Alle georgischen Pokalsieger


Im georgischen Fußball wird ein eigenständiger Pokalsieger seit dem Jahr 1990 ausgespielt. Von 1944 bis 1989 fand ein Pokalwettbewerb im Rahmen des sowjetischen Fußballs statt. Georgien war zu jener Zeit eine Sowjetrepublik mit dem Namen Georgische Sozialistische Sowjetrepublik, kurz: GSSR.

Die hier vorliegende Auflistung beginnt mit den Fußball-Wettkämpfen des freien Georgiens, welches am 15. Februar 1990 seinen eigenen Fußballverband namens GFF gründete. Und verständlicherweise direkt im Anschluss erstmal schnell einen eigenen Sieger küren wollte, was dann auch 1990 geschah. Aber der Saison 1991/1992 spielte man dann im im Fußball üblichen Rhythmus

 
 
Jahr Pokalsieger
1990 Guria Lanchkuthi
1991/1992 Dinamo Tiflis
1992/1993 Dinamo Tiflis
1993/1994 Dinamo Tiflis
1994/1995 Dinamo Tiflis
1995/1996 Dinamo Tiflis
1996/1997 Dinamo Tiflis
1997/1998 FC Dinamo Batumi
1998/1999 Torpedo Kutaissi
1999/2000 Lokomotive Tiflis
2000/2001 Torpedo Kutaissi
2001/2002 Lokomotive Tiflis
2002/2003 Dinamo Tiflis
2003/2004 Dinamo Tiflis
2004/2005 Lokomotive Tiflis
2005/2006 Ameri Tiflis
2006/2007 Ameri Tiflis
2007/2008 FC Sestaponi
2008/2009 Dinamo Tiflis
2009/2010 WIT Georgia Tiflis
2010/2011 FC Gagra
2011/2012 Dila Gori
2012/2013 -
2013/2014 -
 
 
 
 

Rekordpokalsieger in Georgien ist somit aktuell Dinamo Tiflis mit großem Vorsprung auf den zweiten dieser Liste mit nicht weniger als neun Titeln. Der zweite bei den Pokalsiegen in Georgien ist Lokomotive Tiflis mit drei Siegen, der dritte Torpedo Kutaissi mit zwei Titeln, wie auch Ameri Tiflis zwei Mal den georgischen Fußballpokal für sich errang.

Es folgen gleichauf mit je einem Pokalsieg FC Dinamo Batumi, FC Sestaponi, WIT Georgia Tiflis, FC Gagra und Guria Lanchkhuti, denen es nicht mehr zu nehmen ist, der erste Pokalsieger im Fußball des unabhängigen Georgiens gewesen zu sein, bzw. immer noch zu sein.

Georgien ist in vielerlei Hinsicht eine Besonderheit im ex-sowjetischen Fußball. Einerseits hat man mit Dinamo Tiflis sogar einen eigenen Europapokalsieger (1981) vorzuweisen und stellte oft einen nicht kleinen Anteil an Nationalspielern der Sowjetunion.

Andererseits ist es für den Durchschnittsbürger nicht so, dass er oder sie einfach mal so im Vorbeigehen neue Fußballschuhe gekauft hat, da muss man schon einen gewissen Jagdsinn entwickelt haben, um an gute Exemplare zu kommen. Natürlich gibt es auch keine umfassende Jugendförderung im georgischen Fußball, sondern jeder ist selbst seines Glückes Schmied. Was dazu führt, dass Georgien noch nie bei einem großen Turnier teilgenommen hat und im Weltfußball eine kleine Nummer ist (zur Zeit Nummer 95 der Weltrangliste).

Für den nationalen Fußball hat dieser Umstand zwar nicht allzu viele Auswirkungen, die vereinhalb Millionen Einwohner des Landes am Schwarzen Meer wollen ja schließlich beim Fußball ihre eigenen Klubs sehen. Dies passiert häufig in der Hauptstadt Tiflis: 1,3 Millionen der 4,5 Millionen Georgier leben in der Hauptstadt. Das Ringen, das früher dem Fußball große Konkurrenz machte und Nationalsport in Georgien war, hat mittlerweile zugunsten des Fußballs an Popularität verloren.

War in den 1990er Jahren Dinamo Tiflis noch Seriensieger im Pokal, hat die Vielfalt bei den Siegermannschaften in diesem Jahrtausend stark zugenommen. Sicher kein schlechter Aspekt bei der Weiterentwicklung des georgischen Fußballs.

Zur Zeit spielen FK Gagra, Dila Gori, FK Sestaponi und Metalurgi Rustawi das Halbfinale des georgischen Fußballpokals auch in diesem Jahr wird also der Sieger des Pokalwettbewerbs nicht Dinamo Tiflis heißen.