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Schlagwort: George Best

Alle Meister in der NASL

Die NASL war die North American Soccer League, die in den Jahren von 1968 bis 1984 eben in Nordamerika als professionelle Fußballliga betrieben wurde. Andere, meist lokale Ligen im Fußball gab es auch vorher und nachher, doch eine US-weite, bzw. mit Einbeziehung von Teams aus Kanada sogar internationale Profiliga gab es vorher nicht.

Wie es der Zufall so wollte, wurde dann zeitgleich eine Konkurrenzveranstaltung aus der Taufe gehoben, die anders als die NASL auch von der FIFA anerkannt wurde. Diese United Soccer Association getaufte Liga blieb hierzulande aber noch unbekannter als es bei der NASL der Fall war, zudem rekrutierte sie sich aus zwölf tatsächlich in Europa und Südamerika beheimateten Clubs, die eine Art Showliga in den USA abhielten. Diese überlebte aber nur ein Jahr, 1967, ehe sie anschließend mit der NASL zusammengeführt wurde.

(Alternde) Stars aus Europa in den Kadern der Teams

In Europa hätte man wohl kaum Notiz von dieser Liga genommen, wenn nicht viele bekannte Stars aus dem europäischen Fußball dem Lockruf des für damalige Verhältnisse tatsächlich großen Geldes, das es eine zeitlang in der NASL zu verdienen gab, gefolgt wären.

Darunter so illustre Namen des Weltfußballs wie:

  • Pelé
  • Johan Cruyff
  • Gerd Müller
  • George Best
  • Gordon Banks
  • Franz Beckenbauer
  • Bobby Moore
  • Eusebio
  • Carlos Alberto

Diese spielte in stets unterschiedlichen Besetzungen der Liga eine reguläre Saison und anschließend Playoffs, die in einem einzigen Finalspiel mündeten. Das gewannen in den Jahren des Bestehens der NASL die folgenden Clubs:

Jahr Meister
1968 Atlanta Chiefs
1969 Kansas City Spurs
1970 Rochester Lancers
1971 Dallas Tornado
1972 New York Cosmos
1973 Philadelphia Atoms
1974 Los Angeles Aztecs
1975 Tampa Bay Rowdies
1976 Toronta Metros-Croatia
1977 New York Cosmos
1978 New York Cosmos
1979 Vancouver Whitecaps
1980 New York Cosmos
1981 Chicago Sting
1982 New York Cosmos
1983 Tulsa Roughnecks
1984 Chicago Sting

Rekordsieger der versunkenen NASL ist damit der wohl bekannteste Club der Historie der NASL, Cosmos New York, wo Franz Beckenbauer zusammen mit Pelé spielte und drei Mal nordamerikanischer Meister wurde, nämlich in den Jahren 1977, 1978 und 1980. Nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr in die Bundesliga, zum Hamburger SV, kehrte Beckenbauer 1983 noch einmal für einige Spiele in die NASL zurück, da stand sie aber schon kurz vor ihrer Auflösung. Ihre letzte Saison erlebte sie 1984.

Zuschauerinteresse in der NASL meist nur vierstellig

Immer noch war Fußball bei den Amerikanern nicht angekommen. Die Zuschauerzahlen schwankten zwischen etwa 3.000 noch in den 1960er Jahren, erreichten ihren Höhepunkt 1980 mit 14.440 im Schnitt und wären deutlich schlechter gewesen, wenn nicht wenigstens in New York regelmäßig teils mehr als 40.000 Zuschauer – meist mit noch sehr jungen europäischen Wurzeln – zu den Spielen der NASL gekommen wären. Auch wenn man Bilder wie dieses aus der NASL kennt, mit prall gefüllten Tribünen, war das eben fast ausschließlich in New York der Fall. Meist sah es dann eher so aus. Eine Ausnahme stellten meist die Teams aus Kanada dar, wo der Zuschauerzuspruch ebenfalls recht hoch war.

In Deutschland als Operettenliga angesehen

Da man fast nur auf alternde Stars aus Europa und Südamerika setzte, fehlte dem gemeinen Amerikaner die Identifikationsmöglichkeit mit den Spielern. Zudem wurde Fußball damals noch als absolut exotisch in den USA angesehen. Der Begriff der „Operettenliga“ wurde damals sehr despektierlich für die NASL in Deutschland eingeführt, gerade so als sei das kein ernsthafter Sport. Eben nur Zeitvertreib, wie man es den amerikanischen Bemühungen, im Fußball endlich Fuß zu fassen ohnehin zu jener Zeit gerne vorwarf. Wie in einer Show am Broadway fühlte man sich aus Europa kommend wohl, wenn man die Spiele der NASL verfolgte. Noch dazu hatte man dort das Unentschieden abgeschafft. Gab es nach 90 Minuten keinen Sieger, wurde ein Shootout ähnlich desjenigen, welches im Eishockey angewandt wird. Auf europäische und südamerikanische Fußballseelen wirkte dies damals recht befremdlich.

Ständiges Kommen und Gehen der Clubs an der Tagesordnung

Insgesamt gab es genau 43 verschiedene Teams, die in den 17 Jahren ihres Bestehens an der NASL teilnahmen. Viele von ihnen existierten aber oftmals nur zwei bis vier Saisons, was die Identfikation zusätzlich erschwerte. Hinzu kamen Namensänderungen und Umzüge, wie man es auch heute noch aus dem US-Sport kennt. Kein einziges dieser 43 Teams schaffte es jedenfalls, von Beginn der NASL bis zu ihrem Ende dabei zu bleiben.

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Fifa führt Wildcards für die WM 2010 ein

[photopress:all_star_team.jpg,full,alignleft] Nach dem Ausscheiden einiger fußballerisch großen Größen in der WM-Qualifikation hat die FIFA entschieden, sich ein Beispiel am Basketballverband FIBA zu nehmen und vier Wildcards an auf sportlichem Wege nicht qualifizierte Nationen zu verteilen.

Die erste total wilde Wildcard geht überraschend an Argentinien, obwohl mit Maradona der größte Star dieser Auswahl längst gefeuert ist und wenn überhaupt, dann nur als Fan anrollen anreisen wird. Die Fußballkünste eines gewissen Menschen mit dem Namen, der wie eine Störung klingt, bei der man Berge an leeren Butterdosen, vollständig abgerollten Toilettenpapierrollen, Pfandflaschen, Tageszeitungen (seit 1986), Disketten, Foto-Alben, Pizza-Kartons und Büromaterial so kunstvoll neben- und übereinander arrangiert, das einzig der Weg vom Sofa zur Haustür und zur Toilette noch begehbar bleibt, sollen laut Insidern auch eine Rolle bei dieser Entscheidung gespielt haben.

Die zweite Wildcard geht an Deutschland, das sich in den Playoff-Spielen der europäischen Qualifikation ebenso überraschend Griechenland geschlagen geben musste. Aktive Weltstars besitzt diese Mannschaft zwar keine, dafür aber einen der größten Märkte für Sportartikel, Rasierzubehör, Kreditkarten, japanische Autos, Coca-Cola, Elektronikgeräte und Fast-Food-Mahlzeiten, auf den die FIFA aus verständlichen Gründen („For the good of the game“) nicht verzichten wollte.

Die dritte Wildcard geht an Nigeria, das sich nicht minder überraschend hinter Tunesien nicht qualifiziert hatte. Stimmen, die sich für Portugal mit dem tatsächlichen Weltstar Cristiano Ronaldo aussprachen, wurden mit dem Argument abgewiesen, dass Ronaldo in wichtigen Spielen ohnehin immer übermotiviert sei und die Bälle übers Tor schieße, weshalb zwangsläufig mit einem Vorrundenaus der Portugiesen zu rechnen und eine Wildcard somit vergebliche Liebesmüh sei.

Die vierte Wildcard geht an ein Allstar-Team, zusammengestellt aus Spielern, die zwar Weltstars sind, aber per Schicksalsschlag einen Pass eines Landes besitzen, in dem außer ihnen selbst nur ausgemachte Holzfüße und Für-die-Gasse-Blinden vor den Ball treten (sofern sie ihn treffen), weshalb ihnen ohne diese tolle Idee eines Allstar-Teams die Teilnahme an einem Weltturnier für immer verwehrt bliebe. Trainiert werden solle diese Auswahl der Besten vom Rest, für die trotz seines hohen Alters der nimmermüde Jari Litmanen genauso feststeht wie Ryan Giggs, George Best, Alexander Hleb, George Weah und Ole Gunnar Solskjær, von einem gewissen Trainer Baade, der ohne diese Allstar-Auswahl auch nie an einer Weltmeisterschaft teilgenommen hätte.

Was im Basketball schon lange Usus ist, wird nun also endlich auch beim Fußball eingeführt. Und alle Fans so: „Yeaahh“

photo credit: A.Kuzminski

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Alle Fußballer des Jahres in Europa

Jahr Sieger Land Club
1956 Stanley Matthews England FC Blackpool
1957 Alfredo Di Stefano Spanien Real Madrid
1958 Raymond Kopa Frankreich Real Madrid
1959 Alfredo Di Stefano Spanien Real Madrid
1960 Luis Suárez Spanien Real Madrid
1961 Omar Sívori Italien Juventus
1962 Josef Masopust Tschechoslowakei FK Dukla Prag
1963 Lew Jaschin UdSSR Dynamo Moskau
1964 Denis Law Schottland Manchester United
1965 Eusébio Portugal Benfica Lissabon
1966 Bobby Charlton England Manchester United
1967 Florian Albert Ungarn Ferencváros Budapest
1968 George Best Nordirland Manchester United
1969 Gianni Rivera Italien AC Mailand
1970 Gerd Müller Deutschland FC Bayern München
1971 Johan Cruijff Niederlande Ajax Amsterdam
1972 Franz Beckenbauer Deutschland FC Bayern München
1973 Johan Cruijff Niederlande Ajax Amsterdam
FC Barcelona
1974 Johann Cruijff Niederlande FC Barcelona
1975 Oleg Blochin UdSSR Dynamo Kiew
1976 Franz Beckenbauer Deutschland FC Bayern München
1977 Allan Simonsen Dänemark Borussia Mönchengladbach
1978 Kevin Keegan England Hamburger SV
1979 Kevin Keegan England Hamburger SV
1980 Karl-Heinz Rummenigge Deutschland FC Bayern München
1981 Karl-Heinz Rummenigge Deutschland FC Bayern München
1982 Paolo Rossi Italien Juventus
1983 Michel Platini Frankreich Juventus
1984 Michel Platini Frankreich Juventus
1985 Michel Platini Frankreich Juventus
1986 Igor Belanow UdSSR Dynamo Kiew
1987 Ruud Gullit Niederlande PSV Eindhoven
AC Mailand
1988 Marco van Basten Niederlande AC Mailand
1989 Marco van Basten Niederlande AC Mailand
1990 Lothar Matthäus Deutschland Inter Mailand
1991 Jean-Pierre Papin Frankreich Olympique Marseille
1992 Marco van Basten Niederlande AC Mailand
1993 Roberto Baggio Italien Juventus
1994 Christo Stoitschkow Bulgarien FC Barcelona
1995 George Weah Liberia Paris St. Germain
AC Mailand
1996 Matthias Sammer Deutschland Borussia Dortmund
1997 Ronaldo Brasilien FC Barcelona
Inter Mailand
1998 Zinedine Zidane Frankreich Juventus
1999 Rivaldo Brasilien FC Barcelona
2000 Luís Figo Portugal FC Barcelona
Real Madrid
2001 Michael Owen England FC Liverpool
2002 Ronaldo Brasilien Inter Mailand
Real Madrid
2003 Pavel Nedved Tschechien Juventus
2004 Andrij Schewtschenko Ukraine AC Mailand
2005 Ronaldinho Brasilien FC Barcelona
2006 Fabio Cannavaro Italien Juventus
Real Madrid
2007 Kaká Brasilien AC Mailand
2008 Cristiano Ronaldo Portugal Manchester United
2009 Lionel Messi Argentinien FC Barcelona
2010 Lionel Messi Argentinien FC Barcelona
2011 Lionel Messi Argentinien FC Barcelona
2012 Andres Iniesta Spanien FC Barcelona
2013 Franck Ribéry Frankreich FC Bayern München
2014 Cristiano Ronaldo Portugal Real Madrid
2015 Lionel Messi Argentinien FC Barcelona
2016 Cristiano Ronaldo Portugal Real Madrid
2017 Cristiano Ronaldo Portugal Real Madrid
2018 Luka Modric Kroatien Real Madrid
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Die k.u.k. Saison

Was gibt’s Neues auf dem arg begrenzten Planeten deutscher Fußball?

Zunächst wäre da die Rückkehr von Supermario als Aktivem, spielte er doch im Paul-Janes-Stadion am Wochenende 32 Minuten für die TuS Koblenz im Testspiel gegen Fortuna Düsseldorf. Das ist auch nicht viel weniger, als er sich zur Hochzeit seiner Karriere bewegt hat, aber wie wir nicht erst seit dem Film mit George Bests Füßen wissen, kommt es nicht so sehr darauf an, wie viel man läuft, sondern wann und wohin. Und da kann man noch so billig nörgeln, Basler war immerhin mal Torschützenkönig. Dass er später im Leben nicht immer alles getroffen hat, was man treffen könnte, muss man ihm nicht vorwerfen: Co-Trainer bei TuS Koblenz ist wesentlich mehr, als er ohne den Fußball hätte werden können.

An anderer Stelle hat man Angst um den Fußball, der in seiner Existenz bedroht sei, nur weil weiterhin keine Stars in der Bundesliga spielen könnten, man Fernsehgelder nicht hat wie andere und sowieso alles unfair sei. Ein altes Thema, das eigentlich keiner mehr hören kann, in einem Land, dessen Fußballbegeisterung in Kombination mit finanziellen Möglichkeiten alles übertrifft, was es woanders gibt. Zugegeben, Ribéry hielt größtenteils, was die Kloppelklöpper vorher versprachen. Doch würden wir wirklich Woche für Woche Ronaldinho, Cristiano Ronaldo oder Wayne Rooney in unseren Stadien sehen, wir wären doch schneller ernüchtert als uns lieb ist. 90 Minuten Fußball sind eben kein Werbeclip. Zudem halten wir der vermeintlichen Existenzbedrohung des Fußballs in diesem, unseren Lande entgegen, dass auf Schalke mal eben schlappe 80.000 kamen, nur um die Saisoneröffnung zu sehen. So tot wäre Roy Black Zeit seiner Karriere gerne mal gewesen, was er dann wiederum erst posthum geschafft hat.

Dem in Bezug auf Trends stets aktuellen Kicker ist inzwischen auch aufgefallen, was Public Viewing ursprünglich bedeutet und er füllt damit eine ganze Viertelseite, die mit dem Synonym „NICK“ unterschrieben ist und wohl so etwas wie eine Kolumne darstellen soll. In Zukunft will der kicker sogar eine „Rangliste des deutschen Fußballs“ eröffnen, in der abgetakelte Bundesligastars die von Redakteuren nach nicht einsichtigen Kriterien zufällig erwürfelten Ranglisten kommentieren dürfen. „xy meiner Meinung nach zu hoch, aber ansonsten chapeau, kicker!“ Auch ein Toni Schumacher freut sich schließlich, wenn er mal wieder angerufen wird. Dass Miroslav Klose in einer jener Ranglisten in der Kategorie Stürmer gänzlich fehlt, kann nur bedeuten, dass die Würfel runtergefallen sind, als sein Name gerade dran war.

Zu guter Letzt wird in ein paar Tagen die k.u.k.-Saison der Bundesliga eingeläutet und mit ein bisschen Nervenflattern an den richtigen Stellen ist es auch schon die letzte: die Klopp-und-Klinsmann-Saison. Klopp war zwar schon mal in der Bundesliga, 3 Jahre gar, aber an so exponierter Stellung wie dem Westfalenstadion mit einem riesigen Haufen Lemminge hinter sich noch nicht. Wobei der Dortmunder Lemming an und für sich auch gerne mal die Gefolgschaft verweigert. Ob das tatsächlich nur am mangelnden Talent der Röbers und Dolls gelegen hat oder ob es dem Dortmunder Lemming wesensimmanent ist, werden wir bald wissen. Und der gute Laune-Onkel, der mit dem kessen Spruch auf den Lippen, hat sich möglicherweise schneller verbraucht als Klinsmann es ins bajuwarische buddhistische Nirwana schafft. Wo früher oder später Sepp Maier auf ihn treffen wird, was ungemütlich werden könnte.

Ungemütlich wird es aber immer erst nach ein paar Spieltagen, nämlich dann, wenn die ersten Niederlagenserien vollbracht sind. Hoffen wir, dass wir uns dann und auch vorher schon kaiserlich und königlich amüsieren werden, wenn es wieder heißt:

Et hatt noch immer jott jejange
Den Bongartz beißen die Hunde
Helau und Alaaf, die Närrinnen und Narralesen sind da!

Achja, und der Unaussprechliche möchte weiter versuchen, an sich zu arbeiten. Aber das ist ja nichts Neues.

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Gascorsakoff

Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man fast vermuten, dass Paul Gascoigne das Passwort zu seiner eigenen Webseite vergessen hat und sie deshalb seit 2 Jahren nicht mehr aktualisiert. Einen langen Rückblick auf seine Eskapaden ersparen wir uns, sie sind allseits bekannt, nur dass er zuletzt erneut „in verstörtem Zustand“ aufgegriffen wurde vielleicht nicht.

Angesichts der dauernd wiederkehrenden Abstürze und der anscheinend zunehmenden Schwere jener bliebe vielmehr zu hoffen, dass er nicht noch elementar wichtigere Dinge vergessen hat als das Passwort zu seiner Webseite. Zum Beispiel, wer er ist, wo er gerade wohnt, wie er dahinkommt und vor allem, dass Menschen ihrem Körper ab und an auch mal Wasser zuführen sollten. Sonst lesen wir von ihm bald einzig in einem Atemzug mit George Best, Stan Libuda und Garrincha.

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Idole: George Best

Wirklich seltsam ist diese Zusammenstellung des Interviewers, der gerade seine Milchzähne verloren zu haben scheint, mit dem zu Interviewenden, Morrissey. Auf mich wirkt der Bubi wie ein kleiner Redaktionspraktikant, ganz so dumm sind die Fragen, die er stellt, aber nicht, und so antwortet Morrissey in bekannter Manier. Zum Beispiel dass er unter den lebenden keine Vorbilder fände, unter den Toten hingegen „Tausende“. Eins davon wäre angeblich George Best, und dort muss man mir dann mal zu Hilfe kommen, warum der bekennende Fußballignorant Morrissey plötzlich George Best als „Vorbild“ verkauft. War Best je politisch aktiv, war er außer auf dem Platz für irgendetwas bekannt, was ihn Morrissey sympathisch hätte machen können?

Das Interview mit Morrissey gibt es hier im Original, allerdings braucht man dafür ein bisschen Geduld.

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Nass, trocken, nass

Der Wetterbericht für gestern Abend laut Spiegel Online: Nass, trocken, nass, trocken, nass, nass, nass. Immer wieder nass.

Es wird wohl nix mehr mit Gazza. Bald wird er tot sein. Andreas Sassen ist schon tot. Jimmy Hartwig hat es immer wieder aus den Sendungen geschossen, an denen er nach seiner aktiven Karriere teilnehmen durfte; Uli Borowka (man ist geneigt „Borowski“ zu schreiben) hat es geschafft, aber auch nur nach Jahren der Qual. Erwin Kostedde wollte nie wieder arbeiten, sondern nur noch „am Tresen stehen und saufen“. George Best ist daran verendet, und es ist wirklich nur noch eine Frage der Zeit, bis das Feuerwasser diesem bemerkenswerten Fußballer mit dem Spitznamen Gazza den Garaus machen wird.

Spiegel Online schreibt:

„Wie Scotland Yard mitteilte, alarmierte ein 43-jähriger Mann am frühen Morgen die Polizei und gab an, er sei von Gascoigne tätlich angegriffen worden. Daraufhin wurde „Gazza“ in einem benachbarten Lokal von Beamten gestellt und musste den Rest der Nacht in Gewahrsam verbringen. Das Opfer sei jedoch nicht ernsthaft verletzt worden, hieß es.

Im vergangenen Jahr hatte sich der 57-malige englische Nationalspieler erfolglos als Trainer beim unterklassigen Klub Kettering Town versucht, wo ihm fortwährende Alkoholprobleme nachgesagt wurden. Nach nur 39 Tagen musste er vom Traineramt wieder zurücktreten.“

Ich erinnere mich noch an eine Nachricht aus China, als Gazza dort im Frühwinter seiner Karriere unter Vertrag stand und sich ein Mitspieler dergestalt äußerte, dass er morgens beim Training um 10h neben Gazza stehend ständig dessen Fahne riechen konnte.

Noch als aktiver Spieler wurde er heulend und wimmernd — und vollstramm — vor der Tür der neuen Wohnung seiner Frau gefunden, die vor ihm geflüchtet war, weil er — vollstramm — manchmal prügelte. Er hat so manches Hotelzimmer, so manche Flugzeugausstattung zerlegt. Zur EM 2000 fuhr er mit Englands Nationalteam nicht mit, u. a. weil er kurz vor dem Ende der Nominierungsfrist mit Rod Stewart mehr als eine Nacht publikumswirksam durchsoff.

Als Anekdoten mögen das alles schöne Geschichten sein, über die man sich einzeln betrachtet herzlich amüsieren kann. In ihrer Summe sind diese Anekdoten — und es sind ja nur die haarsträubendsten Geschichten, die in die Medien gelangen — aber nichts anderes als das Zeugnis eines schwerkranken Mannes, der so langsam nur noch eine Wahl hat: Er schafft es oder eben nicht.

Für manche ist der Teufel Alkohol ein Gegner, den sie schließlich besiegen. Für andere ist dieser Teufel ein zu harter Gegner. Scheint so, als wenn der Alkohol für Gazza zur zweiten Kategorie gehört.

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