Was war was?

Immer schon gab es gewisse Institutionen, denen man weniger vertraute und andere, bei denen man keine Zweifel hegte, dass sie vertrauenswürdig seien. Bitter, wenn man erst Jahrzehnte zu spät erfährt, dass man mit seiner Einschätzung völlig daneben lag, denn ein nicht unbeträchtlicher Anteil des hiesigen Fundus an Wissen oder was man dafür hielt stammt aus den diversen Ausgaben der „Was ist was?“-Reihe, welche einen ählichen Stellenwert genoss wie z. B. die Tagesschau oder, ja, auch der Kicker.

was ist was teste dein wissen 1 2

Dieser Screenshot stammt von einer nicht mehr bekannten Seite, auf der diese Was-ist-was-Reihe einen Fußballquiz anbietet. Nun, Fußball ist wohl das einzige Gebiet, zu dem man nichts aus der Was-ist-was-Reihe gelernt hat, sondern alles aus dem Kicker. Zum Glück muss man heute sagen, zum Glück, denn liebe Was-ist-was-Redaktion, die Antwort ist leider falsch.

0 Kommentar/e

Was nicht so alles „Europa“meister werden könnte


Größere Kartenansicht

4 Kommentar/e

Trainer Baade (Duisburg) oder Die Seuche vom Geographiewahn

Es gibt viele Fußballspieler in der Bundesliga, denn in der Bundesliga wird viel Fußball gespielt. Normalerweise wird dem geneigten Zuschauer aber nicht mitgeteilt, aus welcher Stadt einer der 22 plus Einwechselspieler Protagonisten stammt. Die Nationalität wird öfter mal erwähnt, aber auch nur dann, wenn sie nicht per Nachname ohnehin schon klar ist. (Abgesehen natürlich von der alten Sportjournalismus-Krankheit, Namen anscheinend niemals wiederholen zu dürfen, sondern immer durch geographische Pseudo-Bezeichnungen ersetzen zu müssen („der Kerpener“, „der Leimener“, „der Fröttmanninger“), auch wenn diese nämlichen Lokalitäten niemandem bekannt sind (und wenn, dann nur durch die ellenlangen Wiederholungen der Sündenfälle des Sportjournalismus)).

Die Heimatstadt an sich scheint irgendwie irrelevant zu sein, gerade im kicker (nicht-schützenswerte Marke übrigens) – Sonderheft wird noch mal auf so etwas wie den „Heimatverein“ eines Spielers eingegangen. Der Heimatverein muss aber nicht aus dem Heimatort eines Spielers stammen, das wiederum interessiert aber weder den kicker noch den Leser (komischerweise).

Es gibt sehr viele Spieler in der Bundesliga, bei all jenen erfährt man aber nie, ob er jetzt aus Rijeka, Charkov oder Plovdiv stammt. Dort wird immer nur auf die Nationalität eines solchen Spielers verwiesen. Bulgare, Pole, Portugiese.

Während man das einerseits ein wenig ignorant findet, dass Spieler immer nur dann, wenn sie aus Deutschland kommen, auf ihre konkrete Herkunft heruntergebrochen werden, während Ausländer immer nur Ausländer (aus einem Land) sind, gibt es eine Berufsgruppe, die sich immer der Nennung ihres Heimatdorfes sicher sein kann.

Die Schiedsrichter.

Niemand weiß, warum man z. B. Günter Perl (Pullach) als naturgegebenes Namens-Suffix empfindet, warum man weiß, dass Manuel Gräfe aus Hintertupfingen kommt oder dass Dr. Fleischer gar nicht aus einer Fleischerei kommt.

Bei den Schiedsrichtern wird dem geneigten Interessenten ständig eine Ortsangabe aufgedrückt, welche aber grundsätzlich keine Relevanz hätte und vor allem: welche auch niemand benötigt. So verschmelzen durch ständige (1984) Wiederholung irgendwann Realität und Dorf, aus dem der arme Mensch kommt (arm, weil er natürlich lieber gerne selber aktiver Fußballprofi geworden wäre), zu einer Einheit und diese Einheit hat es in sich.

Er wird sie zeit seines Lebens nicht mehr los.

Das Problem dabei ist: Wir auch nicht. Günter Perl wird immer aus Pullach kommen, auch wenn man dabei einen großen Pinkel-Reflex entwickelt. Horst Hanschneider wird immer aus Neudorf (an der Leine) kommen, weil er eben immer so genannt wird.

Es stellt sich die Frage: Wen interessiert, aus welchem Landkaff der Schiedsrichter kommt?

Es ist Zeit, mit dieser Tradition zu brechen, macht bitte Platz für mehr relevante, aber für weniger redundante Information.

Sagt

Trainer Baade (Duisburg Dellviertel)

18 Kommentar/e

Als Olli dem Feuerkopf den Rang ablief

Die Rivalität zwischen Matthias Sammer und Oliver Bierhoff ist in diesen Tagen mit den Händen zu greifen, sofern man Hände hat, die bis zum DFB reichen. Wir wissen nicht so genau, woher diese ausgesprochen intensive Rivalität rührt, aber hier gibt es zumindest einen ersten Hinweis, wann alles begonnen haben könnte. Vor der WM 1998 war der europäische Fußballer des Jahres, eben jener „Feuerkopf“ Sammer schwer verletzt. Normalerweise sind die Zeiten rund um große Turniere für Fußballer wie Ostern und Weihnachten zusammen, was Werbeverträge angeht. Doch, ach, ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt war Sammer schwer vermittelbar (dass er das schon immer war, behaupten nur böse Zungen), und welches Goldengoallöckchen stieß in diese enorme Lücke?

Die Welt von 1998 berichtet:

„Doch ein verletzter Spieler ist ungeeignet, wenn eine Firma jungen Menschen etwas von Fitneß, Tempo und Gesundheit erzählen will. Und so versuchte auch Sammers persönlicher Berater Norbert Pflippen erst gar nicht, neue Verträge abzuschließen, obwohl er den Spieler für einen ausgzeichneten Transporteur von Werbebotschaften hält. ‚Das ist einer wie der Franz‘, sagt Pflippen und sucht den Vergleich mit Beckenbauer. (…) Er nutzte den Freiraum, um den Stürmer Oliver Bierhoff 50 Unternehmen als Werbepartner anzubieten. Inzwischen bezeichnete der ‚Spiegel‘ den Angriffsspieler als ‚Reklamehelden‘, die Firmen waren Feuer und Flamme. Pflippen hofft lediglich, daß Sammer wieder gesund wird.“

Allerdings muss man anmerken, dass Sammer früher noch stinkstiefeliger und jähzorniger war als er es jetzt ist. Von daher ist es auch nicht unwahrscheinlich, dass die Basis des Konflikts bereits in einer der englischen Kabinen bei der Europameisterschaft 1996 gelegt wurde.

Und um Matthias Sammer als „einen wie der Franz“ zu empfinden, muss man ihn wohl unter Vertrag haben. Ansonsten müsste man auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren. Okay, eine Weltläufigkeit vermitteln sollende Brille wie der Franz hat Sammer inzwischen auch. Aber sonst? Hat man den Franz je jähz… Okay. Schon gut.

7 Kommentar/e

Infografik-Alarm!
Die tatsächlichen Proportionen

Sinnlose Infografiken im deutschen Fußball-Blogosquarium

Sinnv
11 Kommentar/e

Willkommen im Sauna-Club

Der Ober-Amüsement-Beauftragte des DFB, Oliver Bierhoff, hat wissen lassen, wie er gedenkt, seine jungen Burschen, die sich nicht mit sich selbst beschäftigen können, bespaßen zu lassen während der langen, kalten Winterwochen in Südafrika, in denen sie die Kaserne nicht verlassen dürfen. Neben allerlei Spielkonsolen (Muss das extra der DFB organisieren, haben die sowas nicht alle selbst von ihrem aus hiesiger Sicht eigentlich unendlichen Einkommen kaufen können?) wird es eine Hauptattraktion im Lager des DFB in Südafrika geben:

Eine Sauna.

Geeignet für gleich zwei Hände voll Menschen, ist zu erfahren. Das werden heitere, abwechslungsreiche Stunden, die den Teamgeist stärken und zudem gegen mögliche Erkältungen (Winter!) schützen. Für den WM-Titel ist Bierhoff kein Spaß zu heiß.

6 Kommentar/e

Schwarz ist keine Farbe

Jahrzehntelang hatte es niemand bemerkt, plötzlich ist der Skandal da: Nicht nur deutsche, sondern internationale Schiedsrichter aller Couleur sind bis vor wenigen Jahren ständig in Trikots aufs Spielfeld gelaufen, welche — zumindest den Kenner — sehr an SS-Uniformen erinnerten. Den meisten war Berichten zufolge selbst nicht bewusst, was sie dort eigentlich anrichteten, jetzt ist die Blamage groß.

10 Kommentar/e

Nada?

Du wolle Arbeit?

Überdurchschnittliches Engagement: here you go.

Vermutlich eine saubere Sache.

2 Kommentar/e

„Aber nicht so toll, wie man es in seiner Erinnerung hat“

Selbst das neben Michael Schumacher größte Kinn der Welt, Ruud van Nistelrooy, hatte eine Kindheit. In dieser schaute er wohl, da er ganz früh (mit 5 Jahren schon im Fußballverein angemeldet) mit dem Fußball anfing, auch Spiele der niederländischen Nationalmannschaft bei diversen Turnieren. Und wurde natürlich, bis auf eine Ausnahme, letztlich immer enttäuscht. Holländer, das weiß man in Deutschland, spielen wirklich sehr, sehr guten Fußball, nur eins können sie nicht: gewinnen.

Die EM 1988 muss natürlich da rausgenommen werden, denn da gewannen sie 14 Jahre nach ihrer schmachvollsten Niederlage („Wir waren die Besten“) im WM-Finale 1974 („War keine Schwalbe“) im selben Stadion dann ihren ersten und einzigen internationalen Titel: Europameister 1988. Wir wollen das nicht schmälern, indem wir darauf hinweisen, dass es 1988 ja auch noch kaum Länder in Europa gab, weil die alles verschlingende Krake Sowjetunion fast jedes Land, welches nicht annähernd groß genug war, ein Vasallenstaat zu sein, sich in ihrer stalinistischen Habgier einverleibte und so auch fußballerisch für relativ reine, mittel- bis westeuropäische Verhältnisse sorgte. Aus dem Ostblock gab es überhaupt nur 8 Starter (Sowjetunion, Polen, CSSR, Rumänien, Bulgarien, Ungarn, DDR und mit Abstrichen und Einschränkungen Jugoslawien. Albanien, da weiß man nicht, wozu das je zählte und wozu es jetzt noch zählt, aber Hans-Peter-Scholl-Latour Briegel geht gerade nicht ans Telefon, um darauf eine Antwort zu geben.)

Wie dem auch sei, in einer Europameisterschaft von acht (!) qualifizierten Teilnehmern gewannen schließlich also die Niederlande, die man auch gerne fälschlicherweise als Holland bezeichnet, das Turnier und steckten sich den Pokal auf den Kopf, einige Flaschen Sekt hinein und rauchten schließlich abend im Hotel dicke Bong mit dem Ding.

Auch Ruud van Kinn war damals schon geboren und sogar bei Bewusstsein, er war sogar in Gelsenkirchen im Stadion beim Spiel der Niederländer gegen Irland (auch 1988 konnte man anscheinend noch Tickets kaufen, ohne ein Führungszeugnis von Interpol vorlegen zu müssen oder gar, 1988, eine Emailadresse zu besitzen):

Diese EM ist bei uns immer ein großes Thema, jetzt zum 20-jährigen Jubiläum aber natürlich ganz besonders. Ich habe auch gerade wieder 20 Minuten lang eines der Spiele im Fernsehen verfolgt. Es war schön zu anzusehen, aber nicht so toll wie man es in seiner Erinnerung hat. Ich war damals zwölf Jahre alt und habe das Finale im Wohnzimmer meiner Eltern im Fernsehen gesehen. Beim Vorrundenspiel gegen Irland war ich mit meinem Vater sogar im Stadion in Gelsenkirchen. Dieses Erlebnis werde ich niemals vergessen.

Dass man den aktuellen Teams der Niederlande jetzt aber immer wieder aufdrückt, gefälligst Favorit zu sein, ist, seit Cruyffs aktive Zeiten vorbei sind, eher ein Hindernis als Ansporn. Insgesamt gesehen hätten die Niederlande sicher mal einen Weltmeistertitel verdient, nicht aber den von der WM 2010 in Südafrika. Denn: So fintenreich und flächenbeherrschend der niederländische Fußball auch sein mag, zur Zeit. Das Runde muss ins Eckige.

Kurz gesagt: Niederlande: Viertelfinale und dann raus, wie immer. Großes Kinn hin oder her.

Bemerkenswert zu diesem Punkt: Ja, ich bin beim „Jahrhundertspiel von 1970″ auch eingeschlafen. Kein Wunder, dass es Ruud van Gol nicht anders geht, wenn er zum Sehen dieser oder jener ollen Kamellen gezwungen wird.

Die vielen tollen Siege, all die legendären Spiele, in der Erinnerung faszinierend, aber doch bitte niemals den Fehler machen, die Spiele live und über 90 Minten wiederzuschauen. Siehe Titel.

18 Kommentar/e

Kennen Sie Nomis?

Nein? Müssen Sie auch nicht. Jetzt ist es ohnehin zu spät. Nomis ist leider pleite, existiert nur noch in seinen letzten Zügen, aus und vorbei, so gut wie Feierabend.

Bedauerlich.

Denn diese gewesene Firma, die sich mit Fußballschuhen und vor allem der Verbesserung der „Performance“ und dem Komfort bei der Benutzung von Fußballschuhen (und nicht in erster Linie der Optik) verschrieben hatte (laut Selbstauskunft), hatte zumindest eine glänzende Idee:

Dieses Werbe-Video.

Und dies ist wirklich keins von den x-beliebigen, in denen z. B. die Holländer zur WM 1974 mit dem Helikopter anreisen (!?), die Argentinier als Roboter stilisiert werden (!?!?) oder ähnlich Hanebüchenes, das sich nur Fußballfremde ausgedacht und auch noch für „cool“ befunden haben können.

Nicht so Nomis, deren Video lambadate.

Nomis war eine Gründung von Ex-adidas-Vice-President Simon Skirrow, der laut diverser Quellen keine teuren Markenbotschafter für seine neue Firma verpflichten wollte, sondern alle vorhandenen Mittel in die Entwicklung der Qualität des Schuhs stecken (oder in gute Videos, die aber erst jetzt hier ankommen).

Wie man mittlerweile feststellen muss, siehe Einleitung, war das eventuell der falsche Weg, denn die Foren sind voll des Lobes über die diversen Fußballschuhe von Nomis, und das bei vergleichsweise sehr hohen Preisen. Trotz dieser Beliebtheit des Produkts ist die Firma aber nun pleite. Was einen langjährigen Vice-President von adidas wahrscheinlich nicht ganz so kratzen wird wie die vielen Mitarbeiter von Nomis. Äh, Ex-.

Damn boots.

13 Kommentar/e

Die jungen Wilden

Selten wohl war eine Titulierung unpassender als jene in der Überschrift für Spieler der Kategorie Toni Kroos, Thomas Müller und Dennis Aogo. So wild, dass sie seit Jahr und Tag in Fußball-Internaten leben, alles der Karriere unterordnen und Discotheken wahrscheinlich nur vom Hörensagen kennen. Und, nicht zu vergessen: Bei Interviews derart stromlinienförmig antworten, dass man doch lieber das Aktuelle Sportstudio von der Last inhaltsleerer Interviews befreien sollte, statt einen von den „Jungen Wilden“ einzuladen.

6 Kommentar/e

Don’t believe the hype!

Ein neuer Statistik-Rant, der wohl nötig ist

Ich lese hier in diversen Blogs, die ich ansonsten gerne lese, ständig etwas davon, dass xy z% an Zweikämpfen verloren habe, dass er x8% an Fehlpässen gespielt habe, und bitte: Was sei das denn für eine Leistung für einen Verteidiger/Mittelfeldspieler/Angreifer?

Nelson Muntz sitzt hier und ruft: Ha-ha!

Leute, habt Ihr überhaupt nichts verstanden? Diese kläglich von einem einzelnen Menschen gesammelten Zahlen sind der mehr oder wenigeren Beliebigkeit anheim gegeben. Gänzlich abgesehen von der Frage, wer überhaupt entscheidet (welcher kleine Student an der Spochthochschule Köln, den ich jetzt hiermit beileibe nicht angreifen will), was wann ein Zweikampf ist und wann nicht (Wo stehen die für alle einsehbaren Regeln dafür? Welche Konventionen gibt es, was als Zweikampf zu betrachten ist und was nicht?).

Dazu kommen natürlich die angekommenen Pässe. Also der Prozentsatz.

Das ist der lächerlichste Quark überhaupt, den es gibt. Steht auf dem Prozentsatz auch drauf, ob es ein Risikopass-Versuch war, ein Pass in die Gasse, der zwangsläufig häufig schief geht, weil er z. B. ein paar Zentimenter zu lang war und beim Torwart endet (aber, wenn er diese entscheidenden Zentimeter kürzer gewesen wäre, wahrscheinlich zu einem Tor geführt hätte) oder ein Sicherheitspass quer und quer und quer und quer zum eigenen Mitspieler und wieder zum eigenen Mitspieler, weil vorne alles zugestellt ist und der Mannschaft nichts einfällt?

Leute, habt Ihr je schon mal Euer Hirn eingeschaltet bei diesen ganzen Zahlen? Fußball ist nicht Baseball. Ein Fehlpass ist nicht dasselbe wie ein Fehlpass, und da nützt auch die Unterscheidung zwischen Abwehr und Angriff nix, weil nämlich auf der Prozentzahl nicht draufsteht, ob es ein (clap, clap, clap) Rückpass zum Torwart war, der ankam (immerhin), oder ein Pass in die Tiefe, der das Spiel hätte entscheiden können.

Dasselbe gilt für die Zweikämpfe. Oh! Verteidiger xy hat 8und12zig Prozent seiner Zweikämpfe verloren, während Innenverteidiger Captain Schmidt keinen einzigen verlor. So what? Erfahren wir etwas darüber, aus dieser Statistik, wo dieser Zweikampf stattgefunden hat? Was danach passiert ist? Ob es vielleicht unclever war, überhaupt in diesen Zweikampf zu gehen, ob die Verteidigung die Situation danach positiv aufgelöst hat? Ob der Nebenmann danach Rot ziehen musste (Matthäus, Wörns)? Wie schlimm ist es, wenn Verteidiger Zapatero bei seinem einzigen Ausritt in des Gegners Strafraum das entscheidende Dribbling verlor, aber wenn er es gewonnen hätte, wäre das gegnerische Tor leer gewesen? Und wenn einer nur in der Abwehr rumlungert und nix nach vorne tut: Natürlich hat der bessere Werte als der, der sich was traut.

Leute, Leute, seid doch nicht so blind so datenbank-hörig. Diese Zahlen, die sind eine schöne Spielerei, sie sagen aber fast nix über die Leistung der Spieler aus.

Wenn man sich nicht täuscht, wurde die ran-Datenbank von Reinhold Beckmann aus der Taufe gehoben. Als wenn das nicht genug darüber sagt, wie diese Zahlen zu verstehen seien.

Hört auf mit Eurer Zahlengläubigkeit und guckt Euch das Spiel an, verdammt noch mal, und urteilt dann selbst, sofern Ihr Euch heutzutage ein Urteil ohne Spack1-Beckmann-Alles-ist-erfassbar-Datenbank noch zutraut. Die Prozentzahlen sind nur ein Anhaltspunkt, aber kein Zeugnis der Leistung eines Spielers in einem so komplexen System wie einem Fußballspiel. Punkt.

Oder erfindet ein Erfassungssystem, das die Spielsituation mit einbezieht und gewichtet. Worauf ich sehr gespannt wär.

24 Kommentar/e

Free refill

Und da wir gerade schon bei Getränken rund um den Fußballsport sind, hier gleich die nächsten Konvertiten von ungesund zu gesund — oder zumindest müssen sie jetzt draufzahlen, wenn sie „ungesund“ wählen.

Die Stadt ohne ordentlichen Fußballclub hat ja bekanntlich doch so etwas in der Art, Rot-Weiss Essen nämlich. Und die krebsen ebenso bekanntlich seit Jahrzehnten irgendwo zwischen 2. und x-ter Liga herum, ohne jemals sesshaft werden zu können. Geld fehlt trotz einer für untere Regionen beträchtlichen regelmäßigen Zuschauerschaft ständig, denn erstens ist Essen trotz gewisser anwesender Konzerne immer noch Ruhrgebiet und zweitens ist Fußball in Essen und ganz besonders Fußball in Essen irgendwie bäh. Und drittens, wie wir gleich sehen werden, hat die Klubleitung nicht ganz so arg viel Ahnung von Sport.

Wegen dieser Finanznot also muss RWE mal wieder sparen, und wie das funktionieren soll, dazu hat sich der Verein eine Liste einfallen lassen, die sich gewaschen hat.

Denn wenn man genau hinliest, dann erklärt sich auch zum Teil, warum Rot-Weiss Essen immer da unten rumkrebst und kein Bein in den Profifußball bekommt. Teil des Sparplans ist nämlich:

- Cola und Fanta gibt es auch nicht mehr umsonst für die Kicker

Ja Zapperlot, soll das etwa heißen, bis zur Einführung dieses Sparplans haben sich die Rot-Weissen vor jedem Spiel und in der Halbzeitpause immer schön die Zuckersoße des Fifa-Hauptsponsors reingezogen, auf Kosten und nach Zurverfügungstellung des Vereins auch noch, und sich dann gewundert, warum sie immer die entscheidenden Zehntel langsamer waren als der Gegner?

6 Kommentar/e

Die alken Zeiten sind vorbei

Wie der Herr, so’s Gescherr, möchte man Titus Petronius zitieren, wenn man liest, wie sich selbst die Trainer der Bundesliga neuerdings gut benehmen, wenn sie zusammentreffen und doch eigentlich ein bisschen frei haben am Abend und die Kosten sicher auf den DFB gingen. Während Eskapaden bei den Spielern mittlerweile Seltenheitswert haben, abgesehen von ein paar Berliner Rückspiegeln, ist es auch in der Gilde der Leitenden nicht mehr Usus, sich den Hals zuzuschütten, wenn die Kameras aus und die Kollegen nah sind. Das war einem alten Fahrensmann neu:

Jupp Heynckes macht sich auf eine lange Nacht gefasst, als er am Sonntag nach seiner Ankunft in der Stuttgarter Nobelherberge Le Méridien die Hotelbar ansteuert. Am Vorabend der Trainertagung haben sich dort die Kollegen der Bundesliga zum informellen Austausch versammelt – und von früher weiß Heynckes, dass es bei diesen Anlässen gerne feucht-fröhlich wurde. Nun jedoch muss der 64 Jahre alte Trainerveteran von Bayer Leverkusen feststellen, dass er lange nicht mehr dabei gewesen und vom Kaliber eines Udo Lattek (Spitzname: Pils-Udo) niemand übrig geblieben ist. Am nächsten Tag jedenfalls berichtet Henyckes taufrisch davon, dass es mittlerweile „viel gesitteter“ zugehe „als vor 20 oder 25 Jahren“.

Einer hätte den Abend und den Stand noch retten können, doch Mario Basler trainiert nur den Regionalligisten Eintracht Trier — und war somit nicht eingeladen.

14 Kommentar/e

Sagen Sie jetzt nichts, Fußballer

Im Zuge der Kostenlos-Kultur habe ich nun gleich zweifach kostenlos von dieser schönen Fotoreihe profitiert. Einmal, als ich das dazugehörige Buch kostenlos im Buchladen von Anfang bis Ende durchblätterte und -schaute, und dann gerade eben wieder, als ich entdeckte, dass, was als Buch mit nach Hause zu nehmen Geld kostet, bei der SZ selbst früher oder heute kostenlos angeboten wird.

Viele will man eigentlich gar nicht sehen, aber vielleicht beweist ja doch der eine oder andere etwas Humor in seinen „Sagen Sie jetzt nichts“-Reihen, bei denen unter den Fotos stehende Fragen allein durch die Gestaltung eines stummen Fotos der befragten Person beantwortet werden.

Leider ist die SZ da äußerst Süddeutschland-lastig, weshalb wir nur folgende anzubieten haben:

Udo Lattek
Philipp Lahm
Oliver Kahn
Lothar Matthäus
Gerald Asamoah und wie man gehört hat, soll der letzte Herr in der Reihe auch entfernt etwas mit Fußball zu tun haben:
Waldemar Hartmann.

Das unwiderstehlichste ist natürlich Matthäus, das Vierte.

Pscht.

(Weitergeklickt über HerrSchmitz.)

5 Kommentar/e

7 gute Gründe, ins Stadion zu gehen

Vielleicht hätte man dem werten Catenaccio diese 7 guten Gründe, ins Stadion zu gehen, schon mal eher präsentieren sollen, dann hätte es nicht bis zum vorvergangenen Spieltag gedauert, bis es erstmalig so weit war. Dennoch: Nachträglichen Glückwunsch zur Taufe.

Und: die 7 Gründe treffen schließlich zu! Man muss allerdings den Namen Alan Green gegen einen deutschen Kommentator der favorisierten Abwahl eintauschen, dann stimmt’s.

2 Kommentar/e

Die einzige Möglichkeit, Vuvuzelas zu ertragen

Manchmal trifft man auf Rätsel, von denen man nicht wusste, dass sie welche darstellten.

Vuvuzelas sollten angeblich zur südafrikanischen Kultur gehören, weshalb man sie akzeptieren müsse. Dass sie tatsächlich erst irgendwann in den 1990ern in den südafrikanischen Fußball eingeführt wurden und dann auch noch nur von jemandem, der diese Dinger gerne verkaufen wollte, mussten wir dann eben trotzdem als ausreichendes Argument gegen ein Verbot der Vuvuzelas hinnehmen, wenn wir nicht als Kulturimperialisten — welch nicht gerade feine Ironie, diesen Vorwurf bei einem Turnier der Fifa von sich zu weisen — gelten wollten.

So richtig hat aber hierzulande nie jemand verstanden, wie man das Dröhnen der Hornissen Vuvuzelas länger als einen Tag lang aushalten sollte, ohne Schaden an Geist und langfristig auch an Körper zu nehmen. Und wie man erst Recht dabei dann auch noch fröhlich tanzen konnte, oder ständig in Kameras grinsen. Einzig, dass das Hirn von der Dauerberieselung bereits völlig erweicht ist, wäre eine glaubwürdige Erklärung gewesen. Was Guantanamo Bay sein Metallica, ist dem Südafrikaner sein‘ Vuvuzela.

Doch: Da wir nicht wussten, dass es noch eine andere, eigentlich ganz einfache Erklärung dafür gibt, warum die Zuschauer in Südafrika stundenlang in diese Dinger tröten und dabei trotzdem noch fröhlich sein können, konnten wir auch nicht danach suchen.

Dabei ist die Erklärung allzu naheliegend, wenn man von dieser Erklärung nur weiß: Die Hirne sind tatsächlich bereits erweicht, wenn mit Inbrunst und ohne Rücksicht auf Verluste getutet wird: Marihuana gehört in Südafrika zum Fußball.

Eine bahnbrechende Erklärung, die angesichts der dort zitierten geringen Preise für das Zeug bei guter Qualität den Ticket-Verkauf zur WM in Südafrika vielleicht doch noch mal in Schwung bringen könnte.

Für 2014 werden wir den Gepflogenheiten des Ausrichterlandes entsprechend eine friedliche Weltmeisterschaft erneut nahezu garantieren können. Während sich 2018 aller Voraussicht nach wieder auf die dann eher mit flüssigen Mitteln erweichten Birnen gehauen werden wird.

5 Kommentar/e