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Schlagwort: Miroslav Klose

Der alte Kahn-Lehmann-Vergleich

Der alte Kahn. So ganz gekentert ist er noch nicht, obwohl ihm ja die Zurückstufung vor der WM das innerliche Genick gebrochen hat. Aber lange wird er es nicht mehr machen und das ist auch gut so. Schade ist natürlich, dass wir dann auf keine seiner Eskapaden mehr hoffen dürfen. Die Liste ist lang, Heiko Herrlich, Stéphane Chapuisat, Miroslav Klose, Thomas Brdaric — man müsste sich eher fragen, wen er noch nicht gebissen hat.

Dass Klinsmanns Entscheidung richtig war, beweisen aber auch die Torjägerqualitäten der beiden. Schauen wir es uns an: Kahn schießt ein Tor. Und dann schauen wir, wie Lehmann ein Tor schießt. Merkt Ihr was? Kahn kennt nicht mal die Regeln des Spiels, mit dem er sein Geld verdient. Das kann ich natürlich nicht durchgehen lassen. Also ab in den Ruhestand mit ihm, bevor er demnächst noch mit Golfschläger zum Spiel einläuft. Senilität ist schön und gut, hat aber im Stadion nichts zu suchen.

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Der (Sprach-)Schlächter von Hamburg

Unhold Eckmann (so getauft von Leodator) sagte heute in der Sportschau:

„Miroslav Klose, der perfekteste Bundesligastürmer, zeigt seine Genialität.“

Dem möchte ich ein entschiedenes:

„Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.“

entgegen.

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Kerner ist ein Reh Fuchs

Es ist schockierend (schockierend im Sinne des Fußball-Interessenten, nicht im Sinne des an-wirklich-wichtigen-Dingen-interessiert-Seienden), dass Johannes Baptist Kerner bereits einmal einen Medienpreis erhielt. Abgesehen von seinem extrem schleimigen Verhalten in seiner Talk-Show, die ich nur zwei Mal sah, verstehe ich nicht, wie man ausgerechnet einem der beiden schlechtesten Fußball-Kommentatoren (neben Beckmann) in der deutschen Fernsehlandschaft einen Preis ausgerechnet für seine Sportberichterstattung verleihen kann. Das ist ungefähr so, als wenn man mir einen Preis für meine Kochkünste überreicht. Oder um es auch für andere genauer zu sagen: Das ist ungefähr so, als wenn man Miroslav Klose, dem Schwalbenkönig von Kaiserslautern, einen Fairnesspreis überreicht, weil er einmal dem Schiedsrichter erzählt, dass ein vermeintlicher Strafstoß keiner war. Um es noch genauer zu sagen: Das ist ungefähr so, als wenn man Juventus einen Preis dafür überreicht, dass Juventus seit 78 Spieltagen in Folge an der Tabellenspitze war. Um es noch genauer zu sagen: Das ist ungefähr so, als wenn man den Brasilianern einen Preis überreicht für ihr tolles, fußballerisch überzeugendes Auftreten bei der WM 2006 (man könnte auch 2002 einsetzen, um nicht Rivaldos Showeinlage gegen die Türkei zu vergessen).

Um es einfach mal auf den Punkt zu bringen, Johannes Baptist Kerner für seine Sportberichterstattung einen Preis zu verleihen ist so, als wenn man dem Eigentorschützen einen Pokal überreicht, den die wegen seines Eigentores siegreiche Mannschaft eigentlich hätte bekommen sollen. Um es noch einmal ganz genau auf den Punkt zu bringen, ist es so, dass man diesen Preis, den man da verlieh, eigentlich sich selbst hätte überreichen müssen, und zwar für die unglaublich falscheste (ich weiß, dass es von falsch keinen Superlativ gibt, aber bitte) Entscheidung, die man je getroffen hat. Wie kann man ernsthaft Johannes Baptist Kerner einen Preis für Sportberichterstattung zukommen lassen? Man gibt doch auch der FOTO-Zeitung keinen Preis für objektive Berichterstattung. Man gibt doch auch Angela Merkel keinen Preis als Playmate des Jahres oder Jürgen Klinsmann einen Preis für seine Vertragstreue. Aber Bambi und damit der Burda-Verlag verlieh Johannes Bambi Kerner 2004 einen Baptisten für seine Sportberichterstattung.

Sollte ich je in den Genuss dieser Ehrung kommen, muss ich leider dankend ablehnen, da sie offensichtlich ironisch gemeint ist.

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Stumpen-Rudi wird den Pott nicht mehr kaputtmachen

Klar, denn Rudi Assauer ist gar nicht mehr beim FC Schalke 04 beschäftigt, wir erinnern uns so langsam aus dem WM-Dunst erwachend, dass es auch noch einen nationalen Fußball gibt, und der besteht aus zwei Bewerben: der Meisterschaft und dem Pokal.

Für den DFB-Pokal wurde heute (?) die erste Runde ausgelost und dabei kommt es zur Neuauflage des letztjährigen Halbfinales zwischen dem FC St. Pauli und den Münchner Roten.

Weitere große Highlights gibt es nicht zu vermelden, außer vielleicht dass der FC Homburg mal wieder im DFB-Pokal mitspielt. Der FC Homburg erreichte kurzzeitige Bekanntheit, weil er für den Kondomhersteller London in der Bundesliga warb [Link leider tot]. Miroslav Klose spielte auch mal ganz kurz dort. Viel mehr ist nicht.

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Getönte Scheibe gefällig?

„Ich hatte auch einige Freunde, die Kfz-Mechaniker waren. Die wussten schon, wie sie an ihren Autos die eine oder andere PS rausholen können. Klar, die Autos waren tiefer gelegt, ein Sportauspuff musste auch her.“

Ich wusste schon immer, warum ich Fußball so liebe und warum man trotz heutigem Gedöhns und Klimbim, trotz Autorenlesungen und André Heller noch schief angeschaut wird, wenn man sagt, dass man Fußball mag.

Miro Klose sagte das oben im Interview mit der ZEIT. Und da bin ich dann doch irgendwie froh, dass Klose so selten Interviews gibt. Sonst würde man noch mehr über diesen Proleten erfahren, der am liebsten mit tiefer gelegtem Wagen und Sportauspuff durch die Gegend fährt.

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Tour d‘Allemagne

Es gibt auch noch andere Sportarten neben dem Fußball. Tatsächlich? Ich muss zugeben, dass mich andere Sportarten kaum interessieren. Ich bin sozusagen Nonfußball-blind. Leichtathletik, in den 1980er Jahren noch einer der größeren Publikumsmagneten, darbt kurz vor der Nichtexistenz in der öffentlichen Aufmerksamkeit. Handball, das sind die Jungs in den miefigen Turnhallen, die sich ständig verletzen. Eishockey, mag sein, dass es das noch gibt, ich habe lange nichts mehr davon gesehen. Formel 1 – gut, dieses Grundübel unserer Gesellschaft (hoho) erhält noch ein bißchen Aufmerksamkeit vom großen zu verteilenden Aufmerksamkeitskuchen. Zum Glück nur noch so lange, bis der Doofe mit dem langen Kinn endlich sein Lenkrad an den Nagel hängt.

War da sonst noch was? Tennis, da muss ja wohl ein jeder kurz lachen. Tennis gibt es noch, aber nur in Form von Boris Becker als Interviewer von Miroslav Klose („Wie fühlen Sie sich jetzt?“) beim Fußball. Alles, wie allseits bekannt, nur so lange interessant, wie ein Deutscher dort Erfolg hat. Oder würde sonst jemand ernsthaft Rodeln bei Olympia schauen?

Deutscher? Erfolg? Da gibt’s doch noch einen… richtig, Jan Ullrich. 27 Mal wurde er Zweiter bei der Tour de France, das hat noch keiner vor ihm geschafft. Und jedes Jahr drücken ihm alle die Daumen, aber jedes Jahr ist es auch dasselbe. So auch dieses Jahr wieder: Meldungen von seinen Verletzungen und der deshalb unterbrochenen Vorbereitung haben uns erreicht, wahrscheinlich haben die Journalisten einfach die alten Meldungen genommen und die Jahreszahl auf 2006 geändert.

Fußball und Tour de France konkurrieren also wie jeden zweiten Sommer um die Aufmerksamkeit der Sportinteressierten, und wer schon mal länger als 5 Minuten Tour de France geschaut hat, kennt auch den als Teufel verkleideten Spinner Edelfan der Tour de France, der mit seinem Dreizack in der Hand hinter den Fahrern herklabautert. In diesem Sommer geht selbst dieser besondere Fan wegen des Fußballs auf Abwege: Er hat ein Fußball-WM-Dreirad gebaut.

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Mein Gesicht im Fernsehen

Die Nationalmannschaft dreht gerade Werbespots und macht Fotos für die Sponsoren. Dabei sind 28 26 (Jens Lehmann und Robert Huth bleiben in England) Spieler, auch der verletzte Miroslav Klose und der blutende Christoph Metzelder nach Düsseldorf, wo sich die Mannschaft trifft, angereist.

28 Spieler stehen zur Auswahl. 23 Spieler dürfen nur mit zur WM.

Das bedeutet also, dass wir, gesetzt den Fall, dass die Mannschaftsfotos und die Werbespots mit allen 28 Spielern gedreht werden, 5 Spieler in den Spots sehen werden, die dann, kurz vor der WM, vom Trainer aussortiert werden werden.

Ich frage mich gerade, wie man sich fühlt, wenn man kurz vor einer Teilnahme an der WM stand, und dann, wenn sie ohne einen stattfindet, sich selbst ständig im Fernsehen in den Werbespots der Nationalmannschaft im Nationaltrikot sehen muss. Zu Hause. Vom Sofa aus.

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Die große ZDF-WM-Gala

Wenn ich einen Fernseher hätte, hätte ich heute Abend die WM-Gala im ZDF geschaut. Da hätte ich dann unter Anderem gesehen:

- den unvermeidlichen Horst Eckel, Weltmeister von 1954. Zeit für ihn, langsam abzutreten, sonst muss er noch die nächsten 10 Jahre in komischen WM-Galas und bei WM-Auslosungen auftreten. Zu sagen hatte er jedenfalls nix.

- Paul Breitner, wie er seine Rolle als fiese Möpp bestätigt, indem er in Anwesenheit von Johann Neeskens Moderator Kerner widerspricht, dass die Holländer eigentlich die beste Elf der WM 74 waren. „Nein, das waren die Polen!“ – Arroganter Sack.

- Toni Schumacher, wie er beim Anblick der Gegentore im Finale 1986 (fast) anfängt zu weinen.

- Klaus Fischer, wie er im hohen Alter von ca. 50 Jahren noch Fallrückzieher beherrscht und von Manni Kaltz zugeworfene Bälle in einem Tor versenkt. Respekt. Ich konnte Zeit meines Lebens keinen Fallrückzieher. Grätschen kann ich übrigens auch nicht.

- Oliver Pocher, der versucht, Lukas Podolski zu imitieren, was total in die Hose geht. Niemand erkennt es. Peinlich.

- Ingolf Lück. Was hat Ingolf Lück bei einer WM-Gala zu suchen? Okay, als Showgast mal kurz, aber er saß den ganzen Abend auf dem Sofa neben Kerner. Versteh ich nicht, zumal er auch zum Thema nix zu sagen hatte, außer der falschen Information, dass Schnellinger ja in der 90. Minute gegen Italien bei der WM 1970 das 3-3 erzielt hätte. Natürlich war es das 1-1.

Weitere Erkenntnisse:

- Berti Vogts hat schon 1978 genauso wehleidig und verunsichert in die Kamera gesprochen wie heutzutage auch.

- Kerner lässt selten jemanden aussprechen. Hat er das bei der WM-Auslosung auch schon so gemacht?

- die beiden Typen, die Goleo und Pille sprechen, sind ungefähr so schlagfertig wie ein Stück Holzkohle.

- ob Miroslav Klose bei so einer Gala auftaucht und Belanglosigkeiten in seinen Hemdkragen nuschelt oder nicht, ist Jacke wie Hose.

- Kerners Frage ist immer „Wie haben Sie sich da gefühlt?“ und es geht im Fußball immer um „Emotionen“. Ich dachte, beim Fußball geht es in erster Linie um Fußball. Mein Gott, dieses Geschwaller ist echt nicht auszuhalten.

Wie gut, dass ich die Sendung nicht geschaut habe.

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Kuranyi, die Pellwurst

Der kicker schreibt mal wieder sehr treffend über die Aussichten der Kandidaten für eine WM-Nominierung:

„Miro Klose (27) thront über allen, Lukas Podolski (20) und trotz technischer Mängel auch Kevin Kuranyi (23) stehen nicht zur Diskussion.“

Warum steht Kuranyi, die Pellwurst, trotz technischer Mängel nicht zur Debatte? Hat Neuville etwa technische Mängel? Nein. Hat Kuranyi eine Lobby, die ich nicht sehen kann, weil sie im Zigarrendunst kaum zu erkennen ist? Nein. Ich verstehe die Gründe für diese — leider zutreffende — Einschätzung nicht. Asamoah, zugegeben auch ein Chancentod, aber wesentlich effektiver in Zweikämpfen, steht zur Debatte. Der Volltrottel namens Kuranyi, der keinen Ball stoppen kann, nicht? Warum?

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