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Rekordtorschützen Europas – Folge 1: die Schweiz mit dem Dänen John Eriksen

Im Moment ist im Fußball ja nicht viel los, da kann man sich – durchaus inspiriert von Robert Lewandowskis neuem Bundesliga-Rekord – mal ein wenig in Europa umgucken, wo da sonst so der Höchstwert pro Saison steht. Natürlich nicht bei allen übrigen 54 UEFA-Mitgliedern, das führte dann teilweise doch vielleicht zu weit in die Untiefen des Quasi-Amateurfußballs.

Aber in den größeren Ländern kann man schon mal schauen, wo denn da der Rekord an Toren eines Spielers pro Saison liegt. Lässt sich aufgrund unterschiedlicher Ligengrößen und Modi natürlich nicht immer Eins-zu-Eins vergleichen. Aber könnte interessant sein. Gemeint ist natürlich immer die jeweils höchste Spielklasse.

Den Anfang macht der Scheinwerferdreh auf die Fußballnation Schweiz.

Dort liegt der Rekord bei 36 Toren in einer Saison, aufgestellt von John Eriksen in der Saison 1987/88, als er diese stattliche Zahl an Treffern für Servette Genf erzielte. Erzielt übrigens in 36 Partien dieser Saison – ob Eriksen an allen teilnahm, führte zu weit. Leider reichte es trotz dieser Vielzahl an versenkten Torchancen nur für Rang 2 in der Meisterrunde für den Club von John Eriksen, der schon in der Saison zuvor Torschützenkönig in der Schweiz geworden war, damals mit 28 Treffern.

In der folgenden Saison wurde übrigens ein gewisser Karl-Heinz Rummenigge Torschützenkönig in der Schweiz, allerdings mit kümmerlichen 24 Treffern. In den beiden darauf folgenden Saisons wurde John Eriksen jeweils Zweiter der Torschützenliste mit jeweils 21 und 16 Treffern für den FC Luzern.

So weit, so spannend.

Richtig interessant wird es aber, wenn man erfährt, das John Eriksen ein ganz besonderes Tor gelang, zumindest aus deutscher Warte gesehen. 1986 bei der WM war’s. Eriksen erzielte das 2:0 für Dänemark bei deren Sieg in der Gruppenphase über die BR Deutschland. Hier zu sehen:

Und das gelang ihm gegen so Haudegen wie Ditmar Jakobs und Karl-Heinz Förster. Was dem dänischen Team allerdings auch kurzfristig nicht viel nutzte. Sie schieden im Achtelfinale krachend mit 1:5 gegen Spanien aus, nachdem sie zuvor die Fußballwelt als „Danish Dynamite“ verzaubert hatten, während die Elf von Franz Beckenbauer sich ins Finale von Mexiko City holzte.

Trauriger Schlussakkord in Moll zu diesem landesweiten Rekord in der Schweiz von John Eriksen: Er verstarb schon 2002 im Alter von nur 44 Jahren an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung, nachdem er zuvor schon drei Jahre lang in einem Pflegeheim hatte verbringen müssen.

2 Kommentare

  1. Pierre Pierre

    Die Mannschaft von Servette war superspannend. Spielmacher hinter den beiden Sturmgranaten von Lucien Favre. Quasi ein magisches Dreieck: Favre, Rummenigge & Eriksen – obwohl Favre zu der Zeit immer noch unter den Spätfolgen seiner schweren Knieverletzung litt. In jedem Fall mega, dass die tragische Geschichte von Eriksen nicht vergessen wird. Alzheimer mit Anfang 40 – what the fuck.

  2. Manfred Manfred

    Naja, zu weit, dazu gibt es ja Statistiken. Wobei; laut der von Weltfußball waren es schrägerweise sogar 37 Tore. In 34 Spielen.
    20 Spiele in der regulären Saison (16 Tore) und dann 14 Spiele (21 Tore) in der sogenannten Championship der besten 8 Teams.
    Die – mal sagen – Rahmenbedingungen haben was: im ersten sowie im letzten Spiel der Meisterrunde schoß der Kerl jeweils alle 4 Tore für Genf, das hilft natürlich ungemein :)
    Platz 2 ist auch interessant: Wynton Rufer.

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