Die Weltherrschaft an sich reißen

Neulich, im Radio.

„Ja, Nürnberg war hier 70 Minuten lang weltbeherrschend.“

1 Kommentare

Überfällige Reformen: Ein-Blend-ung

Man sollte das Einblenden dieses Balkens, dieser Linie bei der Wiederholung von strittigen Abseitsszenen sein lassen, um den Zuschauer am Fernsehregenschirm unter den selben Voraussetzungen urteilen zu lassen wie denjenigen Menschen, der die Szene ohne Balken entscheiden musste.

Zeitlupen sind genauso unfair und sollten nur aus ästhetischen Gründen bei besonders gelungenen Aktionen verwendet werden dürfen.

2 Kommentare

Wer zuletzt lacht, lacht in Wien

My beautiful self hatte die Idee, Bertdesign hat dann das Target ausgemacht. Der polnische Verband betreibt eine Umfrage, auf welchem Platz die polnische Fußballnationalmannschaft ihre Vorrundengruppe bei der EM beenden wird. Da der polnische Fernsehsender www.tvn24.pl vor Kurzem eine Umfrage bei kicker.de kaperte, wollen wir uns nun ein klein wenig revanchieren, nicht ohne klar zu sagen, dass es sich hier um eine, naja, nennen wir es Spaßguerilla-Aktion ohne nationalistische Ressentiments handelt. Wer Umfragen in Deutschland kapert, verfälscht oder mit verfälschten Umfragen kapern geht, darf sich nicht wundern, wenn etwas zurückkommt. Leider kann ich mit meiner Handvoll Besucher pro Tag nicht wirklich gegen die 300.000 Besucher, die der polnische Fernsehsender auf den Plan rief, anstinken, deshalb bitte ich um Unterstützung all jener Blogs, denen eine solche Aktion nicht zu kindisch erscheint.

Bitte also beim polnischen Verband auf 4. miejsce klicken, miejsce ist polnisch für Platz. Danke.

Die martialische Sprache auf dem Blindfischblog („zum Gegenschlag ausholen“) unterstütze ich übrigens nicht, ich nenne das Ganze etwas schmähhafter:

„Wer zuletzt lacht, lacht in Wien.“

7 Kommentare

Letzte Gelegenheit

Es gibt sicher den einen oder anderen, der ganz weit unten in sich drin ein wenig Verständnis für diese dumme Aktion von Idrissou aufbringen kann:

Rote Karte: Idrissou – Tätlichkeit (MSV Duisburg)
Kahn hat den Ball fest in den Händen, ehe Idrissou dem Münchner in die Beine tritt. Rot!

Wir natürlich nicht.

9 Kommentare

Lehmann und Hildebrand: Zweitligaspieler suchen einen Verein

Möglicherweise wird sich Timo Hildebrand in naher Zukunft seinen Arsch mit Ronald Koemans Krawatte abwischen, möglicherweise doch. Freunde werden die beiden ganz sicher nicht mehr.

Nach Koemans Ankunft beim FC Valencia wurde Hildebrand abserviert, steht nicht mal mehr im Kader, und laut diverser Quellen sucht Koeman sogar nach einem neuen Torhüter, obwohl auch Hildebrands bisheriger Kontrahent Cañizares eine bis vor Monaten noch ausreichende Qualität zu haben schien, so weit man das aus dem stillen Kämmerlein 2344km (laut Routenplaner) vom Akt des Geschehens beurteilen kann.

Nun haben wir also schon zwei Fälle von eigentlich sicheren Torwartkandidaten für die EM, die keine Stammspieler in ihren Vereinen mehr sind: Jens Lehmann und Timo Hildebrand, der immer deutlicher das Pech zu haben scheint, zwischen alle Fronten zu geraten. Sowohl die Generationsfronten in der Nationalmannschaft als auch die Beraterfronten, die sein Berater eben für ihn aufbaut. In der Frage der Nationalmannschaft scheinen mir Hildebrands Chancen durch die Ankunft des germanophilen Koemans deutlich schlechter zu sein als jene Lehmanns, doch noch in den Vereins-Strafraum zurückzukehren; womit an dieser Stelle nicht das Warmschießen des vom jeweiligen Trainer bevorzugten Kollegen gemeint ist.

Eine kleine Übersicht darüber, welcher Klub in der zweiten Liga einen Torhüter gebrauchen könnte, finden wir bei Bolzplatz, vielleicht sollte sich angesichts der Fülle des Angebots auch der eine oder andere dort nicht erwähnte Verein seine Gedanken machen.

Weitere Alternativen für Lehmann und Hildebrand wären natürlich insbesondere die in der ersten Liga abstiegsgefährdeten Clubs. Erstens würde man damit Sympathiepunkte beim Zeit seines Lebens nur bei Loser-Clubs spielenden Bundestorwarttrainer Köpke sammeln, zweitens weiß jeder, der schon mal beim kicker-Managerspiel mitgemacht hat, dass Torhüter von Abstiegskandidaten, so sie nicht Piplica heißen, immer gute Punktegaranten sind.

Punkten müssen nämlich sowohl Lehmann als auch Hildebrand in den nächsten paar Wochen, wollen sie nicht gänzlich unter Kreuzfeuer so berufener neutraler Experten wie Sepp Maier oder Kaha (das ist kein brasilianischer Künstlername) Rummenigge geraten. Wie man weiß, ist vor allem die alte Torwartlegende ein Ausbund an Neutralität. Insofern ist klar: Besser im Ausland bleiben als bei DSF vom Maier Sepp unter Beschuss genommen werden, weil man zufällig mit seinem schlechten Zweitligaklub verloren hat, obwohl man 14 sog. unhaltbare aus dem Winkel gefischt hat. Für den Maier Sepp zählen nur Titel, Tore (keine im Sinne von Gegentoren), Triumphe, ganz besonders die Lebensleistung, also, wo man wann mal vor 20 Jahren einen gefährlichen Torschuss gehalten hat, niemals aber die eigentliche Torhüterleistung.

Maier Sepp ist aber auch der, der damals bei Dalli-Dalli schon unter Hänschen Rosenthal bei jenen Spielen, bei denen es um Worte ging, die meisten Fehler gebaut hat. Nur gut, dass dieser Anachronismus aus der Nationalelf entfernt wurde. Wie dem auch sei, bei einem „neutralen“ Bericht der FOTO-Zeitung dann eben jenen Ex-Kahn-Lobbyisten (Lobbyist ist er noch immer, nur wird er nicht mehr ernst genommen) als „Zeugen“ zu befragen, zeugt von eben jener Unbefangenheit bei der Zeugenaufnahme.

Wirrer Rede, kurzer Sinn, wir halten es mit Lehmann himself, der letztens noch sagte: Ich habe in meinem Leben schon so viele Spiele gemacht, da kommt es auf ein paar mehr oder weniger auch nicht an, das Torwartspiel werde ich schon nicht verlernen.

Kern all dessen ist jedenfalls, dass die immer wieder angeführte Äußerung, einen „Torwart ohne Spielpraxis“ nicht spielen lassen zu können, bitteschön endgültig auf dem Friedhof der Fußballweisheiten begraben werden darf. Wer hat je die Gültigkeit der gegenteiligen Aussage bewiesen? Verlernt man bei den Trainingseinheiten von montags bis freitags etwa sein Können?

6 Kommentare

Der Nikolaus war noch nie ein Osterhase

Sagt einer, der es wissen muss.

0 Kommentare

Abstimmungen kapern in Polen

Nein, heute ist (noch) nicht polnischer Tag auf dieser Seite. Kommt aber bald, doch solche Vorlagen dürfen nicht ungenutzt bleiben.

Hatte ich mich gestern schon gewundert, wieso beim Kicker (ich habe mich immer noch nicht mit mir selbst geeinigt, ob ich das nun groß oder klein schreiben soll in meinen Beiträgen) bei einer Umfrage zum Ergebnis der Vorrundengruppe Deutschland auf Platz 4 getippt wurde, gibt der k(K)icker heute selbst die überraschende und unterhaltsame Auflösung:

[photopress:kickerumfrage_von_polen_gekapert.jpg,full,aligncenter]

Doch dann kam alles ganz anders. Der polnische Fernseh-Sender www.tvn24 rief am Dienstag auf seiner Website dazu auf, bei kicker.de gegen die deutsche Mannschaft abzustimmen. Innerhalb kürzester Zeit drehte sich das Ergebnis, und die Teilnehmerzahlen explodierten. Weit über 300.000 Stimmen zählten unsere Server bis Mittwochmittag, das Zehnfache des Normalen.

Tatsächlich waren es dann sogar 338.572 Votes. Was kapern wir?

2 Kommentare

Pöhlen in Polen

Naja, ach, komm, einen machen wir noch von diesen kleinen Vertippern, wie sie überall vorkommen.

[photopress:poeln.jpg,full,aligncenter]

Der hier hat auch besonderen Charme, geht es doch schließlich um ein umgangssprachliches Wort für Fußball spielen: poeln.

3 Kommentare

I had a dream

So eine esoterische Traumdeuterei wie hier, das soll mir nicht noch mal unterkommen. Ich hoffe, kann es aber nicht versprechen, dass es das einzige Mal bleibt. Der Traum geht so:

Ich habe durch seltsame Umstände kurz vor dem Ende meiner aktiven Karriere den Weg in ein Bundesligateam gefunden. So etwas wird einem im Traum ja nicht erklärt, man wacht sozusagen im Traum in dieser Situation auf. Jedenfalls spielen wir in einem ziemlich steilen, reinen Fußballstadion, die Anzeigetafel hat aber noch diese nur gelben Lämpchen, mittels derer der Spielstand gelb auf Schwarz dargestellt wird.

Ich spiele wie immer auf der linken Seite, mit der eindeutigen Aufgabe, mich auch immer wieder vorne einzumischen. Das Spiel läuft und nicht nur weil ich mitspiele, sondern auch, weil mich mein Gehirn in meinem Traum in ein mehr als schlechtes Bundesligateam einsortiert hat, steht es zur Halbzeit schon 0:4 im offensichtlich heimischen Stadion.

Keine Ahnung, warum ich trotz meiner schlechten Leistungen und meiner offensichtlichen Nervosität in meinem ersten Bundesligaspiel nicht ausgewechselt werde, ich bleibe aber drin. Da ich nicht wirklich hinten spiele, bin ich auch am fünften Gegentor unschuldig. 0:5 steht es, von uns kommt nicht viel, jedenfalls kann ich mich kaum an Torszenen unsererseits erinnern.

Kurz vor Schluss, Träume halt und total unlogisch, macht der Gegner hinten komplett auf (ganz so unlogisch vielleicht doch nicht, bei solch einem Spielstand neigen ja viele Menschen in Fußballschuhen dazu, unbedingt noch selbst vorne ein Tor erzielen zu wollen) und wir spielen einen langen, langen Ball nach vorne. Ich renne ihm hinterher, er tupft über den Torwart hinweg, er ist noch in der Luft, tupft noch mal auf, ich renne weiter hinterher, das Tor ist leer.

Dank meiner nicht immer bundesligareifen Technik wurschtel ich irgendwie mit dem Ball rum, leider verrutscht er mir dabei ein bisschen und rollt an der Fünfmeterraummarke über die Torauslinie. Ich sehe mit eigenen Augen, wie der Ball im Aus ist, der Linienrichter anscheinend nicht, das Spiel läuft noch, in diesem Moment stoppe ich den Ball, ziehe ihn wieder ins Spiefeld und versenke den Ball aus spitzem Winkel im immer noch leeren Tor. Bevor ich mich umdrehe, blinkt auf der Anzeigetafel schon das 1:5 auf, ich habe mein erstes Bundesligator in meinem ersten und aller Voraussicht nach letzten Bundesligaspiel geschossen und sitze nun in der Zwickmühle.

Ich weiß, dass der Ball nicht mehr im Spiel war. Die Schiedsrichter offensichtlich nicht.

Wie handeln?

Im Traum habe ich mich gegen mein Gewissen entschieden, das schon immer forderte, vor allem von anderen, dass sie in solchen Situationen ehrlich sein müssen, dachte aber bis zu diesem Moment, dass das auch für mich gälte.

Traurige Sache, ich bin sehr enttäuscht von mir, aber mein Geifer, in die Bundesligannalen einzugehen, mit einem einzigen, kleinen Tor zum 1:5, war so groß, dass ich nicht widerstehen konnte. Wahrlich beschämend.

1 Kommentare

Schock in und aus Klagenfurt

In Klagenfurt ist der Schock groß, weil die Deutschen kommen.

In Deutschland ist der Schock groß, weil man nach Klagenfurt muss.

Zwei Vorrundenspiele der EM finden in Klagenfurt statt und weil es dort nur 32.000 Plätze gibt, stehen dem DFB somit gerade mal 6.400 Karten für jene beiden Spiele zu.

Bei der WM hatten im Westfalenstadion zu Dortmund knappe 60.000 Zuschauer Platz, von denen die meisten Deutsche waren. In Klagenfurt werden es 6.400 (in Worten: sechstausendvierhundert) sein.

Klagenfurt hat mit 92.404 Einwohnern übrigens so wenige, dass sie fast alle in besagtes Westfalenstadion in seiner normalen Kapazität (80.708) hineinpassen würden. Lassen wird die Kranken und die Kleinkinder zu Hause, dann passt’s. Komische Vorstellung: ein ganzer EM-Austragungsort in einem Stadion versammelt.

1 Kommentare

Kabinenkotzen

Herrlich, was Herr Pabst, von dem noch nie jemand zuvor gehört hat, der aber immerhin so expertis ist, dass er von der Süddeutschen interviewt wird, über Max Merkel (und dessen Erbe, Werner Saint Laurent) zu sagen hat:

„Was Max Merkel gepredigt hat, diente dazu, einen Fußballer frühzeitig in Rente zu schicken. Zuckerbrot und Peitsche. Einmal ganz lieb, und dann sehr hart. Zehnmal 200 Meter laufen, fünfmal 400 Meter, zweimal 1000 Meter und dann übergeben sich die Spieler vor der Kabine. Das macht man nicht. Da brauchen sie 14 Tage, drei Wochen, bis man sich wieder erholt.“

Eigentliche Quintessenz des Interviews ist aber, dass man — anders als das Gejammer von (ausgerechnet!) Huub Stevens, Ottmar Hitzfeld und Co. glauben machen soll — durchaus zwei Spiele in 48h durchführen könne. Nur müsse man dann eben genügend Grundlagenausdauer haben sowie regenieren, statt hart zu trainieren. Außerdem empfiehlt er unterschiedliche Trainingsinhalte je nach Alter des Spielers.

Unabhängig von der Frage, wie viele Spiele man innerhalb eines bestimmten Zeitraums sinnvoll bestreiten kann, spricht er noch dem einen oder anderen die nötige Ausdauer ab:

„… als Voraussetzung die Ausdauer. Das heißt, ein Fußballer muss 90 Minuten laufen können. Und das, habe ich manchmal den Eindruck, können nicht alle: Die sind nach 60 Minuten platt.“

Auch wenn ich schon länger kein popeliges Bundesligaspiel mehr über 90 Minuten live gesehen habe — und auch, wenn es „populistische Scheiße“ ist, über mangelnden Arbeitseinsatz der „Scheißmillionäre“ zu wettern — erstaunt schon, dass jemand, der die ganze Woche nix anderes zu tun hat, als sich auf ein Spiel am Samstag vorzubereiten, es nicht schafft, 90 Minuten lang ohne Konzentrations- und Kraftverluste Fußball zu spielen.

Schließen wir mit Mario Baslers Worten nach seinem Abschiedsspiel: „Ich war genauso fit wie während meiner Karriere: nämlich gar nicht.“

5 Kommentare

Pain in the Ass

Wie mag man sich wohl am vergangenen Sonntag zwischen Brighton und Newcastle gefühlt haben? Eine Gruppe mit Griechenland, Spanien und Schweden wäre selbst für die Essigfüße aus England machbar gewesen, so stark ist Griechenland trotz seiner erfolgreichen Qualifikation nun auch wieder nicht.

Andererseits hat das Aus in der Quali etwas Gutes: Man erspart sich die Schmach, zum x-ten Male bei einem Turnier keinen Titel zu holen. Nur noch 9 Jahre, dann sind es 50 (!), in denen das Mutterland des Fußballs nichts mehr gewonnen haben wird.

In der Zwischenzeit wurde Deutschland drei Mal Europameister und zwei Mal Weltmeister, zudem noch zwei Mal Vize-Europameister und drei Mal Vize-Weltmeister. England hingegen, nun ja, war immerhin im Halbfinale bei der WM 1990 und bei der EM 1996.

Aber was soll man auch machen ohne Torwart?

9 Kommentare

Legendäre Halbzeitansprachen: Zwo Halbe

Weder der Rudi-Völlersche „Tick“ (den Michael Skibbe inzwischen übrigens in sein Sprachrepertoire übernommen hat) noch das Klinsmannsche „wo“ dürfen in einer garantiert wirksamen Halbzeitansprache fehlen. Das „schnelle Umschalten“ muss genauso angesprochen werden wie der „Wille“, das „Verschieben“ und natürlich die „Konzentration“.

[photopress:zwo_halbe.jpg,full,alignleft] Die Zutaten „mehr über die Außen“ und „folg ihm bis aufs Klo“ sind seit einiger Zeit von der WHO als eher ungesund identifiziert worden und fehlen in aufgeklärten Zeiten demgemäß. Nun aber zum Wortlaut jener Rede, die in Fußballerkreisen unter dem Stichwort „Zwo Halbe“ nur kurz hinter der „Scheißdreckrede“ und der „Flasche leer“ firmiert:

„So, Jungs, gute Leistung, verdiente Führung, [Im Hintergrund: ‚Zwei Tore Unterschied‘] weitere Chancen, die hatten ‚zwo Halbe‘.

Also insofern, ham wer das umgesetzt. Vor allen Dingen schön, dass wir in der Mitte viel laufen.

Robert, starke Zweikampfbilanz, ja? Weiter viel gelaufen, zurückgelaufen. Und äh … deswegen kamen dann auch die Chancen eben, gut übergeben, ja, und hatten dann auch immer noch n Bein dazwischen: ’s war okay.

Alex, musst, musst mehr reinschieben, wenn der Ball da drüben ist, lass den Mann hier stehen.

[Spieler: Ja gut, aber dann spielt er außen dem an, der ist ja tot da außen, der macht ja gar nix.]

Aber in der Mitte ist dann, ist dann n Loch.

[Spieler: Besonders … ja.]

Is n Loch und …

… dadurch, dass wir zum Ball verschieben, haben wir oft Situationen, wo wir doppeln oder zu dritt auffen Ballführenden gehen, drei gegen zwei, deswegen: Mitschieben …

[Spieler: Ja klar, ich weiß schon was du meinst. Jaja, schon klar.]

… und wenn der Ball dann wechselt, dann müssen wir wieder schieben, wir machen das alle, das müssen wir zu elft machen. Gilt auch für die beiden … Stürmer.

Ihr müsst mal aufpassen, wenn der Ball auf der Seite ist, dass ihr beide auch auf die – wenn die den Ball haben! – dass ihr beide dahin lauft, dann ham die keine Anspielstation außer dem Torwart. So haben wir übrigens das Tor gemacht, indem wir schnell den Ball gewonnen haben, und sie unter Druck gesetzt haben.

Dass ihr das noch mehr macht, das sind nur n paar Meter, die manchmal fehlen. Wenn der Tim noch zu weit auf der Seite hängt oder der Akki, ja? Wenn ihr da noch, einfach nur den Weg zumacht. Da stehen, ja? Oder drauf lauern. Das müssen wer, das müssen wir noch n Tick besser machn. Und dann kommen wir noch, noch schneller an das Tor, ich hab gemerkt, die spielen sehr offensiv und spielen hinten rum, aber … durch n paar geschickte Bälle kommen wer gut vors Tor.

Hinten rum braumer net groß spielen. Da gehen die halt drauf.

Das müssen wer net, […] muss man ganz ehrlich sagen, jetzt auch gegen die, ähm, schnell nach vorne spielen, das ist unser Spiel.

Lasst die doch den Ball haben, lasst die doch hinten rumspielen, juckt mich doch nicht. Im Mittelfeld, im Mittelkreis, da wollen wir den Ball gewinnen. Schnell nach vorne, da machen wir unsere Tore, ham wer jetzt schon die ganze Zeit gemacht, dann klappt’s auch wieder.

Ballbesitz, interessiert nicht. Lass die 80% Ballbesitz haben, juckt nicht, mich stört das nicht, ihr habt die besseren Chancen.

Fürn Flagge, eben Titschi … aber die ersten beiden. Sozusagen zwo …

[Spieler: Ich hab mich beinah […]]

[Spieler: Kommt noch.]

[Spieler: Stinken, die Schweine.]

Mit links hatter geklappt, gell?

[Spieler: mehrfach unverständliches Gebrabbel]

Das fehlt uns noch so, dass wir sozusagen aus jeder Situation, dieser Instinkt, aus jeder Situation n Tor machen, ja? Das machn wer noch zu wenig. Also manche Bälle mal zu schlampig oder ned die nötige Konzentration oder vielleicht fehlt manchmal auch der Wille, ja, von Anfang an waren so n paar Gelegenheiten, wo wir den Ball gewonnen haben, da kam der Ball, also zu, zu lang gebraucht, schnell umschalten, schnell den Weg in die Spitze suchen, wenn der Ball dann mal ned ankommt oder zu lang …“

Und hier geht’s zum selben Text in der gesprochenen Version, bekanntermaßen ist der Urheber jener Rede möglicherweise nicht mehr lange Trainer. Um es mit Berti Vogts zu sagen: „Vielleicht ist der Büblingshauser Fußball zu erfolgreich.“

1 Kommentare

Philipp Lahm präsentiert den EM-Ball 2008

An dieser Stelle darf ein Hinweis auf den neuen EM-Ball „Europass“ nicht fehlen, der mit seinen runden, schwarzen Elementen ein wenig „old school“ daher kommt und den Bindenstil des WM-Balls „Teamgeist“ hinter sich lässt.

Philipp Lahm, der auf diesem Bild lächelnd den Ball präsentiert, freut sich dennoch.

6 Kommentare

Die deutschen Gruppengegner bei der EM 2008

Erster Gruppengegner der Deutschen bei der EM 2008 ist Costa Rica. Wie das? Ja, Costa Rica wurde noch schnell nach Europa eingebürgert, Costa Rica hat nämlich einen Opa in Waltrop.

Die hier schon öfter angesprochenen vier neuen Startplätze für Belgien wurden flugs von Polen an sich gerissen, so dass Polen jetzt ebenso wie Österreich zwei Mal teilnimmt. Ein Mal in der deutschen Gruppe, ein Mal in der Schweizer Gruppe.

Dritter Gruppengegner wird, man ahnt es vielleicht: Ekuador. Ekuador ist eine ehemalige Kolonie von Helmut Kohl und darf sich deshalb aussuchen, zu welchem Kontinent es gehören will. Gestern war es noch Amerika, heute eben Europa.

Costa Rica, Polen, Ekuador, das sollte machbar sein.

10 Kommentare

Zum ersten und zum letzten

Was ein wenig untergegangen sein mag bei all dem Blasen ins Alphorn und dem sonstigen Firlefanz: Österreich nimmt, um den alten Kalauer zu bemühen, gleich zwei Mal an der EM teil, siehe Überschrift. Wir als alte Europameisterschafts-Hasen sagen: Herzlich Willkommen bei einer EM, Österreich, schaut Euch gut um, Ihr werdet so etwas nicht noch einmal erleben.

Hach, wie arrogant.

1 Kommentare

Volk jetzt mit Raumdeckung?

Wir werden es nicht mehr erfahren.

Zu einem Nachruf fühle ich mich angesichts der Kreativität der dortigen Texte nicht in der Lage, zum Vermissen hingegen schon.

Es wird dauern, bis ich es übers Herz bringen werde, den Link aus der Blogroll zu entfernen.

2 Kommentare

Begehrenswerte Bayern

Obwohl er Verlierercup geschimpft wird, freut man sich auch bei den Zuschauern der teilnehmenden Mannschaften im Verlierercup doch eher auf Gewinner. Bekanntlich haben die Bayern in der letzten Saison nicht so viel gewonnen und gelten somit tendenziell eher als Verliererteam. Da sich aktuelle Bundesligatabellenzwischenstände nicht so schnell bis nach Purtugale herumsprechen, muss der kommende Gegner der Bayern — der SC Braga — auf seiner Webseite schon mit Folgendem Werbung machen:

[photopress:sc_braga_gegen_bayern_muenchen.jpg,full,centered]

Da ich nicht Béla Réthy heiße und demgemäß auch nicht lange Zeit in Brasilien gelebt habe, kann ich nun mal kein Portugiesisch. Ich ahne aber, dass der SC Braga allen Zuschauern bis/unter 15 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt gewähren wird.

Wir fragen uns erstens: ist das die moderne Version von „Franco Foda“?

Und zweitens: Sollten da nicht die 7-Euro-schweren Bayernkurvenzuschauer überlegen, ob sie nicht doch lieber den Verein wechseln? Für nöppes ins Stadion und das Tolle am Stadion in Braga (jenes mit den Felsblöcken hinter den Toren) ist, dass es dort gar keine Kurven gibt. Das bedeutet wiederum erstens:

Alle Fans sitzen auf den Tribünen, auch die stimmungsvollen, bzw. -immissierenden.

Zweitens: Die Felsblöcke lassen den Schall viel besser widerhallen als eine eventuelle Blaskapelle es je könnte, zudem kann man mit sich selbst diese Echo-Anfeuerungsrufe durchführen, ohne dass jemandem auffallen wird, dass man Selbstgespräche führt.

Drittens: Auf der Haupttribüne ist man dem Champagnerschlürfer, der La-Ola nicht mitmachen will, schon so nahe, dass man ihm an Ort und Stelle persönlich dafür auf die Fresse hauen kann, dass er bei der tollen La-Ola nicht mitmacht.

Braga liegt aber wie gesagt in Portugal und was nun „La Ola“ auf portugiesisch heißt, das weiß auch wieder kein Mensch, der nicht mindestens 10 Jahre in Brasilien gelebt hat. Und so schließt sich der Kreis. Womit dieser Beitrag dem obskuren Stadion in Braga etwas voraushat.

6 Kommentare

Medienboykott beim MSV

Hellmich macht seine Drohung wahr: der MSV wird zur dritten Macht im Ruhrgebiet. Allerdings nur im Bereich Medienboykott, den der MSV wie zuvor Schalke und Dortmund nun betreibt.

Angesichts der Aktualität der Webseite des MSV fragen wir: Muss man extra ankündigen, was sowieso schon die ganze Zeit läuft?

6 Kommentare

Rekordhalter Luxemburg

Nein, nicht das, was einem sofort in den Kopf schießt: meiste Niederlagen in Folge, meiste Spiele ohne eigenes Tor in Folge, höchste Niederlagen, längste Niederlagen, peinlichste Niederlagen, schmerzhafteste Niederlagen oder einfach nur Niederlagen.

Es ist wirklich ein positiver Rekord, den Luxemburg im Weltfußball hält: Luxemburg ist — zusammen mit Portugal und Irland — im Besitz des Rekordes für Teilnahmen an der WM-Qualifikation: 18 Mal nahm Luxemburg seit 1934 (1930 gab es keine Qualifikation) an der WM-Qualifikation teil, inklusive der noch kommenden für 2010.

Gleich inbegriffen ist natürlich der Rekord der häufigsten Versuche, sich zu qualifizieren, ohne es zu schaffen, aber davon spricht die FIFA-Seite mit den Zahlen zur WM-Quali nicht. Eher schon von den lediglich zwei Niederlagen, die Deutschland in seinen 64 WM-Qualispielen erlitt. Eine davon war das 0:1 zu Hause gegen Portugal noch unter dem Dummschwätzer.

Welche aber war die zweite? Auf Anhieb fällt sie mir nicht ein, weiß es jemand, ohne zu googlen? Wenn ja, dann wäre ich beeindruckt und würde diesem weisen, großen Meister meine Ehrerbietung zukommen lassen (natürlich nur virtuell).

Nolookpass wusste die Antwort schon, bevor ich gefragt hatte.

2 Kommentare

Wir sind (hier Bezeichnung der Bewohner der Heimatstadt des jeweiligen Fußballvereins einfügen) und ihr nicht!

Ach? Ist das so? Ich bin überrascht.

Könnte daran liegen, dass die Zuschauer größtenteils aus jener Stadt bzw. ihrem Umfeld kommen; die Spieler aber aus Brasilien, Kroatien, Nigeria, ja, manchmal sogar aus Japan (!). Das allein sollte man den Betroffenen aber nicht vorwerfen. Das wäre doch fast schon Schlubismus, oder?

3 Kommentare

Lehmanie

Inzwischen schaut man schon Videos von für die eigenen Fußballvorlieben vollkommen irrelevanten Champions-League-Spielen, um in der Hoffnung auf einen Fehler Almunias bestätigt zu werden. Auch gestern wieder — leider vergebens.

Strafstöße hält man allerdings nicht, indem man nach abgegebenem Schuss in der Mitte seines Tores zusammensinkt, wie ein Kind am Strand, dessen Hände suchend über den Boden gleiten in der Hoffnung, die von der Flut hinfortgespülten Spielzeuge wiederzufinden.

Dann schon eher mit einem Zettel unterm Schienbeinschoner.

Aktuelle Videos vie immer vie 101 greatgoals.com.

3 Kommentare