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Trainer Baade Beiträge

Mehr Quiz! Jeden Freitag 5FFFF

Hier liegt die Fußballquiz-Kunst ein wenig brach, da springen andere in die viel zitierte Bresche. „Andere“ bedeutet in diesem Fall der Betreiber der Webseite Stadioncheck, welcher auf seinem youtube-Kanal nicht nur zahlreiche Videos zu Stadien aus aller Welt produziert, sondern letztens auch ein regelmäßiges Fußballquiz in Videoform gestartet hat. Heute läuft bereits die fünfte Ausgabe, die man sich als Video einträufeln kann:

Bislang war es selbst für die größten Fußballquizexperten ziemlich schwierig, aber deshalb eben auch umso reizvoller. Hilfsmittel sind erlaubt und angesichts des Schwierigkeitsgrads der Fragen oft auch vonnöten. Die Antworten immer bei youtube als Kommentar hinterlassen, dann klappt es auch mit dem Gewinn eines Sachpreises.

Hier die Playlist mit allen bisherigen (und dann folgenden) Ausgaben des 5FFFF getauften Quiz. „Fünf freitagsfreshe Fußballfragen“. Noch Fragen?

Okay, der Termin: jeweils freitags um 21 Uhr wird die neue Ausgabe veröffentlicht. Gutes Gelingen!

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Update! „Tor des Jahres“ — alle auf einen Klick-Blick

[Update 2021] Marcel Risse 2016 mit einem überaus sehenswerten Freistoßtor, Lukas Podolski 2017. Nils Petersen mit schönem Weitschuss 2018, Marcel Hertel mit Fallrückzieher 2019 und – selbstverständlich – Valentino Lazaro mit seinem Hacken-Akrobatik-Tor 2020, bei dem sofort feststand, dass es das Tor des Jahres werden würde. Alle Videos siehe unten.

[Update 2016] Das Tor des Jahres 2015 erzielte Carsten Kammlott. Das wird hier extra noch mal erwähnt, weil man sich den dazugehörigen Beitrag der Sportschau ruhig geben sollte, sofern man sehen möchte, wie ein Profi der 3. Liga so lebt. Jeden Sonntag bei den Eltern zum Essen (wobei das der eine oder andere Weltmeister ja ebenso pflegen soll) und derlei mehr. Nicht prickelnd, aber erhellend. Und das Tor an sich natürlich: hier der Beitrag (der obere), sicher nicht lange online. (Außerdem erfährt man so, dass Reinhold Beckmann immer noch die Sportschau macht. Dachte, der spielt jetzt Gitarre.) Und für die Jüngeren vielleicht interessant, dass dieses Tor einen weltbekannten Vorfahren hatte. Das Tor, nicht Kammlott.

[Update 2013] Dass ein Schwede mit bosnischen Wurzeln in einem Freundschaftsspiel in Schweden gegen England das Tor des Jahres in Deutschland erzielen kann, bleibt eines dieser Geheimnisse des professionellen Sportjournalismus. Ein fantastisches Tor erzielte Ibrahimovic mit seinem Fallrückzieher natürlich unbestritten, aber die Frage, was das bei den deutschen Toren des Jahres zu suchen hat, bleibt offen — vielleicht mal bei der Sportschau nachfragen.

[Update 2012] Heute gibt es dann den Neuzugang für 2012 2011: Señor Raúl. Ein schön anzusehender Lupfer beim hohen Sieg gegen den 1. FC Köln. Was der FC Schalke übrigens auch ohne Raúl schafft, wie gestern gesehen.

[Update 2011]

Ein Schuss aus 60 Metern. Kreativ. Gab es erst seit 2007 nicht mehr.

[Update 2009]

Ich hab dann mal eine nur wenig Voraussicht benötigende Änderung vorgenommen, siehe Ende der Liste. Sollte ich mich getäuscht haben, werde ich mich damit bestrafen, selbst so ein Tor wie das von Grafite erzielen zu müssen und es so lange zu versuchen, bis es klappt — allerdings ohne Gegenspieler. Schwer genug.

Aber ich werde mich ohnehin nicht täuschen.

Und wie profan Ballacks Tor von 2008 plötzlich wirkt …

Aus aktuellem Anlass, da Diego mit seinem Tor aus 60m Entfernung gegen Alemannia Aachen gerade Tor des Monats wurde, ein Überblick über die bisherigen Schützen des „Tor des Jahres“ seit der Einführung dieser Wahl im Jahr 1971.

1971 Ulrik Le Fevre
1972 Günter Netzer und Gerd Müller
1973 Günter Netzer
1974 Erwin Kostedde
1975 Klaus Fischer
1976 Gerd Müller
1977 Klaus Fischer
1978 Rainer Bonhof
1979 Harald Nickel
1980 Karl-Heinz Rummenigge
1981 Karl-Heinz Rummenigge
1982 Klaus Fischer
1983 Jürgen Wilhelm
1984 Daniel Simmes
1985 Pierre Littbarski
1986 Stefan Kohn
1987 Jürgen Klinsmann
1988 Jürgen Wegmann
1989 Klaus Augenthaler
1990 Lothar Matthäus
1991 Andreas Müller
1992 Lothar Matthäus
1993 Augustine „Jay-Jay“ Okocha
1994 Bernd Schuster
1995 Jean-Pierre Papin
1996 Oliver Bierhoff
1997 Lars Ricken
1998 Olaf Marschall
1999 Giovane Elber
2000 Alex Alves
2001 Kurt Meyer
2002 Benjamin Lauth
2003 Nia Künzer
2004 Klemen Lavric
2005 Kasper Bögelund
2006 Oliver Neuville
2007 Diego
2008 Michael Ballack
2009 Grafite
2010 Michael Stahl
2011 Raúl
2012 Zlatan Ibrahimovic
2013 Raúl und Julian Draxler
2014 Mario Götze
2015 Carsten Kammlott
2016 Marcel Risse
2017 Lukas Podolski
2018 Nils Petersen
2019 Marcel Hartel
2020 Valentino Lazaro

Mit Nia Künzer immerhin schon eine Frau als Gewinnerin dabei, sowie mit Jürgen Wilhelm und dem damals 80-jährigen Kurt Meyer auch zwei Amateure. Rekordsieger bleibt Klaus Fischer mit 3 Toren, vor Günter Netzer, Gerd Müller, Lothar Matthäus und Karl-Heinz Rummenigge mit je 2 Toren des Jahres.

In den meisten Fällen braucht man nur auf die Jahreszahl und den Namen zu schauen, schon ist klar, welches Tor es gewesen sein muss. Beispiele:

Lothar Matthäus 1990
Nia Künzer 2003
Lars Ricken 1997
Klaus Fischer 1982
Oliver Bierhoff 1996

Was an dem wurschtigen, glücklich abgefälschten, kraftlosen, unplatzierten Torschuss Bierhoffs von 1996, der dem armen tschechischen Torhüter durch die plötzlich nur noch mit der Konsistenz unaufgeblasener Luftballons funktionierenden Hände glitt, Tor-des-Jahres-würdig gewesen sein soll (außer eben seiner Wirkung), wird sich uns nie erschließen. Klaus Fischers Tor von 1982 begeistert da schon eher, so wie alle seine Tore des Jahres es vermögen.

Ich persönlich hätte auch diesmal eher auf Christoph Preuß‘ Fallrückzieher gesetzt als auf diese dann doch irgendwie gar nicht so schwierigen Tore der Marke Augenthaler 1989, Alves 2000 oder eben Diego 2007, aber ich bin ja auch nicht die Masse.

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Der Helge Schneider der Bundesliga

Eine Folge des Podcasts von Michael Born und Ewald Lienen zu empfehlen, wie es das Zebrastreifenblog tut, bedeutet ja eigentlich, Bälle in das Tor des Gegners des FC Bayern zu tragen. Natürlich hängen wir ohnehin alle an den Lippen von good old Ewald, der mit Humor, Verve und viel Sachverstand in der Regel über die aktuellen Fußballereignisse doziert. Meist aus der Sicht eines Trainers, oft aus der eines Beobachters des gesamten Businesses. Die Sternstunden aber erlebt dieser Podcast, wenn Ewald Lienen sich an seine Zeit als Spieler, im Europapokal, in der Bundesliga erinnert und aus dem Nähkästchen plaudert.

Noch besser wird das natürlich, wenn er einen Kompagnon aus jener Zeit an seiner Seite weiß und in diesem Fall, den wir als Redaktion hier ausdrücklich empfehlen, ist das jene Folge, in der Hans-Günther Bruns („nur meine Eltern nannten mich Hans-Günther“) zu Gast ist.

Wer jene Zeit der Bundesliga goutiert, der kommt nicht daran vorbei, diese Folge zu inhalieren, in der „Bruno“, wie er genannt wurde, und eben Ewald Lienen in gemeinsamen Zeiten bei Borussia Mönchengladbach schwelgen. Natürlich ist auch jenes legendäre Duell mit Real Madrid Thema, das so tragisch endete, wie es eben nur bei Real Madrid tragisch enden kann.

Wie Kees Jaratz vom Zebrastreifenblog richtig anmerkt, benötigt „Bruno“ eine gewisse Zeit in diesem Gespräch, um aufzutauen. Dann aber erlebt man den Helge Schneider der Bundesliga in bester Manier. Warum ist er wie Helge? Nicht allein, weil er wie dieser aus Mülheim an der Ruhr stammt – und auch so spricht. Nicht allein, weil er frei Schnauze davon erzählt, wie er aus der Nationalmannschaft flog (wer das nicht hören will, kann es hier bei 11Freunde lesen), sondern weil er einfach eine so faszinierend schnoddrige Art an den Tag legt, dass ihm Stardom einfach nix bedeutete und er gleichzeitig aber bis heute vom Fußball nicht wegkommt.

Noch dazu tritt dabei zu Tage, was man hier nicht wusste, dass Hans-Günther Bruns bereits von 1973 – 1976 (!) in der Bundesliga für den FC Schalke 04 spielte. Und dass er in der Saison 1979/80 bei Fortuna Düsseldorf war. Womit er Pokalsieger 1980 wurde und zumindest auf dem Papier jenem Kader angehörte, der von Fortuna das legendäre Finale im Europapokal der Pokalsieger in Bern nach Verlängerung mit 3:4 gegen den FC Barcelona verlor.

Im kollektiven Gedächtnis geblieben ist allerdings jenes „best goal that never was“, als er bei Bayern München zum Solo ansetzte, um dann doch zu scheitern.

Naja, das ist jetzt so einfach nicht zu finden, leider, aber Ihr wisst, was ich meine.

Dann nehmen wir eben das Tor des Monats von Hans-Günther Bruns im Juli 1987, als er eine Ecke direkt verwandelte.

Oder dieses Tor des Monats als er in Bochum ein ähnliches Solo hinlegte, nur anders als in Bayern eben mit einem erfolgreichen Abschluss.

Jetzt aber den Podcast hören mit dem Helge Schneider des Fußballs, Hans-Günther Bruns.

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Ewige Tabelle der Bundesliga für NRW

Man könnte glatt eine eigene Liga betreiben nur mit aktuellen und früheren Clubs der Bundesliga aus Nordrhein-Westfalen – genau 18 sind es aktuell an der Zahl. In Kürze wird natürlich der VfB Homberg hinzustoßen, bis dahin bleiben es aber erst einmal 18 Clubs. Diese erreichten dabei die folgenden Kennzahlen in ihren 53 (Borussia Dortmund) bis 1 Saison/s (Preußen Münster, Fortuna Köln) in der Bundesliga.

Club J Spiele S U N Tore +/- P
1. Borussia Dortmund 53 1798 805 460 533 3216:2527 +689 2875
2. Borussia M‘gladbach 52 1772 721 462 589 3012:2561 +451 2625
3. FC Schalke 04 52 1764 634 446 628 2582:2521 +61 2516
4. 1. FC Köln 48 1628 639 413 576 2668:2433 +235 2330
5. Bayer L‘kusen 41 1398 602 379 417 2352:1872 +480 2185
6. VfL Bochum 34 1160 356 306 498 1602:1887 -285 1374
7. MSV Duisburg 28 948 296 259 393 1291:1520 -229 1147
8. Fortuna Düsseldorf 25 854 264 232 358 1245:1518 -273 1024
9. Arminia Bielefeld 16 544 153 139 252 645:883 -283 598
10. KFC Uerdingen 14 476 138 129 209 644:844 -200 543
11. Rot-Weiss Essen 7 238 61 79 98 346:483 -137 262
12. Alemannia Aachen 4 136 43 28 65 186:270 -84 157
13. SG Wattenscheid 09 4 140 34 48 58 186:248 -62 150
14. Rot-Weiß Oberhausen 4 136 36 31 69 182:281 -99 139
15. Wuppertaler SV 3 102 25 27 50 136:200 -64 102
16. SC Paderborn 2 68 11 18 39 68:139 -71 51
17. Fortuna Köln 1 34 8 9 17 46:79 -33 33
18. Preußen Münster 1 30 7 9 14 34:52 -18 30

Stand vor der Saison 2020/21.

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Gestatten, das dreiundvierziggrößte Stadion Deutschlands — das Rheinpreußenstadion

Wenn nix mehr geht, Stadien gehen immer. Ist das nicht eigentlich ein Job für Stadioncheck? In diesem Ausnahmefalle eher nicht, denn es geht um ein Stadion eines Teams in der Kreisliga A – das dennoch zu den größten in Deutschland zählt.

Manchmal ist es ja so, dass zusammengesetzte Wörter in der Wahrnehmung im Hirn die Bedeutung ihrer einzelnen Teile verlieren. Oder denkt jemand beim Wort „Handschuh“ wirklich explizit an eine Hand und an einen Schuh? So ungefähr geht es mir mit dem Wort „Rheinpreußen“. Da denke ich weder an den Rhein noch an Preußen oder die Region Rheinpreußen (welche mir bis zum Verfassen dieses Textes ohnehin nicht geläufig war), sondern an ein danach benanntes Bergwerk. Höre ich also als in der Nähe Aufgewachsener die Vokabel „Rheinpreußen“, dann hat das für mich nicht mal in leisen Tönen etwas mit Preußen zu tun, sondern eben mit einer Zeche. Und nach dieser Zeche ist das Rheinpreußenstadion im Moerser Stadtteil Meerbeck benannt. Moers, eine der Städte, die immer unter den erfolglosesten Großstädten im Fußball in ganz Deutschland auftaucht. Zu Recht, aber mit einer Ausnahme, zu der wir gleich noch kommen.

Das Rheinpreußenstadion dürfte wohl kaum jemand außerhalb des Fußballkreises der Region ein Begriff sein. Dabei ist es, man höre und staune, das dreiundvierziggrößte Stadion in Deutschland. Im Moment jedenfalls noch, denn es wird bald abgerissen. Es weicht Wohnungen und Begegnungsstätten unter freiem Himmel. Also so etwas, wo sich dann zwei Wochen nach Eröffnung keiner mehr hintraut, weil da nur Suchtkranke rumhängen. Der kommende Abriss war jedenfalls Anlass genug, diesem Stadion einen letzten Besuch abzustatten, nachdem man hier im Hobby-, Jugend- und sogar Schulfußball so manche Schlacht geschlagen hatte. Wenn auch ehrlicherweise meistens auf dem Ascheplatz nebenan, aber immerhin auf der Gesamtanlage „Rheinpreußenstadion“. Dazu eine Anwesenheit bei einem Testspiel des MSV Duisburg auf diesem Rasen gegen einen holländischen Club, bei dem man so nah wie sonst nie am Spielfeldrand stehen durfte und die Anweisungen von Thorsten Wohlert an seine Abwehrkollegen mit eigenen Ohren hören konnte. Klar, in Corona-Zeiten ist das eine Selbstverständlichkeit, war es aber bis dahin nicht und daher durchaus Eindruck hinterlassend.

Hausherr ist der Meerbecker Sportverein Moers 13/20, kurz der MSV Moers. Ja, es gibt wirklich einen MSV Moers, auch, wenn man das damals überhaupt nicht (s. o.) mit dem großen MSV in Verbindung brachte. Vereinsfarben sind offenbar Grün und Weiß – oder Weiß und Grün, da ist man im Fußball ja sehr pingelig.

Mitten in der Hochphase der Corona-Schließung also auf dem Heimweg schnell mal das Tor zum Rheinpreußenstadion aufgestoßen und ein paar Fotos gemacht, bevor diese Ränge und der Rasen diversen Bulldozern und anderem Abrisswerkzeug zum Opfer fallen.

Als dreiundvierziggrößtes Stadion ganz Deutschlands muss es natürlich ein gewisses Fassungsvermögen besitzen und dieses beläuft sich auf 23.000 Zuschauer. 23.000 Zuschauer werden hier aber wohl letztmals nach dem Krieg versammelt gewesen sein. Und ob man da heute noch 23.000 Menschen versammeln dürfte, wäre auch ohne Pandemie ziemlich fraglich bis eher unvorstellbar. Weshalb es etwas wundert, dass es noch mit diesem Fassungsvermögen bei Wikipedia gelistet ist.

Ebenfalls verwunderlich, warum es bei Wikipedia als Stadion ohne Aschenbahn gelistet ist. Noch aschenbahniger als dieses kann kaum ein Stadion sein.

Hier dürfte wohl schon einige Jährchen niemand mehr durchgewischt haben.

Einige Steigungen gilt es im Strafraum des Rheinpreußenstadions zu bewältigen.

Panorama-Sicht mit dem Meerbecker Funkturm und vielen Gänseblümchen.

Das Häuschen für die Heimmannschaft, Aschebahn, Rasenplatz, Funkturm.

In Meerbeck wird Gastfreundschaft offenbar groß geschrieben. Dahinter die komplett zugewucherte Haupttribüne.

Hier das herausragende, sowohl im Wortsinne als auch als solches, Häuschen für den Stadionsprecher. Inzwischen ist die Leiter dort hinauf abgerissen, beim vorigen Besuch konnte man das natürlich innen auch verwaiste Häuschen noch erklimmen – und sogar ein Spiel zweier Hobbymannschaften von dort aus betrachten. Wahrlich ein Kleinod unter den Stadionsprecherhäuschen, mit der original Pepsi-Werbung von geschätzt 1973, die immer noch nicht komplett vergilbt ist.

Und am Ausgang, schließlich heißt man hier nach einer Zeche und befindet sich mitten in einer Zechensiedlung, eine alte Lore, als Erinnerung daran, wieso man selbst oder die Vorfahren überhaupt einst hier hingezogen war. Auch diese hätte allerdings ein Bad nötig. (Und wäre ein Kandidat für thingswithfaces.com.)

Womit wir diese langjährige Heimstätte, als Sportplatz errichtet 1929, des MSV Moers für die Nachwelt erhalten hätten. Wie gesagt, aktuell Rang 43 in ganz Deutschland, hinter dem Stadion am Zoo in Wuppertal (23.067) und noch vor dem Stadion der Freundschaft in Cottbus (22.528).

Zum Club MSV Moers selbst gibt es die Geschichte zu erzählen, dass dieser Ende der 1970er ein echtes Hoch erlebte. Von 1975 bis 1980 spielte man (als RSV Meerbeck*) in der damals dritthöchsten Klasse, die erst Verbandsliga Niederrhein und dann Oberliga Nordrhein hieß. Am Ende der Saison 1976/77 verpasste man als Dritter der Tabelle knapp die Qualifikation zur Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Meister wurden nämlich die Amateure von Fortuna Düsseldorf, weshalb der Zweitplatzierte 1. FC Bocholt sich qualifizierte, auf die den Meerbeckern nach der Zwei-Punkte-Regel drei Punkte fehlten. Wie man ebenfalls Wikipedia entnehmen kann, kamen damals zu Partien gegen Clubs wie Rot-Weiß Oberhausen, den 1. FC Bocholt oder Schwarz-Weiß Essen und den Bonner SC jeweils mehrere Tausend Zuschauer. Aktuell jedoch heißt die Realität Kreisliga A, bevorstehender Abriss des so geschichtsträchtigen altehrwürdigen alten Stadions und eine Zukunft, die über den Stadtteil selbst hinaus wohl niemanden kümmern dürfte.

Der Zuschauerrekord im Rheinpreußenstadion wurde übrigens kurz nach Errichtung der Stehränge mit 25.000 Zuschauern im Jahr 1959 aufgestellt – bei einem Leichtathletik-Länderkampf (!) der Frauen zwischen Deutschland und der ČSSR.

*In einer ersten Version wurde dies hier als „RSV Moers“ erwähnt, korrekt ist aber, dass es zu jener Zeit der RSV Meerbeck war.

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Auge dankt fürs Vertrauen

1989 erzielte Klaus Augenthaler das Tor des Jahres, Zeitgenossen erinnern sich mit Leichtigkeit, durch einen Weitschuss von der Mittellinie über Uli Stein im Tor von Eintracht Frankfurt hinweg. Für wen „Auge“ das Tor erzielte, muss man nicht erwähnen, schließlich ist er ein sogenannter „one club star“, der all seine Profispiele nur für einen Verein absolvierte.

Interessanter als das Tor an sich, welches bekanntlich später noch zum „Tor des Jahrzehnts“ gewählt wurde, ist die Preisverleihung, die Reinhold Beckmann für die Sportschau im Rahmen eines Hallenturniers wohl in der Westfalenhalle vornahm.

Da spricht Beckmann – gewandet in ein fürchterlich knallbuntes Hemd, das damals aber als todschick galt – davon, dass man jetzt die „Auslosung“ zum Tor des Jahres vornehmen werde. Nun ja, wenn es eh ausgelost wurde, hätte man ja keine Postkarten an die ARD schreiben müssen. Das taten aber nicht weniger als 800.000 Menschen und davon mehr als die Hälfte – man höre und staune – aus der DDR! (Wer hier länger mitliest, weiß, wie selten ein Ausrufezeichen in diesen Breiten ist, diese besondere Würdigung also bitte auch entsprechend zur Kenntnis nehmen.)

Darauf angesprochen, dass so viele Bürger der DDR für sein Tor gegen Uli Stein als Tor des Jahres gestimmt hätten, dankt Auge dann auch ganz brav dafür, dass diese ihm „das Vertrauen geschenkt“ hätten, so als sei er gerade zum Bundeskanzler gewählt worden.

Anderthalb kurzweilige Minuten jedenfalls, dieses Stück Zeitgeschichte der Ehrung des Torschützen des Jahres 1989.

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Update: Sportschau und viele mehr zum 100. des „kicker“

Heute wird er 100 Jahre alt, doch die ARD hatte schon vor geraumer Zeit ein bisschen Platz zum Gratulieren freigeräumt. 41 Minuten über die Geschichte des Kickers, mit einem wohlbekannten Akteur von Twitter in einer der Hauptrollen. Hier zu sehen und durchaus einen Blick wert, sofern man dem Magazin nähersteht oder vielleicht mal -stand. Oder dem Landeshauptmann.

Außerdem würdigen Philipp Selldorf bei der Süddeutschen Zeitung den Kicker und Stefan Hermanns beim Tagesspiegel, jeweils mit netten Anekdoten und nicht zuletzt den legendären Namens-Wortspielen garniert.

Update: Der Meister persönlich über seine 40 der 100 Jahre beim Kicker. Höchst lesenswerter Longread, in dem er sogar mit Maradona kickt.

Und die FAZ mit einer noch viel größeren Auswahl an legendären Überschriften.

Fehlten eigentlich nur noch 11Freunde und Collinas Erben.

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20.15 Uhr: EM-Finale Belgien – Deutschland #belger80

Um 20.15 Uhr geht’s los. Was geht los? Hier alle Infos dazu.

dann zum ZDF weiterreisen und dort um punktgenau 20.15 Uhr MEZ dieses Video starten.

Meine Tweets dazu folgen dann hier drunter und natürlich bei Twitter selbst.

Viel Spaß mit den Teams von Guy Thys und Jupp Derwall.

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Relive ist das neue Orange – heute: 20.15 Uhr Belgien — Deutschland von 1980 unter #belger80

Freie Zeit ist aktuell viel vorhanden, neuer Fußball gar keiner, nicht mal in der Kreisliga. Da erhält man tatsächlich die Gelegenheit, alte Spiele in-voller-länge.de zu schauen, wie jene Webseite getauft wurde, die eigentlich nur als Nebenprojekt von etlichen Recherche-Safaris durch die Videoportale dieser Welt entstand. Findet auch Christian Spiller von Zeit online, der schon mal seine Favoriten aus dem dortigen Angebot rausgesucht und als Tipps veröffentlicht hat. Leider hat er vergessen, zu erwähnen, wo er das gefunden hat, deshalb hier noch mal der Link zu meinem Nebenprojekt:

In voller Länge

Aktuell erwarten den geneigten Besucher dort schlanke 167 Spiele, vom Finale der Eintracht aus Frankfurt gegen Real Madrid 1960 bis zum noch tieferen Tiefpunkte des 0:2 der Deutschen gegen Südkorea. (Am besten die Suche verwenden, um Spiele seines bevorzugten Clubs oder Nationalmannschaft zu finden.)

Warum aber sollte man sich Spiele in voller Länge ansehen, wenn man a) das Ergebnis doch schon kennt und b) es zu jener Zeit, als es sich ereignete, selbst gesehen hat?

Weil b) nicht unbedingt zutreffen muss, was Peter Ahrens in seinem netten Text zum aktuellen Phänomen der Relive-Schwemme übersieht. Weshalb ich mich heute Abend ab 20.15 Uhr dem EM-Finale von 1980 widmen werde. Leider nicht auf in-voller-länge.de, weil es für dort noch nicht aufzutreiben war.

Stattdessen hier beim ZDF, wie gesagt, ab 20.15 Uhr schaue ich es mir an, wer mag, kann ja mitschauen. Davon kenne ich außer den Toren (und sogar nur den deutschen) nämlich noch keine Sekunde und bin wirklich gespannt, wie es wird. Auch wenn man weiß, dass Fußball der 1980er oft grausam sein kann. Aber alleine schon den Duisburg-Wanheimerorter Dieter Kürten mal wieder ein komplettes Spiel kommentieren zu hören, dürfte es wohl wert sein. Außerdem läuft man nicht Gefahr, dass Helmut Kohl einen Auftritt hat. Und ein anderer Duisburger wird am Ende den Coupe Henri-Delaunay als Kapitän in den Römer Nachthimmel recken.

Von dieser Stelle aus wird man (das bin ich) auch ab 20.15 Uhr über das Spiel twittern und zwar unter dem

Hashtag #belger80

denn so lautete die offizielle Konstellation dieser Paarung im Jahr 1980 (korrekterweise müsste es wohl #belfrg80 sein, aber das lassen wir jetzt mal). Falls ich bis dahin etwas Geeignetes für WordPress finde, wird es hier auch eine Twitter-Wall dazu geben, dann kann man sich auch beteiligen, falls man mitschaut. Und wie gesagt, es ist jetzt weniger dem allgemeinen Relive-Phänomen geschuldet, dass dies heute Abend stattfindet, als dem Umstand, dass ich dieses Spiel schon ewig mal nachholen wollte. Aber man kommt ja zu nix. Außer in besonderen Situationen. Warum also Euch nicht alle mitschauen bzw. -lesen lassen?

Dann lass mal hören aus Rom, Dieter.

Hier noch mal der Link.

Und hier gibt’s die Tweets dazu.

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Aber manche sind gleicher

Wer gedacht hätte, dass Uli Hoeneß der erste Präsident des FC Bayern München war, der wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde, bevor er ins Amt kam, liegt falsch. Das hat Franz Beckenbauer schon lange vor ihm geschafft, als er Ende der 1970er wegen Steuerhinterziehung in der Schweiz (!) zu einer Geldstrafe verurteilt wurde und später eben Präsident. Nachzulesen, wie vieles andere rund um den Fakt, dass alle Tiere gleich sind, vor allem in Bayern manche aber eben gleicher, hier in der taz.

Selbst, wenn man vieles von dem dort Geschilderten schon hat läuten hören, kommt man beim Lesen aus dem Staunen kaum noch heraus, wie hier:

„Der Minister habe ihm eröffnet, er könne nicht zustimmen, weil er selbst früher Beckenbauer bei der Steuerhinterziehung über die Schweiz geholfen habe.“

Aber lest selbst.

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Netzberg liest Trainer Baade

Ja, die Lesereise ist schon eine Weile her. Den ersten Auswärtstermin gab es damals im „Spooky’s“ in Münster, organisiert vom Schalkefan.de selig, im Publikum dabei u. a. auch der werte Netzberg, seines Zeichens Anhänger des VfL Osnabrück. Hier würde man ja gerne Teil zwei eines Leseprogramms folgen lassen, allein in den letzten Jahren kam nicht allzu viel Vorlesenswertes mehr hinzu, wie ja allgemein die Frequenz hier ganz leicht gesunken ist.

Umso schöner, wenn sich dann andere daran machen, die Inhalte des eigenen Blogs vorzulesen. In diesem Fall widmet sich Netzberg einem Teil dieses Webauftritts, der nicht so im Vordergrund steht, aber nichtsdestoweniger hörenswert ist.

Voilà – Netzberg liest Trainer Baade:

Schaut Euch danach durchaus Netzbergs gesamten Youtube-Kanal an, da liest Netzberg dann auch François Villon, Rainald Goetz oder Friedrich Dürrenmatt.

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Torsten de Funès

Achja, es ist Silvester. Da geht es ja immer lustig zu, im Fernsehen. Warum eigentlich? Hab ich glaub ich schon öfter hier gefragt, weiß, die Antwort aber nicht mehr. Warum muss man Silvester lustig sein?

Wie dem auch sei, diese Tradition existiert, und auch der MSV Duisburg hat in Person von Torsten Lieberknecht versucht, lustig zu sein. Wenn auch eigentlich schon Anfang Dezember, ist das mal wieder so ein herausragendes Beispiel dafür, wie gut es funktioniert, wenn Menschen aus dem Fußball lustige Videos produzieren, dass ich es Euch nicht vorenthalten will. Da Torsten Lieberknecht so besonders auf Traditionsvereine und somit Traditionen steht, wie er in jeder zweiten Pressekonferenz betont, ist es auch nur passend, dass er auch die Tradition, an Silvester lustig zu sein, mitmacht. Bzw. da ein Internet-Meme aufgreift, das wohl eine jede und ein jeder kennt und auch vor dessen Aufstieg zu einem solchen schon kannte.

Einfach wahnsinnig überzeugend gespielt:

Kleiner Hinweis noch am Rande, besagter französischer Komiker spricht sich tatsächlich Louis de Funèssss aus, wie man es schreibt, und nicht, wie man auf Französisch vermuten würde, de Fünèhh, da seine Eltern Spanier waren. Zumindest letzteren Umstand hätte man ohne die nette Vorarbeit von Tim Berners-Lee und anderen wohl nie erfahren. Klar hat einen das schon immer interessiert, warum er de Funes ausgesprochen wird, aber extra in eine Bibliothek wäre man dafür wohl nicht gegangen.

Wie auch Tim Berners-Lee Vorarbeit nicht ganz unschuldig daran ist, dass man hier in diesen Hallen doch deutlich beschwingter ins neue Jahr geht als es anderenfalls gewesen wäre. Mit anderen Worten: ohne das Internet hätte ich Euch alle nicht erreicht, die an diesem Umstand keinen geringen Anteil tragen. Herzlichen Dank dafür und dann Euch allen auch einen formidablen Rutsch ins neue Jahre sowie ein frohes Neues gewünscht, wenn es soweit ist.

Und dann geht’s hier in Bälde auch wieder um Fußball …

PS: An Super-Funkel kommt Lieberknecht damit natürlich noch lange nicht ran, ist aber auf einem guten Weg.

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Liebe Leute

Update, 5.5.19: Das Ziel, für das dieser Text ursprünglich veröffentlicht wurde, ist erreicht. Vielen, sehr herzlichen Dank an alle für die Bereitschaft, mitzuhelfen. Deshalb bleibt jetzt nur die verkürzte Version dieses Beitrags.

Ja, liebe Leute, Weihnachten steht vor der Tür und da ist man immer auf der Suche nach Geschenken – vielleicht für sich selbst, vielleicht für andere. Und ein beinahe klassisches Buch zum Verschenken habe ich zufälligerweise hier zur Verfügung. Das Buch „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“ mit ebenso vielen Fotos zu den Orten ist nur noch hier bei mir erhältlich, nicht mehr bei Buchhändlern zu bestellen. Darin findet man eine schöne fußballerische wie teils historische Reise durch jene Region, in der immerhin laut einer ehemaligen Lichtgestalt das Herz des Fußballs schlägt.

Und hier kommt das super Weihnachtsangebot: Ihr zahlt statt des Ladenpreises von 14,90 nur 10 Euro – und könnt dafür wahlweise auch zwei oder drei Exemplare erhalten, Versand gratis.

Bei Interesse einfach eine Email an frank.baade@gmx.de mit der gewünschten Lieferadresse senden, dann gibt es dort die Zahlungsinformationen, wobei hier IBAN oder Paypal möglich sind. Auf Wunsch natürlich gerne mit Widmung, das dann bitte erwähnen. Die Sendungen gehen in jedem Fall im Laufe der kommenden Woche raus, sollten also rechtzeitig vor den Feiertagen bei Euch sein.

Und jetzt muss man sich noch das Geräusch eines ziemlich großen vom Herzen fallenden Steines dazu vorstellen. Herzlichen Dank! (Und bitte verzeiht meine etwas zögerliche Reaktion, es gab ein paar wichtige Termine zu absolvieren, Ihr erhaltet alle in aller Kürze Antwort.)

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