11. Februar 2009
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moonwalk

Die Fläche, die Lance Louis Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond begangen, passt locker in ein gewöhnliches Fußballfeld. Da keine Zeitlupen vorliegen, ist unklar, ob Armstrong bei seinem längeren Ausflug in die gegnerische Hälfte im Abseits stand.

10. Februar 2009
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Langsam wird man schneller älter

[photopress:liga_park_drei_wie_viele_bundesligaspieler_sind_j_nger.jpg,full,alignleft] Uh, da sprachen wir heute Morgen davon, dass die Zahl der noch zu erlebenden Weltmeisterschaften immer kleiner wird, da kommt dazu Liga Park Drei mit solch melancholischem Zahlenspiel um die Ecke. Die Frage, wie viele der Bundesligaspieler älter sind als man selbst, beantwortet diese direkt an die Hopp’sche Datenbank angeschlossene Funktion in der Sidebar von Liga Park Drei.

Dank Jens Lehmann lohnt sich auch für die Älteren noch eine Teilnahme …

Bei mir sind es übrigens dieser Jens Lehmann und weitere magere 19 Bundesligaspieler, die vor mir in den Kreißsaal plumpsten.

10. Februar 2009
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Sehr geehrter Herr Direktor!

Wir müssen uns an Sie wenden, weil uns unser eigener Klassenlehrer nicht mehr zuhört und auch nicht gut behandelt. Wenn wir eine Frage haben, weil wir etwas lernen möchten, bekommen wir nur zu hören, dass der Lehrer das alles schon seit 40 Jahren kann und weiß, er erklärt uns aber nicht, wie die Dinge denn eigentlich gehen.

Dann redet er immer nur von Sachen, die wir in dieser Welt doch schon lange nicht mehr brauchen. Der Klassenälteste solle ganz hinten, hinter den anderen sitzen, dabei sitzen wir in den Viererreihen ganz gut, finden wir. Der Rohrstock, sagt er, ist nur Zierde, den will er wirklich nicht einsetzen. Aber seine Witze auf unsere Kosten schmerzen fast mehr als es so ein Rohrstock tun könnte.

Den Peter, den Hans, den Martin und den Fritz hat er aus der Klasse ausgeschlossen. Die müssen jetzt immer im Nachbarraum sitzen und kriegen eigenen Unterricht. Wir finden das nicht schön, denn jetzt sind sie dort so alleine, dabei hätten wir hier im Klassenraum genug Platz für alle.

Und dann hat er noch den Mann weggeekelt, der uns immer so schön vor dem Schulsport und nach dem Schulsport die Muskeln geknetet hat. Das war immer eine Atmosphäre ganz zum Wohlfühlen bei ihm, da durften wir nämlich mal sagen, was wir denken und auch mal was fragen, wenn wir was nicht verstanden haben. Das hat dem Klassenlehrer wohl nicht gepasst und jetzt ist der Mann weg. Der soll zurückkommen!

Bitte, machen Sie was, Herr Direktor, aber wir wissen nicht was.

Unterschrift: –

(Wir trauen uns nicht, mit unseren Namen zu unterschreiben.)

PS: Wir konnten nicht selbst mit dem Lehrer reden. Als wir es versucht haben, hat er dann nur davon erzählt, dass er sich diese Schule ja nicht selbst ausgesucht hätte und wenn das damals an dem Gymnasium in Nürnberg mit dem Direktor Roth nicht so übel ausgegangen wäre, dann wäre er jetzt gar nicht hier. Sowas und noch Schlimmeres bellt er dann immer. Keiner traut sich mehr, dann noch etwas dagegen zu sagen.

10. Februar 2009
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Erdinger — Das Weißbier der Rummenigges

„Karl-Heinz Rummenigge, werden wir heuer Fußball-Weltmeister?“

„Wenn alle, die Erdinger Weißbier genauso gern trinken wie ich, uns die Daumen drücken, kann eigentlich nichts schief gehen.“

„Was? Sie trinken Erdinger Weißbier?“

„Wieso? Sie nicht?“

Wem es unbekannt war: Eben jener Karl-Heinz Rummenigge ist der Initiator der Aktion „Keine Macht den Drogen“. Und Selbiger war es auch, der zu den Nullkommafünf Promille, mit denen Giovanne Elber am Steuer erwischt wurde, ausführte: „Wissen Sie, was Nullkommafünf Promille sind? Das hat im Stadion jeder.“

Völlig klar, diese Trennung zwischen Alkohol (go-o-o-o-o-d) und Drogen (ba-a-a-a-a-d) ergibt Sinn, schließlich zieht der langfristige Konsum von Erdinger Weißbier garantiert keine Spätfolgen nach sich, wie folgender Clip beweist.

Und wie wirksam die Keine-Macht-den-Drogen-Kampagne ist, weiß Wikipedia:

Wie das Institut für Therapieforschung (IFT) in München ermittelte, war die Kampagne zwar bei 78 Prozent der Befragten im Alter zwischen 18 und 69 bekannt – hatte aber für den Einzelnen und seinen Umgang mit Drogen kaum Bedeutung. Mehr als die Hälfte der befragten Personen glaubten zudem, die Kampagne richte sich an bereits Drogen-Abhängige, obwohl die Kampagne für Jugendliche ab zwölf Jahren konzipiert worden war, die noch keine Drogen konsumierten. Die Kampagne verfehlt also nicht nur die anvisierte Zielgruppe – sie erfüllt zudem auch nicht den erwünschten präventiven Effekt.

Also, Daumen drücken!

10. Februar 2009
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Nur noch Zehn

Ich bin jetzt Anfang 30, das gilt natürlich nicht für die Kunstfigur Trainer Baade, die war schon immer Kloppo-esk Ende 30, anders geht das ja auch nicht mit der Autorität gegenüber Fußballspielern, die zufällig gerade gut mit dem Ball umgehen können.

Aber Anfang 30 zu sein bedeutet: Nur noch ungefähr 10 Weltmeisterschaften zu erleben.

Sehr ungemütlich heute morgen.

9. Februar 2009
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Thomas Schaaf, aktuell leicht zu reißendes Wild, wenn man denn will (aber sie wollen ja, alle)

Hat da jemand gefordert, dass man in Bremen eine Trainerdiskussion ausrufen solle? Ich habe nicht richtig verstanden. Bitte, noch mal. Eine Trainerdiskussion? Weil eine Mannschaft nach knapp 10 Jahren zum ersten Mal nicht ganz oben mitspielt? Äh, sind wir jetzt hier beim Tennis, in der Weltrangliste, beim Schach, oder geht es doch eher um Fußball? Hatte nicht der glorreiche FC Bayern gerade in jenen Jahren, in denen er in der Liga recht weit unten stand, diverse Europapokale gewonnen? Achso, stimmt, das war in der Zeit, bevor es eine Gruppenphase und noch eine Gruppenphase und noch eine Gruppenphase („Aber, entschuldige, Rudi, auf Island gibt es gar keine Gruppenphasen!“) gab, und somit dem Schicksal ein Schnippchen geschlagen wurde.

Trotzdem könnte man ja annehmen, wenn man gewillt wäre, anzunehmen, dass man, herrgottnochemal, man muss doch echt kotzen, wenn man sich das jetzt alles wieder reinziehen muss. Da arbeitet ein Trainer, seit 10 Jahren lässt er erfolgreichen Fußball spielen, qualifiziert sich regelmäßig für die Champions League, immer international, und jetzt spielt er zum ersten Mal nicht international (obwohl das ja angesichts der zu erwartenden Schwächephasen des HSV, von Hoffenheim, Leverkusen und anderen leichten Toastbroten noch gar nicht klar ist), und da schwupps kommen sie aus ihren Löchern, den nur leicht schanzenbewehrten und schwingen ihr Beil, wie man es aus dem Boulevard kennt und hasst. Aber gleichzeitig gibt es überhaupt gar keinen Grund, diesem Beil auch nur überhaupt Anerkennung zu gewähren.

Schwingen ihr Beil, weil sie etwas schreiben müssen. Weil ihnen langweilig wird, weil ihnen die sonstigen Fun-Videos ausgegangen sind auf ihrem Laptop, weil sie Geld kriegen dafür, dass sie Scheiße, verächtliche, lächerliche, fußballnichtverstehende, nur dem Profit geschuldete Scheiße schreiben wollen oder müssen, sich selbst in eine Position verfrachtet haben, in der sie glauben, davon abhängig zu sein, dass sie überhaupt irgendetwas schreiben, was evtl. Schlagzeilen produziert.

Zu beschränkt, zu wenig phantasievoll, zu wenig fußballerische Kenntnisse, dass sie auch gehaltvoll, analytisch, wahrhaftig schreiben könnten, sich das überhaupt vorzustellen. Scheißen sich in die Hose vor Angst, dass es eventuell niemanden interessieren könnte, wenn es wirklich um fußballerische Analysen gänge. Zu denen hätten sie nämlich nichts beizutragen. Da muss dann natürlich eine Schlagzeile her, eine dem ganzen Boulevard die Krone aufsetzende, und da sitzen sie da an ihren Laptops, und schämen sich nicht mal, öffentlich eine solche an den Haaren herbeigezogene Scheiße zu schreiben.

Sportjournalisten sollen das sein. Lächerlich. Sie sind nichts anderes als ekelhafte sich selbst gegenseitig rezitierende Monster, die von ihrem Auftrag, dem Kunden zu berichten, was tatsächlich passiert ist, so weit entfernt sind wie wir von der Aufklärung dessen, warum das Volk das größtenteils dennoch liest.

Eine Krise inszenieren, nur um am Ende der Krise davon schreiben zu können, dass die vermeintliche, nicht existente (sportliche) Krise dann wieder vorbei ist: Das ist eine Verhaltensweise, über die, wenn man nicht so angewidert darob wäre, man sich freuen würde, weil es mittlerweile nämlich Blogs und andere Gegenöffentlichkeiten gibt. Wer will, kann lesen, hat Alternativen. Kommt her.

Hier sprechen wir unter Menschen mit gesunden Gehirnen. Fernab des Zwangs, Schlagzeilen zu produzieren, zu verkaufen, zu polarisieren. Menschen mit Gehirn brauchen keine solche Schlagzeilen-relevante Pseudorealität mehr. Sie schreiben selbst für Menschen mit Gehirn. Und haben demgemäße Leser.

Gebt’s auf, … gebt’s auf.

6. Februar 2009
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Regelmäßiges Training wird unterschätzt

Wir wissen, was passiert, wenn man ca. 1 Flasche Wodka als ungeübter Trinker konsumiert: Man macht einen ziemlichen unbeholfenen Eindruck, man lässt die Arme schlingern, die Knie auch. Andere Leute in der näheren Umgebung fühlen sich dazu veranlasst, kleine physische Hilfen beim Laufen, von rechts und von links, anzubringen und kurz nach dem Verlassen des Platzes füllt man die Feedreader und Blogs dieser Welt mit einem Video von dem mit geschätzten 2,6 Promille doch recht zugedröhnten Auftritt.

Wenn man da etwas mehr Übung hat, eine Flasche Wodka zum Beispiel täglich trinkt — das muss nicht morgens beginnen, es kann auch erst mittags oder am frühen Nachmittag sein — dann hingegen kommt man damit wahrscheinlich durch, ohne dass es je größer auffällt.

2,6 Promille jeden Tag und trotzdem noch Leistungssportler sein und aufgestellt werden und spielen: Das ist gar kein Problem, wenn man — wie es sich für einen guten Profi gehört — rechtzeitig mit dem Training beginnt, auch in spielfreien Zeiten Selbstdisziplin zeigt und weitermacht, während sich die Kollegen faul am Strand räkeln und zum Kaffee noch ein paar Sahnetorten fressen.

Michael Mazingu-Dinzey hat laut diesem Beitrag in der WELT vorgemacht, was es noch vor kurzem hieß, Profifußballer zu sein:

Neulich erst gestand er ein, in Profizeiten tägliche eine Flasche Wodka und zuweilen noch eine halbe Kiste Weißbier dazu getrunken zu haben. Trainer Jürgen Röber musste ihn in Berlin mal abmahnen, weil er besoffen zum Training kam.

Entweder hat hier jemand maßlos übertrieben (beim Erzählen, beim Saufen ohnehin) oder aber alle anderen Beteiligten haben regelmäßig die Augen verschlossen. Dass man mit derlei pathologischem Raubbau am eigenen Körper jedoch immer noch Fußballprofi sein und die zu seinen Zeiten dafür ausreichende Fitness haben kann, spricht Bände über die tatsächlichen Anforderungen an einen Profifußballer jener Zeit.

Da dachte man immer, Bundesligaspielen wäre ein wenig härter als als Shane McGowan mit den Pogues auf der Bühne zu stehen: Offensichtlich falsch gedacht.

6. Februar 2009
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Klinsmann: Jetzt zeigt er sein wahres Gesicht

Und wie immer hat die Redaktion keine Kosten und Mühen gescheut, um als erste ein Foto von Klinsmanns wahrem Gesicht zeigen zu können. Bei einem Training wurde Klinsmann erwischt, wie er ohne seine Grinsemaske die Spieler ordentlich schnaufen ließ und anschließend auf die Taktik fürs nächste Spiel einschwor. Allzu überraschend ist es nicht, wie Klinsmann unter der Maske aussieht: nicht gänzlich unbekannt.

5. Februar 2009
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Die sieben Tugenden des Abendlands

Diese sind bekanntermaßen: Leidenschaft, Teamgeist, Siegeswille, Nervenstärke, Durchsetzungsvermögen, Technik und Taktik.

Wie es der Zufall so will, benötigt man in der zweiten Liga genau diese sieben Tugenden, um Meister zu werden. Und wie gut es sich trifft, dass man dann, wenn man Meister geworden ist, ein Etwas erhält, das noch zufälliger genau jene sieben Tugenden repräsentiert.

Andere Leute sprechen hier von Radkappen, man muss doch aber kulturell schon sehr unbeleckt sein, um nicht zu sehen, dass eben diese sieben Tugenden dargestellt sind. Deshalb ja auch der Bergkristall in der Mitte. Denn Berge, das ist klar, sind Ausbünde an Tugend.

5. Februar 2009
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Der Tabellenplatz-Hüpfer

Wortspiele mit seinem Nachnamen verbieten sich schon seit Längerem (und dasselbe Verbot gilt übrigens weiterhin für den Torhüter von Bayer Leverkusen), zu dem, was er verbal so verzapft, darf man hingegen immer noch ungestraft kondolieren.

Vereinstreue ist schon länger nicht mehr en vogue, eins dieser vielen Themen, die in den letzten Jahren auf dem Schafott des Fußball-Kommentierens gelandet sind. Wie Albert Streit dieses Mal seinen Wechsel von Schalke zum HSV begründet, hat jedoch eine neue Dimension der Tagesaktualität bei den Erklärungen Wechselwilliger erreicht.

Opportunismus galore, noch gewürzt mit dem verblassenden, kaum sichtbaren Schatten des Arguments, dass man sich ja „sportlich weiterentwickeln wolle“. Immer in der Tabelle nach oben wechseln, ob nun mitten in der Saison, vor der Saison, nach der Saison oder bei der Saison, an der Saison oder hinter der Saison. Geschwätz von gestern. Die Familie. Die Perspektiven. Die Champions League. You name it.

kicker: Der HSV wollte Sie bereits vor eineinhalb Jahren, damals haben Sie sich für Schalke entschieden – warum nun die Kehrtwende?

Streit: Zu der Zeit war Schalke Erster und ich wollte in der Champions League spielen. Es gibt diverse Gründe, weshalb es nicht geklappt hat. Jetzt ist der HSV für mich eine Riesensache, ich gehe vom Neunten zum Dritten – das ist ein Sprung. Und ich bin froh, dass ich Schalke hinter mir lassen kann, denn es war keine einfache Zeit.

Am letzten Spieltag wechselt Streit dann nach Hoffenheim (Für den ungeübten Leser: Das ist jetzt kein Hoffenheim-Bashing.), um auf Schalke („sind ja nur Neunter, die Pfeifen, man muss mich verstehen“) dann die Meisterschale in Empfang nehmen zu können („ich wollte schon immer Champions League spielen“).

Zugegeben, Streit hatte ohnehin keine andere Wahl mehr, als einen Wechsel anzustreben und in dem Fall ist es sein gutes Recht, nach so weit oben wie möglich zu wechseln. Dass es ihn aber immer dorthin zieht, wo der Erfolg, der im Fußball ja nun mal ein sehr naher Verwandter, man würde fast sagen: Bruder des Zufalls ist, gerade gastiert, bevor er ohne sich abzumelden seine Zelte abbricht und zum nächsten Klub weiterzieht (aktuell z. B. Hertha BSC, aber in der Rückrunde dann schon wieder BVB, Hannover oder — wer weiß — Schalke), wird ihn zu einem geradezu nomadenhaften Lebenswandel zwingen: Am 1. Spieltag zum KSC, am 5. Spieltag nach Bremen, von da aus nach Köln, später zu den Bayern und nächstes Jahr in Leverkusen. Und irgendwann einmal bei Brasilien, nein, ach, das war letztes Jahr, neuer Führender der Weltrangliste ist bekanntlich Spanien. Johann Mühlegg wird ihm sicher ein paar Einbürgerungstipps geben können.

Wie man aufgrund solchen Geschwätzs als Fan des jeweiligen Vereins, der zufällig gerade in der großen Lotterie weit oben steht, so etwas wie Wertschätzung — von Vertrauen oder Verbundenheit ganz zu schweigen — gegenüber Albert Streit und Anverwandten entwickeln können soll, bleibt unter der Burka jener Tagesaktualität des Tabellenplatz-Hoppings verborgen, dessen neue Koryphäe ab heute Albert Streit heißt.

Auf dem Schafott, man sieht noch die Reste kokeln. Und es stinkt.

5. Februar 2009
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It’s nothing like soccer

Nun, das ist nicht so wirklich ganz neu. American Football is „nothing like soccer“, sagt John Lennon, dazu befragt, wie er denn das Spiel, das er gerade betrachtet, im Vergleich zu soccer-football fände.

Schon damals wunderte man sich, dass beim American Football eine Hälfte des Teams auf dem Platz steht, während die andere Hälfte des Teams neben dem Platz steht. Ein komischer Sport, wie wahr, wie wahr. Es ist wohl mehr wie Rugby.

Aber ebenfalls schon damals kam man eigentlich nur in die Show, um seine neue Platte (und die von Ringo) zu bewerben. O tempora, alles nur Marketing.

John Lennon 1974 im Interview bei Monday Night Football, welches eine American-Football-Sendung in den USA ist, für die Aufrechten unter den Football-Fans.

4. Februar 2009
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Zahl der Woche — Folge XXVII

Tja, die Folge lautet zwar XXVII, die Zahl der Woche selbst ist aber die:

26

So viele Semester studierte Oliver Bierhoff an der Fernuni Hagen, bis er seinen Abschluss als Diplom-Kaufmann erlangte. Diese elendigen Langzeitstudenten. Dabei hat einer, der als Beruf Fußballspielen angibt, doch mehr Zeit als jeder andere, sich den Büchern zu widmen …

Was er mit diesem Diplom anfangen wollte, wusste er auch damals schon ganz genau:

„Bei der WM 2006 könnte ich mir eine Mitarbeit im Bereich Sponsorenwerbung und Marketing gut vorstellen“, sagte er bereits 2002.

Das hat ja dann auch bestens geklappt.

3. Februar 2009
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Das Nicht-Tor des Jahres 2008

Das Tor des Jahres 2008 ist bereits gewählt und in braver Chronistenmanier auch schon im umfassenden Tor-des-Jahres-Beitrag aufgenommen. Das vergleichsweise unspektakuläre Freistoß-Tor von Michael Ballack gegen Österreich gewann.

Interessanter war da in diesem Jahr die Wahl zum Nicht-Tor des Jahres.

Mario Gomez gewann knapp mit seinem Nicht-Tor bei der Europameisterschaft aus dem selben Spiel gegen Österreich, als er wunderbar von Miroslav Klose 248 Zentimeter vor dem Tor frei gespielt wurde und ein kleines Verspringen des Balles Gomez für einige Monate zum Deppen der Nationalmannschaft machte (bis ein gewisser K. sich heimlich, still und unerkannt von der Tribüne machte).



Knapp gewann Mario Gomez diese Wahl, und zwar knapp vor Mario Gomez, der mit diesem wunderbaren Nicht-Tor aus dem Länderspiel gegen Finnland Zweiter wurde.



Zum Glück hat Gomez sich von diesen Nicht-Toren mittlerweile erholt und wird wohl keine 9.998 Nicht-Tore folgen lassen, wie Fredi Bobic es einst schaffte.

3. Februar 2009
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GenItalien

Ah, lange keine Gelegenheit mehr dazu gehabt, heute können wir endlich mal wieder zotig werden. Italien, Land der Rassisten, der Ausländerfeinde, der Mafia, der Korruption und der Arroganz.

Welche Gründe könnte es für einen Spieler aus diesem schönen Land geben, nach England zu wechseln, um dort statt für Lire Euro dann für Britisches Pfund Fußball zu professionieren?

Außer dem gerade genannten natürlich keinen. Denn im Weltbild des Italieners sind das Wetter, das Essen und die Kultur in England eher als schlechter Scherz zu betrachten, und — was das Schlimmste für einen jungen Fußballer ist — die englischen Frauen waschen ihre Genitalien nicht.

Wobei die Frage erlaubt sein muss, ob das nicht in Italien evtl. auch der Fall sein könnte.

2. Februar 2009
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Keine Ahnung, davon aber viel

Man stelle sich mal vor, es wäre 1961, und die Sowjetunion würde verkünden:

„Es gibt inzwischen Atombomben.“

Man wäre doch ein wenig erstaunt, wo sich die Sowjetunion und deren Insassen die letzten 16 Jahre rumgetrieben hätten und welche Ausmaße die Scheuklappen haben müssten, um dieser Erkenntnis 16 Jahre lang aus dem Weg gegangen sein zu können.

Oder im Jahr 2005 würde Oskar Lafontaine auffallen:

„Die Mauer ist inzwischen weg.“

Ja, richtig, Oskar, richtig Sowjetunion, nur: Was habt Ihr die ganze Zeit gemacht? Nie das Haus verlassen, keine Zeitung gelesen (oder wenn, dann immer nur den Sportteil), nicht mit den eigenen Kindern oder Enkeln gesprochen oder mal mit einem Professor oder Studenten einer Universität Kontakt gehabt? Denkbar, durchaus. Es gab ja auch mal die Versuche, als Reaktion auf überfüllte Gefängnisse Häftlinge ihre Strafe mit elektronisch überwachten Fußfesseln im Hausarrest absitzen zu lassen. Nur nicht sonderlich wahrscheinlich, dass weder die Sowjetunion noch Oskar Lafontaine 16 Jahre lang keinen Fuß vor die eigene Haustür setzten. Und noch dazu nicht besonders in eigenem Interesse, keine Ahnung zu haben, was in der Welt vor sich geht, wenn man irgendwelchen Dingen vorsitzt, die die Interessen von einer nicht geringen Zahl von Menschen vertreten.

Wie kann es sein, dass jemand im Jahr 2009 mit der Erkenntnis

„Es gibt inzwischen eine dritte Medienwelt.“

hinterm Baum hervorkommt, und für diese auch noch angeblich zunächst Bücher lesen musste?

Die Angst der Älteren vor Neuerungen ist menschlich, sie ist nachvollziehbar und der eine oder andere von uns wird dereinst selbst zumindest Anflüge davon erleben. Das entschuldigt aber nicht, dass man sich in diesen Dingen nicht wenigstens von Menschen beraten lässt, die sich damit auskennen. Man muss es ja nicht selbst benutzen, um zu verstehen, welchen Einfluss diese dritte Medienwelt gewonnen hat und welche Möglichkeiten sie bietet.

Fraglich, ob man mit solch einer Ahnungslosigkeit überhaupt in der Lage ist, das Bestmögliche für die Interessen derer, denen man vorsteht, zu erreichen. Fraglich auch, ob das — die Interessen des Fußvolkes — an dieser Stelle überhaupt noch eine ins Gewicht fallende Rolle spielt.

Zweifelsfrei wäre es besser, wir fänden an solchen Orten Menschen, die sich dem alltäglichen Wandel stellen und lernen, wiederum das Beste für die eigenen Interessen daraus zu machen. Und nicht das zu bekämpfen oder auch nur zu ignorieren, was schon seit Langem zur Welt dazugehört.

31. Januar 2009
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Ein Näschen für Erfolg haben

Es ist eine Sache, ob man das „Experiment“ Hoffenheim aus diversen Gründen ablehnt oder auch begrüßt und da kann man auch in vielerlei Hinsicht diskutieren und Auffassungen haben.

Eine ganz andere Sache jedoch, zu der man keine zwei Meinungen haben kann, ist es, wenn 30.000 „Fans“ im ausverkauften neuen Hoffenheimer Stadion Energie Cottbus mit Hohn- und Spottgesängen bedenken, in denen sie Cottbus in die zweite Liga wünschen und sich über den mangelnden sportlichen Erfolg dieser lustig machen.

Wo waren denn diese Sangesbrüder, eingefleischte Hoffenheimer Fans, noch in der letzten Saison, in der Hoffenheim in der zweiten Liga 5.978 Zuschauer im Schnitt hatte?

Wohl noch zu Hause vor dem Fernseher mit einem Bayern-München-Schal.