Alle ungarischen Pokalsieger

Eine Fußballmeisterschaft besitzt Ungarn bereits seit 1901, schon 1910 kam auch ein nationaler Pokalwettbewerb dazu. Aufgrund der Vielzahl der politischen Wirren in der Anfangszeit dieses Pokalwettbewerbs gibt es allerdings bis weit in die 1960er Jahre hinein etliche Jahre, in denen überhaupt kein Pokalsieger in Ungarn ermittelt wurde.

In der Landessprache heißt der Wettbewerb Magyar Kupa, was nichts anderes als ungarischer Pokal bedeutet.

Sehr bizarr für einen Pokalwettbewerb war die Durchführung im Jahr 1977, als der Pokalwettbewerb mit den letzten vier Teams in einem Endturnier ausgetragen wurde, wie in einer Liga. Allerdings blieb es dann auch bei diesem einmaligen Experiment.

Jahr Pokalsieger
1909/1910 MTK Budapest
1910/1911 MTK Budapest
1911/1912 MTK Budapest
1912/1913 Ferencváros
1913/1914 MTK Budapest
1914/1915 -
1915/1916 -
1916/1917 -
1917/1918 -
1918/1919 -
1919/1920 -
1920/1921 -
1921/1922 Ferencváros
1922/1923 MTK Budapest
1923/1924 -
1924/1925 MTK Budapest
1925/1926 Ujpest TE
1926/1927 Ferencváros
1927/1928 Ferencváros
1928/1929 -
1929/1930 Bocskai FC Debrecen
1930/1931 III. Kerületi TUE
1931/1932 Hungaria FC Budapest
1932/1933 Ferencváros
1933/1934 Soroksár FC Budapest
1934/1935 Ferencváros
1935/1936 -
1936/1937 -
1937/1938 -
1938/1939 -
1939/1940 -
1940/1941 Szolnoki MÁV FC
1941/1942 Ferencváros
1942/1943 Ferencváros
1943/1944 Ferencváros
1945 -
1945/1946 -
1946/1947 -
1947/1948 -
1948/1949 -
1949/1950 -
1950 -
1951 -
1952 Budapesti Bástya
1953 -
1954 -
1955 Vasas Budapest
1956 -
1957 -
1957/1958 Ferencváros
1958/1959 -
1959/1960 -
1960/1961 -
1961/1962 -
1962/1963 -
1963 -
1964 Honvéd Budapest
1965 Gyõri Vasas ETO
1966 Gyõri Vasas ETO
1967 Gyõri Vasas ETO
1968 MTK Budapest
1969 Újpesti Dózsa
1970 Újpesti Dózsa
1970/1971 -
1971/1972 Ferencváros
1972/1973 Vasas Budapest
1973/1974 Ferencváros
1974/1975 Újpesti Dózsa
1975/1976 Újpesti Dózsa
1976/1977 Diósgy?ri VTK
1977/1978 Ferencváros
1978/1979 Rába Vasas ETO
1979/1980 Diósgyöri VTK
1980/1981 Vasas Budapest
1981/1982 Újpesti Dózsa
1982/1983 Újpesti Dózsa
1983/1984 Siófoki Bányász SE
1984/1985 Honvéd Budapest
1985/1986 Vasas Budapest
1986/1987 Újpesti Dózsa
1987/1988 Békéscsaba 1912
1988/1989 Honvéd Budapest
1989/1990 Pécsi Mecsek FC
1990/1991 Ferencváros
1991/1992 Újpesti TE
1992/1993 Ferencváros
1993/1994 Ferencváros
1994/1995 Ferencváros
1995/1996 Kispest-Honvéd Budapest
1996/1997 MTK Budapest
1997/1998 MTK Hungária
1998/1999 Debreceni Vasutas SC
1999/2000 MTK Hungária
2000/2001 Debreceni Vasutas SC
2001/2002 Újpest Budapest
2002/2003 Ferencváros
2003/2004 Ferencváros
2004/2005 Matáv Sopron
2005/2006 FC Féhervár
2006/2007 Honvéd Budapest
2007/2008 Debreceni Vasutas SC
2008/2009 Honvéd Budapest
2009/2010 Debreceni Vasutas SC
2010/2011 Kecskeméti TE
2011/2012 Debreceni Vasutas SC
2012/2013 Debreceni Vasutas SC
2013/2014 Ujpest Budapest
2012/2013 Ferencváros
2013/2014 Ferencváros

Rekordsieger des Pokalwettbewerbs in Ungarn ist zur Zeit Ferencváros Budapest mit derzeit 20 Titelgewinnen vor MTK Budapest (8) und Honvéd Budapest (7).

Wie es guter Brauch in nationalen Pokalwettbewerben ist, nehmen auch viele Amateurteams an diesem Bewerb teil. Anders als in vielen anderen Ländern gewann allerdings noch nie ein unterklassiger Verein den Pokal in Ungarn.

Bemerkenswert ebenso die überaus geringen Zuschauerzahlen bei den Finalspielen. Waren Werte zwischen 3.000 und 12.000 (1925) Zuschauern in einer Zeit mit viel schlechteren Infrastukturmöglichkeiten äußerst plausibel, hat sich auch seit dem Fall des Eisernen Vorhangs und einer Verbesserung des öffentlichen Transportwesens sowie einer Explosion der Zahl der privaten PKW nichts and er grundsätzlichen Tendenz bei den Zuschauerzahlen der oder des Pokalfinals geändert.

Weiterhin oszillieren diese auch im 3. Jahrtausend zwischen nur 2.000 (!) Zuschauern im Jahr 2008 und maximal 14.000 Zuschauern im Jahr 2009. Und dies alles, obwohl Fußball in Ungarn Volkssport Nr. 1 ist, nicht zuletzt wegen der großen Erfolge des Nationalteams von Ungarn in den 1950ern. Mit weitem Abstand ragt das Jahr 1955, kurz nach dem Krieg, kurz vor dem Volksaufstand heraus, als sich einmal 40.000 Zuschauer zu einem Pokalfinale einfanden.

Die nächsthöhere Zahl liegt mit 28.000 schon über ein Viertel darunter, nur ganz wenige Endspiele erreichten überhaupt die 20.000er-Marke. Der Minusrekord hingegen stammt aus dem Jahr 1926, als sich gerade einmal 300 Fußballfreunde zum Pokalendspiel einfanden.

Qualifizierte sich der Sieger des ungarischen Pokalwettbewerbs früher automatisch für den Europapokal der Pokalsieger, ist der Sieger des Magyar Kupa heutzutage nicht mal mehr automatisch für die Europa League qualifiziert. So muss der diesjährige (2013) Sieger des Pokals in Ungarn, Debreceni Vasutas SC, in der 2. Qualifikationsrunde einsteigen und sich zunächst mit dem Vertreter aus Norwegen, Strømsgodset Toppfotball, messen, um dann eventuell über die 3. Runde und die Playoffs ins Hauptteilnehmerfeld zu gelangen.

Was selten von Erfolg beschieden ist, wenn ungarische Mannschaften ans Werk gehen. So erstaunt es nicht, dass übermäßige Erfolge im Europapokal für die Vereine aus Ungarn seit Jahrzehnten auf sich warten lassen, auch wenn immer mal wieder Achtungserfolge gelingen.

Andererseits gibt es gerade in diesen Qualifikationsrunden immer wieder Überraschungen, was nicht zuletzt beim Wetten auf die Ergebnisse für lukrative Quoten sorgen kann, wenn man denn im richtigen Moment den richtigen Riecher hat. Wann es wo welche Quoten gibt, erfährt man zum Beispiel hier, aber auch an vielen anderen Stellen im Netz.

Gerade die Pokalwettbewerbe sind natürlich immer ein Hort für faustdicke Überraschungen. Eine solche lässt zwar im ungarischen Fußball noch auf sich warten, kann aber ebenso selbstverständlich in jeder neu ausgespielten Saison dann zum ersten Mal geschehen.

Der austragende Verband im ungarischen Fußball nennt sich Magyar Labdarúgó Szövetség, abgekürzt (MLSZ), besteht seit 1901 und ist bereits seit 1907 FIFA-Mitglied. Natürlich hat er seinen Sitz in Ungarns Hauptstadt Budapest, vom Glanz einstiger Zeiten ist allerdings wenig übrig geblieben. Die meisten Spieler der legendären Mannschaft der 1950er Jahre sind verstorben, die Nationalmannschaft hat sich schon lange für kein Turnier mehr qualifiziert. Ein Aufschwung mit einer neuen, „goldenen Generation“ ist zwar jederzeit möglich, zur Zeit aber nicht besonders wahrscheinlich.