Unfreiheit in grün

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Es war klar, dass es so kommen musste. Jeder Trend aus den USA, zumal im Sport, erreicht auch Kontinentaleuropa früher oder später. Nun hat es auch die Fußballfans getroffen. Insbesondere aus amerikanischen Eishockey-Arenen ist bekannt, dass man auf der Anzeigetafel einblendet, welche Gesänge wann zu singen seien, wann man wie schnell zu klatschen habe.

Künstliche Stimmung auf Anweisung — bislang ein Tabu in der deutschen Fußball-Szene. Hier wabert die Fanmasse noch organisch und Gesänge sind authentisch. Glaubte man, bis vor Kurzem. Doch vorbei sind diese Zeiten.

Die schleichende Entwicklung begann zunächst unbemerkt schon vor einigen Jahren. Inzwischen hat sie sich fast überall durchgesetzt, zumindest in den oberen Etagen des Profifußballs. Ganz wie im Eishockey üblich wird auch hier nur noch das gesungen, was von oben vorgegeben wird. Selbst der Klatschrhythmus wird oktroyiert, kein Raum mehr für Kreativität und Lebendigkeit.

Wie das passieren konnte, wo man hierzulande doch so erpicht darauf ist, nichts mit dem Plastik-Fantum Marke USA zu tun zu haben? Die Lösung war ganz einfach für all jene, welche diese künstliche Stimmung einführen wollten:

Man steckte die Anzeigetafel mit den Anweisungen einfach in ein Menschenkostüm.

5 Kommentare

  1. hähähä…
    („aber ohne uns wäre doch gar keine Stimmung mehr!“)

  2. Und das Perfide ist, dass diese Anzeigetafel im Menschenkostüm „gegen den modernen Fußball“ sein möchte.

  3. Pingback: #Link11: Länderspielpause? | Fokus Fussball

  4. Ich denke auch, dass früher vieles besser. Man stand in der Kurve und wenn jemand einen Gesang oder Spruch anstimmte, war man dabei. Nur die situierten Sitzplatzopas regten sich immer mal wieder über die Jugend auf, weil früher noch alles besser war. Heute dagegen…



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