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Kategorie: Zettel-Ewalds Sammelsurium

Alles, was Zettel-Ewald sonst noch notieren würde

Eine ziemlich deutsche Geschichte: Die Norbert-Nachtweih-Story

Deutsche Geschichte, zu der man zu jener Zeit, als sie geschah, noch deutsch-deutsche Geschichte gesagt hätte, gibt es in diesen äußerst sehenswerten 30 Minuten nachzuerleben. Schon in der Einleitung erfolgt der Verweis darauf, dass Protagonist Norbert Nachtweih der im bundesdeutschen Bereich nach Titeln erfolgreichste Fußballer aus der DDR ist.

Dass er nie für die westdeutsche Nationalmannschaft spielte, verhinderten allein die FIFA-Regularien. Da er schon für die U21 der DDR gespielt hatte, durfte er für keinen anderen Verband mehr und somit auch nicht für den DFB spielen — ganz eventuell wäre er sonst 1990 Weltmeister geworden.

Vor allem aber interessant, wie seine Flucht aus dem Hotel in Bursa und die Zeit diekt danach abliefen, welche er zusammen mit Jürgen Pahl, ebenfalls später langjähriger Bundesliga-Profi, beging.

Norbert Nachtweih

Hier ansehen.

Während seiner einzigen Auslandsstation bei der AS Cannes spielte Norbert Nachtweih übrigens mit einem gewissen jungen Spieler zusammen, der auf den Namen Zinedine Zidane hörte.

(Gesehen in den Kommentaren von Blog-G.)

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Wir waren alle mal jung

… sogar die Protagonisten des Profi-Fußballs, die in ihrer Jugend noch nicht ahnen konnten, dass sie einmal Teil der Maschinerie werden würden. Und also waren sie auch Fans anderer, zu ihrer Jugendzeit aktiver Spieler oder Clubs. Was an sich nicht verwundert, wohl aber, welche Blüten eine solche Sammlung teilweise treibt. „Auge“ war BVB-Fan. Der Ur-Bayer, nicht nur qua Herkunft, sondern auch in Bezug auf seine Profi-Karriere, ein Schwatt-Gelber.

Größtenteils bis hierhin zwar einfach nur den Podcasts dieser Welt entnommen, aber warum nicht?

Wer kennt noch weitere Exemplare von Spielern oder Trainern, die sich als Fan eines Clubs in ihrer Jugend outeten?

Bislang bekannt sind:

Klaus Augenthaler Borussia Dortmund
Gerd Müller 1. FC Nürnberg
Berti Vogts Fortuna Düsseldorf
Peter Neururer 1. FC Köln
Friedhelm Funkel Borussia Mönchengladbach
Idol: Uwe Seeler
Olaf Thon Bayern München
Ludwig Kögl Borussia Mönchengladbach
Niklas Süle Eintracht Frankfurt
Mario Gomez Eintracht Frankfurt

Nett wäre es, wenn Ihr Euch ausnahmsweise die Mühe machtet, weitere Kandidaten hier in den Kommentaren und nicht bei Twitter zu hinterlassen. Ja, das sind drei Klicks mehr, macht aber die Arbeit einfacher.

Also: Von welchem Profi oder Trainer, ob gewesen oder aktuell, gibt es noch verbürgt zu berichten, Fan welches Clubs er oder sie war?

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Höchster Sieg und höchste Niederlage jedes Bundesliga-Clubs

Da ist der VfL Bochum nach einer Dekade mal wieder in der Bundesliga, nur um auf bittere Weise festzustellen, dass sich die Uhren in der ersten Liga schneller weitergedreht haben als in der zweiten. Chancenlos wird man mit sieben Gegentoren in München nicht mal abgefrühstückt, sondern nur als Zwischenmahlzeit verspeist und fährt dabei gleich mal eine historische, weil höchste Bundesliga-Niederlage ein.

Dabei sind Veränderungen in dieser unten folgenden Liste naturgemäß selten geworden. Hohe und höchste Siege werden eben nach über 50 Jahren nicht mehr alle Tage erspielt, es sei denn, ein Club ist ein kompletter Neuling.

Bevor man sich dem Studium der Rekorde pro Verein widmet, könnte man ja kurz innehalten, ob man überhaupt die höchste Niederlage und den höchsten Sieg des eigenen Clubs weiß. Manche sind Allgemeingut, wie natürlich der höchste Bundesliga-Sieg überhaupt, das 12:0 von Mönchengladbach über Dortmund (hier in voller Länge), andere dürften selbst den jeweils eigenen Fans kaum geläufig sein, wie vielleicht das 1:6 von Bayer Leverkusen bei Hannover 96, welches gleich in beide Richtungen einen Rekord darstellt. Oder das 5:0 von Arminia Bielefeld über Darmstadt 98.

Dazu noch bemerkenswert, dass es gleich mehrere Clubs gibt, denen sowohl ihr höchster Sieg als auch ihre höchste Niederlage gegen den FC Bayern München geschah – und das von Clubs, denen man derart hohe Siege über die Bayern nicht unbedingt zugetraut hätte.

Ansonsten aber viel Vergnügen beim Studieren dieser Rekordergebnisse pro Club, die hier hauptsächlich deshalb zusammengefasst wurden, weil eine ähnliche Aufstellung ohne lästiges Durchklicken nirgendwo sonst zu finden war.

FC Bayern München

27.11.1971 FC Bayern München – Borussia Dortmund 11:1
09.10.1976 FC Bayern München – FC Schalke 04 0:7

Borussia Dortmund

06.11.1982 Borussia Dortmund – Arminia Bielefeld 11:1
29.04.1978 Borussia Mönchengladbach – Borussia Dortmund 12:0

Werder Bremen

29.09.2007 Werder Bremen – Arminia Bielefeld 8:1
14.11.1981 Eintracht Frankfurt – Werder Bremen 9:2

Hamburger SV

12.02.1966 Hamburger SV – Karlsruher SC 8:0
25.02.2017 FC Bayern München – Hamburger SV 8:0
14.02.2015 FC Bayern München – Hamburger SV 8:0

VfB Stuttgart

18.09.2010 VfB Stuttgart – Borussia Mönchengladbach 7:0
23.02.1991 VfB Stuttgart – Borussia Dortmund 7:0
15.03.1986 Fortuna Düsseldorf – VfB Stuttgart 0:7
08.02.1986 VfB Stuttgart – Hannover 96 7:0
05.11.1983 VfB Stuttgart – 1. FC Nürnberg 7:0
14.03.1964 Borussia Dortmund – VfB Stuttgart 7:1

Borussia Mönchengladbach

29.04.1978 Borussia Mönchengladbach – Borussia Dortmund 12:0
18.09.2007 VfB Stuttgart – Borussia Mönchengladbach 7:0

FC Schalke 04

09.10.1976 FC Bayern München – FC Schalke 04 0:7
07.01.1967 Borussia Mönchengladbach – FC Schalke 04 11:0

Eintracht Frankfurt

05.10.1974 Eintracht Frankfurt – Rot-Weiss Essen 9:1
29.10.1983 1. FC Köln – Eintracht Frankfurt 7:0
19.09.1964 Eintracht Frankfurt – Karlsruher SC 0:7

1. FC Köln

08.09.1979 1. FC Köln – Eintracht Braunschweig 8:0
08.11.1969 1. FC Köln – FC Schalke 04 8:0
15.05.1971 FC Bayern München – 1. FC Köln 7:0

Bayer Leverkusen

18.03.2000 SSV Ulm 1846 – Bayer Leverkusen 1:9
26.03.1988 Hannover 96 – Bayer Leverkusen 6:1

1. FC Kaiserslautern

26.03.1983 1. FC Kaiserslautern – Karlsruher SC 7:0
23.03.1985 Borussia Mönchengladbach – 1. FC Kaiserslautern 7:0
06.04.1968 MSV Duisburg – 1. FC Kaiserslautern 7:0

Hertha BSC

18.04.1970 Hertha BSC – Borussia Dortmund 9:1
17.03.2012 Hertha BSC – FC Bayern München 0:6
05.04.1991 Werder Bremen – Hertha BSC 6:0
05.04.1980 Hertha BSC – Hamburger SV 0:6

VfL Bochum

24.05.1997 VfL Bochum – FC St. Pauli 6:0
28.05.1983 VfL Bochum – 1. FC Nürnberg 6:0
09.05.1981 FC Schalke 04 – VfL Bochum 0:6
18.09.2021 FC Bayern München – VfL Bochum 7:0

1. FC Nürnberg

15.11.1986 1. FC Nürnberg – Blau-Weiß 90 Berlin 7:2
18.09.1965 1. FC Nürnberg – Tasmania Berlin 7:2
26.09.2018 Borussia Dortmund – 1. FC Nürnberg 7:0
05.11.1983 VfB Stuttgart – 1. FC Nürnberg 7:0

Hannover 96

26.03.1988 Hannover 96 – Bayer Leverkusen 6:1
01.05.2010 Hannover 96 – Borussia Mönchengladbach 6:1
17.04.2010 FC Bayern München – Hannover 96 7:0
08.02.1986 VfB Stuttgart – Hannover 96 7:0

VfL Wolfsburg

18.05.2019 VfL Wolfsburg – FC Augsburg 8:1
09.03.2019 FC Bayern München – VfL Wolfsburg 6:0
29.04.2017 VfL Wolfsburg – FC Bayern München 0:6

MSV Duisburg

25.03.1966 Tasmania Berlin – MSV Duisburg 0:9
26.09.1981 Hamburger SV – MSV Duisburg 7:0

Fortuna Düsseldorf

12.05.1990 Fortuna Düsseldorf – FC St. Pauli 7:0
23.09.1983 Fortuna Düsseldorf – Borussia Dortmund 7:0
15.03.1986 Fortuna Düsseldorf – VfB Stuttgart 0:7
06.02.1982 FC Bayern München – Fortuna Düsseldorf 7:0

Karlsruher SC

19.09.1964 Eintracht Frankfurt – Karlsruher SC 0:7
02.12.1967 Werder Bremen – Karlsruher SC 6:1
10.09.1966 Karlsruher SC – FC Bayern München 1:6

Eintracht Braunschweig

28.06.1972 Arminia Bielefeld – Eintracht Braunschweig 1:7
11.10.1984 Borussia Mönchengladbach – Eintracht Braunschweig 10:0

TSV 1860 München

27.02.1965 TSV 1860 München – Karlsruher SC 9:0
13.06.1981 Karlsruher SC – TSV 1860 München 7:2

SC Freiburg

09.01.2021 SC Freiburg – 1. FC Köln 5:0
09.12.2000 SC Freiburg – VfL Bochum 5:0
17.09.1999 SC Freiburg – Hansa Rostock 5:0
10.09.2011 FC Bayern München – SC Freiburg 7:0

FSV Mainz 05

17.12.2019 Werder Bremen – FSV Mainz 05 0:5
05.04.2019 FSV Mainz 05 – SC Freiburg 5:0
31.01.2015 FSV Mainz 05 – SC Paderborn 5:0
02.11.2019 Rasenballsport Leipzig – FSV Mainz 05 8:0

Arminia Bielefeld

08.05.1982 Arminia Bielefeld – Borussia Mönchengladbach 5:0
21.04.1979 Arminia Bielefeld – SV Darmstadt 98 5:0
06.11.1982 Borussia Dortmund – Arminia Bielefeld 11:1

TSG Hoffenheim

01.03.2018 TSG Hoffenheim – 1. FC Köln 6:0
10.03.2012 FC Bayern München – TSG Hoffenheim 7:1
29.02.2020 TSG Hoffenheim – FC Bayern München 0:6

Bayer Uerdingen

12.11.1988 Hannover 96 – Bayer Uerdingen 0:5
12.05.1984 Borussia Mönchengladbach – Bayer Uerdingen 7:1

Hansa Rostock

18.08.1991 Hansa Rostock – Borussia Dortmund 5:1
14.11.2004 Hansa Rostock – Hamburger SV 0:6

FC Augsburg

20.04.2019 FC Augsburg – VfB Stuttgart 6:0
18.05.2019 VfL Wolfsburg – FC Augsburg 8:1

Rasenballsport Leipzig

02.11.2019 Rasenballsport Leipzig – FSV Mainz 05 8:0
02.12.2017 TSG Hoffenheim – Rasenballsport Leipzig 4:0

Waldhof Mannheim

26.05.1984 Waldhof Mannheim – Kickers Offenbach 6:1
01.05.1990 1. FC Köln – Waldhof Mannheim 6:0
14.03.1987 Borussia Dortmund – Waldhof Mannheim 6:0
17.09.1983 FC Bayern München – Waldhof Mannheim 6:0

Kickers Offenbach

24.08.1974 Kickers Offenbach – FC Bayern München 6:0
13.03.1984 FC Bayern München – Kickers Offenbach 9:0

Rot-Weiss Essen

13.09.1975 Rot-Weiss Essen – 1. FC Kaiserslautern 5:1
30.11.1974 Rot-Weiss Essen – Kickers Offenbach 5:1
05.10.1974 Eintracht Frankfurt – Rot-Weiss Essen 9:1

FC St. Pauli

17.06.1989 FC St. Pauli – Bayer Uerdingen 5:1
07.05.2011 FC St. Pauli – FC Bayern München 1:8

Energie Cottbus

14.12.2007 Energie Cottbus – Hannover 96 5:1
23.02.2002 FC Bayern München – Energie Cottbus 6:0

Alemannia Aachen

03.02.1968 Alemannia Aachen – Borussia Neunkirchen 5:1
14.03.1970 FC Bayern München – Alemannia Aachen 6:0
16.03.1968 TSV 1860 München – Alemannia Aachen 6:0

Wattenscheid 09

07.05.1994 Wattenscheid 09 – Karlsuher SC 5:1
24.11.1990 FC Bayern München – Wattenscheid 09 7:0

1. FC Saarbrücken

16.04.1977 1. FC Saarbrücken – FC Bayern München 6:1
11.02.1978 FC Bayern München – 1. FC Saarbrücken 7:1
09.11.1963 TSV 1860 München – 1. FC Saarbrücken 7:1

Dynamo Dresden

07.12.1991 Dynamo Dresden – Hamburger SV 3:0
14.09.1991 Dynamo Dresden – Wattenscheid 09 3:0
18.02.1994 Dynamo Dresden – Borussia Dortmund 3:0
13.11.1992 Dynamo Dresden – Karlsruher SC 3:0
26.08.1992 Dynamo Dresden – 1. FC Köln 3:0
27.03.1993 Dynamo Dresden – Borussia Dortmund 3:0
22.08.1993 FC Bayern München – Dynamo Dresden 5:0

Rot-Weiß Oberhausen

26.09.1970 Rot-Weiß Oberhausen – Hamburger SV 8:1
19.02.1972 FC Bayern München – Rot-Weiß Oberhausen 7:0

SV Darmstadt 98

29.04.2017 SV Darmstadt 98 – SC Freiburg 3:0
09.06.1979 SV Darmstadt 98 – VfB Stuttgart 0:7

Wuppertaler SV

26.05.1973 Wuppertaler SV – MSV Duisburg 5:0
25.01.1974 Borussia Mönchengladbach – Wuppertaler SV 7:1

Borussia Neunkirchen

10.04.1965 Borussia Neunkirchen – Eintracht Frankfurt 4:0
04.11.1967 Borussia Mönchengladbach – Borussia Neunkirchen 10:0

1. FC Union Berlin

07.11.2020 Union Berlin – Arminia Bielefeld 5:0
01.02.2020 Borussia Dortmund – Union Berlin 5:0

FC Homburg

17.09.1987 FC Homburg – Eintracht Frankfurt 5:2
27.02.1988 FC Bayern München – FC Homburg 6:0
08.05.1987 Werder Bremen – FC Homburg 6:0

SpVgg Unterhaching

24.09.2000 SpVgg Unterhaching – Hertha BSC 5:2
10.03.2001 VfL Wolfsburg – SpVgg Unterhaching 6:1

Stuttgarter Kickers

05.10.1992 FC Bayern München – Stuttgarter Kickers 1:4
16.11.1988 Stuttgarter Kickers – Werder Bremen 0:6
03.09.1988 1. FC Kaiserslautern – Stuttgarter Kicker 6:0

FC Ingolstadt

02.04.2016 FC Ingolstadt – FC Schalke 04 3:0
28.11.2015 Hannover 96 – FC Ingolstadt 4:0
23.08.2015 FC Ingolstadt – Borussia Dortmund 0:4

SC Paderborn

30.08.201 Hamburger SV – SC Paderborn 0:3
21.05.2015 SC Paderborn – FC Bayern München 0:6

TeBe Berlin

31.08.1974 TeBe Berlin – Werder Bremen 4:0
10.09.1976 FC Bayern München – TeBe Berlin 9:0

SSV Ulm 1846

09.02.2000 SSV Ulm 1846 – TSV 1860 München 3:0
18.12.1999 SSV Ulm 1846 – Eintracht Frankfurt 3:0
18.03.2000 SSV Ulm 1846 – Bayer Leverkusen 1:9

Fortuna Köln

11.05.1974 Fortuna Köln – Hamburger SV 3:0
06.04.1974 Fortuna Köln – MSV Duisburg 3:0
02.03.1974 FC Schalke 04 – Fortuna Köln 6:1

Preußen Münster

15.02.1964 VfB Stuttgart – Preußen Münster 0:3
11.01.1964 Hamburger SV – Preußen Münster 5:0

SpVgg Greuther Fürth

04.05.2013 VfB Stuttgart – SpVgg Greuther Fürth 0:2
13.04.2013 SpVgg Greuther Fürth – Borussia Dortmund 1:6

Blau-Weiß 90 Berlin

10.06.1987 Blau-Weiß 90 Berlin – Waldhof Mannheim 4:1
26.09.1986 Borussia Dortmund – Blau-Weiß 90 Berlin 7:0

VfB Leipzig

01.08.1996 VfB Leipzig – Waldhof Mannheim 6:1
25.03.1994 Borussia Mönchengladbach – VfB Leipzig 6:1

Tasmania Berlin

14.08.1965 Tasmania Berlin – Karlsruher SC 2:0
25.03.1966 Tasmania Berlin – MSV Duisburg 0:9

Stand 4.10.2021, alles ohne Gewähr, Korrekturanmerkungen sind gerne gesehen.

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From Zero to Hero – Bochum holt das Double

Nein, natürlich holt der VfL Bochum nicht das Double aus Meisterschaft und Pokal, auch wenn es natürlich allen Beteiligten zu gönnen wäre. Also uns, dem Fußball, den Bayern, den Bochumern sogar auch, eigentlich allen, die etwas mit dem Fußball in Deutschland zu tun haben. So wird es aber nicht kommen und man darf froh sein, wenn der einst unabsteigbare VfL Bochum die Klasse halten sollte.

Wo die notorisch titellosen Bochumer aber ihr Double einheimsen, ist bei der Gestaltung ihrer Trikots. Denn wie der Kicker gerade zeigt, haben sie mit ihrem aktuellen Heimtrikot den Vogel im positiven Sinne abgeschossen. Gab es je in der Historie der Bundesliga ein schöneres Trikot als das aktuelle Heimtrikot des VfL Bochum? In der Komposition zusammen mit dem Sponsorennamen bzw. -schriftzug ist das der Hauptgewinn der Bundesligageschichte, zumindest seit es Trikotsponsoren in der Bundesliga gibt.

Und wieso dann das Double?

Na, weil der VfL Bochum gleichzeitig auch das hässlichste Trikot der Bundesliga-Geschichte kreieren ließ, mit dem er seine damals bemitleidenswürdigen Spieler aufs Feld schickte. Zu einer Zeit, als Regenbogenfarben noch für einen Lotto-Fritzen standen und nicht für Solidarität mit Minderheiten.

Herzlichen Glückwunsch also, VfL Bochum, sowohl an der Spitze als auch am Tabellenende der ästhetischen Bewertung von Trikots aufzutauchen, wird Euch so schnell niemand nachmachen.

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Roteiro, Europass und das schöne Spiel – alle Namen der EM-Bälle

Die Namen von WM-Bällen sind doch relativ bekannt. Telstar, Teamgeist und vor allem Tango hat doch jeder Fußballinteressierte zumindest schon einmal wahrgenommen.

Hier zumindest früher mal ungeahnt: Auch die EM-Bälle besitzen Namen. Gut, in neuerer Zeit hat jeder Ball für jede einzelne Spielminute einen eigenen Namen, das ist klar, merchandising as merchandising can. Doch die Geschichte der Namen von EM-Bällen ist schon etwas älter.

Deshalb hier die Liste all jener Namen, die wir bislang nie zu fragen wagten, vornehmlich, weil wir nicht von ihrer Existenz wussten.

Klick auf den Namen zeigt den jeweiligen Ball.

Jahr Name des Balls
1960 -
1964 -
1968 -
1972 -
1976 -
1980 Tango Italia
1984 Tango Mundial
1988 Tango Europa
1992 Etrusco Unico
1996 Questra Europe
2000 Terrestra Silverstream
2004 Roteiro
2008 Europass
2012 Tango 12
2016 Beau Jeu
2021 Uniforia

So now we know.

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Rekordtorschützen Europas – Folge 1: die Schweiz mit dem Dänen John Eriksen

Im Moment ist im Fußball ja nicht viel los, da kann man sich – durchaus inspiriert von Robert Lewandowskis neuem Bundesliga-Rekord – mal ein wenig in Europa umgucken, wo da sonst so der Höchstwert pro Saison steht. Natürlich nicht bei allen übrigen 54 UEFA-Mitgliedern, das führte dann teilweise doch vielleicht zu weit in die Untiefen des Quasi-Amateurfußballs.

Aber in den größeren Ländern kann man schon mal schauen, wo denn da der Rekord an Toren eines Spielers pro Saison liegt. Lässt sich aufgrund unterschiedlicher Ligengrößen und Modi natürlich nicht immer Eins-zu-Eins vergleichen. Aber könnte interessant sein. Gemeint ist natürlich immer die jeweils höchste Spielklasse.

Den Anfang macht der Scheinwerferdreh auf die Fußballnation Schweiz.

Dort liegt der Rekord bei 36 Toren in einer Saison, aufgestellt von John Eriksen in der Saison 1987/88, als er diese stattliche Zahl an Treffern für Servette Genf erzielte. Erzielt übrigens in 36 Partien dieser Saison – ob Eriksen an allen teilnahm, führte zu weit. Leider reichte es trotz dieser Vielzahl an versenkten Torchancen nur für Rang 2 in der Meisterrunde für den Club von John Eriksen, der schon in der Saison zuvor Torschützenkönig in der Schweiz geworden war, damals mit 28 Treffern.

In der folgenden Saison wurde übrigens ein gewisser Karl-Heinz Rummenigge Torschützenkönig in der Schweiz, allerdings mit kümmerlichen 24 Treffern. In den beiden darauf folgenden Saisons wurde John Eriksen jeweils Zweiter der Torschützenliste mit jeweils 21 und 16 Treffern für den FC Luzern.

So weit, so spannend.

Richtig interessant wird es aber, wenn man erfährt, das John Eriksen ein ganz besonderes Tor gelang, zumindest aus deutscher Warte gesehen. 1986 bei der WM war’s. Eriksen erzielte das 2:0 für Dänemark bei deren Sieg in der Gruppenphase über die BR Deutschland. Hier zu sehen:

Und das gelang ihm gegen so Haudegen wie Ditmar Jakobs und Karl-Heinz Förster. Was dem dänischen Team allerdings auch kurzfristig nicht viel nutzte. Sie schieden im Achtelfinale krachend mit 1:5 gegen Spanien aus, nachdem sie zuvor die Fußballwelt als „Danish Dynamite“ verzaubert hatten, während die Elf von Franz Beckenbauer sich ins Finale von Mexiko City holzte.

Trauriger Schlussakkord in Moll zu diesem landesweiten Rekord in der Schweiz von John Eriksen: Er verstarb schon 2002 im Alter von nur 44 Jahren an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung, nachdem er zuvor schon drei Jahre lang in einem Pflegeheim hatte verbringen müssen.

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Mein Name ist Tannen, Sander Tannen.

In Zeiten, in denen alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, „Arena“ getauft wird, tut es besonders gut, mal wieder eine Perle der deutschen Stadienkultur zu entdecken. Die Rede ist in diesem Fall vom Stadion des ruhmreichen ASV Bergedorf 85, bei dem das „ruhmreich“ nicht mal ironisch gemeint ist. Immerhin war er mehrfacher Teilnehmer am DFB-Pokal und glänzte darin sogar mit einigen bemerkenswerten Leistungen.

Bergedorf ist ein Stadtteil von Hamburg. Wenn überhaupt, dann wohl nur wegen dieses Clubs über die Stadtgrenzen und das nähere Umfeld hinaus bekannt. Dieser ASV Bergedorf 85 (inzwischen nach Ausgliederung der Fußballabteilung „FC Bergedorf 85″) hat neben seinen Teilnahmen am DFB-Pokal noch einiges mehr zu bieten. Erstens besitzt er einen Fanclub oder Supporterclub namens „Anhängerclub ASV Bergedorf 85″, der sich dann zu „ACAB“ abkürzt. Ja, richtig gelesen: ACAB.

Außerdem verfügt er über ein Stadion mit diesem außergewöhnlichem Namen wie im Titel des Beitrags zu lesen. Und auch, wenn dieser sich am Ende dann doch leicht herleiten lässt – die Tannen des Ortes Sande, also die Sander Tannen, sind schlicht ein Waldgebiet dort – ist der Name doch äußerst klangvoll zu nennen. Ein Mix aus dem Namen eines Detectives im LA der 70er und eines Kriminalhauptkommissars im Duisburg der 80er.

Letztens sollte das Stadion Sander Tannen zwar abgerissen werden, überlebt aber nun dank intensiver Proteste der dies Betreffenden aber wohl doch weiter und wird lediglich umgebaut.

Beim größten Spiel der Vereinsgeschichte in den Sander Tannen spielte man übrigens in einem Pflichtspiel 1:1 gegen den FC Bayern München. 1:1 allerdings leider nur nach 90 Minuten im DFB-Pokal, in der Verlängerung verlor man dann noch 1:5 mit u.a. 4 Toren von Dieter Hoeneß. Bis zur 90. Minute hatte man aber 1:0 geführt und war nah daran, sich in die Liste von Vestenbergsgreuth, Eppingen oder Geislingen einzureihen.

Nachzusehen hier, mit schönem Platzsturm während (!) des Spiels nach dem Führungstreffer für ASV Bergedorf 85, aber auch mit wieder für ihn urtypischen Dieter-Hoeneß-Toren, während dessen Bruder Uli in diesem Amateurstadion „Sander Tannen“ die Seitenlinie entlang grummelt.

Alle Auftritte im Sander Tannen im DFB-Pokal lesen sich wie folgt:

1975 ASV Bergedorf 85 – SC Fortuna Köln 1:6
1982 ASV Bergedorf 85 – FC Bayern München 1:5 n. V.
1992 ASV Bergedorf 85 – Bayer 04 Leverkusen 1:3
2003 ASV Bergedorf 85 – VfL Wolfsburg 1:6
2008 ASV Bergedorf 85 – MSV Duisburg 1:5

Jedes Mal hat es also immer zu einem Ehrentreffer gegen die Profis gereicht – und das bei fünf Hauptrundenteilnahmen.

Fotos dieses Kleinods samt zugehörigem herzallerliebsten Fanshop gibt’s wie immer beim bestens sortierten Stadioncheck.

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Doku: EM 1996 – „Der Star war die Mannschaft“

In knapp zwei Wochen beginnt die EM. Vorfreude hier: nicht einmal in homöopathischen Dosen vorhanden. Vorfreude in der Öffentlichkeit auch keine festzustellen. Ganz vereinzelt wird ein Schaufenster in Schwarz-Rot-Gold geschmückt, aber wohl auch eher aus Gewohnheit und letztlich Verkaufszwecken statt aus ernsthaft freudiger Erwartung der ersten „paneuropäischen“ EM.

Das war bekanntlich einmal ganz anders und vielleicht hilft die folgende 60-minütige Doku von der EM 1996 ja doch dabei, ein klein wenig Feuer zu entfachen. Zwar einzig aus deutscher Warte erzählt, dabei bot die EM 1996 noch so viel mehr, aber mit vielen Stimmen der Protagonisten, die dieses Video startenswert machen.

Keine Sorge, der direkt zu Beginn erscheinende Sepp Maier hat nur einen ganz kleinen Redeanteil, Matthias Sammer, Stefan Kuntz, Marco Bode und auch Pavel Kuka dafür umso größere. Und neben all den zuvor unbekannten Einblicken – Bierhoff mit Fluppe im Entmüdungsbecken, Stefan Kuntz, von seiner Mutter ermahnt, sich der Queen gegenüber ganz tief zu verbeugen – schafft diese Doku etwas, was man für außerhalb des Ereignishorizonts befindlich gehalten hatte: dass Matthias Sammer halbwegs sympathisch rüberkommt.

Was auch daran liegt, dass er mit Selbstkritik nicht spart. Wer hätte schließlich noch gewusst, mit was für einem Anfängerfehler Sammer den Elfmeter für Italien in der Gruppenphase eingeleitet hatte? Was Sammer dann auch unumwunden zugibt. Dass er im Finale einen Strafstoß auch noch selbst verursachte, war ihm ohnehin schon länger verziehen, weil es keiner war.

Ziemlich genau schon ein Vierteljahrhundert her und in jeglicher Hinsicht eine völlig andere Zeit im Fußball. Sowohl was die Leistungen auf dem Platz angeht, als auch das Teamgefüge sowie vor allem den generellen Stellenwert eines solchen Turniers.

(Entdeckt bei allesausseraas.de.)

Wirklich schön zu sehen. Wenn auch etwas betrüblich, dass damit umso deutlicher wird, dass die kommende EM nicht im Entferntesten mit der damaligen Atmosphäre wird mithalten können, was sogar nur zu Teilen an den geringen bis nicht vorhandenen Zuschauern in den Stadien liegen wird.

Wer das komplette Finale noch einmal nachsehen möchte, wird hier beim Nebenprojekt in-voller-länge.de fündig: Deutschland – Tschechien 1996.

Und wie die Leserinnen und Leser von Trainer-Baade.de das EM-Finale 1996 erlebten, liest man in den Kommentaren zu „Auf dem Vulkan tanzende Biere“.

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500Beine jetzt auch als Buch — „Geplant war Ewigkeit“

Blogger, die schon mal ein Buch raushauen, gibt es viele. Insbesondere die Reihe „111 Gründe, Club XY zu lieben“, hat noch aus fast jedem Vereinsblogger einen Buchautor gemacht. Hier waren es dann die „111 Fußballorte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“, die einen selbst sich da einreihen ließen.

Aber auch Krimis gibt es vom einen oder anderen Ex-Blogger oder Bloggerin, öfter mal mit Fußballbezug. Nicht zu vergessen die Grandseigneurin des Fußballbloggens mit ihrem Werk.

Und auch so manch andere Bloggerin veröffentlicht schon mal was, was dann die Lesestunden versüßt. Weitere eigentlich für andere Themen bekannte Fußballinteressierte haben auch schon zu ganz anderen Clubs veröffentlicht und dann noch zu wiederum anderen.

Ganz neu aber ist nun endlich der alte 500Beine alias Andreas Glumm („Studio Glumm — locker machen für die Hölle“) in der Reihe der ein Buch-publiziert-Habenden. „Geplant war Ewigkeit“ heißt das Ding und besteht aus den 30 besten Texten aus seinem Blog. Was alleine schon eine Heidenarbeit gewesen sein muss, sich bei der Auswahl auf 30 zu beschränken. Schließlich publiziert der Mann mit den 500 Beinen seit Jahr und vor allem Tag in solcher Qualität, dass er sich zu Recht als einen der beste Literatur-Blogger Deutschlands bezeichnen darf. Was fast schon wieder zu kurz gegriffen ist, so viele gibt es davon schließlich nicht. Und unter ein paar Handvoll einer der Besten zu sein, ist kein allzu großes Kunststück.

Jeder einzelne dieser Texte ist aber ein solches Kunststück, dass man beim Verfolgen seines Blogs nie verstehen konnte, wieso er nicht schon längst etwas veröffentlicht hatte. Der Allerjüngste ist er ja auch nicht mehr. Et wurd‘ Zeit! Und nun bedurfte es wohl eines Arschtritts von außerhalb, damit es endlich klappte.

Er hat ein Buch veröffentlicht: „Geplant war Ewigkeit — Geschichten vom räudigen Leben“. Wer sein Blog kennt, wird es ihm aus den Händen reißen, bei wem das nicht der Fall ist, der sollte schnellstens ein Exemplar erstehen und Glumms außergewöhnliche Art, Geschichten irgendwo zwischen Bowie, Hendrix, Heroin und dem alltäglichen Scheitern so fesselnd und lebendig wie mit trockenem Auge zu erzählen, möglichst rasch kennenlernen.

(Und nein, ich krieg keinen Cent für derartige Werbung, ich bin nur 500Beine-Fanboy. Aber wer wäre das nicht?)

Und wer das Buch nicht kauft, der lese diesen Text mit Fußballbezug von ihm, der er öfter mal bei Union Solingen zu Gast im Stadion war: „Englische Woche“, in der er im Oberleitungsbus – eine bergische Spezialität – zum Duell mit Blau-Weiß Berlin ins Stadion am Hermann-Löns-Weg fährt. Hier nur ein kleiner, unbedeutender Auszug:

„Viertel vor acht, vorm Stadion. Die Flutlichtmasten brüllen ihre Riesige Kronleuchter-Musik, Schlager wehen herüber. Und die Stimme des Stadionsprechers klingt, als habe er Modeschmuck gefressen. Aus Versehen.“

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Doku: Der FC Bayern unter dem Sir hautnah

„Münchner Olympiastadion, 12. Dezember 1992. Bayern München trennt sich nach schwachem Spiel gegen Schalke 04 unentschieden 1:1.“

Vorgetragen mit einer Stimme, als führen die alle gleich mit dem „Boot“ auf den Atlantik hinaus und kämen nie wieder. So beginnt jedenfalls diese Dokumentation über den FC Bayern der frühen 1990er, die über zwei Stunden dauert.

So langsam verkommt das hier zwar zum „TV-Tipp“-Blog. Vielleicht heißt es hier auch bald nicht mehr „Trainer Baade“, sondern „Programmchef Baade“, aber das wären ja ohnehin nur marginale Unterschiede.

Bedenklicher ist, dass es hier zuletzt allzu oft um den FC Bayern geht – und heute schon wieder. Jedenfalls lief mir nach dem Schauen des Viertelfinals Jahn Regensburg – Werder Bremen auf youtube nach dem Ende der Übertragung diese Dokumentation zu.

„11 Freunde müsst ihr sein“, über den FC Bayern hautnah, aus jener Zeit, als dort der „Sir“ Trainer war, also Erich Ribbeck.

Ehrlich gesagt hab ich noch nicht die zwei Stunden Zeit finden können, um mir das zu Gemüte zu führen. Aber das schnelle Durchklicken verspricht doch einiges an Innenansichten, die so manchen Bayern-Fan interessieren dürften. Und so manchen Fan der Bundesliga jener Zeit, als sie noch lebte, vielleicht auch.

Könnte man natürlich auch einfach nur twittern, so ein Video, aber dann geht das ja doch irgendwie unter. Wer diese Doku erstellt hat, ist bislang hier auch noch nicht bekannt. Achso, da ist diese stilisierte „1″ oben links zu sehen. Also eine ARD-Doku? Naja, man wird sehen. Was es bringt und ob es gefällt.

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Der Tor des Monats: die Sportschau

Fußball-Fatigue allerorten, verschärft noch durch die erzwungene Corona-Karenz.

„Aber eins, aber eins, das bleibt bestehen!“ Die Liebe zu Toren wird nie untergehen. Zu schönen, kuriosen, wuchtigen wie wichtigen, und so erfreut es auch immer noch, dass man weiterhin bei der Sportschau ein „Tor des Monats“ wählt.

Diese Einrichtung wird gerade 50 Jahre alt und ihr Betreiber würdigt diesen Umstand angemessen. So gibt es einen Beitrag von Burkhard Hupe dazu (auch einfach im Web zu hören) in dem ansonsten von Sven Pistor betriebenen Podcast „Einfach Fußball“, welcher eher als echtes Radiostück gelten darf. Viele Stimmen der diversen Torschützen des Monats erklingen, auch jene des Erfinders Klaus Schwarze und da kann man schon mal eine Empfehlung aussprechen.

Außerdem veröffentlichte man auf der Webseite der Sportschau einen natürlich wegen der enthaltenen Tore sicher noch empfehlenswerteren Filmbeitrag zu diesem Jubiläum. „Sicher noch empfehlenswerteren“, weil man es noch nicht beurteilen kann. Denn gleich beim Intro hat die Sportschau sich zum echten Tor gemacht.

Wie breit ist ein Fußballtor?

Richtig, 7,32 Meter.

Hat sich wahrscheinlich bei jedem Fußballfan, der mit dem metrischen System aufgewachsen ist, eingebrannt, weil es so eine seltsam krumme Zahl ist.

Und wie hoch ist ein Fußballtor, liebe Sportschau?

Autsch. Nein, 2,70 Meter ist es nicht hoch.

Es ist 2,44 Meter hoch, weil das Verhältnis 3:8 ist. Ein Tor ist 8 Fuß hoch, also 243,84, gerundet 2,44 Meter. Und 24 Fuß breit, also 7,315 Meter, gerundet 7,32 Meter.

Dass die Sportschau glaubt, ein Fußballtor sei 2,70 Meter hoch, fordert einiges an Fragen heraus.

Steigt der FC Köln deshalb so oft ab, weil man dort tatsächlich Tore mit 2,70 Metern Höhe bereitstellt? (Was natürlich keinen Unterschied machte, wenn beide Kontrahenten gleich häufig aufs Tor schössen, dem ist bei Spielen des FC Köln aber bekanntlich nicht so.)

Schauen sich Redakteure ihre eigenen Beiträge vor Veröffentlichung nicht mehr an?

Und auch wenn Irren menschlich ist und auf einem kleinen, eigentlichen Flüchtigkeitsfehler herumzusurfen, kleingeistig wirkt: Wie wenige Menschen sind an der Produktion eines solchen Beitrags beteiligt, dass dieser absolute „Blunder“ niemandem auffällt?

Nix für ungut, liebe Sportschau, mit Zahlen hat es ja nicht jeder so, aber diese im metrischen System so merkwürdigen Maße kriegt doch eigentlich jeder Fußballfan mit der Muttermilch eingeflößt.

Wie gesagt, nix für ungut, und jetzt wird dann tatsächlich erstmal der Beitrag zu 50 Jahren Tor des Monats zu Ende geschaut – garantiert mit auf 2,44 Meter hohe Gestänge erzielten Toren.

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Die Welt* zu Gast an der Wedau

*meisterschaftsqualifikation

Zumindest jener Teil, der in Corona-Zeiten überhaupt irgendwo zu Gast sein kann. 23 Wikinger nämlich, deren Trainer samt Stab (früher sagte man „staff“ dazu) und anderthalb Gießkannen voll Journalisten nebst Übertragungsmenschen sind heute Abend zu Gast an der Wedau. Heute und am nächsten Mittwoch noch einmal, dann allerdings 23 Nordmazedonier statt Isländer.

Wer nicht an der Wedau weilt, ist Uli Hoeneß, der seine Expertise vom Studio in Köln aus einfließen lässt. Verständlich, erlebte er doch einige seiner weniger schönen Nachmittage an diesem Ort.

Wieso das alles aber auch noch eine Notiz wert ist, ist der Umstand, dass Duisburg damit als Austragungsort eines Länderspiels des DFB einen gehörigen Sprung nach vorne in jener Liste macht.

Schon heute Abend lässt man Bochum und Ludwigshafen mit ihren je 4 Länderspielen hinter sich. Am Mittwoch wird man mit den 6 Länderspielen in dieser Stadt auch Breslau, Augsburg und Freiburg hinter sich lassen. Dann liegt man nur noch ein Länderspiel hinter Dresden, Mönchengladbach und Karlsruhe und deren zwei hinter Leverkusen. Wobei ein weiterer Sprung in dieser Liste erst einmal nicht wahrscheinlich ist, sollten in den nächsten Jahrzehnten nicht wieder diverse Pandemien auftreten.

Hier der kurze Überblick über den Stand ab nächster Woche:

Stadt Länderspiele des DFB
Berlin 46
Hamburg 34
Stuttgart 33
Köln 28
Hannover 27
Düsseldorf 26
Frankfurt 25
München 25
Nürnberg 22
Dortmund 20
Gelsenkirchen 18
Leipzig 12
Kaiserslautern 10
Bremen 10
Leverkusen 8
Karlsruhe 7
Mönchengladbach 7
Dresden 7
Duisburg 6
Freiburg 5
Augsburg 5
Breslau 5
Ludwigshafen 4
Bochum 4
Mannheim 3
Altona 3
Wien 3
Essen 2
Mainz 2
Saarbrücken 2
Königsberg 2
Chemnitz 2
Rostock 2
Sinsheim 2
Wolfsburg 2
Beuthen 1
Krefeld 1
Stettin 1
Aachen 1
Erfurt 1
Wuppertal 1
Magdeburg 1
Kleve 1

Beim ersten Länderspiel in Duisburg, einem 0:3 gegen Belgien, konnte man übrigens noch Nationalspieler werden, wenn man eigentlich nur als Zuschauer gekommen war und ein bisschen kicken konnte, hier Näheres dazu.

Beim letzten Länderspiel an dieser Stelle 2007 gegen Dänemark hieß es hingegen noch (0:1, Kapitän damals: Kevin Kuranyi), dass dieses für immer das letzte Länderspiel an der Wedau gewesen sein werde. Fortan wolle man nur noch in größeren Stadien antreten. Kann man mal sehen, wie unvorhersehbar die Weltläufte sind.

Dann darf man also gespannt sein, wie die Analyse von Uli Hoeneß ausfallen wird. Gespannt auch, wie sich der neue Rasen machen wird, der extra für die Länderspiele als Mitbringsel des DFB verlegt wurde und dem MSV im Abstiegskampf der 3. Liga hilft oder vielleicht auch nicht. Und wie die beinahe letzten Pflichtspiele der Ära Löw verlaufen werden, nachdem man im bislang letzten tatsächlich die höchste Niederlage des DFB in Pflichtspielen überhaupt eingefahren hatte. Das 0:6 gegen Österreich 1931 war ebenso wie das 0:9 gegen England kein Pflichtspiel. Das 0:6 in Spanien schon.

Nun also Island an der Wedau, voraussichtlich ohne ihr charakteristisches Huh!

Die bisherige Bilanz gegen Island:

1960 Island – Deutschland 0:5, Testspiel
1979 Island – Deutschland 0:2, Testspiel
2003 Island – Deutschland 0:0, EM-Qualifikation („Die Isländer sind Tabellenführer, oder nicht?“)
2003 Deutschland – Island 3:0, EM-Qualifikation

Wer das Spiel mangels Interesse jedoch nicht schaut, kann ja mal diesen schönen Longread „Nationalmannschaft in der Krise“ von Andreas Rüttenauer zum Thema lesen, vielleicht findet er oder sie sich darin wieder.

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Was Liza & Uli & Jupp & Mehmet wissen — und Robbéry nicht

Letztens war es wohl 40 Jahre her, dass Franz Beckenbauer nach seiner Zeit bei Cosmos New York sein Comeback in der Bundesliga gab. Bekanntlich geschah dies für den Hamburger SV, nicht für seinen Heimatclub FC Bayern München. Anderthalb Jahre blieb er an der Alster, war allerdings oft verletzt. Immerhin 28 Einsätze wurden es dann unter Manager Günter Netzer, darunter auch exakt einer gegen jenen FC Bayern München, den er zuvor stark geprägt hatte und hinterher noch ebenso prägen würde.

4:1 gewann sein Hamburger SV damals, nachdem er im heimischen Volksparkstadion zunächst mit 0:1 zurücklag, als Franz Beckenbauer gegen so Spieler wie Klaus Augenthaler, Karl-Heinz Rummenigge und andere antrat.

Franz Beckenbauer

31.10.1981 Hamburger SV - FC Bayern München 4:1

Das inspiriert, doch gleich einmal zu schauen, wie die übrigen Granden der Vereinsgeschichte sich in den Partien gegen den FC Bayern schlugen, wenn sie diesen einmal verlassen hatten – oder noch nicht da waren. Da gibt es doch einiges zu berichten. (Unterschiedliche Detailtiefe beim Spieldatum ist phlegmabedingt unterschiedlich. Und Supercup und Ligapokal bleiben wie immer auf dieser Seite unberücksichtigt. Nur Spiele als Spieler sind gelistet, sonst wäre es bei Rehhagel und Heynckes dann doch sehr ausgeufert.)

Zum Titel also: All die folgenden Spieler wissen, wie es ist, gegen den großen FC Bayern zu verlieren und manche auch, wie es ist, zu gewinnen. In jedem Fall kennen sie aber das Gefühl, gegen diesen meist als stärker eingeschätzten Gegner aufzulaufen – Arjen Robben und Franck Ribéry hingegen (noch) nicht.

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