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Schlagwort: Andres Iniesta

Ewige Einsatzliste der Primera Divison/La Liga

Die höchste Spielklasse im spanischen Fußball existiert bereits seit 1929 und hat in dieser Zeit etliche Dramen um die Vergabe der Meisterschaft in Spanien erlebt. Oft machten es die zwei größten Clubs unter sich aus, der FC Barcelona und Real Madrid. Ebenso häufig gab es lange Phasen, in denen niemand diese Vorherrschaft durchbrechen konnte. Doch es gab immer wieder auch Phasen, wie zuletzt in den 1980er Jahren, in denen beide Clubs länger auf ihre jeweils nächste Meisterschaft warten mussten. Dann stießen andere in diese Vakanz, allen voran gerne die Clubs aus dem Baskenland. Welche noch heute nach der Devise vorgehen, allein Spieler aus dem Baskenland in ihren Kadern einzusetzen -oder aus dem Ausland, nicht aber aus dem übrigen Spanien. Wer nur so einen begrenzten Pool an Talenten zur Auswahl hat, muss gute Nachwuchsarbeit leisten. Was diesen Clubs oft gelang. Hat man dann einen Spieler von jenem Format geformt, das man in Spaniens erster Liga benötigt, so spielen diese Kicker oft ein Leben lang für diese Clubs. Dies merkt man hier in dieser Liste besonders an der Häufung der Spieler von Real Sociedad und Athletic Bilbao, neben den Größen vom FC Barcelona und Real Madrid. Doch diese machen natürlich den Großteil aus. Wer lange spielt, wird in der Regel irgendwann einmal so gut gewesen sein, dass er für diese beiden großen Clubs infrage gekommen sein wird – oder gleich aus dessen Jugend stammen wie Raul (bei Real Madrid) oder Lionel Messi und Andres Iniesta (beim FC Barceona). Das ist z. B. beim Führenden der Fall, bei Andoni Zubizarreta, der, wie könnte es anders sein, natürlich Torhüter war. Mit seinen 622 Einsätzen übertrifft er auch die Zahl der Einsätze des Führenden Charly Körbel in der entsprechenden Einsatzliste zur Bundesliga, der auf 602 Einsätze kommt. Allerdings spielen in der Primera Division meist 20 Clubs, so dass dies bei einer Karrieredauer von 20 Jahren alleine schon 80 Partien mehr bedeutet.

Liste Einsätze in La Liga

Hier also die komplette ewige Einsatzliste der spanischen La Liga bzw. der Primera Divison mit den Clubs, für die die Spieler in der ersten Klasse in Spanien aktiv waren.

Spieler Clubs Einsätze
Andoni Zubizarreta Deportivo Alaves, Athletic Bilbao, FC Barcelona, FC Valencia 622
Raul Real Madrid 550
Eusebio Real Valladolid, Atletico Madrid, FC Barcelona, Celta Vigo 543
Paco Buyo RCD Mallorca, Deportivo La Coruna, FC Sevilla, Real Madrid 542
Joaquin Betis Sevilla, FC Valencia, FC Malaga 529
Manolo Sanchis Real Madrid 523
Iker Cassilas Real Madrid 510
Xavi FC Barcelona 505
Miquel Soler Espanyol Barcelona, FC Barcelona, Atletico Madrid, FC Sevilla, Real Madrid, Real Saragossa, RCD Mallorca 504
Fernando Hierro Real Valldolid, Real Madrid 497
Jose Mari Bakero Real Sociedad, FC Barcelona 484
Sergio Ramos Real Madrid 469
Raul Garcia CA Osasuna, Atletico Madrid, Athletic Bilbao 462
Alberto Gorriz Real Sociedad 460
Jon Androni Larranaga Real Sociedad 459
Lionel Messi FC Barcelona 458
Donato Atletico Madrid, Deportivo La Coruna 454
Jesus Mari Zamora Real Sociedad 453
Txiki Begiristain Real Sociedad, FC Barcelona, Deportivo La Coruna, 452
Quini Sporting Gijon, FC Barcelona 448
Pedro Munnitis Racing Santander, Real Madrid, Deportivo La Coruna 448
Andres Iniesta FC Barcelona 442
Aritz Aduriz Athletic Bilbao, RCD Mallorca, FC Valencia, Athletic Bilbao 439
Miguel Fuentes Real Sociedad 438
Joseba Etxeberria Real Sociedad, Athletic Bilbao 436

Stand 6.11.2019.

Viele bekannte Namen sind darunter, neben den immer noch in Spanien aktiven Joaquin, Sergio Ramos und Lionel Messi auch viele Größen wie Iker Casillas oder eben der schon erwähnte Raul. Dieser hätte Zubizarreta gegen Ende seiner Karriere noch überholen können, wenn er nicht in Ausland zum FC Schalke 04 gewechselt wäre, sondern innerhalb Spaniens. Was sie alle eint, die hier über 400 Spiele auf höchstem Niveau im Profifußball absolviert haben, ist, dass sie ihren Körper sehr intensiv pflegten und auch in jungen Jahren schon viel dafür taten, dass ihre Einsatzfähigkeit langfristig erhalten bleibt – neben dem vielen Talent, das sie alle zweifelsohne mitbrachten.

Viel Pflege des Körpers ermöglicht lange Karrieren

Dazu gehörte natürlich auch, dass man bei all den intensiven sportlichen Aktivitäten, ob nun im Trainingsspiel oder beim Joggen, um seine Ausdauer auf dem nötigen Stand zu halten, auch die adäquate Ausrüstung nutzte. Während dies in den frühen Jahren des Fußballs nicht immer möglich war, weil die Technik im Sportbereich noch im Wortsinne in den Kinderschuhen steckte, hat auch dieser Bereich des Sports in den letzten Jahrzehnten eine rasante Entwicklung genommen. Die Auswahl an Equipment, die den Größen im Fußball, nicht nur im spanischen, zur Verfügung steht, ist enorm gewachsen. Ob es nun Trailrunning Schuhe sind, die solche Koryphäen in der Vorbereitung benutz(t)en, ultraleichte Laufschuhe oder Fußballschuhe aus einem Guss. Das alles trug dazu bei, dass sie auch den immer weiter gestiegenen Umfang der nötigen Laufleistung im Profifußball auch in höherem Alter noch absolvieren und somit eben meist weit über eine Dekade hinaus mithalten konnten.

Bestes Beispiel ist der immer noch aktive Joaquin, aktuell bei Betis Sevilla, der zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Zeilen bei 529 Einsätzen steht – im Alter von 38 Jahren. Da er im Mittelfeld spielt, braucht er einiges an Ausdauer. Fraglich, ob er diese so lange halten kann, bis er Zubizarreta an Einsätzen ein- oder überholt. Zumindest die vor ihm platzierten Paco Buyo und Eusebio sollte er aber in dieser Saison noch überholen können, dann wäre auch Platz 2 von Raul nicht mehr weit.

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Meiste Einsätze in der Champions League

Seit 1992 existiert die Champions League im europäischen Clubfußball. Und mit ihrer Einführung hat praktisch kein Spieler aus der Zeit davor eine Chance, in dieser Liste aufzutauchen (wenn man Champions League und Europapokal der Landesmeister zusammen wertete). Durch die Einführung von Gruppenphasen hat sich die sichere Zahl an Spielen pro Teilnahme enorm erhöht. Und so tauchen in dieser Aufstellung auch etliche Namen von Spielern auf, die immer noch aktiv sind.

Meiste Einsätze in der Champions League pro Spieler

Wichtig ist beim Blick auf diese Liste allerdings zu berücksichtigen, dass der Stand dieser Liste der 13. März 2019 ist, und viele Spieler in dieser Liste noch aktiv sind, allen voran die beiden Führenden.

Spieler Einsätze Clubs
Iker Casillas 175 Real Madrid
FC Porto
Cristiano Ronaldo 160 Manchester United
Real Madrid
Juventus
Xavi 151 Real Madrid
Ryan Giggs 145 Manchester United
Raul 142 Real Madrid
FC Schalke
Paolo Maldini 135 AC Mailand
Lionel Messi 131 FC Barcelona
Andres Iniesta 130 FC Barcelona
Clarence Seedorf 125 Ajax Amsterdam
Real Madrid
AC Mailand
Inter Mailand
Paul Scholes 124 Manchester United
Gianluigi Buffon 122 Juventus
Paris St. Germain
Roberto Carlos 120 Real Madrid
Zlatan Ibrahimovic 120 Ajax Amsterdam
Juventus
Inter Mailand
FC Barcelona
AC Mailand
Paris St. Germain
Manchester United
Xabi Alonso 119 FC Liverpool
Real Madrid
FC Bayern München
Sergio Ramos 119 Real Madrid
Carles Puyol 115 FC Barcelona
Karim Benzema 112 Olympique Lyon
Real Madrid
Thierry Henry 112 AS Monaco
Juventus
FC Arsenal
FC Barcelona
Philipp Lahm 112 VfB Stuttgart
FC Bayern München
Dani Alves 111 FC Sevilla
FC Barcelona
Juventus
Paris St. Germain
Petr Cech 111 FC Chelsea
FC Arsenal
Gary Neville 110 Manchester United
Arjen Robben 110 FC Chelsea
Real Madrid
FC Bayern München
John Terry 109 FC Chelsea
Ashley Cole 108 FC Arsenal
Manchester United
Patrice Evra 108 AS Monaco
Manchester United
Juventus
Andrea Pirlo 108 Inter Mailand
AC Mailand
Juventus
David Beckham 107 Manchester United
Real Madrid
Victor Valdez 106 FC Barcelona
Manchester United
Frank Lampard 105 FC Chelsea
Thomas Müller 105 FC Bayern München
Gerard Pique 105 Manchester United
FC Barcelona

Auch bei den beteiligten Clubs, für die die Spieler aufliefen, wird deutlich, was für eine hegemonielle Struktur die Champions League mittlerweile hat. Bis auf ganz wenige „Kleine“ wie den VfB Stuttgart, Ajax Amsterdam oder den FC Sevilla tauchen hier nur jene acht bis zehn Großclubs auf, die auch stets die Titel unter sich ausmachen.

Nur Real Madrid verteidigte seinen Titel

Gleichzeitig gelang es bekanntlich bis vor zwei Jahren, als Real Madrid als erstem Club dieses Kunststück gelang, keinem Club von 1992 bis 2017, seinen einmal in der Champions League gewonnenen Titel zu verteidigen. Und die drei Titel in Folge, die Real Madrid – damals noch unter intensiver Mithilfe von Cristiano Ronaldo, dem Zweitplatzierten in dieser Liste – dann gewann, werden wohl erstmal für längere Zeit die Ausnahme bleiben. Das wiederum macht es nicht gerade unattraktiv, sich immer mal wieder an eine Sportwette zu Themen rund um die Champions League zu machen. Das kann die Frage nach dem Sieger der Champions League sein, aber auch jene nach dem Torschützenkönig oder nach konkreten Ergebnissen von Partien in der Königsklasse. Dies kann man inzwischen bequem von zu Haue aus tun, bei online-sportwette.net findet man viele Angebote dafür. Und wegen der großen Variabilität bei den jeweiligen Siegerclubs benötigt man dabei zwar schon einiges an Glück – wenn man dann richtig liegt, ist das aber eine ziemlich angenehme Angelegenheit.

Nationen in den Top30 der Liste

Interessant ist auch der Blick auf die Nationalität der aktuellen Top30-Spieler nach Einsätzen in der Champions League (bzw. hier im konkreten Fall Top32, da drei Spieler auf Rang 30 liegen). Blickt man auf diese Liste:

Nation Anzahl
Spanien 9
England 6
Frankreich 3
Italien 3
Brasilien 2
Deutschland 2
Niederlande 2
Argentinien 1
Portugal 1
Schweden 1
Wales 1
Tschechien 1
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Alle Torschützenkönige der EM

Seit geraumer Zeit vergibt die UEFA die Torjägerwertung nur noch an einen Spieler. Haben mehrere Spieler gleich viele Tore bei einer Europameisterschaft erzielt, werden weitere Kriterien zur Ranglistenbildung herangezogen. So erzielten bei den letzten Turnieren mehrere Spieler je 3 Tore, nur ein Spieler aber wird ausgezeichnet, wobei die Torvorlagen oder die gespielten Minuten zur weiteren Trennung eingesetzt werden. Ergebnisse wie beim Turnier 1960, als gleich fünf Spieler die Torschützenkönige wurden, wir es somit nicht mehr geben.

Jahr Spieler Club Tore
1960 Viktor Ponedelnik
Valentin Ivanov
Milan Galic
Francois Heutte
Drazen Jerkovic
UdSSR
UdSSR
Jugoslawien
Frankreich
Jugoslawien
2
2
2
2
2
1964 Dezsö Novak
Jesus Maria Pereda
Ungarn
Spanien
2
2
1968 Dragan Djazic Jugoslawien 2
1972 Gerd Müller Deutschland 4
1976 Dieter Müller Deutschland 4
1980 Klaus Allofs Deutschland 3
1984 Michel Platini Frankreich 9
1988 Marco van Basten Niederlande 5
1992 Karl-Heinz Riedle
Thomas Brolin
Henrik Larsson
Dennis Bergkamp
Deutschland
Schweden
Schweden
Niederlande
3
3
3
3
1996 Alan Shearer England 5
2000 Savo Milosevic
Patrick Kluivert
Jugoslawien
Niederlande
5
2004 Milan Baros Tschechien 5
2008 David Villa Spanien 3
2012 Andres Iniesta Spanien 3
2016 Antoine Griezmann Frankreich 6

Bemerkenswert, dass (West-) Deutschland es von 1972 bis 1980 schaffte, drei Mal in Folge den Torschützenkönig des Turniers zu stellen. Dies könnte Spanien ebenfalls gelingen, wenn ein spanischer Spieler wie David Villa 2008 und Andres Iniesta 2012 auch beim Turnier 2016 in Frankreich wieder Torschützenkönig werden sollte. Vierter Deutscher übrigens, neben Gerd Müller, Dieter Müller und Klaus Allofs, der Torschützenkönig einer Europameisterschaft wurde, ist Karl-Heinz Riedle, dem dies 1992 beim Turnier in Schweden als bislang letztem Deutschen gelang.

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Die entscheidenden Zentimeter nutzen

„Welche Augenfarbe haben Sie?“

„Äh …“

„Jetzt sagen Sie mir nicht, Sie wissen nicht, welche Augenfarbe Sie haben!“

Natürlich weiß man seine eigene Augenfarbe, aber es war ja nicht klar, welche Antwortmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Wenn man so wie hier gerade einen neuen Personalausweis beantragen will. Gab es nur reine Farben oder auch Mischformen? Die Basis war zweifelsfrei blau. So wie jeder Mensch zu Beginn seines Lebens zunächst mal eine Frau ist, hat auch jeder Mensch blau schimmernde Augen, mit denen er das Licht der Welt erblickt. Das ist sozusagen die Grundausstattung: weiblich, blaue Augen. Gar nicht mal unsexy für den Anfang. Bei den meisten ändert sich das allerdings noch, bei einigen nicht. Bei mir hatte es sich noch geändert, und zwar von blau zu blau-grau und wenn man nur lange genug in den vergrößernden Schminkspiegel blickte, konnte man auch noch ein bisschen grün erkennen.

War die Antwortmöglichkeit nun also auf „blau“ oder „grün“ begrenzt oder durfte man auch „blau-grau“ antworten oder vielleicht sogar die dreistufige Variante „blau-grau-grün“ nennen? Was wäre mit Menschen, die zwei verschiedenfarbige Augen besitzen? Die Dame vom Amt hatte ja nicht eröffnet, wie viele Zeichen in der Datenbank für diese Antwort reserviert waren. Also murmelte ich etwas davon, dass es „erstmal so an sich blau“ sei, womit die Dame schon zufrieden war und es in ihr nach Berlin zu versendendes Formular eintippte (eintippen ist das eigentliche Wort für den Vorgang, den nicht-digitale Eingeborene gerne mit „einhacken“ beschreiben).

„Aber wie groß Sie sind, das wissen Sie hoffentlich sofort?!“

„Äh …“

Sie verdrehte die Augen.

„Einsvierundsiebzig natürlich“, log ich nicht.

„Hier steht Einsdreiundsiebzig.“ Das konnte nicht sein. Hatten doch hauseigene Messungen vor Jahren schon ergeben, dass es EinsdreiundsiebzigkommaAcht waren, was bei kaufmännischem Runden ganz klar Einsvierundsiebzig ergab.

„Ich bin Einsvierundsiebzig, das war ich auch beim letzten Personalausweis schon.“

Die Länge des Körpers hängt zum einen von dessen Lage ab. Im Liegen ist er um bis zu zwei Zentimeter oder mehr länger. Zum anderen nimmt die Länge im Laufe des Tages ab. Die Verminderung beträgt etwa einen halben bis zwei Zentimeter.

Keine gute Idee, wie immer erst kurz vor Toresschluss zum Amt zu strömen. Glücklicherweise befand sich aber kein Maßband an der Wand. Es gab somit keine Möglichkeit, das kommaAcht einer Prüfung zu unterziehen. Weshalb sich keine weiteren Fragen ihrerseits mehr anschlossen, die Einsvierundsiebzig wurden weder wider- noch willig akzeptiert. Offensichtlich war ihr die Augenfarbe ein wichtigeres Anliegen. Womit man eine Größe verbrieft hatte, bei der Kicker-Redakteure immer noch gerne von „klein“ schreiben, selbst wenn der durchschnittliche deutsche Mann Einsachtundsiebzig und damit gerade einmal 2,3 Prozent größer ist als Einsvierundsiebzig. Wer bei der Körpergröße immer noch bei den mittleren fünfzig Prozent einsortiert werden kann, darf nur ohne Fug und Recht als „klein“ bezeichnet werden. Mag sein, dass der durchschnittliche Fußballprofi etwas größer ist, aber man muss nur die Namen Maradona, Häßler und Messi in den Raum werfen, um etwaige Zweifel abzubügeln. Sollte dann noch irgendwo eine Augenbraue zucken, schießt man schnell Puskás, Iniesta und Romario nach. Danach sollte allgemeines Augenbrauensenken einsetzen. Auch wenn die Genannten alle Feldspieler waren.

Wieder einmal hatte sich die Mannschaft für ein Freundschaftsspiel versammelt, wieder einmal hatten einige verpennt und erst Recht wieder einmal fand sich niemand, der ins Tor gehen wollte. (Für alle, die planen, selbst an einer Fußballmannschaft teilzunehmen: Es geht sehr wohl im Notfall ohne Schiedsrichter, ohne Torwart aber ist es nur sehr unschön zu ertragen.) Als jemand, der in der Schule im Handballtor eine durchaus auf jenem Niveau akzeptable Figur abgab, der im 5-Meter-E-Jugend-Tor nur mit leidlicher Präzision bezwungen werden kann und als jemand, der ungerne eine Partie fünf Minuten vor Anpfiff platzen lässt, weil keiner ins Tor gehen will, richteten sich alle Blicke auf mich.

„Leute, was wollt ihr, das hier ist Großfeld, die Tore sind 2,44 (!) Meter hoch. Im E-Jugendtor komm ich an die Latte dran, aber hier?!“

Die vorige Partie gegen den selben Gegner hatte wir mit nur 2:7 verloren, damals aber mit etatmäßigem Torwart. Also richtete ich mich darauf ein, alles zu tun, um eine zweistellige Zahl an Gegentoren zu verhindern. Wobei „alles“ hier hauptsächlich aus intensivem Zeitspiel samt Meckereien über Schiedsrichterentscheidungen hätte bestehen sollen. Innerlich war ich schon alle nötigen Schritte durchgegangen, nach Spielschluss sofort zum Auto zu sprinten, wo ich per Geheimknopf die Nummernschilder umklappen lassen kann. Ich würde die niederländische Variante wählen, über die Grüne Grenze fahren und mich für einige Wochen von den Mahlzeiten ernähren, die man aus dem Angebot der Supermärkte holländischer Campingplätze komponieren kann. Bis der Bart lang genug sein würde, um unerkannt wieder zurück nach Deutschland fahren zu können.

Erstaunlicherweise jedoch tat sich in punkto Ballausdemnetzholen: Nichts. Wir waren an dem Tag zwar mit einer personell stärker als sonst besetzten Abwehr angetreten, das bedeutete jedoch nicht, dass der Gegner nicht aufs Tor schoss. Wobei hier schon der Knackpunkt des Problems gefunden ist: Der Gegner schoss nicht aufs Tor. Er hatte zig Torschussgelegenheiten, verzog aber stets meterweit oder, noch merkwürdiger, schoss ständig weit übers Tor. Mit gutem Stellungsspiel als Torwart könnte man vielleicht die eine oder andere Kontersituation klären, auch mal einen in den Strafraum fliegenden Eckball herausboxen, aber bei einem platzierten Schuss knapp unter die Latte wäre man mit kommaAcht schlicht machtlos gewesen. Was dem Gegner sofort hätte auffallen müssen, denn gesprungen oder gehechtet bin ich an jenem Tag kein einziges Mal. Welle auf Welle rollte aufs Tor und jedes Mal dachte ich nur, wie offen diese 7,32m mal 2,44m hinter mir doch stünden, egal, wie gut ich mich zum Ball stellte, das müsse der Gegner doch sehen. Einfach nur oben ins Tor treffen, und es hätte geklingelt und geklingelt. Sie schossen drüber, vorbei, überhastet, daneben, unplatziert, fast zur Eckfahne, in die Wolken, wie man so schön sagt, und noch mal und immer wieder: übers Tor. Wir gewannen 4:0.

Womit wir bei der Frage wären, warum bei der Frauen-WM so wenig Tore gefallen sind, obwohl die Torhüterinnen doch alles dafür getan haben, das Tor vor allem in der Höhe so offen wie möglich zu gestalten und es unübersehbar war, dass dort eine Menge kommaAchter teilnahmen. Die Spielerinnen hätten aus allen möglichen Positionen einfach nur den Bereich zwischen Latte und Spannweite der Arme der Torhüterinnen plus Sprunghöhe treffen müssen. Sogar von Positionen aus, die nicht allzu nah am Strafraum liegen, wäre das problemlos möglich, wenn man denn die dafür nötige Schusstechnik beherrscht. Doch es war, wie es auch bei jenem Freundschaftsspiel war, das auf der einen Seite zu Null endete. Fred, der mit den Franzosen bangte, hat es treffend beobachtet.

Im Frauenfußball schießt man immer hoch. Immer. Und meistens drüber.

All diese Schüsse mögen den Versuch dargestellt haben, die nämliche Lücke anzuvisieren, welche die Torhüterinnen lassen. Allein getroffen wurde sie so gut wie nie.

Weshalb die Frage erlaubt sein darf, ob wirklich nur die Torhüterinnen so auffällig schlecht sind, und nicht auch die Schusspräzision der weltbesten Damen alles zu wünschen übrig lässt. Während ich in meinem, jenem Spiel erleichtert bis euphorisch — ein Shutout auf dem Großfeldtor und das mit kommaAcht — auf den Schultern der Mitspieler in die nächste Kneipe getragen wurde und mein Name in die virtuellen Annalen eingraviert wurde, dürfen sich die Frauen Torhüterinnen trotz nicht erhaltenen Treffern im oberen Bereich des Tores nicht darüber freuen, dass ihre Gegnerinnen so unpräzise schießen. Denn während man noch so schlecht zielenden Stürmern 24 Fehlschüsse verzeiht, so lange nur ein einziger Ball den Weg ins Tor findet, verzeiht man einem Torhüter jene eine verpasste Flanke samt spielentscheidendem Gegentor niemals. Das ist unfair, aber Fußball.

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Goldene Generation

Neue Ausgabe des beliebten Gewinnspiels ohne Gewinne. Kurz und ohne eine Aktivierung der Nozizeptoren:

Die Nationalmannschaften welcher Länder verfügten in welchem Zeitraum über eine von vielen Seiten als „Goldene Generation“ bezeichnete Ansammlung von Spielern?

Niederlande 1998-2002
Kluivert, Bergkamp, Seedorf
Bulgarien 1994-1998
Stoitschkov, Letschkov, Balakov
Portugal 1991-2006
Luis Figo, Rui Costa, Nuno Gomes
Kroatien 199x-200x
Boban, Suker, Soldo, Prosinecki
England 200x-2010
Terry, Gerrard, Cole, Lampard
Ungarn 1950er
Puskas, Grosics, Kocsis, Bozsik
Tschechien 1996-2006
Nedved, Poborsky
Spanien 1999-2010-?
Iniesta, Xavi, Xavi Alonso, Puyol, Casillas
Mexiko ?-2010-?
El loco, el loco und der andere el loco
Spanien 1999-2010-?
Iniesta, Xavi, Xavi Alonso, Puyol
Österreich 1931-1933
Sindelar, Meisl
Schweden 1992-1994
Brolin, Larsson, Andersson, Ravelli
Frankreich 1998-2000
Zidane, Blanc, Desailly, Barthez
Frankreich 1950er
Kopa, Fontaine, Wisnieski
Belgien 1980-1986
Scifo, Ceulemans, Gerets, Pfaff
Paraguay 1990-2006
Chilavert, Ayala, Gamarra
Nigeria 1994-2002
Kanu, Okocha, Ikpeba, Oliseh
Elfenbeinküste 2006-2010
Drogba, Touré, Zokora
Burkina Faso 2001-?
?
Kolumbien 1990-1994
Valderrama, Rincon, Asprilla
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Alle Fußballer des Jahres in Europa

Jahr Sieger Land Club
1956 Stanley Matthews England FC Blackpool
1957 Alfredo Di Stefano Spanien Real Madrid
1958 Raymond Kopa Frankreich Real Madrid
1959 Alfredo Di Stefano Spanien Real Madrid
1960 Luis Suárez Spanien Real Madrid
1961 Omar Sívori Italien Juventus
1962 Josef Masopust Tschechoslowakei FK Dukla Prag
1963 Lew Jaschin UdSSR Dynamo Moskau
1964 Denis Law Schottland Manchester United
1965 Eusébio Portugal Benfica Lissabon
1966 Bobby Charlton England Manchester United
1967 Florian Albert Ungarn Ferencváros Budapest
1968 George Best Nordirland Manchester United
1969 Gianni Rivera Italien AC Mailand
1970 Gerd Müller Deutschland FC Bayern München
1971 Johan Cruijff Niederlande Ajax Amsterdam
1972 Franz Beckenbauer Deutschland FC Bayern München
1973 Johan Cruijff Niederlande Ajax Amsterdam
FC Barcelona
1974 Johann Cruijff Niederlande FC Barcelona
1975 Oleg Blochin UdSSR Dynamo Kiew
1976 Franz Beckenbauer Deutschland FC Bayern München
1977 Allan Simonsen Dänemark Borussia Mönchengladbach
1978 Kevin Keegan England Hamburger SV
1979 Kevin Keegan England Hamburger SV
1980 Karl-Heinz Rummenigge Deutschland FC Bayern München
1981 Karl-Heinz Rummenigge Deutschland FC Bayern München
1982 Paolo Rossi Italien Juventus
1983 Michel Platini Frankreich Juventus
1984 Michel Platini Frankreich Juventus
1985 Michel Platini Frankreich Juventus
1986 Igor Belanow UdSSR Dynamo Kiew
1987 Ruud Gullit Niederlande PSV Eindhoven
AC Mailand
1988 Marco van Basten Niederlande AC Mailand
1989 Marco van Basten Niederlande AC Mailand
1990 Lothar Matthäus Deutschland Inter Mailand
1991 Jean-Pierre Papin Frankreich Olympique Marseille
1992 Marco van Basten Niederlande AC Mailand
1993 Roberto Baggio Italien Juventus
1994 Christo Stoitschkow Bulgarien FC Barcelona
1995 George Weah Liberia Paris St. Germain
AC Mailand
1996 Matthias Sammer Deutschland Borussia Dortmund
1997 Ronaldo Brasilien FC Barcelona
Inter Mailand
1998 Zinedine Zidane Frankreich Juventus
1999 Rivaldo Brasilien FC Barcelona
2000 Luís Figo Portugal FC Barcelona
Real Madrid
2001 Michael Owen England FC Liverpool
2002 Ronaldo Brasilien Inter Mailand
Real Madrid
2003 Pavel Nedved Tschechien Juventus
2004 Andrij Schewtschenko Ukraine AC Mailand
2005 Ronaldinho Brasilien FC Barcelona
2006 Fabio Cannavaro Italien Juventus
Real Madrid
2007 Kaká Brasilien AC Mailand
2008 Cristiano Ronaldo Portugal Manchester United
2009 Lionel Messi Argentinien FC Barcelona
2010 Lionel Messi Argentinien FC Barcelona
2011 Lionel Messi Argentinien FC Barcelona
2012 Andres Iniesta Spanien FC Barcelona
2013 Franck Ribéry Frankreich FC Bayern München
2014 Cristiano Ronaldo Portugal Real Madrid
2015 Lionel Messi Argentinien FC Barcelona
2016 Cristiano Ronaldo Portugal Real Madrid
2017 Cristiano Ronaldo Portugal Real Madrid
2018 Luka Modric Kroatien Real Madrid
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