Zum Inhalt springen

Trainer Baade Beiträge

Auge dankt fürs Vertrauen

1989 erzielte Klaus Augenthaler das Tor des Jahres, Zeitgenossen erinnern sich mit Leichtigkeit, durch einen Weitschuss von der Mittellinie über Uli Stein im Tor von Eintracht Frankfurt hinweg. Für wen „Auge“ das Tor erzielte, muss man nicht erwähnen, schließlich ist er ein sogenannter „one club star“, der all seine Profispiele nur für einen Verein absolvierte.

Interessanter als das Tor an sich, welches bekanntlich später noch zum „Tor des Jahrzehnts“ gewählt wurde, ist die Preisverleihung, die Reinhold Beckmann für die Sportschau im Rahmen eines Hallenturniers wohl in der Westfalenhalle vornahm.

Da spricht Beckmann – gewandet in ein fürchterlich knallbuntes Hemd, das damals aber als todschick galt – davon, dass man jetzt die „Auslosung“ zum Tor des Jahres vornehmen werde. Nun ja, wenn es eh ausgelost wurde, hätte man ja keine Postkarten an die ARD schreiben müssen. Das taten aber nicht weniger als 800.000 Menschen und davon mehr als die Hälfte – man höre und staune – aus der DDR! (Wer hier länger mitliest, weiß, wie selten ein Ausrufezeichen in diesen Breiten ist, diese besondere Würdigung also bitte auch entsprechend zur Kenntnis nehmen.)

Darauf angesprochen, dass so viele Bürger der DDR für sein Tor gegen Uli Stein als Tor des Jahres gestimmt hätten, dankt Auge dann auch ganz brav dafür, dass diese ihm „das Vertrauen geschenkt“ hätten, so als sei er gerade zum Bundeskanzler gewählt worden.

Anderthalb kurzweilige Minuten jedenfalls, dieses Stück Zeitgeschichte der Ehrung des Torschützen des Jahres 1989.

1 Kommentar

Update: Sportschau und viele mehr zum 100. des „kicker“

Heute wird er 100 Jahre alt, doch die ARD hatte schon vor geraumer Zeit ein bisschen Platz zum Gratulieren freigeräumt. 41 Minuten über die Geschichte des Kickers, mit einem wohlbekannten Akteur von Twitter in einer der Hauptrollen. Hier zu sehen und durchaus einen Blick wert, sofern man dem Magazin nähersteht oder vielleicht mal -stand. Oder dem Landeshauptmann.

Außerdem würdigen Philipp Selldorf bei der Süddeutschen Zeitung den Kicker und Stefan Hermanns beim Tagesspiegel, jeweils mit netten Anekdoten und nicht zuletzt den legendären Namens-Wortspielen garniert.

Update: Der Meister persönlich über seine 40 der 100 Jahre beim Kicker. Höchst lesenswerter Longread, in dem er sogar mit Maradona kickt.

Und die FAZ mit einer noch viel größeren Auswahl an legendären Überschriften.

Fehlten eigentlich nur noch 11Freunde und Collinas Erben.

1 Kommentar

20.15 Uhr: EM-Finale Belgien – Deutschland #belger80

Um 20.15 Uhr geht’s los. Was geht los? Hier alle Infos dazu.

dann zum ZDF weiterreisen und dort um punktgenau 20.15 Uhr MEZ dieses Video starten.

Meine Tweets dazu folgen dann hier drunter und natürlich bei Twitter selbst.

Viel Spaß mit den Teams von Guy Thys und Jupp Derwall.

1 Kommentar

Relive ist das neue Orange – heute: 20.15 Uhr Belgien — Deutschland von 1980 unter #belger80

Freie Zeit ist aktuell viel vorhanden, neuer Fußball gar keiner, nicht mal in der Kreisliga. Da erhält man tatsächlich die Gelegenheit, alte Spiele in-voller-länge.de zu schauen, wie jene Webseite getauft wurde, die eigentlich nur als Nebenprojekt von etlichen Recherche-Safaris durch die Videoportale dieser Welt entstand. Findet auch Christian Spiller von Zeit online, der schon mal seine Favoriten aus dem dortigen Angebot rausgesucht und als Tipps veröffentlicht hat. Leider hat er vergessen, zu erwähnen, wo er das gefunden hat, deshalb hier noch mal der Link zu meinem Nebenprojekt:

In voller Länge

Aktuell erwarten den geneigten Besucher dort schlanke 167 Spiele, vom Finale der Eintracht aus Frankfurt gegen Real Madrid 1960 bis zum noch tieferen Tiefpunkte des 0:2 der Deutschen gegen Südkorea. (Am besten die Suche verwenden, um Spiele seines bevorzugten Clubs oder Nationalmannschaft zu finden.)

Warum aber sollte man sich Spiele in voller Länge ansehen, wenn man a) das Ergebnis doch schon kennt und b) es zu jener Zeit, als es sich ereignete, selbst gesehen hat?

Weil b) nicht unbedingt zutreffen muss, was Peter Ahrens in seinem netten Text zum aktuellen Phänomen der Relive-Schwemme übersieht. Weshalb ich mich heute Abend ab 20.15 Uhr dem EM-Finale von 1980 widmen werde. Leider nicht auf in-voller-länge.de, weil es für dort noch nicht aufzutreiben war.

Stattdessen hier beim ZDF, wie gesagt, ab 20.15 Uhr schaue ich es mir an, wer mag, kann ja mitschauen. Davon kenne ich außer den Toren (und sogar nur den deutschen) nämlich noch keine Sekunde und bin wirklich gespannt, wie es wird. Auch wenn man weiß, dass Fußball der 1980er oft grausam sein kann. Aber alleine schon den Duisburg-Wanheimerorter Dieter Kürten mal wieder ein komplettes Spiel kommentieren zu hören, dürfte es wohl wert sein. Außerdem läuft man nicht Gefahr, dass Helmut Kohl einen Auftritt hat. Und ein anderer Duisburger wird am Ende den Coupe Henri-Delaunay als Kapitän in den Römer Nachthimmel recken.

Von dieser Stelle aus wird man (das bin ich) auch ab 20.15 Uhr über das Spiel twittern und zwar unter dem

Hashtag #belger80

denn so lautete die offizielle Konstellation dieser Paarung im Jahr 1980 (korrekterweise müsste es wohl #belfrg80 sein, aber das lassen wir jetzt mal). Falls ich bis dahin etwas Geeignetes für WordPress finde, wird es hier auch eine Twitter-Wall dazu geben, dann kann man sich auch beteiligen, falls man mitschaut. Und wie gesagt, es ist jetzt weniger dem allgemeinen Relive-Phänomen geschuldet, dass dies heute Abend stattfindet, als dem Umstand, dass ich dieses Spiel schon ewig mal nachholen wollte. Aber man kommt ja zu nix. Außer in besonderen Situationen. Warum also Euch nicht alle mitschauen bzw. -lesen lassen?

Dann lass mal hören aus Rom, Dieter.

Hier noch mal der Link.

Und hier gibt’s die Tweets dazu.

4 Kommentare

Aber manche sind gleicher

Wer gedacht hätte, dass Uli Hoeneß der erste Präsident des FC Bayern München war, der wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde, bevor er ins Amt kam, liegt falsch. Das hat Franz Beckenbauer schon lange vor ihm geschafft, als er Ende der 1970er wegen Steuerhinterziehung in der Schweiz (!) zu einer Geldstrafe verurteilt wurde und später eben Präsident. Nachzulesen, wie vieles andere rund um den Fakt, dass alle Tiere gleich sind, vor allem in Bayern manche aber eben gleicher, hier in der taz.

Selbst, wenn man vieles von dem dort Geschilderten schon hat läuten hören, kommt man beim Lesen aus dem Staunen kaum noch heraus, wie hier:

„Der Minister habe ihm eröffnet, er könne nicht zustimmen, weil er selbst früher Beckenbauer bei der Steuerhinterziehung über die Schweiz geholfen habe.“

Aber lest selbst.

1 Kommentar

Netzberg liest Trainer Baade

Ja, die Lesereise ist schon eine Weile her. Den ersten Auswärtstermin gab es damals im „Spooky’s“ in Münster, organisiert vom Schalkefan.de selig, im Publikum dabei u. a. auch der werte Netzberg, seines Zeichens Anhänger des VfL Osnabrück. Hier würde man ja gerne Teil zwei eines Leseprogramms folgen lassen, allein in den letzten Jahren kam nicht allzu viel Vorlesenswertes mehr hinzu, wie ja allgemein die Frequenz hier ganz leicht gesunken ist.

Umso schöner, wenn sich dann andere daran machen, die Inhalte des eigenen Blogs vorzulesen. In diesem Fall widmet sich Netzberg einem Teil dieses Webauftritts, der nicht so im Vordergrund steht, aber nichtsdestoweniger hörenswert ist.

Voilà – Netzberg liest Trainer Baade:

Schaut Euch danach durchaus Netzbergs gesamten Youtube-Kanal an, da liest Netzberg dann auch François Villon, Rainald Goetz oder Friedrich Dürrenmatt.

2 Kommentare

Torsten de Funès

Achja, es ist Silvester. Da geht es ja immer lustig zu, im Fernsehen. Warum eigentlich? Hab ich glaub ich schon öfter hier gefragt, weiß, die Antwort aber nicht mehr. Warum muss man Silvester lustig sein?

Wie dem auch sei, diese Tradition existiert, und auch der MSV Duisburg hat in Person von Torsten Lieberknecht versucht, lustig zu sein. Wenn auch eigentlich schon Anfang Dezember, ist das mal wieder so ein herausragendes Beispiel dafür, wie gut es funktioniert, wenn Menschen aus dem Fußball lustige Videos produzieren, dass ich es Euch nicht vorenthalten will. Da Torsten Lieberknecht so besonders auf Traditionsvereine und somit Traditionen steht, wie er in jeder zweiten Pressekonferenz betont, ist es auch nur passend, dass er auch die Tradition, an Silvester lustig zu sein, mitmacht. Bzw. da ein Internet-Meme aufgreift, das wohl eine jede und ein jeder kennt und auch vor dessen Aufstieg zu einem solchen schon kannte.

Einfach wahnsinnig überzeugend gespielt:

Kleiner Hinweis noch am Rande, besagter französischer Komiker spricht sich tatsächlich Louis de Funèssss aus, wie man es schreibt, und nicht, wie man auf Französisch vermuten würde, de Fünèhh, da seine Eltern Spanier waren. Zumindest letzteren Umstand hätte man ohne die nette Vorarbeit von Tim Berners-Lee und anderen wohl nie erfahren. Klar hat einen das schon immer interessiert, warum er de Funes ausgesprochen wird, aber extra in eine Bibliothek wäre man dafür wohl nicht gegangen.

Wie auch Tim Berners-Lee Vorarbeit nicht ganz unschuldig daran ist, dass man hier in diesen Hallen doch deutlich beschwingter ins neue Jahr geht als es anderenfalls gewesen wäre. Mit anderen Worten: ohne das Internet hätte ich Euch alle nicht erreicht, die an diesem Umstand keinen geringen Anteil tragen. Herzlichen Dank dafür und dann Euch allen auch einen formidablen Rutsch ins neue Jahre sowie ein frohes Neues gewünscht, wenn es soweit ist.

Und dann geht’s hier in Bälde auch wieder um Fußball …

PS: An Super-Funkel kommt Lieberknecht damit natürlich noch lange nicht ran, ist aber auf einem guten Weg.

5 Kommentare

Liebe Leute

Update, 5.5.19: Das Ziel, für das dieser Text ursprünglich veröffentlicht wurde, ist erreicht. Vielen, sehr herzlichen Dank an alle für die Bereitschaft, mitzuhelfen. Deshalb bleibt jetzt nur die verkürzte Version dieses Beitrags.

Ja, liebe Leute, Weihnachten steht vor der Tür und da ist man immer auf der Suche nach Geschenken – vielleicht für sich selbst, vielleicht für andere. Und ein beinahe klassisches Buch zum Verschenken habe ich zufälligerweise hier zur Verfügung. Das Buch „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“ mit ebenso vielen Fotos zu den Orten ist nur noch hier bei mir erhältlich, nicht mehr bei Buchhändlern zu bestellen. Darin findet man eine schöne fußballerische wie teils historische Reise durch jene Region, in der immerhin laut einer ehemaligen Lichtgestalt das Herz des Fußballs schlägt.

Und hier kommt das super Weihnachtsangebot: Ihr zahlt statt des Ladenpreises von 14,90 nur 10 Euro – und könnt dafür wahlweise auch zwei oder drei Exemplare erhalten, Versand gratis.

Bei Interesse einfach eine Email an frank.baade@gmx.de mit der gewünschten Lieferadresse senden, dann gibt es dort die Zahlungsinformationen, wobei hier IBAN oder Paypal möglich sind. Auf Wunsch natürlich gerne mit Widmung, das dann bitte erwähnen. Die Sendungen gehen in jedem Fall im Laufe der kommenden Woche raus, sollten also rechtzeitig vor den Feiertagen bei Euch sein.

Und jetzt muss man sich noch das Geräusch eines ziemlich großen vom Herzen fallenden Steines dazu vorstellen. Herzlichen Dank! (Und bitte verzeiht meine etwas zögerliche Reaktion, es gab ein paar wichtige Termine zu absolvieren, Ihr erhaltet alle in aller Kürze Antwort.)

13 Kommentare

Everyone I know goes away in the end

WAT?

Schrei doch nicht so.

Schreie doch gar nicht. Ich meine nur das neue, alte Nummernschild für Wattenscheid. Klaus Steilmann müsste sein Auto jetzt nicht mehr in Essen anmelden, um ein Bochumer Kennzeichen zu vermeiden.

Ist ein Nummernschild Identität?

Offenbar war es das für ihn.

Eine Stadt, kaum mehr als 70.000 Einwohner, spielt mal Bundesliga, ihrem Mäzen gedankt.

In ihrer Historie war sie sogar mal das „Amt“, also das entscheidende Rathaus für Gelsenkirchen, für Bochum, aber dann, der Lauf der Dinge ist nun mal so, ist es nur noch Wattenscheid. Irgendwo schrieb mal jemand, dass man mit ungefähr 3 % der Einwohner im Stadion rechnen könne. Das wären bei 72.000 Einwohnern etwas über 2.000. Bei der SG Wattenscheid 09 kamen aber nur noch 750 im Schnitt pro Spiel, der noch dazu deutlich angehoben wurde, wenn Rot-Weiss Essen mal, wie immer zuletzt, vorbeischaute. Schalke und Dortmund saugen halt überall. Eigentlich also vielleicht 500 Männeken. Muss man für 500 Männeken ein Etwas am Leben halten, das schon lange vorbei ist?

1973 schloss die letzte Zeche in Wattenscheid, noch bevor es nach Bochum eingemeindet wurde. Wer es sich ausgedacht hatte, ist unbekannt, aber es sollte bei der Kommunalreform keine eigenständigen Städte unter 200.000 Einwohner mehr im Ruhrgebiet geben. Warum? Mag sicher Kosten sparen, mag sicher als Verwaltungsreferent sinnvoll erscheinen. Dass man aber hier, wie wohl überall, eine Kirchturm-Dorf-Identität pflegt, war bis zu diesem/dieser wohl noch nicht vorgedrungen. Es ist schon über 40 Jahre her, dass Wattenscheid nach Bochum eingemeindet wurde. Bochum ist es bis heute nicht.

Am Bahnhof Wattenscheid auszusteigen, wirft alle direkt in den tiefsten Pott. Das ist allerdings nichts Besonderes. Abgesehen von ein paar Bierhoff’schen Vierteln im Süden, ist man überall im Ruhrgebiet im tiefsten Pott. Es scheint fast so, als sei das Ruhrgebiet ein bisschen wie das Universum. Das Universum ist nämlich dergestalt, dass es von überall gleich aussieht, egal, von wo aus man hinschaut. Versteht man mit einem normalen, nicht allzu geschulten Gehirn nicht. Das Ruhrgebiet versteht auch niemand.

Überall ist es eine Metapher für sich selbst und das Schmelztiegelige, hatte man gehofft, würde auch eine neue Kultur hervorbringen. Jetzt wählen zweistellige Prozentzahlen eine Alternative. Galt schon immer als Nazi-Hauptstadt mitten im Revier: Wattenscheid. Was dann doch überrascht, in Wattenscheid gibt es einen großen Karnevalsbetrieb. Aber ist das nicht Westfalen? Das Rheinland endet doch hinter Essen. Offenbar hält sich Wattenscheid nicht daran, es feiert groß Karneval. Großer Karneval waren auch die Jahre von 1990 bis 1994, aber wie immer bei allem, das mal war, lastet es als eine Bürde auf der Gegenwart. Die Fotos hängen bestimmt im Vereinsheim an der Wand. Vergilbt können sie kaum seien, es kommt ja kein Sonnenlicht rein.

Es gibt viele Trinkhallen in Wattenscheid. Man kauft da aber keine Sammelbilder mehr von der SG 09, sondern vom BVB, von Juventus, von Real. Auf den Rängen geben sich die Groundhopper die Hand, ein großes Hallo, vor dem Anstoß frönt man der zumindest legendenmäßig besten Bratwurst in allen Stadien überhaupt. Dann läuft das Spiel und diese Melancholie fängt einen wieder ein.

Sieh doch nur, diese ganze Gegentribüne, sie könnte so viel Stimmung verbreiten, sie wäre alleine drei Punkte pro Saison wert, wenn sie denn nur mal geöffnet wäre. Aber dafür müsste man ja Ordner bezahlen. Oder überhaupt Interessenten haben, die auf diese Tribüne wollten.

Es kommt keiner mehr, bist Du immer der letzte, der den Tanzclub verlässt? Es wird doch schon zugesperrt. Dann lass das doch. Natürlich tut scheiden weh. Gerade in Wattenscheid.

Natürlich ist es immer gerade dieser Moment, den man gerne noch bewahren würde. Man hat ja keine anderen.

Gib’s auf, ruft der Polizist bei Kafka demjenigen zu, der es noch versucht. Gib’s auf – und wendet sich scheinbar mit einem ironischen Lächeln ab. In Wattenscheid ist wenig ironisch. Außer natürlich, ausgerechnet Peter Neururer, den größten Schwätzer, den das der Wissenschaft bislang bekannte Universum je gesehen hat, als Retter zu verpflichten. Aber das ist natürlich auch der Kern des Dramas. Wenn man selbst abgehalftert ist, kriegt man nur noch die Abgehalfterten.

Abgesehen von den 500 „Unentwegten“ gibt es eigentlich niemanden, der ernsthaft traurig sein könnte. Man hätte ja auch einfach mal hingehen können. Ist man aber nie. Genauso wie zum Kaufhof. Man hätte ja, ist man aber nicht. Dann. Geht halt Wattenscheid 09 unter. Und wen juckt es ernsthaft?

5 Kommentare

New Pods on the Blog

Inzwischen weiß man ja schon gar nicht mehr, ob die Leserschaft solche Anspielungen wie im Titel überhaupt noch versteht. Aber da Blogs ja so ein 2000er-Ding sind waren, ist davon auszugehen, dass die meisten hier Lesenden sie verstehen. Die Anspielung ist ja ohnehin nicht allzu kreativ.

Ganz anders sieht es da bei den Machern der folgenden, mir neu untergekommenen Podcasts aus, deren (also Podcasts allgemein) anfänglicher Verweigerer ich war und inzwischen leidenschaftlicher Hörer bin, wenn auch ausnahmslos beim Zubettgehen. Dass ich mittlerweile mit Alex Feuerherdt und Klaas Reese eine dauerhafte ménage à trois führe, wissen die beiden nicht, macht es aber auf gewisse Weise auch noch reizvoller. Fürs Nebenbeihören sind jedenfalls die folgenden Werke alle zu schade.

Hier nun in loser Reihenfolge, ohne, dass diese eine Wertung bedeutete.

FRÜF - Frauen reden über Fußball

FRÜF: Frauen reden über Fußball. So ganz leicht ungriffig ich den Namen dieses Podcasts finde, so ergiebig sind seine Folgen. Frauen reden über Fußball, jene Frauen, die man größtenteils auch von Twitter kennt, wenn man sich dort in dieser Fußballblase bewegt. Dass sie alle Fans von unterschiedlichen Clubs sind, macht das Ganze noch interessanter. Und absolutes Plus, auch, wenn das eigentlich eher am Rande interessierten sollte: Sie können alle sehr gut reden. Das ist so flüssig (oder gut geschnitten?), dass die Ohren auch bei längeren Folgen nicht ermüden. Aber vor allem natürlich inhaltlich erhellend. Einstiegsfolge dieses auch immer noch jungen Podcasts ist jene zur Fußballsozialisation der Macherinnen, weiter geht es mit Themen wie der Causa Ronaldo (Stichwort: Vergewaltigungsvorwürfe) oder dem Thema Fußball als Heimat, wobei damit tatsächlich der physische Ort und nicht die Einrichtung als solche gemeint ist. Zum „FRÜF – Frauen über Fußball“-Podcast.

*

amerika-podcast-aus-new-york

Da wäre nach den Damen der Meister aller Klassen, King Kalwa, der mit einem Kollegen einen Podcast zu kulturellen Themen aus den USA aufgesetzt hat. Zugegebenermaßen habe ich da noch nicht so den Einstieg gefunden, weil es meist zu weit von meinem Interessensspektrum entfernt ist. Da Ihr aber ja alle viel häufiger ins Tanztheater und ins Kino geht als ich, wird da sicher für Euch etwas dabei sein, zwischen Hörbeiträgen zum Woodstock-Jubiläum, zum Doper Lance Armstrong oder zur Entstehung des Christopher Street Days in Manhattan. Hier geht’s zum „amerika-podcast aus new york“.

*

Centralpod

Der „Centralpod“: Hier kann ich inhatlich leider nicht helfen, da ich das Thema dieses Podcasts nicht kenne. Es geht um die Serie „Friends“, die irgendwann mal hip war. Das waren die beiden Macher des Podcasts, Maik Krükemeier und Phil Behrendt, ebenfalls einmal. Da sie sich dieser Ära gerne erinnern, schauen sie jetzt alle Episoden dieser Serie von Beginn an noch einmal und begleiten diese Zeitreise mit ihrem Podcast. Und da ich schon mochte, was Phil Behrendt schrieb, als er noch eigenständig bloggte (was er inzwischen als Kompagnon wieder beim Web04 macht), verweise ich hier gerne auf seinen neuen Podcast zusammen mit Pauli-Fan (Sankt!) Maik. Wie mir zugetragen wurde, soll ein Großteil der Stammgäste von Blogs und Twitter auch serienaffin sein. Also: auf zum Centralpod, wenn man von „Friends“ angetan war. Und falls nicht, warum nicht mal wieder das Web04 besuchen?

*

Einfach Fußball

Einfach Fußball. Sven Pistor, Stimme der WDR-Bundesliga-Konferenz, macht neben dem Zeigler’schen Weg mit Büchern und Lesungen jetzt auch in Podcasts, dies aber für seinen Sender. Als WDRler hat er da natürlich einen Schwerpunkt und der heißt Köln und der besteht darin, ganz leicht Kontakt zu den Protagonisten des Fußballs zu erlangen. Letztens war er mal – übrigens mit Marcus Bark – bei Toni Schumacher zu Hause, dann im legendären Kölner Souterrain und schließlich war auch der Liebling von Arne1904 zu Gast, der auf allen Kontinenten gewesene Torwart. Dieser Podcast ist — man merkt doch das Radiogen in Pistor — nie viel länger als eine halbe Stunde und auch von unterschiedlicher Qualität, aber bei Pistor dürfte thematisch für jede ebenfalls etwas dabei sein, wenn man im Fußball drinsteckt (und man steckt ja drin). (Eine Frage hätte ich aber: Moderieren eigentlich bei anderen Sendern andere Menschen den Vorlauf zur Bundesliga-Schlusskonferenz im Radio oder dürfen da alle die Stimme von Sven Pistor vernehmen?) Der Link zu: „Einfach Fußball“.

… und jetzt kommt das Beste!

Der Sechzehner

Absoluter Oberkracher ist allerdings „Der Sechzehner“. Wenn man den manchmal etwas zu jovialen Humor vom Hausherrn Michael Born (Sky-Reporter) überlächelt, ist das ein absolutes Muss für alle am deutschen Fußball Interessierten. Denn ständiger Talkgast ist hier niemand Geringeres als Ewald Lienen. Dieser steht nicht nur stets in meinem Rücken bei meinen Visiten im Wedaustadion (in Form eines Bildnisses an der sogenannten „Legendenwand“), er ist auch äußerst eloquent und trotz seines zumindest früher mal recht bärbeißigen Rufs (Karten aus der Hand schlagen, Ernährung der Spieler überwachen) auch äußerst gewitzt und charmant. Und dass er einer der größten Protagonisten des deutschen Fußballs ist, wie Friedhelm Funkel oder Otto Rehhagel erst als Spieler, dann als Trainer, muss hier nicht erwähnt werden.

Nach einer knappen anfänglichen halben Stunde, in der Ewald das aktuelle Fußballgeschehen reflektiert, präsentiert „Der Sechzehner“ jeweils einen prominenten weiteren Protagonisten des Fußballs. Von Steffen Baumgart über Fredi Bobic und Bruno Labbadia bis zum jüngsten Highlight in Person von Christian Streich. Diese erzählen dann jeweils nicht nur von ihrer aktuellen Tätigkeit, sondern auch von ihrem gesamten Werdegang. Und das hat dann in aller Regel eine Tiefe, die man woanders vergeblich sucht. Zwar steht und fällt der zweite Teil mit der Offenheit des Gastes, die erste halbe Stunde ist aber ohnehin immer ein Hören wert. Totaler Hörtipp also: Der Sechzehner.

5 Kommentare

Auf keine Zigarette mit Jürgen Klopp — Interview mit Torsten Lieberknecht

Ich stelle es mal hier rein, weil es bei Twitter sicher ein wenig unterginge. Und finden würde dieses Interview sonst wohl kaum jemand, da es auf einem absoluten Spartensender geführt wurde.

Zugegeben, der Titel ist ein wenig clickbaiterisch, denn in unten stehendem Interview berichtet Torsten Lieberknecht lediglich von seiner Beziehung zu Ex-Zimmergenosse Jürgen Klopp, mit dem er 7 Jahre in Mainz zusammenspielte, weshalb Lieberknecht zuletzt auch via kurzem Dienstweg beim FC Liverpool im Training zusehen durfte. Und sowohl Moderator als auch Lieberknecht werden nicht mehr in den Olymp der Rhetoriker aufsteigen. Normalerweise wären die kleinen Fehler des Moderators („3. Bundesliga“, „Stehen Sie am Ende der Saison am Tabellenanfang?“) hier auch ein gefundenes Fressen für ein wenig Spott. Doch erstens stammt das Interview vom Duisburger Lokalsender „Studio 47″ und der arme Mann muss wohl alle Themen bedienen, die so hereinkommen, da muss man nicht unbedingt Experte für Fußball sein. Und zweitens geht es ohnehin eher darum, was Lieberknecht sonst noch so erzählt, auch, wenn es auf Dauer ein wenig anstrengend ist, ihm zuzuhören.

Da wäre seine Zeit bei Eintracht Braunschweig und die jüngste Rückkehr dorthin, seine Motivation, zum MSV Duisburg zu kommen, seine und dessen aktuelle Philosophie. Aber vor allem einfach deshalb hörenswert, weil Torsten Lieberknecht frei heraus zugibt, dass es in der vergangenen Abstiegssaison einfach innerhalb des Teams nicht gestimmt hat und er diese Problematik nicht in den Griff bekam.

Wann hört man einen Trainer im Profifußball schon einmal so offen über sein Scheitern sprechen?

3 Kommentare

Gewinnspiel mit Förderunterricht: Spitznamen im Weltfußball

Die Weltgeschichte des Fußballs in SpitznamenSchweini, Hinti, Nachnami. Das sind doch keine Spitznamen, das sind einfach nur Verkürzungen eines normalen, bürgerlichen Namens. Man kann durchaus den Eindruck, naja, ein Gewinn wäre es ja nicht, den Eindruck erhalten, dass die Kreativität bei Spitznamen im Fußball abgenommen hat. Früher war zwar nicht alles besser, aber zumindest in Sachen Spitznamen doch etwas kreativer. Zum Beispiel nennt man Marcielo Bielsa el loco, wie auch René Huigita el loco benamt wird. Zum Beispiel „Traut the Kraut“ Bert Trautmann oder „Eisenfuß“ Höttes, der „Papierne“ Matthias Sindelar oder „Vater des Balls“ Waldemar Fiúme, das sind noch Spitznamen, vielleicht auch eher Beinamen, von einer gewissen Originalität.

Dasselbe gilt analog für Beinamen von Clubs. Da wären die Elstern, die Fohlen oder die Kleeblätter, die kennt jeder. Welches Team aber nennt man Team of All Talents, wo residieren die Genähten, welches Team heißt übersetzt die Gauner?

Oder auch Bezeichnungen für bestimmte Gruppen von Spielern oder Teams: Wir kennen hier das Magische Dreieck (das Tragische haben wir wieder verdrängt), die drei Alfredos genauso wie den Babysturm. Wer aber kennt noch Gre-No-Li, welche drei Spieler waren die United Trinity und welches Team, okay, nicht ganz so schwierig, war das Clockwork Orange?

Das alles und noch viel mehr, denn dazu kommen auch noch Bezeichnungen für bestimmte Paarungen – das Wunder von Bern ist geläufig wie der Thriller von Sevilla, nicht aber die Schlacht von eben jenem Bern oder das Endspiel der quadratischen Pfosten – kommen in diesem Buch, das es hier gleich fünfmal (in Worten: fünfmal) zu gewinnen gibt, hinzu.

Ein wirklich gelungener Mix mit ausführlichen Erläuterungen auf 410 (!) Seiten mit zahlreichen unbekannten und oft einfach anmutend phantasievollen Bezeichnungen, Bei- und Spitznamen ist in diesem Werk entstanden, in dem man auch als Experte in Sachen Fußballquiz noch eine Menge Neues lernt.

Wie kann man nun ein Exemplar von „Die Weltgeschichte des Fußballs in Spitznamen“ gewinnen? Einfach bis nächsten Mittwoch, den 11. September 2019, 23.59h, maßgebend ist die Serverzeit, einen Kommentar hinterlassen. Darin sollt Ihr einen Spitznamen, Beinamen, Teamnamen aus der persönlichen Biografie nennen und erläutern, den Ihr im Fußball erlebt bzw. gehört habt. Sei es der bullige Mitspieler, der ebenso bullige, ligaweit bekannte gegnerische Verteidiger, oder auch ein Spitz- oder gerne auch Spottname eines kleinen Clubs aus der näheren Umgebung, in der man mit Fußball zu tun hatte oder hat. Dabei ist nicht die Qualität des Kommentars oder des Spitznamens ausschlaggebend dafür, wer ein Exemplar dieses Buches nun gewinnt, der Kommentar ist nur die Eintrittskarte für die Verlosung. Doppelte Kommentare von derselben Person sind nicht zulässig, oder wenn, dann ohne die Gewinnchancen zu erhöhen.

Normalerweise gehe ich hier ja immer in Vorleistung mit einem eigenen Beispiel, aber bei den Spitznamen, die mir aus der eigenen fußballerischen Biografie in den Sinn kommen, ist die Gefahr doch zu groß, dass sie als eigentliche Spottnamen enttarnt werden – und der derart Bezeichnete hier mitliest.

Dann lasst mal hören, was für seltsame Spitznamen im Laufe Eures Fußballerlebens so über die Kreisligaplätze waberten. Es darf auch gerne jener des Wirts im Vereinsheim, jener des Platzwarts oder eines ständig anwesenden Fans/Rentners/Spielerfrau/-mutter, was auch immer sein. Und bei fünf zu gewinnenden Exemplaren darf man beinahe behaupten: „Jedes Los gewinnt.“ Also, beinahe eben.

Hier noch ein Blick ins Buch, dann aber ran an die Arbeit. Erst im Gedächtnis kramen, den Fund hier kommentieren – und schließlich ein Exemplar gewinnen.

Blick ins Buch: Die Geschichte des Weltfußballs in Spitznamen

(Logisch, dass Eure beim Kommentieren angegebene Email-Adresse gültig sein sollte.)

23 Kommentare

Wuseum im Weserstadion

Ein Museum für einen Fußballclub. „Wer braucht denn sowas?“ Nun, anscheinend immer mehr Menschen und dementsprechend auch immer mehr Clubs, die ein solches über ihre Historie, ihre Erfolge, besonderen Momente, auch über ihre Fankultur und nicht zuletzt über das, von dem sie glauben, dass es sie ausmacht, einrichten. So auch der SV Werder von 1899, in dessen Vereinsnamen das Wort London Bremen übrigens gar nicht vorkommt, der dennoch in allen offiziellen Statistiken stets als „SV Werder Bremen“ geführt wird, welcher er nun mal nicht ist.

Teil einer Stadionführung im Weserstadion, das kürzlich unter vielen Protesten seinen Sponsorennamen änderte (von 2007 bis 2018 zahlte EWE jährlich 3 Mio für die Namensrechte, die das Unternehmen aber nicht nutzte), ist auch ein abschließender Besuch in jenem Museum, das sich der SV Werder von 1899 im Jahr 2004 eingerichtet hat, welches er ganz frech, um einmal diese 1980er-Jahre-Vokabel wieder aus dem Abstellschrank zu holen, „Wuseum“ getauft hat. Nach dem Besuch des Schalke-Museums und des Borusseums (das MSV-Museum wartet noch auf einen ständigen Ort für seine Ausstellung) nun also das Wuseum, welches hier kurz beleuchtet wird, allerdings leider tatsächlich wirklich nur kurz, da der Besuch dort ebenso war.

Fassade Weserstadion mit Schriftzug Wuseum

Das aktuelle Weserstadion ist komplett von einer Außenhaut eingefasst, die aus Solarzellen besteht und dem Bauwerk die Anmutung einer Kuchenbackform verleiht. Zu gerne hätte man hier das Weserstadion noch einmal mit eigenen Augen gesehen, bevor diese zwischen futuristisch und belanglos oszillierende Außenhaut angebracht wurde. Sprich: Man hätte gerne das Stadion noch einmal gesehen, denn jetzt besteht es zumindest für den aus Menschenperspektive davor herumwandelnden Beobachter nur noch aus dieser Solaranlage – und den charakteristischen Flutlichtmasten. Fürs Klima natürlich ein wichtiger Schritt, für den Ästheten einer, der ein wenig Mühe macht.

Die Stadionführung leitet natürlich auch in die Mannschaftskabinen des Weserstadions. Diese sind tatsächlich ein wenig geräumiger als im Westfalenstadion, was aber auch nicht schwer ist. Eine schöne Eistonne zum Eintauchen steht ständig bereit, ein Entmüdungsbecken und ansonsten hat man auch hier pro Spielerhintern nicht wesentlich mehr Platz als in einer Kreisligakabine, der Raum selbst ist aber deutlich größer.

Spielerkabine im Weserstadion

Bemerkenswert ist da schon eher die Kabine für die Schiedsrichter, die nicht nur mit PC und Gedöhns ausgestattet ist, in ihr befinden sich auch zwei Schaufensterpuppen, denen man vor Spielbeginn die jeweils am Spieltag genutzten Trikots der beiden sich duellierenden Teams überstreift.

5 Kommentare