Neu im Sortiment: der Mannschaftsarzt des FC Bayern

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Nein, nicht Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfarth.

Dr. Erich Spannbauer ist sein Name. So sieht er aus, hier im Bild bei der Behandlung von Gerd Müller. Spannbauer war mal Mannschaftsarzt des FC Bayern München.

Das ist der selbe Dr. Erich Spannbauer, dem man den Spitznamen „Spritzenpapst“ gab und der neben weiteren Disziplinen auch die deutsche Biathlonmannschaft betreute. Der Erich Spannbauer, dessen Schützlinge Peter Angerer und Franz Wudy 1987 wegen Dopings gesperrt wurden. Auf jeden Fall ein „Alleinverschulden des Arztes“, behauptete Manfred Donike damals, wie der Spiegel berichtete.

Inzwischen braucht man ja über nichts mehr überrascht zu sein, gerade heute hat Bernd Schuster zugegeben, dass „dir die Ärzte und Physios“ immer „irgendwelche Sachen“ gegeben haben. „Wir haben alle irgendwas genommen.“ Und hat gleichzeitig Doping auch noch verteidigt, wenn es nur zu Zwecken der Wiederherstellung verwendet würde.

Vor Tagen hatte der Holländer Johnny Rep die Einnahme von Amphetaminen zugegeben, gleichzeitig aber auf in den 1970er Jahren vermeintlich zugedröhnte Nationalmannschaften Südamerikas verwiesen. Das Buch der SZ zur WM 1978 deutet Selbiges für die weltmeisterlichen Argentinier an. Die WM 1966 war im Gespräch, die von 1954 sowieso und dann litt der Kaiser zuletzt unter Gedächtnislücken, als er sich an sein Geständnis von der Eigenblutbehandlung nicht erinnern könne wollte und Beckenbauer — für ihn eloquenten Talkgast äußerst ungewöhnlich — ins Stocken geriet, die Maßnahmen in der Nationalmannschaft als Vitaminspritzen — womöglich — verharmloste.

Müßig, jetzt alle Fälle weiteren Fälle hier aufzuführen, von Maradona über Zidane bis zu Neururer, die Liste der Kandidaten ist schließlich endlos lang. Da bietet einen besseren und aktuellen Überblick die Seite „Fußballdoping“, die man stets und aktuell besonders verfolgen sollte. Überraschungen über das „dass“ gibt es ja keine mehr, uns interessiert aber, wer als nächstes dazu beiträgt, den damals offenbar völlig zu Unrecht geschassten Harald Schumacher zu rehabilitieren. Immerhin noch zu Lebzeiten.

Deshalb neu in meiner Blogroll: Fußballdoping.

Dr. Spannbauer ist ein neuer Name (im Fußball), welcher ist der nächste?

4 Kommentare

  1. Ein richtiger Beitrag im Nachspiel der Zeiten. – Auch heute glauben die Betonköpfe vitaminmäßig noch nicht, was jedem bumdesdeutschen Normalsportler ab Olimmpia ´72 offensichtlich war.

  2. Pingback: Blog- und Presseschau vom 20.08.2013 | Fokus Fussball

  3. Absolut, Platzwart, das sollte eigentlich Pflichtlektüre für jeden sein.



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