Wenn der Dummschwätzer englisch spricht (XXIII)

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Ein bisschen viel Dummschwätzer-Content hier in letzter Zeit (für letzte Zeit = letzten zwei Tage), dieses Interview mit Hillbilly-Beckenbauer kann man sich aber nicht entgehen lassen. Schließlich merken wir, dass er genau dieselben Sprachkomplikationen auf englisch wie auf deutsch hat, das häufige Wiederholen eines Wortes und die Sprachmelodie, die doch mehrheitlich bairisch bleibt. Welche Antwort er dem Interviewenden auf die Frage gibt, ob Beckenbauer es bedaure, dass England nicht bei der EM dabei ist, na, da könnt Ihr ja vorher mal raten.

Aber: legt Euch ja nicht mit der FIFA an!

7 Kommentare

  1. Große Klasse! Man könnte echt meinen, er spricht jedes zweite deutsche Wort einfach englisch aus, um den Eindruck zu erwecken, es handele sich wahrhaftig um englisch.
    Ich wette, der arme Mann von der BBC hatte eigentlich vor, das Interview in schriftlicher Form zu veröffentlichen…nur war das einfach nicht möglich.
    Kein Wunder, dass alle Welt zur WM 2006 gekommen ist…die wollten einfach sehen, ob hier jeder so sensationell komisch spricht.

  2. Das weckt Erinnerungen an alte Werbespots, in denen er „Premiere Woald“ anpries. Oder an die WM 2002, als er ein mögliches Vorrunden-Aus der DFB-Elf im Vorfeld der Kamerun-Partie als „Woast Kääs“ bezeichnete.

  3. Wenn der Dummschwätzer deutsch spricht – das hat mir gestern bei Schalke auch schon wieder gereicht. Die Worte Beckenbauer, Experte und Analyse in einem Satz zu bringen, war schon gefährlich. Ich habe jeden Moment erwartet, dass meine Glotze implodiert. Nach dem Motto: „Die Portuuuu (Pause) giesen sind hier, um (hach – kurzes, stoßartiges Lachen über den eigenen nun folgenden grandiosen Witz) ein gutesss Ergeb (wieder Pause) nis zu erzielen.“

  4. Mal abgesehen von der Sprachmelodie und dem krassen Akzent, ich war positiv überrascht, dass des Kaisers Englisch gar nicht mal so schlecht ist. Ich meine, jemand wie Lothar M. hätte sicher nicht mal die Fragen des Reporters verstanden…

  5. Die Sprachmelodie und der krasse Akzent seien ihm ja verziehen, nur: Was heißt hier „gar nicht mal so schlecht“? Der Typ hat drei Jahre in New York gelebt und spricht in seiner Rolle als Funktionär wahrscheinlich öfter englisch als wir alle zusammen.

  6. Hoppla, das mit New York war mir entfallen. Punkt für dich. Aber ich denke, als Funktionär würde er notfalls auch ohne englisch durchkommen, da gibt’s sicher Dolmetscher. Bei Helmut Kohl ging’s ja auch.

  7. Zitat aus dem Buch „100 New Yorkers of the 1970s“ http://209.85.173.104/search?q=cache:5L27aph1R78J:www.gutenberg.org/files/17385/17385-r.rtf+beckenbauer+nureyev+cosmos&hl=en&ct=clnk&cd=12&gl=us&client=firefox-a

    „He could speak almost no English when he arrived in New York less than two years ago at the age of 31, but has learned remarkably quickly. „My mind was, soccer in the United States, it’s easier to play. But it’s not so easy as I expect,“ he says, in his slightly hesitant but perfectly understandable speech. „You have so different things, like Astroturf. You have to play in the summertime. It’s so hot. You have to make big trips, like to Los Angeles. Sometimes it’s more difficult to play here than in Europe.“

    Er hat sich schon damals durchgeschlichen. Und man hat es ihm verziehen. Und vermutlich deshalb ist er damals so viel lockerer geworden. Die Amis haben einfach nur seine spielerischen Fähigkeiten bewundert. Den Rest ließen sie ihm durchgehen.

    Ich habe mich deshalb auch immer gefragt, wie denn wohl diese Szene in englischer Sprache abgelaufen ist:
    http://209.85.173.104/search?q=cache:SgTqdnb5m6QJ:www.persoenlich.com/pdf/interviews/interviews300.pdf+beckenbauer+cosmos+%22anderen+fakult%C3%A4t%22&hl=en&ct=clnk&cd=2&gl=us&client=firefox-a
    „Plötzlich kam der Rudolf ein bisschen näher und
    begann, sich mit meinem Knie zu beschäftigen. Und ich
    sagte: ‘Rudolf, sei bitte nicht böse, aber ich gehöre halt
    zur anderen Fakultät.’ Das hat er locker hingenommen,
    und wir sind Freunde geblieben. Möglicherweise ist es
    ein bisschen unhöflich, wenn ich das jetzt erzähle, aber
    eigentlich war es ja auch ganz nett.”

    Den Ausdruck „andere Fakultät“ gibt es in diesem Kontext im Englischen nicht.



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