Rekordsieger der Champions League

Jüngst ist er erst verstorben, der Held der ersten Phase dieses Wettbewerbs, der ja als Europapokal der Landesmeister startete. Alfredo di Stefano, entscheidend beteiligt bei den ersten fünf Siegen in Folge von Real Madrid. Heute heißen die Stars anders, Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi, aber die Kandidaten für einen Triumph im wichtigsten Wettbewerb im europäischen Vereinsfußball sind fast dieselben geblieben. Letztjähriger Gewinner jedenfalls: Real Madrid, nicht zuletzt dank der vielen Tore von Weltstar Alfredo di Stefano. Hier einige davon im Video:



Damit bleiben die „Königlichen“ weiterhin Rekordsieger der Champions League, auch wenn sie nun fast 12 Jahre auf einen weiteren Titel und damit als erste Mannschaft eine zweistellige Zahl von Champions-League-Siegen hatten warten müssen. Die Übersicht im folgenden zeigt alle Gewinner des Europapokals der Landesmeister und der Champions League aufgeschlüsselt nach der Zahl der Siege insgesamt. Ebenso ersichtlich ist die Zahl der Finalniederlagen, hier steht übrigens ein deutsches Team ganz oben.

Team Titel Vize
Real Madrid 11 3
AC Mailand 7 4
FC Bayern München 5 5
FC Liverpool 5 2
FC Barcelona 4 3
Ajax Amsterdam 4 3
Inter Mailand 3 2
Manchester United 3 2
Benfica Lissabon 2 5
Juventus 2 5
Nottingham Forest 2 0
FC Porto 2 0
Steaua Bukarest 1 1
Borussia Dortmund 1 1
Celtic Glasgow 1 1
FC Chelsea 1 1
Hamburger SV 1 1
Olympique Marseille 1 1
Feyenoord Rotterdam 1 0
Aston Villa 1 0
PSV Eindhoven 1 0
Roter Stern Belgrad 1 0

Wer sich mit diesem Thema Champions League ausgiebiger befasst, der interessiert sich wohl aus mehreren Gründen für diesen Wettbewerb. Erstens spielen hier die wohl weltbesten Spieler gegeneinander. Zweitens ist es ein internationaler Wettbewerb, somit können Kenntnisse der übrigen europäischen Ligen nie schaden. Und drittens ist es ab dem Achtelfinale ein Pokal-Wettbewerb, bei dem immer wieder die Unwägbarkeiten des Fußballs zuschlagen, was insbesondere fürs Finale gilt, das in nur einer Partie ausgetragen wird. Man denke an das „Finale dahoam“ oder die Partie, die der FC Liverpool nach einem 0:3-Rückstand noch drehte.

Spannend ist es aber auch, dass hier die ganze Welt zuschaut. Und die in der Champions League geborenen Stars brillieren heutzutage auch außerhalb des Platzes. Man muss nicht allein an den Superstar Cristiano Ronaldo denken. Auch Toni Kroos ist als Weltmeister und Spieler von Real Madrid in diesen Kreis aufgestiegen. Viele weitere deutsche Nationalspieler mischen weit vorne in der Champions League mit und wecken großes Interesse der Fans, wie sie ansonsten ihre Zeit verbringen. So kommt es auch, dass man z. B. Lukas Podolski am Rande eines Boxrings sieht, Mesut Özil mit Jan Delay rappen hört oder Max Kruse bei TV Total am Tisch von Poker Stars mitspielen sieht. Offensichtlich schadet das ihren Leistungen nicht, und mehr Medienpräsenz und damit mehr Popularität erhalten sie dadurch ohnehin. Allerdings wäre das alles nichts, wenn sie nicht zu jenen Stars gehörten, die in der Champions League auf dem Rasen stehen. Am besten reihen sie sich irgendwann ein in die obige Liste der Sieger der Champions League, denn ein Titel, der bleibt unvergessen, während man ohne schon etwas Besonderes geleistet haben muss, um in Erinnerung zu bleiben.

Eine Art von besonderem Glücksspiel ist es auch in jedem Jahr wieder, vorherzusehen, welches Team in der jeweiligen Runde als Favorit gelten kann und welche Kandidaten überhaupt Finalchancen haben. Trotz der recht großen Heterogenität der alljährlichen Viertelfinalteilnehmer ist es am Ende äußerst schwer, eine richtige Vorhersage zu machen. Zu stark wirken sich schon kleinste Änderungen im Kadergefüge oder auf der Trainerposition aus, wie man an den Rochaden der Stars auf dieser Position erkennt. Pep Guardiola, Jose Mourinho, sie sind mal hier und mal dort im europäischen Spitzenfußball zu finden und so wechseln sich auch ständig die Aussichten der Teams.

Bemerkenswert in jedem Fall aber die große Zahl unterschiedlicher Clubs aus den Niederlanden, die diesen Wettbewerb bereits gewannen. Die viel stärkere Bundesliga kommt mit dem FC Bayern München, dem Hamburger SV und Borussia Dortmund genauso auf drei Titelträger wie die Niederlande mit Ajax Amsterdam, Feyenoord Rotterdam und PSV Eindhoven. Natürlich hofft man in deutschen Landen, dass demnächst noch ein Klub hinzukommt, doch da sehen die Chancen für alle Beteiligten ungewiss aus. Spannend bleibt sie aber allemale, die Champions League, eben vor allem wegen ihres Pokalcharakters.



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