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Schlagwort: Nationalhymne

Sverige — Tyskland 3:5 – Die Evolution frisst ihre Kinder

I have a dream. Und der geht so: An einem vielleicht regnerischen Tag im Februar 2014 wird Jogi Löw einen Termin in London haben. Er wird seinem Gesprächspartner mitteilen, dass er weiterhin voll auf ihn setzt. Dieser aber leider nicht mitfährt zur WM, zumindest nicht im 23er-Kader, aber für den Fall der Fälle solle er sich bereithalten. Später werden beide Beteiligten der Presse das genaue Gegenteil darüber erzählen, was denn nun Inhalt des Gesprächs gewesen sei. Der so Besprochene wird aber nicht im Flieger nach Brasilien sitzen, was der entscheidende Punkt dieses Traums ist.

Tja, schade, dass das nur ein Traum bleiben wird, aber was man angesichts der mit ordentlich Teufelspepperoni gefüllten Ladungen an Offensivpower mit durchdachten, kreativen und handlungsschnellen Szenen gestern in der Partie gegen Schweden noch mit Lukas Podolski bei einer WM möchte, wo die Besten der Besten eines Landes zusammengerufen werden, wird auf immer Jogi Löws Geheimnis bleiben. Die Defensivstärke im Vergleich zu den ihn nun überflügelt habenden Spielern kann es bei Podolski kaum sein, denn die müsste man immer noch mit der Lupe suchen.

Ansonsten bot die Partie genau das, was man von ihr erwartete. Einen immer wieder zum Patzer und dann zur patzigen Reaktion neigenden Manuel Neuer, der immerhin dann doch mal nach knapp 160 Minuten gegen Schweden einen dieser Bälle zu fassen bekam, die man ihm ständig aufs und dann ins Tor hämmerte. Eine Defensive, die löchrig genug ist, auch gegen Fußballgroßmächte wie Paraguay, die USA oder die Schweiz 3 Tore und mehr zu kassieren, zeigte wieder einmal ihre lachende Fratze. Lachend für Produzenten von Tornetzen, denn die spielten gleich 8x die ihnen zugedachte Rolle.

8x, das bedeutet auch, dass der Ball 5x in des Gegners Tor landete und es war der große Jannik Sorgatz, der letztens darauf hinwies, dass die DFB-Auswahl damit 9 Partien in Folge mindestens 3 Tore erzielt hat. Oliver Fritsch argumentierte in der Zeit, dass zu viele Tore dem Fußball nicht gut täten und auch Bastian Schweinsteiger äußerte sich nach seinem Jubiläumsspiel, dass ihm ein 2:0 deutlich lieber als ein 5:3 sei, denn dieses sei ein „schlechtes Ergebnis“. Erinnerungen wurden wach an das 4:2 gegen Griechenland im Viertelfinale der EM, als sich kaum jemand an den 2 Gegentoren der Griechen störte, welche doch für gewöhnlich nur 1 Tor pro Partie erzielen und diesen Wert mal eben gegen Deutschland verdoppeln konnten. Denn vorne rappelte es ständig im, Entschuldigung, in den Tornetzen und dann lässt man auch schon mal fünfe gerade sein.

Wie erwartet also die Rückkehr zu einer schwachen Defensivleistung, die auch nicht damit zurecht gerückt werden kann, dass die Schweden in der ersten Halbzeit nur 2x aufs Tor schießen. Was ja fast so klingen sollte, als seien das 2 Sonntagsschüsse gewesen, die so nicht in anderen Partien wieder passieren könnten. Erstens waren diese Tore glänzend herausgespielt und dann doch wieder so einfach, wie es eben ist, die deutsche Abwehr auszuspielen. Und zweitens zeigt die Vergangenheit ja, dass es eben nicht ein mal im Jahr vorkommende Sonntagsschüsse sind, die zu deutschen Gegentoren führen, sondern dass es wieder und wieder möglich ist selbst für die Nr. 50 der Weltrangliste, zwei, drei Tore zu erzielen. Wie erwartet, eben, und das sogar ohne Ibrahimovic.

Was man nicht erwarten kann, ist dass man beim Zuschauen auf einmal ein Gottesteilchen entdeckt. Aufgeblitzt war es in jener Szene, die zum 4:2 durch André Schürrle führte, als schon der durch eine blitzschnelle Drehung gewonnene Zweikampf auf der linken Außenbahn in Höhe der Mittellinie deutlich schrie, dass nun etwas sehr Besonderes passieren würde. Während man einigermaßen eingelullt von den vielen Toren vor dem Fernseher sitzt, plötzlich dieser Moment, an dem der Fernseher zu einem Medium des Lebens wird, sich die Schönheit des Spiels eröffnete und beinahe, für einen Moment jedenfalls, die Seele rein machte und eine Ahnung vom Gefühl der Erfüllung bescherte.

Zum Glück wird man von den Menschen beim ZDF, die dieses Spiel begleiten, immer sofort in die Realität zurückgeholt. Da spricht ein vermeintlicher Experte zum ersten Mal in seinem Leben selbstironisch davon, dass es ja auch viel „Druck“ gegeben habe, Applaus, Applaus, es gibt noch Hoffnung, da macht er diese Hoffnung im selben Moment zunichte, als er sich jeglicher Diskussion der anderen gesehenen Partien entzieht und stattdessen ständig über seine Erinnerungen von anno dazumal schwadroniert, deren Kontext zur Gegenwart man selbst mit jener Lupe, die Podolskis Defensivstärken sichtbar macht, nicht findet. In Moldawien habe er mal gespielt, das Publikum war gegen ihn, der Platz ein Unding, ja, Opa, jetzt iss auf und stell Dich neben den Franz. Was es über die anderen Mannschaften bei der WM alles zu sagen gegeben hätte — wer weiß das schon? Ein Zuschauer des ZDF jedenfalls nicht.

So frisst die Evolution ihre Kinder, Bastian Schweinsteiger wirkt schon wie ein alter Mann vor seinem letzten Turnier, dabei hat er die 30 Lenze noch gar nicht erreicht, und Oliver Kahn wirkt wie ein Fußballkommentator aus den 1990ern, als genau solche Dönekes schon ausreichten, um den Vertrag verlängert zu bekommen. So wie Podolski nicht mehr in diese Zeit passt, zu wenig handlungsschnell, zu wenig variabel, so passt auch Oliver Kahn nicht mehr in diese Zeit. Für Geschichten von damals gibt es hinten in der 11Freunde eine Rubrik, ein Interview alle paar Jahre mal sollte für Kahn dann ausreichen. Ansonsten gilt für ihn genauso wie für die Generation Podolski: Platz machen, die Evolution hat sie überholt. Zum Glück.

Und dann waren da noch die herrlichen Einlaufkinder, die dem ganzen Popanz, den der Fußball und die Menschen sich ausgedacht haben, eine schöne lange Nase zeigten. Nationalhymnen, bei denen man andächtig stehen muss, deren Text man mitsingen muss und Spot und TV-Kamera auf die modernen Gladiatoren gerichtet, die zu Helden überhöht werden — alles wunderbar karikiert von zappelnden, in der Nase bohrenden, sich ständig umdrehenden oder ihr Bäuchlein tätschelnden Einlaufkindern. Sollte man öfter machen, diese besonderen Kinder in den Vordergrund zu holen — ohne sie dabei dem Voyeurismus auszuliefern, falls das möglich ist.

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Adeus a Brasil

Die WM ist tot, es lebe die WM!



Endlich keine Vuvuzelas mehr, endlich wieder Fußballstimmung.

Okay, es ist noch vier Jahre hin, vorher gibt’s noch Bundesliga, DFB-Pokal, Champions League und Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Außerdem sind die Anstoßzeiten wahrscheinlich eher ungünstig für mitteleuropäische Zuschauer, was wiederum Public-Night-Viewing eher unwahrscheinlich werden lässt.

Aber dann endlich wieder „Aaahs“ und „Ooohs“ bei einem Fußballspiel, bei einer WM hören zu dürfen, wird das Ganze sicher deutlich angenehmer und mitreißender (um die Vokabel von den Emotionen zu vermeiden) werden lassen als es in Südafrika der Fall war. Die Spiele waren ja gar nicht so viel schlechter als andere WM-Spiele oder auch nur Fußballspiele. Allein: Wenn man nicht in der Öffentlichkeit geschaut hat, fehlte einfach dieses Auf und Ab.

Nirgendwo schläft man besser als in einem gleichmäßig vor sich hinratternden Zug. Erst wenn er hält und das Rattern verstummt, wacht man auf. Die Vuvuzelas aber verstummten nie.

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Bela-Rethy-Facts-Sheet N° 1 — Nordkorea

Das nach außen völlig abgeschottete Nordkorea — kein Staat der Erde hat eine geringere Ausländerquote als Nordkorea — nimmt in Südafrika 2010 erst zum zweiten Mal an einer Fußball-Weltmeisterschaft teil.

Nordkoreas erste Teilnahme fand 1966 bei der WM in England statt.

Bei diesem ersten Auftritt auf der Weltbühne des Fußballs gelang Nordkorea ein sensationeller 1:0-Erfolg über Italien. Obwohl doch alle nach dem 0:3 in der Auftaktpartie gegen die UdSSR mit einem Gesänge- und tonlosen Ausscheiden dieses Exoten gerechnet hatten. Gegen Chile glückte im zweiten Spiel der Ausgleich in der 88. Minute, ehe es im letzten Vorrundenspiel zu einer der größten Sensationen bei Weltmeisterschaften überhaupt kam.

Gruppe D
Dienstag, 12.07.1966 UdSSR – Nordkorea 3:0 Middlesbrough, 22.568
Freitag, 15.07.1966 Nordkorea – Chile 1:1 Middlesbrough, 15.887
Dienstag, 19.07.1966 Nordkorea – Italien 1:0 Middlesbrough, 18.727
Viertelfinale
Samstag, 23.07.1966 Portugal – Nordkorea 5:3 Liverpool, 51.780

Nach dem von niemandem erwarteten, von den Zuschauern in Middlesbrough aber vernehmlich gefeierten 1:0-Sieg gegen Italien stand Nordkorea unter den besten acht Teams der Welt. Gegen Viertelfinalgegner Portugal führte Nordkorea dann sogar schon mit 3:0, ehe vier Tore von Eusebio plus ein weiteres von Eusebio aufgelegtes Tor doch noch die Niederlage und das Ausscheiden Nordkoreas erwirkten. Nichtsdestotrotz bleibt von diesem ersten Auftritt bei einer WM vor allem der Sieg gegen Italien im Gedächtnis und eher weniger das dramatische Ausscheiden.

Allerhöchste Rethy-Alarmstufe gilt deshalb für die folgende Information: „Der Torschütze des 1:0-Siegtores gegen Italien heißt Pak Doo Ik.“ – „Die Legende sagt, vor dem entscheidenden Schuss hatte er in den Boden getreten, so dass sein Gegner getäuscht war und ausrutschte, woraufhin Pak Doo Ik gegen Enrico Albertosi einschießen konnte und die Italiener vorzeitig nach Hause fuhren.“


(In der etwas längeren Zusammenfassung des Spiels sieht man, dass Nordkorea durchaus noch weitere gute Chancen hatte und nicht — wie so häufig bei „sensationellen“ Siegen — nur einen einzigen Sonntagsschuss ins Tor versenkte.)

Das der übrigen Welt unbekannte Land hat etwa 22 Millionen Einwohner, von denen knapp 8 Millionen zur Zeit beim Militär sind, aktiv oder als Reservist. Der Wehrdienst in Nordkorea dauert je nach Waffengattung zwischen drei und sieben Jahre. Nordkorea verfügt nach China über die zweitgrößte Armee Asiens, weitere Quellen sprechen von der drittgrößten der Welt, mit einer Million Mann ständig an der Waffe. Aber das nur am Rande. Wichtig ist Pak Doo Ik. Pak Doo Ik. Damals, an einem Dienstag in England.

Die Italiener mussten vorzeitig von der WM 1966 nach Hause reisen und wurden mit Schimpf und Schande, des Weiteren mit faulem Obst und tumultartigen Szenen empfangen.

Pak Doo Ik und seine Teamkollegen wurden daheim mit Orden empfangen.

Es war damals gar nicht so einfach, dass Nordkorea überhaupt an der WM teilnahm, denn Großbritannien pflegte keine diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea. Man einigte sich darauf, vor Spielen Nordkoreas statt deren Hymne nur einen Marsch zu spielen. Alle vier Versionen dieses Marsches hörte ein gewisser Pak Doo Ik vom Spielfeld aus, weil er alle vier WM-Spiele Nordkoreas von Beginn an bestritt.

Angeblich war das nordkoreanische Team vor der WM 1966 ein Jahr lang zusammen einkaserniert. Darunter auch ein gewisser Pak Doo Ik.

In Nordkorea wurden manche Spiele der WM 2006 übertragen, allerdings nicht live, sondern zeitverzögert. Hatte ein als feindlich eingestufter Staat das Spiel gewonnen, wurde gar nichts von dieser Partie gesendet. Doch das ist alles nicht so wichtig wie der Name des Siegtorschützen Nordkoreas gegen Italien: Pak Doo Ik.

Das größte Stadion der Welt steht in Nordkorea, das MayDay-Stadion in Pjöngjang, benannt nach dem 1. Mai und 150.000 Zuschauer fassend. Sicher war auch Pak Doo Ik schon einmal dort.

Die Menschenrechtslage in Nordkorea piep krächz pfeif … [Ein Radio-Standbildfoto von Bela Rethy (wenn man genau hinschaut, kann man schemenhaft allerdings Joseph S. Blatter erkennen, der zum Klang einer Vuvuzela sein Mantra betet, dass es im Fußball nur um Sport ginge und dieser sich aus Politik herauszuhalten habe, bis sich das Bild wieder normalisiert und die Vuvuzela verklingt) wird eingeblendet, die üblichen Vuvuzelas setzen wieder ein.] … krächz pfeif zuletzt noch 2008.

Die Kindersterblichkeitsrate in Nordkorea liegt mit 51 auf 1000 ungeheuer hoch, und damit dennoch nur auf dem 49.-schlechtesten Rang aller Nationen der Erde. Nach der Zerstörung eines für atomare Vorhaben benötigten Kühlturmes durch das nordkoreanische Militär entfernte George W. Bush Nordkorea von seiner Liste der zu ächtenden Staaten und ermöglichte neuerliche Hilfslieferungen an die seit Jahrzehnten unter Nahrungsmittelmangel leidende Bevölkerung. Seit ebenso vielen Jahrzehnten gibt es jedoch mehr als nur Gerüchte, dass sich an diesen Hilfslieferungen hauptsächlich die regierenden Clans bereichern, weshalb derartige Lieferungen bereits in den 1980er Jahren immer wieder von Seiten der Hilfsorganisationen eingestellt wurden.

Das System der Schriftzeichen der Koreaner wird von Gelehrten (von welchen, ist unbekannt) abfällig als „Morgenschrift“ bezeichnet, weil man es — anders als das Chinesische — an einem einzigen Morgen erlernen könne. Es gibt nur rund 40 Schriftzeichen, deren Anordnung allerdings deutlich von der europäischer Schriftzeichen abweicht. Internetzugang ist der breiten Bevölkerung in Nordkorea nicht möglich, immerhin gibt es ein staatsinternes Intranet… huch, hier ist irgendetwas verrutscht: Was hat das auf einem Bela-Rethy-Fact-Sheet zu suchen?

Wichtig bleibt wie erwähnt der Dienstag in England: Pak Doo Ik. Der Mann ist verheirateter Arzt und war im Jahr 2002 mit den noch lebenden insgesamt sieben Spielern der Siegermannschaft ein zweites Mal in England, was zwei Briten zur Dokumentation „The Game of Their Lives“ nutzten. Ob zu Anlass der Rückkehr der Nordkoreaner die Hymne ihres Staates gespielt wurde, ist unbekannt. Jemand anderes aber wird nicht vergessen, die Hymne auf Pak Doo Ik zu singen: Den kennt man ja dann.

(PS: Interessant ist auch, was Google Maps bei genauerem Hinsehen über Nordkorea preisgibt. Das kann aber niemals auf einem Bela-Rethy-Fact-Sheet erscheinen, weil Bela Rethy niemals annimmt, dass sich seine Zuschauer in gewissen Fragen vielleicht auch vorher schon selbst informiert haben könnten, bzw. dass sie das, während sie das übertragene Spiel schauen, noch tun könnten.)

(PPS: Die Frage sei erlaubt, ob das Wort „Vuvuzela“ — wenn man richtig hinhört — gar nicht wie „Uwe Seeler“ klingt, sondern wie Bela Rethy. Oder anders gesagt: Ob wir nicht wissen müssten, dass man sich an das 90-minütige Getröte sehr gut gewöhnt: Man hört schon nach ein paar Minuten nicht mehr so richtig hin.)

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Live vom Ende der Sommerpause

22:49h Jetzt aber doch Peter Lustig. Der Name war heute zum Glück Programm, einen besseren Saisonauftakt wünschen sich wohl nur hoffnungslose Perfektionisten.

22:37h Ich spreche meine Bekannten übrigens auch nur noch mit Vor- und Nachnamen an: „Wie ist das hier mit der Schmökerei im Stadion, Armin Veh?“ „Da sag ich jetzt nix zu, Monica Lierhaus.“ Kommst Du mal zu Kasse 4, Frau Obermeyer?

22:28h Ich bin sehr angetan. Das war ein sehr guter Start in die Saison, vier Tore, volles Haus, zwei Spitzenmannschaften der vergangenen Saison, es hat Spaß gemacht, es ging hin und her, auch was die Führung anging. Diese Legendenbildung, wenn ein Spieler in seinem ersten Spiel direkt für seinen neuen Club trifft, haben wir schon hundert Mal erlebt, es ist aber immer wieder nett. Das Beste heute: Wolfsburg bleibt weiter Letzter.

22:22h Oha, diese Demut. „In den großen Ligen wird noch nicht gespielt. Daher volle Konzentration auf die Bundesliga.“ Fünfjahreswertung hin oder her, dass es so schlimm um unser geliebtes Kind steht, war mir neu und erschüttert mich jetzt auch ein bisschen.

22:18h Es mag hier vielleicht so wirken, als würde ich auf Tom Bartels rumhacken, sein Kommentar ist abgesehen von der üblichen leichten Überhöhung des Ganzen aber durchaus mehr als nur „erträglich“. Besonderes Kompliment dafür, dass er seine Stimme nur alle 3-4 Minuten höhepunktartig reizt und vor allem, dass er sehr beim Spiel bleibt. Etwas, was ihm offensichtlich besser gelingt als mir.

22:17h Okay, ich geh ins Bett. Wie sagte eine Ex-Freundin doch immer? „Okay, dass Du gerne Fußball schaust, versteh ich ja. Aber reicht es nicht, wenn Du nur die ersten 70 Minuten schaust?“

22:10h Hab ich da gerade im Hintergrund des ARD-Kommentars bei Schalkes Ausgleichstor Günther Koch „Sensationell“ sagen hören oder höre ich inzwischen Stimmen aus dem Nirvana bzw. sind das schon die Vorboten meiner Tiefenanalyse? Das Remis geht in Ordnung, so wie aber auch jedes andere Ergebnis — siehe Glücksspiele — zu diesem Zeitpunkt in diesem Spiel in Ordnung ginge.

22:02h El Phrasenschein wird wieder gut durchgefüttert heute: Elfmeter ist bekanntlich, wenn der Schiri pfeift. Aber ob man da so hingehen muss wie Neuer, wenn man noch ne halbe Abwehr hinter und um sich herumstehen hat, weiß ich genauso wenig, wie die Frage, ob man diesen Elfmeter unbedingt pfeifen muss, wenn ein Stürmer da einfach nur auf den Torwart zuläuft und sich den Elfmeter „nimmt“. Um es kurz zu sagen: Ich diskutiere solche Entscheidungen nicht. Nach Bartel’scher Logik müsste Stuttgart jetzt aber bereits gewonnen haben. Da ich euch versichern kann: So ist es nicht, möchte ich hier quasi mit dem Anti-Peter-Lustig mahnen: Nicht abschalten.

21:57h Auch das zweite Tor des Tages wird nur abgefälscht erzielt. Wir müssen uns wieder mal von dem Glauben verabschieden, dass die Gesetze zur Regulierung von Glücksspielen nicht für Fußball gelten würden. Ich bitte alle Leser unter 18 Jahren, jetzt das Blog zu verlassen.

21:55h Kuranyi wieder ganz der alte: als Chancentod. Für Bartels ist ein 2:0 Mitte der zweiten Halbzeit schon eine „Entscheidung“. Da hat er wohl noch nicht so viele Spiele gesehen wie ich.

21:49h Tom Bartels wird noch tiefenanalytischer als ich: Nach dem Foul von Boka, das zur Gelben Karte führt, fragt er: „Was wollte er damit sagen?“ Wird jetzt schon via Foulspiel kommuniziert, seit das Didgeridoo-Spielen aus der Mode gekommen ist?

21:47h Es gibt völlig neue Fangesänge in der Saison 2007/08. Die Stuttgarter haben sich etwas umwerfend Kreatives ausgedacht: „Auf geht’s, Stuttgart, schieß ein Tor.“ Irgendwo habe ich das allerdings schon mal gehört, eventuell doch ein Plagiat.

21:44h Ich werde morgen mit einer Tiefenanalyse beginnen, um mir darüber klarzuwerden, warum ich bestimmte theatralische Gesten z. B. bei Collina als gelungen und stimmig und bei Fandel einfach nur als hinterwäldlerisch-inszeniert und ihre Wirkung völlig verfehlend empfinde.

21:39h Erwähnte ich schon, dass man im Gottlieb-Daimler-Stadion auf bestimmten Plätzen eine ganz beschissene Sicht hat? Und atmosphärisch ist da auch nicht viel los.

21:33h Ganz stark heute: unser Pausen-pundit Dülp. Merkt als erster, dass ich gar nix zum Spiel geschrieben habe.

21:25h Monica Lierhaus und dieser komische düdelnde Dudelsack der Krombacher-Werbung. Vielleicht war die Sommerpause doch nicht so schlecht.

21:21h Das Spiel gefällt insgesamt, es ist auch ordentlich anzuschauen. Nur wo bleibt der Stromausfall mit folgender einstündiger Übertragung von Discosendungen aus den frühen 1980ern, für die wir uns eigentlich heute Abend verabredet hatten?

21:17h Der Typ, der in meiner Heimatstadt wohnt, sieht die erste Gelbe Karte der Saison. (Okay, schon ein paar Minuten her.) Das geschieht ihm recht. Dieser Makel wird nicht mehr aus seiner Biografie zu tilgen sein. (Welchen der beiden ich jetzt meine, kann man sich aussuchen.)

21:13h Ich hätte einen innovativen Spruch zu verkaufen, den man nach Abschluss des ersten Spiels des ersten Spieltags dieser Saison als siegreicher Trainer in die Mikrofone sagen könnte: „Ich hätte nichts dagegen, wenn die Saison jetzt zu Ende wäre.“ Bei einem Remis verschenke ich ihn allerdings.

21:10h Der häufig allerorten erwähnte Manuel Neuer wirkt auf manchen Fotos, als wäre er der legitime Nachfolger des Nachfolgers des eigentlichen kinderschokolade®-Bubis.

21:07h Nolookpass nölt ohne Ende, erst will er verlinkt werden, dann soll ich weiterbloggen. Na gut, damit ich nicht ohne Butterbrot ins Bett muss: Kobiashvili führt im Moment die Torjägerliste an. Warum schreibt man Namen in Deutschland in englischer Schreibweise? (Dazu wollte ich schon immer mal was schreiben, es ist aber nie fertig geworden, außerdem ist Voronin ja jetzt weg. Voronin. Ute Vollmer. Jürgen Vogel. Sven Väth. Wolfgang Völz. Voronin halt, so wie Kobiashvili.)

20:30h Bundesliga, we have liftoff.

20:29h Obwohl nicht im Stadion, rieche ich schon wieder die Melange aus Bratwurst und Pommes-Geruch mit von Flutlicht angestrahltem Rasen. Alte Synapsenmatritzen verschwinden nicht so schnell.

20:28h Meister Stuttgart, Pokalsieger Nürnberg, das ist in zwei Minuten schon wieder passé. Die Würfel werden neu gezinkt.

20:27h Wenn die Sommerpause wenigstens ihren Namen verdient gehabt hätte, dann hätten wir nicht die auf das Fensterdach prasselnden Regentropfen zählend den Blues geschoben.

20:26h Die Motorik, die gleichzeitig Liveticker, Livetabelle, Livestream und Tastatur bewältigt, ist noch weniger eingerostet als die Liveticker selbst. Sofort voll da, als wäre sie nie weg gewesen.

20:25h Die Erinnerung an die Phase der 30 Jahre ohne Fußball beginnt zu verblassen.

20:24h Nur noch 6 Minuten, das bedeutet, die elendige Eröffnungsfeier mit Nationalhymne ist schon vorbeigerauscht, glücklich, wer drumherum gekommen ist.

20:23h Plötzlich fällt auf, dass zur Hälfte der Neueinkäufe der Bundesliga noch das passende Gesicht im Speicher fehlt. Das wird gleich behoben werden.

20:22h Ein kurzes Zucken aus den Tiefen des Gedächtnis erinnert an die Kaskaden schlechter Wortspiele und belangloser Interviews, die jetzt wieder auf uns abgefeuert werden werden. Das Zucken wird abgelöst vom Pochen des Herzens. Was ist das?

20:21h Noch 9 Minuten um die Tipps für Herbstmeister, Meister, Absteiger und so weiter in den diversen Tippspielen zu ändern. Wer jetzt noch ändern muss, ist zu spät. Gut Vorbereitete fahren nicht ohne Fahrplan in Urlaub.

20:20h Es ächzt und knarzt beim Hochfahren der alten, lange unbenutzen Liveticker, aber nach einigen Fehlversuchen und zwischenzeitlichem Empfang von Störsendersignalen steht die Verbindung.

20:19h Die Stecktabelle sieht so jungfräulich aus. Könnte daran liegen, dass sie noch im Laden liegt.

20:18h Adrenalin besiegt seinen Antagonisten an mehreren entscheidenden Stellen im Körper.

20:17h Noch 13 Minuten. Wenn das mal kein Unglück bringt. Noch kann alles schief gehen, wie nolookpass weiß.

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Deutschland, Deuheutschland

1954, als Deutschland in der Schweiz Weltmeister wurde, war das Jahr 1945 gerade mal neun Jahre her. So singen die Zuschauer (?) bei der Hymne nach der Pokalverleihung beim WM-Finale 1954 auch die erste und nicht die dritte Strophe des Deutschlandlieds.

Dazu müssen wir wissen, dass es a) keineswegs — auch heute nicht — in Deutschland verboten ist, die erste Strophe zu singen und b) es erst seit einem Briefwechsel zwischen Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl im Jahre 1991 geklärt ist, dass die dritte Strophe die Nationalhymne Deutschlands darstellt. Zuvor war die Regelung so, dass das Deutschlandlied die Nationalhymne ist, somit das komplette Deutschlandlied inklusive der ersten Strophe, man bei offiziellen Anlässen aber lediglich die dritte Strophe sang. Insofern sollte man dem Singen dieser ersten Strophe 1954 keine Nazi-Sympathien entnehmen, jedenfalls nicht zwangsläufig.

Dass das Deutschlandlied eigentlich ein Trinklied ist, erwähnte ich schon an anderer Stelle.

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Trinidad & Tobago — Sverige: Vor dem Anpfiff

Nachdem die Anreise nach Dortmund hinter mir lag, war meine Fahrt mit der U-Bahn zum Stadion im Vergleich zu der meines später folgenden Begleiters ziemlich entspannt, da nicht ganz so voll wie noch der Regionalexpress. Lieder gesungen wurden trotzdem und eigentlich ist das ja auch nichts Besonders bei einer Anreise zu einem Fußballspiel. Das hier war aber nicht irgendein Fußballspiel, sondern a) ein WM-Spiel und b) ein WM-Spiel mit schwedischer Beteiligung. Und so ging es in der Westfalenhalle 1 weiter, wo auf einer Leinwand das Spiel England — Paraguay gezeigt wurde: Gesänge, Geklatsche und bereits um 15h La Ola im Rund der Westfalenhalle. Gänsehaut auch bei mir, und ich bin schließlich nicht das erste Mal bei einem Länderspiel gewesen, anders als mein Begleiter, für den es das erste Fußballspiel überhaupt in einem größeren Stadion war.

Dass das Spiel der Engländer weniger als bescheiden war und diese irgendwann dachten, ein 1:0 würde schließlich auch 3 Punkte bringen, brachte der Stimmung keinen versicherungsmeldungspflichtigen Schaden bei. Einzig die englische Familie auf den Sitzen hinter uns schien nicht ganz überzeugt zu sein, dass man hier gute Laune haben sollte. Ansonsten flachten die Gesänge erst dann ab, als sich immer mehr Menschen aus der Halle in Richtung Stadion auf den Weg machten:

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So auch wir. Doch schon nach wenigen Metern war klar, dass die Angabe eines Bekannten, dass man von der Halle zum Stadion keine fünf Minuten zu Fuß brauchen würde, nur für normale Spieltage gelten könne. Der erste Stau traf uns am Geldautomaten, an dem mein Begleiter noch Geld ziehen wollte, um ein Stadionerlebnis inklusive Bratwurst zelebrieren zu können. Wofür einige der Schweden das viele Geld aus dem Automaten benötigten, wurde klar, als mich ein Schwede ansprach und erst 300, dann 350, dann 400 und schließlich 500 Euro für meine Karte bot, die mir oben aus der Jackentasche herausguckte.

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Trotz dieses einen Angebots, welches ich natürlich ablehnte (drüber nachgedacht hätte ich erst ab einer vierstelligen Summe): Dass die Schweden in solch einer Vielzahl Karten bekommen hatten, erstaunte mich schon ein wenig. Und diese Bemerkung, in der Schlange vor dem Geldautomaten ausgesprochen, rief dann gleich den ersten kleinen Poser auf den Plan, der, mit Deutschlandtrikot bewaffnet, mir verkündete: „Das war doch bei der Euro 2004 auch schon so, dass die Stadien fest in schwedischer Hand waren.“

Danke sehr, Herr vielgereister Fan, für diese wertvolle Information. Nun gut, recht wird er wohl gehabt haben, auch wenn ich ihn gar nicht gefragt hatte.

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Als mein Begleiter sein Geld schließlich erhalten hatte, ging es weiter, wieder eingliedern in den Strom, der nicht abreißen wollte. Schwede um Schwede um Schwedin floss an uns vorbei, und wir flossen wieder mit. Ebenso ortsunkundig wie wir, flossen alle durch einen Irrgarten, den findige Architekten auf dem Weg zum Stadion aufgebaut hatten. Das sah dann ungefähr so aus wie auf dem Bild oben. Wie man sieht, wusste keiner, wo es lang geht.

Die Masse floss dann wahllos durch die Gegend, manche flossen auch wieder zurück und irgendwann stand alles still. Das hatte einen Grund, und zwar diesen Zaun hier, den wiederum findige Menschen einfach irgendwo in der Landschaft aufgebaut hatten. Dahinter befand sich ein schwedischer Polizist, der mit Megaphon Anweisungen gab. Leider auf schwedisch, so dass ich immer noch nicht wusste, wo denn nun der Eingang zum Stadion sein würde.
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Der schwedische Polizist sah übrigens tatsächlich aus wie ein Schwede in Lindgren-Verfilmungen aussieht. Und weil ich dachte, dass Schweden doch eigentlich alle Englisch sprechen, fragte ich meine Nebenleute auf Englisch, was der Polizist denn erzählt hätte. Leider waren meine direkten Nebenleute selbst Deutsche und hatten auch nix verstanden, und von den Schweden, die ich fragte, wollte keiner Auskunft geben. Entweder war mein Englisch zu schlecht, ihr Englisch zu schlecht oder sie waren schlicht zu aufgeregt, weil schließlich der WM-Auftakt Schwedens vor der Tür stand und jeder der hier Stehenden das Spiel zu verpassen drohte.

Irgendwann floss die Masse dann aber in die richtige Richtung, der Einlass war auch schon zu sehen. Einen weiten Bogen um die ersten Eingänge („Hospitality Entrance“) gemacht und dann durch eine allerdings äußerst lasche Sicherheitskontrolle. Ich trug zwar ohnehin nicht viel an meinem Körper, auch wenn ich an meinem Körper schon viel zu tragen habe, aber wenn ich gewollt hätte, hätte ich ein Messer ins Stadion reinschmuggeln können. Das taten ja nur wenige Tage später die polnischen Spieler, die mit Selbigem zwischen den Zähnen gegen Deutschland spielten. Erste Sicherheitskontrolle also passiert, und das sah rückblickend so aus:
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Auf diesem Bild gibt es vereinzelte rote Flecken zu sehen, das waren entweder Fans von Trinidad und Tobago oder neutrale Zuschauer. Die große Masse auf dem Weg von der Sicherheitskontrolle zum eigentlichen Stadioneingang sah allerdings so aus:
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Kurze Anspannung bei uns, denn die Karten trugen zwar unsere Namen, ganz sicher waren wir aber nicht, ob sie überhaupt gültig sein würden. Nein, sie waren nicht vom Schwarzmarkt und sie waren auch nicht selbstgemalt, aber a) war da ein Chip in der Karte, der natürlich auch defekt hätte sein können und b) hatte ein Bekannter die Karten für uns bestellt, so dass wir nicht sicher sein konnten, ob alle Daten richtig übermittelt worden waren. Ausreichend Ticketkontrolleingangstore waren geöffnet, so dass es keine Minute dauerte, bis wir an der Reihe waren. Den Personalausweis hatten wir natürlich griffbereit, doch dann die Überraschung: Den wollte niemand sehen. Die Dame am Eingang hielt einfach die Karte vor ein Lesegerät, das zeigte in Sekundenschnelle ein grünes Licht an und schon waren wir drin. Das war’s.

Ich war ziemlich überrascht, dass die aufwändigen Kontrollen (oder zumindest Stichproben) völlig ausblieben.

Nun aber auf ins Stadion, die ersten paar Stockwerke dieses riesigen Gebäudes erklommen, um dann vor Anpfiff noch die erlaubten zwei Pils (Ist amerikanisches Budweiser überhaupt Pilsener Bier? — Ich glaube nicht.) zu kaufen. Und hier natürlich wieder das heute übliche Bild: Lange Schlangen von Menschen in gelber Kleidung.

Am Anfang ging es recht zügig voran, doch als wir nur noch vier oder fünf Leute vor uns hatten, stockte das Ganze, nichts tat sich mehr und als wir einen Blick hinter die Theke werfen konnten, war uns klar, warum: Eine Theke mit einer Länge von 12m, dementsprechend ca. 12 Schlangen, die auf Bier warteten und es war genau ein Zapfhahn für Bier aktiv. Die ziemlich jungen Mitarbeiter hinter der Theke ließen sich auch von der Hektik, die diesseits der Theke herrschte, nicht anstecken und schlurchten auch dann noch lustlos und in Zeitlupe durch die Gegend, als der Anpfiff nur noch Minuten entfernt war.

Aggressionen kamen bei den schwedischen Zuschauern auf. „Is here anybody working?“, „C‘mon, we want beer.“ und „Hurry up!“ wurde in nicht mehr freundlichem Ton gebrüllt. Die Würste an der Theke ließen sich davon nicht beeindrucken und verkauften weiter Selbige im Schlafwagentempo. Und obwohl das ein Phänomen ist, welches man auf vielen Großveranstaltungen erlebt, finde ich es doch reichlich seltsam, über 500 anstehende Leute bei einem WM-Spiel mit genau einem Zapfhahn versorgen zu wollen.

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Genug Gastronomie-Nörgelei, wir bekamen unsere je zwei Biere und machten uns zu unseren Plätzen auf. Die Nationalhymnen waren leider schon gespielt. Gerade, als wir die Treppe zu unserem Block nahmen, ertönte der Anpfiff. Und wie das Spiel verlief, wie die Gänsehautstimmung im Stadion weiterging und was für ein Spektakel das ganze Spiel war, lest Ihr im dritten Teil.

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Beckmann bei der Arbeit: Brasilien — Kroatien

… = Sprechpause des Kommentators
(…) = Auslassung im Transkript
VERSALIEN = besonders intensiv betonte Wörter

Und wir lassen jetzt mal langsam die Mannschaften hineinkommen. Es ist angerichtet. Noch sind bis jetzt nicht alle Plätze hier in Berlin im Stadion besetzt. Es gab LANGE Schlangen draußen.
Die haben ihre Plätze schon gefunden.

Und die Brasilianer, sie strotzen nur so vor Selbstvertrauen, ich hab mal nachgeschaut, seit 1934 haben die Brasilianer bei einer Weltmeisterschaft kein Auftaktspiel verloren.

Die sehen ja richtig aus wie Bodyguards, die Unparteiischen, Archunda Tellez aus Mexiko begleitet von (…) und (…).

[Mannschaften laufen ein]

[Nationalhymne von Brasilien läuft]

[Hymne von Kroatien folgt]

Gänsehautgefühl hier in Berlin, im Olympiastadion!
Ja, und ganz Brasilien erwartet den sechsten WM-Titel. Der Staatspräsident hat sich erst zum Finale angemeldet. Eine frühere Anreise würde wohl nicht verziehen. Das ist eine schöne Mischung aus Arroganz und Selbstvertrauen.
Selten gab es einen größeren Favoriten als Brasilien bei dieser WM. Alle sind sich einig, dass der Titel nur über die Spieler von Parreira führen wird. Und die große Frage ist, wie kann man diese Brasilianer stoppen?
Letzte Information: ein neuer Haarschnitt von Kaka war tagelang Thema in der Presse von Brasilien.
Das ist noch mal Archunda Tellez, hat zahlreiche Spiele in der Qualifikation gepfiffen, dazu Spiele bei der Copa America und Copa Libertadores, ist 40 Jahre alt und Zahnarzt.
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Gemeinsam die Kräfte sammeln. Altmeister Pelé hat einen klugen Satz gesagt: Die Favoritenrolle, das ist der komplizierteste Gegner Brasiliens.

Anstoß für den alten Weltmeister, der auch der neue sein will. CAFU!

Roberto Carlos.

Ronaldinho.

Da, und erster Ballbesitz für das kroatische Team.

Also wenn man jetzt mal zurückblickt, da sehen wir den Mann mit der Nr.4, Robert Kovac, das deutet sich doch so an, als wenn er einen klassischen Libero spielen wird.
Erster Ballverlust, Adriano, und Kovac.
Tudor war da derjenige, der ein bißchen zappelig war und diesen Fehlpaß spielte.
Jetzt zum Eckball sind sie alle zurückgeeilt.
Dado Prso steht am ersten Pfosten.
Lucio.
Roberto Carlos.
RECHTS WIE LINKS! Seine alte Schussstärke hat er nicht verloren.
Wir schauen noch mal hin.
Die Körpersprache von Pletikosa ist klar: Konzentriert euch, seid sofort…

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Deutschland, einig Trinkerland

Ich darf mal eben darauf hinweisen, dass das Deutschlandlied, welches den Text zu unserer Nationalhymne darstellt, gar nicht so ernst und pathetisch gemeint war, wie es angesichts der Musik und der Gesichter der Menschen, die der Nationalhymne gerade lauschen, zu vermuten wäre. Wikipedia erzählt mir, dass „das Deutschlandlied von seinem Autor auch als Trinklied verstanden worden [ist], was den Toast auf deutschen Wein, deutsche Frauen und deutschen Sang in der zweiten Strophe erklärt.“

In einer alternativen Textfassung des Texters gibt es nämlich statt jener beider Zeilen:

Blüh‘ im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!

diese beiden Zeilen zu lesen:

Stoßet an und ruft einstimmig:
Hoch das deutsche Vaterland!

Sollte es noch Zweifel gegeben haben, dass auch die Deutschen nicht nur „schaffe“, sondern auch feiern können (und wollen), sind sie nun wohl ausgeräumt. Eine Aktion ähnlich der „Pro 18h“-Aktion lasse ich jetzt aber mal sein. Schlimm genug, dass der DFB gleichzeitig für „Keine Macht den Drogen“ und Brauereien Werbungsträger ist. Da muss ich nicht auch noch zum Singen von Trinkliedern animieren.

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GEMA aufs Klo

Viel haben wir schon gejammert über die abstrusen Auswüchse, die die Regelungen der FIFA annehmen. Nun aber las ich etwas, was gar nichts mit der FIFA zu tun hat, sondern im Lande des WM-Gastgebers hausgemacht ist. Angeblich ist die Nationalhymne GEMA-geschützt und jeder Kneipier müsste eigentlich Gebühren an die GEMA bezahlen, wenn er in seiner Kneipe ein Länderspiel zeigt, bei dem die Nationalhymne gespielt wird.

Das kann eigentlich nur ein grober Scherz sein. Wie kann es Geld kosten, die Intonation der Hymne des eigenen Staates weiterverbreiten zu wollen?

Der Merkur Online berichtet dies. Ich hab extra noch mal nachgeschaut, nein, der Artikel ist nicht vom 1. April.

Müssen dann auch die Nationalspieler fürs Mitsingen der Nationalhymne GEMA-Gebühr bezahlen? Das erklärt auch, wieso der gorrige Bernd Schuster früher nie mitsang: Seine Frau und Managerin hatte diese überflüssige Ausgabe verboten.

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