Zum Inhalt springen

Schlagwort: Liste Fußball

Alle niederländischen Trainer in der Bundesliga

Über 50 Jahre läuft die Bundesliga nun schon und läuft und läuft und läuft. Erst in den letzten Jahren hat man sich aber auch bei der Position des Trainers vermehrt für Einflüsse von außerhalb Deutschlands geöffnet. Natürlich gab es auch früher schon immer mal wieder Trainer aus dem Ausland auf der Bank. Doch in den meisten Fällen waren dies Trainer aus dem deutschsprachigen Ausland wie Österreich oder der Schweiz, aus dem aus mehreren Gründen mit Deutschland eng verwobenen Jugoslawien oder eben ansonsten aus direkter Nachbarschaft. Nämlich aus den Niederlanden oder wie man im Fußball gerne auch gemeinhin sagt: aus Holland.

Hier der Blick auf alle Trainer aus den Niederlanden in der Geschichte der Bundesliga.

Liste aller holländischen Trainer der Bundesliga

Stand der Liste ist der 24.04.2018. Sie enthält auch jene Trainer aus den Niederlanden, welche nur interimistisch als Bundesliga-Trainer tätig waren, damit sie komplett ist. Zudem wurde der erst noch kommende Trainer der TSG Hoffenheim, Alfred Schreuder, der zur Saison 2019/20 in der Bundesliga beginnen wird, ebenfalls bereits aufgenommen.

Name Clubs
Gertjan Verbeek 1. FC Nürnberg
Bert van Marwijk Borussia Dortmund, Hamburger SV
Louis van Gaal FC Bayern München
Jan Notermans Arminia Bielefeld
Ricardo Moniz Hamburger SV
Andries Jonker FC Bayern München, VfL Wolfsburg
Aad de Mos Werder Bremen
Rinus Michels Bayer Leverkusen, 1. FC Köln
Huub Stevens FC Schalke 04, Hamburger SV, Hertha BSC, TSG Hoffenheim, VfB Stuttgart, 1. FC Köln
Jos Luhukay Borussia Mönchengladbach, FC Augsburg, Hertha BSC
Fred Rutten FC Schalke 04
Martin Jol Hamburger SV
Arie Haan VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg
Eddy Achterberg FC Schalke 04
Dick Advocaat Borussia Mönchengladbach
Gerald Vanenburg TSV 1860 München
Peter Bosz Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen
Alfred Schreuder TSG Hoffenheim

Mit dann insgesamt 18 verschiedenen Fußball-Lehrern führen die Niederlande die inoffizielle Wertung der Zahl der Trainer aus dem Ausland also an. Das darf eigentlich aufgrund der geographischen Nähe und der fußballerischen Exzellenz, die die Niederlande in den 1970ern und dann wieder ab den 1990ern (bzw. seit dem Gewinn der Europameisterschaft 1988) an den Tag legten, nicht überraschen.

Besondere Beziehung Deutschland – Niederlande

Die Geschichte des niederländischen Fußballs ist eine besondere. Das gilt ebenso für die Beziehung Fußballdeutschlands zu seinem westlichen Nachbarn. Ressentiments gibt es auf beiden Seiten. Dass diese dann aber nicht so groß sind, dass man nicht Trainer aus den Niederlanden anheuern würde, ist natürlich insofern klar, als dass es im Fußball stets ein übergeordnetes Ziel gibt: den Erfolg. Und wenn dieser mit einem Holländer an der Seitenlinie wahrscheinlicher wirkt, verpflichtet man eben einen solchen auch. Wobei diese Öffnung natürlich auch Teil der allgemeinen Entwicklung im Fußball ist. Seit dem Bosman-Urteil und seinen weitreichenden Konsequenzen ist der Fußball überall in Europa immer internationaler geworden, selbst in der oft als so borniert beschriebenen deutschen Bundesliga.

Meister-Trainer aus Holland

Deutscher Meister wurde übrigens nur ein einziger dieser Trainer aus den Niederlanden: natürlich das „Feierbiest“ Louis van Gaal. Allen anderen Coaches aus dem Nachbarland blieb ein solcher Erfolg verwehrt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden und da kann man sich natürlich überlegen, vielleicht eine der vielen denkbaren Sport Bundesliga Wetten zum nächsten Meistertrainer aus den Niederlanden zu wagen. Eventuell gelingt dies ja in Kürze Peter Bosz mit Bayer 04 Leverkusen (kleiner Scherz). Aber Niko Kovac‘ Tätigkeit beim Dauermeister FC Bayern scheint nicht in Stein gemeißelt zu sein. Und dass Dortmunds aktueller Trainer Lucien Favre gerne schon mal von Selbstzweifeln geplagt von sich aus das Weite sucht, ist hinlänglich bekannt. Bei beiden Dauerkandidaten für den Meistertitel könnte es also schon rasch einen anderen Trainer geben. Vielleicht ja wieder einer aus Holland, wie beim FC Bayern Louis van Gaal oder bei Borussia Dortmund Peter Bosz.

Kommentare geschlossen

Alle indischen Meister

In Indien wird ein landesweiter Meister im Fußball erstaunlicherweise erst seit dem Jahr 1997 ausgetragen. Das mag an der mangelnden Popularität des Fußballs in Indien liegen, aber auch daran, dass infrastrukturelle und finanzielle Möglichkeiten lange Zeit so beschränkt waren, dass sich die Fußballer des Subkontinents jeweils nur in regionalen Meisterschaften miteinander maßen.

Von 1996 bis 2007 fand die Meisterschaft im Rahmen der NFL statt, der National Football League. Seit 2007 trägt der Wettbewerb den Namen I-League, welche von der All India Football Foundation betrieben wird.

Jahr Meister
1996/1997 JCT Mills Football Club
1997/1998 Mohun Bagan AC
1998/1999 Salgaocar Sports Club
1999/2000 Mohun Bagan AC
2000/2001 East Bengal Club
2001/2002 Mohun Bagan AC
2002/2003 East Bengal Club
2003/2004 East Bengal Club
2004/2005 Dempo Sports Club
2005/2006 Mahindra United
2006/2007 Dempo Sports Club
2007/2008 Dempo Sports Club
2008/2009 Churchill Brothers SC
2009/2010 Dempo Sports Club
2010/2011 Salgaocar SC
2011/2012 Dempo Sports Club
2012/2013 -
2013/2014 -
 
 

Eine landesweite Meisterschaft erst seit 1997, also gerade mal kurz vor Beginn dieses Jahrtausends. Da überrascht es wenig, dass der indische Vereinsfußball ähnlich wenig zu bestellen hat wie die indische Fußball-Nationalmannschaft. So den Gewinnern der asiatischen AFC Champions League findet sich demgemäß dann auch kein einziges indisches Team.

Immerhin spielt man heute in gut ausgerüsteten Stadien mit gut ausgerüsteten Spielern, die sogar Schuhe tragen.

Nur ein einziges Mal qualifizierte sich Indien übrigens für die Weltmeisterschaft. Doch als man diese Qualifikation — übrigens ohne eine Partie absolviert zu haben, da es Absagen hagelte — erfolgreich überstanden hatte, zog man seine Teilnahme zurück, da den Spielern aus Indien nicht erlaubt worden wäre, barfuß anzutreten, wie sie alle es von ihren sonstigen Spielen gewohnt waren.

Anders lief all dies bei Olympischen Spielen, denn dort nahm die Indische Fußballnationalmannschaft mehrmals teil, um genau zu sein vier Mal zwischen 1948 und 1960 — und damals dann tatsächlich barfuß. Mit einem 4. Platz 1952 in Melbourne erreichten die Inder dann auch den größten Erfolg aller Zeiten für ihre Nationalmannschaft.

Andererseits — so waren die Verhältnisse damals, musste Indien gerade ein einziges Spiel siegreich bestreiten, um den 4. Platz zu erringen. Der Achtelfinalgegner Ungarn trat nicht an, der Viertfinalgegner Australien wurde mit 4:2 bezwungen und schon stand Indien im Halbfinale des Fußballwettbewerbs der Olympischen Spiele. Dieses Halbfinale ging mit 1:4 gegen Jugoslawien verloren, ebenso wie die Partie um Platz 3, in der Indien mit 0:3 gegen Bulgarien den Kürzeren zog.

Doch ein wenig Licht ist am Ende des Tunnels zu sehen, auch wenn Indien alle weiteren Versuche, sich für eine Fußballweltmeisterschaft zu qualifizieren, erfolglos absolvierte. Die Mannschaften der hier gelisteten I-League werden vom asiatischen Fußballverband mit knapp 700.000 Euro pro Saison gefördert. Wie weit man damit im indischen Fußball kommt, ist nicht bekannt, aber es ist sicher ein guter Weg für den Fußball in einem Land, in welchem zur Zeit Cricket oder Polo vielerorts beliebter sind als Fußball. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, findet die aktuellen Informationen zur „I-League“ im Netz.

Wie erstaunlich es doch weiterhin ist, dass die beiden bevölkerungsmäßig größten Länder des Planeten im Fußball kein Bein auf den Boden bekommen: China qualifizierte sich zwar immerhin ein Mal für eine Weltmeisterschaft, ging aber sang- und klanglos unter. Für Indien wäre allein das schon ein Erfolg.

Kommentare geschlossen