Fanta Fart

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Es gibt nur eine Antwort auf die Frage, wie mit dem schweren Verbrecher Fanta Fart umzugehen ist. Der Schirlingsbecher, dem Verräter.

Amüsant ist es immer wieder, zu sehen, mit welch extrem selektiver emotionaler Wahrnehmung Fans eines Vereins an die Diskussion solcher Wechsel herangehen. Mir stellt sich die Frage, wie schnell man vergessen kann, dass 98% aller Spieler überhaupt nur deshalb im eigenen, favorisierten Verein spielen, weil sie zuvor einen anderen Verein verließen. Es scheinen die selbe Naivität, Vergesslichkeit und vor allem der Wunsch danach, sich selbst zu belügen, im Spiel zu sein, die einen glauben lassen, dass die neue Freundin treu sein wird, obwohl sie doch nur mit einem selbst zusammenkam, indem sie vorher ihren alten Freund verließ. Warum sollte es einem selbst früher oder später besser ergehen als dem armen Vorgänger?

Die marginalen Unterschiede bezüglich der Frage, wie viel Treue die wechselwilligen Spieler respektive Geliebten vorher zu ihrem damals aktuellen Verein geschworen hatten, können doch keinen erwachsenen Menschen ernsthaft dazu bewegen, seine Zeit damit zu verbringen, vollkommen nutzlose Hassbeiträge in irgendwelchen Fan-Foren zu posten. Kinder bis 14 Jahre sind von dieser Schelte ausdrücklich ausgenommen, besteht ihre Realität doch nur aus der Gegenwart und ihre Enttäuschung ob eines Wechsels darf noch als angemessen bewertet werden. Wer die 15 Jahre vollgemacht hat, darf dann aber anfangen, sich den Realitäten des Gewerbes zu stellen. Und wer weit über die 15 Jahre hinaus ist, sollte sich fragen, wie lange er sich noch selbst belügen will.

4 Kommentare

  1. Der Vergleich hinkt, da in einer Beziehung auch ich SIE verlassen kann, wohingegen Spieler, die von ihrem Trainer aussortiert werden, oftmals scheu von den neuen „Fans“ beäugt werden. Aber selbst wenn es 49% sind – immer noch ein gutes Argument.

  2. Wechsel hin, Wechsel her. Und regelmäßig folgen die Aufschreie der Fangemeinde. Richtig ist, dass diese Reaktionen nicht selten naiven und infantilen Geistern entspringen, die als Maßstab ihre eigene Nibelungentreue zum Verein zugrunde legen. Für die ist jeder bedeutende Abgang eines Spielers Verrat am eigenen Verein.
    Doch im Falle von Fanta (wie im Falle von Klößchen oder der Boulette) erfolgt der kollektive Aufschrei nicht völlig zu unrecht. Die Entwicklung, den diese forcierten Wechsel nehmen, ist nicht wünschenswert. Dieser neue Stil schwächt die Position der Vereine und stärkt die der Spieler und Spielerberater. Was ist das Papier noch Wert, wenn es von einer Seite nach belieben entwerten werden kann. Dass hier die Fans besonders laut aufheulen, ist nur allzu verständlich. Nur benennen Sie den Fauxpas falsch – es ist kein Verrat, den die Spieler begehen, sondern forcierter Vertragsbruch.

  3. Das Fussballfandasein lebt von selektiver emotionaler Wahrnehmung bzw. Illusion… man fährt ja nicht bei klarem Verstand Mittwochs 600 km zu einem Pokalspiel, um seinen favorisierten 2.Liga Verein beim deutschen Rekordmeister zu unterstützen, da man der festen Überzeugung ist, durch persönliche Anwesenheit bestünde eine reelle Siegchance.

    Beim Fusballfandasein ist Objektivität das zweite große No-Go neben Alkoholabstinenz. Aber da der Trainer nicht mal einen wirklichen Lieblingsverein benennen kann, wird auch diese Lehrstunde wieder an seinem Haupt vorbeirauschen und dabei ein leichtes Kopfschütteln verursachen…

  4. hier, ich: fußballfan. objektiv. alkoholabstinent.



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