Alle Sieger der Ozeanienmeisterschaft

Seit Australien den Fußballverband Ozeaniens verlassen hat, erhält die Ozeanienmeisterschaft im Fußball noch weniger Aufmerksamkeit als zuvor. Und das, obwohl sie zuletzt mit einer faustdicken Überraschung aufwarten konnte. Kein Grund also, sich nicht auch mit dem Länderfußball in diesem entlegenen Teil der Erde zu beschäftigen. Im Folgenden die Liste aller Sieger und Zweitplatzierten der Ozeanienmeisterschaft im Fußball sowie die jeweiligen Austragungsländer, sofern vorhanden.

Durchgeführt wird die Ozeanienmeisterschaft im Fußball erst seit dem Jahr 1973, allerdings zunächst mit langen Pausen zwischen den einzelnen Ausgaben, ehe man sich seit dem Jahr 2004 auf einen Vier-Jahres-Rythmus geeinigt hat, der bislang auch weiter beibehalten wird.

Jahr Sieger Vize Ausrichter
1973 Neuseeland Tahiti Neuseeland
1980 Australien Tahiti Neukaledonien
1996 Australien Tahiti kein Ausrichter
1998 Neuseeland Australien Australien
2000 Australien Neuseeland Tahiti
2002 Neuseeland Australien Neuseeland
2004 Australien Salomonen Australien
2008 Neuseeland Neukaledonien kein Ausrichter
2012 Tahiti Neukaledonien Neukaledonien
2016 Neuseeland Papua Neuguinea Papua Neuguinea

2012 gelang es wie man sieht Tahiti doch recht überraschend, die Ozeanienmeisterschaft im Fußball für sich zu entscheiden. Neben diesem Titel für die Nationalmannschaft von Tahiti war eine weitere Belohnung die Teilnahme am Confed-Cup 2013, der in Brasilien durchgeführt wurde. Hier setzte es zwar deutliche Niederlagen, u. a. ein 0:10 gegen Spanien und einer Torbilanz nach drei Spielen von 1:24, doch rückte Tahiti damit in den Fokus der Weltöffentlichkeit und man überschätzt die Wirkung des Fußballs wohl nicht, wenn man hier die Einschränkung „Fußballweltöffentlichkeit“ auslässt.

Das ist allerdings auch nötig, denn abgesehen von zwei WM-Teilnahmen Neuseelands bleibt den Mitgliedern des Fußballverband von Ozeanien selten Gelegenheit, überhaupt auf sich aufmerksam zu machen. Was wiederum viele Freunde der Sportwetten auf den Plan ruft, kann man hier mit tatsächlichem oder vermeintlichem Expertenwissen in dieser Nische des Fußballs vielleicht doch ein wenig mehr auf einen Treffer bei seinen Voraussagen hoffen.

Die wenigsten Spieler sind jedenfalls in den größeren Ligen des Weltfußballs tätig, so dass man schon sehr genau verfolgen muss, wie der Hase aktuell in dieser Region im Fußball läuft. Ganz anders als in der Bundesliga, wo schon vor dem Rückrundenauftakt klar zu sein scheint, wie es weitergeht. Reizvoll also, ein Auge auf diesen Wettbewerb zu legen, dessen nächste Durchführung übrigens wieder im Ligasystem gespielt werden wird, weshalb es keinen einzelnen Ausrichter gibt.

Insgesamt gibt die „Ewige Tabelle“ der Siege und Teilnahmen der bisherigen Ausgaben übrigens folgendes Bild her:

Platz Land Teilnahmen Vize
1. Neuseeland 4 9
2. Australien 4 6
3. Tahiti 1 8
4. Vanuatu 8
5. Fidschi 6
6. Neukaledonien 5
7. Salomonen 5
8. Cookinseln 2
9. Papua-Neuguinea 3
10. Samoa 1
11. Amerikanisch-Samoa
12. Tonga
13. Tuvalu

(Sortiert sind die Länder hier nach der Wertigkeit ihrer Erfolge, die nicht im Detail dargestellt sind.)

Wie zu erkennen ist, gibt es selbst in diesem derzeit nur 14 Verbände umfassenden Kontinentalverband Nationen, die es noch nicht zu einer Teilnahme an diesem Wettbewerb geschafft haben. Wobei man bei Ländern wie Tuvalu (mit 10.000 Einwohnern) oder Cookinseln (18.000) Einwohner auch nicht allzu viel an Qualität erwarten darf. Vielmehr ist es hier erstaunlich, wenn sich überhaupt dauerhaft eine Nationalmannschaft im Fußball halten kann.

Während der Wettbewerb auf englisch übrigens OFC Nations Cup genannt wird, hat sich auf deutsch eher die Bezeichnung Ozeanien-Cup eingebürgert. Wichtig ist die Ozeanienmeisterschaft aber vor allem aus einem Grund: sie ist der einzige bedeutende Wettbewerb, an dem die Fußballer Ozeaniens auf Länderebene überhaupt teilnehmen können. Sofern sie sich nicht in Zukunft dazu entscheiden, wie Australien den Weg in die Konföderation Asiens zu gehen. Australien hatte sich dauerhaft unterfordert gefühlt von Partien, die teils regelmäßig mit zweistelligen Siegen endeten.

Der Wertigkeit der Ozeanienmeisterschaft wurde damit kein Gefallen tun. Nicht zuletzt daran zu erkennen, dass seine Sieger auch auf dieser Seite als letzte von allen Konföderationsmeisterschaften Erwähnung finden.