zur WM werden wir natürlich ohnehin mit derlei Zeugs zugeschüttet werden, aber allzu lange ist es gar nicht mehr bis zum Anstoß in Südafrika, dennoch sind mir bislang nicht viele sehenswerte Werke untergekommen. Dies hier stellt eine Ausnahme dar, die ich somit dem geneigten Leser ans Videoauge legen möchte:



Voll ins Schwarze unser aller sogar heute noch auf dem Bolzplatz Spielenden. Voll ins Schwarze, was nicht jeder Spot von sich behaupten kann, der mit der WM Werbung machen will.

(Entschuldigung bitte, falls der Spot eh schon überall bekannt ist. Ich besitze keinen Fernseher.)

1. Mai 2010
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Kermit, der Frosch …

… meldet sich heute von kurz vor der äußerst windigen Allianz-Arena, wohin es den umtriebigen Außenreporter verschlagen hat. Es regnet und es stürmt und noch haben sich die Tore (der Arena) nicht geöffnet, dies wird aber für jeden Moment erwartet. Sollte die Verbindung dann halten, gleich hier mehr.

Wenn nicht, dann nicht. Dann aber später mehr.

Wer sich wundert, was Kermit, der Frosch Baade, der Trainer, in der Allianz-Arena macht, der lies einfach diesen umfassenden Außenreporter-Bericht vom letzten Jahr noch mal nach. Bis man das durchgelesen hat, steht die Leitung vielleicht auch wieder — oder das Spiel ist schon vorbei.

Klick.

1. Mai 2010
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Zu wenig echte Kerle

Teamkapitän Augenthaler klagte wieder einmal, man habe „zu wenig echte Kerle in der Mannschaft, Typen, die sich für den Verein reinhängen, statt nur ihr Geld abzuholen.“ Dieter Hoeneß wies darauf hin, wie schwer doch Lothar Matthäus sich tue, der ihm zugewiesene Rolle als Chef im Mittelfeld gerecht werden: „Als Spieler ist der Lothar in Normalform Weltklasse. Als Macher aber wird er überschätzt.“

So äußerten sich der Trainer der SpVgg Unterhaching und der Manager des VfL Doofsburg über den ähm, Gala-eristen Lothar Matthäus damals, als der FC Bayern München im DFB-Pokal mit 0:3 bei Fortuna Düsseldorf ausschied, 1986/87. Mir dräut, als hätte ich des Auges Worte davor und danach schon irgendwo mal oder mal wieder gehört. Dabei werden doch sonst kaum Spiele verloren, im Fußball.

28. April 2010
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Druck in Bildern bzw. in Gesichtern

Kai Pfaffenbach war angeblich zu Jugendzeiten „ein Freund“ von Oliver Kahn. Jedenfalls war er ihm dann später öfter noch nahe, siehe dortige Galerie.

Jetzt weiß man auch endlich, welcher Fotograf das absolut furchteinflößende Bild (Nr. 6 in der dortigen Galerie) von Oliver Kahn gemacht hat, welches inzwischen dem Jugendschutz unterliegt.

Man sollte es auch als Erwachsener nicht mehr anschauen, kurz bevor man ins Bett geht (deshalb auch der frühe Veröffentlichungszeitpunkt dieses Beitrags).

Aber mindestens genauso interessant: Was gab es denn in einem Deutschland-Trikot eigentlich einmal derart ekstatisch zu bejubeln?

Hätte man sich fast denken können: Eine Parade beim 2:1-Sieg gegen die Fußballgroßmacht Färöer war’s. Zu Hause.

Druck, unmenschlicher.

23. April 2010
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Günter Wallraff, seitdem hat sich nicht viel geändert

„Und drücken Sie auf ‚Aufnahme‘, damit ich das meinen Enkeln zeigen kann, die werden stolz auf mich sein.“

Heiko Herrlich in der Pressekonferenz nach dem vor dem irgendeinem Spiel.

Video von der Pressekonferenz des VfL Bochum.

Ab ca. Minute 8:00.

Insgesamt ähem, schreit Heiko Herrlichs Auftreten allerdings auch nach einem Rhetorik-Trainer. Oder ist er so verschüchtert und hat diverse Klöße im Hals weil er seine Karriere jetzt schon in Doll’schen und Labbadia’schen Dimensionen enden sieht, bevor sie überhaupt richtig begann?